[0549]
Neue Rheinische Zeitung
Organ der Demokratie.
No. 111. Köln, Sonntag den 24. September. 1848.
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Uebersicht.
Deutschland. Köln. (Ministerium der Contre-Revolution) Berlin. (Vereinbarungsversammlung. ‒ Agitation v. Berg's. ‒ Ausweisung der Polen. ‒ Rede Wrangels. ‒ Ein Steckbrief.) Charlottenburg. (Wrangels Hauptquartier.) Frankfurt. (Steckbriefe. ‒ Erklärungen über den Tod Lichnowsky. ‒ Abg. Schmidt.) Erfurt. (Militär-Agitationen.) Darmstadt. (Weivig.) Stuttgart. (Volksversammlung. ‒ Bürgerwehr.) Wien. (Windischgrätz in Schönbrunn. ‒ Jellachich.)
Ungarn. Pesth. (Reichstagssitzung. ‒ Verräthereien in der Armee.) Vom Kriegsschauplatz. (Vorrücken der Slaven.)
Italien. Sizilien. (L'Alba. ‒ Filangieri.) Mailand. (Radetzky.)
Polen. Krakau. (Demokratische Wochenschrift. ‒ Deputation.)
Französische Republik. Paris. (Louis Bonaparte. ‒ Nationalversammlung.)
Genua. (Anleihe. ‒ Die Flüchtlinge.)
Großbritannien Dublin. (Verfolgungen.) London. (Handels-Nachrichten. ‒ Der dänische Waffenstillstand.)
Spanien. Madrid. (Verhaftungen.)
Deutschland.
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[ * ] Köln, 23. Sept.
Der Preuß. Staatsanzeiger enthält folgende denkwürdige amtliche Bekanntmachung:
Ich habe den Ministerpräsidenten v. Auerswald, so wie die Staatsminister Hansemann, Frhr v. Schreckenstein, Milde, Märcker, Gierke und Kühlwetter, ihrem Antrage gemäß, von ihren bisherigen Aemtern entbunden, und zugleich: 1. den General der Infanterie v. Pfuel zum Ministerpräsidenten und Kriegsminister, 2. den Oberpräsidenten der Rheinprovinz Eichmann, zum Minister des Innern, und 3. den Oberpräsidenten der Provinz Sachsen, v. Bonin, zum Finanzminister ernannt. 4. Die Leitung des Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten habe ich dem wirklichen Geh. Rath Grafen v. Dönhoff, jedoch auf seinen Wunsch nur interimistisch übertragen. 5. Das Ministerium der landwirthschaftlichen Angelegenheiten wird vorläufig von dem Minister des Innern, und 6. das Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten vorlaufig von dem Finanzminister mit verwaltet werden. 7. Mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Justizministeriums habe ich, bis zur Wiederbesetzung dieses Ministeriums, den Unter-Staatssekretär Müller beauftragt. Mein gegenwärtiger Erlaß ist durch die Gesetzsammlung zur öffentlichen Kenntniß zu bringen.
Bellevue, den 21. Sept. 1848.
(gez.) Friedrich Wilhelm.
(contras. v. Pfuel.
An das Staatsministerium.
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Frankfurt, 20. Sept.
