[0311]
Beilage der Neuen Rhein. Zeitg.
Dienstag 1. August 1848.
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[Großbritannien]
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London, 29. Juli.
Zu Ehren der Wahl des Erzherzogs Johann wurde gestern in der Crown and Seeptre Taverne ein großes Diner gegeben.
‒ Wie es heißt sind heute Morgen Verhaftsbefehle gegen mehrere Chefs der Chartisten in London ausgegeben worden.
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[ * ] Dublin, 28. Juli.
Der Lord-Lieutenant erließ gestern Abend eine Proklamation in der er 500 Pfund Sterling für die Verhaftung von Smith O'Brien und je 300 Pfund für die von Meagher, John Dillon und Doheny anssetzte. Alle Drucker der „Nation“ wurden verhaftet. Das Bureau belegte man mit Beschlag. Von Kilkenny hörte man, daß Smith O'Brien an der Spitze von 2000 Mann bei Ballingang stand. Er trug eine Uniform und war mit Picke und Pistole bewaffnet. Das Gerücht hatte sich verbreitet, daß er nach Littleton ziehen werde. Die übrigen Führer der Insurgenten befanden sich nicht in jener Gegend. Dem Beginn der Feindseligkeiten sah man stündlich entgegen; von Truppen waren etwa 1000 Mann gegenwärtig, worunter indeß keine Artillerie. Die Polizeimannschaft aus Kilkenny und Tipperary war in den größern Städten des Landes koncentrirt.
Lord Clarendon ist jetzt eifrig damit beschäftigt, die Dubliner Revolutionärs einzuschüchtern. Heute Morgen vor Tagesanbruch war die ganze Polizei auf den Beinen um alle verdächtigen Stadtviertel zu durchsuchen und Waffen und Munition zu konfisziren. Ihre Anstrengungen waren indeß nicht von großem Erfolg; und es scheint fast, daß sich die Häupter der Konföderirten mit ihren Waffen sämmtlich in die Provinzen begeben haben.
Bei Waterford haben die Truppen des Gouvernements auf dem sogenannten „Mount Misery“ (Elends Berg) ein Lager gebildet. Es versteht sich von selbst, daß man an Geschäfte jetzt nicht viel mehr denkt; die Banquiers im Innern des Landes verweigern den Diskonto selbst bei den besten Sicherheiten.
In Carrick ließen sich am vorigen Montag, wie man erzählt, 30 bis 40 Tausend Menschen als Klubbisten enrolliren. Von Cork hörte man dagegen, daß unter den Konföderirten große Niedergeschlagenheit wegen Aufhebung der Habeas-Corpus-Akte herrsche. In Drogheda fielen mehrere Verhaftungen vor. Aus allen Theilen des Landes wurde indeß noch kein ernstliches Zusammentreffen der Truppen und der Insurgenten berichtet.
Französische Republik.
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[ 12 ] Paris, 28. Juli.
Nein, es ist ergötzlich! Vorgestern war man in der Deputirtenkammer am disputiren über die Aussprache des Wortes „Club“. Soll man Clöb, Club oder Clob sagen? Da trat dann Marrast auf, und zeigte, daß er englisch verstände, und sprach das Wort mit der besten wissenschaftlich begründeten englischen Pronunziation aus. Die Franzosen durchfuhr's, als führe man mit einem spitzen Griffel über einen Schiefer. Marrast, der Stock-Republikaner, der die Clubs aus der Geschichte des Jakobinismus kennen gelernt hat, koquettirt jetzt mit der englischen Aussprache eines Wortes, das damals dermassen französirt war, und französisch ausgesprochen wurde, daß das englische Clob für die frechste, unpatriotischste Profanation gegolten hätte. Ein gleiches Bewandniß hat es nun seit 2 Tagen mit der Definirung des Wortbegriffs „geheime Gesellschaft!“ Was ist eine geheime Gesellschaft? „Eine geheime Gesellschaft ist eine Gesellschaft die sich verbirgt“ sagt Coquerel. Nein, eine geheime Gesellschaft, ist diejenige, die im geheimen ihren Zweck verfolgt. Jener noch nicht! Geheime Gesellschaften sind diejenigen, die im geheimen sich versammeln! Die Definition war nicht zu finden! Es fehlte ein Deutscher aus der Frankfurter Versammlung, der hätte schon das zu definirende Wort in der Definition zu vermeiden gewußt. Aber nun fragte es sich, welche geheime Verbindungen sollen verboten werden? Alle Assoziationen, selbst die nicht politischen? Dann fragte sich wiederum, was sind politische geheime Verbindungen, was nicht politische geheime Verbindungen.
Freiheit und Republik!
Wann werden wir die Definition quitt?
Wenn ich mit mehren meiner Freunde, meiner Handelsfreunde, die nichts mit der Politik zu thun haben, zusammentrete, und mich mit ihnen über Handelsinteresse unterhalte, die wir miteinander gemein haben, so liegt darin noch nichts politisches. Wenn ich nun aber weiter sehe, daß diese Interessen, die ich mit andern gemein habe, meinen Konkurrenten feindselig gegenüberstehen, und der Staat, indem er die einen oder die andern beschützt, mir friedlich oder feindlich gegenübertritt, so sieht sich plötzlich meine Assoziation in die Politik verwickelt. Im Allgemeinen! ich kann jetzt gar nicht mehr von meinen Privat-Interessen sprechen, ohne die politischen Interessen zu berühren! Ich kann keine soziale Frage mehr berühren, ohne in die politische hinüberzustreifen, und jede Assoziation, im unschuldigsten Sinne, wird eine politische! Also überall Verbindungen, überall Assoziationen; was zu thun? Soll jede engere Verbindung, jeder wissenschaftliche Cirkel als geheime Verbindung angesehen werden? Hört Herrn Dupin, den Generalprokurator und Moralisten! Eine geheime Verbindung ist eine unbekannte Verbindung; eine unbekannte Verbindung ist das Unbekannte selbst! Das Unbekannte kann nicht durch Bekanntes definirt werden; ergo: verpönen wir die geheimen Verbindungen im Allgemeinen, ohne Zusatz, ohne Definition!
