[0245]
Beilage zu Nr. 49 der Neuen Rheinisch. Zeitung.
Mittwoch 19. Juli.
Uebersicht.
Deutschland. Köln (Vereinbarungsdebatte über den Jacobi'schen Antrag. Berlin (Die Verfassungskommission. ‒ Ein Plakat. ‒ Rosenkranz. ‒ Der Zeughausprozeß. ‒ Monecke. ‒ Die fliegenden Korps). Frankfurt. (der Reichsverweser an die deutschen Regierungen. ‒ Ueber die Nationalversammlung. ‒ Die Untersuchung in der Ulmer Affaire). Posen (Sieben Personen an Rußland ausgeliefert). Hamburg (Der Waffenstillstand). Stuttgart (Verordnung wegen Auflösung des demokratischen Vereins). Wien (ein dreifaches Reaktionscomité. ‒ Die Geschäftsordnung für den Reichstag. ‒ Der Ausschuß. ‒ Nachrichten aus der Moldau). Prag (Hawlitschek freigelassen. ‒ Der Belagerungszustand).
Donaufürstenthümer. Bucharest (Militäraufwiegelung durch Rußland).
Schweiz. Luzern. (Ex-Großrath).
Ungarn. Pesth (Unterhaussitzung).
Großbrittannien. London (Aussichten für den Handel; Rückblick auf die Krisen; Besserung des Geschäfts).
Amerika. Yucatan (die Rothen und die Weißen).
Französische Republik. Paris (Physiognomie der Stadt. ‒ Die Reforme über die Ligue der Royalisten. ‒ Die Verfassung in den Büreaux. ‒ Verhaftung von Polizeikommissären. ‒ Die honnette Republik. ‒ Dekretentwurf über den Code. ‒ Nationalversammlung).
Belgien. Brüssel (Affaire von Risquons Tout).
Italien. Mailand. (Darlehn der Kirche an die Regierung. ‒ Wie d'Aspre sich Geld erpreßt. ‒ Die Piemonte en nach Venedig, Ferrara und an den Po. Desenzano (vom Kriegsschauplatze). Turin (Garibaldi. ‒ Kammerverhandlungen. ‒ Rüstungen. ‒ Monaco's Anschluß). Rom (Ferraras Räumung angeboten. ‒ Il Contemporaneo über den Papst. ‒ Ein neuer Postbeamter). Sizilien (Der Prätendent Bonaparte).
Spanien. (Die Montemolinisten).
Nachtrag. Paris. (Bethmont abgetreten, Marie sein wahrscheinlicher Nachfolger. ‒ Der Herzog von Genua König von Sizilien. ‒ Algierische Nachrichten).
Handelsnachrichten.
[Fortsetzung]
[Belgien]
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Auvenne zu Gent, wo sie am 20. ankamen, im Hotel der Niederlande abstiegen, und am 31. wieder abreisten. Sie scheinen sich sogar mit den Angeklagten in dem Wirthshaus der Julie Tackels getroffen zu haben. Die Letztern brachten die Nacht bei Dupré zu, der auch in dem Brief Bornstedt's erwähnt wird, und ebenso leicht der „Bürger D....“ sein kann, der „bei Blervacq durch den Bürger-Präsidenten S..... als dessen zweites Selbst angekündigt wurde“; wenigstens hat man in Perin's Portefeuille eine Liste der provisorischen Regierung gefunden, welche Dupré zu Gent während des Aufenthalts der Angeklagten und bei einer Unterhaltung mit ihnen über die Republikaner des Landes geschrieben zu haben bekennt. Perin im Gegentheil beharrt darauf, weder von der Bedeutung der Liste noch über die Art, wie sie in seinen Besitz gekommen, irgend etwas zu wissen; doch gesteht er in Gesellschaft von Derudder und Balliu, welche dies in Abrede stellen, und von Auvenne und Mathieu, welche es zugeben, die Nacht bei Dupré zugebracht zu haben.
Alle diese Handlungen, verglichen mit dem Zusammentreffen der Ereignisse welche wir oben bezeichneten, geben dem Komplot eine neue Ausdehnung und widerlegen siegreich die nicht einmal wahrscheinlich klingenden Ausflüchte. Zu diesen gehört die Erklärung Balliu's, welcher seinen Besuch bei Delestrée mit der Absicht motivirt, diesen der Madame Imbert vorzustellen als Käufer für die Fabrik ihres Mannes, während Delestrée sich in einem Brief an Imbert, bei seiner Rückkehr nach Belgien, darauf beschränkte zu sagen, daß er sich [#] eine Bestellung zu übernehmen“. Was brauchte er sich an [#] zu wenden, den er nicht kannte, da es für ihn genügte, Mad. Imbert den Brief ihres Mannes zu zeigen, den derselbe für die belgischen Demokraten zurückgelassen?
Derudder ist nicht glücklicher in seinen Erklärungen über den Brief v. 22. April, in welchem er Imbert sein Bedauern darüber ausdrückt, daß er in drei Wochen nicht mehr reussirt habe, dann mit Begeisterung von Delestrée spricht, der sich bei der Emeute v. 23. März „wie ein würdiger und braver Republikaner“ betheiligt, und endlich in Betreff des zehnten Angeklagten sagt: „Was Freund Tedesco betrifft, so erwarte ich ihn von einem Tag zum andern; er ist gegenwärtig zu Lüttich, wo er sich thätig mit den Mitteln beschäftigt, um die Dynastie unseres famösen Leopold, des Schwiegersohns eures Ex-Königs, für immer zu stürzen.“ Und diese Thätigkeit Tedesco's stimmte mit seiner früheren Aufführung überein, denn er war aus dem nämlichen Grunde gerade den Tag, wo er den Sturz Louis Philippe's erfahren, nach Brüssel geeilt. Kaum in dem Hotel Lion-Blanc eingemiethet, hatte er sich in die deutsche Gesellschaft, Grand-Place, begeben, um dort einen Freund zu sehen, Hrn. Wolf, der in Preußen wegen eines politischen Vergehens zu achtjähriger Festungsstrafe verurtheilt gewesen. Sodann hatte er sich nach dem „alten Brüsseler Hof“, dem gewöhnlichen Versammlungsort des Meetings fahren lassen, wo er nach seinem eignen Geständniß Bornstedt und einen gewissen Gigot fand, welcher letztere zu der Verbindung der deutschen Kommunisten gehört und am 3. März eine Adresse an die Proletarier aller Länder unterzeichnete, um ihnen anzuzeigen, daß die Verbindung ihren Sitz nach Paris, dem „Centralpunkt aller revolutionären Bewegung“, verlegt habe.
