[0545]
Neue Rheinische Zeitung
Organ der Demokratie.
No 110. Köln, Samstag den 23. September. 1848.
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Uebersicht.
Deutschland. Köln. (Das Ministerium der Kontrerevolution.) Frankfurt. (Säbelherrschaft. ‒ Todte und Verwundete. ‒ Gagern. ‒ Standrecht. ‒ Transport der Gefangenen. ‒ Stand der Militärmacht. ‒ Die Erstürmung des Hanauer Zeughauses. ‒ Gefangene nach Mainz. National-Versammlung.) Berlin. (Spannung. ‒ Wrangels Rede. ‒ Pläne der Kontrerevolution. ‒ Schwanken des Königs.) Wien. (Pläne gegen die Aula. ‒ Prager und Pesther Deputation. ‒ Komorn abgebrannt. ‒ Die Dreifarbigen; die Zweifarbigen und die Einfarbigen.) Potsdam. (Die Soldaten-Excesse. ‒ Militär in Volksversammlungen.) Provinz Posen. (Eine Hansemannsche Finanzmaßregel.) Mühlheim an d. Rh. (Volksversammlung.) Crefeld. (Attentat.) Koblenz. (Volksjustiz.) Aus Franken. (Justiz-Gefängnisse.)
Ungarn. Pesth. (Verrath. ‒ Stimmung für Kossuth. ‒ Vertheidigungsanstalten. ‒ Kossuth wieder Redakteur.)
Italien. (Livorno ruhig. ‒ Kriegslager in Pisa. ‒ Pläne der Regierung. ‒ Protest der lombard. Consulta. ‒ Verfahren gegen Garibaldi.) Genua. (Die Spione. ‒ Ankunft eines Theils der Algier Fremdenlegion. ‒ Manin verlangt Geldhülfe.) Neapel. (Die Unruhen. ‒ Ministerveränderungen. ‒ Kampf zwischen Soldaten und Lazzaroni)
Franz. Republik. Paris. (Die Wahlen. ‒ Nat. Versamml)
Großbritannien. Dublin (Die Staatsgefangenen nach Clonmel.)
Schweiz. Chiasso (Neue Rote Radetzky's.)
Donaufürstenthümer. Galacz. (Die Moldau faktisch russische Provinz.)
Amerika. (Gelbes Fieber auf Staten Island. ‒ Steigen der Brodstoffpreise.)
Deutschland.
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Edition: [Friedrich Engels: Das Ministerium der Kontrerevolution. In: MEGA2 I/7. S. 737.]
[ ** ] Köln, 22. Sept.
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Frankfurt, 19. Sept.,
6 Uhr Abends. So eben sind 30 und 40 Gefangene, Theilnehmer der gestrigen Ereignisse, unter scharfer Bedeckung zur Taunuseisenbahn gebracht worden, um auf derselben nach Mainz (Fort Hartenberg) transportirt zu werden.
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Frankfurt, 19. Sept.
Bekanntmachung. In Folge der Erklärung ist ein ständiges Kriegsgericht niedergesetzt. Dasselbe hat in der Hauptwache seinen Sitz; es sind somit dahin alle etwaige Gefangene abzuliefern. Frankfurt, 19. September 1848. Das Reichsministerium der Justiz, R. Mohl.
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Frankfurt, 20. Sept.,
Vormittags 11 Uhr. So eben trifft die Nachricht von Hanau hier ein, daß die Bürger das dortige Zeughaus gestürmt und alle Waffen genommen haben. Die Eisenbahn an der Mainkur soll aufgerissen sein. Folgendes soll die richtige Verlustliste des hiesigen Barrikadenkampfes sein:
Militär 72 Todte 145 Verwundete.
Bürger 35 Todte 72 Verwundete.
[(M. Z.)]
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Frankfurt, 20. Sept.
In Folge des Belagerungszustandes und proklamirten Standrechts ist ein ständiges Kriegsgericht auf der Hauptwache eingesetzt, welchem die Gefangenen vorgeführt und alsobald abgeurtheilt werden. Schon sind mehrere Transporte der Verurtheilten nach Mainz abgeführt worden. Das Gerücht von der Gefangennehmung Metternich's hat sich nicht bestätigt. Die Zahl der Todten stellt sich größer heraus, als man glaubt, doch läßt sich Bestimmtes noch nicht angeben; gewiß sind 26 Todte auf Seite der Aufständischen; 40 Todte sollen die Truppen haben, darunter mehrere Offiziere. Die Zahl der Verwundeten auf beiden Seiten wird aber auf mehrere Hunderte geschätzt, da natürlich viele sich noch verborgen haben. Es geht das Gerücht, als wolle die Majorität der Nationalversammlung die Abgeordneten, welche am Sonntag bei der Volksversammlung gesprochen haben (Simon aus Trier, Schlöffel, Wesendonk, Zitz) in Anklagezustand versetzen. Gestern bot die Stadt das reine Bild eines Kriegslagers, wie ich es noch nicht gesehen habe. Die Zeile, der Roßmarkt und andere Straßen waren mit Stroh bedeckt, auf welchem die Soldaten lagerten, um von den nächtlichen Strapazen sich zu erholen. Hie und da brachte eine Patrouille einen Gefangenen vorüber, und dazwischen schwärmte eine bunte Menge Neugieriger jedes Alters, Standes, Geschlechtes, um den Kampfplatz, sowie die Lagerstätten sich zu besichtigen. Auf dem Roßmarkt und dem Götheplatze standen die Pferde dreier Schwadronen und wurden im Freien gefüttert.
‒ Von Truppen befinden sich bis jetzt hier:
Preußen: 4 Bataillone Infantrie und 2 Geschütze.
Oestereich: 3 Bat. Inf. und 2 Geschütze.
Würtemberg: 1 Reg. Kavallerie und 14 Geschütze.
Bayern: 2 Bat. Scharfschützen.
Kurhessen: 2 Bat. Inf.
Hessen-Darmstadt: 2 Schwadr. Kav., 1 Bat. Inf. und 8 Geschütze.
Der „edle Gagern,“ welcher jetzt so todesmuthig unter dem Schutz der Bajonnette die Linke tyrannisirt und zu neuen Septembergesetzen herausfordert, ‒ der „edle Gagern“ wagte sich am Abend des Kampfes nicht nach Hause, sondern hielt sich im Keller eines Gasthofes versteckt. ‒ Auf der Hauptwache werden bereits standrechtliche Urtheile gefällt. ‒ In Mainz ist am 19. ein Transport von etwa 60 gefangenen Insurgenten unter Bedeckung von 500 Soldaten eingebracht worden.
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Frankfurt, 20. September.
1/2 10 Uhr. 82. Sitzung der National-Versammlung. Präsident v. Gagern.
Tagesordnung:
  • 1. Vorlage von Anträgen.
  • 2. Einsammlung der Wahlzettel über unvollständig gewordene Ausschüsse:
    • a. den volkswirtschaftlichen-
    • b. den Wehrverfassungs- und
    • c. den Geschäftsordnungs-Ausschuß betreffend.
  • 3. Fortsetzung der Berathung über die Grundrechte des deutschen Volkes
Stavenhagen (preußischer Offizier) reklamirt gegen das Protokoll.
Präsident hätte nicht den Tod, sondern die nichtswürdige Ermordung des Lichnowsky und Auerswald angezeigt. So müßte es im Protokoll lauten.
Präsident: Wird verändert.
Austritt eines Abgeordneten und Beiträge zur deutschen Flotte angezeigt.
Der Bericht wegen Erlaß der Reichsgesetze wird angezeigt.
Justizminister Mohl macht einen Gesetzvorschlag für die Sicherheit der Abgeordneten und der National-Versammlung:
  • 1. Ein gewaltsamer Angriff auf die National-Versammlung wird als Hochverrath bestraft.
  • 2. Die Theilnahme an einer Versammlung in der Nähe der National-Versammlung, welche verboten worden, wird an den Anstiftern mit 1 Jahr, an den Theilnehmern mit 3 Monate Gefängniß gestraft. (!)
  • 3. Volksversammlungen unter freiem Himmel sind nur in einer Entfernung von 5 Meilen von der National-Versammlung gestattet. Uebertretungsfälle werden an den Theilnehmern mit 6 Monate Gefängniß (!!) bestraft.
  • 4. Eindringen Einzelner in die National-Versammlung wird, wenn den Verboten der Exekutivbeamten der National-Versammlung nicht Gehorsam geleistet wird, mit 1 Jahr Gefängniß bestraft.
  • 5. Angriffe auf einzelne Mitglieder der National-Versammlung mit 5 Jahre; Bedrohungen eines Abgeordneten mit 1 Jahr.
Stavenhagen: Nicht blos die leibliche Sicherheit, sondern auch die Verdächtigungen, Herabwürdigungen der National-Versammlung im deutschen Volk müssen unterdrückt werden. Verliest als Beispiel einen Artikel aus Rob. Blums Reichstagszeitung, eine Beurtheilung der Abstimmung über die Waffenstillstandsfrage, unter furchtbarer Entrüstung und Mißbilligung der Rechten und der Centren. Hierauf verlangt Hr. Stavenhagen, was man im gewöhnlichen Leben Unterdrückung der Preßfreiheit nennt. (Furchtbares Bravo rechts.) Gegen solche Angriffe der National-Versammlung, gegen solche Frechheiten muß man sich schützen. (Geschrei. Toben. Links: Verkauft an Dänemark!)
Schaffrath: Nach welchem Paragraphen der Geschäftsordnung.... (Gelächter.) Nach rechts: Dies Lachen charakterisirt sie vollkommen! Nach welchem Paragraphen der Geschäftsordnung ist es einem Mitgliede der Versammlung erlaubt, ins Materielle seiner Vorschläge einzugehen, ehe die Dringlichkeit erkannt ist. (Zur Sache!) Wir leben in einem Rechtsstaat, der die Preßvergehen straft (Unterbrechungen.)
Präsident: Die Unterbrechungen sind Sitte geworden, besonders von der Linken her
Zimmermann: Dagegen protestire ich.
Präsident: Protestiren Sie so viel Sie wollen!
Schaffrath: Wir brauchen keine Zeitungsartikel, keine Ausnahmegesetze, keinen Schutz gegen Sie (rechts) und Andere. Denunziren Sie, wenn Sie Lust haben, der gesetzlichen Macht. Uebrigens hat bei Gesetzen die Centralgewalt nicht die Initiative zu ergreifen.
Präsident hat nicht gewußt, daß Hr. Stavenhagen das sprechen würde, was er gesprochen hat.
Assessor Wichmann (Preußen): Das Ministerium hat die Initiative. Um solchen Zweifeln gegen die Initiative ein für allemal zu begegnen, soll die Versammlung darüber abstimmen. (Lärm.)
Präsident weist die Linke gehörig zurecht.
Widersprüche links. Werden vom Präsidenten unterdruckt.
Einer von Rechts: Wenn man dem Ministerium die Initiative nicht zugestehen will, so erlauben Sie einem Stockpreußen die Anträge des Ministers zu den seinigen zu machen.