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Paris, 29. Juli.
Man entsinnt sich, daß die Nationalversammlung einen Ausschuß ernannte, um die Ereignisse des Juni und Mai zu untersuchen und wo möglich die geheimen Fäden zu entdecken, welche beide Katastrophen miteinander verknüpfen. Die Aufgabe war wichtig und alle Welt sah ihrer Lösung mit Spannung entgegen. Dieser Bericht ist endlich erschienen, entspricht aber keineswegs der gehegten Erwartung. Galy-Cazalat heißt sein Verfasser, der gestern sein aus Zeitungsartikeln und Kammerberichten zusammengefügtes Machwerk der Nationalversammlung vorgelegt hat. Wir finden darin durchaus nichts Neues. Auflösung der Nationalversammlung, Entfernung des Militärs aus Paris auf vierzig Stunden im Umkreise, Freilassung der Maigefangenen in Vincennes und Abfassung der Verfassung durch das Volk selbst ‒ werden darin wiederholt als die Pläne der Insurgenten dargestellt. Von den lüsternen Plänen über Raub, Mord, Brand, Nothzucht, Menschenschlächterei und dergleichen, die der Kanibale Konstitutionel den Insurgenten unterschob, findet sich dagegen im Bericht keine Silbe.
‒ Unsere Bürger-Regierung entwickelt eine unglaubliche Thätigkeit. Sie wird dieser Tage einen wahrhaft militärischen Staatsstreich durchführen: sie wird die Mobilgarde auflösen! Diese Auflösung geschieht indessen nur auf Einen Tag, und gehört zu den genialsten Taschenspielerstreichen, wodurch sich unsere modernen Regierungskünstler auszeichnen d. h. die Auflösung geschieht nur zum Scheine und hat zwei Gründe: a) Ersparniß; b) Reinigung. Die Mobilgarde bezog bisher 30 Sous (14 Sous reines Benefiz oder Trinkgeld) per Tag, während sich die Linie mit 1 Sous begnügen mußte. Diese Ungleichheit machte böses Blut und verursachte arge Prügeleien, ruinirte aber hauptsächlich die Staatskasse. Außerdem zeigte sich die Mehrzahl störrig, und wollte ihr Haupt nicht unter die Soldatenzuchtruthe beugen. Ein solcher Zustand wurde auf die Dauer gefährlich, und man berieth daher im Lager Lamoriciere's, wie man sich der Canaille in der Mobilgarde ohne viel Geräusch entledigen könne? Sie zum Teufel jagen? Das ging nicht; ihr Vertrag lautet auf 1 Jahr 1 Tag. Man flüchtet sich daher hinter die Nationalversammlung. Diese wird im Laufe der nächsten Woche die Mobilgarde diskutiren, und da wird sie sie auflösen.
Bei dieser Gelegenheit wird man die Böcke von den Schaafen sondern und das revolutionäre Ungeziefer ausscheiden, Um das Experiment möglichst rasch zu vollenden, liegt bereits im Palais National eine Menge Listen aus, wohin die jungen Leute in Masse strömen. Die Zahl der täglichen Anwerbungen, sowohl für die neue Mobilgarde à 1 Sous und die Alpenarmee beläuft sich täglich auf nahe an 200.
‒ Gestern machte die Staatsanwaltschaft auf eine Broschüre Jagd, welche seit dem Jahre 1846 an den meisten Buchläden ungestört aushing. Sie führt den Titel: Vie populaire d'Henri de France. (Privatleben des Herzogs von Bordeaux).
‒ Der National zeigt an, daß er Morgen nicht erscheine. Er will die Julirevolution im stillen Kämmerlein feiern. „Das Herz Frankreichs“ ‒ ruft der alte Sünder aus ‒ „ist groß genug, um eine zweifache Liebe zu enthalten.“ Die Liebe für die Julisonne und den Februarnebel. Bei seinem Patron Marrast fand gestern das erste Hofdinerstatt. Zahlreiche Musikkorps spielten unter den Fenstern des Speisesaals.
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Nationalversammlung.Sitzung vom 28. Juli. Präsident Marrast erklärt sie um 2 1/2 Uhr eröffnet. Er liest einen Brief vor, in welchem Luzian Murat die Versammlung um Urlaub ersucht, weil ihm die Exekutivgewalt eine geheime Sendung (nach Italien?) anvertraut habe. Bewilligt.
Marie, Justizminister, zeigt der Versammlung an, daß ihn Krankheit abhalte, der Sitzung beizuwohnen.
Die Interpellationen rücksichtlich der seit dem 25. Juni sequestrirten Journale, die gestern Latouche angekündigt hat, fallen daher weg.
Ein Mitglied des Unterrichtsausschusses legt seinen Bericht über den beantragten unentgeltlichen Besuch des Pariser Schullehrer-Bildungsinstituts vor.
Ein anderes Mitglied legt seinen Bericht im Namen des Arbeitsausschusses über gewisse Anträge rücksichtlich des Proletariats vor.
Dann gehts zur Tagesordnung. Auf derselben befindet sich der Kreditentwurf rücksichtlich der Mobilgarde. Die Mobilgarde, am 30. März eingeführt, kostet pro 1848 die Kleinigkeit von 14,100,000 Fr.
5 1/2 Million wurden von der provisorischen Regierung bereits gezahlt, und die jetzige verlangt noch 9,600,000 Franken bis zum Neujahr 1849. Die Garde soll gänzlich reorganisirt und der Linie gleichgestellt werden.
Die Regierung schlug indessen vor, die alte berittene und berüchtigte Februargarde (garde republicaine) beizubehalten, so daß sie 26 Bataillone zu Fuß (darunter ein Bataillon Seesoldaten, das im Palais-Ex-Royal hauset) nebst drei Schwadronen alter republikanischer Garde bilden würde.
