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Neue Rheinische Zeitung.
Organ der Demokratie.
No. 28. Köln, Mittwoch 28. Juni 1848.
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@facs0131
Die „Neue Rheinische Zeitung“ erscheint vom 1. Juni an täglich. Bestellungen für das nächste Quartal, Juli bis September, wolle man baldigst machen.
Alle Postämter Deutschlands nehmen Bestellungen an.
Für Frankreich übernehmen Abonnements Herr G. A. Alexandre, Nr. 28, Brandgasse in Straßburg, und 23, rue Notre Dame de Nazareth in Paris; so wie das königliche Ober-Post-Amt in Aachen. Für England die HH. J. J. Ewer & Comp. 72, Newgate Street in London. Für Belgien und Holland die respekt. königlichen Briefpost-Aemter und das Postbüreau zu Lüttich.
Abonnementspreis in Köln vierteljährlich 1 Thlr. 15 Sgr., in allen übrigen Orten Preußens 2 Thlr. 3 Sgr. 9 Pf. Außerhalb Preußens mit Zuschlag des fremden Zeitungsportos. Inserate: die vierspaltige Petitzeile oder deren Raum 1 Sgr. 6 Pf.
Anzeigen aller Art erlangen durch die großen Verbindungen der Zeitung die weiteste Verbreitung.
Zu Nr. 27 der „Neuen Rheinischen Zeitung“ ist am 27. Juni Morgens eine außerordentliche Beilage ausgegeben und versandt worden.
Uebersicht.
Französische Republik. (Der 23. Juni. ‒ Der 24. Juni). Paris (Schluß der Sitzung der Nationalversammlung vom 24. Juni. ‒ Bericht eines Kapitäns. ‒ Nachrichten vom 25. Juni. ‒ Vermischtes).
Italien. Sizilien. (Konstitution). Neapel. (Volksbewegung). Genua. (Geribaldi). Turin. (Kammerverhandlungen).
Deutschland. Berlin (die Reaktion. ‒ Kampf zwischen Magistrat und Klubs. ‒ Anstellungsgesuch. ‒ Minutoli's Abdankung). ‒ Frankfurt (Nationalversammlung). Breslau (der demokratische Verein. ‒ Adresse von Landwehrmännern an die Vereinbarer). Wien (Vermischtes).
Großbritannien. London (die Konferenz der Association der vereinigten Gewerbe).
Amerika. (Wahlen. ‒ General Taylor. ‒ Ratifizirung des mexikanischen Vertrags).
Handelsnachrichten.
Amtliche Nachrichten.
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Berlin, den 26. Juni 1848.
Nach Inhalt der Bekanntmachung des unterzeichneten Ministeriums vom 5. d. M. hatte der königl. Generalkonsul zu Warschau angezeigt, daß den polnischen Kaufleuten als Ausnahme von dem in Rußland und Polen bestehenden Verbote, Gold- und Silbermünzen nach dem Auslande zu versenden, die Versendung von Goldmünzen nach dem Aublande gestattet werden solle, wenn sie nachwiesen, daß sie sich in der unumgänglichen Nothwendigkeit befänden, Zahlungen in dem Auslande leisten zu müssen. Diese Anzeige beruhte auf einer in dem Warschauer Tagesblatte vom 23. v. M. Nr. 138 enthaltenen Bekanntmachung.
Jetzt ist von dem gedachten königl. Generalkonsul angezeigt worden, daß die hiernach in Aussicht gestellte Ausnahme von dem Ausfuhrverbote nicht nachgegeben werde, und daß die dagegen erhobenen wiederholten und dringenden Reklamationen ohne Erfolg gewesen seien.
Das unterzeichnete Ministerium beeilt sich, dies hierdurch zur Kenntniß des Publikums zu bringen.
Berlin, den 24. Juni 1848.
Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten.
v. Patow.
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Der Advokat Julius Fischel zu Koblenz ist zugleich zum Anwalte bei dem dortigen königl. Landgerichte ernannt worden;
den Justizkommissarien Mottau, Hermann, Calow, Lenke, Hanow, Alker und Pitzschky in Stettin ist neben der Praxis bei dem dortigen Land- und Stadtgericht auch die Praxis bei den übrigen Untergerichten des randowschen Kreises einstweilen und widerruflich gestattet worden.
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Das 26. Stück der Gesetzsammlung, welches heute ausgegeben wird, enthält unter :
Nr. 2989.Den Allerhöchsten Erlaß vom 29. Mai d. J., betreffend die Anwendung der ermäßigten Portotaxe für Kreuzbandsendungen mit handschriftlicher Beifügung des Datums und der Namens-Unterschrift;
Nr. 2990.Desgleichen vom 14. Juni d. J., die Ausdehnung der Bestimmungen der Allerhöchsten Kabinets-Ordre vom 3. Mai 1821 auf die mittelst der Allerhöchsten Ordre vom 25. April 1848 genehmigte freiwillige Staats-Anleihe und die auf diese Anleihe bezüglichen Schuld-Verschreibungen betreffend;
Nr. 2991.Das Gesetz vom 23. d. M., betreffend den Schutz der zur Vereinbarung der preußischen Verfassung berufenen Versammlung.
Französische Republik.
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Edition: [Friedrich Engels: Der 23. Juni. In: MEGA2 I/7. S. 196.]
[*]
Noch immer finden wir eine Menge Umstände über den Kampf des 23. nachzutragen.
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[Feuilleton]
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Humoristische Skizzen aus dem deutschen Handelsleben
von Georg Weerth.
Der Herr Preiß über die Dinge im Allgemeinen.
Auf dem Komptoire des Herrn Preiß lag wieder einmal die schauerlichste Geschäftsstille.
Der Herr Preiß sah aus wie ein Todtengräber, in dessen Kundschaft während ganzer vierzehn Tage auch nicht ein einziger Mensch gestorben ist.
In der That, seit vierzehn Tagen hatte der Herr Preiß keinen Käufer bei sich gesehen.
Der Buchhalter Lenz schrieb die Köpfe seiner Handels-Conti für ein halbes Jahr im Voraus; aus reiner langer Weile. Die schönen Handelsconti! „Romulus und Remus Sollen an Kaffee, Zucker und Korinthen-Conto.“ oder „Rhein- Ahr- Lahn- und Moselwein-Conto Hat an Castor und Pollux.“ Der Buchhalter Lenz nahm zwischen jeder Silbe eine Priese. ‒ August, der blonde Korrespondent, schnitt sich vierzehn Dutzend Federn, ebenfalls aus langer Weile; der Lehrling linnirte ein halbes Ries Propatria.
„Es ist mir unbegreiflich“, begann der Herr Preiß, „wie man jetzt mit dem Geschicke der Welt so leichtsinnig umgehen kann!“
„„Sehr leichtsinnig!““ erwiderte der Buchhalter.
„In Deutschland geht man indeß noch weniger schlimm in diesem Punkte zu Werke, als in manchen andern Ländern.“
„„Bei weitem weniger!““ erwiderte der Buchhalter scharfsinnig.