Minister v. Mohl: Das Ministerium nimmt nicht in dem Maße konstitutioneller Staaten das Recht der Initiative in Anspruch, aber das Recht, Vorschläge zu machen, die es für nothwendig hält, werden Sie ihm nicht vorenthalten. Es steht Ihnen ja frei, dann mit den Vorschlägen zu machen, was Sie wollen. (Besonders jetzt!) Auf Stavenhagens Vorschläge ist jetzt nicht einzugehen.
Riesser im Allgemeinen gegen die ministerliche Initiative. Aber es sind Dinge vorgefallen, die solche Anträge dringlich machen. Deshalb schnellste Berichterstattung. (Furchtbares Bravo rechts).
Schluß der Debatte.
Die Versammlung überweist den Gesetzvorschlag des Justizministers zu schnellster Berichterstattung an den Ausschuß für Gesetzgebung.
Dahlmann protestirt gegen jede Belobung, die ihm aus so unreiner Quelle wie der Reichstagszeitung herkommt, feierlich und heilig. Hält eine rührende Rede dazu. (Rechts Bravo!)
Schaffrath erklärt es im Gegensatz zu Hrn. Dahlmann für die höchste Ehre, in einem Blatt, das von Hrn. Jürgens, Mitglied der Versammlung edirt wird, seine Person schmähend erwähnt worden zu sein.
Vogt bedauert, daß der Präsident in solchen Persönlichkeiten und Parteizwisten das Wort giebt, was sonst nie geschehen. Protestirt laut und feierlich gegen die ganze Art der Geschäftsverhandlung und Ordnung der heutigen Sitzung. (Bravo links und Gallerien).
Präsident findet die Bemerkungen und Protestationen Vogts gegründet, hat aber wieder nicht gewußt, was Dahlmann sprechen würde. Abgemacht. (So sagt man unter dem Schutz der. Bajonnette!)
Gravell beantragt einen neuen Ausschuß zur Ausarbeitung eines Aufruhrgesetzes zu wählen. Fällt durch!
Wiesner, Berger, Breuning und mehrere beantragen, in Erwägung der Aufhebung der Prügelstrafe, und mit Hinweisung auf das neueste Spießruthenlaufen in Mainz: „Aufhebung der Prügelstrafe für die Reichstruppen.“ Fällt durch.
Briegleb beantragt: die Nationalversammlung solle beschließen, eine Ansprache an das deutsche Volk im Hinblick auf die letzten (Frankfurter) Ereignisse.
Die Begründung der Dringlichkeit wird gestattet, und nachdem Briegleb die Dringlichkeit empfohlen, die sofortige Diskussion gleichfalls beschlossen. Nur die Linke erhebt sich nicht.
Briegleb empfiehlt seinen Antrag. Die Presse würde sonst die Ereignisse entstellen.
Eisenmann: Der Waffenstillstand war nicht die Ursache des Aufstandes. (Widerspruch!) Man wollte diese ganze Versammlung mit Ausnahme weniger Mitglieder prostituiren und die rothe Republik proklamiren. (Furchtbares Bravo. Gelächter.) Für Brieglebs Antrag, man müsse aber um das Vertrauen des Volkes wieder zu gewinnen, mehr thun! (Bravo.)
Zimmermann (aus Stuttgart): Ich hätte nichts gegen Brieglebs Antrag. Aber erst muß völlige Beruhigung eintreten. Jetzt würde der Aufruf der Ausdruck der Partei sein, eine neue Brandfackel in das Volk schleudern. Stavenhagens Anträge sind auch eine solche Brandfackel. (Tumult rechts.) Einheit und Friede in der Versammlung sind nöthig. (Rechts: Nein!)
Waiz spricht für den Briegleb'schen Antrag.
Benedey: Belehrung des Volkes über die letzten Ereignisse finden auch wir nöthig. Aber bedenken Sie (rechts), was Machiavell sagt: „Ein Aufstand bringt der fliegenden Partei große Gefahr.“ Bedenken Sie, daß Mitglieder von Links die ersten Schläge (am Abend des 17. in Westendhaus) bekommen haben. (Bravo.) Meine Herren, das sind Thatsachen, beide Parteien sind prostituirt. (Die Diäten in Gefahr! Welche Gefahr für Herrn Venedey, der schon in Paris die Arbeiter exploitirte!)
Goltz aus Brieg gegen Brieglebs Antrag.
Simson (Jude aus Königsberg) für Briegleb. Gegen die Uebergriffe der Presse.
Joseph (aus Sachsen): Es ist keine Art und Weise, in so ordinären Ausdrücken wie Simson (Jude aus Königsberg) sich auszusprechen. Der Terrorismus scheint eine berauschende Kraft zu haben. (Bravo links.) Die Preßfreiheit kommt auch bald an die Reihe, wie es scheint. (Rechts: Ja!) Ich bin gegen Brieglebs Anträge. Das Ministerium hätte den Aufruhr verhindern können. Durch das Drängen des Militärs um die Kirche ist der Einbruch in die Kirche hervorgerufen. (Unterbrechungen des Hohnes rechts). Man will, so scheint es, eine Pariser Komödie aufführen.
Rößler aus Oels. Wohin führt der Gang der Debatte? ‒ (Zur Sache!) Es wird sich schwerlich für die Proklamation die man vor hat, die Einheit der Versammlung finden. ‒ Und zu einer solchen Vertrauens-Ansprache ans deutsche Volk ist Einstimmigkeit nöthig, Majorität reicht hier nicht aus. ‒ Den Aufstand betreffend, dieser war ein zweck- und zielloser. (Widerspruch.) Die Leiter jener Versammlung haben den Aufruhr nicht mitgemacht! (Sehr glaublich von diesen Verräthern!) Kaum 400 Menschen haben den Aufruhr gemacht. (Desto größere Ehre.) Kaum 150 Gewehre haben diese gehabt. (Widerspruch!) Die Wuth des Volks kam daher, daß ein alter Mann von den Preußen durch Bajonnetstiche verwundet ward. Dem Bau der Barrikaden hat man ruhig zugesehn. Zum Schluß ersuche ich Herrn Briegleb seinen Antrag zurückzuziehen. ‒
Merk aus Hamburg (mit komischen Pathos) beschreibt die Einbruchsscenen an der Kirchtür. (Geschrei! Tumult! Gelächter! Schluß!)
Schluß der Debatte.
Briegleb wiederholt seinen Antrag, einen Ausschuß zu wählen, der die Proklamation abfaßt. ‒
Der Antrag von Briegleb wird von der Versammlung angenommen. Die Linke und ein Theil des linken Centrums dagegen. Es wird bestimmt daß zur Ausführung des Brieglebschen Antrags nach der Sitzung jeder Ausschuß ein Mitglied wählt. Die Linke wird sich wahrscheinlich der Wahl enthalten. (Großer Muth!)
Plathner bringt einen dringlichen Antrag: den Gesetzgebungs-Ausschuß zu beauftragen, zu untersuchen, ob nicht ein Gesetz zu entwerfen, welches die Abgeordneten gegen Injurien schützt.
Der Antrag wird nicht als dringlich erkannt.
Man schreitet zu Punkt 2 der Tagesordnung. Ergänzungswahlen der Ausschüsse.
Der Schwätzer Vogt stellt den Antrag wegen der nöthigeren Beschäftigungen der Ausschüsse, die Sitzung zu vertagen. Der Antrag wird angenommen. ‒
Präs: Noch einige Mittheilungen:
1) Das Reichsministerium zeigt an, daß die Abgeordneten, welche Waffen haben, dieselben anzeigen müssen.
2) Herr Jahn ist, trotz der ausgestreuten Gerüchte, wieder wohlbehalten in Frankfurt eingetroffen. (Die Redaktion verweist auf die gest. No.)
3) Der Exminister Heckscher ist am Leben bedroht worden. In der Stadt Höchst hat man ihn mißhandelt. Er ist glücklich nach Mainz entflohen.
4) Morgen 9 Uhr Beerdigung der gefallenen Offiziere und Soldaten. Die Abgeordneten werden sich um 1/2 9 Uhr in der Paulskirche sammeln. Morgen also keine Sitzung. Nächste Sitzung: Freitag 9 Uhr.
Aus der heutigen Sitzung sehen Sie, daß auch Deutschland seine Septembergesetze haben wird Ich höre in Hanau ist Aufruhr, und Preußen von hier hin. Hier ist „Ruhe“, der Belagerungszustand dauert fort.
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[ 103 ] Berlin, 20. Sept.
Daß die Sache jetzt zur Entscheidung kommen wird, ist gewiß, da man von Oben alle Vorbereitungen zur Contrerevolution trifft. General Wrangel hielt heute über die hiesige Garnison eine große Parade ab, und an deren Schluß eine Anrede an die Soldaten und das Volk, worin er von Anarchie sprach, die er unterdrücken werde; von einem kleinen Haufen Aufwiegler, die er ausrotten wolle, indem sonst der früher so blühende (!!) Zustand nicht wieder zurückkehren könne.
Man merkte aus dieser Rede, wie man Wrangel die alten Phrasen Kühlwetter's und Hansemann's sogleich in den Kopf ge- [0546] setzt hat. Dabei ist zu bedenken, daß Berlin seit dem 18. März nicht so ruhig war, wie in den letzten vier Wochen, besonders seit dem 7. September, seit der Niederlage des Ministeriums und doch spricht Wrangel von Anarchie, die er mit seinen ruhmgekrönten Soldaten, die mit geschliffenem Schwerte und Kugeln in der Tasche seinem Rufe harrten, niederschlagen werde.‒ So spricht man zu den Soldaten nur immer von einem kleinen Haufen Aufwiegler, um sie an den Gedanken eines baldigen Kampfes zu gewöhnen, den man bald hervorrufen wird, an dem aber nicht ein kleiner Haufen, sondern die halbe Bevölkerung Berlins Theil nehmen dürfte.
Man erzählte heute folgenden Plan der Contrerevolution: Das neue Ministerium solle der Vereinbarer-Versammlung ein in Potsdam schon ausgearbeitete Verfassung vorlegen, worüber sich die Versammlung sofort über deren Annahme oder Verwerfung en bloc zu erklären haben würde. In beiden Fällen wird die Versammlung alsdann sogleich aufgelöst und die Wahl der verfassungsmäßigen Kammern, zur Berathung der organischen Gesetzte u. s. w. sogleich durch Wahlen mit Census, die in der Verfassung vorgeschrieben sind, angeordnet.
Wie unsere demokratischen Klubs hierüber denken, braucht kaum bemerkt zu werden. Man spricht schon allgemein von dem bevorstehenden entscheidenden Kampfe, wo man das Aeußerste wagen, aber auch Alles erringen will. Die nöthigen Pläne zum Kampfe werden schon entworfen; es fehlt jedoch an einem fähigen und tüchtigen Anführer, dem sich Alle unterzuordnen hätten.
Mit größter Spannung sieht man unter diesen Umständen der morgenden Sitzung der Vereinbarer-Versammlung entgegen. Es heißt allgemein, daß das neue Ministerium seine Sitze morgen einnehmen wird. Die Linke entwirft schon ihren Operationsplan, die Majorität ist ihr gewiß, da die Partei Unruh, das Centrum, wenn auch nicht vollständig, doch gewiß zum größten Theil mit der Linken stimmen und ihr die Majorität verschaffen wird. ‒ In diesem Falle soll die gemäßigte Partei am Hofe es mit einem Ministerium des linken Centrums versuchen wollen, aber die Partei der Contrerevolution wird dies wahrscheinlich zu verhindern wissen.