Der Ausschuß schlug dagegen vor, nur 25 Bataillone (1 Marinebataillon) zu bewilligen und die alte Caussidière'sche rothe Garde zu streichen.
de Fredern benutzte diese Gelegenheit, um die alte republikanische Garde zu vertheidigen. Sie habe sich in der Junischlacht so brav gezeigt und viele ihrer Glieder seien im heutigen Moniteur zu Rittern der Ehrenlegion geschlagen worden, so tapfer hätten sie sich für die weiße Republik gegen die rothe geschlagen.
Oberst Ambert, den der Ausschuß zum Berichterstatter ernannt hatte, und der jeden Verstoß gegen die militärische Rangleiter als das größte aller Staatsverbrechen ansieht, bestritt die Nothwendigkeit und Gerechtigkeit der Beibehaltung der Republikanischen Garde zu Pferde und zog füchterlich gegen sie zu Felde. Einzelne Offiziere derselben seien nicht vom Kriegsminister, sondern vom Minister des Innern ernannt worden (Hr. Recurt), der vom Militärdienst nichts verstehe. Die Republ. Garde sei nichts weiter, als ein Versuch gewesen, eine Leibgarde der Regierung wie unter der Restauration herzustellen u. s. w.
Diese Anspielungen auf eine glorreiche Vergangenheit, riefen Senard, Minister des Innern, und Larochejaquelein auf die Bühne.
Senard wies mit hohlen Worten nach, daß nicht seine, sondern die vorige Verwaltung diese Vergehen begangen habe u. s. w.
Larochejaquelein, dieser kahle Advokat der Restaurations-Periode, rechtfertigte jene goldenen Zeiten und bekämpfte die berittene Garde als illegal.
Ambert sprach bei Postschluß für Annahme des Ausschußantrages.
(Nach 4 Uhr). Senard, dem Kampfe ein Ende zu machen, zog den §. rücksichtlich der republikanischen Garde zu Pferde zurück und der Rest wurde genehmigt.
Die Versammlung ging zu einem anderen Gegenstand der Tagesordnung über, nämlich zu dem Gesetzentwurf, der über die Einzahlungen handelt, die von den Tontinen und anderen Anstalten in dn Staatsschatz behufs Renteneinschreibung gemacht worden.
So trocken diese Frage scheint, rief sie doch eine sehr lebhafte Debatte hervor.
Man entsinnt sich, daß ein Dekret der prov. Regierung vom März sich vorbehielt, über die Kapitalien der Tontinen-Gesellschaften zu verfügen. Goudchaur, der neue Finanzminister, der die Aufgabe hat, alle finanziellen Verstöße seiner Vorgänger auszubessern, übernahm es heute, das Gewissen der Tontinengesellschaften zu beruhigen. Er versprach ihnen, die von der provis. Regierung beabsichtigte Spoliation nicht eintreten zu lassen, sondern die Einzahlungen sämmtlich zum Kurse von 65pCt. in 5pCt. Renten zurückzuleisten. Da die Tontinen für etwa 2 3/4 Millionen zu fordern haben, so begreift man daß sich der Gegenstand der Mühe lohne.
Cremieux konnte unmöglich gelassen anhören, wie man die provisorische Regierung der Spoliation anklage. Er eilte auf die Tribüne und vertheidigte sie mit vieler Energie gegen die kommunistischen Vorwürfe. Wir haben das provisorische Regierungsglied selten mit mehr Glück sprechen hören. Wir hatten die Ehre, rief er aus, das französische Volk zu vertreten, und werden nimmermehr dulden, daß man uns dergleichen Vorwürfe mache.
Vivien gab sich jedoch wiederholt Mühe, die Violation und Spoliation von Verträgen durch die prov. Regierung nachzuweisen. (Lärmen und heftige Unterbrechung.)
Hignier und A. protestirten gegen den Restitutionskurs von 65%.
Sonst bot die Sitzung bis 6 1/2 Uhr kein Interesse.
Neueste Nachrichten.
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Edition: [Friedrich Engels: Neueste Nachrichten aus Rom. In: MEGA2 I/7. S. 457.]
Rom.
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Leipzig, 28. Juli.
Seit gestern Abend läuft hier ein Gerücht von unruhigen Auftritten in Gera um, wo es bei der versuchten Befreiung des verhafteten Oekonomiekommissars Krautz zum blutigen Zusammenstoß mit der bewaffneten Macht, Bürgerwehr und Turner, gekommen sein soll; man erzählt von Todten und Verwundeten. Bestimmtere Nachrichten fehlen indessen noch gänzlich. [(D. A. Z.)]
Amtliche Nachrichten.
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Der König hat den Staatsminister Camphausen als preußischen Bevollmächtigten bei der provisorischen Centralgewalt von Deutschland nach Frankfurt abgeordnet.
Dem gedachten Bevollmächtigten sind der Oberstlieutenant Fischer, der Wirkliche Legationsrath v. Kamptz und der Geheime Finanzrath Camphausen beigeordnet worden, um demselben bei der Ausführung der ihm übertragenen Geschäfte zur Seite zu stehen.
Der König hat dem Oberpräsidenten, Wirklichen Geheimen Rath v. Meding, die von ihm nachgesuchte Dienstentlassung bewilligt und die Verwaltung des Oberpräsidiums der Provinz Brandenburg, einstweilen dem Wirklichen Geheimen Legationsrath, Freiherrn v. Patow, übertragen.
Nach dem heutigen Militär-Wochenblatt ist der Major Slevogt, Brigadier der 7. Artilleriebrigade, unter Aggregirung bei derselben, zum Kommandanten von Thorn, der Oberstlieutenant v. d. Mülbe vom 4. Infanterieregiment, unter Aggregirung bei dem Regiment, zum Kommandanten von Weichselmünde, der Hauptmann v. Heinemann vom 26. Inf.-Reg. zum Major und Kommandeur des 3. Bataillons 26. Landwehrregiments ernannt worden. Ferner ist dem Generalmajor v. Reichenbach, Kommandanten von Thorn, als Generallieutenant, dem Hauptmann v. Gizycki, Artillerieoffizier des Platzes Graudenz, als Major mit Pension, den Hauptleuten v. Carlowitz und v. Löfen vom 26. Infanterieregiment als Majors, mit der Regiments-Uniform mit den vorschriftsmäßigen Abzeichen für Verabschiedete, Aussicht auf Civilversorgung und Pension, bei der Landwehr dem Major v. Lindequist, Kommandeur des 3. Bataillons 26. Regiments, als Oberstlieutenant mit der Uniform des 34. Infanterieregiments, dem Major Heuduck, Kommandeur des 2. Bataillons 8. Regiments, als Oberstlieutenant, mit der Uniform des 12. Infanterieregiments mit den vorschriftsmäßigen Abzeichen für Verabschiedete und Pension, der Abschied bewilligt worden.