„Da setzt man z. B. in Frankreich an die Spitze des Staates einen Poeten!““
„„Es ist unerhört!““
„Allerdings, Lenz. Es ist rein zum toll werden. Einen Poeten ‒ einen Poeten, der Verse macht ‒ einen Poeten ‒ ich bitte Sie, Lenz, giebt es etwas närrischeres auf der Welt, als einen Poeten?“
„„Nicht leicht ‒ nur ein Mensch der Verse liest kann möglicherweise noch närrischer sein, als ein Mensch der Verse macht.““
„Da sind wir ganz miteinander einverstanden, Lenz. Poesie ist Wahnsinn. Die Poesie ist die verrückt gewordene Prosa, und ein Poet gehört nach Siegburg, aber nicht an die Spitze der französischen Republik.“
„„Dies mein' ich nicht, Herr Preiß.““
„Wie so, Lenz?“
„„Wenn die Poesie die verrückt gewordene Prosa ist, so kann man die Republik die verrückt gewordene Monarchie nennen; und steht ein Poet an der Spitze der Republik, so paßt das nur ganz herrlich; der eine Wahnsinn geht mit dem andern Hand in Hand.““
„Sie sind einsichtsvoller als ich dachte, Lenz!“
„„Wehe dem Lande, dessen Minister ein Poet ist!““
„Ein Mensch, der von Jugend auf nur für Rosen und Lilien, für grüne Wälder und goldne Saaten, für Lerchen und Nachtigallen, und für ähnliche Lapalien schwärmte, der soll nun plötzlich eine Nation von fast sechsunddreißig Millionen essenden, trinkenden, tanzenden, räsonnirenden und revolutionirenden französischen Menschenkindern im Zaume halten ‒ hören Sie 'mal, Lenz, das kann nimmer gut geh'n!““
„„Nimmer, Herr Preiß; die Kurse müssen noch mehr fallen.““
„Das glaub' ich auch, Lenz. Hole der Henker den französischen Poeten!“
„„Erstens spricht er durch die Nase.““
„Und zweitens will er die Menschen glücklich machen.“
„„Und drittens ist er Poet!““
„Er hat die drei gefährlichsten Mängel, welche ein Sterblicher haben kann.“ ‒
Eine Windstille entstand in der Konversation. Der Buchhalter beschaute seine Handelsconti; der Herr Preiß fuhr im Lesen der Zeitung fort.
„Außer den Poeten“, begann er endlich auf's Neue, „sind indeß auch die Astronomen an die Reihe gekommen. Da haben wir so einen gelehrten Mann, der sein ganzes Leben lang hinauf in den Himmel geschaut hat, und der nun auf einmal die Erde regieren soll.“
„„Es ist lächerlich, aber traurig.““
„Allerdings Lenz, man hätte diesen Menschen provisorisch unter die Sterne versetzen sollen ‒ aber unter irdische Minister ‒ Lenz, es kann gewiß nicht gut geh'n! am meisten ängstigt es mich indeß, daß man sogar Literaten und Zeitungsschreiber in das Gouvernement gebracht hat.“
„„Was Sie sagen, Herr Preiß!““
„Ja, bei Gott, Lenz, Zeitungsschreiber sollen jetzt das Schicksal der Nationen entscheiden.““
„„Es ist kaum glaublich.““
„Aber es ist eine entsetzliche, sehr herbe Wahrheit, Lenz, und ich muß gestehen, daß sich meine Haare sträuben, wenn ich an diese Gesellen denke.
„„Ein Zeitungsschreiber: Minister! Es ist fatal. Zeitungsschreiber gehören zu den gefährlichsten Mitgliedern der menschlichen Gesellschaft.““
„Da haben Sie wohl recht, Lenz. Ich kenne diese Leute, mit ihren großen Schnurrbärten und mit ihrem gottvergessenen frivolen Lachen.“
„„Sie sehen entsetzlich aus!““
„Und doch sah ich sie manchmal gern.“
„„Nun ja, wie man bisweilen in Menagerien gern einen Tiger oder einen Panther sieht.““
„Allerdings! die Kerle haben etwas eigenthümliches an sich; auch bei uns sehen sie aus wie lustige Verbrecher ‒ namentlich seit der Abschaffung der Censur ‒ ‒ “
„„Ja, das war unser Unglück!““
„Thür und Thor ist jetzt ihrem Treiben geöffnet; Alles verunglimpfen sie mit ihren Lästerzungen, und gern machten sie jede Woche wenigstens eine Revolution ‒“
[0132]
„„Blos um eine Extrabeilage zu ihrer Zeitung machen zu können.““
„Sehr richtig, Lenz, und ich wollte, daß sie alle mit einander der Teufel holte; es ist eine verderbte Raçe.“
„„Schade, daß sie manchmal gescheidter sind als andere Leute ‒““
„Frecher sind sie jedenfalls!“
„„Niemanden können sie in Ruhe lassen ‒““
„Alles machen sie herunter.“
„„Sie schreiben nicht für das Publikum ‒““
„Sie schreiben nur für sich selbst.“
„„Man sollte eigentlich gar keine Zeitung mehr halten; blos um diese Menschen zu ärgern ‒““
„Man muß sie wenigstens so schlecht wie möglich in ihrem Beginnen unterstützen ‒“
„„Am Ende steht man sich noch besser unter der russischen Knute, als unter dem Hohn eines Zeitungsschreibers.““
„Ja, wahrhaftig Lenz, der Geist eines guten Bürgers spricht aus Ihnen. ‒“
Abermals versank der Herr Preiß in seine Zeitung, und der Buchhalter in seine Handelsconti.
„Zu den Poeten, den Astronomen und Zeitungsschreibern kommt indeß noch eine vierte Menschenklasse, welche anfängt, beunruhigend zu werden“. sprach der Herr Preiß.
„„Die Scharfrichter meinen Sie? ‒““
„Gott bewahre, Lenz. Die Advokaten ‒ ‒“.“
„„Ganz recht, die Advokaten.““
„Die Advokaten habe ich nie leiden können.““
„„Sie sind hinterlistig und voller Ränke.““
„Sie hören die Flöhe husten und sie sehen das Gras wachsen.“
„„Sie führen Prozesse und machen uns den Prozeß.““
„Und ein ehrlicher Mann ist noch niemals sicher vor ihnen gewesen.“
„„Und Ihren Abscheu vor diesen Leuten, theile ich durchaus Herr Preiß.““
„Ja, lieber Lenz, diese Advokaten haben nicht weniger angefangen, unser Jahrhundert zu dominiren; glattzüngigen Schlangen ähnlich, winden sie sich aus ihren zerrütteten Vermögensverhältnissen empor zu dem Rand der Tribünen, wo sie so lange lästernd und verführend ihr entsetzliches Wesen treiben, bis sie aus dem Dunst einer Volksversammlung zu der Herrlichkeit eines einträglichen Staats-Amtes eingehen können. So in Frankreich.“
„„Und in Deutschland?““
„Lieber Lenz, man muß sich hüten, das Kind beim rechten Namen zu nennen. O unsre Tage werden schlimm. Gleich blutigen Kometen stehen diese Poeten, diese Astronomen, diese Zeitungsschreiber und diese Advokaten unheilverkündend am Horizonte unseres bürgerlichen Himmels, doch was das schlimmste ist ‒ Lenz ‒ ‒“
„„Herr Preiß ‒ ‒ ““
„Was mich bis in die Seele hinein ärgert ‒ ‒ “
„„Herr Preiß ‒ ‒ ““
„Was meinen Zorn bis zu jauchzender Wuth steigert ‒ “
„„Herr Preiß ‒ ‒ ““
„Das ist, daß gar ein „Ouvrier“ einen Platz in dieser provisorischen Rotte Koran hat.“
„„Heiliger Gott!““ seufzte der Buchhalter.