Soviel scheint sicher, daß am Hofe selbst sich zwei Parteien noch stark bekämpfen. Der König selbst, sagt man, sei unentschieden; er für seine Person möchte an seine Versprechungen vom März festhalten, während seine Umgebungen ihn mit jesuitischer Beredsamkeit zur Contrerevolution verleiten wollen.
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[ 61 ] Wien, 18. Sept.
Wien war ehemals nur ein menschlicher Viehstall, in welchem kaum erlaubt war, zu ‒ grunzen; durch die Aula hat Wien Geist erhalten, darum muß diese Aula vernichtet werden. Das ist seit lange das Feldgeschrei des spießbürgerlichen Blödsinns und der absolutistischen Wüthriche; mit diesem Feldgeschrei ward der Sicherheitsausschuß beseitigt, mit diesem Feldgeschrei wird, wenn's gut geht, die Legion und Nationalgarde, werden Vereine und Presse und endlich auch der Reichstag beseitigt werden. Nur mit Beseitigung des Sicherheitsausschußes konnte am 21. und 23. Aug. der Koup gegen die Arbeiter und damit ihre Trennung von Legion und Garde gelingen. Die Arbeiter werden nun von denen niedergemetzelt, von welchen sie Schutz erwarten durften; ein nachträgliches Bedauern durch Trauerzüge und gedrücktes Gestöhn konnte sie nicht versöhnen. Ihre gegenwärtige Stimmung ist daher eine grollende und sie haben erklärt, sich nun um nichts mehr kümmern zu wollen, möge geschehen, was wolle. Dies ist ein Hauptgrund der am 13. so frech hervorgetretenen kontrerevolutionären Unverschämtheit. Es hatten sich damals nur etwa 800 Arbeiter bei der Universität bewaffnet eingefunden. Nur das diktatorische Auftreten des Reichstags und die getheilte Stimmung der Nationalgarde ist im Stande gewesen, den Banditenchef Latour zum Verschieben der unvermeidlichen Metzelei zu bewegen. Dieselbe wird seit gestern aber nun auf heute bestimmt angesagt; der Farbenkrieg soll sie in der Weise einleiten, daß schwarzgelbe Fahnen überall statt der dreifarbigen ausgesteckt und so ein Krawall herbeigeführt werde. Ein großer Theil der Nationalgarde hat bereits die Dreifarbe abgelegt, um vorläufig keine zu tragen, es ist derjenige Theil, der unter anderm auch alle Fremden aus Wien vertrieben, die Legion und alle Genies, wie sie sich ausdrücken, zusammenkartätscht haben will.
Ueber dem Schlosse von Schönbrunn wehte indessen gestern noch die deutsche Dreifarbenfahne; nur bemerkte ich, daß schwarz und gelb darin gänzlich zerrissen, roth aber noch unversehrt geblieben war.
Aus Prag sind gestern Nationalgarden hier eingetroffen; es sind Czechen, welche dem freigesinnten Theile der Wiener Nationalgarde die Sympathie der Prager Bürgerschaft durch Ueberreichung einer czechisch-deutschen Fahne überbringen. Zugleich ist an den Abgeordneten Borrosch eine Adresse aus Prag angelangt, in welcher die Czechen sich gegen das Verhalten ihrer Abgeordneten im Reichstag verwahren und Borrosch's Verdienste um die Freiheit anerkennen.
Um den Zwei- und Dreifarbenkrieg lächerlich zu machen, sind viele mit Kokarden aller Völker und Kronen Oestreichs herumspazirt und haben ihre Hunde, die meistentheils noch immer Metternich getauft werden, mit schwarzgelb dekorirt. Nach dem Beispiel mehrer Akademiker tragen auch die entschiedenen Demokraten keine Dreifarben mehr, sondern eine rothe Halsbinde, oder eine rothe Feder auf dem Kalabreser ist ihr neuester Schmuck und diese Rothen werden tagtäglich zahlreicher.
So eben vernehme ich, daß die Nationalgarde der Stadt während der ganzen Nacht sur le qui vive bleiben mußte, ferner, daß die Nationalgarden der Vorstadt Wieden erklärt haben, ihre deutschen Farben nur mit den rothen vertauschen zu wollen.
Später, 2 Uhr Nachmittags. Eine Deputation aus Pesth durchzieht so eben die Straßen der Stadt unter dem Jubelruf des Volks. Nationalgarden und akademische Legion waren zu ihrem Empfang in die Leopoldsstadt geeilt. Was die Deputation will, wird folgendes Plakat sagen:„Mitbürger! Die ungarische Reichsversammlung hat in der Sitzung vom 15. d. M. einstimmig beschlossen, aus ihrer Mitte eine Deputation nach Wien zu senden. Nicht an den König, nicht an die Minister, sondern an das Volk von Oestreich. Das östreichische Volk hat gewiß seine alten Sympathien für die hochherzigen Magyaren trotz der unablässigen Bemühungen einer großen Rückschrittspartei bis jetzt aufrecht erhalten. Es gilt nur bei der Gelegenheit dieser feierlichen und entscheidendsten Deputation, diese Gesinnungen, wie es freien Völkern geziemt, öffentlich vor Gott und der Welt zu bethätigen. Wir hoffen, das Volk Oestreichs wird sich als freie Nation beweisen! Im Namen vieler Garden.“
Der Empfang der Deputation war erschütternd. Nirgendwo in Deutschland erblickt man so begeisterte Physionomien, nirgendwo steht dem großen Volke so auf der Stirne geschrieben, daß gewaltige Bewegungen es sehr bald durchzucken werden.
Gestern ist die Stadt Komorn in Ungarn gänzlich abgebrannt; das Regiment des Prinzen von Preußen soll sie angezündet haben: Komorn ist nämlich auch Festung. 800 Freiwillige aus Wien sind bereits in Budapesth angelangt. Das Militär soll die schwarzgelben Kokarden abgerissen und rothe dafür angesteckt haben. Das Repräsentantenhaus hat dem Palatin Stephan, der sich an die Spitze der ungarischen Armee gestellt und ins Lager begeben hat, zwei Commissarien zur Seite gestellt; ebenso dem Kriegsminister Meßaros. Die ungarische Deputation wird sich Morgen mit dem östreichischen Reichstag in Verbindung setzen. Die Dinge müssen nun einer letzten, gewaltsamen Entscheidung entgegengehen; der Anfang ist vielleicht heute noch möglich, denn die Aufregung und bange Erwartung ist die gewaltigste. Heute Morgen wurden auf dem Kohlmarkt mehre Läden zertrümmert, welche schwarzgelbe Bänder ausgestellt hatten. Ich begegnete ungewöhnlich vielen rothen Kokarden, rothen Bändern und rothen Kalabresern. Kühnheit und Energie lagert auf allen Gesichtern. ‒ Heute keine Reichstagssitzung, aber eine große Versammlung im Odeon, viel Spannung und Ingrimm.
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@facs0546
Wien, 16. Sept.
Der „Radikale“ denunzirt folgende „Lüge des Ministeriums “:
„Der erste Punkt der in der gestrigen Reichstagssitzung von Dr. Bioland gemachten Interpellation lautet:
„ Ist etwas davon wahr, daß unser Ministerium sich in seinen einzelnen Individuen nicht jenes Grades von Zugänglichkeit zum Monarchen erfreue, die ein gänzlich unbehinderter Verkehr mit ihm voraussetzt.“
Minister Wessenberg antwortete hierauf lakonisch: Nein.
Ich erlaube mir dagegen folgendes Faktum zur Oeffentlichkeit zu bringen.
Einige Tage nach der Arbeiter-Hetze stand Minister Schwarzer, ich, Ed. Mauthner und Redakteur P. Löwe im Vorsaale der Kammer. Die jüngsten Ereignisse bildeten Anfangs den Stoff des Gespräches. Man kam endlich auf andere Gegenstände und so theilte uns der Hr. Minister auch mit, daß nicht alle Glieder des Ministeriums gleich freien Zutritt beim Monarchen haben, sondern daß sich dieses Vorzuges nur einige Mitglieder desselben erfreuen, welche auch zur Tafel gezogen werden. Herr Schwarzer führte noch an, daß wenn die übrigen Minister etwas veranlassen wollen, sie es stets durch die Bevorzugten müssen einleiten lassen, so z. B. daß endlich Jemand von Hof in der Kammer erscheine u. dgl.
Als ich mich hierauf äußerte, daß, wenn ich Minister wäre, ich dies gewiß nicht so dulden würde, setzte mir Hr. Schwarzer noch auseinander, daß in dieser Beziehung durchaus nichts zu machen sei. ‒ Also wer hat gelogen, Schwarzer dazumal oder Wessenberg gestern? Uebrigens dürfen uns Widersprüche von unsern Herren Ministern nicht wundern. Am 21. August hörte ich Hrn. Schwarzer sagen, daß blos Geldmangel den 5 Kr. Abzug bei dem Taglohn der Arbeiter veranlaßt habe, wenige Tage darauf hörte ich Hrn. Schwarzer wieder sagen, daß durchaus nicht Geldmangel die Ursache des Abzuges gewesen ist. ‒ Was war Lüge? ‒ ‒
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@facs0546
Potsdam, 19. Sept.
Einer vom Bürgerwehrklub an den Kommandeur des Garde-du-Corps-Regiments abgesendeten Deputation hat derselbe auf die Frage, ob eine Untersuchung gegen die Soldaten eingeleitet sei, welche am 12. Abends ohne vorherige Aufforderung zum Auseinandergehen und ohne Kommando scharf eingehauen haben, die Antwort ertheilt, daß dies nicht der Fall, da ihm die Sache amtlich nicht zu Ohren gekommen wäre. ‒ Bei der ersten hier gehaltenen Volksversammlung haben sich über 2000 Soldaten aller Truppengattungen betheiligt, trotzdem ihnen von vielen Offizieren das Versprechen abgenommen war, nicht hinzugehen. Sie ging ohne Störung vorüber und die Redner, welche über denselben Gegenstand sprachen, der in der Volksversammlung vor dem Schönhauser Thore am vorigen Sonntage verhandelt wurde, ernteten ungeheuren Beifall.
[(B. Z. H.)]
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Potsdam, 17. Sept.
Heute Nachmittag um 3 1/2 Uhr war ein Jägerkommando in dem auf dem Brauhausberge neuerbauten Schießhause mit der Anfertigung von Spitzkugel-Patronen beschäftigt, als sich der nicht unbeträchtliche Pulvervorrath entzündete und das Dach sowie ein Theil des Hauses in die Luft flog. Glaubhaftem Vernehmen nach sind dabei 11 Mann mehr oder minder beschädigt.
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Provinz Posen. Kosten, 15. Sept.