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Verhandlungen des Gemeinderathes zu Köln.
Sitzung vom 28. Juli 1848. Abends 6 Uhr.
Eine Beschwerde der Anwohner des Bonn-Kölner Eisenbahnhofes, wegen Unterdrückung der Straßenverbindung vor den Siebenburgen, wurde an eine, aus fünf Mitgliedern bestehende, Kommission zur: Prüfung und Berichterstattung verwiesen. ‒ Eben so wurde ein Schreiben des Präsidenten der Handelskammer zu Lennep wegen Mitwirkung der hiesigen Stadt bei Nachsuchung der höhern Genehmigung zum Bau einer Eisenbahn von Köln über Lennep in's Wupperthal, der ständigen Kommission für städtische Bauten u. s. w. zur Prüfung und Berichtserstattung überwiesen, welche sich zugleich in Betreff des Projektes der Köln-Krefelder Eisenbahn mit dem hierfür bestehenden Comité in Verbindung setzen möge.
Das von einer hiesigen Eisengießerei und Maschinenfabrik eingereichte Projekt zur Anlage einer Kettenbrücke über den Rhein, soll zunächst dem Stadtbaumeister zum gutachtlichen Berichte mitgetheilt werden. ‒ Auf den Antrag des Festcomité's des Central-Dombau-Vereins ward eine aus fünf Mitgliedern des Gemeinderaths bestehende Kommission ernannt, um sich an den Berathungen über die bevorstehenden Festlichkeiten bei der Säkularfeier der Gründung des Domes zu betheiligen. ‒ Endlich ward eine Reklamation der Deputirten der hiesigen Metzgermeister wegen zu hoher Schlachthausgebühren u. s. w. der ständigen Kommission für Polizei-Angelegenheiten, Märkte etc. etc. zur Prüfung und Berichterstattung, unter Kommunikation mit den Reklamanten, überwiesen.
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Erwiederung.
Der leidenschaftliche und eben darum unanständige Ausfall gegen die acht Unterzeichner des Promemoria für die Aufrechterhaltung der Integrität und der Reichsunabhängigkeit Posens, welchen die Beilage zu Nr. 205 der O. P. A. Zeitung unter Frankfurt 27. d. enthält, ist unverkennbar aus derselben Feder geflossen, welche die hiesigen Blätter von hier aus mit Artikeln aus Posen speist. Diese mit dem verdienten Namen zu bezeichnen, erlaubt mir nicht die Würde der Sache, die ich führen helfe. Jeder Unbefangene wird den Zweck der Nachrichten von beabsichtigten neuen Aufständen im Posenschen in dem gegenwärtigen Momente ebenso, wie ihre Bodenlosigkeit selbst sehen und sie nach ihrem Werthe zu beurtheilen wissen. Auch der heute in Frage kommende Artikel würde auf sich beruhen können, wenn der Drang der Verhältnisse der Wahrheit die erforderliche Zeit gönnte, um den Weg zum Siege durch sich selbst zu finden.
Wir machen also darauf aufmerksam, daß der Einsender, weil die allezeit blinde Leidenschaft ihn blind gemacht hat, es übersah, wie Seite 9 des Promemoria die Beilage 32 citirt ist; und hätte er die Geduld gehabt, in den Beilagen nachzuschlagen, so würde er unter Nr. 32 das von ihm vermißte Document vollständig gefunden haben, und die Zeitung hätte dann ihren Raum für etwas Besseres behalten. Den in der O. P. A. Z. voranstehenden Zuruf „an unsere Mitbürger deutscher Zunge“ haben wir nicht mit abdrucken lassen, um nicht den „fein gewebten“ Zweck der darin athmenden Friedensliebe aufdecken zu müssen, was uns in den Verdacht eines gehässigen Angriffs hätte bringen können, wie er uns nicht geziemt, weil wir nur die Waffe der Nothwehr führen. Daß die Antwort des polnischen Comité vom 29. März nicht mitabgedruckt ist, um das Beilageheft nicht zu sehr anzuschwellen, ist nur zu bedauern, weil sie den Beweis liefert, daß schon damals der Beginn der finsteren Intrigue von uns erkannt worden ist, wie Schlußworte bezeugen:
„Ihr stört das Werk der christlichen Völkerverbrüderung und wollt Zwietracht säen zwischen uns und Deutschland; denn Anderes bezweckt Ihr nicht, gleich jenen, die vor zwei Jahren ‒ oder sind vielleicht dieselben noch in Eurer Mitte? ‒ uns Gift und Dolch andichteten, um uns durch bösen Leumund zu verderben. ‒ ‒ Ihr selbst sprecht es aus und sprechet Euch damit das Urtheil. Womit Ihr uns als einer Folge droht, der Verlust der Sympathien der Völker Deutschlands für die Sache unserer Befreiung, sehet, das ist Euer Zweck, dahin wollt Ihr's bringen.
