[0411]
Beilage zu Nr. 81 der Neuen Rh. Ztg.
Sonntag 20. August 1848.
[Italien]
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Edition: [Friedrich Engels: Italien. 20. August 1848. In: MEGA2 I/7. S. 597.]
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Edition: [Friedrich Engels: Italien. 20. August 1848. In: MEGA2 I/7. S. 597.]
[ 27 ] Neapel, 6. Aug.
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Edition: [Friedrich Engels: Italien. 20. August 1848. In: MEGA2 I/7. S. 597.]
[ * ] Palermo, 4. Aug.
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Großbritannien.
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[ * ] London, 17. Aug.
Lord Palmerston, in Antwort auf eine glänzende Rede des Hrn. Disraeli, vertheidigte gestern die bisherige Stellung des Gouvernements gegenüber Italien und der französischen Republik. Der kolossale Umfang dieser Debatte macht es uns für heute unmöglich, ein richtiges Bild derselben zu geben; wir behalten es uns daher vor, dieser Tage ausführlich auf die auswärtige Politik der Whigs zurückzukommen.
‒ Die Polizei hat gestern Abend eine gewaltige Heldenthat begangen. Sie hat, dreihundert Mann stark, nicht weniger als 14 bewaffnete Chartisten gefangen genommen! Diese in einem bekannten Chartistenwirthshause versammelten 14 Hochverräther trugen geladne Pistolen, Dolche, Säbel etc. Lanzenspitzen, kurz sie waren bis an die Zähne bewaffnet, ja mehrere sollen eiserne Panzer auf der Brust getragen haben! Alles das entdeckten die tapfern Constabler jedoch erst als sie die Hochverräther auf die Wache gebracht hatten. Ein Mann hatte sogar 75 scharfe Patronen in der Tasche! Alsdann zog man nach Westminster, um eine andre bewaffnete Bande aufzuheben. Man fand aber nur einen Mann und eine Pike, und nahm beide mit. In dem Hause eines der Verhafteten fand man ein mit Blei gefülltes Stuhlbein, und bei andern fand man Säbel und andre mörderische Waffen. In der That, dieser Coup der Polizei ist gut! Nur dem leichtgläubigen Cockney, dem Londoner Lichterzieher und Epicier macht sie es weiß, daß vierzehn Leute mit gesundem Verstand sich bis an die Zähne bewaffnet Abends spät in ein Wirthshaus setzen und warten werden auf die Dinge, die da kommen sollen, wenn sie nicht von der Polizei hingeschickt sind!
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@facs0411
[ * ] Manchester, 16. August.
Gestern Abend sind fast sämmtliche Chefs der Chartisten und Konföderirten verhaftet worden. Es sind ihrer vierzehn; die bekannteren sind: James Leach, der Chartisten-Commandant von Manchester seit 10 Jahren, Daniel Denovan, Thomas Rankin und George White von Bradford. Heute Morgen erschienen sie vor dem Polizeirichter, der die Verhaftung bestätigte, ihnen aber freiließ, Caution zu stellen.
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[ * ] Dublin 16. August.
Der Prozeß des Redakteurs des „ Irish Felon“, John Martin, ist zum Schluß gediehen, doch ist das Verdict der Geschwornen noch nicht heraus. In Armagh sind fünf Leute verhaftet worden, von denen der Northern Whig behauptet sie seien Amerikaner und seien im Besitz von 17,000 Pfd. St. gewesen. ‒ Auch im Süden sind wieder mehrere Verhaftungen vorgekommen. ‒ Die Ernte steht erbärmlich schlecht im ganzen Lande. Der anhaltende Regen und die schwere, feuchte Luft werden sie wohl vollends ruiniren. Dazu die Kartoffelkrankheit, und man braucht kein Prophet zu sein, um Irland abermals einen Winter voll Hungersnoth, Typhus und Elend vorherzusagen. Inzwischen fährt die Aristokratie mit der größten Gleichgültigkeit fort, die irischen Bauern massenweise aus ihren Pachtungen zu werfen. Tausende liegen inden Chausseegräben und kommen elendig um.
Belgien.
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[ S ] Antwerpen, 17. Aug.
Wir Flamänder und eine Revolution! Je länger ich dem Prozesse beiwohne, je mehr gewinne ich die Ueberzeugung, daß Hr. Bavay uns zu viel Ehre anthut. Nein, mit unsern Revolutionen ist es aus; wir gehn auf konstitutionellem Wege weiter ‒ zu Irland. Es ist einmal so! Ihr Deutschen könnt Euch ein Exempel daran nehmen: Wir Flamänder, die wir fortwandeln „auf der breiten Grundlage unserer konstitutionellen Freiheiten“, wir sind total zu Irländern, unser ehemals blühendes Flandern ist das entwickeltste, ausgebildetste Irland geworden. Alles auf rechtmäßigem, gesetzmäßigem Wege. Das revolutionäre Blut hat man uns ausgesogen, und unser einziger Trost ist die Vergangenheit. Das lyrische Gefühl hat die Ueberhand; ich werde wemüthig gestimmt, wenn ich an die schöne Zeit zurück denke, wo wir am Spinnrade saßen und unsern Garten pflügten. Unsere Töchter spannen, und wie sie spannen, entspann sich unter der Hand die schöne patriarchalische Tugend. „Die Mutter füllte den Schrein mit Leinen und drehte um den Spindel den schnurrenden Faden“. Die Beschäftigung war eine höchst moralische; sie hatte die Tugend in ihrem nothwendigen Gefolge; denn sie entwickelte, sie entspann sich mit dem Faden, den wir spannen: also daß die Tugend innig verwebt war mit dem Gewebe unserer Weiber. Schneeweiß war unser Leinen, schneeweiß unser Gemüth, und Gemüth und Tugend und Leinen bildeten ein Gespinnst von der feinsten Art. Ihr Franzosen und Deutschen schwatzt so viel vom Prinzip, Ideen: Seht nur, die Hauptsache ist das Leben zu gewinnen. An die Art und Weise des Gewinnens, an die Produktionsweise knüpft sich dann die Lebensweise, Lebensidee und Alles was Sie wollen. Sehen Sie nur zu, wie es bei uns war.