Der hiesige Distrikts-Kommissar hat in Folge höherer Anweisung an die Schul-Vorsteher die Aufforderung ergehen lassen, die bei jeder Schule angesammelten Fonds aus den für Schulversäumnisse eingezogenen Strafen zur freiwilligen Staatsanleihe beizusteuern oder die Fonds bei der Regierungshauptkasse niederzulegen, welche 4 procentige Staatspapiere dafür ankaufen und der Schule die Zinsen erstatten werde. Eine gleiche Aufforderung ist auch an die Schulvorstande, sowohl in Dörfern als in Städten, vermuthlich im ganzen Großherzogthum, ergangen. Nun muß man wissen, daß von diesen Fonds, die sich gewöhnlich auf 15-25 Thaler belaufen, die Reparaturen in den Schullokalen, an dem Inventarium etc. bestritten, daß endlich auch Bücher für arme Schulknaben dafür angeschafft werden. Wie groß muß die Armuth des Staates sein, wenn er sich an dem winzigen Vermögen der Landschulen wieder emporarbeiten will. Oder soll diese Maßregel vielleicht eine Strafe fur die Insurrektion sein?
[(B. Z. H.)]
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[ 34 ] Mülheim a. d. Ruhr, 19. Septbr.
In unser schönes romantisch-preuß. Ruhrthal, in dem das politische Leben sich bisher höchstens in dem begeisterten Bewußtsein:„Ich bin ein Preuße“ koncentrirt hat, hat auch die neue Zeit ihre unheilvollen Ideen hineingeschleudert. Man denke sich den Greuel, es hat sich hier neben dem constitutionellen preuß. Verein ein demokratischer Verein constituirt.
Obschon der erstgenannte Verein bis dato immer der Majorität der Berliner-Versammlung gehuldigt, so fand sich derselbe doch in Folge des Beschlusses über den Steinschen Antrag veranlaßt, gegen diesen Majoritäts-Beschluß Protest einzulegen, und hat diesen Protest am 16. d. M. beschlossen.
Der hiesige demokratische Verein erließ gegen obigen Protest eine Gegen-Adresse, und schrieb Tags nachher durch Maueranschlag eine Volks-Versammlung in einem hiesigen Locale aus. Eine Volks-Versammlung durch Maueranschlag, vielleicht die erste in unserm lieben Mühlheim. Man denke sich die Besturzung, das ganze pietistische Bürgerthum faltete zitternd seine Hände, und rüstete sich gegen solch gottloses Unwesen, das Preußenthum witterte Republick und Anarchie, und mußte seinen Konig schützen. Die ganze Stadt war in Allarm, ob diesen unerhörten Wuhlereien, und wurde der Operations-Plan gehörig eingeleitet.
Als am Abende zur bestimmten Zeit die Versammlung ihren Anfang nahm, hatten sich denn auch, obschon nur diejenigen die die Adresse in unserm Sinne wünschten, eingeladen waren, alle Schattirungen des Volks in solcher Zahl eingefunden, daß die Demokraten glaubten Wunder gethan zu haben.
Aber das Wunder enthüllte sich noch mehr als der Präsident nach kurzer Motivirung die Adresse vorzulesen versuchte. Er konnte vor Pfeifen, Toben, Rufen und Skandal kaum mehr zu Worte kommen. Wenige Worte von den Häuptera des konstitutionellen Vereins reichten hin, um die ganze Versamluung in Allarm zu bringen.„Herunter mit den Kerls“„wir wollen Preußen bleiben“,„Hurrah's, Bivats“, Getrommel und Wuthgeschrei im höchsten Grade, und als der Sturm sich wieder etwas gelegt hatte, und sich die wirklich demokratisch Gesinnten anschickten zur Unterschrift, und so der Plan der Gegner am Ende noch vereitelt worden wäre, da wurden noch einmal alle Maschinen angesetzt, und ein neuer Tumult brach los, so daß sich der Vorstand des demokratischen Vereins mit Mühe und unter Lebensgefahr aus dem Staube machen mußte. Das Luftspiel endete mit Fahndung auf Demokraten in allen Wirthshäusern, unter starkem Zusetzen von gebranntem Wasser, was von einigen hiesigen aristokratischen Wohlhabenden zu diesem Zweck bezahlt worden sein soll.
Es fehlte weiter nichts, als Allarmirung der Bürgerwehr, und Mühlheim hätte einen seiner vollends würdigen Tage erlebt.
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@facs0546
[ 15 ] Crefeld, 21. Sept.
Mit welcher fanatischen Wuth die Reaktion da, wo sie durch Geld und Macht noch das Uebergewicht hat, auftritt, davon gibt ein in Uerdingen a. Rhein stattgehabtes Attentat ein gutes Beispiel ab. Unterm 19. d. M. kamen mit dem Dampfboote von Düsseldorf in Uerdingen mehrere Demokraten an, um mit dem Lokalwagen von dort nach Crefeld zu fahren. Durch Bestechungen gelang es einigen Uerdinger Fabrikanten, eine Schaar Rheinarbeiter gegen jene Reisenden aufzuhetzen. Ein Steueraufseher Namens Meuten war der Anführer dieser Rotte, und suchte die mit Schnaps angefeuerte Masse zum Todtschlagen zu haranguiren. Nur das ruhige und feste Benehmen der Angegriffenen, deren Wagen von einigen Hunderten schon gewaltsam angefallen war, rettete sie. ‒ Dies ist der gesetzliche Boden, von welchem die Reaktion so erbaulich winselt, und solcher Art sind die Mittel, deren sich die Fanatiker der Ruhe und Ordnung mit Gott für König und Vaterland bedienen. Dem Oberprokurator ist die Sache bereits angezeigt und wir werden seiner Zeit über das Weitere berichten. ‒ Bei dieser Gelegenheit füge ich Ihnen noch die Namen der Denuncianten bei, welche einen Verhaftsbefehl gegen den Präsidenten des demokratischen Vereins, Bürger Imandt, auszuwirken suchten. Sie heißen: Camphausen, Bloem, Puller, Höffelmann, Overlach, Halfes, Paulus. ‒ Der hiesige Denunziantenverein hat eine Dankadresse an Beckerath ausgelegt, woraus zu ersehen, was für Hoffnungen man auf Beckerath setzt. Der demokratische Klub wird ein Mißtrauensvotum gegen denselben erlassen. ‒ In der letzten Volksversammlung von beinahe 2000 Personen wurde ein Protest gegen das Bürgerwehrgesetz erlassen, worauf der reaktionäre Theil der Bürgerwehr durch Bajonnett-Attaken in der Nähe des Sitzungssaales den demokratischen Klub einzuschüchtern versucht. An der Spitze dieser Umtriebe steht Herr Beckerath, Bruder des Ex-Reichsministers.
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[ * ] Koblenz, 20.Sept.
Gestern Abend, als die Nachricht von dem durch den ehrlosen Waffenstillstand hervorgerufenen Blutvergießen in Frankfurt sich hier verbreitete, sammelte sich das Volk vor dem Hause des Abg. Adams, welcher jenen volksverrätherischen Beschluß mit durchgesetzt hatte. Die Fenster, Thüren, Fenstergesimse und Laden wurden demolirt, und zuletzt stürmte das Volk in das Haus, von wo man die Möbel auf die Straße warf.
Zwei Stunden darauf wurde der Generalmarsch geschlagen, und von den 2000 Mann der Bürgerwehr fanden sich wirklich 150 „Wohlgesinnte“ ein, welche von dem Volk verhöhnt wurden.
Hrn. Stedmann, dem Frankfurter komischen Portefeuillejäger, war ein gleicher Besuch zugedacht.
„Die Stimme der Frankfurter Versammlung aber ist die Stimme des Volkes!“ (Jordan,)
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@facs0546
R. Aus Franken, 18. Sept.
(Baierische Justiz.) Die Verhaftung des Herrn Sticht, Redakteurs der „Fränkischen Volkszeitung“ in Schwabach, wegen Preßvergehen, wurde seiner Zeit in Ihrem Blatte mitgetheilt. Was ich Ihnen damals über die Schamlosigkeit des baierischen Richterstaates schrieb, findet in dem gegen Sticht nun vollendeten Untersuchungsverfahren und in dem soeben erfolgten Erkenntniß seine volle Bestätigung. Sticht wurde wegen Majestätsbeleidigung und Amtsehrenbeleidigung zu einem Jahre Festungsstrafe verurtheilt, ein nach dem baierischen Gesetzbuch mildes Erkenntniß, wenn Sticht strafbar war, ein himmelschreiendes aber, da selbst nach dem Buchstaben des baierischen Strafgesetzbuches Sticht durchaus schuldlos erscheint, und nur seine eigenen, dem objektiven Thatbestand geradezu widersprechenden, nur durch beispiellose Gefängnißqualen abgefolterten und den Charakter der Unzurechnungsfähigkeit allzudeutlich an der Stirne tragenden Geständnisse eine gewisse Handhabe zu einem verurtheilenden Erkenntniß darboten. Ich bitte Sie, mir über diesen baierischen Justizmord, über den natürlich die baierische „unabhängige“ Presse ein tiefes Schweigen beobachtet, in Ihrem geschätzten Blatte einigen Raum zu gönnen. Was ich Ihnen gebe, ist zwar nichts vollständiges, aber es ist authentisch. Nach dem baierischen Strafgesetzbuch gehört zum Begriff der Majestätsbeleidigung, daß man „ die Person des Staatsoberhauptes mit herabwürdigender Verachtung durch Worte oder Handlungen beleidigt.“ Von der Person des Königs von Baiern nun ist in den sämmtlichen incriminirten Stellen, welche aus dem Blatte Sticht's herausgehoben wurden, gar nicht die Rede. Nur aus Anlaß der Einladung, durch welche der König von Baiern vor dem Beginn der Nationalversammlung mehrere baierische Abgeordnete zu sich beschied, war in Sticht's Blatt bemerkt, daß solche königliche Einwirkungen auf Volksvertreter unstatthaft seien, und es war die Frage gestellt:„Kann ein solcher Fürst ein Herz zu seinem Volke haben, kann er es redlich meinen mit dem Wohle desselben?“ Und darin findet man hier Majestätsbeleidigung!