Das aber werdet und sollt Ihr nimmermehr. Wie es Euch bisher mißlang, so mißlingt es Euch heut, indem wir Euch vor Eurem ganzen deutschen Vaterlande als die anklagen, die mit Vorbedacht den Frieden brachen, weil Ihr es nicht vermöget, Euch emporzuschwingen zu der Idee der allgemeinen Freiheit, Euch nicht trennen möget von den materiellen Vortheilen der Herrschaft, lieber Knechte haben wollt, als Brüder. Deutschland sei der Richter zwischen uns und Euch! Deutschland richte, ob die Liebe zum Vaterlande, die Ihr das köstlichste der Güter nennt, sie mit dem Vaterlande selbst verwechselnd, noch in
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Eurer Brust wohnt, seit Ihr die Grenzen Deutschlands freiwillig verließet, da Ihr dieß köstlichste der Güter uns auf unserer eigenen angestammten Erde eigenützig vorenthalten wollt.“
Zur Vervollständigung des Beweises berufe ich mich auf das Zeugniß des Herrn Dr. Hepke. Als derselbe in den ersten Apriltagen in Berlin seine Agitation ‒ wir bitten die Sprachreiniger um Nachsicht für den fremden Ausdruck, als den milderen ‒ begann, um Schutz und Beistand für die nach ihm bedrohten Posen'schen Deutschen zu erwirken, trat ich dem im konstitutionellen Klub am 3. April als einer durchaus überflüssigen Maßregel mit Bestimmtheit entgegen und gab das wiederbeginnende Verläumdungssystem von 1846 als den wahren Beweggrund des ganz unbegründeten Nothgeschreies an. Vielleicht erinnert sich auch der Abgeordnete, Herr Präsident von Lette, welcher an demselben Abende sprach, dieses Umstandes. Der Klub erließ darauf eine sehr gemäßigte Adresse nach Posen, die Baron v.Dazür redigirte, welchen der Regierungsrath Freiher Kolbe v. Schreeb in seiner Wahlbewerbung uns seitdem als den Sohn eines russischen Obersten Dazurow kennen lehrte.
Wir setzen die eigenen Anfangsworte des politischen Glaubensbekenntnisses des Herrn Freiherrn K. von Schreeb hierher, wie sie zu Posen am 18. Mai unter der Ueberschrift: „Für die Wahl nach Frankfurt. An meine Mitbürger“ gedruckt worden sind:
Es liegt nicht in meinem Wesen, zu irgend etwas mich anzubieten oder hinzudrängen; in der ganz eigenthümlichen Lage aber, in welcher die hiesigen Wähler für den Bundestag in Frankfurt sich befinden, nöthigt mich meine Bürgerpflicht, meine Wesenheit in dieser Beziehung zu überwinden und ihr geradezu entgegen zu handeln.
Es fehlt nämlich, so viel ich habe in Erfahrung bringen können, bis jetzt durchaus an einem irgend passenden Manne, auf den sich diese Wahl richten möchte.
Zwar haben die Zeitungen uns zwei Herren vorgeschlagen, und der Eine davon ist offenbar ein ganz gescheidter, befähigter Mann, mit allerlei Kenntnissen ausgerüstet und mit einer vortrefflichen, stets bereiten Redefertigkeit begabt; auch hat er sich in jüngster Zeit um die Beruhigung der hiesigen Wirren und um unseren Anschluß an Deutschland sehr verdient gemacht. Indessen ist er, wie man hört, nicht einmal ein Deutscher, sondern ein Russe von Geburt, und über sein eigentliches Herkommen weiß das hiesige Publikum nichts Zuverlässiges, als etwa, daß sein Vater Dazurow geheißen habe und russischer Oberst in Finland gewesen sein soll. Er hat sodann als Baron und Referendarius, protokollirend, referirend, dekretirend, kavaliermäßig im Casino und in den dort verbotenen Gesellschaften, aber auch auf den Bornhagenschen Bällen, in den italienischen Nächten des Odeums sich amüsirend, ein Paar Jahre hier gelebt; seit einem halben Jahre jedoch keinen Wohnsitz mehr hier am Orte, und es muß daher billig bezweifelt werden, daß ihm wirklich eine für ein solches Amt ausreichende Kenntniß der hiesigen Lokal- und Provinzial-Verhältnisse beiwohne u. s. w.
Wenn es dem Einsender noch nicht bis zur Evidenz erwiesen sein sollte wer die Urheber des unglücklichen Kampfes waren, so kann ihm folgende Hypothese zu Hülfe kommen:
Bei der Unausbleiblichkeit der Wiederherstellung Polens liegt Alles daran, unter dem Vorwande der Rechte der Nationalität und der Nothwendigkeit des Schutzes der deutschen Bevölkerung gegen den Haß und die Grausamkeit der Polen, einen möglichst großen Theil des Großherzogthums mit der Aegide des mächtigen deutschen Reichs zu decken, und einen möglichst kleinen Theil als polnisch zur Herausgabe an das künftige Polen in Bereitschaft zu halten. Außerdem wird das deutsche Reich durch die Unentbehrlichkeit der Bundesfestung Posen für den Plan gewonnen. Zu dem Ende mußte das Großherzogthum Posen durch den Krieg seiner völkerrechtlichen Stellung verlustig gehen.
Der Einsender wird die Bedeutung der Hypothese in der Wissenschaft kennen. So lange sie zur Erklärung vorhandener Thatsachen vollständiger, als andere, ausreicht, gilt sie als richtig und wahr. Er sage uns, was bei dieser Voraussetzung von dem, was in Posen geschah, und was mit Posen im Werke ist, unerklärt bleibt. Auch auf den mir noch aus des Cicero Rede für den jungen Roscius aus Ameria erinnerlichen Grundsatz des römischen Rechtsgelehrten Cassius Longinus darf ich mich berufen, den Urheber der That in deren Nutznießer zu suchen (cui bono fuerit). Damit ist auch die geheime Macht erklärt.
Daß Chylewski ein bestrafter Dieb gewesen sein soll, ist, wo es sich um so Großes handelt, irrelevant: auch konnten die Soldaten das nicht wissen. Unter dem Thore des Bazar hat er jedenfalls am 21. März weder gestohlen, noch gar ein todeswürdiges Verbrechen verübt; aber sein Blut war das erste, was vergossen wurde. Von dessen Einbrechen auf die Wache hat sich nichts erwiesen. Allein das über den Mord empörte Volk habe ich, zufällig vorübergehend, von dem Zuschlagen selbst abgehalten, indem ich sein Wehegeschrei über die neue Schmach damit besänftigte, daß ich es ermahnte, nach 33 Jahren der Schmach noch eine kurze Weile Geduld zu haben, und ihm die Farben unsrer Kokarde als die reinen Symbole der Unschuld und Liebe erklärte. Mehr Mühe kostete es nachher dem Comité, von welchem das das Volk Zeichen zum Angriffe verlangte und auf dessen Weigerung ihm Feigheit vorwarf. Aber unser Volk ist so lenksam, als brav.
