[0379]
1. Beilage zu Nr. 74 der Neuen Rh. Zeitg.
Sonntag 13. August 1848.
[Deutschland]
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[Fortsetzung Ausgabe]
[Fortsetzung] lich ehrlich damit meinen, zurufen: Hoffet Nichts davon! und der Armee: „Fürchte Alles davon!
Die Armee soll der gewappnete Arm des Königs und des der Nation verantwortlichen Ministeriums sein, nicht nur gegen äußere Feinde, sondern auch gegen innere in dem Falle, wenn die Macht der mit der innern Sicherheit und Ruhe betrauten Personen, nach ihrer eigenen Erklärung nicht ausreicht, Ordnung und Gesetz aufrecht zu erhalten. Man lasse uns unsere Disziplin, deren Bande wir von einer höhern Idee begeistert mit Freuden tragen, man lasse uns die wesentliche Grundlage unserer bewährten Institutionen, man untergrabe nicht mit der Disziplin zugleich das Vertrauen des Soldaten zu seinen Offizieren, (!!) man lasse nicht dem Soldaten und am wenigsten dem jungen unerfahrenen die Wahl, ob er gehorchen will oder nicht; man gebe ihn nicht den Verführungskünsten der Wortverdreher Preis ‒ mit einem Worte: Man stelle den Soldaten nicht zwischen zwei Eide, oder was dasselbe ist, zwischen zwei Verpflichtungen in seinem Eide.“
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@facs0379
[ 103 ] Berlin, 10. August.
Vereinbarungs-Versammlung. (Schluß) Dringlicher Antrag der Abgeordneten Rodbertus, Schulze und v. Berg, wegen der Konstabler.
v. Berg: Wir müssen eine geregelte Ordnung herstellen, die öffentliche Sicherheit energisch handhaben. Man hat eine neue bewaffnete Macht eingeführt ohne vorher ein ordnendes Gesetz zu erlassen. ‒ Der Minister des Innern hat neulich gesagt, es wäre ja unschuldig, durch Konstabler Thüre und Fenster zählen zu lassen. Dem stimme ich bei, doch gefällt es mir gar nicht, daß dergleichen statistische Belustigungen jährlich 1 Million kosten sollen. ‒ Der eine Minister sagt: ich werde meine Pflicht thun; der Andere: ich bin für meine Handlungen verantwortlich. Sollte demnach die Majorität gegen unsern Antrag sein, so bauen wir auf die Einsicht des Ministeriums, ist aber die Majorität dafür, so möge dasselbe seine Existenz nicht an diese Frage setzen.
Der Präsident Grabow zeigt an, daß in diesem Augenblick ein Schreiben des hiesigen Magistrats in Bezug auf die Konstabler eingegangen. Der Magistrat spricht sich in jeder Beziehung für den großen Nutzen des Instituts aus und bittet um dessen ferneres Fortbestehen.
v. Berg: Der Magistrat hat zu bemerken vergessen, ob er auch geneigt ist, die Kosten des Instituts zu bezahlen. ‒ Die Versammlung beschließt die sofortige Debatte.
Rodbertus: Das Ministerium behauptet, daß es zur Einführung der Konstabler keiner Zustimmung der Versammlung bedürfe, da es sich nur um die Ausübung der Polizei handle, welche der Regierung allein überlassen bleiben müsse. Indessen soll die Versammlung 1 Million bewilligen und hat also allerdings die Zweckmäßigkeit der Verwendung zu prüfen. Wir wären jedenfalls zu fragen gewesen, da es sich hier um ein ganz neues Institut handelt, das tief in die Rechte der persönlichen Freiheit eingreift. Kein Minister kann Maßregeln treffen, um die persönliche Freiheit zu beeinträchtigen. Nie aber sind die Garantieen der Freiheit mehr angefochten gewesen, als in diesem Augenblick in Berlin. Ich selbst bin Gegenstand dieser Gewalt gewesen. Die Berichte, welche über dies Zusammentreffen in den Zeitungen gegeben wurden, sind falsch; der wahrhafte über den Vorgang befindet sich in den Händen des Ministeriums. ‒ Unter den Summen, welche auf das außerordentliche Büdget dieses Jahres verzeichnet sind, welche wir nachträglich noch bewilligen sollen, prangt auch eine Million für die Schutzmannschaft. Der frühere Landtag hat meiner Ansicht nach keineswegs das Recht gehabt, über die gegenwärtige Versammlung hinaus zu bewilligen, zumal für ein ganz neues Institut.