Wo ein Haus stand, stand ein Spinnrad, und wo ein Spinnrad stand, entstand die Tugend, und mit der Tugend der tugendhafte Erwerb, der Wohlstand, die Glückseligkeit. Unser Leinen wurde allenthalben gesucht; denn wer unser Gewebe kaufte, bekam etwas Tugend mit in den Kauf. Ach, wenn Sie unsere Mädchen gekannt hätten, mit dem flachsgoldenen Haare, wie sie so froh und freudig aufblühten, in aller Ruhe, in aller Gemüthlichkeit, so ganz natürlich und naturgemäß, ohne Kunst, ohne Treibhaushast. Wir lebten und webten unsere Tage in der glücklichsten Einfalt. Da kamen die garstigen Engländer mit ihren großen Maschinen, und sprachen: He ihr Flammänder, ihr sputet Euch gar langsam, um einen Faden von solcher Länge und eine Tugend von solchem Kaliber zu spinnen. Und dann was sollen wir mit Eurer Tugend anfangen? Die kann man nicht verkaufen; Leinen brauchen wir, aber keine Tugend! Wißt Ihr nicht, daß der Werth der Produkte gemessen wird durch die Zeit, die zu Ihrer Produzirung erforderlich ist? Die Zeit, die Ihr braucht, um Eure Tugend auszuspinnen, die zählt nicht mit zum Produkte. Da war es auf einmal geschehn um unser Spinnen, unser Spinnrad und unsere Tugend. Wir fanden keine Käufer mehr, und das tiefste Elend suchte uns heim. Die guten Flammänder flehten unsere Regierung um Hülfe an, sie kamen zu Tausenden in die Hauptstadt. Die Regierung that nichts; und wir waren gute Leute, die nur auf Wegen Rechtens unser Heil suchten. Wir erwarteten unsere Rettung von der Entwicklung der freien Konstitution. Die freien Konstitutionen entwickelten nur den Pauperismus; der konstitutionelle Weg führte unsere Weiber in die Armenhäuser; unsere Töchter hatten keinen Flachs mehr zu spinnen: die Tugend trieb sie in die öffentlichen Häuser.
Der Faden war gebrochen
Die Tugend brach entzwei!
Diejenigen, welche heimkehrten in ihre Heimath, wurden erbaulich ermahnt von den Geistlichen, die Kirche zu besuchen und Gott sich anzuvertrauen: ihr ganzes Unglück käme daher, weil sie von der Bahn der Tugend abgewichen. Sie sollten nur erst der Tugend sich befleißen; dann würde das Spinnrad schon von selbst zurückkehren und ihren Fleiß belohnen. Weder das Spinnrad noch die Tugend kehrten zurück, aber die Geistlichen blieben um sie für ihren Verlust zu trösten, und der konstitutionelle Weg entfaltete im Pauperismus seine schönsten Früchte. Was bedurfte es da der Revolutionen. Vor zwei Jahren, wie sie wissen, war die Mißernte. In Frankreich hörten Sie von allen Seiten von Angriffen auf Getreideakkaparanten sprechen. Bei uns nichts; in Antwerpen kam das meiste Getreide an; die Spekulation von Köln aus hatte eine nie erkannte Höhe erreicht. Das Getreide wurde schwebend erhalten. Verlangte man es in Köln, so fuhr es nach Antwerpen; verlangte man es in Antwerpen, so fuhr es nach Köln: es war der ewige Jude geworden, der Apfel des Tantalus, nach dem wir beständig unsere gesetzmäßigen Hände rechtmäßig ausstrecken, aber weiter nichts erhaschen konnten, als den erhöhten Getreidepreis. Die Franzosen, wie Sie wissen, haben in einem weit unbedeuteren Falle, die Scene in Buzâncais gemacht. Es war eine Art von Revolution, die von Frauen ausging. Die Frauen hatten Furcht vor Mangel, Furcht vor Hunger, Furcht vor den Skrofeln, Furcht, daß ihren Männern das Franzosenthum abhanden komme, und sie bewegten ihre Männer zu einem Aufstande. Sie wissen, daß dieses soziale Verbrechen nach den Februar-Ereignissen eine politische Bedeutung bekam: die Leute wurden amnistirt. Aber wir armen Flammänder, wir ließen uns das Flamenthum abhanden kommen; wir machten keine Revolution, keine Angriffe: Köln und Antwerpen konnten ihren freundlichen Verkehr fortsetzen, ohne Unterbrechung, wie zur Zeit als Gürzenich die beiden Kaufhäuser in beiden Städten errichtete, um sie in Handelsverbindung zu erhalten. Gott bewahre uns vor der Getreide-Handelsverbindung! Sie sehen jetzt, woran wir halten und warum Herr Bavay so viel darauf hält, uns den Anschein zu geben, als hätten wir eine Revolution gemacht. Er will nicht da stehen als ein Mann, der das Flamenthum verloren hat. Er setzt seinen Ruhm darin, zu einer Nation zu gehören, die für das Flamenthum in's Feuer gegangen ist.
Dänemark.
