[0187]
Neue Rheinische Zeitung.
Organ der Demokratie.
No. 38. Köln, Samstag 8. Juli 1848.
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Uebersicht.
Deutschland. Köln. (Gerichtliche Untersuchung gegen die „Neue Rh. Zeitung“ ‒ Jansen. ‒ Die preußische Pacificirung und Reorganisation Posens). Koblenz. (Adams und Schlinke.) Berlin. (Die Reichsverwesung. Gründe von Robbertus Austritt. Protest der Linken. Petition der Wahlmänner Berlins für das Einkammersystem. Verhaftungen. Hansemann und das Geschwornengericht. Gesetzentwurf über Geschworne. Der Minister des Auswärtigen). Breslau. (Blutige Schlägerei zwischen Civil und Militär). Hamburg. (Angeblicher Waffenstillstand zwischen Deutschen und Dänen. Weiteres über den Waffenstillstand). Rendsburg. (Dänische Aktenstücke).
Dänemark. Kopenhagen. („Fädrelandet“ in Betreff der russischen Hülfe.
Polen. Krakau. (Verwundung eines Unteroffiziers. ‒ Graf Schlick).
Ungarn. Kansmark. (Die Kriegshaufen der Kroaten und Serbier). Temeswar. (Koalition zwischen Hrabowski und der Insurgentenpartei).
Donaufürstenthümer. Bukarest. (Attentat gegen den Hospodar).
Belgien. Brüssel. (Die Statue Gottfried's von Bouillon. ‒ Verhaftung Deleau's.
Italien. Turin. (Kammerverhandlung. ‒ Die Union von der Kammer ausgesprochen. ‒ Der Antrag der Minister verworfen). Mailand. (Telegraphenlinie).
Frankreich. Paris. (Chateaubriand †. ‒ Das Gerücht von vergifteten Liqueuren offiziell widerlegt. ‒ Frau v. Girardin).
Großbritannien. London. (Die Times über die Kolonien. ‒ Die edlen Metalle strömen nach England. ‒ Unterhaus). Dublin. (Gerichtliche Verfolgungen.)
Westindien. (Dekret gegen die Neger auf Porto Rico).
Deutschland.
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Edition: [Karl Marx: Gerichtliche Untersuchung gegen die Neue Rheinische Zeitung. In: MEGA2 I/7. S. 280.]
[*] Köln, 7. Juli.
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[*] Köln, 7. Juni.
Wir werden gebeten folgenden Bericht des Hrn. J. H. J. Jansen von hier über seine Verhaftung aufzunehmen:
„Am 6. Juli Morgens gegen halb 6 Uhr wurde an meiner Wohnung ungewöhnlich stark und wiederholt geklingelt. Meine Schwester, die der Ankunft des Pfarrgeistlichen entgegen sah, der unserer todtkranken Mutter die Sterbesakramente reichen sollte, öffnete die Thüre, und fand sechs Gensdarmen und einen Polizeidiener. Die Herren frugen ob ihre beiden Brüder zu Hause wären und verfügten sich sofort die Treppe hinauf. Sie fanden mich dort und frugen: ob der Sekretär des Arbeitervereins, Jansen, und sein Bruder nicht anwesend seien. Meine beiden Brüder waren abwesend; Jansen der Sekretär war nicht zu Hause, und der andre war schon seit mehreren Wochen nach Amerika ausgewandert. Der eine Gensdarm hatte zwei Vorführungsbefehle in der Hand von denen der Eine auf „Jansen, Bruder des Sekretärs Jansen“ lautete. Er erklärte mir: da ich ein Bruder des Sekretärs Jansen sei, so müsse ich folgen. Der Polizeidiener setzte hinzu, er sei überzeugt ich sei nicht der rechte Bruder, aber auf den Wortlaut des Vorführungsbefehls hin müsse ich mitgehen. Ich protestirte, mußte aber folgen. Ich nahm also Abschied von meiner sterbenden Mutter, (die es dulden mußte, daß die Herren Gensdarmen in ihr Krankenzimmer traten und jeden Winkel durchstöberten) und bestieg mit vier Gensdarmen und dem Polizeidiener die unten wartende Droschke. Wir fuhren zuerst zum Appellhof, wo man vergeblich nach dem Instruktionsrichter suchte, und von da nach dem Arresthause. Ich wurde hier, nebst dem Vorführungsbefehl, dem Inspektor übergaben, und zwar mit dem Bemerken: ich sei zwar nicht der Rechte, aber doch ein Bruder des Sekretärs Jansen. Nachdem ich die Frage, ob ich mich selbst verpflegen wolle, verneint, meine Brieftasche, Börse etc. dem Aufseher übergeben hatte, wurde ich in die Inquisitionszelle Nr. 13 eingeschlossen. Gegen 8 Uhr wurde mir braune Suppe und Schwarzbrod angeboten, was ich indeß nicht annahm. Darauf wurde ich vor den Rendanten des Instituts geführt, über die Richtigkeit der ihm vom Aufseher übergebenen Geldsumme, sowie über Namen, Stand etc. befragt und am preußischen Maßbaume gemessen. Ich protestirte gegen meine Verhaftung, jedoch umsonst. Kurz vor zehn Uhr kam der Aufseher, der mich sehr freundlich behandelte, in meine Zelle, brachte ein Bündelchen verkringelte Baumwolle und bemert: Wenn ich etwa Langeweile verspüren sollte, so würde mich das Auseinanderzupfen des Knäuels etwas zerstreuen. Ich erklärte, ich habe dem Hause noch keine Kosten verursacht und fühle mich daher nicht verpflichtet, für seine Rechnung zu arbeiten.
„Inzwischen hatten mehrere meiner Freunde bei dem Herrn Staatsprokurator H. gegen meine Verhaftung protestirt. Dieser fertigte, mit der Erklärung, es sei ihm bereits zu Ohren gekommen, daß bei der Arrestation ein Mißgriff geschehen, den Befehl zu meiner Freilassung aus und so wurde ich um zehn Uhr wieder befreit.“
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[19]Köln, 7. Juli.
Wir haben die neue Theilung Polens, den fanatischen Vertilgungskrieg einer mit trödelwüthigen Juden verbundenen christlich-germanischen Raçe gegen die Polen, vom ersten Beginn als den Kampf des Absolutismus und Bureaukratismus gegen die Demokratie bezeichnet. Die Herrschgelüste der in Polen eingewanderten und polypenartig an dem Herzen des Landes festgesessenen deutschen Bevölkerung haben uns eben so wenig wie die Verdächtigungen über den angeblichen Nationalhaß der Polen gegen die Deutschen rühren können; es wird auch den Lesern noch in frischer Erinnerung stehen, wie die nicht minder mit „Vergiftung der Brunnen“ und „Ermordung aller Juden und Deutschen“ denunzirte Insurrektion von 1846 trotz aller Bemühungen deutscher Patrioten, in dem Berliner Polenprozeß die Sympathien aller Völker erweckte. Einen neuen Beweis für die Richtigkeit unserer ersten Beurtheilung erhalten wir soeben in einer als Manuskript gedruckten, mit authentischen Aktenstücken belegten polnischen Denkschrift der Herren Brodowski, Kraszewski und Potworowski, und es wird unsern Lesern nicht unwillkommen sein, wenn wir ihnen hiernach in kurzen Umrissen eine Schilderung des ganzen preußischen Reorganisations-Liebeswerkes nachtragen.
Das Drama der neuen polnischen Theilung hat bisher in drei Akten gespielt. Der erste umfaßte den Zeitraum vom Beginn der nationalen Bewegung bis zu der Konvention des General Willisen bei Jaroslawiec; der zweite ging bis zum Bruch der Konvention durch den Angriff der preußischen Soldateska auf die Stadt Xiax; der dritte enthielt den Durchbruch der wahren preußischen Pacifikationsideen mit Kartätschen, Shrapnells und Höllenstein, die Herrschaft des durch Pfuel proklamirten Martialgesetzes. Die Zukunft wird lehren, ob und unter welcher Beihülfe die Verrathenen in einem vierten und letzten Akt den Knoten der Intrigue zerhauen werden.
Die nationale Bewegung war zunächst Ergebniß der französischen Februarrevolution. „Die Polen, sagt die Denkschrift, hatten nie die Hoffnung auf Herstellung ihres Vaterlandes aufgegeben; aber sie glaubten jetzt um so mehr ihre Befreiung hoffen zu dürfen, als alle Völker, die ihre eignen Ketten brachen, die Herstellung Polens als einen Akt der Gerechtigkeit und als Bedingung des europäischen Friedens forderten.“ Das Signal, für ihre Selbstständigkeit in die Schranken zu treten, gab ihnen das Patent des preußischen Königs vom 17. März, wonach alle Provinzen des preußischen Staates, welche noch nicht zum deutschen Bunde gehörten, unter Einwilligung ihrer „Vertreter“ demselben einverleibt werden sollten.
Am 20. März versammelte sich unter dem erregenden Eindruck der damaligen Begebenheiten, ohne Aufforderung und ohne Führer, das Volk in zahllosen Schaaren zu Posen. „Wahrung der nationalen Rechte!“ war der allgemeine Ruf der Massen.
Es wäre nicht zu verwundern gewesen, wenn die seit 70 Jahren unterdrückte und stets für ihre Freiheit insurgirte Nation in diesem Moment einer allgemeinen europäischen Revolution, wo das Großherzogthum noch dazu eine sehr geringe Besatzung hatte und den Behörden alle Oberleitung fehlte, mit bewaffneter Hand die Unterdrücker ihrer Selbstständigkeit überfallen hätten. Daß sie es nicht thaten, daß sie sich mit ihren natürlichen Gegnern zu „vereinbaren“ suchten, zeugt nicht so sehr für oder gegen jede Absicht der Feindseligkeit wider die Deutschen, es zeugt dafür, daß die Polen von dem deutschen „Vertrauensregime“ bereits germanisirt, daß sie deutsch geworden waren. Es bedurfte erst der Liebeswerkzeuge der Generale Colomb und Pfuel (von Höllenstein), um ihr Nationalgefühl wieder zu erwecken.
Das Ergebniß der Posener Volksversammlung war ein durch Akklamation gewähltes Volkscomité, welches zunächst mit Vorwissen des Oberpräsidenten eine Deputation an den König sandte, um von ihm eine nationale Reorganisation des „Großherzogthums“ zu erwirken, ‒ dann aber auch durch Errichtung von Kreiscomités und einer aus beiden Nationalitäten gebildeten Bürgerwehr Ruhe und Frieden zu erhalten suchte.
Die Deputation, den Erzbischof von Gnesen und Posen an der Spitze, begab sich nach Berlin, wo sie die bekannte Kabinetsordre vom 24. März, in welcher der König eine nationale Reorganisation „anzubahnen“ verhieß, und ein Ministerial-Rescript v. 26. erlangte, welches die Bildung einer aus Polen bestehenden Reorganisations-Kommission gestattete. Das Volkscomité that bei der Konstituirung dieser Kommission, um jedem Verdacht der Deutschen über Gefährdung ihrer Nationalinteressen zu begegnen, mehr als das Ministerial-Rescript ihnen auferlegte; es zog zu den Berathungen über den Reorganisations-Entwurf, in welchem beiläufig den Deutschen der Gebrauch ihrer Muttersprache bei allen öffentlichen Verhandlungen zugesichert war, zwei deutsche Beamte (Oberbürgermeister Naumann und Landgerichtsrath Bey), und delegirte einen Ausschuß der Kommission, welcher unter dem Vorsitze des Oberpräsidenten die vorläufigen Maßregeln der Reorganisation in Vorschlag bringen sollte. Proklamationen des Comité's sowohl an die Polen wie an die Deutschen und Juden verkündeten die gerechte Berücksichtigung der verschiedenen Nationalitäten, und forderten zu einträchtigem Wirken bei dem gemeinsamen Werk auf.