Der Minister des Innern, Kühlwetter, legt in einer sehr langweiligen Rede die Gründe dar, welche das Ministerium gegen Erlaß eines solchen Gesetzes, wie das verlangte, bestimmen müssen. Wenngleich die Polizeimacht in unserer Zeit die heftigsten Angriffe, die schärfsten Kritiken vernehmen müsse, so sei es doch gerade für einen freien Staat nöthig, daß dieselbe eine sehr bedeutende sei. (Heftiges Murren in der Linken und im Centrum.) Das weitgerühmte freie Albion sei der beste Beleg für diese Behauptung. In London seien z. B. fortwährend gegen 6000 Konstabler auf den Beinen. Die Bürgerwehr zeigte sich nicht immer ausreichend und die Straßenpolizei ist überhaupt ein ihr fremdes Gebiet. Der Magistrat nahm im Einverständniß mit den Stadtverordneten die Errichtung der Konstabler mit verbindlistem Dank an, wenn dieselbe auf Kosten des Staats erfolge. ‒ Nach dem 14. Juni trat die Nothwendigkeit energischer Schutzmaßregeln für Berlin noch entschiedener hervor, und der damalige Ministerpräsident kündigte zu jener Zeit in dieser Versammlung das Institut an, (?) ohne auf den geringsten Widerspruch zu stoßen. Die Errichtung der „Schutzmannschaften“ ist demnach eine Erbschaft des vorigen Ministeriums, welche jedoch von dem jetzigen sofort angetreten worden. Die Mannschaft besteht jetzt aus 1620 Mann, von welchen ein Drittel stets im Dienst ist. Man könne um so weniger ein erschöpfendes Urtheil über den Werth dieser Mannschaften fällen, da dieselben, noch wenig erfahren und geübt, der Zeit zu ihrer Ausbildung und segensreichen Wirksamkeit bedürfen. Eine Verminderung möge vielleicht eintreten, dafür stimme ich selbst. Man darf nicht, fußend auf die Mißgriffe Einzelner, das ganze Institut verwerfen. Besondere Pflichten und Rechte sind übrigens den Schutzmannschaften nicht zugetheilt, denn es seien ja nur die bisherigen Polizeikräfte in anderer Kleidung. Die Instruktion der Konstabler ist noch nicht vollständig ausgearbeitet, soll jedoch später ohne Weiteres bekannt gemacht werden. Bis jetzt hat sich das Ministerium entschieden nur im Kreise seiner anerkannten Befugnisse gehalten. Wolle die Versammlung anders urtheilen und durch Annahme des Antrags einen indirekten Tadel über bisher Unterlassenes aussprechen, so würde ich wenigstens für meine Person genöthigt sein, dies als sehr ernst anzusehen.
Nachdem einige Redner für und gegen den Antrag gesprochen, nimmt der Finanzminister Hansemann das Wort: Man behauptet, daß man durch Unterstützung des vorliegenden Antrags die Regierung nicht schwächen, sondern stärken wolle. Ist dies richtig, so ist der Weg dazu sicherlich ein falscher. Die Gesetzlichkeit wieder herzustellen, dazu gehört vor Allem eine starke Regierung, durch die Annahme des vorliegenden Antrages aber, würde eine moralische Schwächung der Regierung entstehn. Man hat gesagt, das Land werde nicht so viel Geld für die Ordnung in Berlin hergeben wollen. Wenn in Berlin nicht die Ordnung herrscht, herrscht auch im Lande keine Ordnung und kein Vertrauen. Von allen Seiten kommen an mich und an den Minister der öffentlichen Arbeiten Gesuche um Arbeit und Unterstützung. Wie ist aber ihre Beschaffung möglich, wenn in der Hauptstadt die Ruhe mangelt? ‒ Was den Finanzpunkt anlangt, so hat schon der vereinigte Landtag die erforderliche Bewilligung gemacht; ob soviel, wie verlangt worden, oder weniger nothwendig ist, wird am Besten bei Berathung der Finanzgesetze verhandelt werden können, zumal bis dahin auch die Meinungen über dieses Institut besser aufgeklärt sein werden. ‒ Endlich erkenne ich allerdings an, daß wir in einer Uebergangsperiode uns befinden, nämlich in der Periode des Uebergangs zur Freiheit; allein gerade in dieser Zeit bedarf es einer um so größern Gewalt, wenn wir die Handhabung der Ordnung wollen.
Abg. D'Ester: Ich weiß aus meiner ärztlichen Erfahrung, daß man den Grund der Krankheit entfernen muß, wenn man eine glückliche Wiederherstellung erlangen will. So muß auch im Staatsorganismus das Vertrauen aus dem Innern hervorgehen. Deswegen bekämpfe ich ein Vertrauen, das man künstlich heranbilden will und doch nicht da ist.
Der Minister des Innern hat in dem ersten Theile seiner Rede die Schutzmannschaft für ein nothwendiges, nach englischem Muster gebildetes Institut erklärt, danach ist es also eine neue Einrichtung. Nach dem zweiten Theile jener Rede liegt aber der Unterschied von der alten Polizei nur im Rock, es ist also wieder das alte Institut. Nach dem dritten Theile der Rede endlich, hat es nicht die Vorrechte der Polizei, ist also eine davon verschiedene neue Einrichtung. Eine solche Darstellung widerlegt sich selbst. ‒ Ich kann die Konstabler nicht für ein Mittel zur Erweckung des Vertrauens halten; erst seit ihrem Auftreten sind in dem bereits beruhigten Berlin neue Unruhen entstanden. Jede Polizeieinrichtung tritt der persönlichen Freiheit entgegen. (Unterbrechung von der rechten Seite). Diese Freiheit aber darf selbst der Minister des Innern nicht einseitig beschränken. Hätte man doch in diesem Falle das vielgepriesene Beispiel Englands befolgt, und uns vorher einen Gesetzentwurf vorgelegt. Die Schutzmänner hätten einem Abgeordneten bei seiner Verhaftung die Dienstmedaille von der Brust gerissen. (Beifall).
Abg. Cieskowski: Von der Bewilligung einer Million durch den Vereinigten Landtag sei ihm nichts bekannt, vielmehr sei das Verlangen einer so großen Summe ohne vorherige Anfrage Grund für ihn, sich zu widersetzen, um so mehr, als man andererseits wegen eines problematischen Gewinns von 120,000 Thlr. die Runkelrübenzucker-Fabrikanten ruinire.
Abg. v. Auerswald: Die Einführung der Konstabler greift eigentlich noch in die Zeit meines Ministeriums ein. Der Vereinigte Landtag hat, abgesehen von den andern allgemeinen Bewilligungen, eine Million für Herstellung der Ruhe im Innern, namentlich für die Herstellung einer kräftigen Polizei-Verwaltung bewilligt. Man ging davon aus, die alte Polizei, nur in veränderter Form und in vermehrter Anzahl wieder einzuführen, und um möglichst zweckmäßig zu verfahren, kommunizirten wir über diese Angelegenheit mit den städtischen Behörden, so wie mit dem Vorstande der Bürgerwehr. Ich bitte noch den Einfluß des bevorstehenden Beschlusses auf den Zustand der öffentlichen Sicherheit zu erwägen.