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Edition: [Friedrich Engels: Dänemark. 20. August 1848. In: MEGA2 I/7. S. 602.]
[ 7 ] Kopenhagen, 15. August.
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Donaufürstenthümer.
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Bukarest, 7. August.
Unsere junge Freiheit ist in ein neues, lebensgefährliches Stadium getreten, indem die provisorische Regierung heute Früh eine Bekanntmachung heraus gab, durch die sie das Volk benachrichtigt, daß das Land von einer türkischen Armee militärisch besetzt werden wird, um die frühere Ordnung der Dinge wieder herzustellen. Zugleich wird das Volk aufgefordert die Türken als Freunde zu empfangen, indem sie als solche kommen. ‒ Diese Bekanntmachung erregte hier eine um so größere Aufregung, da in dem Volk noch die alte Furcht vor den Türken wurzelt, und man sie sich nicht als disciplinirte Truppen vorstellen kann, die ohne köpfen und spießen seinkönnen. Für den Nachmittag wurde eine Volksversammlung nach Filareth, oder jetzt „Freiheitsfeld“ genannt, berufen und es fanden sich hier um so imposantere Massen ein, da gerade Feiertag war. Es ist, wie ich aus guter Hand weiß, der Plan der Regierung, dem Pascha täglich 6 oder 8 Korporationen zuzuschicken, welche mit Fahnen und Vivats für den Sultan und die neue Konstitution, Protest gegen deren Abänderung schriftlich und mündlich einlegen sollen, wodurch Se. Excellenz täglich 6 oder 8 Stunden unterhalten werden würde. Wenn dieß eine Woche und darüber von den Innungen der Hauptstadt geschehen ist, werden die Deputationen vom Lande beginnen, so daß der Pascha, und wollte er einen ganzen Monat lang nur solchen Deputationen Audienz geben nicht fertig werden würde, wodurch er nothwendig die Ueberzeugung gewinnen müßte, daß diese Demonstrationen der Ausdruck des Volkswillens sind. ‒ Daß die russische Partei sehr thätig war geht aus zwei Punkten in dem Briefe Soliman Paschas hervor; erstens, daß er nicht an die provisorische Regierung schreibt und sie benachrichtigt, daß er über die Donau gehen wird, ‒ sie also ignorirt, oder richtiger: nicht anerkennt, und zweitens, daß er ausdrücklich sagt: der Zweck seiner Sendung sei ganz und gar nicht feindlich, sondern habe zur Absicht: „die alten Rechte und Einrichtungen (Institutionen) des Landes zu beschützen und die legale Ordnung wieder herzustellen.“ Es ist hier nur eine Stimme, in Fall die Pforte uns opfern will, laut zu erklären, daß wir uns an Deutschland und Frankreich lehnen, und von ihnen Schutz und Hülfe erbitten wollen. 2. August. Der englische Generalkonsul und der österreichische Agent sind heute nach Giurgewo zum Pascha. Morgen wird er hier eintreffen, und dann werden wir erst darüber im Reinen sein, wie die Pforte über unsere Konstitution denkt.
Persien.
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@facs0411
[ * ]
Französische Blätter bringen die Nachricht aus Persien, daß dort die Anarchie auf ihrem Gipfel ist. Die Provinz Farsistan, die größte und reichste des südlichen Persiens, ist in offener Rebellion. Das Volk, gereizt durch Steuererpressungen, hat sich erhoben und die meisten hohen Beamten haben sich der Bewegung angeschlossen. In den übrigen Provinzen streifen die Lutis, bewaffnete und organisirte Banden, raubend, plündernd und brennend umher, ohne daß die ohnmächtige öffentliche Gewalt ihnen Schranken setzen kann. Mahomet Schach ist zu indolent und theilweise zu schwach um seine Autorität aufrecht zu erhalten; er läßt die Gewalt in den Händen seiner habgierigen Wessire und Satrapen, die das Land aussaugen und tyrannisiren. Höchstens kümmert er sich um Chorassan und die kaukasischen Provinzen, aber im Süden läßt er Alles gehn wie es eben geht.
In Azerbidschan ist ein Konflikt zwischen dem katholischen Erzbischof und den französischen Missionären ausgebrochen. Die Regierung hat dem Erzbischof Recht gegeben, während der franz. Gesandte, Sartiges, auf Seite der Missionäre steht.
Der Distrikt der Stadt Zoar, im östlichen Arabien, ist in vollem Aufstand gegen den Imam von Muskate, dessen Sohn auf einer englischen Corvette mit Truppen hingegangen ist um die Rebellen zu unterwerfen.
Man geht mit dem Plane um, zwischen Bombay und der Spitze des persischen Golfs eine Dampffschifffahrt zu errichten. Die Probefahrt des „Sir Charles Forbes“ von Bombay nach Bassora dauerte, mit dem freilich kurzen Aufenthalt an 5 Zwischenstationen, 12 Tage. Ueberall fanden sich Fracht und Passagiere in Menge. Bei hohem Wasserstande des Tigris können die Schiffe sogar bis Bagdad fahren.
Neueste Nachrichten.
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@facs0411
Frankfurt, 18. August.
(62. Sitzung der deutschen National-Versammlung.) In der heutigen Sitzung wurde über §. 9 und 10 des Entwurfs der Grundrechte discutirt, und beide Paragraphen in nachstehender Fassung angenommen:
§. 9. Das Briefgeheimniß ist gewährleistet. Die Beschlagnahme von Briefen und Papieren darf nur auf Grund eines richterlichen Befehls vorgenommen werden.