Es herrschte bis dahin vollkommene Einigkeit unter allen Theilen der Bevölkerung. Das deutsche Comité in Posen antwortete den Proklamationen des Nationalcomité's öffentlich mit der Versicherung der Sympathie und treuer Mitwirkung der deutschen Einwohner, und nahm die polnischen Farben neben den deutschen an. Die Regierungsbehörden hatten die Wirksamkeit des Nationalcomité's anerkannt, und u. A. der Gensdarmerie-Oberst Natzmer der öffentlichen Gewalt den Befehl ertheilt, stets im Einverständniß mit dem Comité zu handeln.
Diese Lage der Dinge änderte sich bald durch die Agitation jener merkwürdigen Raçe, die sich überall als der Haupthebel der Reaktion bewährt.
„Die Bureaukratie, unzufrieden mit den Folgen der am 18. und 19. März zu Berlin stattgefundenen Ereignisse, welche der Beamtenherrschaft ein Ende zu machen drohten, trat gegen die ver-
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Russisches Militär.
Aus einem im Jahre 1844 in London erschienenen Werke: „Enthüllungen über Rußland und den Kaiser Nikolas“ theilen wir folgende Stellen in Betreff des russischen Militärs mit:
Ein Gouvernement, sagt der Verfasser, das ohne weiteres eine Million bewaffneter Männer ins Feld stellen kann, ist wohl geeignet uns in etwa zu beunruhigen. Glücklicherweise sind indeß die russischen Armeen nicht mehr das, was sie früher waren. Ihr ganzer Erfolg bestand seiner Zeit in dem Heroismus der Infanterie, die jetzt nicht mehr von jenem fanatischen Vertrauen in die Heiligkeit ihrer Sache und von jenem blinden Fatalismus erfüllt ist, der früher eine edlere Begeisterung bei ihr ersetzte. Der Geist Souvarow's ist allmälig aus dem Heere verschwunden. Seine letzten Funken leuchteten in der Schlacht bei Borodino, wo man die noch in ihre grauen Bauernkittel gekleideten Rekruten den Bajonnetten trotzen und ruhig dem Tode ihres ersten und letzten Schlachtfeldes entgegengehen sah.
Die russischen Bauern, die, wenn sie einmal disziplinirt sind, eine der besten europäischen Infanterieen bilden, gehören nichtsdestoweniger zu einer der ruhigsten und anscheinend am allerwenigsten zu einer kriegerischen Laufbahn geeigneten Menschenklasse. Furchtsam und schwach wie sie sind, können sie weder lange Märsche noch große Kampagnen aushalten. Das einzige, wodurch sie sich auszeichnen, ist der Gehorsam. Die Knechtschaft lehrte ihnen gehorchen, ohne zu murren.
Ein russisches Regiment, das lange Märsche machen soll, legt nicht mehr als täglich 25 Verste, oder 162/3 englische Meilen zuruck, wenn es zwei Tage marschirt und sich den dritten Tag ausruht. Ist die Entfernung größer, so läßt es eine Menge Leute unterwegs. Immer sieht man indeß diese Truppen Hunger, Krankheiten und den Verlust aus ihren Reihen ohne eine Klage erdulden.
Gelangt der russische Soldat, nachdem er alle Schwierigkeiten des Marsches überwunden hat, in die Nähe des Feindes, da bleibt er voll Angst und Beben an dem Orte, den ihm die Disziplin anwies; anders wie die Offiziere, die sich nicht selten aus Mangel an allem Ehrgefühl, hinter der Fronte vor dem Feuer verbergen.
Man möchte daran zweifeln, daß eine aus so verschiedenen Elementen zusammengesetzte Armee von Wirkung sein könnte. ‒ Eine Infanterie indeß, welche mit ihrer Gelassenheit zugleich auch ihre Ordnung behauptet, welche bei dem Angriff des Feindes ruhig ihr Feuer fortsetzt und zitternd zwar und voller Schrecken, dennoch nicht vom Flecke weicht, ist nichtsdestoweniger bei dem jetzigen Zustand europäischer Armeen von entschiedenem Nutzen.
Wenn der gemeine russische Soldat aus irgend einem Motive seine Pflicht thut, so ist es ganz anders mit den Offizieren, namentlich in den untern Graden.
Ebenso unempfänglich für die Inspirationen des Patriotismus wie für das Verführerische des militärischen Ruhmes und eben so wenig von Natur tapfer wie der gemeine Soldat lassen sich die Offiziere fast nie durch den Ehrgeiz über jene Furcht hinwegheben, die sie sich durch kein Gefühl der Ehre zu verheimlichen verleiten lassen. Sie wissen, daß bei den eigenthümlichen Zuständen Rußlands, die im militärischen wie im bürgerlichen Leben ganz dieselben bleiben, trotz der persönlichen Anstrengungen des Kaisers die Feigheit eben so gut wie die Bravour eine der militärischen Tapferkeit bestimmte Belohnung erringen kann. Bedenkt man außerdem noch, daß bei ihrer ersten Erziehung und in den Verhältnissen in denen sie früher lebten, Alles darauf gerichtet war, den wenigen Muth, den sie von Haus aus besaßen, zu unterdrücken, so begreift man, daß die Offiziere ihren Soldaten auf dem Schlachtfelde nur zu häufig das Beispiel der vollendetsten Feigheit geben. Diese, namentlich den Offizieren der Linie geltenden Bemerkungen lassen sich indeß auch in gewissem Maße auf die Offiziere der Garde ausdehnen.
Obgleich Jeder der nicht zum Adel gehört der Konskription unterworfen ist, so wird der Soldat, für die Infanterie wie für die Kavallerie, für die Garde wie für die Linie, dennoch fast stets aus der Klasse der Leibeignen genommen. Der Freie und der Handelsmann kaufen sich immer los und die dafür einfließenden Gelder bilden einen Theil der Staatsrevenue. Jeder Sklaveneigenthümer muß, je nach den Bedürfnissen des Gouvernements, jährlich gewisse Prozente von der Zahl der Individuen, die er besitzt, ausliefern, und da man jede Person annimmt, wenn sie nur körperlich gesund ist, so erhält man gewöhnlich die faulsten und schlechtesten Subjekte, welche der Besitzer unter seinen Bauern aufzufinden wußte.
Der Rekrut nimmt von seiner Familie Abschied, als ob er sie nie wiedersehen würde und entfernt sich unter allgemeinem Lamentiren.
Das Gesetz sagt ihm, daß er frei sein wird, sobald er in die Dienste des Kaisers tritt; nichts desto weniger führt man ihn wie einen Verbrecher, mit einem andern Unglücklichen zusammengebunden, zu seinem Regimente.
(Forts. f.)
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Der provisorisch germanische Kaiser und die deutschen Zeitungen.
„So eben verkündet der Donner der Kanonen, das Geläute aller Glocken ‒“
[(Kölnische Zeitung 1. Juli.)]
„Ein dreimaliges Hoch, Glockengeläute und Kanonendonner ‒“
[(Trier'sche Zeitung 2. Juli.)]
„Dem wiederholten Hochrufen antwortete Glockengeläute und Kanonendonner.“
[(Düsseldorfer Zeitung 2. Juli.)]
„So eben verkündet der Donner der Kanonen, das Geläute aller Glocken ‒“
[(Bremer Zeitung 2. Juli.)]
„Kanonendonner und Glockenklang ertönt ‒“
[(Mainzer Zeitung 1. Juli.)]
„Bravo, Glockengeläute und Kanonendonner.“
[(Preußischer Staats-Anzeiger 2. Juli.)]
„Kanonendonner und Glockengeläute.“
[(Augsburger Allgemeine Zeitung 1. Juli.)]
„Glockengeläute und Kanonendonner.“
[(Deutsche Zeitung 1. Juli.)]
[0188]
[Deutschland]
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@facs0188
[Fortsetzung] heißene nationale Reorganisation auf, weil 1) in ihr alle Beamten an ihrer politischen Souverainität einbüßen mußten, und weil 2. das Germanisirungssystem, welches sie eingeführt, so verhaßt geworden, daß die bisherigen Beamten bei der neuen Gestaltung der Dinge unmöglich im Amt bleiben konnten.“
Es galt, das ganze Land in Feuer und Flammen zu setzen, damit die Reorganisation unmöglich gemacht und das alte System mit seinen Kreaturen in der Herrschaft erhalten werde. Einzelne Ueberschreitungen, die vor der allgemeinen Wirksamkeit des polnischen Nationalkomité's stattgefunden hatten, Absetzungen verhaßter Landräthe und Distriktskommissäre, Abreißen preußischer Adler und Beschlagnahme von Kassen, welche das Nationalkomité aus eigenen Mitteln zu ersetzen sich erbot, gaben den Anlaß, die ganze Nation für solidarisch verantwortlich zu erklären, die deutsche Bevölkerung über die Zwecke der Polen zu beunruhigen und gegen die nationale Bewegung aufzubringen, während die Schlächtereien einzelner Polen durch die preußische Soldateska unbeachtet blieben. Die Juden, obwohl sonst von den Deutschen selbst wegen ihrer Ueberlegenheit in gewerblichem Lug und Trug gehaßt, wurden durch die abentheuerlichsten Gerüchte in blinden Schrecken gejagt, und stimmten im Interesse ihres stillen Chilef-Handels am lautesten mit in das Geheul nach „Ruhe um jeden Preis.“ Die deutschen Beamten, welche in Vereinigung mit den Polen das Reorganisationswerk friedlich vorzubereiten suchten, wurden von jenen wahren Verfechtern der „Ordnung“ der Lynchjustiz denunzirt, und u. A. der Landgerichtsrath Boy, als Mitglied der deutsch-polnischen Kommission in öffentlichen Anschlägen als Verräther bezeichnet. Endlich verfehlte man nicht, unter den Polen selbst die verschiedenen Klassen gegen einander zu hetzen; den Bauern wurde die Rückkehr der Feudallasten und Leibeigenschaft als der wahre Inhalt der „Herstellung Polens“ geschildert, der Geistliche ward vor seiner Gemeinde, der Gutsbesitzer vor den Landleuten verdächtigt, und die Städter wurden durch falsche und erschlichene Proteste der Bauern, in denen die Polen als Rebellen und das Volk als preußisch-gesinnt bezeichnete Patrioten waren, gegen das Landvolk aufgeregt.
„Durch Emissäre und bezahlte Zeitungsberichte suchte diese der polnischen Nationalität wie der jungen deutschen Volksfreiheit feindliche Reaktion den Polen das schönste und kostbarste Gut: die Achtung der freien Völker zu rauben; fast die gesammte Presse wurde hintergangen und half mit, den Polen die allgemeine Sympathie zu entziehen, die ihnen in der Knechtschaft bisher den einzigen Trost geboten.“ Bei der deutschen Presse fanden diese Darstellungen um so bereitwilligere Verbreitung, als dies ganze Institut bisher nur die schweifwedelnde Ergänzung der Büreaukratie war und den mangelnden Muth durch nationalen Phrasengeifer überflüssig zu machen glaubte.