Tedesco, kaum zu Brüssel angekommen, hatte sich mit 3 Personen in Verbindung gesetzt, deren Pläne unmöglich in Zweifel zu ziehen sind; er selbst hatte bereits im Monat September ähnliche Tendenzen bekundet, als er in der ersten Sitzung der demokratischen Gesellschaft die Unterdrückung desjenigen Artikels im Statutentwurf verlangte, welcher die Thätigkeit der Gesellschaft in den „durch die Konstitution vorgeschriebenem Umfang“ beschränkte.
Am 26. Februar suchte er die Personen, welche sich im Brüsseler Hof zusammenfanden zu belehren. „Ihr seht wohl ein, sagte er, wie einfältig es ist für die Aristokraten zu arbeiten. Ich bin ausdrücklich von Lüttich hergekommen, um euch zur Nachahmung des Beispiels der Franzosen zu bewegen.
„Gott hat uns geschaffen, damit wir zusammen leben und nicht damit wir für die Aristokraten arbeiten. Wir wollen nicht mehr Schweiß und Blut für dieselben opfern, sondern gleich und Brüder sein.
„Morgen versammelt euch zwischen 8 und 9 Uhr um nach dem Stadthaus zu ziehen und die Entlassung der Truppen zu verlangen: vor Allem sorgt bewaffnet zu sein. Wenn wir morgen früh nicht reussiren sollten, wird morgen Abend zwischen 6 und 7 Uhr öffentliche Sitzung sein, zu der Jedermann Einlaß erhält; wir werden sorgen, daß wir dann zahlreicher sind.“
Diese Worte hat der Polizei-Inspektor Deckers gehört, und den andern Abend erfolgten in der That unmittelbar nach der Sitzung aufrührerische Bewegungen und Handlungen gegen die Polizeibeamten. Ein Mitglied der Gesellschaft ward wegen dieser Thatsache zu dreimonatlicher Gefängnißstrafe verurtheilt. Bei seiner Verhaftung fand man ihn im Besitz eines großen Dolches, den Bornstedt ihm in der Morgensitzung überlassen hatte. Der genannte Wolf, welchem der erste Besuch Tedesco's galt, hatte in der Abendsitzung v. 27. gleichfalls einen Dolch, als er inmitten des Auflaufes verhaftet wurde; und Tedesco selbst, welcher anempfohlen hatte mit Waffen zu kommen, war, als er sich zwischen 4 und 5 Uhr Nachmittags aus dem Lion-blanc nach dem Brüsseler Hof begab, mit einer Pistole versehen. Diese Pistole fiel in der Rue de la Montagne aus seiner Tasche, und Tedesco war sehr eilig, sie aufzuheben, indem er sich rechts und links umsah. Er trug eine blaue Blouse und eine Mütze, und in diesem für einen Advokaten jedenfalls bizarren Kostüme ließ er sich nach einander in dem Brüsseler Hof, in der Gesellschaft Alliance und in verschiedenen Wirthshäusern sehen. Ein Zeuge sagt aus, daß Tedesco am Sonntag Abend im Brüsseler Hof darauf bestanden eine provisorische Regierung einzusetzen, und Waffen aus Lüttich verheißen habe. Im Monat Februar suchte er die Regierung umzustoßen, und wie Derudder an Imbert schrieb, verfolgte er im April denselben Zweck. Man begreift daher, warum er sich am 26. März in der „Union“ befand und warum er denselben Abend auf den Listen der provisorischen Regierung figurirte, obgleich der Angeklagte bisher bloß den Chartisten in London bekannt war, denen er im Monat November eine Adresse der demokratischen Gesellschaft überbracht hatte. Seine Betheiligung an dem Komplott ist nicht weniger einleuchtend als die der übrigen Angeklagten.