„Beschütze uns vor der blutrothen Fahne ‒ “ setzte der Herr Preiß hinzu und wiederum lag auf dem weiten Comptoire die ch auerlichste Stille.
[Deutschland]
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@facs0132
Edition: [Friedrich Engels: Der 24. Juni. In: MEGA2 I/7. S. 200.]
Der 24. Juni.
Die ganze Nacht war Paris militärisch besetzt.
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National-Versammlung in Permanenz. (Fortsetzung der gestrigen Sitzung nach 5 Uhr Abends.)
Lacrosse, einer der Vizepräsidenten, besteigt um 51/2 Uhr in der Uniform eines Obersten der Bürgerwehr und mit der dreifarbigen Schärpe angethan, den Präsidentenstuhl und setzt die Sitzung mit der Erklärung fort, daß dem Präsidio noch keine weiteren Berichte zugegangen. Sechzig Glieder der Versammlung waren bekanntlich abgeschickt worden, um der kämpfenden Bürgerwehr und Linie anzuzeigen, daß Paris in Belagerungszustand versetzt sei und alle Exekutivgewalt dem General-Minister Cavaignac übergeben worden. Lacrosse bemerkt, daß wenige Glieder nicht zurückgekehrt seien. Er zeigt die Ankunft einer starken Abtheilung der Bürgerwehr aus Rouen an. Tavard meldet die Ankunft eines starken Hülfskorps aus Amiens. Die Sitzung wird bis 61/4 Uhr suspendirt. Der Präsident verspricht der Versammlung baldigen Sieg über die Insurrektion und ladet sie ein, sich bis 8 Uhr zurückzuziehen. Im Augenblick, wo dies geschieht, tritt Boulay, ein sehr gewichtiger Deputirte des Meurthe-Departements in den Saal und zeigt der Versammlung an, daß Pantheon und City von den Insurgenten geräumt [0133] seien. (Bravo!) Inmitten dieser Bravos rühren sich plötzlich alle Trommeln außerhalb des Sitzungssaales und verbreiten großen Schrecken. Man erfährt aber bald, daß dies ein Freudenwirbel zu Ehren der eben aufziehenden Bürgerwehr aus Rouen sei. Um 8 Uhr setzt Portalis, ein anderer Vizepräsident, die Sitzung fort. Babaud Laribiere, einer der abgesandten Deputirten, stattet Bericht über seine Sendung ab. Am Chateau d'Eau (auf dem Boulevard) hörte er zwei lebhafte Gewehrfeuer, die gegen die Insurgenten der Umgegend gerichtet wurden. Lamoriciere verlange Verstärkung. Man habe ihm die Bürger-Corps aus Amiens zugeführt. Der General hoffe noch diesen Abend mit dem Faubourg St. Denis fertig zu werden; ebenso mit St. Antoine und den Marais. Sein System sei, die Barrikaden zu umzingeln und dann von hinten statt von vorne zu überfallen. Türk bestätigt die Einnahme der starken Position des Pantheons und giebt ein Menge Details über die dortigen Kämpfe zwischen den Insurgenten und der Mobilgarde, welche fürchterliche Verluste erlitten. Ihr General Damesme gehört zu ihren Opfern. Die Sitzung wird von Neuem suspendirt. Um 91/4 Uhr nimmt sie Senard wieder auf und erzählt der Versammlung die Ereignisse des Tages, je nach den verschiedenen Berichten der Generäle und Deputirten. Sie wissen, entwickelte er im Anfang seiner Erzählung, daß die Insurgenten nach einem gemeinsamen fürchterlichen Plane ihre Kräfte auf drei Hauptpunkte der Stadt koncentrirt hatten: 1) Das Pantheon mit der Severinskirche, den engen Gassen des lateinischen Quartiers, Place Maubert und dem schrecklichen Viertel der Weinhalle, gleichsam als Außenwerke. 2) Die City mit ihren zahlreichen Bänken und den großen Gebäuden der Belle Jardiniere und dem Hotel Dieu als Bollwerke. 3) Das sogenannte Clos von St. Lazare, das einer Art Centralveste gleicht, mit der die Straße St. Denis, St. Martin, la Chapelle, la Villette, Temple, Popincourt und St. Antoine als Strahlen in Verbindung stehen.
Das Pantheon und die City seien genommen, es bleibe nur noch das Clos von St. Lazare übrig (?), das dem Bombardement des vereinigten Ingenieur- und Artillerie-Corps unmöglich lange widerstehen könne. Haubitzen, Leuchtkugeln, Brandraketen etc. seien bereits vertheilt worden! Er wiederhole, fuhr der Präsident unter sichtlichem Beifall der Rechten fort, diese Details, weil sie die Vorwürfe widerlegen, die dem Obergeneral Cavaignac von mehrern Stadtvierteln gemacht worden und die darin bestanden, daß er die vereinzelten Angriffe der Insurgenten nicht mit dem gehörigen Nachdruck zurückgeschlagen. Er habe deshalb Paris in Belagerungsstand erklären lassen, damit aller Verkehr auf den Straßen gehemmt, alle Läden, Thüren und Fenster geschlossen und so den fliehenden Insurgenten oder ihren Freunden jede Gelegenheit zu neuen Barrikaden oder der Linie und Artillerie in den Rücken zu fallen, genommen würde. Auf diese Weise abgeschnitten, werde der Kreis um die Insurgenten immer enger gezogen und ihre vollständige Niederlage könne nicht lange auf sich warten lassen. Der Präsident erzählt hierauf die hervorragendsten Thaten der einzelnen Kämpfe, wobei natürlich des Heldenmuths hinter den Barrikaden nicht gedacht wurde. Stürmische Bravo's unterbrachen ihn, als er erzählte, daß General Brea alle Barrikaden von der Rue Mouffetard bis zum Jardin des Plantes genommen habe. Am Stadthause (!) sei der Widerstand heftiger.
General Duvivier mit vierzehn Bataillonen Mobilgarde, habe der Insurrektion der Umgegend noch nicht Meister werden können. (!!) Lamoricière, obgleich verwundet, habe jedoch die Räumung des Faubourg St. Denis fortsetzen können. General Corté sei verwundet, eben so der General Lafontaine. Die Mobilgarde, die republikanische Garde und die Linien hätten sich bei St. Severin, am Hotel Dieu, (dem größten Krankenhause von Paris, in dessen unmittelbarer Nähe das große Kleidermagazin belle Jardiniêre mit Kanonen in Trümmer geschossen wurde) ‒ so wie bei St. Merry und am Pantheon zwar überaus tapfer gehalten (im Pantheon selbst mußten 1500 Insurgenten das Gewehr strecken), aber ihre Reihen seien bedeutend gelichtet. Das Dekret, das ihre Wittwen und Kinder adoptirt, habe daher großen Enthusiasmus erregt.