§. 10. Jeder Deutsche hat das Recht, durch Wort, Schrift, Druck und bildliche Darstellungen seine Meinung frei zu äußern. Die Preßfreiheit darf unter keinen Umständen und in keiner Weise, namentlich weder durch Censur, noch durch Konzessionen und Sicherheitsstellungen, oder durch Staatsauflagen, noch durch Beschränkungen der Druckereien oder des Buchhandels, noch durch Postverbote oder andere Hemmungen des freien Verkehrs beschränkt, suspendirt oder aufgehoben werden. Ueber Preßvergehen wird durch Schwurgerichte nach einem zu erlassenden Reichsgesetze geurtheilt.
Schluß der Sitzung 2 1/4 Uhr.
[(Fr. D. P. Z.)]
Amtliche Nachrichten.
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@facs0411
In der Ostseezeitung vom 3. d. M. ist unter dem Artikel „Stettin (Finanzielles)“ Folgendes bemerkt:
„Die Bank wird keinenfalls im Stande sein, die vorangeführten 3 und 2, zusammen 5 Millionen fürs erste zurückzuzahlen, wenn man sie nicht zum Bankerott, mindestens zur Suspension ihrer Zahlungen bringen will.“
Zur Widerlegung dieser Behauptung mache ich hierdurch bekannt, daß die Preußische Bank von der ihr aus dem Staatsschatze vorgeschossenen Summe den Betrag von 3 Millionen Rthlr. bereits im Monat Juli d. J. zurückgezahlt hat.
Berlin, den 15. August 1848.
Der Finanzminister, Hansemann.
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@facs0411
Bekanntmachung.
Die Kandidaten der Baukunst, welche entweder in dem zweiten diesjährigen Termine die Vorprüfung als Staatsbaumeister oder Bau-Inspektoren, oder bis zum April k. J. die mündliche Prüfung als Privatbaumeister abzulegen beabsichtigen, werden hiermit aufgefordert, vor dem 15. k. M. sich schriftlich bei uns zu melden, worauf den Ersteren das Weitere eröffnet und den Letzteren der Termin bezeichnet werden wird, der zu ihrer Prüfung in den Naturwissenschaften angesetzt ist.
Meldungen, die nach dem 15. k. M. eingehen, können nicht mehr berücksichtigt werden.
Berlin, den 12. August 1848.
Königl. Ober-Bau-Deputation.
Mosaikboden.
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@facs0411
Vor einigen Jahren wurde dahier beim Baue des Bürgerspitals ein alter Mosaikboden von außerordentlicher Schönheit und seltener Größe gefunden. Er wurde auf- und in Verwahr genommen, und es wissen gewiß nur wenige Mitbürger, wo er geblieben, und was aus ihm geworden ist. Es gereicht uns daher zur großen Freude, mittheilen zu können, daß derselbe in der alten Raths-Kapelle auf dem hiesigen Rathhause recht schön zusammengesetzt liegt und den Kunstfreunden die passendste Gelegenheit bietet, sich daran ergötzen zu können. Der Genuß wird um so größer sein, als die Kapelle selbst reich mit Werken der alten deutschen Malerschule ausgeschmückt ist. Die Köln besuchenden Kunstfreunde dürfen mit Recht auf den Genuß der Rathskapelle aufmerksam gemacht werden. Was besonders dabei zu berücksichtigen, ist das, daß unser städtischer Conservator Rambour mit Hülfe eines einzigen, in geringem Tagelohn stehenden, schlichten Arbeiters den Mosaikboden so kunstgerecht und schön zusammengestellt und ausgelegt hat. Andere hatten vorgeschlagen, Arbeiter dazu aus Italien kommen zu lassen, welche wohl mehrere tausend Thaler für ihre Arbeit in Anspruch genommen haben würden. Dem Verdienste jedenfalls seine Anerkennung
r‒.
Fruchtpreise.
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Handels-Nachrichten.
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[0412]
[Gerichtsprotokoll]
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@facs0412
Kriminal-Prozedur gegen Ferdinand Lassalle wegen Verleitung zum Diebstahl.
(Fortsetzung.)
Zeugin Mina Hagen, verwittwete Jansen, aus Düsseldorf: Mendelsohn ist zweimal in meinem Hause mit Mädchen zusammengekommen; das erste Mal mit einer Person von der andern Seite, der Mendelsohn einen Auftrag an einen gewissen Heinrichs in Neuß ertheilte. Das andere Mal kam er mit Adele Wefels und wollte ein Zimmer für die Nacht haben; ich konnte es ihm aber nicht geben und er nahm das Mädchen mit sich in seine Wohnung. Während Mendelsohn bei mir war, sagte ich ihm, ich sei aus Calcum und mein Vater habe als Gärtner für Hatzfeldt gearbeitet. Wir sprachen darauf von dem Lebenswandel des Grafen; ich erzählte ihm, daß ich für den Grafen Mädchen besorgt hätte. Auch Oppenheim ist einmal bei mir gewesen; er hat die A. Wefels im Garten gesprochen. Ich entnahm aus dem Gespräche, daß die Mutter der Adele Briefe vom Grafen besitze und daß Oppenheim diese zu haben wünschte. Diese Briefe sind indessen nicht abgegeben worden, sie waren nicht aufzufinden. ‒ Lassalle habe ich nur einmal, in Köln nämlich, gesehen, als ich als Zeugin vernommen wurde. Stockum war Veranlassung, daß ich geladen wurde, wenigstens glaube ich das, weil er mich wegen des Zeugnisses hatte zu sich rufen lassen.