So weit waren die Bemühungen dieser deutschen Patrioten gelungen; Mißtrauen und Haß hatte sich der verschiedenen Nationalitäten bemächtigt, ein Bürgerkrieg stand vor der Thüre. Aber noch hoffte das Nationalkomité durch die baldige Reorganisation die Aufregung beschwichtigen und die Besorgnisse zerstreuen zu können. Die Kommission hatte am 30. März das unter dem Vorsitz des Oberpräsidenten ausgearbeitete Reorganisationsprojekt an das Ministerium gesandt, und das Komité sowie die in Berlin anwesenden Landtagsdeputirten, baten unter Darlegung der dringenden Sachlage um beschleunigte Erledigung dieses Gegenstandes, vor Allem um die Absendung eines Reorganisations-Kommissarius, der schon der ersten Deputation zugesagt worden war.
Da erschien statt der gehofften Reorganisation, statt des verheißenen Kommissarius die Kabinetsordre vom 14. April, welche die erste Theilung des Großherzogthums aussprach, und einen großen Theil des Landes von der Reorganisation ausschloß.
(Fortsetzung folgt.)
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@facs0188
[20] Koblenz, 6. Juli.
Die „Neue Rheinische Zeitung“ hat in einer ihrer letzten Nummern bei Nennung der Namen der abstimmenden Abgeordneten in der Reichsversammlung zu Frankfurt, dem Koblenzer Deputirten Adams immer hinzugesetzt „aus Koblenz,“ gleichsam um anzudeuten, daß dieser Abgeordnete schon deshalb zur ultramontanen und reaktionären Fahne selbstredend schwören müsse, weil er grade aus Koblenz sei, so daß der Vorwurf des Ultramontanismus und der Reaktion nicht allein den Deputirten, sondern die ganze Stadt zu treffen scheint. Hierin irrt jedoch der Frankfurter Korrespondent der Neuen Rhein. Ztg., wie folgende Details sehr klar beweisen werden. Adams galt als sehr liberal und hatte sich selbst in der großen Versammlung in der Reitschule als Anhänger der Volkssouveränität proklamirt.
Auch Schlink, Abgeordneter für Koblenz für Berlin, passirte, man weiß nicht recht warum, als Liberaler von reinstem Wasser. Die Erfahrung hat gelehrt, daß man sich in beiden geirrt hat, ein Irrthum, welcher bei genauer Kenntniß der Umstände sehr verzeihlich ist und sich oft in der Rheinprovinz wiederholt hat, die überhaupt erst jetzt den ganzen Servilismus und die merkwürdige Hohlheit ihres Juristenstandes kennen lernt. Die Bürgerschaft von Koblenz hat sich sofort gegen die Haltungsweise von Adams und Schlink ausgesprochen und ihre Ansichten durch projektirte Adressen und Erklärungen in den Lokalblättern mißbilligt. Sie blieb nicht, wie so manche düpirten Wähler der Rheinprovinz hierbei stehen, sondern veranlaßte ihren zweiten Abgeordneten für Berlin Hrn. Werner, welcher sich, von einem andern Kreise gewählt, als Mitglied der Reichsversammlung in Frankfurt befindet, auf seine Wahl für Berlin zu resigniren, um wenigstens durch eine neue Wahl jene des Schlink zu paralisiren. Diese Wahl fand heute Statt, und man war so vorsichtig, nur bereits erprobte Kandidaten der Linken aufzustellen. Raffauf und Landrath Caspers; ersterer siegte und wurde zum Abgeordneten gewählt; letzterer verdankte seine Niederlage nur dem Umstande, daß er entfernt verdächtig war, sich der sogenannten ultramontanen Partei zu nähern.
Diese Thatsachen widerlegen die unverdienten Vorurtheile gegen Koblenz, das vielleicht politisch entschiedener ist als irgend eine Stadt der Rheinprovinz.
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@facs0188
[103] Berlin, 5. Juli.
Die Reichsverwesung, diese Diktatur der Impotenz, auch sie ist dem preußischen Ministerium noch zu viel. Es hält für nöthig, dagegen zu protestiren, daß das souveräne deutsche Volk ohne die vorherige Genehmigung des Berliner Ministeriums in Frankfurt Beschlüsse faßt. „Das Ministerium genehmigt zwar die Wahl des Reichsverwesers, in der Person des Erzherzogs Johann, und hat nichts dagegen, daß ihm die Attribute, welche die Frankfurter Nationalversammlung beschloß, beigelegt werden; nur setzt das Ministerium voraus, daß die Versammlung nicht alle Beschlüsse über Krieg und Frieden an ihre vorhergehende Berathung knüpfen werde. Wenn diese Beschlüsse in Frankfurt ohne Mitwirkung der Regierungen gefaßt worden sind, so erkennt das Ministerium in der großen Dringlichkeit der Sache hierfür einen genügenden Grund, betrachtet dies aber nur als einen außerordentlichen Fall, der für die Zukunft durchaus keine Konsequenzen zuläßt.“ Hr. v. Schreckenstein soll sogar im Ministerrath die Ansicht ausgesprochen haben, daß die konstituirende Nationalversammlung aus Unterthanen bestände, deren Beschlüsse erst durch die Sanktion der souveränen Regierungen Geltung bekämen und erklärte sich entschieden gegen die Anerkennung der Wahl des Reichsverwesers. Der größte Theil der Minister aber verfocht siegreich das Prinzip der Vermittlung, wonach die im Einverständniß mit den Regierungen gefaßten Beschlüsse unbedingte Geltung haben müßten, und daß man diesmal, wegen der Dringlichkeit der Sache, die Zustimmung zur Wahl des Reichsverwesers auch nachträglich geben wolle. Das Ministerium hat sogar einen Gesandten an den Erzherzog nach Wien mit einem Gratulations- und Anerkennungsschreiben geschickt, worin auch gesagt wird, daß dem Reichsverweser die ganze preußische Armee zur Verfügung gestellt werde. Daneben ließ man aber durchblicken, daß die Anerkennung des Erzherzogs von Seiten Preußens unter der Voraussetzung erfolge, daß derselbe den Prinzen von Preußen zum Generalissimus des Bundes- oder Reichsheeres ernenne, wobei auch zur Bildung des Reichsministeriums ihm folgende Kandidaten dringend empfohlen werden; nämlich den Herrn v. Radowitz zum Kriegsminister, Herrn Mathy zum Minister des Innern und der Polizei, Hrn. v. Rönne zum Handelsminister, Hrn. Heckscher zum Minister des Auswärtigen und Hrn. v. Gagern zum Ministerpräsidenten. Was wird das souveräne deutsche Volk zu diesem Generalissimus und zu diesem Ministerium sagen?
Rodbertus war der einzige Minister, der anderer Ansicht war. Seiner Meinung nach müssen sich die einzelnen deutschen Staaten, also auch Preußen, den Beschlüssen der konstituirenden National-Versammlung unbedingt unterwerfen. Rodbertus erkennt die Souveränetät des Volkes an, er stand einsam und verlassen im Ministerrath mit seinen Ansichten und mußte als Ehrenmann seine Entlassung einreichen. Er war dies seinen Gesinnungen schuldig, wie er das selbst gestern sagte. Aber seinen Gesinnungen ist er es auch schuldig, in Opposition gegen ein solches Ministerium zu treten und es ferner nicht mehr zu unterstützen.
Ob es dem Ministerium gelingen wird, die entstandene Lücke, welche durch die Abdankung Rodbertus entstanden ist, bald wieder auszufüllen, ist, nachdem es gestern wiederum in einer Minorität von 25 Stimmen blieb, sehr zu bezweifeln. Alles hängt von der nächsten Sitzung der Vereinbarerversammlung ab, die übermorgen statt findet. Die Linke hat gestern Abend einen Protest entworfen, worin die letzten unrechtmäßigen Abstimmungen der gestrigen Sitzung für ungültig erklärt werden. Dieser Protest soll von den 195 Abgeordneten, welche die erste Frage angenommen hatten, unterschrieben werden. Es kommt nun darauf an, wie sich das Ministerium in dieser Sache verhalten wird. Wie die Sachen aber jetzt stehen, ist es gewiß, daß das Ministerium bei der nächsten Kabinetsfrage, die es stellen wird, unterliegen muß. Die Unzufriedenheit mit dem Ministerium Auerswald-Hansemann wächst stündlich. Man sieht es allgemein ein, daß Auerswald nur der Strohmann ist, mit dem Andere spielen. Seine Reden sind ihm vorher ausgearbeitet, und er liest dieselben jedesmal ab, damit auch nicht ein Wort davon verloren gehe. Wird er als Minister der auswärtigen Angelegenheiten interpellirt, so raunt ihm Hansemann einige Worte in's Ohr und weiter weiß er nichts zu antworten. ‒ Der Minister des Innern Kühlwetter und der Unterstaatssekretär der Justiz Müller suchen die freisinnigen Gesetzvorlagen des frühern Justizministers Bornemann und des jetzigen Ministers Märker so viel wie möglich zu hintertreiben. Wer hätte wohl je geglaubt, daß sogenannte liberale Rheinländer sich gegen die freien Institutionen, die von Eingebornen der verrufenen Mark Brandenburg ausgehen, aussprechen und dieselbe unterdrücken werden.
Um die Unannehmlichkeiten aufzuheben, die bis zur Umgestaltung der allgemeinen Gerichtsverfassung das jetzt noch bestehende Verfahren hervorbringt, hat der Justizminister Märker gestern der Vereinbarer-Versammlung ein Gesetz über „die Aufhebung des eximirten Gerichtsstandes in kriminalischen und fiskalischen Untersuchungen und in Injuriensachen“, zur schleunigen Berathung vorlegen lassen.
In der gestern Abend stattgefundenen Versammlung der vereinigten Wahlmänner Berlins ist folgende Petition für das Einkammersystem einstimmig angenommen worden:
„Hohe Versammlung! Eine der wichtigsten Fragen, welche Sie zu lösen haben, ist die, ob in Zukunft die Repräsentation des Volkes Einen Körper bilden, oder aus zwei abgesonderten Körperschaften bestehen soll.
Die unterzeichneten Urwähler und Wahlmänner wollen keine erste Kammer, welche auf den Vorrechten des Standes, der Geburt oder des Vermögens beruht: die Geschichte lehrt, daß eine solche Kammer die Freiheit des Volkes stets zu unterdrücken gestrebt und dadurch selbst die Throne in Gefahr gebracht hat. Wir wollen keine erste Kammer, hervorgegangen aus der Wahl der einzelnen Korporationen: ihre Interessen sind vollständig in der Volkskammer vertreten und können eine doppelte Vertretung nicht beanspruchen. Wir wollen keine erste Kammer, deren unterscheidendes Merkmal ein höheres Alter bildet: alle Altersstufen gehen auf in der Einheit des Volkes und müssen daher in der Volkskammer sich ihre Geltung verschaffen. Wir wollen keine erste Kammer, beruhend auf den Besonderheiten der Provinzen: diese werden und müssen ihre genügende Darstellung in der Gemeindeverfassung finden. Wir wollen keine erste Kammer, auch wenn sie aus denselben Elementen wie die Volkskammer zusammengesetzt wird: sie würde in Zeiten, wo es vor Allem zu handeln gilt, nur hemmend einwirken.