Der Schluß der Sitzung bot wenig Neues. Etienne Arago versicherte der Versammlung, daß alle Posten pünktlich abgegangen seien. Nur die Depeschensäcke nach Deutschland (über Belgien) seien in die Hände der Insurgenten bei St. Lazare gefallen, die sie indessen respektirt und auf den Bahnhof der Nordbahn geschickt hätten. Ein Glied erzählte dann noch, daß viele Personen hinter den Barrikaden mit Geldsummen ergriffen worden seien. Bei einem Knaben von 14 Jahren habe man eine Summe von 10,000 Frs. in Goldstücken entdeckt. (Der National, der die besten Berichte besitzt, begnügt sich mit der Erklärung, daß man zwei Personen mit 314 Frs. und resp. 1400 Franken arretirt habe. Dies klingt natürlicher.)
Die Sitzung wurde um 10 Uhr Abends geschlossen.
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@facs0133
Paris, 25. Juni.
Unsre französischen Blätter, mit Ausnahme der Debats, sind heute wieder ausgeblieben, eben so die gewöhnliche Korrespondenz. Belgischen Blättern entnehmen wir folgende weitere Details über den 25. Juni:
Gestern und heute verblieb die Mehrzahl der Offiziere der Nationalgarde in den Reihen der Nationalgarde, zur Vertheidigung der alten bürgerlichen Ordnung. Die Kommunikation ist sehr erschwert. Man gelangt nur mit einem Begleitschein oder mit besondern Karten, von einem Quartier in's andre. Das linke Ufer der Seine scheint völlig von den Insurgenten befreit; alle Barrikaden sind zerstört. Auf dem rechten Ufer dauert der Widerstand an drei Hauptpunkten fort, auf dem Bastillenplatz und im Faubourg St. Antoine, auf dem Faubourg du Temple und auf dem clos St. Lazare. Man berichtet uns in diesem Augenblick, daß die Nationalgarde von la Chapelle sich mit den Insurgenten verbunden hat auf dieser ganzen Linie des äußeren Boulevards: die Insurgenten haben die Maurer, die in ihren Reihen sind, zum Einbrechen der Mauern und zur Errichtung ungeheurer Barrikaden verwandt. General Perrot, derselbe der am Hotel Guizot Feuer kommandirt hat, soll zum obern Kommandanten der Nationalgarde ernannt sein. Der Generalprokurator von Paris hat bestimmt, daß an den Mauern nur noch die Proklamationen der Regierung angeschlagen werden dürfen. In der Rue Montmartre hat man eine angebliche Milchträgerin arretirt, die mit Kartouchen gefüllte Milchgefäße trug. Man versichert, daß Artilleriestücke auf den Höhen von Montmartre aufgepflanzt worden, um von da den Platz St. Lazare zu bombardiren. Es scheint, daß in dem gestrigen Angriff auf das Pantheon, wo sich die Insurgenten verbarrikadirt hatten, die Kanonen furchtbare Verwüstungen angerichtet haben unter den Säulen und einer Masse von Kunstwerken. 300 Insurgenten haben sich in das Kollegium Henri IV. zurückgezogen. Die Mobilgarde verfolgte sie hierhin und ließ nach Entlassung der Zöglinge und Professoren die Insurgenten Spießruthen laufen.
Heute Morgen langen Nationalgarden von den entferntesten Punkten an, von Peronne, von Havre, von Louviers. Die Nationalgarde von Paris hat so Zeit, sich zu erholen.
11/2 Uhr. Wir hören die Kanonen in der Richtung des Klosters St. Lazare, obgleich der Wind nicht günstig ist. Die Nationalgarde von Pontoise hat grausam gelitten. Unserer Ansicht nach zählen die Tage des 23., 24. und 25. Juni mehr Opfer als die Revolutionen von 1830 und vom Februar 1848 zusammengenommen. Mehre kleine Journale von Paris sind nicht erschienen. Man hört kein einziges in den Straßen ausrufen. Die Presse, die Débats, der Constitutionel haben nur ein halbes Blatt herausgegeben.
Die Insurgenten machen keine oder nur wenige Gefangene. Man hat hinter den Barrikaden an der Spitze von Bayonnetten Lanzen und Piken Köpfe aufgepflanzt gesehen. Ihre Fahne ist mit einer rothen Mütze geziert. Sie haben Feuer angelegt an die Mairie des achten Arrondepartements und an viele Hotels des Place ex Royale.
Spätere Korrespondenz.
„Ich befinde mich auf den Vorposten; Boulevard du Temple, und schreibe in aller Eile unter dem Geräusch der Füsillade. Mein Brief wird ihnen zukommen durch einen Ordonnanzoffizier, das ist die einzig mögliche Weise Ihnen zu schreiben, da die Nationalgarde den Befehl erhalten hat, alle Individuen ausserhalb ihrer Quartiers zu durchsuchen. Seit gestern Abend hören Kanonen und Musketen nicht auf gegen die Barrikaden zu donnern, aber vergeblich. Man erwartet 50 Stück Artillerie, die diesen Abend von la Fère anlangen müssen, um den letzten Schlag zu versetzen. Unterdessen verlieren wir viele Leute, besonders Offiziere, auf die man sicher zielt. General Rènaud, seit gestern ernannt, ist gefallen; die Mobilgarde verrichtet Wunder der Tapferkeit, die Linientruppen und die Nationalgarde marschiren zusammen, die Pompiers, die Sapeurs kommen an mit Aexten und Hebeln; man cernirt das Faubourg du Temple und das Faubourg St. Antoine, worauf die Insurrektion sich einzuschränken scheint. Das Clos St. Lazare ist vollständig gesäubert, die Insurgenten sind verfolgt auf die Höhen des Montmartre, wo sie sich verschanzen wollen, die Artillerie und die Kavallerie schlagen sofort diese Richtung ein.
Alle Bürger sind in Folge der Befehle des Generals Cavaignac gezwungen, die Waffen zu ergrifen und ihren Dienst zu thun; man entwaffnet die, die bis zu diesem Tag nicht die Wache bezogen haben, ihre Häuser sind verschlossen und überwacht.
General Cavaignac kommt so eben an, er verspricht uns das Ende des Bürgerkriegs vor der Nacht, der Himmel gebe es, denn wir erliegen der Ermüdung, die Kavalleriepferde ermangeln der Lebensmittel, und was das Schlimmste ist, die Munitionen sind unzureichend. Drei Häuser, die denuncirt sind wegen Ertheilen von Signalen, werden visitirt, man findet Gewehre und Pulver, vier Männer werden arretirt, 15 oder 20 entwischen über die Dächer, in ihrer Flucht von den Nachbarn unterstüzt.