Während man im Innern Bewegungen und Demonstrationen organisirte, stationirten die Colonnen von Josses und Bervacq bei Bille, wo sie Lebensmittel, Waffen und einen Militärsold empfingen. Dies berichtet uns der Angeklagte Jules Carnel, Handlungs-Commis, geboren zu Vaugieard und wohnend zu Paris, der uns auch die merkwürdigsten Details über den Angriff vom 29. März giebt. „Zu Seclin angekommen, sagt er, wurden wir von einem Regierungskommissär benachrichtigt, daß wir Lebensmittel und Waffen erhalten würden, und daß auch Elèven der polytechnischen Schule und der Schule von Saint-Cyr sich bei Hrn. Delescluze, Regierungskommissär zu Lille vorgestellt, um Lebensmittel und Unterkommen zu erwirken. Ich kam mit einer Brigade nach Gondecour, 3 Kilometer von Seclin, wo wir bis Dienstag um 2 Uhr in Einquartirung lagen. Zwischen 8 und 9 Uhr Abends kehrten wir wieder nach Seclin zurück. Von hier zogen wir über Lille, umgingen aber die Stadt, die wir zu unsrer Linken ließen, und machten einen langen Marsch bis an einen Ort, wo wir drei Wagen mit Gewehren und zwei Karren mit Pulver fanden, die mitten im Wege in einer Stellung aufgefahren waren, als ob sie von Lille gekommen wären. Zwei Elèven der polytechnischen Schule stiegen auf die Wagen, und man vertheilte darauf die Gewehre und Patronen. Wir setzten unsern Marsch auf der Chaussee fort bis an einen Ort, wo ein Weg gegen Tourcoing und Roubaix führt; ich weiß nicht, wer der Führer des Trupps war, weil ich mich ganz an den Hinterreihen befand. Man ließ uns verschiedene Fußsteige über ebenes Feld gehen; die Wege waren so schmal, daß wir kaum Einer vor dem Andern marschiren konnten. Wir durchzogen das Faubourg einer Stadt, deren Namen ich nicht weiß. Endlich wurden wir über mehrere kleine Pfade nach einem Kleefeld geführt, wo allgemeine Rast gemacht wurde. Die Chefs, an der Spitze eines Bataillons, marschirten gegen die Gränze, und nahmen dort Position. Ich war vollständig im Nachtrab der Kolonnen, und als ich sah, daß angegriffen wurde, wendete ich mich zur Linken der Kolonne, welche sich schon der Gränze entlang ausgebreitet hatte; diese Kolonne, zum großen Theil aus Belgiern bestehend, befand sich an der Spitze. Ich weiß nicht wer zuerst den Angriff durch Feuern begonnen hat, ich war zu weit entfernt. Aber als meine Leute mehrere Verwundete hinter die Front bringen sahen, waren sie wie von Schrecken betäubt und liefen ohne einen Schuß zu thun, wie ich befohlen hatte, auseinander; sie schossen, während sie sich rechts und links zerstreuten, auf die belgischen Soldaten. Als ich mich von der Masse der Franzosen, welche unter meinem Befehl standen, gänzlich verlassen sah, wendete ich mich nach der großen Straße und ging den belgischen Truppen entgegen, nicht mit der blanken Waffe, sondern die Spitze des Degens in der Hand und die Hand erhoben, zum Zeichen, daß man nicht auf mich schießen solle; es wurden indeß vielleicht einige dreißig Flintenschüsse auf mich gerichtet und ich begreife nicht, wie ich nicht getödtet wurde.“
Carnel setzt hinzu, daß er 17 belgische und 4 französische Kompagnien gehabt; daß die Waffen, wie man ihm nachher gesagt, aus dem Arsenal oder der [#] kamen und daß die Leute täglich von Herrn [#] 1800 Brodrationen und 35 Centimes Sold empfingen. Auf die Details des Kampfes zurückkommend, ergänzt er seine Erklärung folgendermaßen:
„Wir marschirten in Kolonne: Fosses und Blervacq mit einem dritten marschirten an der Spitze. Drei Eléven der polytechnischen Schule dienten uns ebenfalls zu Führern; ich selbst stand unter einem dieser Eléven, da ich eine fast ganz aus Franzosen bestehenden Kompagnie kommandirte. Als zwei Kartätschenschüsse abgefeuert worden waren, sah ich einen dieser Eléven todt und den andern verwundert davontragen; sie wurden augenblicklich dem französischen Gebiet zu fortgeschafft.“ Doch behauptet Carnel von den Plänen Blervacq's nichts gewußt zu haben, während dieselben doch für Niemand ein Geheimniß waren. Wir haben den Beweis davon in einem Briefe, welchen der Angeklagte Baeten den 27. März von Seclin an seinen Vater schrieb worin er sagte: „Ich habe Ihnen mitzutheilen, daß wir Paris verlassen haben um in Brüssel eine Revolution zu machen, aber verrathen und in Quiévrain gefangen sind. Es ist mir gelungen zu entkommen und ich befinde mich zu Seclin, 2 Meilen von Lille, wo wir 15,000 Mann stark stehen. Wir marschiren den 28. mit Macht gegen Brüssel, wo wir um jeden Preis einziehen müssen; wenn es gelingt, gehen wir nach Brügge; der König Leopold mag die Vorbereitungen zu seiner Reise treffen etc.“ Baeten, einfacher Arbeiter, wußte also zu Seclin, was wir seit Langem durch mehrere Briefe erfahren hatten, und es ist daher unmöglich, daß der Angeklagte Carnel, Hauptmann einer Kompagnie, in gutem Glauben, wie er behauptet, dem durch eine fremde Macht angegriffenen Belgien zu Hülfe zu eilen gedachte.
Der Führer, von dem er in seiner Erklärung spricht, war ein alter Schmuggler Namens Lahrusse-Delmotte, der zu Douai in Contumaz verurtheilt und von Herrn Delescluze beauftragt war, den Trupp nach Belgien zu führen. Derselbe gab ihm einen Geleitschein, der sich in den Akten befindet und folgendermaßen lautet:
Präfekture des Norddepartements. Cabinet.
Französische Republik. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.
Lille, den 27. März 1848.
„Der Bürger Lahrusse-Delmotte, Flüchtling aus Werwicq (Belgien), wird aufgefordert, zu einer Mission sich unverweilt nach Lille in das Hotel der Präfekture zu begeben. Gegenwärtiges wird ihm als Geleitpaß für 24 Stunden dienen.
Der Generalkommissair der Republik für die Departements Nord und Pas-de-Calais, (Gez.) Ch. Delescluze.
Dies Aktenstück trägt den Stempel der Präfektur und stellt den alten Nordpräfekten, der in Belgien Gastfreundschaft genossen hatte, mit den Eleven der polytechnischen Schule und dem Gouverneur der Civil-Invaliden in Eine Kategorie. Dasselbe ist der Fall mit Bornstedt, der bei uns ein Asyl gefunden, das ihm Preußen und Frankreich verweigerten, und dafür gleich Imbert und Delescluze Belgien zu revolutioniren suchte; aber diese verbrecherischen Versuche hat das Schicksal erreicht, welches sie verdienten. Die Bande wurde durch eine Avantgarde in Verwirrung gejagt, und ließ in unseren Händen den Angeklagten Coupmanns, der durch einen Flintenschuß ins Bein verwundet wurde, den Angeklagten Leleu, der noch schoß als man ihn entwaffnete, die Angeklagten Vanlabeke und van Goethem, die in Seclin sich angeschlossen, und die bei dem ersten Verpuffen ihre Waffen abgeworfen zu haben behaupten; endlich die Angeklagten Jouannin, Clauwens, Baeten, Nonkel, Schoonhroyhe, Vandersande, Hannecart und Knops, die Paris mit der Legion verlassen, mit ihr nach Seclin gekommen und sie nach ihrem eigenen Eingeständniß nicht verlassen, bis die Entwicklung bereits erfolgt war. Nonkel und Leleu bezeichnen Heinrich Guelton als denjenigen, der die Einschreibungen besorgt und sich bei der Attake des 29. März als Fahnenträger betheiligt habe.