Um ein Ueberstürzen zu verhüten, giebt es auch in Einer Kammer der Mittel genug. Für den äußersten Fall wird es genügen, die vollziehende Gewalt mit dem Rechte auszustatten, die Volksrepräsentation aufzulösen und durch sofortige Neuwahlen die Entscheidung des Volkes einzuholen, welches die Quelle alles Rechts und aller Macht im Staate ist. Wir können daher nur in einer ungetheilten Körperschaft eine wahre Repräsentation des Volks erblicken. Wir sind überzeugt, unsere Nationalversammlung wird es aussprechen: das Eine, ungetheilte Volk wird durch Eine, untheilbare Versammlung repräsentirt.
Diese Petition soll eine sogenannte Monsterpetition werden. Sie ist in 500 Exemplaren in der ganzen Stadt zur Einsammlung von Unterschriften vertheilt und man hofft hundert Tausend Unterschriften zusammenzubringen.
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[15] Berlin, 5. Juli.
Da war wieder Jemand, der aus dem eitlen Glauben, eine Revolution sei vollbracht, die thörichte Schluß folgerung zog, man könne nun seine Ansicht frei äußern, und über den Staat schreiben, was man wolle. Dieser Jemand nun ‒ er heißt Fernbach, und studirte früher in Heidelberg ‒ wird angeklagt, ein Dings Namens republikanischer Katechismus geschrieben zu haben, worin er den Leuten weiß machen wollte, der Glaube an die Republik sei der allein selig machende und zum ewigen Heil führende. Was geschieht? Ganz sachte, am frühen Morgen überfallen sie den frommen Mann in seiner Wohnung, nehmen 500 Exemplare, den Rest der Auflage ‒ 8000 waren in wenigen Tagen abgesetzt worden ‒ in Beschlag, und führen den Verfasser nach der Stadtvogtei. Eigentlich hatten es die Häscher noch auf einen andern Vogel mit republikanischem Gefieder abgesehen, der in demselben Nest hauste, der war aber schon ausgeflogen, und wird wohl durch den ihm nachgesandten Steckbrief nicht eingeholt werden. Auch Boerner, Student, der noch nichts geschrieben, aber desto mehr gesprochen, ist bereits Gegenstand zärtlichster Aufmerksamkeit von Seiten der Polizei, einstweilen war er nur im Verhör, hoffentlich wird man bald dafür sorgen, daß er nicht in der Welt fortkomme, sondern hübsch sicher an einem ruhigen Ort seinen beständigen Aufenthalt nehme. Ferner sind zwei Auskultatoren in Potsdam wegen hochverrätherischer in dem dortigen politischen Klub gemachten Aeußerungen vor das hiesige Kammergericht citirt, und sehen ihrem baldigen Verhör entgegen. Eine allerhöchste, in Potsdam jetzt verweilende Person soll, wie man mir bestimmt versichert, ausgerufen haben: Schlechter Geist in Potsdam, schlechter Geist! Wundern Sie sich nicht, wenn nächstens die ruhigen Blätter mit Beschlag belegt, das Ministerium Eichhorn sammt dem Obercensurgericht von ihren unfreiwilligen Ferien zurückberufen, sämmtliche Klubs außer dem Denunciantenklub geschlossen, sämmtliche Comite's derselben verhaftet, ja sogar der guten Bürgerwehr die Waffen abgenommen worden. ‒ Uebrigens behaupte ich, daß wir keine Revolution gehabt haben.
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@facs0188
[*] Berlin, 4. Juli.
Der jetzige Justizminister Märker hatte schon früher einen Gesetzentwurf über die Geschwornengerichte ausgearbeitet, in welchem er die Abschaffung des Census für das aktive und passive Wahlrecht folgerichtig auf dieses Institut anwandte und die Bestimmung aufstellte, daß jeder Preuße, welcher 24 Jahre alt, durch richterliches Erkenntniß den Vollbesitz der bürgerlichen Rechte nicht verwirkt habe, zum Amte eines Geschwornen zulässig sei. Jetzt ist dieser Entwurf im Staatsministerium zur Vorlage gekommen und Herr Hansemann hat sich nach der Berliner Z. H. gegen diesen Entwurf erklärt; der „Anerkenner“ der Revolution will den Census für das Geschwornengericht beibehalten wissen.
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@facs0188
[*] Berlin, 5. Juli.
In einem Vereine kam es neulich zur Sprache, daß Hr. v. Arnim sogleich nach Uebernahme des auswärtigen Ministeriums den Befehl ertheilt habe, alle Gehälter der Beamten auszuzahlen und für sich selbst sofort 6000 Rthl. aus der Kasse als halbjähriges Gehalt entnommen habe. Hr. v. Arnim war nur wenige Wochen Minister und hat sich für diese Zeit vollständig gedeckt. In der Kasse des auswärtigen Ministeriums befindet sich gegenwärtig kaum so viel, als zur Deckung der kleinen Bedürfnisse nothwendig ist.
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@facs0188
[14] Berlin, 4. Juli.
Der „Volksklub“ hat gestern die Herren Fr. Hecker und G. Struve zu Ehrenmitgliedern ernannt, was natürlich die hiesigen Weißbier-Philister auf's unangenehmste berührte. Seit den letzten Pariser Ereignissen sind diese guten Leute plötzlich zu Republikanern geworden. Sie schwärmen für die Trikolore.
Uebrigens fährt man fort, die nächtlichen Versammlungen an der „Kranzler'schen politischen Ecke“ zu halten; sie werden immer zahlreicher besucht und die zerlumpten Redner sprechen feuriger als je.
Die Volksspieltische unter den Zelten veranlaßten gestern Nachmittag einen Konflikt zwischen Volk und Militär. Letzteres wurde endlich von der Bürgerwehr zur Ruhe gebracht.
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@facs0188
[*]Berlin.
Gestern zirkulirten hier Plakate mit der Ueberschrift: „Dreißig Verhaftungen und keine Anklage!“
„Was hat er g'sogt: Oestraich'sch solle mer werde? Waih geschrien! !“
„Adresse von 10,000 Todten in Paris an die Lebenden in Berlin!“
„Selbstvertheidigung des Studenten Mohnecke etc. etc.“
Ein Bekannter von mir hat sich eine Sammlung von Plakaten angelegt und zählt deren bereits über 2000, die ihn zusammen c. 40 Thlr. kosten. ‒ Von der „Neuen Berliner“ und der „Neuen Preußischen Ztg.“, die vor dem 1. Juli probeweise auf allen Wirths- und Privattischen lagen, sieht man jetzt kaum ein einziges Exemplar mehr. Sie haben also die Proben nicht bestanden. Auch Tante Voß ist an vielen Orten zur Thür hinausgeworfen worden.
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@facs0188
Breslau, 3. Juli.
Am gestrigen Abend sind leider die Reibungen zwischen dem erst vor Kurzem hier eingerückten Militär und Civil zu einem bedauernswerthen Ausbruche gekommen. In der Tabagie zum „Oesterreichischen Kaiser“ vor dem Ohlauer Thor gerieth eine Anzahl Soldaten des 22. und 23. Regiments mit dort anwesenden Kräuterknechten in Streit. Ohne ein Urtheil zu fällen, wer die Veranlassung gegeben, ist indeß Alles darüber einig, daß das Militär, das in der Mehrzahl war, und theils schon mit blanker und geschliffener Waffe eingetreten war, alsbald von diesen Waffen auf eine beklagenswerthe Weise Gebrauch machte. Der Streit zog sich bis auf die Straße, wo Arbeiter und andere Civilpersonen den Kräutern zu Hülfe eilten, und auf beiden Seiten mehrere Verwundungen vorgekommen sind. So hieb ein Soldat dem andern mit dem Säbel die linke Hand ab. Derselbe wollte einem Kräuter, welchen der Andere um den Hals gefaßt hatte, in die Schulter schlagen und schlug fehl, doch war der Hieb noch so kräftig, daß derselbe den Kräuter noch durch Jacke und Hemde leicht in die Schulter drang. Ein anderer Soldat ward schwer am Oberarm verwundet, ebenso erhielten mehrere Civilpersonen Verwundungen. Verfolgt, liefen die Soldaten mit dem blanken Säbel in der Hand, um sich herumschlagend, durch die Vorstadt, bedrohten mit scharfer Waffe die beiden Bürger und Lohnkutscher Lange und Burghart, und sollen einen friedlichen mit seiner Familie vom Spaziergange heimkehrenden Bürger in den Rücken verwundet und zu Boden geschlagen haben. Die abgehauene Hand brachte ein junger Mensch auf die Bürgerwache in der Klosterstraße. Auf die erste Nachricht von diesen Excessen marschirte das auf dem Fischmarkt konsignirte Bürger-Bataillon unter Anführung des Major, Schmiedemeister Richter, der sich 20 Mann Militär von der Hauptwache beigeben ließ, dem Tummelplatz entgegen, und traf die Excedenten unweit des Stadtgrabens, wo sie sich rechts und links flüchtig zerstreuten. Einer derselben ward verhaftet. Ein Soldat des 11. Regiments, bei der Sache gar nicht betheiligt, wurde im Gedränge des Tumults leider ebenfalls schwer gemißhandelt, und nur dadurch gerettet, daß er in die Hoffmann'sche Eisengießerei flüchtete. ‒ Die verschiedenartigsten Gerüchte durchliefen die über den ganzen Vorfall empörte Menge. Man will die Soldaten gefragt haben, weshalb sie scharf eingehauen, und sie sollen geantwortet haben, es sei ihnen anbefohlen worden. Im Interesse der Menschlichkeit wollen wir derartigen Gerüchten keinen Glauben schenken, soviel steht aber fest, daß solche Scenen zur Zeit unserer früheren Garnison nicht vorgekommen sind, denn hat es auch kleine Excesse zwischen Civil und Militär gegeben, so ist doch von scharfen Waffen kein Gebrauch gemacht worden. Möge die Untersuchung die wahrhaft Schuldigen herausstellen, und mögen dieselben im Interesse des Friedens der Stadt ihrer gerechten Strafe nicht entgehen!
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@facs0188
Hamburg, 5. Juli.
Ueber das in dem gestrigen Blatte der „Börsen-Halle“ bereits gemeldete Gerücht, betreffend den Waffenstillstand und die Bedingungen desselben, enthält der „Lübecker Korresp.“ folgende zwei Berichte, in welchen die Meldung, daß die Herausgabe der genommenen Schiffe nicht unter den festgestellten Bedingungen sei, uns unglaublich erscheint und auch die zugestandene dauernde Besetzung Alsens durch die Dänen befremden darf.
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@facs0188
Hamburg.
Wie die „Hamb. Börsenh.“ meldet, war in Kopenhagen am 3 Morg. ganz allgemein das Gerücht verbreitet, daß am 2. d. ein Waffenstillstand zwischen Deutschland und Dänemark auf drei Monate definitiv abgeschlossen worden. Die Bedingungen desselben, so weit man sie in Kopenhagen kennen wollte, sollten folgende sein: Räumung Fühnens von Seiten der schwedischen, Schleswigs von Seiten der deutschen Truppen; Schleswig bleibt völlig unbesetzt; Aufhebung der Blokade der deutschen Häfen und Freigebung der in Kopenhagen retinirten deutschen Schiffe. Letzteres, sobald der Geldwerth der von den preußischen Truppen in Jütland gemachten Requisitionen ermittelt und erstattet ist.