Nachdem noch mehrere Redner für und gegen den Antrag gesprochen, wird derselbe mit 203 gegen 152 Stimmen verworfen.
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[ 14 ] Breslau, 9. August.
Von den 32 durch Militärwillkühr in Schweidnitz niedergeschossenen und verwundeten Personen, sind bis gestern 12 begraben, einige der Schwerverwundeten leben zwar noch; es ist aber vorauszusetzen, daß auch sie noch an ihren Wunden verbluten werden. Und Angesichtes dessen, wagt es der Herr Major v. Gersdorff, Kommandirender des 3. Batt. 22. Regiments sich heute in der reaktionären schlesischen Zeitung zu vertheidigen. Mit jesuitischer Schlauheit unterzeichnet dieser Herr seinen Artikel blos „Gersdorff“, das „von“ ist ihm diesmal nicht bequem und des Pudels Kern seiner Deduktion ist der: die von ihm geführte 124 Kompagnie habe ohne Kommando gefeuert! eine altpreußisch, durch den Korporalstock zugerittene Kompagnie habe ohne Kommando gefeuert! ‒ Genug, man erkannt aus dieser, wie aus den früher erschienenen Vertheidigungen des fortgejagten Roles du Rosey und des Bürgermeisters Berlin, daß alle drei, dem Filial-Preußen-Verein in Schweidnitz angehörig, mit nicht wegzuläugnender Uebereinstimmung in dieser Angelegenheit gehandelt haben und es ihnen gar nicht schwer geworden ist, etwas Canaille vertilgen zu lassen. Hier nichts Neues, als daß sich Ruge täglich ostentiren und fetiren läßt.
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Schweidnitz, 7. August.
Das Gerücht, als werden die Zweiundzwanziger heute wieder die Wache beziehen, war sehr verbreitet, so zwar, daß die Stadtverordneten-Versammlung beschloß, eine Deputation an den derzeitigen Kommandanten zu senden, um ihn hierüber um Auskunft zu bitten. Diese war eben nicht sehr tröstlich. Wenn dies auch heute und morgen noch nicht stattfinden sollte, so lautete die Antwort, so könne dies doch nicht für die Folge zugesagt werden, da der betreffende Truppentheil doch wieder zum Dienst herangezogen werden müßte. Als Rath wurde der Deputation ertheilt, die Versammlung der Stadtverordneten möchte nochmals bei dem General-Kommando in Breslau um Versetzung jenes Truppentheils nachsuchen, jedoch nicht mit Sicherheit darauf bauen. Zu diesem Zwecke ist heut Nachmittag um 1 Uhr eine Deputation, bestehend aus dem Stadtverordneten-Vorsteher Sommerbrodt und dem Rathsherrn Bando, nach Breslau abgereist. ‒ Sollte das betreffende Füftlier-Bataillon wirklich nicht entfernt werden und die Wachen wieder beziehen, dann ist in der That Alles zu fürchten. Fast scheint es, als wolle die Militärbehörde eine neue Störung der Ruhe, und eine neue Catastrophe absichtlich herbeiführen.
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Liegnitz, 7. August.
Der Kommandant von Schweidnitz hat vorgestern Nacht im Rautenkranz übernachtet. Erst auf flehentliches Bitten wurde er im Gasthofe aufgenommen, weil der Wirth fürchtete, das Volk werde ihm das Hotel stürmen, falls es bekannt werde, daß er den beherberge, welchen man für den Urheber der in Schweidnitz vorgefallenen Greuelthaten hält. Auf Anrathen des Wirths fuhr er gestern in aller Frühe mit einem Einspänner nach Haynau, und nicht, wie er beabsichtigt, mit der Eisenbahn. Er scheint sich nach Berlin zu begeben. Merkwürdig ist es, daß man einen Mann, der in Untersuchung ist und dem man den Degen abgenommen, in der Welt herumreisen läßt.
[(A. Od. Zeitg.)]
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Stettin, 9. Aug.
Am 5. grand Skandal und Generalmarsch, wieder bezahlte und betrunken gemachte Kerle fingen an, schreiend und pfeifend die Straßen zu durchziehen und beschimpften auf die gröblichste Weise die Deutschen Farben, was zu Reibungen Anlaß gab. Der Bürger-General Müller machte nun von seiner ihm anvertrauten Macht Gebrauch; statt aber Ruhe herzustellen im bürgerlich friedlichen Sinne, schritt er schreiend und lärmend ein; einzelne Bürger, die sich jedenfalls ein Gütliches angethan hatten, gingen aus Reih und Glied und traktirten ruhig dastehende Leute mit Kolbenstößen, was sie sich jedenfalls als Bravour angerechnet haben. Nun ging der Skandal erst recht los und Herr Major Müller vergaß sich so weit, auf der Straße zu schreien, daß die Deutschen Fahnen sollten eingezogen werden, sonst würde er eine Patrouille hinaufschicken und sie wegnehmen lassen. Dies gab nun Anlaß zu verschiedenen Redensarten, wobei sich Herr Müller auch nicht zu mäßigen wußte; ja er trieb es sogar so weit, daß er eine Patrouille in das Lokal des Herrn Tincauzer schickte, um nach seiner Meinung Skandalmacher arretiren zu lassen.
[(Osts. Z.)]
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[ 61 ] Wien, 8. August.