21/2 Uhr. Mehre Volksrepräsentanten durchlaufen die Boulevards. Auf dem Boulevard Montmartre hat man einen Mann arretirt, der sich für einen Volksrepräsentanten ausgab; er wurde auf die Mairie des zweiten Arrondissements geführt.
3 Uhr. Ein Volksrepräsentant, begleitet von einem Adjutanten, zeigt an, daß 200 Insurgenten so eben zu Gefangenen gemacht worden sind.
1200 Arbeiter von Rouen kommen so eben in Paris den Insurgenten zur Hülfe. Die Kanonen und die Protzkasten passiren beständig im Galop die Boulevards. Die Kanonade und die Füsillade finden statt auf 3 Punkten:
1. Auf den Barrièren Rochechonart und Poissonière gegen die fast uneinnehmbaren Barrikaden.
2. Auf dem Boulevard Beaumarchais, dem Faubourg Saint Antoine.
3. Auf den Höhen des Jardin des Plantes. Die Artillerie von Vincennes kam heute die Mobilgarde der Kaserne von Remilly im Faubourg St. Antoine befreien. Diesen Morgen wurden die Sapeurs-Pompiers requirirt, um Passagen im Faubourg Poissonnière zu zerstören. An der Barriere Poissonnière wurde ein kleines Haus in Brand gesteckt. Zahlreiche Gefangene werden jeden Augenblick nach den Tuilerien gebracht.
Nachschrift. Paris, 8 Uhr Abends. Der Kampf dauert fort. Die Insurrektion beherrscht noch zwei Quartiere.
‒ Alle Apotheken zwischen den Thoren Saint-Denis und Saint-Martin sind in Lazarethe verwandelt, und voll von Verwundeten und Todten.
Großbritannien.
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@typejArticle
@facs0133
[27] London, 25. Juni.
Seitdem die „National-Association of United Trades“, die Association der Vereinigten Gewerke, in England und Schottland gebildet worden: treten jährlich am Pfingstmontage ihre Deputirten zu einer Konferenz zusammen, in welcher das Vollziehungscomité Rechenschaft über seine letztjährige Verwaltung ablegt und worin dann alle zur gedeihlichen Wirksamkeit und Ausdehnung dieser mächtigen Association erforderlichen Maßregeln reörtert und beschlossen werden. Diesmal dauerten die Verhandlungen vom 12. bis 17. Juni incl. Das Centralcomité erhielt unter Anderm den Auftrag, auf Realisirung folgender Vorschläge hinzuwirken:
„Daß die Arbeitgeber, wo irgend ausführbar, dahin vermocht werden, für ihre Arbeiter gehörig lichte und gelüftete Werkstätten einzurichten, damit das Schwitzsystem und die Zwischenmeister aufhören und den zahlreichen Uebelständen vorgebeugt werde, die aus dem Arbeiten in Privatwohnungen entspringen.“
Sodann: „Regulirung der Arbeitsstunden in allen Gewerken, zu dem Zweck, die Beschäftigung unter den arbeitenden Klassen möglichst gleichmäßig zu vertheilen, so daß die Einen nicht überarbeitet werden, unterdeß Andere aus Mangel an Beschäftigung Hungers sterben.“
Ferner: „Verwendung der überschüssigen Arbeitskraft des Landes Seitens der Regierung zu nützlichen Arbeiten, wie Urbarmachung wüster Strecken, Verbesserung der Häfen, Vertiefen und Reguliren von Flüssen etc.“
Endlich: „Bestimmungen in gesundheitspolizeilicher Hinsicht von allgemeingiltigem und umfassenden Charakter“ und
„Ernennung eines Arbeitsministers, der diese und andere praktische Maßregeln zur Verbesserung der Lage der arbeitenden Klasse ausführen läßt und ihre Ausführung überwacht.“
Deutschland.
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@typejArticle
@facs0133
[27] Berlin, 25. Juni.
Der Polizeipräsident Minutoli erhielt in Folge seiner Abdankung eine Deputation Seitens einer Anzahl Bürger, die ihn zum Bleiben in seiner bisherigen Stellung zu vermögen suchte. Hr. Minutoli erklärte aber, „er könne nicht länger bleiben, weil es ihm nicht möglich sei, mit der Reaktion fertig zu werden.“ Einer zweiten zu demselben Zweck abgesandten Deputation soll er dieselbe abschlägige Antwort unter Anführung des nämlichen Grundes gegeben haben.
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@facs0133
[*] Berlin, 25. Juni.
In unserer letzten Stadtverordnetenversammlung kam unter Anderm das Gesuch eines gewissen Hennig zur Sprache, der Oberaufseher der Straßenreinigung zu werden verlangte. Als Grund, als wichtigen, höchst wichtigen Grund seiner Petition führt er an, daß er am 18. März mit einigen anderen Kameraden das Rathhaus besetzt und so vermieden hatte, daß aus demselben geschossen und geworfen werden konnte. Die Stadtverordneten nahmen zwar das Gesuch an und überwiesen es der betreffenden Kommission, jedoch mit dem ausdrücklichen Bemerken :
„Daß es ein Ruhm sei, am 18. März gekämpft zu haben, daß es deshalb als ein Verdienst des etc. Hennig durchaus nicht zu erachten, wenn er, seiner Angabe nach, den Kampf zu verhindern gesucht.“ Was doch schon ein Drittel neues Blut in diesen Stadtverordneten umgeändert hat; was würde erst die demokratische Erneuerung sämmtlicher drei Drittel für eine Umwandlung zu Stande bringen.
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@facs0133
[103] Berlin, 25. Juni.
Die Reaktion ist hier in voller Thätigkeit. Heute läßt sie über tausend Listen in der ganzen Stadt zirkuliren, welche auf der ersten Seite die gedruckte Erklärung enthalten und weitläufig auseinandersetzen, daß man die demokratischen Bestrebungen, die nur zur Republik führen sollen, verabscheue und sich daher mit Namensunterschrift zur erblichen konstitutionellen Monarchie mit dem geliebten Hause Hohenzollern bekenne. Jeder der die Unterschrift verweigert, soll als Republikaner angesehen werden und ein reaktionärer Hauptmann einer Kompagnie Bürgerwehr will sogar alle diejenigen, die sich demnach als Republikaner zu erkennen geben, zum Austritt aus der Bürgerwehr und zur Rückgabe des Gewehrs zwingen.
Das alte Ministerium wollte den Mitgliedern des demokratischen Centralcomité's, welches hier seinen Sitz haben soll, den Aufenthalt verweigern. Wie wird das zu erwartende neue Ministerium nun diese Sache beurtheilen? Soll sich die Ausweisung Itzsteins und Heckers erneuern?