Zeuge J. Schmidt, Oberkellner im Breidenbacher Hof zu Düsseldorf. Lassalle sei vor zwei Jahren im Gasthof gewesen, als Mendelssohn und Oppenheim ebenfalls da waren. Sie hätten sich Visitenkarten geschickt und gethan als kennten sie einander nicht. Mendelssohn sei als Arzt gekommen. Er, Zeuge, habe Lassalle den Besuch von Frauenzimmern verwiesen.
Angekl. erklärt nie mit Oppenheim zusammen im Breidenbacher Hofe gewesen zu sein.
Johann Kurz, Sattler zu Düsseldorf, früher im Dienste des Grafen, später bei der Gräfin, bis zum März 1847. Zeuge erklärt zum Grafen Hatzfeldt in keiner Beziehung zu stehen, namentlich keine monatliche Rente zu beziehen. Sein Sohn lebe bei ihm und stehe ebenfalls in keinem Verhältniß zum Grafen. Zeuge deponirt über die Bekanntschaft Lassalles, Oppenheims und Mendelssohns mit der Gräfin. Oppenheim sei mit der Gräfin bis Köln gereist, wo sie mit Lassalle zusammengetroffen. Lassalle habe die Gräfin im Königlichen Hofe besucht, falsches Haar und falschen Bart getragen und sich als Baron Landsberg melden lassen. Seine Frau habe ihm mitgetheilt, daß man in Düsseldorf Notizen über das Leben des Grafen sammle. Er ist mit der Gräfin und Lassalle in Koblenz und Aachen gewesen, wo eine Versöhnung mit dem Grafen von Seiten der Gräfin beabsichtigt worden sei. Oppenheim habe ihm einmal aufgetragen, mit dem Bedienten der Gräfin Hompesch in Verbindung zu treten, um ihr eine Kassette wegzunehmen, worin sich vielleicht die Verschreibungen finden würden, die der Graf Hatzfeldt der Gräfin Hompesch ausgestellt. Er habe dieses Ansinnen abgelehnt. Hoppe habe ihm von ähnlichen Aufträgen erzählt, die ihm gegeben worden, ebenso von dem Abholen des Briefes auf der Post durch seinen Sohn. Dieser habe sich damals in Aachen aufgehalten, um verschiedene Aufträge von Lassalle zu besorgen. Sein Sohn sei früher in Bonn im Convikt gewesen, habe dieses aber wegen ungehörigen Betragens verlassen müssen. Ueber Verabredungen zum Kassettendiebstahl weiß Zeuge nichts Näheres anzugeben; Mendelssohn habe selten Geld gehabt und öfters welches von Lassalle erhalten. ‒ Einen Monat ehe er aus dem Dienst der Gräfin getreten, habe ein Fremder (von Stockum) auf der Rheinbrücke zu ihm geäußert, er wünsche den Grafen Paul zu sprechen, um eine Vereinigung der gräflichen Familie herbeizuführen. Zeuge habe dies dem Grafen Paul mitgetheilt. Er habe, als er den Dienst verlassen, keine Drohung gegen Lassalle, mit dem er Streit gehabt, ausgestoßen. An dem Tage wo Lassalle verhaftet wurde, habe er sich zufällig in Köln befunden und Arnold Gödsche besucht, den er von früher her gekannt habe. Er sei nur einmal die Nacht bei Gödsche geblieben, habe aber mehrmals bei ihm Kaffe getrunken.
Präs. Haben Sie während der Abwesenheit Hoppe's Lassalle bedient?
Zeuge. Als Hoppe abreiste, empfahl er mir, an einer Schachtel nichts zu thun, weil vergiftete Cigarren darin wären.
Angekl. Ich werde Ihnen im Laufe der Verhandlungen darthun, daß der Zeuge durch eine lebenslängliche Rente von monatlich 40 Thlr. vom Grafen Hatzfeld bestochen ist, das Zeugniß, welches Sie so eben gehört haben, hier und seiner Zeit im Ehescheidungsprozesse abzulegen.
Paul Kurz, vormals Student der Theologie, 25 J. alt. Er erzählt von dem biblischen Briefe an seine Mutter. Das Petschaft, womit derselbe gesiegelt gewesen, habe er später in der Wohnung Lassalles gesehen, auch der Schriftzüge des Briefes sich erinnert, als er L's. Handschrift kennen gelernt. ‒ Auf Mendelsohns Veranlassung sei er nach Kaiserswerth gegangen um den Grafen H. zu beobachten. In Aachen, wohin er gereist, um seinen Vater zu besuchen, habe ihn Hoppe zu Lassalle gebracht; L. habe ihm gesagt, er wolle gegen den Grafen einen Prozeß wegen Ehebruchs führen; Z. solle verschiedene Aufträge für ihn ausführen; er werde dann für ihn sorgen, daß er weiter studiren könne. Zuerst nun habe L. ihm aufgetragen, auf der Post zu Aachen einen Brief an die Meyendorf abzuholen, als Legitimation habe er ihm eine Visitenkarte und den Landwehrpaß Hoppes gegeben. Der Postbeamte habe ihm den Brief übergeben, ohne eine Legitimation zu verlangen. L. sei sehr erfreut gewesen, als er den Brief erhalten. Mendelsohn sei darauf mit des Zeugen Mutter nach Ueckerath gereist; bei seiner Rückkehr habe er fast weinend geäußert, L. habe ihn heftig gescholten, weil er keinen Brief mitgebracht. Ein ander Mal habe L. ihn, den Zeugen, angewiesen, einen Koffer zu kaufen und denselben unter dem Vorgeben, er sei ein Diener der Meyendorf, in das Haus der Gräfin Merlan zu bringen, wo die Meyendorf verschiedene Effekten in Verwahr gegeben haben sollte. Er habe dies zwar nicht gethan, zu L. aber gesagt, er hätte den Koffer hingebracht. Nun habe ihn dieser beauftragt, in jenes Haus zu gehen und sich einen Koffer zurückgeben zu lassen, aber darauf zu sehen, daß er einen andern, als den hingebrachten erhalte. Ferner habe er den Auftrag erhalten, einen gewissen Fowinkel, damals Diener des Grafen, auf der Reise nach Düsseldorf zu begleiten und zu ersuchen, etwas von den Effekten des Grafen an sich zu bringen. Er sei dem F. wirklich nachgereist, habe aber den Auftrag nicht erfüllt, dagegen zu L. gesagt, er habe in Düsseldorf einen Koffer des Grafen in seiner Wohnung gehabt, ihn aber zurückgegeben, da sich nur Silber und Wäsche darin vorgefunden. L. habe ihn darüber ausgeschimpft und gesagt, er hätte den Koffer behalten sollen, weil er nicht habe wissen können, ob er, L's., ihn habe gebrauchen können. Damals habe Fowinkel ihm einen Brief an die Frau des Domänendirektor Wachter zur Besorgung gegeben; die Gräfin habe ihm diesen Brief abgenommen. ‒ Später sei er durch einen Brief, unterzeichnet A. M. (Mendelsohn) aufgefordert worden, sich am Bahnhofe einzufinden; es werde dort etwas vor sich gehen. Mit dem Bahnzuge sei der Graf H. angelangt und M. u. L. hätten ihn und Hoppe aufgefordert, etwas von den Effekten des Grafen an sich zu nehmen. Hoppe habe dies verweigert.