In folgender historischen Schilderung von dem Treiben der deutschen Fürsten im vorigen Jahrhundert:„Wir alle haben davon gehört, wie diese Geschlechter in Deutschland haus'ten, wie bei uns die entmenschten Markgrafen wütheten, wie in Sachsen die wollüstigen Churfürsten bankettirten und banquerottirten, wie die hessischen Seelenverkäufer ihre Unterthanen jochweise an England als Kriegssklaven verkauften u. s. w. “ ‒ in dieser Stelle fand der Untersuchungsrichter eine Majestätsbeleidigung. Und zwar folgendermaßen: Er findet darin eine Unterlassungssünde; ‒ weil, da die Wahrheit der Geschichte für den Stand der Fürsten unangenehm sei (sic), man neben dem Sündenregister wenigstens auch einen Tugendspiegel edler Regenten hätte beisetzen müssen, wenn man nicht eine Beleidigung aller Fürsten habe beabsichtigen wollen!! ‒ Eine weitere angeschuldigte Stelle ist ganz unverfänglich, und der Untersuchungsrichter hatte zuerst gar nicht auf sie reflektirt, und nahm sie erst dann vor, als er sah, daß der „mürbe gewordene“, d. h. durch die scheußlichste Mißhandlung in völlige Apathie und an die Gränze des Wahnsinns gebrachte Angeschuldigte Alles zugab, was man nur wünschte. Es ist nämlich jetzt von der Untersuchungshaft des Unglücklichen ein Wort zu sagen. Sticht war während der Dauer der Untersuchung mit einem wegen gemeiner Verbrechen inhaftirten Subjekte zusammengesperrt, er mußte mit diesem ein und dasselbe, mit dem scheußlichsten, ekelhaftesten Ungeziefer angefüllte Lager theilen, man ließ ihn in diesem Loch dem Schmutz und Unrath preisgegeben ohne Wäsche, ohne Waschwasser, und als man ihm endlich frische Wäsche gewährte, gab sie ihm keine Erleichterung, weil sein Schlafgefährte nicht ebenfalls sich gereinigt hatte; man ließ ihn in diesem Zustand ohne Bücher, ohne Schreibzeug, ohne die Möglichkeit einer geistigen Beschäftigung. Wie es ihm gelang, einige mit Bleistift geschriebene Briefe aus dem Gefängniß zu spediren, ist mir nicht bekannt. Die, welche ich sah, lassen keinen Zweifel darüber, daß bereits der Wahnsinn bei dem durch diese ungewohnte, schauderhafte Mißhandlung gänzlich gebrochenen Unglücklichen angesetzt hatte. In der Hoffnung, nach Beendigung der Untersuchung in ein besseres Gefängniß versetzt zu werden, gab er alle Antworten, die man nur wünschte, ließ aufzeichnen und sich in den Mund legen, was man nur wollte, ohne im Mindesten etwas gegen das Protokoll zu erinnern, wenn er es sich je vorlesen ließ. Dieser Gemüthszustand wurde, wie von einem baierischen Untersuchungsrichter zu erwarten, zu Gunsten der Schuldhaftigkeit gehörig ausgebeutet. Der Vertheidiger, welcher die Fragen und Antworten durchlesen hat, spricht sich hierüber zwar sehr gemäßigt aber unzweideutig aus. Er sagt:„Dieser Aufsatz ist so unverfänglich, daß der Inquirent beim ersten Verhör ihn wegzulassen selbst für gut befunden hat und erst im 2. Verhör mit herausrückt, als er sah, daß Sticht mit einer wah [0547] ren Begierde Alles, was nur von ihm hätte verlangt werden können, zugab, und insbesondere bekannte, daß er die Fürsten habe beleidigen wollen. Dieses Geständniß nun hat Sticht allerdings abgelegt, allein mir (dem Vertheidiger) ausdrücklich bemerkt, daß er dabei in einem ganz abgespannten Gemüthszustande sich befunden habe, daß er nur von der Ansicht ausging, Etwas einzugestehen, was man durchaus von ihm haben wollte, und daß, wenn man denn um jeden Preis eine Majestätsbeleidigung finden wolle, er dann dagegen Nichts erinnern könne. Uebrigens hat er die Worte, die Inquirent als Antwort diktirte, nicht selbst gesprochen und zu Protokoll gegeben, das Protokoll sich nicht mehr vorlesen lassen und sich in einem Zustand völliger Lethargie befunden.“ Auf solche Weise bringen baierische Richter Majestätsbeleidigungen zu Tage!
Und nun urtheile man nach diesem getreuen und authentischen Referat, ob die Preßfreiheit in Baiern nicht ein leeres Wort ist. ‒ Zum Schluß noch ein Wort über das baierische Gefängnißwesen. Die baierischen Gefängnisse verschließen Greuel, von denen man keine Ahnung hat. Als vor Kurzem ein Baubeamter meiner Bekanntschaft zur Inspektion in ein baierisches Gefängniß trat, bot sich ihm ein Anblick dar, dessen Details zu schildern die Feder sich sträubt. Jammergestalten, seit Monaten in einer verpesteten Luft dicht auf einander gedrängt, kamen aus dem Hintergrund des Kerkers, wo sie auf faulem Stroh lagen, hervor und baten den begleitenden Landrichter fußfällig, ihnen nur zu sagen, weshalb sie da seien. Nach 1monatlicher Einsperrung hatten sie den Grund ihrer Verhaftung noch nicht erfahren. Kranke Weiber, für die in ihrem Zustand die verpestete Atmosphäre tödtlich sein mußte, flehten um Gotteswillen, sie doch in einem besseren Gefängniß die letzten Tage ihres Lebens zubringen zu lassen, ausgehungerte Handwerksbursche kamen hervor und klagten, daß sie seit drei Tagen keinen Bissen zu essen bekommen, weil sie kein Geld hätten, um dem Gerichtsdiener die Speise zu bezahlen! Das ist das Baiern, von welchem die baierische liberale Presse sagt, daß es sich an die Spitze des süddeutschen Fortschrittes stellen wolle!
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@facs0547
[ 58 ] Aus Franken, 19. Septbr.
Vorgestern erhielten die Abgeordneten von Nürnberg und von Fürth, Krafft und Gebhardt Mißtrauensvota. In Nürnberg sprach sich eine Versammlung von etwa 2000 Urwählern gegen zwei Stimmen, die eines Advokaten und eines Bourgeois, gegen den Abgeordneten aus, und beschloß ihn zu sofortiger Niederlegung des Mandats aufzufordern. In Fürth war der Beschluß einstimmig. Da an beiden Orten noch Ersatzmänner da sind, von denen man nichts Besseres erwarten kann, als die Abgeordneten selbst leisteten, so wurden auch diese Ersatzmänner aufgefordert, von ihrem Mandat keinen Gebrauch zu machen. Man will neue Wahlen. Es regt sich ein besserer Geist in Franken, auch in den Städten. Nur die hohe Bourgeosie und die Bureaukratie ist zum Aeußersten entschlossen. Sie werden nichts ausrichten, denn die Kleinbürger werden nach und nach gescheidt.
Ungarn.
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@facs0547
[ 15 ] Pesth, 16. Sept.
Der mißlungene, oder richtiger gesagt, „hintertriebene“ Angriff auf Szt Tamás (das raizisch-serbische Lager) steht nicht mehr vereinzelt da in unserer jüngsten Kriegsgeschichte, und der Verdacht, der schon längst das Land durchzuckte und jüngst im Repräsentantenhause ausgesprochen, einen Keim der Leidenschaften heraufbeschwor, nimmt nicht allein an Wahrscheinlichkeit zu, sondern wird zur vollen Gewißheit. Ungarn ist verrathen. Nicht der äußere Feind, der Verrath im Innern, der sich durch alle Zweige der Verwaltung bis in die Ministerialberathungen schlich, stürzt das kaum zur Selbstständigkeit gelangte Ungarland in die alte provinzielle Abhängigkeit zurück. General Graf Adam Teleki, der Kommandant des Observationsheers an der Drau, hat nach der offiziellen Mittheilung des Ministerpräsidenten sich geweigert, gegen Jellachich zu kämpfen und ihm den Einfall in das Land bestmöglichst vorbereitet und erleichtert. Die Kammer beschloß daher, den Palatin durch eine Deputation des Hauses aufzufordern, sich an die Spitze des Herres zu stellen, welcher Aufforderung der Palatin willfahrte und schon heute früh in's Lager abgereist ist. Drei Mitglieder des Unterhauses werden ihn als Kommissäre dahin begleiten. ‒ Erzherzog Stephan wird nun Gelegenheit haben zu zeigen, ob ihm das Wohl des Landes höher gilt als die egoistischen Umtriebe einer Reaktionspartei, wenn sie auch durch Familienbande an ihn gefesselt, ob er seine Stellung begreifend, eine selbstständige Krone der Bevormundung des eifersüchtigen und herrschsüchtigen Wiener Kabinets vorzuziehen vermag, ob er mit dem Volke für die Freiheit einstehen will oder es verrathen, wie es sein Vetter, der gekrönte König von Ungarn, in väterlicher Liebe verräth. ‒ Das Ministerium Bathyany hat keine Sympathien und jeden Abend umwogen Tausende den Sitzungssaal des Repräsentantenhauses, unter tumultuarischem Toben die Abdankung desselben fordernd und die Ernennung oder vielmehr Wiedereinsetzung Kossuth's in die diktatorische Gewalt ertrotzen wollend. Man hofft nichts von der Friedenspolitik um jeden Preis des hochgebornen Grafen, und Alles von dem energischen Eingreifen Kossuth's, dessen Popularität mit jedem Tage in dem Grade zunimmt, als die Gefahr wächst.
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@facs0547
Pesth, 15. Sept.
Der Landsturm wird in kurzem organisirt sein. Die Festung Ofen erhält eine Abtheilung Landwehr-Artillerie zur Bedienung ihrer Kanonen, auch arbeitet man mit Eifer an der Befestigung derselben. Zu diesem Behuse wurde auch die Erlaubniß, von der Linie zu den mobilen Korps übertreten zu dürfen, für die Ofener Garnison aufgehoben, da ihre Bajonnette in der Festung nothwendiger geworden als auf dem flachen Lande. Dagegen marschirt heute Nachmittag die bereits sehr zahlreiche Hunyady-Schaar nach dem südwestlichen Kriegsschauplatze. Gestern Abend langte die erste Kompagnie der Wiener Freiwilligen mittelst Dampschiffes in Gyöngyös an.
Rücksichtlich des neuen Ministeriums cirkulirt die wahrscheinliche Kombination, daß es, bis auf Szemere, dessen Portefeuille des Innern Ryary erhalten dürfte, so ziemlich beim Alten bleiben werde.
Kossuth ist wieder Journalist und Zeitungs-Redakteur geworden. Er selbst kündigt sich als solchen in der heutigen Nummer des Kossuth hirlapja an und sagt, daß er fortan dieses Organ selbst leiten werde. ‒ Vor der Hand wird Pesth und Ofen in den Vertheidigungs-Zustand gesetzt; alles fremde Militär soll als unzuverläßig entfernt werden.
Italien.
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@facs0547
Edition: [Friedrich Engels: Italien. 23. September 1848. In: MEGA2 I/7. S. 738.]
[ * ]
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@facs0547
Edition: [Friedrich Engels: Italien. 23. September 1848. In: MEGA2 I/7. S. 738.]
Genua, 13. Septbr.
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@facs0547
Edition: [Friedrich Engels: Italien. 23. September 1848. In: MEGA2 I/7. S. 738.]
[ 27 ] Neapel, 7. Sept.
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Edition: [Friedrich Engels: Italien. 23. September 1848. In: MEGA2 I/7. S. 738.]
Neapel, 7. Septbr.
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Französische Republik.
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@facs0547
Paris, 20. Sept.
Aus allen Blättern starrt dem Leser nichts als Zahlen entgegen, die ihm das Wahlresultat anzeigen.
Die Wahl der Deputirten für Paris ist:
Louis Bonaparte107,763 Stimmen.
Achille Fould77,553 Stimmen.
Raspail 65,222 Stimmen.
Cabet63,236 Stimmen.
Thoré 63,157 Stimmen.
Roger 61,218 Stimmen.
Adam53,489 Stimmen.
Bugeaud 48,195 Stimmen.
Delessert48,000 Stimmen.
Girardin 27,507 Stimmen.
Das ist eine große Niederlage für die Republik Senard und Marrast.
‒ Napoleon Bonaparte, Repräsentant und Vetter des gefürchteten Prätendenten, richtet diesen Morgen einen Brief an alle Journale, worin er die Nachricht von der angeblichen Landung desselben für eine Lüge erklärt. Sein Vetter habe London noch nicht verlassen.