[(B. Z.)]
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@facs0188
Rendsburg, vom 4. Juli.
Bei der Besetzung von Hadersleben durch unsere Truppen sind unter andern interessanten Aktenstücken auch die beiden folgenden aufgefunden worden, welche, bis eine ausführlichere Darstellung der dänischen Occupation erfolgen kann, schon vorläufig einiges Licht über dieselbe zu verbreiten im Stande sein möchten:
„Requisition“
In Folge Befehles soll in der Stadt Hadersleben Quartier angewiesen werden für die Avantgarde des nachrückenden schwedischen und norwegischen Armeekorps. Gedachte Avantgarde, befehligt vom Oberst von Juel, besteht aus 6 bis 7000 Mann, nämlich: Kavallerie 1000 Mann und Pferde, Infanterie 5 bis 6000 Mann. Artillerie 16 bis 20 Kanonen mit Bespannung. Die requirirten Quartiere müssen zu morgen Mittag im Stande sein. Hadersleben, den 31. Mai 1848.
Benzon, Oberst.
„Vom rechten Flankenkorps“
An den Kammerjunker von Heltzen, Committirten des Justiz- und Finanzministeriums beim Armeekorps.
In Veranlassung des Schreibens des Herrn Kammerjunkers vom gestrigen Datum ersuche ich Sie, mit dem Grafen Reventlow-Sandberg zusammen zu treten, und mit ihm und dem Oberauditeur Glahn als Auditeur eine Untersuchung anzustellen, in Betreff des Verhaltens der schleswigschen Beamten und Einwoh- [0189] ner während der Insurrektion. Was mich betrifft, so wünsche ich nur die vorläufige Arretirung kompromittirter Personen so lange, bis sie wegen des Vorrückens meines Corps den Operationen nicht mehr schaden können. Zugleich ersuche ich den Hrn. Kammerjunker in Vereinigung mit dem Grafen Reventlow mir Männer zur Besetzung der vakanten Postrn vorzuschlagen, damit solchergestalt so gut wie es geht für die unentbehrliche Organisation Sorge getragen werde. Der Kammerherr v. Scheel wird binnen kurzem hier eintreffen, um die ganze Civiladministration zu übernehmen. Hauptquartier in Hadersleben, den 2. Juni 1848. Juel, Kommandeur des rechten Flankenkorps“.
[(Schl. H. Z.)]
Dänemark.
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@facs0189
Kopenhagen, 3. Juli.
Die unter Schwedens Mitwirkung zwischen dem preußischen Abgeordneten, Grafen Portales, und dem dänischen Minister, Grafen Knuth, zu Malmö gepflogenen Unterhandlungen sind gestern bis zur Feststellung der Bedingungen für einen dreimonatlichen Waffenstillstand gediehen. Sobald Graf Portales, der sogleich über Ystadt nach Berlin geeilt ist, von dort die Genehmigung dieser Bedingungen übersandt haben wird, soll der Waffenstillstand eintreten und die Freigebung aller dänischerseits angehaltenen Schiffe erfolgen. Was man sonst noch über diesen Gedenstand Sicheres erfährt, beschränkt sich darauf, daß die beiderseitigen Truppen die Herzogthümer räumen und nur einige hundert Mann Dänen auf Alsen und eben so viel Preußen in den übrigen Theilen von Schleswig und Holstein zur Handhabung der Ordnung zurückbleiben. Die weiteren Bedingungen werden noch geheim gehalten, doch scheint man an Preußens Genehmigung derselben nicht zu zweifeln.
[(B. H.)]
„Fädrelandet“ vom 28. Juni berichtet die Rückkehr des Generals Oxholm von St. Petersburg, weiß natürlich nicht, was für Nachricht er mitgebracht hat, glaubt aber Grund zu haben, anzunehmen, daß die rusische Regierung der gerechten Sache Dänemarks guten Fortgang wünsche, aber zur Zeit sich nicht im Stande sehe, derselben mit bewaffneter Macht eine entscheidende Unterstützung zu Theil werden zu lassen.
Polen.
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@facs0189
Krakau, 24. Juni.
Vor einigen Tagen wurde ein Unteroffizier der hiesigen Garnison von einigen Civilisten schwer verwundet. Heute wurden die Urheber dieser That von einer Militärpatrouille verhaftet, was einen größeren Auflauf veranlaßte, wobei mehrere verwundet wurden. ‒ Der Fürst Jablonowski und Leo Bochanek, welche bei dem F. M. L. Grafen Schlick um ein gemäßigtes Betragen des Militärs gebeten, waren so unfreundlich empfangen worden, daß der Fürst den Grafen zum Zweikampf forderte.
[(Fr. J.)]
Ungarn.
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@facs0189
Kaesmarkt, 29. Juni Abends.
Gestern kam eine Estafette an, mit welcher uns das Ministerium anzeigt, daß 40,000 Mann Kroaten und Serben sich in der Gegend von Semlin und Panczowa zusammengerottet hätten. Es ward sogleich eine bedeutende Truppenmacht aufgeboten. Allein das Baczer Komitat sandte 20,000 Mann, Szegedin 6000, Nadicoewres 6000, von der Mobilgarde auch 6000 und 12,000 Szecler, außerdem 2 Regimenter Husaren und Infanterie. Wir sehen also einer großartigen Metzelei entgegen. Carlowitz ist von dem General Radetzky eingenommen und in Brand gesteckt worden, und so wird es auch mit andern Städten kommen.
[(A. O. Z.)]
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@facs0189
Temesvar, 27. Juni.
Hier treffen folgende Nachrichten ein, die ich Ihnen ungesäumt mittheile:
1. Die k. Civil- und Militärkommissäre Csernovitz und Hrabowsky haben mit den bei Carlovitz und in den Römerschanzen versammelten Aufrührern eine vorläufige Convention abgeschlossen, in Folge deren eine vollständige Pacifikation versucht werden wird.
2. Fast der ganze Gränzcordon gegen Serbien ist aufgelöst, und in Weißkirchen kommen die Serben bereits mit Tabak und Salz zu Markte, welches letztere sie mit 4 Kreuz. C. M. per Oka verkaufen.
3. Bewaffnete Serbenhaufen befinden sich in Pancsova und sind neuerdings in Orsowa eingedrungen, welcher Ort von ihnen besetzt gehalten wird. Uebrigens treten in Palanka, Kubin, Moldowa und Swinitza ungehindert bewaffnete Seben auf das diesseitige Gebiet, auf welchem sie bereits anfangen, öffentliche Rechte auszuüben.
Donaufürstenthümer.
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@facs0189
Bukarest, 22. Juni.
Gestern besorgte man hier allgemein eine Schilderhebung. Als um 8 Uhr der Hospodar mit dem Minister des Innern eine Sparzierfahrt unternahm, fuhr ein mit drei jungen Leuten besetzter Wagen hart an dem fürstlichen vorüber; die jungen Leute erhoben sich in diesem Augenblicke und schossen alle drei zugleich auf Bibesco, ohne ihn jedoch zu verwunden. Die drei Kugeln wurden im Wagen gefunden; eine war mit Fransen der goldenen Epaulette des Fürsten belegt, die sie streifte. Der Thäter konnte man bis heute noch nicht habhaft werden. Die Nacht verging trotz allen gehegten Besorgnissen, ohne Ruhestörung. Die fremden Konsuln besuchten heute den Hospodar, um ihre Theilnahme zu bezeigen.
In der kleinen Walachei sollen unter den Bauern Unruhen ausgebrochen sein:
Belgien.
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@facs0189
[7] Brüssel, 1. Juli.
Es ist jetzt ungefähr ein Jahr, daß sich eines Morgens ein ziemlich starker Trupp von Leuten in Jacken und Blusen um einen schlanken, grünenden Baum drängte, der die Mitte der Place Royale schmückte. Die Axt sollte nämlich an den schattigen Gesellen gelegt werden. Man wollte den Freiheitsbaum der Septembertage abhauen, damit er einer Statue Gottfried's von Bouillon Platz mache. Mittelalterliche Erinnerungen sollten das Andenken an eine Revolution verdrängen ‒ es war ein kläglicher Anblick. Der schöne Baum fiel. Wehmüthigen Auges sahen ihn die Brüsseler Proletarier zu Boden stürzen; jeder nahm einen Zweig des Gefallenen mit nach Hause und der weite, sonnige Platz war seitdem kahl und leer.
Gottfried von Bouillon befand sich unterdeß in der Werkstatt des Metallgießers Simonet in Paris. Der bekannte Meister wollte eben die letzte Hand an sein Werk legen, da bricht die Juni-Insurrektion aus. Die Arbeiter welche in der Nähe des Kanals St. Martin wohnen, stürmen in voller Wuth auf Herrn Simonet los und befahlen ihm einige Kanonen zu gießen. Der unglückliche Mann versichert, daß es ihm an Metall fehle und daß außerdem das Kanonengießen nicht so rasch wie man wünsche, von statten gehe.
Die Insurgenten lachen ihn aus und die Werkstatt durchstöbernd gerathen sie natürlich bald genug auf den metallenen Gottfried. „Was bedeutet diese Statue“ ‒ rufen sie ‒ „sicher ist's ein König ‒ nieder mit ihm!“ und schon wollen sie das Kunstwerk in Stücke schlagen und die Trümmer zurück in die Schmelzen werfen, da fällt ihnen Meister Simonet in die Arme und versucht sie aufzuhalten. Es ist ein schlimmer Moment. Der gepeinigte Künstler besinnt sich, da fährt ihm plötzlich ein guter Gedanke durch den Kopf. ‒ „schaut meine Arbeit!“ erwiederte er den Insurgenten ‒ „mein Werk ist geheiligt; meine Statue ist die Statue eines Republikaners!“ ‒
Die Insurgenten stutzten; der eine schaut den andern an; ihre Arme sinken; die Statue Meister Simonets ist gerettet und wahrscheinlich wird sie bald den schönsten aller Brüsseler Plätze schmücken. Wir gratuliren den kleinen Belgiern dazu. Hoffentlich begreifen sie die Moral der Geschichte.
‒ Herr Deleau, der Redakteur des „Avenir“, den man als einen Schriftsteller der Opposition aus Belgien vertrieb, hatte sich nach dem nahe an der Gränze liegenden holländischen Orte Ecluse begeben, um sich mit Erlaubniß der Behörde einstweilen dort niederzulassen.
Eine Stunde nach seiner Ankunft wurde Herr Deleau verhaftet und bis auf weitere Ordre ins Gefängniß gebracht. Vergebens protestirte er gegen diese unerhörte Verletzung alles Rechtes: Man antwortete ihm, daß er als ein aus Belgien expulsirter Franzose verdächtig sei und daß man ihn deswegen arretiren müsse. Es scheint sehr traurig mit der niederländischen Gastfreiheit auszusehen. Die Worte, es leben die Belgier, es leben die Holländer, werden in Zukunft wieder eng mit einander verbunden sein und die Diener Ihrer Majestäten werden wieder häufiger als je, es „leben die Könige“ schreien. Das „ruhige“ vertrauensvolle und starke Belgien steht nun wieder zu der holländischen Monarchie in dem Verhältniß eines gegenseitigen Wohlwollens.
In der That, Belgien hat, wie von so vielen andern Seiten, jetzt auch durch den König Wilhelm in der Verhaftung des Herrn Deleau, „den Beweis der vollkommensten Achtung der ungetheiltesten Sympathie erhalten.“
Italien.