Andere Angeklagte, wie Dohnt, Brauwer, Treigniere und Dublé bekennen mit der Legion nach Seclin gekommen und mit ihr aus Paris fortgezogen zu sein, sie behaupten aber dieselbe an der Gränze verlassen zu haben.
Andere endlich, wie François Calonne und Eugen Coucke, bekennen gleichfalls ihre Anwesenheit im Lager von Seclin, wollen aber vor dem Kampf geflüchtet sein, der eine zu Tourcoing, der andere zu Lille, obwohl Coucke den 18. März von Paris an seine Schwester schreibt: „Vielleicht, daß ich nach Belgien komme; es werden hier alle Belgier zur Rückkehr in ihr Vaterland eingeschrieben, um Belgien zur Republik zu machen. Ich denke mit ihnen zu kommen, und wenn ich auf dem Schlachtfelde falle, so bittet Gott für meine Seele, und seid stolz zu sagen: „Wenn unser Bruder gestorben ist, so ist er für die Vertheidigung unserer Freiheit und unseres schönen Vaterlandes gestorben.“
Zu allen vorhergenannten Angeklagten kommen noch Feloen, Tytgat und Brullez, welche Einschreibungen und Vertheilungen der Lebensmittel zu Paris besorgten; Honore Mathieu, Sekretäre des Comités, der in den Journalen vom 22. März den Abzug der Legion ankündigte, und endlich Ceulan, Arens, Houwaer und Deynoodt, welche unter den Offizieren Blervacq's figurirten und unter diesem Titel in den Journalen vom 15 April eine Protestation veröffentlichten.
In Folge des Vorstehenden sind also die genannten Karl Ludwig Spilthoorn und Genossen der folgenden Thatsachen angeklagt:
1) sämmtliche Angeklagte, im Jahre 1848, die Einen in Frankreich, die Andern in Belgien, unter sich den Entschluß festgestellt und verabredet zu haben, die in letzterem Lande bestehende Regierung durch einen Angriff mit bewaffneter Hand umzustoßen; Verbrechen vorgesehen durch die Art. 87 und 89 des Strafgesetzbuchs;
2) Carnel, Leleu, Blervacq, Graux, Brulley und 26 andre, am 29. März d. J., zu Risquons-Tout im Königreich Belgien einen Angriff mit bewaffneter Hand zum Zweck des Umsturzes der auf unserer Verfassung beruhenden Regierung gemacht zu haben, Verbrechen vorgesehen durch Art. 87 und 88 des Strafgesetzbuchs;
3) Spilthrorn, Delestrée, die beiden Mathieu, Blervacq, Graux, Ho[#]er, Arens, Deynoodt, Brulley, Tytgat Fosses und Felhonn, wenigstens an diesem bewaffneten Angriff Mitschuldige zu sein, indem sie 1) durch Geschenke, Versprechungen und strafbare Kunstgriffe dazu aufgefordert haben; 2) Instruktionen dazu gegeben, 3) die Urheber, deren Zwecke ihnen bekannt waren, in den Handlungen, die ihn vorbereiteten, erleichterten oder vollführten, unterstützt zu haben, Verbrechen vorgesehen durch Art. 87, 88, 59 und 60 des Strafgesetzbuchs, worüber der Assisenhof von Brabant zu urtheilen haben wird. Der Generalprokurator, De Bavay.
Geschehen am Parket, 5. Juli 1848.
Französische Republik.
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[ 12 ] Paris, 16. Juli.
Wir haben gestern bereits angedeutet, das Marrast und Konsorten aus dem Klub „Palais-national“ scheiden, und unter dem Namen der „Conciliateurs“ eine eigene Gesellschaft bilden wollen, um sich später dem Cirkel der Rue Poitiers anzuschließen. Herr Marrast aber will den Anschein nicht haben, daß er sich an Thiers anzuschließen habe. Nein! Thiers soll sich an ihn, den Herrn Marrast anschließen, und zu dem Ende entwirft er ein Programm, unterzeichnet von Dupont-de l'Eure, Pagnerre, Cormenin, Billault, und das von allen denjenigen unterzeichnet werden soll, die es ernstlich mit der Republik und der „Ordnung“ meinen. Beiläufig gesagt, ist dieses Programm der Art, das es selbst von [#] und Louis Philippe unterzeichnet werden kann. Wird sich Herr Thiers weigern, es zu unterzeichnen? Oder wird er vielmehr nicht dem Herrn Marrast antworten, er habe ein gleiches Programm in der Rue Poitiers zu seiner, des Herrn Marrast, Disposition vorliegen?
In dem Programm des Herrn Marrast machen sich die Deputirten anheischig, die „bestehende Gewalt“ mit aller Macht zu unterstützen.
„Eine von allen guten Bürgern unterstützte Staatsgewalt garantirt uns:
1) „Die moralische Ordnung, indem sie durch ihre Energie und ihre weise Mäßigung Sicherheit für die Gegenwart und Vertrauen auf die Zukunft den Gemüthern wiedergibt.“
2) „Die materielle Ordnung, indem sie mit Nachdruck alle Gesetze in Anwendung bringt, die zur Aufrechthaltung derselben bestehn, und noch weitere nöthigen Falls von der konstituirenden Versammlung reklamirt.“
3) Die finanzielle Ordnung etc. etc.
4) Die administrative Ordnung etc. etc.
„Wir sehen in der Nationalversammlung nur Republikaner, gleichviel welches das Datum ihrer Ueberzeugung sein mag, ob Republikaner von heute oder von gestern.
„Was wir bekämpfen müssen, das ist der Kampf, unter welcher Form er sich immer zeige.