‒ In der Rue St. Croir des Petits Champs und der P.. ssage Choiseul machte die Polizei noch gestern Abend auf mehrere verdächtige Buben Jagd, die ein Blatt ausschrieen mit Details über die „Landung des Prinzen in Boulogne.“ Die Ausschreier sind erwischt und in das Stadtgefängniß geworfen worden. Man wird sie verhören und dann sehen, für welche Partei sie den demokratschen Kaiser schon gestern in Boulogne landen ließen.
[unleserlicher Text]er Prinz Louis ist nicht nur in Paris, sondern auch in einem halben Dutzend Departements (Yonne, Nord, Orne, Moselle, Charente etc.) mit bedeutender Stimmengunst überhäuft worden.
‒ Admiral Baudin, der den Oberbefehl über unsere miltelländische Flotte führt, hat der Regierung die Entfernung der sardinischen Flotte und die Annäherung der östreichischen Flotte vor Venedig gemeldet und angefragt: was er thun solle, wie er sich zu verhalten habe? Der Telegraph hat ihm die Antwort gebracht, daß er sich jedem Angriff zu widersetzen habe, den die östreichische Flotte etwa gegen Venedig wagen könnte.
‒ Basel oder Genf werden als die Städte bezeichnet, in denen diplomatische Konferenzen rücksichtlich der italienischen Frage gehalten werden sollen.
‒ Die Polizei nahm gestern in allen Buchläden eine Brochüre Coup de sabre ‒ Säbelhiebe ‒ von Barbet, weg.
‒ 230 Offiziere der Bürgerwehr in den Batignolles haben dem Oberkommandanten der Bürgerwehr General Changarnier ihre Entlassung eingereicht. Der Grund dieses Entschlusses soll in gewissen Klagen liegen, die sich im Schooße dieser vorstädtischen wackern Bürgerwehr gegen die Cavaignacschen Junikreuze erhoben. Changarnier soll auf mehrere ihrer Klagen mit dem verächtlichsten Stillschweigen geantwortet haben. Das ergrimmte die Junihelden, und sie haben ihre Entlassung fast Alle eingereicht. Nicht zu läugnen ist es, daß diese Demission einige Verlegenheit bereitet.
‒ Wir verlieren Hrn. Senard diesmal noch nicht. Er hat sich mit der Rue de Poitiers, die ihm durch den kleinen Baze wegen der Departementsmissionäre so arg mitgespielt, wieder ausgesöhnt!
‒ Im Norddepartement haben der Oberst Regrier (ein Bruder des gefallenen Generals) und der Prinz Louis Bonaparte die meisten Stimmen. Ueber Genoude's Schicksal hört man von keiner Seite bisher etwas Bestimmtes. Girardin ist mit Glanz durchgefallen.
‒ Die Nationalversammlung votirte gestern den Lamoriciereschen Auswanderungsplan im Sturmschritt.
‒ Heute früh ruft bereits ein großes Plakat das gesammte Proletariat zusammen, um sich demnächst in Masse im Ueberschiffungsbureau nach strenger Prüfung ihrer materiellen und moralischen Verhältnisse einschreiben zu lassen.
‒ Unsere offizielle Presse weiß noch nicht recht, ob sie zum Wahlresultat lachen oder weinen soll? Der National und die dynastischen Blätter suchen sich über ihre Niederlage so gut wie möglich zu trösten. Die weiße Presse jubelt im Stillen, denn die Ernennung Louis Bonaparte's und Raspail's dünken ihr gewaltige Verlegenheiten für die bestehende Regierung.
Im Ganzen sind sie mit ihrem Urtheile noch höchst zurückhaltend. Nur die Reforme geißelt Marrast tüchtig.
Nationalversammlung. Sitzung vom 20. September. Marrast eröffnet sie um 12 1/2 Uhr. An der Tagesordnung ist die Verfassungs-Debatte.
Gouin, Präsident des Finanzausschusses, beantragt: sich vor Beginn der Tagesordnung mit Berathung eines Dekrets zu beschäftigen, das dem Seeminister 14. Millionen Franken vom 1849ger Büdget für die Kolonien (Entschädigung der ruinirten Eigenthümer der Zuckerpflanzungen) bewilligt.
Das Dekret wird ohne erheblichen Widerspruch angenommen.
Ein Glied dessen Namen uns entfallen, stellte den Antrag, gewisse Civilverbrecher nicht dem Schaffot sondern der Deportation zuzuweisen.
Ueber diesen Antrag wird das Ausschußgutachten auf den Tisch gelegt.
Berninhac, Seeminister, verlangt einen neuen Kredit von 1,500,000 Franken pro 1848.
Wird an den Ausschuß gewiesen.
Jetzt geht die Versammlung zur Verfassungs-Debatte über.
Montalembert hatte bekanntlich zu Artikel 8 den Antrag gestellt, das Wörtchen: „und sich zu unterrichten“ hineinzuschieben. Der katholische Chef antizipirte auf diese Weise die Diskussion über die Unterrichts-Freiheit, die eigentlich erst später standfinden sollte, und wonach die Geistlichkeit so lüstern ist. Der Graf bestieg heute wiederholt die Bühne, um seine Predigt zu vollenden. Er wies den Verfall des Katholizismus, unter dem Frankreich vierzehn Jahrhunderte so glücklich gewesen, wiederholt nach und verfehlte natürlich nicht, über den Sturz des Glaubens seit den Philosophen, namentlich seit Voltaire und Cousin, bittere Thränen zu vergießen. Duvergier de Hauranne habe neulich gesagt, das Eigenthum werde untergehen wenn man es nicht beschütze, das mag sein; aber die katholische Religion werde nicht untergehen.....
Stimme: Weder das Eine noch das Andere!
Montalembert, Ja, aber beide müssen sich auf die Moral stützen. Man werfe dem Christenthum vor, daß es wohl für's Volk, aber nicht für die gebildete Welt tauge. Wollen Sie wissen wer diesen Satz zuerst aufstellte? Voltaire! Derselbe Mann, der da sagte: ein gebildeter Mann werde nie wie sein Waschweib denken (une intelligence d'élité ne pourra jamais se resoudre à penser comme sa blanchisseuse). Für die erschütterte Gesellschaft sei Religion die einzige Rettung und religiöser Glaube könne nur errungen werden, wenn der Unterricht frei gegeben werde, u. s. w.
Vaulabelle, Unterrichtsminister, kommt der angegriffenen Universität und dem modernen Unglauben zu Hülfe. Er weist statistisch nach, daß der Unterricht in Frankreich seit 1789 bedeutend zugenommen habe. Die Geistlichkeit könne sich nicht beklagen; sie lehre ja noch unumschränkt in 21 Gymnasien (colléges). Er bekämpft den Antrag.
Roux-Lavergne unterstützt denselben. Es müsse jedem Vater frei stehen, wo und bei wem er sein Kind unterrichten lassen wolle. Er will ebensowenig eine Staatsphilosophie als eine Staatsreligion dulden. Gibt es eine Philosophie, die das Schicksal der Menschheit löse? Nein. (Allg. Gelächter.) Er tritt ab.
Jules Simon vertheidigt die Universität gegen die indirekten Angriffe des Grafen Montalembert, der sie eine philosophische Giftmischerei schelte, die dem Volke statt geistlicher Nahrung Gift gebe. Die Gesellschaft sei krank; aber sind wir denn Schuld? Bestehen nicht neben den Lehrstühlen auch Kanzeln? Waren die Eklektiker nicht fast alle Schüler der Jesuiten? (Beifall.) Ich meiner Seits, fährt der Redner fort, gehöre zur rationalistischen Schule die dem Volke weder Genuß verspricht, noch ihm Verachtung gegen die Obrigkeit predigt. (Lächeln.) Montalembert habe seinen Antrag nur gestellt, um im gegenwärtigen bewegten Augenblick das Volk aufzuwiegeln, die Geistlichkeit hinter die Universität zu hetzen. (Oh, oh! Ja, ja!) Ich will, schließt der Redner, Unterrichts-Freiheit, aber keine zügellose, illusorische!
v Fallour, Adjutant Montalembert's, dankt dem Vorredner sarkastisch für die versöhnende Sprache, mit der er den Antrag bekämpft habe und behält sich dann weitere Unterstützung desselben für die große Debatte des Artikel 19 über die Unterrichts-Freiheit vor. Es sei falsch beweist er, daß man alle Freiheit immer nur von 1789 datire. Von Karl dem Großen bis Luther und 1789 sei vieles Großartige vollbracht worden.
Dupin (senior) bekämpft den Antrag und bereitet ihm dasselbe Schicksal wie dem Recht auf Arbeit, d. h. er wird verworfen. Die erste Hälfte des Artikels 8 wird angenommen. Ebenso die zweite. Ueber den dritten rucksichtlich der Preß-Censur wird eben abgestimmt.
Artikel 8 garantirt bekanntlich jedem Bürger das Recht seine Gedanken zu manifestiren und schließt mit dem Satze: „Die Presse darf in keinem Falle der Censur unterworfen werden.“
Dieser letzte (dritte) Absatz gibt zu lebhafter Besprechung und mehreren Abkugelungen Veranlassung.
Worthery schlägt den Beisatz vor: „ und auch keiner Caution.“
Moirhaye bekämpft ihn. Er wird verworfen.
Charamaulr trägt darauf an die Worte anzuhängen: „noch irgend einer Präventivmaßregel.“
Wird bekämpft; aber endlich von 483 gegen 285 Stimmen verworfen.
Felix Pyat stellt den Antrag: „Die Censur dürfe niemals wieder hergestellt werden.“ Auch diese Fassung wird verworfen.
Pierre Lerour stellt den Zusatz: „Das Druckrecht darf keinem Monopol mehr unterworfen werden (L'imprimerie ne doit être soumise à aucun monopole.)
Vivien bekämpft ihn im Namen des Verfassungszusschusses.
Es wird zur geheimen Abkugelung geschritten. Die Urnen werden aufgestellt. Die Glieder schreiten über die Bühne und werfen in die rechte oder linke Urne eine schwarze oder weiße Kugel. Als der Antragsteller Pierre Leroux sich den Urnen nähert, täuscht er sich in der Farbe und wirft eine schwarze Kugel in der Urne statt der weißen. Er stimmt somit gegen seinen eigenen Antrag. (Allgemeines Gelächter.) Er bemerkt dieses und klopft sich, die Treppe herabsteigend, mit der flachen Hand vor die Stirn. (Wiederholtes Gelächter).
Auch dieser Antrag wird mit 478 gegen 143 Stimmen verworfen.
Artikel 8 ist somit angenommen.
Die Sitzung wird um 6 Uhr geschlossen.
Großbritannien.
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@facs0547
[ * ] London, 19. Sept.
Dieser Tage erhielt man Nachrichten vom Kapitän James Roß, der, wie Sie wissen, vor einiger Zeit mit zwei Schiffen ausgesandt wurde, um die so lange vermißte Expedition des Erebus und des Terror unter Sir John Franklin aufzusuchen. Der Brief wurde von einem dänischen Schiffe überbracht und ist vom 29. Juni, von den Walfisch-Inseln, Davisstraße, datirt. Die Hauptschwierigkeiten der Reise hatten begonnen. Vergebens suchte man sich oft mit Kugeln von Vierundzwanzigpfündern Bahn durch das Eis zu brechen. Zunächst wollte man jetzt nach Melville-Bay vorrücken und wo möglich dann nach Lancaster Sund. Die nächste Nachricht glaubte man noch durch einen Grönlandfahrer schicken zu können. Dann aber hören die Kommunikationen auf und Kapitän Roß meinte erst in 18 Monaten wieder zu seinen Freunden nach England zurückkehren zu können. Der Zweck der Reise war natürlich noch nicht erreicht, denn nichts verlautete von dem unglücklichen Franklin.