Daß der Einsender, um seinem Zorne Luft zu machen, auf den Polenprozeß zurückkommt, nachdem das freie deutsche Volk die Kerker der Märtyrer der Freiheit sprengte, verzeihe ich ihm um so eher, weil man daraus schließen darf, daß es ihm an Angriffspunkten auf das Promemoria selbst fehlt; aber sein Zorn sollte sich gegen die preußische Prozeßordnung kehren.
Ad vocem „Verdrehungen“ ist es doch wohl eine solche, daß man den heillosen Plan, Unfrieden hervorzurufen, als eine Frucht des Dokumentes darstellt, während wir es nur als das erste Dokument der Existenz des Planes anführten.
Frankfurt, den 23. Juli 1848.
Joh. Wilh. Cassius
[Leserbrief]
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An die Freunde des Deutschen Zuschauers.
Ich denke, alle diejenigen, welche bisher dem „Deutschen Zuschauer“ ihre Theilnahme widmeten und in trüben Zeiten bei demselben fest aushielten, waren ihm nicht deshalb freundlich gesinnt, weil er den Titel führte, „Deutscher Zuschauer“ und weil er in Mannheim herausgegeben wurde, sondern weil er furchtlos und entschieden für die ewigen und unveräußerlichen Rechte des Volkes kämpfte. Nicht das Format, nicht die Lettern, sondern der Geist und die Richtung des Blattes gewannen ihm seine Freunde und seine Leser. Andere sahen einige Bürger Mannheims die Sache an. Sie glaubten an meine Person und meine Mitwirkung bei dem Blatte komme gar nichts an, im Gegentheil würde es wohl am Besten sein, mich von aller Mitwirkung auf das Blatt gänzlich zu entfernen. Nur als Lockvogel und Aushängeschild, dachten sie, könne man meinen Namen brauchen. Es genüge, wenn sich allenfalls einige ununterschriebene Artikel von mir in dem„ Deutschen Zuschauer“fänden, welche aber vorher die Censur der von ihnen angestellten Redaktoren passiren mußten. Noch in der Nr. 25 sprach Heinrich Hoff, welcher in Gemeinschaft mit mir Verleger des Blattes gewesen war, sich unumwunden aus, daß nach wie vor meine Kräfte dem Blatte widmen würde. Das Publikum hatte daher ein Recht, diese zu erwarten. Nichts destoweniger wurde ich durch ein geheimes Komplott von aller Einwirkung auf den „Deutschen Zuschauer “gänzlich entfernt. Meine politischen Feinde in Mannheim, welche sich aber den Anschein der Freunde zu geben suchen, ließen vom 8. Juli. an eine sogenannte neue Folge des „Deutschen Zuschauers“ erscheinen, mit welcher ich durchaus nichts gemein habe. Um übrigens das Publikum vollkommen zu täuschen, nahmen meine politischen Gegner mehrere von mir herrührende Artikel, allerdings mit mannichfaltigen Veränderungen, welche sich die Redaktion erlaubt hatte, in ihre Spalten auf. So gehören namentlich die Artikel „Oestreich, Preußen, Frankreich, Polen und Italien“ der Nr. 1 der sogenannten neuen Folge, die Artikel „ die Eintheilung Deutschlands, die deutsche Republik, Deutschland“ in Nr. 2, und die Artikel „der Verrath der Fürsten an ihren Völkern“ und „wer ist reif und wer ist unreif für die Republik“ der Nr.3 derselben mir an, d. h. ich habe sie geschrieben und die anmaßliche Redaktion des deutschen Zuschauers hat sie ohne meine Bewilligung mit einigen Veränderungen und Zusätzen in ihre Spalten aufgenommen. Ich hatte diese Artikel eingeschickt, damit sie in mein Blatt unverändert aufgenommen würden, die Redaktion des anmaßlichen „Deutschen Zuschauers“ nahm diese Artikel auf in ihr Blatt, welches mir und der ganzen republikanischen Partei zum Hohn unter dem Titel „Deutscher Zuschauer“ in Mannheim seit dem 8. Juli laufenden Jahres herausgegeben wird. Was die Personen betrifft, welche in solcher Weise gegen mich und mein Blatt in Mannheim gehandelt haben, so behalte ich mir vor, dem Publikum über dieselben nähere Auskunft zu ertheilen; für's Erste möge die Bemerkung genügen, daß auch nicht ein Mann bei der in Mannheim erscheinenden sogenannten „neuen Folge des Deutschen Zuschauers“ betheiligt ist, welcher für die Befreiung Deutschlands jemals Opfer gebracht hätte. Ich überlasse es der Beurtheilung des deutschen Volkes, was es von Leuten hält, welche unter der Maske der Freundschaft versuchten, mich von meinem „Deutschen Zuschauer“ gänzlich zu verdrängen, nichts destoweniger aber das deutsche Publikum glauben machen wollten, ich sei nach wie vor bei demselben betheiligt. Ich erkläre dieses Verfahren für einen am Publikum verübten Betrug und einen an mir verübten Diebstahl, welcher um so gehässiger ist, je mehr ich in neuester Zeit noch im Kampfe für die Rechte des Volkes verloren habe, und je schwerer es mir wird, vom Auslande her, in welches ich mich flüchten mußte, meine Rechte zu wahren. Ich fordere daher alle Leser des „Deutschen Zuschauers“, welche sich auf den von mir geleiteten „Deutschen Zuschauer“ zu abonniren gedachten und welchen der von Herrn Florian Mördes und David Sauerländer redigirte „Deutsche Zuschauer“ zugesandt wurde, auf denselben an diese Herren nach Mannheim zurückzusenden, ihr allenfalls schon bezahltes Abonnementsgeld zurückzuverlangen und ihren Bestellzettel bei dem nächsten Postamte oder bei der nächsten Buchhandlung abzugeben, oder endlich, wenn sie nicht allzuweit von Basel entfernt wohnen, an die Expedition des „Deutschen Zuschauers von Gustav Struve in Basel“ gelangen zu lassen.