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@facs0189
Edition: [Friedrich Engels: Italien. 8. Juli 1848. In: MEGA2 I/7. S. 281.]
[123] Turin, 29. Juni.
Der Inhalt dieses Artikels kann aus urheberrechtlichen Gründen nicht angezeigt werden.
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@facs0189
Edition: [Friedrich Engels: Italien. 8. Juli 1848. In: MEGA2 I/7. S. 281.]
[*] Mailand, 27. Juni.
Der Inhalt dieses Artikels kann aus urheberrechtlichen Gründen nicht angezeigt werden.
Französische Republik.
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@facs0189
Paris, 6. Juli.
Châteaubriand starb heute Morgen (5. Juli) um halb neun Uhr. Er wurde geboren am 4. September 1768. Seine Leiche wird in dem auf Saint Malo für ihn errichteten Grabmal beigesetzt werden.
‒ Frau von Girardin hat heute (3. Juli) 100,000 Fràncs Kaution angeboten, um ihren Mann aus dem Gefängnisse zu erretten. Ihr Anerbieten wurde indeß zurückgewiesen.
‒ Der Arzt Héreau, der zu einer der Ambulanzen delegirt worden, hat so eben an den Maire von Paris ein Schreiben gerichtet, um ihm das Resultat seiner Untersuchungen in Betreff der angeblichen Vergiftungen während der 4 Junitage mitzutheilen. Das Schreiben lautet :
„Bürger Maire!
„Gleich in den ersten Tagen des Aufstandes erweckten häufige und oft sehr ernste Zufälle, die sich nach dem Genuß von auf der Straße vertheilten Alcohols zeigten, Aufmerksamkeit und das Gerücht, welches diese Zufälle aus Vergiftungsversuchen herleitete. Eine große Zahl Verwundeter langte bei uns in einem Zustande seltsamer Exaltation oder an Trunkenheit gränzender Abgespanntheit an, daß diese ungewöhnlichen Merkmale uns auffallen mußten. Bei Einigen waren alle Symptome der Cholera vorhanden, Andere waren einem Delirium verfallen, dessen Dauer und die damit verbundenen fixen Ideen dem Wahnsinn nahe kamen. Unsere ganze Aufmerksamkeit richtete sich alsbald auf die in den Straßen verkauften Liqueure. Wir haben gefunden, daß das unter dem Namen „Branntwein“ verkaufte Getränk nur eine sehr kleine Menge von Alcohol, durch Wasser verdünnt, mit einer scharfen, geruchlosen Flüssigkeit vermischt und durch ein Absud von Lohe oder Tabak gefärbt, enthielt. Dieser letztern Substanz und ihrer Wirkung auf Personen, die sich mehr oder weniger ohne Nahrung befanden und von der Hitze des Kampfes überreizt waren, muß die sonderbare Wuth einiger Combattanten zugeschrieben werden. Darin liegt auch ohne Zweifel eine der Hauptursachen jener beklagenswerthen Vorfälle, jener plötzlichen Tode, über welche die Bevölkerung in Aufregung gerieth und die sie für das Resultat von wilden und vorsätzlichen Verbrechen ansah.
Wir machen die Behörde auf die Verfälschungen aufmerksam, die man mit Getränken vorgenommen hat, deren Konsumtion beträchtlich gestiegen ist und deren selbst mäßiger Gebrauch für nicht daran gewöhnte Personen nicht ohne Gefahr ist.
Wir würden uns freuen, Bürger Maire, wenn unsere zeitweilige Mission uns in den Stand gesetzt hat, einen schändlichen Verdacht, der, wir wiederholen es, durch nichts gerechtfertigt ist, zu zerstören.“
(gez.) Héreau.
So fällt denn wieder ein Theil des gegen die pariser Arbeiter errichteten Lügengebäudes in sich zusammen. Seit 9 Tagen ist die Bourgeoispresse nicht müde geworden, Verläumdung auf Verläumdung wider die Insurgenten zu häufen. Die löblichen Tagesblätter in Deutschland haben sich natürlich beeilt, in dasselbe Horn zu blasen. War es doch einmal Wasser auf ihre Mühle. Je niederträchtiger eine Lüge, desto willkommener war sie diesen saubern Preßorganen des biedermännischen Deutschlands. Und nun, o Schmerz, kommt ein Arzt und Mitglied der siegenden Klasse und sagt selbst: Ihr habt auf's Infamste gelogen!
Großbritannien.
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@facs0189
[X] London, 5. Juli.
Im Unterhause wurde in weiterem Verlauf der gestrigen Sitzung von Hrn. Bankes eine Motion gestellt zur Einbringung einer Bill, durch welche die „Eisenbahn-Kommissions-Akte“ aufgehoben werden soll. Verworfen mit 73 gegen 62 Stimmen. Herr Urquhart beantragte 2 Resolutiotionen, durch welche jede Einmischung in die innern Regierungsangelegenheiten eines Landes für unpolitisch erklärt werden soll. Mitten im besten Lauf seiner Rede ergab sich, daß nicht mehr 40 Mitglieder anwesend waren. Somit mußte sich das Haus vertagen.
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@facs0189
Dublin, 4. Juli.
Die Regierung bemüht sich, noch recht Viele aus den Reihen der energischen Repealer zur Deportation oder mindestens zu langjährigem Gefängniß verurtheilen zu lassen. Mehrere Personen sind wegen unerlaubten Einexerzirens vor Gericht gestellt, und unter diesen Gogarty zu 7 jähriger Deportation, Englisch zu 2 jähriger und die Uebrigen zu 1 jähriger Einsperrung verurtheilt worden. Der Eigenthümer des mehrfach erwähnten Blattes „der irische Verbrecher“ (the Irisch Felon) ist auf Hochverrath angeklagt; er hält sich einstweilen verborgen.
‒ Im Cityartikel des „Standard“ wird darauf hingewiesen, daß in der Geschichte des modernen Handels in England noch nie ein ähnlicher Zustand da gewesen, wie jetzt. „Indem wir inmitten der uns umringenden Konvulsionen fest und unerschüttert da stehen, fließen die edeln Metalle von allen Seiten der Welt hierher, obgleich die Waareneinfuhr die Ausfuhr an Werth bei weitem übertrifft. Es ist ganz klar, daß der große Andrang von Gold und Silber nicht deshalb erfolgt, um Schulden zu liquidiren, sondern daß ein großer Theil nur wegen sicherer Unterbringung hieher geschafft wird. Der westindische Dämpfer bringt wieder eine Summe von 1/2 Mill. Dollars baar mit. Daraus erklärt sich auch der brillante Zustand unserer Staatspapiere und anderer Effekten. Zugleich bietet aber die verhältnißmäßig große Flauheit unserer vorzüglichsten Handels- und Fabrikationszweige und die Schwierigkeit, für industrielle Unternehmungen Geld zu erlangen, einen seltsamen Kontrast.
Konsols schließen zu 855/8, 3/4 für Rechnung.
‒ Die „Times“ begann gestern ihren ersten leitenden Artikel mit den Worten: „Sollen wir unsere Kolonien behalten und unser Geld verlieren, oder unser Geld behalten und unsere Kolonien aufgeben? Das ist die Alternative, zu der uns eine neue Schule von Politikern täglich hindrängt. …“ Nach einem Hiebe auf Peel, heißt es weiter: „Nach der Meinung jener Politiker sind Kolonien, die nichts abwerfen, auch nicht werth, daß man sie behält. Nach derselben Meinung werfen sie nichts ab, wenn sie uns nicht irgend einen Artikel wohlfeiler liefert, als wir ihn anderswo haben können, oder uns mehr Geld kosten, als sie uns zurückgeben; mit einem Wort, wenn sie uns nicht einen unmittelbaren und handgreiflichen Profit für unsere Auslagen einbringen. Der Geldwerth ist bei diesen Herren der einzige Maßstab für jeden Werth. Für sie ist nationale Größe, wohlverdiente Dankbarkeit, gegenseitiges Wohlwollen, Uebereinstimmung in Blut, Religion, glücklichen Erfolgen und Verlusten nichts im Vergleich mit der Heldenthat, dem Ausgabe-Budget etwas abzuknapsen oder aus einer Tonne Zucker ein Paar Pence herauszuschlagen… Ihre ganze Moralität geht in einem Contobuche, in einer Rechnung zwischen Soll und Haben auf.“
Westindien.
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@facs0189
Der in Martinique erfolgte Negeraufstand hat den Gouverneur von Portorico, Grafen von Reuß (katalonischen Andenkens) zum Erlassen eines „Bando“ oder Gesetzes veranlaßt, durch das er ähnliche Vorfälle auf Portorico verhindern will, aller Wahrscheinlichkeit nach aber schneller herbeiführen wird. Er bestimmt nämlich, daß jeder Neger, ob Freier oder Sklave, der einen Weißen schlägt, auf der Stelle und ohne Dazwischenkunft eines Gerichtshofes oder Friedensrichters erschossen und daß jedem Neger, der gegen seinen Herrn die Hand erhebt, letztre ohne Weiteres abgehackt werden soll.
Amtliche Nachrichten.
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@facs0189
Berlin, 4. Juli.
Die heute ausgegebene Nr. 28 der Gesetz-Sammlung enthält die provisorische Verordnung, die Zoll- und Steuersätze vom ausländischen Zucker und Syrup und vom inländischen Rübenzucker für den Zeitraum vom 1. September 1848 bis dahin 1850 betreffend. Vom 18. Juni 1848:
„Wir Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden, König von Preußen etc. verordnen, in Folge der früher bereits mit den Regierungen sämmtlicher übrigen Zollvereins-Staaten eingegangenen Verabredungen und unter vorbehaltener Zustimmung der zur Vereinbarung der preußischen Verfassung berufenen Versammlung, so wie in Verfolg Unseres Erlasses vom 25. Juni 1847 (Gesetz-Sammlung Seite 241), was folgt:
[20]. 1.
Während des zweijährigen Zeitraums, vom Ersten September dieses Jahres bis dahin 1850 ist an Eingangszoll vom ausländischen Zucker und Syrup zu erheben, und zwar vom
[20] 2.
Während des im [20] 1 bezeichneten Zeitraums soll die Steuer von dem im Inlande aus Rüben erzeugten Rohzucker Zwei Thaler für den Zollcentner betragen und von den zur Zuckerbereitung bestimmten Rüben mit 3 Silbergroschen von jedem Zollcentner roher Rüben erhoben werden.
[20] 3.
Der Finanzminister ist mit Ausführung der gegenwärtigen Verordnung beauftragt.
Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Königlichen Insiegel.
Gegeben Sanssouci, den 18. Juni 1848.
(L. S.) Friedrich Wilhelm.
Hansemann.
[0190]
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@facs0190
Se. Maj. der König haben allergnädigst geruht:
Dem Regierungspräsidenten Kühlwetter, unter Ernennung desselben zum Staatsminister, die bisher interimistisch von ihm geführte Leitung des Ministeriums des Innern definitiv zu übertragen;
Dam Staatsminister Rodberturs die nachgesuchte Dienstentlassung in Gnaden zu ertheilen; und
Die Leitung des Ministeriums der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten interimistisch dem Ministerialdirektor, wirklichen geheimen Oberregierungsrath von Ladenberg, zu übertrager.