„Wir sehen in der französischen Republik nur Brüder etc.“
Schließlich werden alle Mitglieder der Nationalversammlung, welche diese Prinzipien und Hoffnungen theilen, eingeladen, gegenwärtige Erklärung zu unterzeichnen.
Paris. Das Finanz-Comité hat sich heute mit dem Vorschlage des Herrn Proudhon beschäftigt, der darin besteht, ein drittel aller Einkünfte von Privateigenthum einzuziehen, um den Nationalkredit herzustellen.
Als Proudhon aufgefordert wurde sich kategorisch zu erklären, äußerte er sich folgender Maßen:
„Ich bin weder Kommunist noch Sozialist: ich bin ein Feind der Progressivsteuer. Aber ich glaube daß dem Eigenthum dasselbe Loos bevorsteht wie dem Christenthume: das Christenthum ist so zu sagen abgenutzt; das Eigenthum wird bald abgenutzt sein. Es hat nur eine bestimmte Dauer; ungefähr 300 Jahr noch; ich will seinen Lebenslauf beschleunigen, aber ich will es nicht gleich versiegen machen. Deßhalb will ich ihm nur 1/3 entreißen, mit Vorbehalt dessen, was ich später noch thun werde.“
Thiers hat darauf bestanden, daß Proudhon's Vorschläge und „sozialistische Pläne“ von Grund aus diskutirt werden.
‒ Der Polizeikommissär Bassier, den man bloß abgesetzt hatte, ist verhaftet und in strengen Verwahrsam gesetzt worden. Ein anderer Polizeikommissär, Namens Grouffier Chailly, gegen den nicht hinreichend gravirende Umstände vorzuliegen scheinen, ist dagegen in Freiheit gesetzt worden und hat sein Kommissariat wieder angetreten.
‒ Es ist klar, die Republik, welche der Constitionnel will, ist die Republik der „Honetten“. Die andere, welche das Volk mit uns unter dem Namen der demokratischen und sozialen Republik verherrlicht hat, ist die Republik der Spitzbuben, der Plünderer, der Diebe; es ist, um es ganz zu sagen, die Republik des Raubes und Brandes.
Das Uebermaß des Verächtlichen wird grotesk. ‒ Man weiß sehr wohl, daß sich vor drei oder vier Monaten in Paris zwei bis dreimalhunderttausend solcher demokratischen und mehr oder minder sozialistischen Verbrecher fanden, die im Besitz der Macht bloß Blut und Plünderung ‒ träumten.
Wo konnten sich damals die Herren „honetten“ verstecken, und wie furchtbar muß ihr Loos gewesen sein!
[0246]
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Abfahrt der Dampfschiffe.
Kölnische Gesellschaft.
Täglich vom 15. April 1848 an.
Von Köln Morgens 51/4 Uhr nach Mainz.
Von Köln Morgens 51/2 Uhr nach Arnheim.
Von Köln Morgens 93/4, Nachm. 23/4 Uhr nach Koblenz.
Von Köln Abends 10 Uhr nach Mannheim.
Von Bonn Morgens 71/2, Mittags 121/2, Nachm. 5 und Nachts 121/4 Uhr rheinaufw.
Von Bonn Morgens 11, Nachm. 11/2, 51/2, u. 73/4 Uhr rheinabwärts.
Von Koblenz Morg. 8, 11, Nachm. 21/2 und 5 Uhr nach Köln.
Von Mainz Morg 7, 101/4, Mittags 123/4 U. n. Köln.
Von Mannheim Morgens 6 Uhr nach Köln.
Von Arnheim Morgens 6 Uhr nach Köln.
Niederländische Gesellschaft.
Vom 14. Mai 1848 von Köln.
Morgens4 Uhrin einem Tage nach Arnheim, Nymwegen und Rotterdam täglich (mit Ausnahme von Samstag).
Nachts12 Uhrnach Koblenz, Mainz, Mannheim und Ludwigshafen täglich (mit Ausnahme von Dienstag).
Düsseldorfer Gesellschaft.
Täglich vom 21. Mai 1848 an.
Von Köln Morgens 53/4 Uhr nach Mainz.
Von Köln Morgens 81/2 Uhr nach Koblenz.
Von Köln Abends 41/2 Uhr nach Düsseldorf.
Von Köln Abends 91/2 Uhr nach Mainz-Frankf.
Von Bonn Morgens 8 und 11 Uhr, Abends 118/4 aufwärts.
Von Bonn Morg. 81/2 Uhr nach Köln, Nachm. 1 u. 21/4 Uhr nach Köln-Düsseld.
Von Koblenz Morgens 6, 101/2, Mittags 12 nach Köln.
Von Mainz Morgens 6 u. 73/4 Uhr n. Köln-Düsseldorf.
Von Mannheim Nachmittags 31/4 Uhr nach Mainz.
Von Rotterdam Morgens 61/2 Uhr, Monntag, Mittwoch und Samstag nach Köln.
Von Arnheim Nachmittags 31/2 Uhr, Montag, Mittwoch und Samstag nach Köln.
Rhein-Yssel-Gesellschaft.
Vom 1. April 1848 von Köln.
Abends 8 Uhr jeden Sonntag, Dienstag und Freitag nach Düsseldorf, Wesel, Emmerich, Arnheim, Doesborgh, Zütphen, Deventer, Zwolle, Kampen u. Amsterdam; in Verbindung nach Hamburg und Hull.
Bonn-Kölner Eisenbahn.
Vom 15. April 1848 an.
Von Köln nach Bonn.
Morgens6 Uhr 30 Minut.
Morgens10 Uhr 00 Minut.
Vormittags11 Uhr 30 Minut.
Nachmittags2 Uhr 50 Minut.
Abends6 Uhr 45 Minut.
Abends8 Uhr 30 Minut.
Von Bonn nach Köln.
Morgens6 Uhr 00 Minut.
Morgens8 Uhr 00 Minut.
Mittags12 Uhr 00 Minut.
Nachmittags2 Uhr 20 Minut.
Abends5 Uhr 00 Minut.
Abends8 Uhr 00 Minut.