Was den Kasettendiebstahl anlangt, so habe Lassalle ihm zwei oder drei Tage vorhergesagt, daß die Meyendorf vermuthlich bald abreisen und wahrscheinlich im Mainzer Hofe zu Köln logiren werde. Als die M. abgereist, sei er ihr ein oder zwei Stationen gefolgt, ohne vorher Jemanden von dieser Abreise Anzeige zu machen. Er habe keineswegs die Absicht gehabt zu erfahren, wohin die M. sich begebe, er habe nur den Schein sich geben wollen, daß er wirklich die M. beobachte, seine Absicht sei nicht gewesen, zur Erkundigung ihrer Reiseroute behülflich zu sein. Als er von der Station, wo er ausgestiegen, nach Aachen zurückgefahren, habe er Mendelsohn begegnet und ihm zugerufen: „Im Mainzer Hof.“ Diese Angabe habe sich aber nur auf die frühere Mittheilung Lassalles gestützt. Nach Aachen zurückgekehrt, habe er L. gesagt, er sei der M. gefolgt, sie sei im Mainzer Hofe; er habe es so ausgedrückt, als ob er wirklich gesehen, daß die M. dort abgestiegen. Gleich nachher habe er Oppenheim getroffen und sei mit diesem nach Köln gefahren um nach Bonn zu gehen. In Köln seien sie im Mainzer Hof abgestiegen, wo sie Mendelsohn angetroffen hätten.
Pr.: Warum haben Sie sich unter einem falschen Namen ins Fremdenbuch eingetragen.
Z.: Ich gebrauchte einen Spitznamen, wie es unter Studenten üblich ist.
Pr.: Das weiß ich nicht; Sie scheinen mit der Wahrheit nicht sehr bei der Hand zu sein. Sie sind nicht nach Bonn gefahren am andern Tage, sondern nach Düsseldorf. Warum das?
(Fortsetzung folgt.)
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Brodpreis der Stadt Köln. vom 20. August bis zum 27. Aug.
Ein Schwarzbrod, wiegend 8 Pfund soll kosten 4 Sgr. 5 Pf.
Köln, den 20. Aug. 1848.
Königliche Polizei-Direktion. Geiger.
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Schiffahrts-Anzeige.
Köln, 19. August 1848.
In Ladung: Nach Ruhrort bis Emmerich W. Pesch; nach Düsseldorf bis Mühlheim an der Ruhr A. Meyer; nach Andernach und Neuwied Joh. Pera; nach Bingen J. B. Mundschenk; nach Koblenz, der Mosel und Saar G. Weidner; nach der Mosel, Trier und der Saar F. Bayer; nach Mainz Joh. Kiefer; nach dem Niedermain C. Nees; nach dem Mittel- und Obermain C. Schleicher; nach Heilbronn C. Heuß; nach Kannstadt und Stuttgart L. Klee; nach Worms und Mannheim Seb. Stehlin.
Ferner: Nach Rotterdam Kapt. Breynks Köln Nr. 21
Ferner: Nach Amsterdam Kapt. Wilson Köln Nr. 1
Zur Anfertigung der Auszüge liegt offen die Deklaration des Schiffers G. Verwayen.
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Wasserstand.
Köln, am 19 August. Rheinhöhe 6′ 6″
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Civilstand der Stadt Köln.
Geburten.
14. August. Mathias, S. v. Michael Werker, Taglöhner, Altengraben. ‒ Franz Jakob, S. v. Laurenz Brocum, Eisengießer, Spulmannsgasse. ‒ Walb., T. v. Joh. Fettweis, Tapezierer, Norbertstraße. ‒ Karl Joh., S. v. Aug. Krüger, Wollsortirer, Mariengartengasse. ‒ Ant., S. v. Herm. Röseler, Dachdeckergeselle, Rothgerberbach. ‒ Ambros. Adolph, S. v. Martin Franz Spünker, Schreinermeister, Kostgasse. ‒ Christ., S. v. Georg Waldorf, Taglöhner, Thieboldsgasse. ‒ Heinr., S. v. Gerh. Hub. Fischer, Taglöhner, alte Mauer am Bach. ‒ Theod., S. v. Joh. Jos. Baur, Tischlermeister, Poststraße. ‒ Franz. Euseb Hub., T. v. Christ. Jos. Trimborn, Weinhändler, vor St. Martin. ‒ Joh., S. v. Wilh. Breuer, Taglöhner, gr. Griechenmarkt. ‒ Elis., T. v. Seb. Schaefer, Gastwirth, Marzellenstraße. ‒ Maria Karoline Conrad., T. v. Joh. Martin Copius Wegelin, Kfm., Ankerstraße. ‒ Ein unehel. Knabe.