Der Magistrat von Berlin ist mit dem demokratischen Klub in einen Krieg verwickelt, der an allen Straßenecken durch beiderseitige Plakate ausgefochten wird. Der demokratische Klub hatte sich der brodlosen Arbeiter angenommen, nachdem sie lange beim Magistrat und Minister um Unterstützung gebettelt und um sie vor dem wüthendsten Hunger zu schützen, ernannte der Klub eine Kommission, welche in allen Bezirken Sammlungen zu diesem Zweck veranstaltete, dafür Brod und Speck für mehr als Tausend Hungernde anschaffte und sie seit Anfang dieses Monats damit unterhielt. Der Magistrat scheint von der Reaktion darauf aufmerksam gemacht worden zu sein, daß der Klub durch die Brodvertheilung einen zu großen Einfluß erlange und der Magistrat läßt deshalb bekannt machen, daß dergleichen Sammlungen ungesetzlich seien, daß sich jeder Brodlose an den Armenvorsteher seines Bezirks zu wenden habe und in einem anderm Plakat verdächtigt er den demokratischen Klub noch auf eine ganz gemeine Art. Der Klub setzt die ganze Geschichte heute in einem neuen Plakat auseinander und klagt den Magistrat vor dem Richterstuhl der öffentlichen Meinung an.
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@facs0133
[122] Breslau, 23. Juni.
„Die Sachlage nähert die andre Seite der unsrigen durch die gemeinsame gleiche Noth. Ein fast einmüthiger Beschluß beider Seiten setzte fest, daß wir, wenn wir nicht bis zum nächsten Montage eingeladen werden, Montags 12 Uhr aus eigenem Berufe zusammentreten und handeln werden.“
Dieser Brief eines Deputirten ist vom 22. d. datirt, enthält aber die neue Ministerliste nicht, da diese erst um 10 Uhr bekannt wurde. Wahrscheinlich hat die Regierung diesen Plan erfahren und nun, um ihm vorzubeugen, schnell ein Ministerium gebildet, das durch heterogene Charaktere sich auszeichnet.
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@facs0133
[122] Breslau, 24. Juni.
Der demokratische Verein in Breslau war schon früher wegen Majestätsbeleidigung angeklagt. Der Grund hierzu lag für die Behörden in den Plakaten: An die Bauern, an die Soldaten und an die bewaffneten Bürger Breslaus. Um die Verfasser dieser Plakate zu erfahren, war der ganze Vorstand verhört worden; da jedoch dieses Verfahren sich als unzulänglich auswies, indem man keinen als Verfasser nennen konnte, da der ganze Verein dieselben berathen hatte, so wurde der bisherige Präsident, Stadtrath Becker, der Majestätsbeleidigung angeklagt.
Man fragt unwillkürlich, kann jetzt gegen den König ein Majestätsverbrechen noch begangen werden? Liegt die Majestät im Könige oder im Volke?
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@facs0133
[*] Frankfurt, 24. Juni.
(Schluß der Sitzung). Gagern sprach für die Uebertragung der Centralgewalt an einen einzigen, von der Nationalversammlung aus den höchsten Sphären der Gesellschaft zu Wählenden; Auflösung des Bundestages, Einführung eines Staatenhauses. Nachdem hierauf Dahlmann als Ausschußreferent das Wort genommen, wurde beschlossen, alle zu den verschiedenen Anträgen vorzuschlagenden Modifikationen behufs der Nbstimmung, welche Montag Statt finden soll, in ein Programm zusammen zu fassen.
Sitzung vom 26. Juni.
‒ Die Abg. Zitz, Blum und Genossen, M. Mohl, Schoder und Genossen haben ihre Anträge vereinigt. Dagegen bringen Bassermann und Auerswald ein neues Amendement, wonach die provisorische Centralgewalt einem nicht regierenden Mitgliede eines deutschen Regentenhauses als Reichsverweser übertragen und derselbe von der Nationalversammlung im Vertrauen auf die Zustimmung der deutschen Regierungen gewählt werden soll. Ein Unteramendement von Heckscher geht bloß dahin: der Reichsverweiser wird von der Nationalversammlung im Vertrauen auf die Zustimmung der deutschen Regierungen gewählt.
Ein drittes Amendement von Heckscher und von Rotenhan bezweckt, daß die provisarische Centralgewalt alsbald der Nationalversammlung geeignete Vorlagen über Auflösung des Bundestages und die dadurch nöthig werdenden organischen Einrichtungen mache. Die Zulässigkeit dieser Anträge zur Abstimmung nach bereits vorgestern entschiedenem Schluß der Debatte rief von der linken Seite lebhaften Widerspruch und eine mehrstündige Debatte hervor. Nachdem schon im Verlauf derselben der Abg. Bassermann von seinem Amendement zurückgetreten war, verzichtete zuletzt auch Abg. v. Auerswald auf dasselbe, dieser jedoch nur unter der Voraussetzung, daß auch die übrigen Amendement zurückgenommen würden. Da Heckscher sich erst mit seinen Freunden zu verständigen wünscht, so ist die Sitzung bis 5 Uhr ausgesetzt worden.
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@facs0133
[27] Wien, 21. Juni.
Zuerst wollte der Kaiser selbst hieher zurückkehren und den Reichstag eröffnen. Die insbrucker Szeen verwandelt sich und sein „treuer und geliebter Bruder“ Erzherzog Franz Karl wird zum alter ego, zum Stellvertreter des Kaisers nach Wien beordert. Dritte Verwandlung auf dem Theater zu Innsbruck: der theure Bruder muß da bleiben, der Kaiser kann sich von ihm nicht trennen; er braucht ihn vor seinem Krankenbette, während der gute Ferdinand jetzt nicht gesünder und nicht kränker ist, als ers seit Jahren gewesen. Statt des theuren Bruders wird nun der geliebte Oheim Erzherzog Johann für uns bestimmt. Den Wienern ist bereits der Kaiser, sein „geliebter“ Bruder, wie sein „theurer“ Oheim gleichgültig geworden. Aus Brünn erfahren wir, daß es dort zu einem blutigen Konflikt gekommen. Die Arbeitermasse war dort seit längerer Zeit in großer Aufregung, weil zum großen Theil ohne Arbeit. Ansammlungen von bedeutenden Haufen fanden täglich statt. Endlich schritt das Militär ein, namentlich hieb die Kavallerie scharf ein; viele Verwundungen sind vorgefallen und die Erbitterung der Arbeiter vermehrt worden.
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@facs0133
[*] Wien, 22. Juni.
Die „Wiener Zeitung“ enthält in ihrem amtlichen Theile provisorische Bestimmungen zur Deckung des Bedarfs der nothwendigen Staatsausgaben und Eröffnung neuer Quellen des Einkommens. Danach soll eine außerordentliche Abgabe entrichtet werden: von den Besoldungen und Personalzulagen landesfürstlicher Civil- oder Militär- und städtischer Beamten; von den Pensionen, Quieszenz-Gehalten, Gnadengaben etc. der Civil- oder Militärbeamten, pensionirten Offiziere, Wittwen oder andern Angehörigen der Beamten oder Offiziere; von dem reinen Einkommen in- und ausländischer Pfründen, Klostergemeinden und geistlichen Orden; bloß Beamte, Pensionisten, Pfründner und Klostergemeinden, deren Gesammtgenuß jährlich nicht 1000 Fl. erreicht, sind frei davon. Die Abgabe ist zweierlei: 5 Prozent von jedem jährlichen Einkommen zwischen 1000 bis 3000 Fl. und 10 Prozent von jedem höheren Jahresgenuß. Die Diäten der Beamten in den 9 ersten Klassen werden um 1/4 verringert. Die 10., 11. und 12. Diätenklasse bleiben davon unberührt. Eine höhere Jahrespension als 8000 Fl. darf überhaupt nicht mehr ausgezahlt werden. Diese Bestimmungen treten mit dem 1. Juli a. c. in Kraft. ‒ Das Kriegsministerium erklärt, daß es die von vielen Seiten aufgestellten Forderungen einer schleunigen Verstärkung der in Italien kämpfenden Armee aus verschiedenen Gründen nicht erfüllen könne; unter diesen sei namentlich der hervorzuheben, daß nach den Beschlüssen des ungarischen Reichstages, die sämmtlichen Truppen in Ungarn, Siebenbürgen und allen die Militärgränze umfassenden Nebenländern nicht mehr beliebig von Wien aus verwandt werden können; daß ferner in Gallizien eine große Heeresmacht nicht zu entbehren sei; daß die Ereignisse in Böhmen ein gleiches erfordern. Trotz dem würde aber das Heer in Italien doch verstärkt werden; die Vorbereitungen dazu seien im vollen Gange.