Während der schönen Jahreszeit fährt an jedem Sonn- u. Feiertage ein Extrazug um 31/2 Nachm. nach Brühl u. 71/2 Abends v. Köln n. Brühl. ‒ Preise: I. Kl. 15 Sgr. II. Kl. 10 Sgr. ‒ III. Kl. 7 Sgr. 6 Pf. ‒ IV. Kl. 5 Sgr.
Köln-Mindener Eisenbahn.
Vom 15. April 1848 an.
Von Deutz nach Düsseldorf.
Morg.7 U. 30 M. b. Minden.
Morg.10 U. 00 M. b. Düsseld.
Nchm.4 U. 00 M. b. Hamm.
Abds.6 U. 50 M. b. Düsseld.
Abds.10 U. 00 M. b. Minden.
Von Düsseldorf nach Deutz.
Morgens6 Uhr 00 Minut.
Morgens8 Uhr 00 Minut.
Nachmittags1 Uhr 5 Minut.
Nachmittags3 Uhr 40 Minut.
Abends7 Uhr 00 Minut.
Preise: I. Kl. 1 Thlr. II. Kl. 20 Sgr. III. Kl. 15 Sgr. IV. Kl. 8 Sgr.
Rheinische Eisenbahn.
Vom 21 Mai 1848 an.
Von Köln nach Aachen.
Morgens6 Uhr 30 M. ganz Belgien und direkter Anschluss nach Paris mit dem Nachtzuge von Brüssel.
Morg.10 Uhr 00 M. bis Antwerpen, Brüssel u. Gent.
Nachm.3 U. 00 M. b. Lüttich.
Abends6 Uhr 00 M. bis Aachen.
Von Aachen nach Köln.
Morg.6 Uhr 45 im Anschluss an das Dampfschiff nach Koblenz, die Bonner und Mindener Eisenbahn.
Morg.11 Uhr 00 M. Anschluss an die Bonner und Mindener Eisenbahn.
Nachmittags3 Uhr 00 M.
Abends6 Uhr 30 M.
Preise: I. Kl. 2 Thlr. II. Kl. 1 Thlr. 15 Sgr. III. Kl. 1 Thlr.
Von Aachen nach Belgien 61/2 u. 91/4 Uhr Morgens.
121/2 u. 53/4 Uhr Nachm.
Düsseldorf-Elberfelder-Eisenbahn.
Vom 15. April 1848 an.
Von Düsseldorf.
Morgens7 Uhr 00 Minut.
Morgens9 Uhr 30 Minut.
Mittags11 Uhr 45 Minut.
Nachmittags2 Uhr 30 Minut.
Nachmittags5 Uhr 30 Minut.
Abends8 Uhr 15 Minut.
Von Elberfeld.
Morgens6 Uhr 45 Minut
Morgens9 Uhr 15 Minut
Mittags11 Uhr 30 Minut
Nachmittags2 Uhr 15 Minut
Nachmittags5 Uhr 15 Minut
Abends8 Uhr 00 Minut
Preise: I. Kl. 25 Sgr. II. Kl. 18 Sgr. III. Kl. 12 Sgr. 6 Pf.
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Civilstand der Stadt Köln.
Geburten.
15. Juli. Maria Joseph. Elis. Eugenie Hubert., T. v. Bern. Hub. Franz Ferd. Kaufmann, Kaufm, Johannstr. ‒ Heinrich, S. v. Kaspar Berghof, Polizeisergeanten, Glockeng. ‒ Christina, T. v. Johann Fritzem, Steuermann, Kostgasse. ‒ Gertr., T. v. Werner Kolzem, Rheinarbeiter, unter Kranenbäumen. ‒ Maria Agnes Johanna, T. v. Franz Nikolai, Buchbinder, Komödienstraße. ‒ Sibilla, T. v. Pet. Scheidweiler, Schuster, gr. Griechenmarkt. ‒ Peter, S. v. Franz Kannengießer, Schreinermeister, Huhnsgasse.
Sterbefälle.
15. Juli. Heinr. Jos. Wingen, Fuhrwerkaufseher, verh., Thürmchenswall. ‒ Franz. Oehmen, 53 J. alt, unverh., im Laach. ‒ Hub. Joh. Gerh. Georg Roeder, 3 M. alt, Berlich.
Heirathen.
15. Juli. Christ. Brabender, Handschuhmacher, von hier, und Joh. Crnestine Weiß von Langensalza.
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Schiffahrts-Anzeige. Köln, 18. Juli 1848.
Angekommen: Ch. Schleicher und Val. Ebert vom Obermain.
In Ladung: Nach Ruhrort bis Emmerich Wwe. Jak. Schaaff; nach Düsseldorf bis Mühlheim an der Ruhr Joh. Budberg; nach Andernach und Neuwied M. Pera, A. Boecking; nach Koblenz und der Mosel und Saar D. Schlägel; nach der Mosel, nach Trier und der Saar N. Bayer; nach Mainz Val. Pfaff; nach dem Niedermain Fr. Gerling; nach dem Mittel- und Obermain C. Hegewein; nach Heilbronn Fr. Schmidt; nach Kannstadt und Stuttgart L. Hermanns; nach Worms und Mannheim W. C. Müller.
Ferner: Nach Rotterdam Kapt. v. Emster, Köln Nr. 26
Ferner: Nach Amsterdam Kapt. Kaefs, Köln Nr. 2
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Wasserstand.
Köln, am 18 Juli. Rheinhöhe 10′ 7″.
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Bekanntmachung.