Die Gesetzsammlung Nr. 28 enthält den Allerh. Erlaß vom 24. Juni 1848, die Verlegung der Gerichtsferien im Bezirke des rheinischen Appellations-Gerichtshofes zu Köln betreffend.
Da nach Ihrem Berichte vom 12. Juni d. J. die Verlegung der in dem Bezirke des rheinischen Appellationsgerichtshofes zu Köln stattfindenden Gerichtsferien angemessen erscheint, so bestimme ich, unter Abänderung des Artikels 31 des Dekrets vom 6. Juli 1810 und des Artikels 37 des Dekrets vom 18. August 1810, wie folgt:
Die Ferien der Civilkammern des rheinischen Appellations-Gerichtshofes und der Landgerichte seines Bezirks sollen künftig vom 1. August bis zum 1. Oktober statthaben.
Diese Bestimmung ist durch die Gesetzsammlung zur öffentlichen Kenntniß zu bringen.
Sanssouci, den 24. Juni 1848.
Friedrich Wilhelm.
Bornemann.
An den Staats- und Justizminister Bornemann.“
Das Amtsblatt der Königl. Regierung zu Köslin enthält folgende Allerhöchste Kabinets-Ordre:
Auf Ihren Antrag bestimme Ich hierdurch, unter Aufhebung der wegen des landesherrlichen Pathengeschenks für Eltern von sieben Söhnen ergangenen Erlasse, daß dasselbe fernerhin nicht mehr gezahlt werden soll. Sie haben hiernach das Weitere anzuordnen.
Sanssouci, den 8. Juni 1848.
(gez.) Friedrich Wilhelm..
(contras.) Hansemann.
An den Staats- und Finanzminister Hansemann.
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@facs0190
[*] Köln, 7. Juli.
Von Seiten des hiesigen Arbeiter-Vereins und des Volksklubs in Düsseldorf ist, wegen des bei Hrn. Annekes' Verhaftung beobachteten brutalen und ungesetzlichen Verfahrens, Hrn. Nicolovius folgende Zuschrift durch eine Deputation überreicht worden; sobald Antwort erfolgt ist, wird dieselbe ebenfalls in unserm Blatt mitgetheilt werden.
„An den Herrn General-Prokurator Nicolovius Hochwohlgeboren hier.“
„Daß die hiesigen Bürger Dr. Gottschalk und Friedrich Anneke am 3. d. Mts. hier verhaftet und in gerichtliche Untersuchung gezogen worden sind, wird Ew. Hochwohlgeboren nicht unbekannt geblieben sein.
Wir Unterzeichnete halten uns überzeugt, daß dieselben kein Gesetz verletzt haben; wir sehen also dem Ergebniß der Untersuchung ohne Sorge entgegen.
Hinsichtlich der Art und Weise, in welcher insbesondere die Verhaftung des Bürgers Anneke vollzogen worden, und hinsichtlich des schleppenden Ganges, mit welchem die Strafprozesse im Bezirk des Kölner Landgerichts betrieben werden, sind wir es uns jedoch schuldig, folgende Eingabe an Ew. Hochwohlgeboren zu richten.
Die zur Verhaftung des Hrn. Anneke befehligten 6 Gensdarmen drangen mit rücksichtslosem Ungestüm früh Morgens um 6 Uhr in das Schlafzimmer desselben, wo dessen Gattin, die mit jedem Tage ihrer Niederkunft entgegensieht, noch im Bette lag. Ein Dienstmädchen, das aus sehr naheliegenden Rücksichten den Hrn. Anneke herausrufen wollte, wurde auf brutale Weise zurückgestoßen. Der letztere wurde mit Hast zum Ankleiden gedrängt und die Gensdarmen wollten ihm ungeachtet seiner Bitte weder erlauben, dies in einem andern Zimmer zu thun, noch wollten sie gestatten, daß er einige nothwendige Worte über häusliche Angelegenheiten mit seiner tödtlich erschrockenen Gattin wechsele. Er wurde vielmehr im eigentlichen Sinne zur Thüre hinaus- und die Treppe hinabgestoßen, wobei u. a. einer der Gensdarmen in seiner Heftigkeit eine Scheibe in der nach dem Korridor führenden Glasthüre zertrümmerte. Nachdem Hr. Anneke durch 3 Gensdarme abgeführt worden, blieben die andern 3 noch in seiner Wohnung zurück, um, wie sie sagten auf höheren Befehl, die Frau Anneke zu beaufsichtigen. Zwischenzeitlich bemächtigten sich diese Gensdarmen der im Zimmer befindlichen Privatpapiere, Briefe und dergl. und erfrechten sich, dieselben durchzulesen, bis endlich erst nach Verlauf von etwa 11/2 Stunden, die Herren Staatsprokurator Hecker, Instruktionsrichter Geiger und ein Sekretär eintraten und nun ihrerseits mit Durchforschung der Papiere fortfuhren und sie zum Theil in Beschlag nahmen.
Wir halten dafür, daß die Vollstreckung gerichtlicher Maßregeln mit aller und jeder Schonung, die mit Sicherung des Erfolgs irgend vereinbar ist, geschehen muß. Wir halten aber auch dafür, daß diese in Gesittung und Humanität begründete Forderung im vorberegten Falle auf brutale Weise verletzt worden ist. Wir halten endlich dafür, daß die Gensdarmerie durch die Ergreifung und Durchstöberung der Papiere ihre Amtsbefugnisse gröblich überschritten hat.
Deshalb tragen wir bei Ew. Hochwohlgeboren darauf an, die betreffenden Handlanger der Gerechtigkeit zur Verantwortung und zur Bestrafung zu ziehen.
Was 2. die Beschleunigung der Untersuchung betrifft, so sind leider die maaßlosen Verschleppungen, welchen die Strafrechtspflege im Bezirke des hiesigen Landgerichts unterworfen ist, viel zu offenkundig, als daß wir unterlassen dürften, Ew. Hochwohlgeboren ferner zu ersuchen, den betreffenden Beamten die möglichste Beschleunigung der gegen die Bürger Gottschalk und Anneke eingeleiteten Untersuchung aufzugeben, um so mehr, als es ja schon im März d. J. vorgekommen ist, daß die beiden genannten Bürger 17 Tage festgehalten und nachher als unschuldig des Verbrechens, welches man ihnen zur Last gelegt, freigegeben wurden. Wir protestiren hiermit schon zum Voraus nachdrücklich und entschieden gegen jedwede Ueberschreitung der für die Behandlung der Strafprozesse gesetzlich bestimmten Fristen.
Wir erwarten zuversichtlich, daß Ew. Hochwohlgeboren nicht unterlassen werden, dieser unserer Eingabe die gewünschte Folge zu geben, damit wir nicht in die Nothwendigkeit versetzt werden, weitere Schritte zu thun.
Einer baldigen Bescheidung entgegensehend zeichnen wir ergebenst.“
Köln, 6. Juli 1848.
„Mitglieder des Comité's des Kölner Arbeiter-Vereins.“.
„Mitglieder und Abgeordnete des Volksklubs zu Düsseldorf.“ .
(Folgen die Unterschriften.)
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Wir Unterzeichneten melden hiermit unsern Commilitonen der deutschen Universitäten, daß wir in der allgemeinen Studentenversammlung vom 1. Juli zum
„Centralvorstand der deutschen Studenten“
ernannt worden sind, und bitten alle amtlichen Schreiben an uns portofrei zu richten.
Vorort Breslau, den 3. Juli 1848.
Holtze stud. med., Giesecke stud. theol., Ferdinand Kampe stud. theol., Brehmer stud. phil., Leppmann stud. med., Rothe stud. jur., Giese stud. jur.
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Civilstand der Stadt Köln.
Geburten.
3. Juli. Nikol., S. v. Jos. Lejeune, Tagl, Spulmannsg. ‒ Maria Anna, T. v. Arn. Daubenthal, Tagl., Spulmannsgasse ‒ Peter Adolph August, S. v. Peter Jakob Becker, Korbm., Bürgerstr. ‒ Wilhelm Hermann, S. v. Johann Friedr. Wilh. Richter, Hautboist im 25. Regt., Ehrenstr. ‒ Jos., S. v. Philipp Mauch, Mechanikus, Thieboldsgasse. ‒ Gertrud, T. v. Jakob Brenig, Schuster, Schemmergasse. ‒ Konrad Wilh., S. v. Joh. Peter Berg, Schneider, Kämmerg. ‒ Maria, T. v. Ludw. Errendell, Schneider, Kupferg. ‒ Pauline, Friedr. Charlotte, T. v. Aug. Kiel, Fuß-Gendarme, Ehrenstr ‒ Ein unehelicher Knabe.
4. Juli. Konrad, S. v. Adam Minder, Maurer, Johannstraße. ‒ Maria Amalia, T. v. Heinr. Samuel Doeckhorn, Feldwebel in der 7. Pion.-Abth., Weidenbachkas. ‒ Theod., S. von Joseph Brambach, Schuster, gr. Griechenm. ‒ Maria Sibilla Franziska Hubertina, T. v. Corn. Schieffer, Bierbrauer, Breitstr. ‒ Peter Karl, S. v. Joh. Pet. Wilms, chirurgischer Instrumentenmacher, Ursulastr. ‒ Anna Maria, T. v. Eustach Stephan, Graveur, Lintg. ‒ Henr., T. v. Gerh. Blum, Faßbinder, gr. Sandkaul. ‒ Zwei uneheliche Knaben.
Sterbefälle.
3. Juli. Helena Kath. Elis. Evertz, geb. Rondorf, 81 J. alt, gr. Neugasse. ‒ Anton Eichholtz, Rentner, 82 J. alt, Wwr., Schnurgasse.
4. Juli. Otto Herm. Stiller, 19 Tage alt, gr. Witschgasse. ‒ Joh. Junghaus, Drechsler, 51 J. alt, verh., Goldgasse. ‒ Kath. Süder, 48 J alt, unverh. Apernstraße. ‒ Jos. Stephan, Schneiderges., 21 J. alt, unverh., Hoseng.
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Schiffahrts-Anzeige. Köln, 7. Juli 1848.
Angekommen: Joh. Budberg von Duisburg.
Abgefahren: L. Ducoffre nach Duisburg.
In Ladung: Nach Ruhrort bis Emmerich W. Pesch; nach Düsseldorf bis Mühlheim an der Ruhr C. Königsfeld; nach Andernach und Neuwied H. Schumacher und P. Gies; nach Koblenz und der Mosel und Saar P. G. Schlägel; nach der Mosel, nach Trier und der Saar M. Zens; nach Bingen Wb. Jonas; nach Mainz Val. Pfaff; nach dem Niedermain Philipp Würges; nach dem Mittel- und Obermain Friedr. Seelig; nach Heilbronn Fr. Kühnle; nach Kannstadt und Stuttgart L. Hermanns; nach Worms und Mannheim A. L. Müller; nach Antwerpen M., Lamers.
Ferner: Nach Rotterdam Kapt. Willemsen, Köln Nr. 6.
Ferner: Nach Amsterdam Kapt. Wilson, Köln Nr. 30.
Zur Anfertigung der Auszüge liegt offen die Deklaration des Schiffes Hartmann.
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Wasserstand.
Köln, am 7. Juli. Rheinhöhe 10′ 3″.
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Bekanntmachung.