4 Uhr Mittags. In Begleitung Ihrer Maj. der Kaiserin und Sr. kais. Hoheit des Erzherzogs Franz Karl sammt dessen Sohn Erzherzog Franz Joseph wird unser allgeliebter Kaiser Sonnabend den 12. von Linz mit dem Dampfboote hier eintreffen.
Die übrigen Mitglieder des allerhöchsten Hofs, die noch in Innsbruck weilen, nämlich Ihre kais. Hoheit Erzherzogin Sophie mit Familie (äußerste Camerilla), werden um einen Tag später ihre Reise antreten und daher am 13. in Wien eintreffen.
Der Minister des Innern beeilt sich, diese hocherfreuliche, alle treuen Herzen der Oestreicher mit Jubel erfüllende Nachricht allgemein kund zu machen.
Wien, den 8. August 1848.
Der Minister des Innern Dobblhof.
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[ 61 ] Wien, 8. August.
Die Presse ist heute ganz umgestimmt und tadelt den italienischen Krieg; die Proklamationen Radetzky's vom 27. und Weldens vom 29. Juli haben in dieser Beziehung ihre Wirkung nicht verfehlt; man sieht ein, daß trotz der in der Thronrede enthaltenen schönen Phrase; beide Feldmarschall-Lieutenants im Grunde nur wieder die ‒ Freiheit kämpfen. Karl Alberts urplötzliche Niederlage und Flucht nach Turin fällt auf; die Wiedereinsetzung des Herzogs von Modena durch den vom F. M. L. Welden mit Truppen dazu beorderten General Liechtenstein, hat sogar eine Interpellation des Abgeordneten Brestels im Reichstage von gestern veranlaßt, nach welcher der Minister Dobblhof die merkwürdige Erklärung abgab, dieser Schritt sei ohne Kenntniß des Ministeriums geschehen. ‒ Ich sage Ihnen, der Absolutismus spielt ein verrätherisches Spiel in Italien; er spielt dasselbe auch hier. Das Ministerium wird von der Kamarilla verhöhnt, übergangen und mit ganz falschen Nachrichten abgespeist, während ein Ministerium v. Innsbruck aus in Böhmen, Südungarn und Italien ein Gewitter heraufbeschwört, das schreckliche Folgen haben muß. ‒
Kommt der Kaiser oder kommt er nicht? ist hier noch immer die ängstliche Tagesfrage, worüber seit gestern die verschiedensten Gerüchte umlaufen.
Unmittelbar nach dem Beschluß des Reichstag soll Erzherzog Johann einen Kurrir nach Innsbruck gesendet, und später von Nürnberg aus selbst einen heimlichen Abstecher dahin gemacht und eine nächtliche Konferenz mit dem Kaiser gehabt haben, von welcher die Kamarilla nichts erfahren. ‒ In die gestrige Morgensitzung des Sicherheitsausschusses brachte Dr. Innhauser den offiziellen Bericht von Seite des Kriegsministers, daß noch an demselben Abend Erzherzog Franz Karl und nach drei Tagen der Kaiser in Begleitung des Handelsministers Hornbostel und des Reichstagspräsidenten Schmidt hier eintreffen würden. Dieselbe Nachricht soll der Kriegsminister bei der gestrigen Siegesfeier des Militärs zu Ehren der italienischen Armee auch einem Bezirkschef der Nationalgarde mitgetheilt haben und brieflich auch von dem Reichstagspräsidenten hier angelangt sein. Aber das Ministerium scheint auf diese Nachrichten selbst kein Gewicht zu legen, sonst würde es schon gestern Plakate darüber zur Beschwichtigung der Böses ahnenden Menge haben anheften lassen. Viele sind der festen Ueberzeugung, daß die Kamarilla absichtlich Nachrichten über des Kaisers Rückkehr verbreiten läßt, daß sie sogar das Ministerium dupirt oder unter ihm, was das Wahrscheinlichste ist, einen Verräther hat. Latours, des Kriegsministers Benehmen, läßt darüber gewiß keinen Zweifel. Als gestern im Sicherheitsausschuß verlautete, das Militär habe den Befehl, bei entstehender Unruhe sofort die Glacis und Basteien zu besetzen, schickte man sofort eine Deputation zu Latour, der indessen durch Wesselly die anscheinend beruhigende Antwort ertheilen ließ: „Daß das Militär stets im besten Einvernehmen mit der Nationalgarde leben, sich nicht kompromittiren und nur auf Aufforderung der Garde ausrücken werde.“ Da in dieser Antwort aber weder der akademischen Legion, noch des Ausschusses oder Reichstags Erwähnung geschehen, so konnte dieselbe nicht lange befriedigen. Man wird vielleicht schon zu spät erkannt haben, daß sich in dem Schafspelze Latours ein entsetzlicher Verräther verbirgt. ‒ Unterdessen diese drohenden Bedenklichkeiten sich vermehren, wächst, zumal in den Vorstädten, die Noth täglich riesenhafter heran und selbst der kleinere Geschäftsmann der Stadt sieht seinem nahen Ruin entgegen. Ein Ausbruch wird immer unvermeidlicher; aber gerade darauf lauern mit gieriger Erwartung die großen Kartätschengeier, die sich in und um Wien befinden und nichts verabsäumen den Moment ihrer Blutrache zu beschleunigen. Doch Wien hat einen Trost, einen furchtbaren Rückhalt, ‒ den Bauernstand. Er glüht für die Errungenschaften, denn er fühlt wohl, daß er dadurch aus einem rabotpflichtigen, geprügelten Thiere ein selbstständiger, freier Mensch geworden ist. Der Bauer zahlt keinen Zehnten, leistet keinen Robot mehr, hört Pfaffen und Polizei nicht mehr an und wenn er zur Stadt kommt schreitet in dreifarbigem Bande geschmückt stolzer einher und drückt, indem er heiligen Beistand schwört, jedem Patrioten kräftig die Hand. Seit dem 10. Juni hat der Sicherheitsausschuß allein von den nächsten Ortschaften zur Unterstützung der Freiheitskämpfer über 5000 Gulden C. M. erhalten. Erwarten Sie viel, sehr viel von diesem erwachten östreichischen Volke.