Durch die allerhöchste Kabinets-Ordre vom 8. April d. J. (Gesetzsmmlung aNr. 14) ist das Porto für Papiergeld (Kassen-Anweisungen etc.) und Staatspapiere be- Versendung mit der Post bedeutend ermäßigt worden. Es ließ sich erwarten, daß sich in Folge dessen die Versendung, namentlich von Kassen-Anweisungen, ohne Deklaration aufhören, oder sich doch vermindern würde, und zwar im eigenen Interesse des Publikums, weil wenn Briefe mit nicht deklarirten Kassen-Anweisungen verloren gehen, gesetzlich kein Ersatz gewährt wird. Jene Erwartung hat sich jedoch nicht erfüllt, im Gegentheil mehren sich die Reklamationen wegen Verlust von dergleichen undeklarirt abgesandten Papieren. Insoweit bei der Versendung undeklarirten Papiergeldes nur eine Porto-Ersparniß beabsichtigt wird, scheint ganz übersehen zu werden, daß der dadurch zu erlangende Vortheil verglichen mit der geringen Mehrausgabe für deklarirte Geldsendungen fast durchgehends ganz unerheblich ist, jedenfalls aber mit der Gefahr, bei unterlassener Deklaration in keinem Verhältnisse steht:So kostet beispielsweise: ein Brief von Köln nach Bonn, mit 50 Thlr. Kassen-Anweisungen, 1 1/4 Loth schwer, undeklarirt 2 Sgr., deklarirt 2 1/4 Sgr., mehr 1/4 Sgr.
ein Brief von Köln nach Minden mit 100 Thlr. Kassen-Anweisungen, 2 1/2 Loth schwer, undeklarirt 9 Sgr., deklarirt 10 Sgr., mehr 1 Sgr.
ein Brief von Köln nach Berlin mit 200 Thlr. Kassen Anweisungen, 2 Loth schwer, undeklarirt 12 1/2 Sgr., deklarirt 16 1/2 Sgr., mehr 4 Sgr.
Das General-Postamt hält sich für verpflichtet, das Publikum hierauf aufmerksam zu machen.
Berlin, den 21. Juni 1848.
General-Postamt. (gez.) v. Schaper.
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Gerichtlicher Verkauf.
Am Donnerstag, den 20. Juli 1848, Vormittags zehn Uhr, wird der Unterzeichnete auf dem Apostelnmarkte zu Köln mehrere Sattlerwaaren, als: Koffer, Hosenträger, Cigarren-Etuis etc., sodann eine Kommode dem Meist- und Letztbietenden gegen baare Zahlung öffentlich verkaufen.
Der Gerichtsvollzieher, Gassen.
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Nicht zu übersehen.
Einem verehrten Handelsstande mache ich die ergebene Anzeige, daß ich an der Frohngasse mit meinem Schiffe „Friedrich Wilhelm“ nach Mannheim und Ludwigshafen in Ladung liege, und die Baumwoll-, Oel-, Thran und flüssigen Waaren, in Fässer und Kisten zu 20 Kr., alle anderen Waaren zu 19 Kr, jedoch Blei und Eisen zu 18 Kreuzer per 50 Kilogramm, exklusive Oktroi annehme; die Güter, welche nicht an die Frohngasse gebracht werden können, nehme ich im neuen Hafen an der Neugasse in Empfang. F. J. Adams.
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Ein grauer glatthäriger Jagdhund, braun behangen, langer Ruthe, auf dem Rücken die Haare etwas abgestoßen, ist entlaufen; wer dessen Aufenthalt anzeigt, erhält eine gute Belohnung, Buttermarkt Nr. 44.
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10 gut erfahrne Stuckatur-Gehülfen werden gesucht. Näheres Schildergasse Nr. 49.
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Im Verlage von L. Sommer (vorm. Strauß), in Wien, Stadt, Dorotheergasse Nr. 1108, und durch alle Postämter kann pränumirt werden auf das 2. Semester der Allgemeinen Oesterreichischen Zeitung. Hauptredakteur: Ernst v. Schwarzer.
Die Allgemeine Oesterreichische Zeitung erscheint täglich, und zwar: Morgens ein ganzer Bogen, Abends ein halber, und so oft es nothwendig wird, auch Abends ein ganzer Bogen.
Die Abendbeilage wird nicht, wie dies bei der Wiener Zeitung der Fall ist, besonders bezahlt.
Pränumeration für das Morgen- und Abendblatt zusammen halbjährig: nämlich vom Juli bis Dezember 9 Fl., vierteljährig vom Juli bis September 4 Fl. 30 Kr. C.-M. Mit täglicher Postversendung halbjährig 11 Fl. C.-M.
Von nun an auch vierteljährig mit täglicher Postversendung 5 Fl. 20 Kr. C.-M.
Nachricht.
Die ersten fünf Nummern des II. Semesters der Allgemeinen Oesterreichischen Zeitung sind vergriffen, und können deshalb den später gemeldeten P. T. Pränumeranten nicht sogleich geliefert werden.
Da noch täglich viele Bestellungen auf diese Zeitung geschehen, findet sich der Herausgeber derselben veranlaßt, eine zweite Auflage schleunigst zu veranstalten, und ladet hiermit ein, beabsichtigte Pränumeration gefälligst schnell einleiten zu wollen, um die Größe der zu veranstaltenden Auflage feststellen zu können.
Später einlaufenden Pränumerationen dürfte ‒ wie dies im abgelaufenen Quartale geschehen ‒ nicht entsprochen werden können, da eine dritte Auflage, der bedeutenden Herstellungskosten wegen, nicht veranstaltet werden wird.
Leopold Sommer, Herausgeber der Allgemeinen Oesterreichischen Zeitung.
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Amtliche Bekanntmachung.
Mit Bezugnahme auf die diesseitige Bekanntmachung vom 12. d. M., wird hiermit zur Kenntniß des betreffenden, handeltreibenden Publikums gebracht, daß der Gemeinderath für den, am ersten Montage im Monat Oktober d. J. hier statt findenden großen Waidviehmarkt, folgende Prämien für Viehhändler bewilligt hat, nämlich: 1) für denjenigen, welcher den besten Ochsen zum hiesigen Markte bringt, 100 Thaler,
2) für denjenigen, welcher den zweitbesten Ochsen zum hiesigen Markte bringt, 50 Thaler,
3) für denjenigen, welcher die beste Kuh zum hiesigen Markte bringt, 50 Thlr.,
4) für denjenigen, welcher die beste Verse zu Markte bringt, 30 Thaler, und
5) für denjenigen, welcher das meiste Waidvieh zum hiesigen Markte bringt, 20 Thaler.