Nach einer amtlichen Mittheilung sind in den Niederlanden strenge Maßregeln getroffen worden, um alle diejenigen Ausländer sofort über die Gränze zurückzuweisen, welche entweder nicht mit Pässen versehen oder deren Pässe bereits abgelaufen sind. Auch mehrere der Rheinprovinz angehörige Personen, welche theils zum Vergnügen, theils in Geschäften nach den Niederlanden gereist waren, sind neuerlich dort wegen Mangels an Pässen in Verlegenheit gerathen.
Ich mache deshalb alle diejenigen, welche nach den Niederlanden zu reisen beabsichtigen, auf die Nothwendigkeit aufmerksam, sich mit einem Passe zu versehen.
Koblenz, den 4. Juli 1848.
Der Oberpräsident der Rheinprovinz, A. A. gez. v. Massenbach.
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Bekanntmachung.
Durch die allerhöchste Kabinets-Ordre vom 8. April d. J. (Gesetzsmmlung aNr. 14) ist das Porto für Papiergeld (Kassen-Anweisungen etc.) und Staatspapiere be Versendung mit der Post bedeutend ermäßigt worden. Es ließ sich erwarten, daß sich in Folge dessen die Versendung, namentlich von Kassen-Anweisungen, ohne Deklaration aufhören, oder sich doch vermindern würde, und zwar im eigenen Interesse des Publikums, weil wenn Briefe mit nicht deklarirten Kassen-Anweisungen verloren gehen, gesetzlich kein Ersatz gewährt wird. Jene Erwartung hat sich jedoch nicht erfüllt, im Gegentheil mehren sich die Reklamationen wegen Verlust von dergleichen undeklarirt abgesandten Papieren. Insoweit bei der Versendung undeklarirten Papiergeldes nur eine Porto-Ersparniß beabsichtigt wird, scheint ganz übersehen zu werden, daß der dadurch zu erlangende Vortheil verglichen mit der geringen Mehrausgabe für deklarirte Geldsendungen fast durchgehends ganz unerheblich ist, jedenfalls aber mit der Gefahr, bei unterlassener Deklaration in keinem Verhältnisse steht:
So kostet beispielsweise:
ein Brief von Köln nach Bonn, mit 50 Thlr. Kassen-Anweisungen, 11/4 Loth schwer, undeklarirt 2 Sgr., deklarirt 21/4 Sgr., mehr 1/4 Sgr.
ein Brief von Köln nach Minden mit 100 Thlr. Kassen-Anweisungen, 21/2 Loth schwer, undeklarirt 9 Sgr., deklarirt 10 Sgr., mehr 1 Sgr.
ein Brief von Köln nach Berlin mit 200 Thlr. Kassen-Anweisungen, 2 Loth schwer, undeklarirt 121/2 Sgr., deklarirt 161/2 Sgr., mehr 4 Sgr.
Das General-Postamt hält sich für verpflichtet, das Publikum hierauf aufmerksam zu machen.
Berlin, den 21. Juni 1848.
General-Postamt.
(gez.) v. Schaper.
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Bekanntmachung.
Im Interesse des Publikums erhält die Personenpost zwischen Bergisch-Gladbach und Mülheim am Rhein vom 6. d. M. ab folgenden Gang:
Aus Bergisch-Gladbach um 7 Uhr früh und 3 Uhr Nachmittags, zum Anschluß an die um 9 Uhr früh und 4 Uhr 42 Minuten, Nachmittags von Mülheim nach Köln abfahrenden Dampfzüge.
Aus Mülheim am Rhein um 101/4 Uhr Vormittags und 71/4 Abends, unmittelbar nach Ankunft der Dampfwagenzüge von Deutz in Mülheim.
Köln, den 5. Juli 1848.
Ober-Postamt Rehfeldt.
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Todes-Anzeige.
Am 6. d. M. verschied nach mehrmonatlichem Krankenlager im 52. Lebensjahre Herr Christoph Schüller, Königl. Kreissekretär.
Verwandten und Freunden widmet diese Anzeige mit der Bitte um stille Theilnahme.
seine trauernde Wittwe Gertrud Schüller, geb Badorf.
Das Begräbniß, zu welchem die Freunde des Verstorbenen hiermit ergebenst eingeladen werden, findet Samstag Morgen, präcise 9 Uhr, statt.
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Frankfurter Hof in Köln
Im Mittelpunkt der Stadt gelegen, empfiehlt sich derselbe durch seine elegante Einrichtung und billige Preise.
Logis und Frühstück 15 Sgr. Diner 1/2 Thlr. Wein 16 Sgr.
Edmund Leonhard.
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Heilsame Erfindung.
Hümmerts Pollutions-Verhütungs-Instrument, welches, ohne im geringsten Unannehmlichkeiten oder nachtheilige Folgen für die Gesundheit herbeizuführen, durchaus keine Pollution zuläßt. Die Wahrheit dieser Aussage ist durch vielfache Erfahrungen bestätigt, und durch Zeugnisse von den berühmtesten Aerzten, als von Herrn Prof. Dr. Braune, Prof. Dr. Cerutti, Prof. Dr. Carus zu Leipzig, Herrn Geh. Med.-Rath Dr. v. Blödau zu Sondershausen und vielen Andern dargethan, weshalb ich mich jeder weitern Empfehlung enthalte. Da das Instrument in Holz bei Bewegungen im Schlafe leicht zerbricht, so sind nun auch welche in Metall zu nachstehenden Preisen zu haben, und erhält man gegen portofreie Einsendung des Betrages Instrument nebst Gebrauchsanweisung vom Unterzeichneten zugeschickt.
1InstrumentinfeinstemNeusilber4Thlr.Pr.Cour.
1InstrumentinfeinstemMessing3Thlr.Pr.Cour.
1InstrumentinfeinstemHolz2Thlr.Pr.Cour.
Bleicherode bei Nordhausen, 1848.
K. Frankenheim.
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Apfelsinen, billig und schön. St. Agatha 25.
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Frische Rheinfische sind zu den billigsten Preisen zu haben bei Joh. Lülsdorff, Lindgasse 21.
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Der Beachtung demokratischer Vereine empfohlen!
Der Wächter an der Ostsee.
Demokratisches Organ.
Herausgegeben von W. Lüders.
Alles für das Volk, Alles durch das Volk! Die Souveränität des Volkes werde eine Wahrheit. Bildung, Freiheit und Wohlstand für Alle durch Humanisirung unseres Staats- und gesellschaftlichen Lebens.
Das Blatt erscheint in Stettin sechsmal wöchentlich, wird durch die Post täglich, durch den Buchhandel einmal wöchentlich versandt. Preis vierteljährlich auf allen preuß. Postämtern 1 Thlr. Probenummern werden durch die Post gratis geliefert, sind auf dem Ober-Postamte in Köln vorräthig.
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Von heute an erscheint bei mir:
Der Volksfreund.
Eine Wochenschrift für Westphalen.
Redakteur: Rud. Rempel in Bielefeld.
Die Tendenz des Blattes ist entschieden demokratisch. Dasselbe erscheint jeden Sonnabend in einem Bogen und kostet vierteljährlich 6 Sgr., exclusive Postaufschlag.
Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an.
Bielefeld, 1. Juli 1848.
Aug. Helmich.
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Tapeten und Borden eigner Fabrik in reicher Auswahl zu äußerst billigen Preisen, ordinäre à 3 Sgr., Glanztapeten à 5 Sgr. die Rolle, empfiehlt
P. J. Krebs, Apernstraße 20-22.
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Schützenangelegenheit.
Die Mitglieder der sich unterm 1. Juli neugebildeten Schützenkompagnie werden auf heute Abend 8 Uhr in der Salzgasse Nro. 7 zur Wahl eines prov. Chefs eingeladen. Neue Einzeichnungen werden daselbst entgegengenommen; den Listen sind die Bedingungen der Aufnahme beigefügt.
Das Comite.
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Bei Wilh. Greven, Herzopstraße Nro. ‒ 1 in Köln, ist so eben in Kommission erschienen:
Der Criminalprozeß wider mich wegen Verleitung zum Cassetten-Diebstahl, oder: die Anklage der moralischen Mitschuld.
Ein Tendenz-Prozeß von F. Lassalle.
I. Lieferung. Enthaltend: 1. Vorwort. 2. Den Anklage-Akt wider mich, nebst Beschluß des rhein. Appell.-Gerichtshofes vom 12. Mai 1848. 3. Mein von jener Entscheidung vom 12. Mai dem rhein. Appell.-Gerichtshofe eingereichtes Memoire. (Auf Kosten des Verfassers). gr. 8. broch. Preis 5 Sgr.
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Elegantes Zimmer, Frühstück, Mittag-Essen an der table d'hôte nebst 1 Schoppen guten Wein zu 1 Thaler pr. Tag im Pfälzer Hof bei Friedrich Knipper, Appellhofs-Platz Nro. 17.
Table d'hôte und Abonnements-Tisch um 1 Uhr und zu jeder Stunde vorzügliche der Saison angemessene billige Speisen à la carte, und einen billigen Wein.
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Ein Schreiber sucht Beschäftigung, sei es auch für halbe Tage oder stundenweise. Weingartengasse Nr. 6.
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Rheingasse Nro. 10 zweite Etage zu vermiethen.
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Deutsches Volksfest.
Durch die glücklich getroffene Wahl des Erzherzogs Johann zum Reichsverweser, wodurch nun wieder die Ruhe und Einigkeit im deutschen Volke hergestellt wird, auch alle Geschäften neu in's Leben treten werden, haben wir, um diesen Akt unserer Nationalversammlung zu achten und zu ehren, ein deutsches Volksfest zu halten beschlossen, welches am Dienstag den 11. Juli bei Herrn Gasthalter Kost in der Mailust in Deutz, stattfinden wird.
Das Nähere werden wir in den nächsten Nummern der hiesigen Blätter folgen lassen.
Köln, den 6. Juli 1848.
Das Comite: M. Themer. Schmitz. Jos. Marul. Franz Marul. Franz Hartmann. Müller. Dr. Burchardt. C. F. Bauermann. P. Mall. Hartmann. Weckmann. Hochscheid. Baum. Warburg. Flüggen. Aldenkrück.
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Verpachtung der Mineralquelle zu Birresborn.
Diese im Kreise Prüm bei Birresborn gelegene Mineralquelle, deren Wasser in der ganzen Rheinprovinz vortheilhaft bekannt ist, wird sammt dem dazu gehörigen Wohnhause und Oekonomie-Gebäuden, Garten und Bering, am Donnerstag den 20. Juli d. J., des Nachmittags 3 Uhr, in Trier auf dem Stadthause, entweder auf 1 Jahr, oder auf 3, oder auf 3, 6, 9 Jahre, in Folge Verfügung Königlich Hochlöblicher Regierung dahier, vom 28. dieses, öffentlich verpachtet.
Der Pacht beginnt am 11. August 1848.
Die Bedingungen sind bei der unterzeichneten Verwaltung einzusehen.
Trier, den 30. Juni 1848.
Die Verwaltungs-Kommission der vereinigten Hospitien.
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Alle schriftliche Aufsätze werden abgefaßt, Vormittags Kasinostraße Nr. 8, Nachmittags Ulrichgasse Nr. 26.
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Eigelstein Nr. 16 ist das Unterhaus mit Keller, Küche und 5 bis 6 Zimmer zu vermiethen.
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Ein starker Aufwartsjunge, eine Köchin und ein zweites Mädchen gesucht, große Neugasse Nr. 36.
@typeimprint
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Der Gerant, Korff.
Druck von W. Clouth, St. Agatha Nro. 12.