15. August. Anna, T. v. Joh. Georg Ludwig Streck, Tapezirer, Martinstraße. ‒ Pet. Jos., S. v. Theodor Rodenkirchen, Taglöhner, Severinstraße. ‒ Jos. Pet. Hub., S. v. Joh. Ziegeler, Taglöhner, Marzellenstraße. ‒ Barbara Augusta, T. v. Rud. Knieps, Klempner, Kettenbug. ‒ Maria Ther., T. v. Theodor Jos. Ernst, Hutfabrikant, Gottesgnaden. ‒ Sophia, T. v. Jos. Büsdorf, Taglöhner, Altengraben. ‒ Pet. Wilh, S. v. Wilh. Sieger, Med.-Doct., Trankgasse ‒ Phil. Christ. Andreas., S. v. Andr. Aumer, Weinwirth, Maximinstraße. ‒ Jos., S. v. Jos. Rodenberg, Schuster, kl. Griechenmarkt. ‒ Emma, T. v. Max Engels, Handelsmann, Probsteigasse. ‒ Kath., T. v. Joh. Pet. Busch, Steinhauer, am Hof. ‒ Aug. Karl, S. v. Adolph Schulz, Porzellanhändler, Kaufhausgasse.
Sterbefälle.
14. August. Anna Maria Dahlmeyer, 1 1/2 J. alt, kl. Budengasse. ‒ Pet. Jos. Adam Hub. Kreutzer, 6 M. alt, Threboldsgasse. ‒ Ant. Denzer, 5 J. alt, Weidengasse. ‒ Anna Maria Witt, 21 M. alt, gr. Griechenmarkt. ‒ Ant. Hub. Giersberg, 1 J. 10 M. alt, Tempelstraße. ‒ Joh. Tillenberg, Essigfabrikant, 38 J. alt, unverh., Eigelstein. ‒ Wilh. Linke. 7 M. alt, Ankerstraße. ‒ Theod. Nelles, ohne Gewerbe, 88 J. alt, Wwr., Minoritenspital.
15. August. Christine Hold, 15 J. alt, Machabäerstraße. ‒ Karoline Cornet, 1 1/2 J. alt, Eigelstein. ‒ Kaspar Manegre, Kunsthändler, 62 J alt, Wwr., am Hof. ‒ Gert. Pilartz, 9 M. alt, Streitzeuggasse.
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@facs0412
Die Leipziger Feuer-Versicherungs-Anstalt versichert alle Mobilar- und Immobilar-Güter, auch Fruchthaufen auf freiem Felde, so wie die Waaren auf der Reise begriffen zu den der Gefahr angemessenen billigst gestellten Prämien-Sätzen. Meine Herren Hülfsagenten, die dem verehrlichen Publikum bereits bekannt, sind stets bereit, Anträge entgegen zu nehmen, um mir solche zur Ausfertigung der Policen einzusenden und über die Bedingungen genügende Auskunft zu ertheilen.
Alle Versicherungen bis zu sehr bedeutenden Summen werden durch mich in Vollmacht und im Namen der Anstalt sofort gezeichnet und sind von dem Augenblicke an, wo die Prämie gegen Aushändigung der Police bezahlt ist, in Obligo für die Anstalt.
Köln, im August 1848.
Der General-Agent der Leipziger Feuer-Versicherungs-Anstalt für die Regierungs-Bezirke Köln und Koblenz
Meinone.
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Bei Gelegenheit der Rochus-Kirmes heute Sonntag und morgen Montag von Nachmittags 6 Uhr an Harmonie mit stark besetztem Orchester im großen Saale des Deutschen Kaffeehauses.
Entree 5 Sgr., Damen frei. Abends ist der Saal festlich erleuchtet. Für ganz vorzügliche Speisen und Getränke ist bestens gesorgt.
Franz Stollwerk.
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Deutsches Kaffeehaus.
Bei Gelegenheit der Rochus-Kirmes, zu jeder Tagesstunde alle kalten und warmen Speisen à la Carte, so wie ganz vorzügliche Getränke.
Franz Stollwerk.
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Gefrornes verschiedener Gattungen.
In dem Besitze einer neuen Maschine, welche durch mechanische Vorrichtung jede Viertelstunde zwei verschiedene Sorten Eis liefert, was viel feiner und geschmackvoller wie das auf der bisherigen Weise erzielte ist, bin ich in den Stand gesetzt, allen Anforderungen sowohl in Qualität als Schnelligkeit zu entsprechen und den Preis à Portion in und außer dem Hause von 4 auf 3 Sgr. herunter zu setzen.
Täglich wird Vanill-, Himbeeren-, Johannis- und Citron-Eis bei mir angefertigt.
Franz Stollwerck im Deutschen Kaffeehause.
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Das wohl affortirte Lager von echtem Eau de Cologne eigener Fabrik, empfehlen zu den billigsten Preisen, I P. Spendeck & Comp. in Köln, große Neugasse Nr. 18 nahe beim Dom und Altenmarkt.