Auf den Bänken der Reichstagsabgeordneten lag gestern ein 25 Folioseiten starker Antrag des Finanzministers Kraus. Er enthält: 1. eine Darstellung der Finanzergebnisse von 1831 bis 1847, 2. das am 20. April mit der Bank geschlossene Uebereinkommen, 3. eine Darstellung der Finanzergebnisse vom November 1847 bis Juni 1848, 4. einen Finanzministerialerlaß an sämmtliche Länderstellen, 5. den Antrag auf Ermächtigung zur Ausgabe verzinslicher Staatspapiere, die bei den öffentlichen Kassen statt Bankgeld oder Banknoten angenommen werden; ferner den Antrag, den Nationalkredit zu benutzen oder ein Anlehen zu schließen und dafür die Staats- und geistlichen Güter zu verpfänden. ‒ Sie sehen, immer weiter öffnet sich hier auch der finanzielle Abgrund. ‒ Die Zwanziger sind fast gänzlich verschwunden und selbst von der Bank werden nur geringe Summen an Noteninhaber verabreicht; dagegen werden die Noten von allen Seiten hierher gebracht, namentlich aus Ungarn. Im kleinen alltäglichen Verzehrungsverkehr kann man kaum mehr gewechselt bekommen und manche Leute verkaufen lieber nicht, als daß sie ihre Zwanziger hergeben. ‒ Da sich die Staatspapiere sämmtlich in Händen der Kamarilla Rothschild, die Banknoten aber in Händen der großen Menge befinden, so kann ein Demokrat nur dafür stimmen, daß der Staat bankrot mache, die Bank aber aufrecht erhalten werde.
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[ ! ] Kassel, 8. August.
Anderwärts zankt man sich um die Farben? Wir sind Alle schwarz-roth-golden, vom Fürsten herab bis zum Waldhüter. Hier hat man den 6. August gefeiert von Oben bis Unten mit einem monarchisch-konstitutionell-demokratischen Volksfest. Alles hatte seine feste Ordnung; Alles ging im Schnürchen, auf Kommando. Früh morgens schoß das Militär und hurrahte auf das Allerhöchstselbste Kommando des Kurfürsten. Gegen Mittag weihte die Schutzwache ihre Fahne, langweilte sich 11/2 Stunden lang bei einem Gottesdienst in der Karlsau, sammt der Bürgergarde, und defilirte dann bei dem Fürsten vorüber. Alles unter Kommando, unter ihrem eigenen nämlich. Des Nachmittags sollte nun gevolksfestet werden. Die Fahnenjungfern und die Schutzwächter machten vergebens den Versuch, auf dem Rasen zu tanzen. Der Kurfürst überrascht sie im „schlichtem bürgerlichen Fracke“ (berichtet die Neue Hessische Zeitung). Allgemeines Erstaunen; zum erstenmal in seinem Leben erschien der Fürst nicht in Uniform. Ungeheurer Enthusiasmus, Pokalentgegenbringen. Kurze Rede (nämlich sehr kurze) seinerseits „Hessen soll leben!“ Nun gehen die Spiele an. Der Kurfürst wird von einem zum andern geführt, jedes dauert wenigstens einige Minuten, und wird wenigstens von einigen Buben aus exerzirt. Am Meisten (berichtet die Neue Hess. Ztg.) erfreute sich der Fürst am Wagebalken, von welchem die etzlichen Buben in Säcke fielen mit den preußischen Farben gefüllt, mit Kohlenstaub nämlich und mit Sägespänen. O ihr Schwarz-Weißen, werdet ihr diese Smach ungerächt lassen? Wenn ihr das thut, werden sich überall Eure schönen Farben in Asche und Späne verwandeln. Ich zittere für das rothweißschwarzgoldene Hessen! ‒ Zwei arme zerlumpte Kerls liefen auch um die Wette, wobei Se. Königl. Hoh. in einem Sessel, den ihm die Schutzwache nachtrug, zuschauten. „Schon längst ist vergeben und vergessen ‒ ‒ “ ruft die gutmüthige Neue Hess. Ztg. Musik, Gesang, sechs Raketen und eine bald in Trümmer
(Siehe den Verfolg in der 2. Beilage).
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Abfahrt der Dampfschiffe.
Kölnische Gesellschaft.
Täglich vom 15. April 1848 an.
Von Köln Morgens 51/4 Uhr nach Mainz.
Von Köln Morgens 51/2 Uhr nach Arnheim.
Von Köln Morgens 93/4, Nachm. 23/4 Uhr nach Koblenz.
Von Köln Abends 10 Uhr nach Mannheim.
Von Bonn Morgens 71/2, Mittags 121/2, Nachm. 5 und Nachts 121/4 Uhr rheinaufw.
Von Bonn Morgens 11, Nachm. 11/2, 51/2, u. 73/4 Uhr rheinabwärts.
Von Koblenz Morg. 8, 11, Nachm. 21/2 und 5 Uhr nach Köln.
Von Mainz Morg 7, 101/4, Mittags 123/4 U. n. Köln.
Von Mannheim Morgens 6 Uhr nach Köln.
Von Arnheim Morgens 6 Uhr nach Köln.
Niederländische Gesellschaft.
Vom 14. Mai 1848 von Köln.
Morgens4 Uhrin einem Tage nach Arnheim, Nymwegen und Rotterdam täglich (mit Ausnahme von Samstag).