Die Beurtheilung des Viehes, resp. die Zuerkennung der Prämien, wird durch die für den hiesigen großen Viehmarkt bestehende Metzgerdeputation erfolgen.
Die in den Nummern 46 und 47 dieses Blattes enthaltene diesfällige Bekanntmachung vom 15. d. Mts. ist dahin zu berichtigen, daß die Prämien nicht ausschließlich für niederländische, sondern auch für andere Viehhändler bestimmt sind.
Köln, den 18. Juli 1848.
Der königl. Oberbürgermeister, Steinberger.
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Erklärung.
In Betreff der Annonce in Nr. 34 der Neuen Rheinischen Zeitung den Herrn Kaplan Lenartz angehend, erkläre ich hierdurch, daß diese Anzeige, wie jetzt ausfindig gemacht ist, unter einem fingirten Namen eingeschickt wurde. Im Drange der Geschäfte ist es übersehen worden, den Inhalt der Anzeige einer genauern Durchsicht zu unterwerfen und ich bedauere daher aufrichtig, daß durch diesen Fehler eine ebenso unwürdige als ungegründete Verläumdung der Oeffentlichkeit übergeben wurde. Korff.
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Helgoland.
Fast alle Brunnen und Bäder empfehlen sich in öffentlichen Blättern als ruhige und sichere Oerter, in denen Kranke und Gesunde in friedlicher Zurückgezogenheit die bewegte Zeit an sich vorübergehen lassen möchten, daß es nicht unpassend erscheinen kann, wenn wir an ein Bad erinnern, dem außer andern Vorzügen auch der genannte im höchsten Grade zukömmt; wir meinen Helgoland. Als Badeort längst rühmlich bekannt, kömmt ihm, wenn je, jetzt zu Gute, daß Englands mächtige Flagge auf seinem Felsen weht, und jedem Gaste Schutz und Schirm bietet; wir setzen noch hinzu, daß es den englischen Behörden gelungen ist, die Hamburger Dampfschiffe, welche während der Badezeit die Verbindung der Insel mit der Elbe unterhalten, und ebenso ihre Passagiere von jeder Molestie der Dänischen Blokadeschiffe und Kreuzer frei zu machen. Wie früher werden diese Schiffe 3 Mal wöchentlich von Hamburg nach Helgoland und ebenso oft zurückfahren, wodurch es möglich wird, daß die Badegäste, obwohl fern vom Kontinent, doch in steter Kenntniß aller Vorgänge sich erhalten können. Eine Auswahl der gelesensten Zeitungen wird hierzu mitwirken. Auch die andern Anstalten früherer Jahre zur Unterhaltung und Erholung sind wieder getroffen worden.
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In der Expedition der Neuen Rheinischen Zeitung ist zu haben: Manifest der Contrerevolution.
Auszug aus Nr. 43 der Neuen Rheinischen Zeitung.
Preis 1/2 Sgr.
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Der Unterzeichnete sieht sich zu der Erklärung veranlaßt, daß er, gleichwie beim Rheinischen Beobachter, nur den Druck der neuen rheinischen Zeitung übernommen und daher nirgend einen Einfluß auf den Inhalt derselben ausüben kann.
W. Clouth, Buchdruckereibesitzer.
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Einladung zur Pränumeration auf die Neue politische Ofner-Pesther Zeitung und die damit verbundenen Gemeinnützigen Blätter für Belehrung und Unterhaltung.
Wöchentlich sechs Nummern. Pränumerationspreis für den Semester Juli-December mit viermaliger Postversendung und Couvert 6 fl. C.-M. ‒ Man pränumerirt in Ofen bei allen löbl. Postämtern.
Die neue politische Ofner-Pesther Zeitung mit den Gemeinnützigen Blättern, unterstützt von vorzüglichen Kräften nah und fern, hat als Organ entschiedenen Fortschrittes allseitige Anerkennung gefunden und erfreut sich einer großen Verbreitung.
Der am 2. Juli beginnende ungarische Reichstag ‒ der erste, auf welchem das ganze Land mit dem damit vereinigten Siebenbürgen durch selbst gewählte Volksvertreter repräsentirt wird; ‒ die sich täglich wichtiger gestaltenden kriegerischen Ereignisse in Ungarn und dessen Nachbarländern, sowie die großen folgenreichen Begeben heiten im Auslande ‒ bieten Stoff zu den gehaltreichste Mittheilungen, die wir schnell und authentisch liefer und die unserer Zeitung im nächsten Semester noch größeres Interesse und höhern Werth verleihen werden.
Anzeigen aller Art finden durch die Ofner-Pesther Zeitung eine Verbreitung und wird die dreimal gespalitene Petitzeile bei 1maliger Einrückung mit 3 kr., be 3maliger Einrückung mit 8 kr. C.-M. berechnet.
Ofen, im Juni 1848.
Joseph Jànisch, Herausgeber und Redakteur.
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Aufruf an die Bürger Kölns.
Diejenigen Bürger Kölns, welche die Mahl- und Schlachtsteuer, die besonders auf so ungerechte Weise auf die arbeitenden Klassen lastet, aufgehoben wissen wollen, mögen sich vereinigen. Zu diesem Zwecke liegen in nachbenannten Lokalen Listen zur Unterschrift offen:
BeiHrn.Huthmacher, Martinstraße 31.
BeiHrn.Geuer, Rheingasse 25.
BeiHrn.Lölgen, Johannisstraße 2.
BeiHrn.Kreutzer, Weidengasse 11.
BeiHrn.Becker, Schildergasse 8 u. 10.
BeiHrn.Siemons, Mühlengasse 1.
BeiHrn.Kurth, große Sandkaul 34.
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Zum deutschen Reichsverweser Im neuen großen Schoppen, Große Neugasse Nro. 36.
Heute Abend frische Erbsen un sonstige der Saison angemessene Speisen und schöne Weine bei Louis Kertell.
Köln, den 18. Juli 1848.
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Neues Schwarzbrod ist zu haben bei Bäckermeister Adam Starck, Lyskirchen Nr. 2.
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Der Gerant, Korff.
Druck von W. Clouth, St. Agatha Nro. 12.