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@facs0547
[ * ] Dublin, 18. Sept.
Des Versuch zu einem zweiten Aufstande ist abermals vollständig unterdrückt worden und die ganze Gegend um Clonmel ist wieder ruhig. O'Mahony und Doheny scheinen dieses Mal die Insurgenten ausschließlich geleitet zu haben.
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@facs0547
[ * ] Dublin, 19. Sept.
Gestern Abend wurden die Staatsgefangenen aus dem hiesigen Gefängniß Kilmainhain nach Clonmel geschafft. Man beobachtete über die Sache großes Geheimniß. Gleichwohl hatte sich die Nachricht von der Abfahrt der Gefangenen schnell verbreitet. An 200 bewaffnete Polizisten reichten indeß hin, den Andrang zur Eisenbahn zu verhindern. Aus den unruhigen Bezirken wird gemeldet, daß jeden Abend eine Masse Signalfeuer auf den Hügeln und Bergen erblickt werden.
Schweiz.
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@facs0547
Chiasso, Kanton Tessin, 16. Sept.
Hier hat sich so eben die Nachricht verbreitet, daß Radetzky mit einer neuen Note der [0548] hiesigen Regierung angezeigt habe, daß mit dem 18. d. alle und jede Verbindung mit dem Kanton Tessin unterbrochen und daß er alle in der Lombardei ansäßigen Tessiner nach Hause senden werde. Zur Bestätigung dieser Mittheilung dient eine Anzeige des Züricher Oberpostamts, daß auf Befehl Radetzky's vom 18. d. Mts. an, jede Brief- und Fahrpostverbindung zwischen der Lombardei und dem Kanton Tessin aufzuhören habe.
[(N. Z. Z.)]
Donaufürstenthümer.
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@facs0548
Galacz, 26. August.
Faktisch ist die unglückliche Moldau bereits eine russische Provinz. Die besten Kräfte des Landes sind gebrochen, die Patrioten sind theils gefangen, theils landesflüchtig. Die verhaßte, durch und durch wurmstichige Scheinregierung in Jassy fristet ihr Dasein durch den Terrorismus der russischen Bajonnette, welcher nebst der Handelsstockung, der Dürre, den Heuschrecken und der Cholera als fünfte und furchtbarste Geißel auf dem unglücklichen Lande lastet. Die Moldau erliegt einer endlosen Reihe von Willkürlichkeiten und Gräueln und wird sich zuletzt noch die Aufnahme in den segensreichen russischen Staatsverband als Gnade erbetteln müssen.
Amerika.
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@facs0548
[ * ] In Liverpool traf der Dämpfer „Britannia“ mit Nachrichten aus New-York vom 8. Sept. ein. Von politischen Neuigkeiten so gut wie nichts, das heißt nichts als die Agitation wegen der Präsidentschaftswahlen. Auf Staten-Island, 7 Meilen von New-York, herrschte das wahrscheinlich von Soldaten aus Mexiko eingeschleppte gelbe Fieber. Wegen der letzten Nachrichten aus England waren Getreide- und Mehlpreise höher gegangen. Aus Mexiko nichts Neues.
Türkei.
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Konstantinopel, 5. Sept.
Der Divan schlägt wieder einen reaktionären Weg ein hinsichtlich der Wallachei. Suleiman-Pascha ist zurückberufen, und ein neuer Commissär dorthin gesandt worden, der, in Gemeinschaft mit Rußland, die gehörigen Maßregeln zur Verwaltung der Provinz treffen soll. Dieser neue Commissär ist Fouad-Effendi. Souleiman ist bei seinem Einzug in Bucharest mit wahrhaft königlichem Pompe empfangen worden. Es ist dies eine Compensation, welche die Bevölkerung ihm, dem Divan gegenüber, hat zukommen lassen. Eine große Anzahl von wallachischen Bauern stehen im Solde Rußlands, und sind bereit, auf jede mögliche Weise im Falle eines Zusammenstoßens, die Pläne Rußlands zu unterstützen.
‒ Ibrahim Pascha hat letzten Sonntag unsere Stadt verlassen. Er ist vom Sultan selbst mit den Insignien eines Vicekönigs von Aegypten bekleidet worden. Obgleich hiermit Ibrahim Pascha als der definitive Gouverneur von Aegypten betrachtet werden kann, so hat der Sultan die Rechte von Mehemet-Ali bewahren wollen für den Fall, wo Letzterer wieder im Stande sein würde, die Verwaltung der Geschäfte zu übernehmen. Der General Aupick, Gesandter der französischen Republik, ist nicht persönlich zu Ibrahim Pascha gekommen, um ihm seine Glückwünsche zu überbringen. Letzterer soll sich darüber sehr gekränkt fühlen. Uebrigens ist der französische Gesandte bei seiner Aufwartung, die er der hohen Pforte machte, auf eine ausgezeichnete Weise empfangen worden.
[Leserbrief]
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Um Nachdruck wird gebeten!
Proklamation!
Die in einer Volksversammlung zu Köln am 20. Sept. zusammengetretenen Reichsbürger In Erwägung,
daß der Beschluß der Frankfurter Nationalversammlung vom 16. über Genehmigung des ehrlosen Waffenstillstandes mit Dänemark ein Verrath an dem deutschen Volke und der Ehre der deutschen Waffen ist, Erklären:
Art. 1. die Mitglieder der Frankfurter s. g. Nationalversammlung, mit Ausnahme derjenigen, welche sich dem Volke bereit erklärt haben auszutreten sind Volksverräther;
Art. 2. die Frankfurter Barrikadenkämpfer haben sich um das Vaterland wohl verdient gemacht.
Diese Proklamation ist durch Maueranschläge und durch die Presse möglichst zu verbreiten.
Beiträge zur Unterstützung der Insurgenten und deren Familien wird die Expedition der Neuen Rheinischen Zeitung in Empfang nehmen.
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Köln, 22. September.
Mit einschmeichelndster Silberstimme ruft Hr. Wrangel den Soldaten zu, sich doch ja nicht von den Reden und Lehren der Freiheitsfreunde, der schrecklichen Demokraten, bethören zu lassen, sondern nur auf ihre geliebten Offiziere zu lauschen, die Alles wohl machen würden, von denen sie stets die beste Hülfe zu erwarten hätten. Was aber die Volksversammlungen und demokratischen Vereine anlangt: räth er den Soldaten, „lieber gar nicht hinzugehen.“ Er wagt es aber nicht, ihnen dieses Hingehen, die Theilnahme an Volksversammlungen etc. zu untersagen. Er spricht einen Rath oder einen Wunsch, aber kein Verbot aus. Er konnte letzteres auch nicht erlassen, da dem Soldaten das Recht, Volksversammlungen beizuwohnen und Vorträge über politische Gegenstände anzuhören, eben so garantirt ist, als jedem andern Staatsbürger. Wie verhält es sich aber mit diesem Recht in der Praxis, in der Wirklichkeit? Wie namentlich in Köln? Am hiesigen demokratischen Verein haben sich stets eine Menge Artilleristen betheiligt Konsignirung und Bestrafung derselben durch Mittelarrest hat sich fruchtlos erwiesen. Jetzt wird den Artilleristen für den Fall ihrer weiteren Betheiligung in solcher Weise gedroht, daß endlich doch die Mehrzahl sich einschüchtern läßt, weil der Soldat sehr gut weiß, welch drangsalvolles Leben im entgegengesetzten Falle für ihn in Aussicht steht.
Wenn Hr. Wrangel ferner davon redet, daß der Soldat sich mit seinen gerechten Wünschen nur an die Offiziere zu wenden braucht und daß ihm dann sicher geholfen wird, so heben wir unter den tausend Beispielen nur ein einziges, kleines, hervor.
Der Unteroffizier Schmiga, der den Sitzungen des demokratischen Vereins fleißig beigewohnt, wird vom Premier-Lieutenant S. (5. Fußkompagnie) wegen einer unbedeutenden Schuld zu 3 Tagen Mittelarrest verurtheilt.
Obgleich der Unteroffizier die Schuld zu bezahlen verspricht und nur um einen Tag Aufschub bittet, da er jedenfalls von Hause (150 M. weit) Geld erhalten werde, so nützt ihm das Alles nicht. Er verlangt statt Arrest Untersuchung; wird nicht gewährt. Er muß das Einsperren über sich ergehen lassen. In dieser Weise werden die gerechten Wünsche der Soldaten erfüllt.
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Köln, 22. Septbr.
Gestern Abend war der Ausbruch eines Konfliktes zwischen 34ern und hiesigen Bürgern sehr nahe. Ein Bewohner Köln's (Walburg) besuchte in der Kaserne am Neumarkte einen Bekannten vom 28sten Regiment. Als er durch den Hof zurückging, hörte er eine Anzahl vom 34sten sagen: laßt uns raus und die 28er durchbläuen; wir wollen ihnen zeigen, daß wir andre Kerls sind. W. theilte dies sogleich mehrern vor der Kaserne stehenden Bürgern mit, hatte aber kaum ausgeredet, so erhielt er von einem 34er einen Steinwurf; der Werfende wußte sich alsbald in Sicherheit zu bringen. Diesem ersten Falle reihte sich gleich darauf ein zweiter an. Ein Mann (Schmitz) fand sich gleich darauf von einigen 20 Mann des 84sten Regiments auf dem Neumarkt umringt, die ihn ohne allen Anlaß mit Fäusten bearbeiteten. Einem dritten Bürger (Rübsaat) geschah dasselbe. Weiter gab es auch noch Schlägerei zwischen Soldaten des 28. und 34. Regiments. Die drei mißhandelten Civilisten begaben sich nach der Rathhaus-Wache und wollten sich zu Protokoll erklären. Man ging darauf nicht ein und zwar wie wir später hörten, weil diese Sache vor eine andere Bannerwache gehöre. Sollten die 34er in dieser Weise fortfahren, so wären wir aus dem Regen in die Traufe gekommen.
Handels-Nachrichten.
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Verhandlungen des Gemeinderaths zu Köln.
Sitzung vom 18. September 1848. Abends 6 Uhr.
Ein Baugesuch in der Weyerstraße ward erledigt. ‒ Der Antrag der, in der Sitzung vom 7. Juli c. ernannten Kommission zur Prüfung des Vorschlags über die Wiederbelebung der Bauthätigkeit durch Bewilligung einer zehn-resp. sechsjährigen Steuerfreiheit, dahin gehend: „daß, obwohl unter den obwaltenden Umständen von dem vorgeschlagenen Mittel kein oder nur ein geringer Erfolg zu erwarten stehe, es der königl. Regierung dennoch anheim gegeben werden soll, ein solches Gesetz zu extrahiren, um zu beweisen, daß man auch in dieser Hinsicht Alles aufbieten wolle, um die Bauthätigkeit zu wecken und zu erleichtern“ ‒ ward angenommen. ‒ Ein von der Einquartierungs-Kommission schon früher gefaßter Beschluß, wonach bei bevorstehender Einquartierung die Bezirke, welche damit belegt werden, so viel wie thunlich vorher durch die Zeitung davon Kenntniß erhalten sollen, ward derselben zur Ausführung empfohlen. ‒ Es wurde eine, aus fünf Mitgliedern bestehende Kommission zur Prüfung der hiesigen Theaterverhältnisse erwählt. ‒ Der Gemeinderath trat dem Antrage seiner, in der Sitzung vom 11. Juli c. ernannten Kommission, dahin gehend: „daß der, der Industrieschule im Waisenhause zugehörige Frohnhofs-Busch zu Esch nochmals parzellenweise einer offentlichen Verpachtung auszusetzen und der provisorische Ankauf desselben nicht zu genehmigen sei,“ ‒ bei.