Nachts12 Uhrnach Koblenz, Mainz, Mannheim und Ludwigshafen täglich (mit Ausnahme von Dienstag).
Düsseldorfer Gesellschaft.
Täglich vom 21. Mai 1848 an.
Von Köln Morgens 53/4 Uhr nach Mainz.
Von Köln Morgens 81/2 Uhr nach Koblenz.
Von Köln Abends 71/2 Uhr nach Düsseldorf.
Von Köln Abends 91/2 Uhr nach Mainz-Frankf.
Von Bonn Morgens 8 und 11 Uhr, Abends 118/4 aufwärts.
Von Bonn Morg. 81/2 Uhr nach Köln, Nachm. 1 u. 21/4 Uhr nach Köln-Düsseld.
Von Koblenz Morgens 6, 101/2, Mittags 12 nach Köln.
Von Mainz Morgens 6 u. 73/4 Uhr n. Köln-Düsseldorf.
Von Mannheim Nachmittags 31/4 Uhr nach Mainz.
Von Rotterdam Morgens 61/2 Uhr, Monntag, Mittwoch und Samstag nach Köln.
Von Arnheim Nachmittags 31/2 Uhr, Montag, Mittwoch und Samstag nach Köln.
Rhein-Yssel-Gesellschaft.
Vom 1. April 1848 von Köln.
Abends 8 Uhr jeden Sonntag, Dienstag und Freitag nach Düsseldorf, Wesel, Emmerich, Arnheim, Doesborgh, Zütphen, Deventer, Zwolle, Kampen u. Amsterdam; in Verbindung nach Hamburg und Hull.
Bonn-Kölner Eisenbahn.
Vom 15. April 1848 an.
Von Köln nach Bonn.
Morgens6 Uhr 30 Minut.
Morgens10 Uhr 00 Minut.
Vormittags11 Uhr 30 Minut.
Nachmittags2 Uhr 50 Minut.
Abends6 Uhr 45 Minut.
Abends8 Uhr 30 Minut.
Von Bonn nach Köln.
Morgens6 Uhr 00 Minut.
Morgens8 Uhr 00 Minut.
Mittags12 Uhr 00 Minut.
Nachmittags2 Uhr 20 Minut.
Abends5 Uhr 00 Minut.
Abends8 Uhr 00 Minut.
Während der schönen Jahreszeit fährt an jedem Sonn- u. Feiertage ein Extrazug um 31/2 Nachm. nach Brühl u. 71/2 Abends v. Köln n. Brühl. ‒ Preise: I. Kl. 15 Sgr. II. Kl. 10 Sgr. ‒ III. Kl. 7 Sgr. 6 Pf. ‒ IV. Kl. 5 Sgr.
Köln-Mindener Eisenbahn.
Vom 15. April 1848 an.
Von Deutz nach Düsseldorf.
Morg.7 U. 30 M. b. Minden.
Morg.10 U. 00 M. b. Düsseld.
Nchm.4 U. 00 M. b. Hamm.
Abds.6 U. 50 M. b. Düsseld.
Abds.10 U. 00 M. b. Minden.
Von Düsseldorf nach Deutz.
Morgens6 Uhr 00 Minut.
Morgens8 Uhr 00 Minut.
Nachmittags1 Uhr 5 Minut.
Nachmittags3 Uhr 40 Minut.
Abends7 Uhr 00 Minut.
Preise: I. Kl. 1 Thlr. II. Kl. 20 Sgr. III. Kl. 15 Sgr. IV. Kl. 8 Sgr.
Rheinische Eisenbahn.
Vom 21 Main 1848 an.
Von Köln nach Aachen.
Morgens 6 Uhr 30 M. ganz Belgien und direkter Anschluss nach Paris mit dem Nachtzuge von Brüssel.
Morg. 10 Uhr 00 M. bis Antwerpen, Brüssel u. Gent.
Nachm. 3 U. 00 M. b. Lüttich.
Abends 6 Uhr 00 M. bis Aachen.
Von Aachen nach Köln.
Morg. 6 Uhr 45 im Anschluss an das Dampfschiff nach Koblenz, die Bonner und Mindener Eisenbahn.
Morg. 11 Uhr 00 M. Anschluss an die Bonner und Mindener Eisenbahn.
Nachmittags 3 Uhr 00 M.
Abends 6 Uhr 30 M.
Preise: I. Kl. 2 Thlr. II. Kl. 1 Thlr. 15 Sgr. III. Kl. 1 Thlr.
Von Aachen nach Belgien 61/2 u. 91/4 Uhr Morgens.
121/2 u. 53/4 Uhr Nachm.
Düsseldorf-Elberfelder-Eisenbahn.
Vom 15. April 1848 an.
Von Düsseldorf.
Morgens 7 Uhr 00 Minut.
Morgens9 Uhr 30 Minut.
Mittags11 Uhr 45 Minut.
Nachmittags2 Uhr 30 Minut.
Nachmittags5 Uhr 30 Minut.
Abends8 Uhr 15 Minut.
Von Elberfeld.
Morgens6 Uhr 45 Minut
Morgens9 Uhr 15 Minut
Mittags11 Uhr 30 Minut
Nachmittags2 Uhr 15 Minut
Nachmittags5 Uhr 15 Minut
Abends8 Uhr 00 Minut
Preise: I. Kl. 25 Sgr. II. Kl. 18 Sgr. III. Kl. 12 Sgr. 6 Pf.
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Rheinische Eisenbahn.
An den Dombau-Fest-Tagen werden auf allen Stationen Personal-Karten ausgegeben, welche zur Rückfahrt bis zum nächstfolgenden Tage mit dem ersten Morgenzuge gültig sind.