Basel, den 23. Juli 1848.
[ Gustav Struve. ]
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[ * ] Köln, 31. Juli.
Die gute, ehrliche Haut „ Vossische Zeitung“ genannt, war bereits mehreremale so freundlich, Artikel unserer Zeitung zu benutzen, ohne die Quelle anzugeben. Sie thut dies wiederum in Nr. 173, wo sie uns unter der Rubrik „Italien“ den Artikel „Turin, 17. Juli“, ohne uns zu nennen, vollständig nachdruckt, dagegen still vergnügt den alten Spruch in sich hineinsummt: „Ueb' immer Treu und Redlichkeit, bis an dein stilles Grab!“
Da wir gerade bei diesem Gegenstande der „gezwungenen Anleihen“ sind, so bemerken wir, daß insbesondere die brave „Düsseldorferin“ die Rolle der „diebischen Elster“ ausgezeichnet zu spielen versteht. Es wäre zu lang, alle ihre ausgezeichneten Leistungen dieser Art hier aufzuzählen. Wir begnügen uns auf den aus unserer Zeitung in ihre Nro. 207 sanft hinübergezogenen Artikel: „Turin, 19. Juli,“ sodann aber auf die Entwendung der französichen Gerichtsverfassung aufmerksam zu machen. Da wir mit dem Schluß absichtlich zögerten, so passirte ihr das Unglück, daß sie sich selbst verrathen und „Fortsetzung“ statt „Schluß“ schreiben mußte.
Mehrere andere Blätter haben uns zwar die nämliche Zuneigung der Aneignung geschenkt, es sind dies aber solche, die wir trotz aller ihrer Bemühungen nicht nennen werden.

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An sämtliche deutsche Buchdruckergehülfen.
Unseren auswärtigen Kollegen die Anzeige, daß wir die Mainzer Beschlüsse anfrecht erhalten und sonach nach § 53 derselben wegen der Weigerung unserer Prinzipale diese Beschlüsse anzunehmen, am 1. August die Arbeit niederlegen werden.
Wir ersuchen sie deshalb, Konditionsbriefen nach hiesigem Orte keine Folge zu leisten.
Berlin, den 26. Juli 1848.
Die Buchdruckergehülfen Berlin's.
Im Auftrage: Born. Jansen.
Mitbürger !
Um uns in den Stand zu setzen, die uns gestellte Aufgabe der Centralisation der demokratischen Vereine auszuführen, fordern wir Euch auf, in allen Vereinen monatlich und regelmäßig Beiträge einzusammeln und uns dieselben in der ersten Woche jedes Monats franco unter Adresse „Julius Fröbel für den demokratischen Central-Ausschuß“ hierher zu senden.
Diejenigen Beiträge, welche vorläufig zu Frankfurt gezeichnet wurden und noch nicht gezahlt sind, ersuchen wir Euch, sobald als möglich einzuschicken.
Ueber die Verwendung der eigegangenen Summen werden wir dem nächsten Kongresse Rechenschaft ablegen.
Berlin, den 17. Juli 1848.
Fröbel. Rau. Kriege. Meyen. Heramer.
Erklärung.
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Die westphälischen Deputirten, und unter ihnen der Deputirte unseres Kreises, Pastor Huchzermeyer, haben „eine offene Erklärung an ihre Wähler“ gesandt, worin sie aussprechen, „daß das Wahlgesetz vom 8. April c.der Rechtsboden sei, auf dem sie ständen, daß sie die sogenannte Berliner Revolution mit ihren gefährlichen Konsequenzen der Volkssouveränität und Infragestellung aller Rechtszustände verwerfen müßte, daß sie dem Programm des Ministeriums Auerswald, in dem eine Anerkennung der März-Revolution in unbestimmten Ausdrücken ausgesprochen, nicht beitreten könnten.“ Sie berufen sich auf die „zahlreichen Deputationen“ aus Rheinland-Westphalen, welche ihren Grundsätzen zugestimmt hätten, um daraus die Folgerung zu ziehen, daß die Mehrzahl ihrer Machtgeber ihre Gesinnungen theilten.
Wir erklären hiermit, daß wir die Gesinnungen des Deputirten unseres Kreises, des Pastor Huchzermeyer, in keinem Punkte theilen, daß für uns die volle, durch die März-Revolution errungene Volkssouveränetät der einzige Rechtsboden ist, auf dem wir stehen. Wir bestreiten es, daß einzelne reaktionaire Deputationen aus Westphalen den Geist der Provinz ausdrücken, wir bestreiten sogar, daß die Wahl des Pastor Huchzermeyer, die ein Resultat bureaukratischer und pietistischer Einflüsse auf die Landleute unseres Kreises war, im Sinne der Mehrheit unseres Kreises geschehen ist.
Wir mißbilligen das Verhalten des Deputirten unseres Kreises, der die Revolution verleugnet, ohne zu bedenken, daß er ohne sie keinen Sitz in der preußischen National-Versammlung einnehmen würde.
Bielefeld, den 25. Juli 1848.
Der Vorstand des demokratischen Vereins im Namen von 353 Mitgliedern.
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Beschlüsse des am 16. Juli in Breslau abgehaltenen ersten Kongresses der schlesischen Demokraten.
I. Ueber das Prinzip.
In der am 16. Juli 1848 abgehaltenen Versammlung der Deputirten von 24 demokratischen Vereinen der Provinz Schlesien, verstärkt durch eine Anzahl gleichgesinnter Männer aus Orten, wo Vereine noch nicht konstituirt sind, wurde zunächst beschlossen:
1.Es soll ein Prinzip zur Vereinigung aufgestellt werden.