[0134]
Italien.
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@facs0134
Edition: [Friedrich Engels: Italien. 28. Juni 1848. In: MEGA2 I/7. S. 205.]
[*] Genua, 19. Juni.
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@facs0134
Edition: [Friedrich Engels: Italien. 28. Juni 1848. In: MEGA2 I/7. S. 205.]
[*] Turin, 19. Juni.
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@facs0134
Edition: [Friedrich Engels: Italien. 28. Juni 1848. In: MEGA2 I/7. S. 205.]
[*]
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@facs0134
Edition: [Friedrich Engels: Italien. 28. Juni 1848. In: MEGA2 I/7. S. 205.]
[*] Neapel, 14. Juni.
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@facs0134
Edition: [Friedrich Engels: Italien. 28. Juni 1848. In: MEGA2 I/7. S. 205.]
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Amerika.
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@facs0134
Neuere Nachrichten aus New-York 10. Juni melden, daß man am 9. Juni in Philadelphia zur Wahl eines Präsidenten und eines Vice-Präsidenten schritt. Der General Taylor hatte eine große Majorität für die Präsidentschaft. Milliard Fillmore wurde zum Vice-Präsidenten ewählt. General Taylor ist sehr beliebt und es ist kein Zweifel mehr, daß er auch an andern Orten mit Erfolg als Kandidat auftreten wird.
Die Nachricht der Ratifizirung des Vertrags von Seiten des mexikanischen Kongresses verursachte große Freude. Es scheint, daß außer einer sehr bedeutenden Entschädigung, auch ein großes Stück des mexikanischen Gebietes den Vereinigten Staaten abgetreten werden wird.
Handels-Nachrichten.
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@facs0134
Civilstand der Stadt Köln.
Geburten.
23. Juni. Adolph, S. v. Johann Häuser, Taglöhner, Ortmannsg.
24. Juni. Math., S. v. Anton Töller, Taglöhner, Weideng. ‒ Anna Marg., T. v. Joh. Gerh. Zündorf, Gerißhändler, gr. Griechenm. ‒ Agnes, T. v. Christ. Jos. Froitzheim, Tischler, Maximinstr. ‒ Alex. Maria Anton, S. v. Ant. Joseph Clemens, Tischler, Mauritiussteinweg. ‒ Ida, T. v. Dr. Abraham Gompertz, Arzt, Kreuzg. ‒ Joh. Kath., T. v. Johann Grimm, Weinwirth, Martinstr. ‒ Johanna Kath., T. v. Joh. Hub. Broich, Kutscher, Weißbütteng. ‒ Anna Marg., T v. Christ. Schmitz, Klempner, Mühlenbach. ‒ Ein unehelicher Knabe und ein uneheliches Mädchen.
Sterbefälle.
24. Juni, Joh. Heinr. Brinckmann, Orgelb., 58 J. alt, Wwer, Weberstr. ‒ Joh. Konr. Friedr. Michaelsen, Gürtlerm., 48 J. alt, verh., vor St. Martin. ‒ Karolina Schmitz, geb. Bachem, 37 J. alt, alten Ufer. ‒ Elis. Merlo, 11 M. alt, Klingelpütz. ‒ Eduard Thelen, 7 Mt. alt, Hahnenstr. ‒
Heirathen.
23. Juni. Wilh. Jos Steffens, Uhrm., und Sib. Müller, beide von hier
24. Juni. Heinr. Meyer, Zuckerarb. von Warbeyen und Marg. Pütz von Gladbach. ‒ Arnold Zündorf, Schneider, von Menzlingen und Anna Kath. Schlagenhauf von Heidelberg. ‒ Joh. Heinr. Röseled, Schuster, u. Barbara Scherr, beide von hier.
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Schiffahrts-Anzeige. Köln, 27. Juni 1848.
In Ladung: Nach Ruhrort bis Emmerich Joh. Linkewitz; nach Düsseldorf bis Mühlheim an der Ruhr L. Ducoffre; nach Andernach und Neuwied M. Wiebel; nach Koblenz und der Mosel und Saar Joseph Zeiler; nach der Mosel, nach Trier und der Saar M. J. Deis; nach Bingen Wb. Jonas; nach Mainz I. Hirschmann; nach dem Niedermain Ph. Würges; nach dem Mittel- und Obermain Seb. Seelig; nach Heilbronn Fr. Kühnle; nach Kannstadt und Stuttgart Peter Kühnle; nach Worms und Mannheim J. B X. Sommer; nach Antwerpen M. Lamers.
Ferner: Nach Rotterdam Kapt. Jurrius, Köln Nr. 18.
Ferner: Nach Amsterdam Kapt. Schüller, Köln Nr. 30.
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Wasserstand.
Köln, am 27. Juni. Rheinhöhe 9′ 4″.
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Es können einige Knaben zur Erziehung und Ausbildung in mein Haus aufgenommen werden, und würde ich denselben bei einer liebevollen Behandlung, einen gründlichen Unterricht in den Elementargegenständen, so wie auf Verlangen im Zeichnen, Französischen und in der Musik, gegen billiges Honorar ertheilen. Besonders würde schwächlichen Kindern die hiesige gesunde Landluft sehr zu empfehlen sein.
Urdenbach bei Benrath.
C. A. Encke, Lehrer.
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Ein Mädchen von guter Familie, in allen häuslichen so wie Handarbeiten angeführt, sucht in einem soliden Hause eine Stelle, wo sie der Hausfrau als Stütze dienen kann, oder auch in einem Laden. Dieselbe sieht mehr auf gute Behandlung, als auf großes Salair. Gef. Offerten unter J. C. besorgt die Expedition d. Blattes.
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Eine Lebensfrage Deutschlands.
Es droht sehr vielen und sehr wichtigen Gewerben aller deutschen Bürger binnen Kurzem ein vernichtender Schlag! Diesen abzuwenden soll am 28. ds., Abends 8 Uhr, im Saale des Herrn Harff auf'm Domhofe eine Berathung stattfinden, wozu der Handelsstand und alle Gewerbe hiermit eingeladen werden. Säume man nicht, dem Unheil zuvorzukommen, ehe es „zu spät“ werden dürfte!