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Schiffahrts-Anzeige. Köln, 12. August 1848.
Abgefahren:
Chr. Königsfeld nach Duisburg,
In Ladung: Nach Ruhrort bis Emmerich Joh. Linkewitz; nach Düsseldorf bis Mühlheim an der Ruhr Joh. Budberg; nach Andernach und Neuwied C. Kaiser und M. Wiebel; nach Bingen J. B. Mundschenk; nach Koblenz, der Mosel und Saar P. G. Schlaegel nach der Mosel, Trier und der Saar Frdr. Deiß nach Mainz Joh. Kiefer; nach dem Niedermain C. Nees; nach dem Mittel- und Obermain C. Schleicher; nach Heilbronn C. Heuß; nach Kannstadt und Stuttgart H. Klee; nach Worms und Mannheim Seb. Stehlin.
Ferner: Nach Rotterdam Kapt. Kamps Köln Nr. 32
Ferner: Nach Amsterdam Kapt. Wilson Köln Nr. 1
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Wasserstand.
Köln, am 12. August. Rheinhöhe 7′
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Civilstand der Stadt Köln.
Geburten.
9. August. Marg. Henr. Johanna, T. v. Joh. Pet. Gottfr. Bernardi, Spezereihändler, Sachsenhausen. ‒ Marg., T. v. Wilh. Keideler, Faßbinder, Mechtildisstraße. ‒ Heinr, S. v. Peter Makeler, Taglöhner, Heimelreich. ‒ Joh. Georg Hub., S. v. Joh. Georg Loosen, Rothgerber, Rothgerberbach. ‒ Ant. Hub., S. v. Franz Arnold Hildener, Anstreicher, Kattenbug. ‒ Joh. Hubert, S. v. Balth. Müller, Fournierschneider, Maximinstraße. ‒ Jul. Maria Josepha, T. v. Joh. Jos Elkemann, Kfm, gr. Neugasse. ‒ Albertine Henr. Philippine, T. v. Jakob Feldgen, Kutscher, Thurnmarkt. ‒ Chr., T. v. Daniel Thöneßen, Maurer, alte Mauer am Bach. ‒ Joh. Agnes, T. v. Pet. Jos. Schumacher, Schreinermeister, Glockenring. ‒ Joh. Pet., S. v. Ant Thill, Tischlermeister, Marienplatz. ‒ Zwei unehel. Mädchen.
Sterbefälle.
9. August. Maria Agnes Lempertz, Wwe. Sittmann, 76 J. alt, Altenmarkt. ‒ Wilh. Jos. Anna Maria v. Wedell, 8 M. alt, Pfeilstraße. ‒ Maria Anna Fischer, 2 J 9 M. alt, Kalenhausen. ‒ Mart. Ufer, Ackerer, 36 J. alt, unverh., Severinstraße. ‒ Nik. Jerusalem, 1 J. 9 M. alt, Baiardstraße. ‒ Elis. Strauß, Wwe. Schaefer, 80 J. alt, Minoritenspital. ‒ Ein uneheliches Mädchen.
Heirathen.
9. August Michael Staubesand, Steinhauer, und Anna Marg. Labore, beide von hier. ‒ Heinr. Faßbender, Spezereihändler, und Gertr. Müller, beide von hier. ‒ Joh. Jak. Kreuzberg, Färber, von Dernau und Helena Kath. Frechen, von hier. ‒ Ferd. Hoffsümmer, Taglöhner, und Kath. Charlotta Zehnpfennig, beide von hier. ‒ Heinr. Horsch, Wwr., Bandagist, v. Mülheim, und Barbara Waber, von hier. ‒ Michael Jos. Bresser, Schneider, von Aachen, und Gertr. Klein, von hier. ‒ Laurenz Timp, Schreinermeister, und Maria Anna Bernickel, beide von hier. ‒ Heinrich Uber, Fuhrknecht, von Immendorf, und Anna Kath. Kölschbach, von Helpenstell. ‒ Christian Rueff, Posamentier, und Barbara Friederika Einsele, beide von hier. ‒ Winand Bornhart, Taglöhner, und Marg. Schrödter, beide von hier. ‒ Maximilian Clemens Anton Maria Klara v. Bouhaben, Wwr, Rentner, und Johanna Maria Franzisca Karolina Ciolina Zanoli, beide von hier.
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Englischer Hof in Köln.
Kasinostraße Nro. 1.
Zu den bevorstehenden Dombau-Festlichkeiten empfehle ich meinen Gasthof dem verehrlichen auswärtigen Publikum auf das Angelegentlichste.
Köln, den 10. August 1848.
H. J. Thibus.
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HOTEL SCHILLER, rue royale zu Lüttich, im Mittelpunkte der Stadt, verbunden mit einem deutschen Kaffeehaus und Billard, darf ich kühn den Herrn Reisenden bestens empfehlen.
Carl Schiller.
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Für Eltern, welche Knaben oder Mädchen zur Erlernung der französischen Sprache, Familien in Belgien zu übergeben, und dagegen Kinder von diesen aufzunehmen geneigt sind, finden sich die verschiedenartigsten Tausch-Gelegenheiten. Näheres bei Rolinger, Sprachlehrer in Lüttich. In Köln, Adresse, Domhof Nro, 5.
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Stroof'sches Grundstück auf der Hochpforte.
Großer Kriegs-Ballon.