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Eine große Auswahl von Häusern sind zu billigen Preisen zu verkaufen und zu vermiethen. Kapitalien gegen erste Hypotheke werden gesucht. Näheres bei I. P. Spendeck, gr. Neugasse 18.
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Ein junger Mann (Handlungsdiener) sucht eine Stelle in einem kaufmännischen Etablissement: Fabrik u. dergl., wo möglich auf dem Lande. Er kann die besten Zeugnisse beibringen. Auskunft ertheilt die Expedition auf Anfragen unter der Chiffre P. H.
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Eine große Journaise mit fünf Löchern und eine Drechselbank sehr billig zu verkaufen bei I. Pet. Godenau, Ehrenstraße Nr 37.
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Alte Kupferstiche, Holzschnitte und Radirungen sind zu kaufen Maximinenstraße Nro. 8.
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Ein schönes Tafelklavier steht billig zu verkaufen. Hafenstraße Nro. 35.
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Gerichtlicher Verkauf.
Am Dienstag, den 22. August 1848, Morgens 10 Uhr, wird der Unterzeichnete auf dem Markte in der Apostelnstraße zu Köln: Tische, Stühle von Mahagoniholz, 1 dito Sopha, 2 dito von Kirschbaumholz, 1 Tafelklavier, 2 geschliffene Oefen, 1 Pendül-Uhr, Tische und Stühle von Kirschbaumholz, 2 Kommoden von dito, 1 Sekretair u. s. w. öffentlich meistbietend gegen gleich baare Zahlung verkaufen.
Der Gerichtsvollzieher, Penningsfeld.
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Heute Sonntag, den 20. August 1848: Große Harmonie und Tanz im großen neu dekorirten Eiserschen Saale, Komödienstraße Nr. 34. Anfang 4 Uhr.
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Vertilgungsfutter gegen Mäuse, Ratten, Schwaben und Wanzen ist zu haben Thurnmarkt Nr. 30 bei Wilh. Harffen.
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Ein schöner Mahagoni-Klapptisch zu verkaufen, Blaubach 80.
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Großes Schützenfest in Deutz.
Während diesen Festtagen täglich Tanz, musik in meinem Lokale.
I. H. Meist, im Wallfisch in Deutz.
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Franz-Branntwein zum Einmachen von Früchten, Sternengasse Nr. 9 und 11.
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Ein Kapital von 3000 Thlr., welches 4 1/2 pCt. Zinsen einbringt und auf ein Ackergut bei Elberfeld eingetragen ist, soll ohne Unterhändler cedirt werden. Frankirte Briefe sub H B. besorgt die Expedition d. Bl.
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Durch Akt des Gerichtsvollziehers Mockel vom 17. Aug. 1848 hat die Ehefrau des zu Frechen wohnenden Maurermeisters Jacob Coßmann, Christina, geborne Balsam, ohne besonderes Gewerbe ebendaselbst wohnend, vertreten durch die Advokaten Füßer und Götz, ersterer als Anwalt, gegen ihren genannten Ehemann bei dem Königl. Landgerichte zu Köln die Klage auf Gütertrennung erhoben.
Köln, den 18. August 1848.
Füßer. Götz.
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Für Eltern, welche Knaben oder Mädchen zur Erlernung der französischen Sprache, Familien in Belgien zu übergeben, und dagegen Kinder von diesen aufzunehmen geneigt sind, finden sich die verschiedenartigsten Tausch-Gelegenheiten. Näheres bei Rolinger, Sprachlehrer in Lüttich. In Köln, Adresse, Domhof Nro, 5.
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Illuminations-Angelegenheit.
In Köln waren während den Dombau-Festlichkeiten die Kasernen auffallend schön mit Laubwerk, Fahnen und Beleuchtung geschmückt. ‒ Wir wissen, daß es nicht dem Feste gegolten, und behaupten, daß es auch nicht dem Könige galt, wenigstens nicht so, wie man dem äußeren Scheine nach glauben sollte. Die schöne Inschrift an der Blankenheimer Kaserne:
F. W. WIR SIND DEIN. ist eine Lüge! Denn die armen Soldaten müssen, wie ein 16r mit trübseliger Miene uns gestand, sich für die Kosten dieser Geschichte einen Abzug von 300 Thlr. aus ihrer Menage-Kasse, wo doch nur die unbemittelten Soldaten betheiligt sind, gefallen lassen, und deshalb können diese grausam erzwungenen Worte nicht ernstlich gemeint sein. Sie sind zudem eine Dummheit, weil in einem konstitutionellen Staate das Militair nicht dem Könige, sondern der konstitutionellen Verfassung angehören kann. X.
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Wie kömmt es, daß die jämmerlichen Akrobaten dafür, daß sie das Publikum schrecklich gelangweilt haben, die Summe von 30 Thlr. erhielten, und daß für Puppentheater etc. etc. im selbigen Maßstabe so viel Geld verschwendet worden ist?
„Wer et lang hätt, liet et lang hänge,
Wann die Stadt kei Geld mieh hatt, dann mäth se widder Anleihen.“
F.
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Laute Anfrage.
Wie kömmt es, daß das wohllöbliche Fest-Comite die Lieferung von Wein und Wurst-Brödchen an einzelne bevorzugte Personen übertrug, statt andere Unternehmer zur Konkurrenz zuzulassen?
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Vivat Bernard!
Severinstraße Nro. 48.
Reich an Freuden, arm an Sorgen,
Ohne Kummer, ohne Harm,
Schwinde Deines Lebens Morgen
An der Gattin treuem Arm.
[J. H.]
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Theater.
Sonntag, den 20. August:
Der Templer und die Jüdin, große Oper in 3 Akten von Marschner.