Mehrere Handel- und Gewerbetreibende.
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Die „Freien Volksblätter“, Früchte der Revolution, erfreuen sich seit ihrem Bestehen der größten Theilnahme. In ihrer Haltung suchen sie von dem Standpunkte der Volkssouverainität aus, die Errungenschaften des Volkes zu wahren, und der Republik den Weg anzubahnen. ‒ Tüchtige Männer sind für das Unternehmen gewonnen und haben bereits Heinzen, Zitz, Heß, Freiligrath, Anneke u. m. a. ihre Mitwirkung zugesagt. ‒ Den Freunden der Volkssache werden diese Blätter angelegentlichst empfohlen.
Dieselben erscheinen wöchentlich drei Mal in Folio-Format und ist der Vierteljahrspreis zum Zwecke größtmöglichster Ausbreitung der eben ausgesprochenen Grundsätze auf nur 15 Sgr. für Köln und Mülheim am Rhein, auswärts durch die Postanstalten des Staates bezogen, auf 20 Sgr. festgesetzt.
Anzeigen werden zu 1 Sgr. die Zeile aufgenommen, und eignen sich die Blätter ihrer schon bedeutenden Verbreitung wegen ganz besonders dazu.
Bestellungen für das mit dem 1. Juli beginnende Quartal beliebe man baldigst zu machen.
Köln und Mülheim am Rh, Juni 1848.
Der Herausgeber:
Bernh. Dietz.
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Dampfschifffahrt zwischen Bremen und New-York.
Einer von der Direktion in New-York abgeänderten Bestimmung zufolge, wird das nächste Dampfschiff, der HERMANN, Kapt. Crabtree, erst im Laufe des Monats Juli von hier nach New-York abgehen.
C. A. Heineken & Comp.
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@facs0134
Dampfschifffahrt zwischen Bremen und den Nordseebädern Wangeroog und Norderney, durch das Bremer eiserne Dampfschiff „TELEGRAPH“, Kapt. D. de Harde.
Dasselbe fährt, mit allen zur Bequemlichkeit der Passagiere abzweckenden Erfordernissen ausgerüstet, während der diesjährigen Saison nach obigen Bade-Inseln in folgender Ordnung von Bremen ab:
Sonnabend,Juli1.
Mittwoch,Juli5.
Montag,Juli10.
Sonnabend,Juli15.
Donnerstag,Juli20.
Montag,Juli24.
Sonnabend,Juli29.
Donnerstag,Juli3.
Dienstag,Aug.8.
Sonntag,Aug.13.
Freitag,Aug.18.
Mittwoch,Aug.23.
Montag,Aug.28.
Sonnabend,Sept.2.
Freitag,Sept.8.
Mittwoch,Sept.13.
Die Abreise von Bremen findet größtentheils in den frühesten Morgenstunden statt, und wird seiner Zeit durch die hiesigen öffentlichen Blätter näher bezeichnet werden, so wie auch die Abfahrt von Norderney, welche gewöhnlich den Tag nach der Ankunft erfolgt. Sollte aber der niedrige Wasserstand es nicht gestatten, daß die Abfahrt direkt von Bremen geschieht, so wird von Seiten der Direktion dafür gesorgt werden, daß die Passagiere und deren Effekten bis Vegesack Beförderung finden, woselbst alsdann der Telegraph sie aufnimmt und bei eintretender Fluth ihrer Bestimmung zuführt.
So lange die Saison zu Wangeroog dauert, wird das Schiff daselbst, auf der Hinreise sowohl, wie auf der Rückreise von Norderney, anlaufen.
Bei den verschiedenen Weser-Stationen legt das Schiff nur dann an, wenn sich durch Signale Passagiere zur Mitfahrt melden.
Weitere Nachricht ertheilt
H. Aug. Heineken, Schiffsmakler.
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Das erste matinée musicale von Jakob Offenbach findet statt Sonntag den 2. Juli, Vormittags 11 Uhr, im gelben Casino-Saale. Das Abonnement der zwei matinées ist Ein Thlr. per Person. Man abonnirt bei Herrn M. Falk, Schildergasse 23.
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Seit dem 1. Juni erscheint in der Vereins-Buchdruckerei zu Berlin und ist durch alle Buchhandlungen und Postämter zu beziehen:
Das Volk.
Organ des Central-Comités für Arbeiter.
Eine sozial-politische Zeitschrift
Herausgegeben von Schriftsetzer Born.
Wöchentlich dreimal.
Vierteljahrspreis 183/4 Sgr.
Zu recht zahlreichen Abonnements für das beginnende Quartal laden wir hiermit ein. Die Zeitschrift behandelt außer den Interessen der Arbeiter auch die politischen Tagesangelegenheiten vom reindemokratischen Standpunkte. Einige Exemplare des Monats Juni können ebenfalls noch bezogen werden und zwar zu dem Preise von 63/3 Sgr.
Die Berliner Vereins-Buchdruckerei.
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Zu vermiethen oder zu verkaufen:
Ein zu Mehlem am Rheine; Königswinter gegenüber gelegenes, vor einigen Jahren neu erbautes Wohnhaus nebst Oekonomiegebäuden und einem anschießenden circa 1/2 Morgen großen Garten.
Das Haus enthält 2 Keller, im Erdgeschosse 5 Zimmer und Küche, auf der ersten Etage 1 Salon und 7 Zimmer, einen sehr geräumigen Speicher nebst Speicherzimmer, befindet sich im solidesten Zustande und ist gleich zu beziehen.
Dasselbe ist seiner reizenden Umgebung wegen mit der herrlichsten Aussicht auf das gegenüberliegende Siebengebirge und den Rhein entlang zum angenehmsten Sommeraufenthalte, so wie auch vermöge seiner ansehnlichen Räume und sehr günstigen Lage zu jedem kaufmännischen und gewerblichen Geschäftsbetriebe geeignet.
Näheres zu erfragen in dem Nebenhause bei Gastwirth Herrn Reinartz und E. Oettershagen in Köln, Neumarkt Nro. 7.
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@facs0134
Meine RESTAURATION auf dem sogenannten Knabengarten, ganz in der Nähe des Bahnhofes zu Bonn (Lokal des Dioramas) empfehle ich einem geehrten Publikum bestens. Gleichzeitig, um etwaigen Irrthümern vorzubeugen, verfehle ich nicht in Erinnerung zu bringen, daß unsre seit langen Jahren bestehende Gastwirtschaft „zum alten Keller“ am Rheinthor, wie bisher unverändert fortgeführt wird.
Bonn am 1. Juni 1848.
Joh. Gebh. Behr.
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English newspapers in Brussels,
The Brussels Herald, established in 1827 is the only English newspaper in Belgium. It is published every Saturday. Price per quarter 5 francs, exclusive of postage out of Belgium. The Brussels Herald is an excellent medium for all advertisements addressed to English residents on the continent and English travellers. Office: ‒ 13 Rue des Boiteux, Brussels.
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Der Gerant, Korff.
Druck von W. Clouth, St. Agatha Nro. 12.