Sonntag, den 13. August 1848. wird der berühmte Luftschiffer Herr COXWELL aus London mit seinem großen Kriegsballon, 62 Fuß hoch, 40 breit, 126 Fuß Umfang, 40,000 Kubik-Fuß Inhalt und mit zwei Gondeln, seine 104. LUFT-FAHRT in Gesellschaft mehrerer Personen antreten: Herr COXWELL wird durch viele interessante und imposante Experimente die Möglichkeit, eine Stadt zu bombardiren oder ein Heer zu vernichten, darthun. ‒ Die zweite Gondel wird gleich nach dem Aufsteigen des Ballons 50 Fuß herabgelassen und Herr COXWELL eine Strickleiter herunter steigen und das Feuerwerk, dessen Donner meilenweit zu hören ist, abbrennen.
Diese fürchterliche und nützliche Erfindung hat sich das größte Lob von tausenden Zuschauern in London, Brüssel, Antwerpen und Elberfeld verdient.
Das Bürger-Musikchor wird bei dem Füllen und Aufsteigen mehrere ausgewählte Stücke vortragen.
Preise der Plätze: Erster Platz 15 Sgr. ‒ Zweiter Platz 10 Sgr. ‒ Dritter Platz 5 Sgr.
Karten werden am Samstag und Sonntag, Morgens von 11 bis 1 Uhr, im englischen Hofe bei Herrn Thibus verabfolgt und sind später an der Kasse zu haben.
Kasseneröffnung um 3 Uhr, Aufsteigen des Luft-Ballons um 5 Uhr.
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Im Verlag von J. A. Mermet, Cäcilienstraße 40 42 ist so eben erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben:
Dom-Album oder der Kölner Dom im Munde der deutschen Dichter.
Ein Erinnerungsbuch an die Feier der 600jährigen Grundsteinlegung am 14., 15., und 16. August 1848.
Herausgegeben von N. Hocker.
Preis in Umschlag broschirt 6 Sgr.
Diese Sammlung des Gediegensten, welches in neuerer Zeit über den Prachtbau, einzig in seiner Art dastehend, erschienen, wird allen Dombau-Freunden als Festgabe willkommen erscheinen.
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Um aufzuräumen, werden Glacé-Handschuhe für Herren und Damen, weiß, paille und farbig a 5, 6, 7, 8, 9 u. 10 Sgr. per Paar verkauft bei Classen-Kappelmann, Schildergasse 91.
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Bei uns ist frisch vorräthig:
Frischer Tarbott; frische englische Austern (große und Mittelsorte); lebende Seekrebse; frischer Rheinsalm; geräucherter Rheinsalm; Astrachan Caviar; neue Häringe und unsere sonstigen bekannten Artikel, welche zur Abnahme empfehlen.
Zugleich zeigen an, daß auf unserer „Austernstube“ außer Austern auch frischer Salm (kalt), Caviar, neue Häringe etc. nebst preiswürdigen Weinen verabreicht werden.
G. Bettger & Comp. kl. Budengasse Nr. 6.
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Die liebenswürdige Elberfelderin erdreistet sich in ihrem heiligen Eifer (Geifer), mit dem sie täglich ihre Leser langweilt, unser liebes Köln zu schildern, als wenn hier die größte Anarchie herrschte. Wir machen die verehrten Gäste, welche uns zu beehren gedachten, darauf aufmerksam, daß Köln vollkommen ruhig ist!
Mehrere Wirthe.
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Glacé-Handschuh eigener Fabrik empfiehlt Peter Leurs Sohn, Schildergasse Nro. 14.
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Am 14., 15., und 16. August wegen den hohen Festlichkeiten ein möblirtes Zimmer zu vermiethen Mariengartengasse 2. C.
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Das in der heutigen Nummer von uns mitgetheilte Fest-Programm erleidet folgende Abänderung:
Die Parade der Bürgerwehr findet nicht am Montag, sondern Mittwoch 7 Uhr Morgens statt.
Die Expedition der Neuen Rheinischen Zeitung.
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Das Haus Mühlengasse Nro. 18 steht zu vermiethen. Zu erfahren Hohestraße Nro. 20 - 24.
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Ist es wahr, daß der Central-Dombau-Verein während des Festessens auf dem Gürzenich an die Armen zwei Flaschen Wein per Kopf verabreichen läßt? Soll es auch deshalb geschehen, um die prophetischen Ahndungen der Kölnischen Zeitung zu verwirklichen?
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Heute Sonntag, den 13. August 1848, große Harmonie und Tanz im großen neu dekorirten Eiserschen Saale, Komödienstraße Nro. 34. Anfang 6 Uhr.
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Theater.
Programm der Opern-Vorstellungen für die drei Tage der 6. Säkular-Feier der Grundsteinlegung des Kölner Domes, den 14., 15. und 16. August 1848.
Montag, den 14. August: (Auf vielfaches Verlangen.) Norma, große Oper in 3 Akten von Bellini.
Norma, Frau Dressler-Pollert.
Adalgica, Frl. Jacques.
Sever, Herr Bahrdt.
Orovist, Herr Schott.
Dienstag den 15. August: Nobert der Teufel, große romantische Oper in 5 Akten nach dem Französischen des Scribe und Delavigne von Theodor Hell, Musik von Meyerbeer.
Mittwoch, den 16. August: Zur 6. Säkular-Feier des Kölner Dombaues und zur Feier der Anwesenheit Sr. Majestät des Königs von Preußen, Sr. kaiserl. Hoheit des deutschen Reichsverwesers, Erzherzog Johann von Oesterreich, und der Deputirten der National-Versammlungen zu Frankfurt a. M. und Berlin:
Große Fest-Ouvertüre von Heinrich Dorn.
Hierauf: Germania, Fest-Prolog von C. O. Sternau, gesprochen von Frl. Tautz.
Zum Schluß: Don Juan, große Oper in zwei Akten von Mozart.
Donnerstag, den 17. August: Der Templer und die Jüdin, große romantische Oper in 3 Akten von Marschner.
Die Direktion.