Schließlich wurde nachträglich zu Protokoll genommen, daß der Gemeinderath in seiner Sitzung vom 7. d. M. eine Deputation erwählt habe, um seinem Kollegen, dem Hrn. Domkapitular Dr. Broix zu seinem 25jährigen Priesterjubiläum zu gratuliren.
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Civilstand der Stadt Köln.
Geburten.
Den 18. Math., S. v. Math. Weingarten, Bäcker, Weberstr. ‒ Maria, T. v. Ludw. Blumenthal, Buchsenmacher, alte Wallg. ‒ Joh., S. v. Bern. Palm, Maurer, Apernstr. ‒ Carl Joh. Jos., S. v. Adam Wahlen, Kfm., Apernstr. ‒ Anna Ther., T. v. Ferd. Froitzheim, Tagl., Thieboldsgasse. ‒ Christ., S. v. Math. Meurer, Gastwirth, Landsbergerstr. ‒ Elis, T. v. Herm. Neuburg, Schuster, Kämmerg. ‒ Heinr. Carl Otto, S. v. Heinr. Balth. Doll, ohne Gesch., Maximinstr. ‒ Herm. Jos., S. v. Simon Etzbach, Kleiderm., unter Goldschmid. ‒ Franz, S. v. Heinr. Zinsheim, Schmied, Löwengasse.
Sterbefälle.
Den 18. Joh. Pet. Fuchs, Polizei-Kommissair, 55 J. alt, verh. Landsbergerstr. ‒ Pet. Röttgen, 10 M alt, Wilhelmstr. ‒ Conr. Joh Hub. Menne, 3 T. alt, Kammergasse. ‒ Anna Maria Kütgen, 9 J. alt, Kammachergasse. ‒ Sabina Heymann, geb. Weill, 70 J. alt, Hahnenstraße. ‒ Sib. Linz, Wwe. Feith, 31 J. alt, Weidengasse. ‒ Christina Edler, 1 T. alt, Ortmannsgasse. ‒ Pet. Bernickel, Bäcker, 41 J. alt, Wwr. Marsilstein.
Geburten.
Den 19. Wilh., S. v. Wilh. Blesgen, Steinhauer, Mühlenbach. ‒ Friedr., T. v. Salomon Geldern, Kleidermacher, Martinstr. ‒ Wilh. Aug., S. v. Carl Jos. Nolte, Privatsekret., Streitzeuggasse. ‒ Cath., T. v. Franz Baumann, Tagl., Löhrg. ‒ Anna Christ, T. v. Herm. Jos. Kriell, Hautboist, im 28. Rgt., Poststraße. ‒ Ein unehel. Knabe.
Sterbefälle.
Den 19. Eleon. Christ. Hubert. Claasen, 9 M. 14 T. alt, Breitstr. ‒ Heinr. Schiefenbusch, Gärtner, 57 J. alt, verh. alte Wallg. ‒ Veron. Nagelschmied, 13 J. alt, Lohrgasse. ‒ Herm. Jos. Dübyen, königl Notar, 51 J. alt, verh. Brückenstr. ‒ Eva Joseph Oster, geb. Bisdorff, 37 J. alt, gr. Griechenmarkt. ‒ Nicolaus Müller, Zimmermann, 73 J. alt, verh. Friesenstraße. ‒ Ein unehelicher Knabe.
Anzeigen.
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Schifffahrts-Anzeige.
Köln, 22. September 1848.
Angekommen: Pet. Kühnle von Kannstadt. J. B. Mundschenk von Mannheim. Fr. Gerling vom Niedermoin. Fr. Seelig vom Obermain. Joh. Hirschmann nach Mainz.
Abgefahren: F. C. Schneider nach dem Obermain. L. Bühler nach Kannstadt. H. Lübbers nach Wesel.
In Ladung: Nach Antwerpen G. Verwaayen. Nach Rotterdam W. Hogewegh. Nach Ruhrort bis Emmerich J. A. Orts. Nach Düsseldorf bis Mülheim an der Ruhr A. Meyer. Nach Andernach und Neuwied C Kaiser, M. Wiebel. Nach Koblenz, der Mosel u. der Saar J. Zeiler. Nach der Mosel, und Trier und der Saar N. Bayer. Nach Bingen und nach Mainz Ant. Bender. Nach dem Niedermain Frz. Schulz. Nach dem Mittel- und Obermain M. Lenz. Nach Worms u. Mannheim M. Görgens… Nach Heilbronn H. Bechert. Nach Kannstadt und Stuttgardt H. Huber.
Ferner nach Rotterdam Capt Baumann Köln Nr. 14.
Ferner nach Amsterdam Capt Willms Köln Nr. 20.
Ferner nach Stettin Capt Range, Bark „Fortschritt.“
Rheinhöhe am 22. Sept. 5′ 5″.
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Bekanntmachung.
Montag den 25. September 1848, Vormittags 11 Uhr, sollen auf dem Waidmarkte zu Köln, verschiedene noch neue Oefen, ein großer Kochheerd und verschiedene Hausmobilien gegen baare Zahlung versteigert werden.
Der Gerichtsvollzieher, Brochhausen.
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Bürgerwehr-Cavallerie.
2. Eskadron.
Sonntag den 24. September 1848 Morgens 1/4 7 Uhr.
Grosse Parade vor dem 2ten Kommandanten Herrn Naveaux.
Ich bitte um zahlreiches und pünktliches Erscheinen.
Köln, den 22. September 1848.
Der Rittmeister, Arntz.
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Bürger- Pionier-Compagnie.
Appell mit Waffen, Sonntag den 24. d. M., Morgens 6 1/2 Uhr, auf dem St. Marienplätzchen.
Der Hauptmann.
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Leise Anfrage.
Bei wem bekommt man denn nun eigentlich die ächtesten J. F. Goldberger'schen galvano-elektrischen Rheumatismus-Ketten? Beim Bürger Gabriel Wilh. Schlechter oder bei Herrn Herrmanns am Marsplatz???
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Die Goldberger'schen galvano-elektrischen Rheumatismus-Ketten sind bei G. W. Schlechter in Köln per Stück zu 1 Thlr. und 1 1/2 Thlr., nebst Gebrauchszettel zu haben, und von den ersten Aerzten Deuschlands anerkannt.
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Futter gegen Ratten, Mäuse, Wanzen und Schwaben Thurnmarkt Nr. 39.
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Volksblätter von J. Schoenemann u. Heinr. Benary erscheinen in Berlin wöchentlich 3mal einen halben Bogen. Man abonnirt bei allen preußischen Postämtern für 16 Sgr. vierteljährig.
Wir haben es uns zur Aufgabe gestellt, in diesen Blättern wahre Volksblätter zu geben, und werden wie bisher leitende Artikel über politische und Tagesfragen, Besprechungen der National-Versammlungen und die wichtigsten Fortschritte der Demokratie im Auslande geben. Von tüchtigen Mitarbeitern sind wir unterstützt.
Probeblätter liegen in der Expedition der „Neuen Rheinischen Zeitung“ bereit.
Berlin, im September 1848.
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Der freie Staatsbürger.
Organ der Demokratie.
Redigirt von Gustav Diezel wird vom 1. Okt. an in einem vergrößerten Format und an allen Wochentagen erscheinen, und von tüchtigen demokratischen Kräften durch Originalberichte aus den Hauptstädten Deutschlands unterstützt, alle politischen Nachrichten aufs Schnellste und Vollständigste mittheilen. Der „freie Staatsbürger“ wurzelt in der fränkischen Demokratie, die wiederum an ihn sich anlehnt. Er ist das Organ der demokratischen Partei in Franken. Mit ihr wird auch er seine Wirksamkeit jetzt erweitern und deshalb als politische Zeitung täglich erscheinen. Der „freie Staatsbürger“ ist in den Stand gesetzt, es den übrigen Nürnberger Blättern in schneller und genauer Mittheilung der politischen Nachrichten durchaus gleich zu thun, während sein Preis der niedrigste ist; jährlich Fl. 6, halbjährlich Fl. 3, vierteljährlich Fl. 1 Kr. 30. Alle Postamter sind verpflichtet, das Blatt um diesen Preis in ganz Baiern zu liefern. Auswärts findet ein mäßiger Postaufschlag Statt.
Nürnberg, im Sept. 1848.
Die Expedition des „freien Staatsbürger.“
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So eben ist erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben:
Freiligrath!
ein Gedicht.
Preis 1 1/2 Sgr.
In wenigen Tagen wurden hiervon Tausende von Exemplaren verkauft.
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Geschäfts-Verlegung.
Einem in- und auswärtigen Publikum die ergebene Anzeige, daß ich mit dem 23. d. Mts. meine Kappen- und Pelzhandlung von den Vierwinden nach der Hochstraße, Höhlen-Ecke Nr. 66, verlegt habe. Für daß bisherige Zutrauen herzlich dankend, erlaube ich mir die Bitte, dasselbige auch noch ferner zu schenken, welches ich vermittelst soliden und eleganten Artikeln, nebst billigen Preisen jederzeit honoriren werde.
Köln, den 23. Sept. 1848.
C. König,
Hochstraße, Höhlen-Ecke Nr. 66.
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Im großen Schoppen bei Louis Kertell, große Neugasse Nr. 36.
Ausgezeichnete Weine und Speisen.
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Kölner Mitbürger.
Was haltet Ihr von einem Gesellschaftsverbande, in welchem so viel Ungerechtigkeit zu herrschen scheint, daß die, welche unter dem Drucke derselben leiden, so blutdürstig geworden sind und noch blutdürstiger werden müssen, wenn nicht energische Mittel der Milde zur Besänftigung der Gemüther angewendet werden, um ein schauervolles Ereigniß zu verhüten, welches über unsern Häuptern droht.
Was muß geschehen? Antwortet, ihr Männer der äußersten Rechten ‒ und auch ihr, die Männer der äußersten Linken!
Ich, aus dem Centrum, sage Euch: Ihr müßt gegenseitig nachgeben!
Ein Kölner Bürger.
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Theater-Anzeige.
Sonntag den 24. Sept.:
(Auf Verlangen):
Die Hugenotten.
Große Oper in 5 Akten von Meyerbeer.
Montag den 25 Sept.:
Geistige Liebe.
Luftspiel in 3 Akten von Lederer.
Hierauf:
Die Maskerade im Dachstübchen.
Posse in 1 Akt von Meixner.
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Der Gerant: Korff.
Druck von J. W Dietz, unter Hutmacher Nro. 17.