In Anbetracht dessen, daß die freie Ausübung der Volkssouveränetät die Grundlage einer jeden wahren demokratischen Verfassung sein müsse, daß aber kein Verein, der sich dem Kongreß anschließen wolle, in seiner Ansicht darin beschränkt werden dürfe, in welcher Staatsform er die Geltendmachung dieses Prinzips für möglich halte, beschloß der Kongreß:
2. Eine bestimmte Staatsform soll bei Aufstellung eines Prinzips nicht ausgesprochen werden.
3. „Die reine und ungetheilte Souveränetät des Volkes ist die einzig gültige Basis eines staatlichen Gebäudes.“
II. Ueber den Provinzialausschuß.
1. Es soll vom Kongresse ein Provinzialausschuß erwählt werden.
2. Derselbe hat seinen Sitz in Breslau.
3. Er ist zusammengesetzt aus 9 Mitgliedern, gewählt aus den demokratischen Vereinen Breslau's.
4. Die Mitglieder werden bis zum Schlusse des nächsten Kongresses gewählt.
5. Dem Provinzialausschuß steht das Recht zu, sich selbst zu ergänzen, wenn für die Geschäfte die Mitgliederzahl von 9 nicht ausreichend erscheint.
6. Der Ausschuß soll eine regelmäßige Verbindung mit den Lokalvereinen unterhalten.
7. Er soll regelmäßige Berichte von den Lokalvereinen über ihre Thätigkeit einfordern.
8. Er soll über wichtige allgemeine Angelegenheiten den Lokalvereinen Bericht erstatten.
9. Der Ausschuß hat die Pflicht, den Kongreß alle Vierteljahre und das Recht, denselben in außerordentlichen Fällen einzuberufen.
10. Monatlich und bei außerordentlichen Fällen soll der Ausschuß über den Stand der Demokratie Schlesiens an den demokratischen Centralausschuß in Berlin Bericht erstatten, zur Vermittelung einer Verbindung der Demokratie ganz Deutschlands.
11. Der Ausschuß verwaltet die Provinzialkasse.
12. Zu Mitgliedern des ersten Provinzialausschusses werden gewählt:
Hoyoll, Stahlschmidt, Brehmer, Held, Rühl, Engelmann, Delbrück, Vogtherr, Rosenhain.
Zu Stellvertretern:
Pinoff, Miro, Seltzsam, Pulvermacher, Glatz.
III. Ueber die Provinzialkasse.
1. Es soll eine Provinzialkasse gegründet werden.
2. Die Beiträge zu derselben sollen durch Selbstbesteuerung der einzelnen Vereine festgesetzt, jedoch sollen binnen 8 Tagen die Erklärungen über den zu bewilligenden Beitrag eingeliefert werden.
3. Das etwaige Defizit der Kasse soll nach Verhälniß der Beiträge unter die einzelnen Vereine vertheilt werden.
4. Es sollen aus dieser Kasse bestritten werden:
a. Die Kosten für die Korrespondenzen.
b. Die Kosten für die Drucksachen, welche im Interesse der ganzen Provinz erscheinen.
c. Die für den berliner Centralausschuß gezeichneten 30 Thlr.
d. Die Kosten, welche aus der Wirksamkeit des Provinzial-Ausschusses und aus der Abhaltung der Kongresse erwachsen.
IV. Ueber Zeitschriften.
1. Jeder Lokalverein soll eine Anzahl Exemplare der ihm zu Gebote stehenden Blätter an den Provinzial-Ausschuß regelmäßig einsenden zur wechselseitigen Vertheilung an diejenigen Vereine, die für ihre Lokal-Organe von dem darin enthaltenen Material Gebrauch machen wollen.
2. Aufforderung, daß recht viele freiwillige literarische Beiträge an den Provinzial-Ausschuß eingesendet werden, um dieselben nach Bedürfniß an die einzelnen Provinzialblätter zu vertheilen.
3. Aufforderung, daß die allgemeine Oberzeitung als Organ für die Veröffentlichungen im Interesse der Demokratie angenommen und dieselbe möglichst kräftig unterstützt werde.
4. Es sollen vom Central-Ausschuß von Zeit zu Zeit Flugblätter unter gleichen Titel erlassen werden.
V. Ueber die sociale Frage.
1. Der Demokratische Kongreß erklärt durch einstimmige Akklamation, daß die Lösung der socialen Frage die erste und letzte Aufgabe der Demokratie sei.
2. Jeder Verein soll seine Ansichten über die sociale Frage, so wie einen Bericht über seine bisherige Wirksamkeit innerhalb derselben dem Provinzial-Ausschuß zur Abfassung einer Denkschrift an die Berliner und Frankfurter National-Versammlung sobald als möglich einsenden, da die Zeit des gegenwärtigen Kongresses für die Erschöpfung dieser Frage keineswegs ausreichend erscheint, die Lösung derselben aber als Hauptaufgabe der Demokratie anerkannt ist.
3. Wegen der Wichtigkeit der socialen Frage soll nach Eingang der Berichte und nach Abfassung der Denkschrift ein besonderer Kongreß zur Berathung dieser Frage einberufen werden.
VI.Ueber besondere Angelegenheiten.
1. Die Vereine sollen aufgefordert werden, die sofortige Bildung von Comites zu veranlassen, zur Linderung der Noth im Eulengebirge.
2. Jeder Verein soll veranlaßt werden, selbstständig eine Adresse an die National-Versammlung zu erlassen, worin die sofortige Unterstützung der Nothleidenden im Eulengebirge verlangt wird.
3. Es soll durch Plakate zu Beiträgen zur Linderung der Noth im Eulengebirge aufgefordert werden.
4. Die Mitglieder der Vereine der Provinz sollen sich vorläufig genaue Kenntniß von den Zuständen und der Zusammensetzung der Administrativ-Behörden verschaffen, damit bei der bevorstehenden Reorganisation der Verwaltung die geeigneten Schritte zur Entfernung mißliebiger und zur Anstellung tüchtiger Männer gethan werde können.
Handelsnachrichten.
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