Aus den bisher gepflogenen amtlichen Erhebungen läßt sich vorläufig Nachfolgendes über die stattgehabte Ermordung des Generals v. Auerswald und des Fürsten Lichnowsky mittheilen, welches als Berichtigung der in dem gestrigen Frankfurter Journal enthaltenen Angaben dienen mag: Nachdem Beide auf einem Spazierritt in der Gärtnerei vor den Verfolgungen einer großen Anzahl Bewaffneter, von deren Seite mehrere Schüsse erfolgt und auf sie abgefeuert worden waren, in dem an die Bornheimer Heide gränzenden Garten des Kunstgärtners Schmitt sich zu retten gesucht und in der dortigen Gartenbehausung (General Auerswald in einer Boden-Kammer, Fürst Lichnowsky in dem Keller) sich versteckt gehabt, drangen jene Bewaffneten in den Garten ein, wo ein Theil zuvörderst die beiden Pferde der Versteckten fortführten, die Uebrigen aber die Schmitt'sche Behausung auf das genaueste durchsuchten. Nach etwa einer Viertelstunde gelang es ihnen, zuerst den General Auerswald und eine kleine Viertelstunde nachher auch den Fürsten Lichnowsky in ihrem Verstecke aufzufinden. General Auerswald wurde unter fortwährenden Mißhandlungen durch Schlagen mit Knitteln und Stoßen mit Gewehrkolben aus der Schmitt'schen Behausung nach der hintern Ausgangsthüre des Schmitt'schen Gartens geschleppt, dort durch einen Kolbenstoß auf die Brust in den, neben dem Garten hinziehenden Graben geworfen und nun durch einen Flintenschuß getödtet. Fürst Lichnowsky wurde gleich nach seinem Auffinden auf dem nämlichen Wege aus dem Schmitt'schen Garten gebracht, jedoch noch eine Strecke von etwa 350 Schritten in der Richtung nach Bornheim in der Pappelallee fortgeführt und alsdann durch mehrere Flintenschüsse zu Boden gestreckt. An einen Kampf oder auch nur irgend eine Vertheidigung von Seiten des Fürsten Lichnowsky und des Generals v. Auerswald war unter den angegebenen Umständen nicht zu denken, und zwar, was insbesondere den General v. Auerswald betrifft, umsoweniger, als diesem schon vor seiner Ankunft in dem Schmitt'schen Garten durch einen Steinwurf der eine Arm gelähmt worden war.
[(Fr. J.)]
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Frankfurt, 20. Sept.
(Eingesendet.) An den Häusern der Herrn Hahn und Zacheis in der Bleichstraße war eine Barrikade errichtet. An ihr entspann sich am Nachmittage des 18. d. ein harter Kampf, in welchem ein preußischer Hauptmann fiel und ein Lieutenant verwundet wurde. Nachdem die Soldaten die Barrikade genommen, drangen sie in die bezeichneten Häuser ein, aus denen kein Schuß gefallen und welche von keinem Insurgenten betreten worden waren. Nur Ein Zeuge findet sich, welcher behauptet, es sei daraus geschossen worden. In welcher Weise das Militär in diesen Häusern, und besonders in dem des Hrn. Zacheis gewirthschaftet, davon ‒ so rathen wir Jedem ‒ möge man durch den Augenschein sich überzeugen lassen. Hr. Hahn war während des Kampfes und der Demolirung seines Hauses abwesend gewesen; als er zurückgekehrt und das Vorgefallene sieht, bietet er die Nachbaren auf, ihm die noch stehende Barrikade wegräumen zu helfen, damit sie während der bevorstehenden Nacht nicht Veranlassung werde zu noch ärgerer Beschädigung seines Eigenthums. Bereitwillig legte man mit ihm zugleich Hand an, die Barrikade wegzuräumen. Da ruft ihm der in der Nähe mit seinem Piquet aufgestellte preußische Lieutenant die Worte zu: „Ich verbiete Ihnen, die Barrikade wegzuräumen!“ Hr. Hahn will auf dies ihm absurd erscheinende Gebot nicht achten, wird darum verhaftet und nach der Hauptwache gebracht. Vergeblich wendet Hr. Hahn sich an einen der Herren Senatoren, um sich Freilassung und Genugthuung zu erwirken; er wird von diesem an die „Kriegsbehörde“ verwiesen und einstweilen in den Kerker abgeführt. Von hier aus verlangt er, vor den kommandirenden General Nobili geführt zu werden; es geschieht, und nachdem der General mit dem Bürgermeister den Fall besprochen, wird Hr. Hahn sofort in Freiheit gesetzt nach der Bitte dieser Herren, „nicht agitiren“ zu wollen. ‒ Und in der That, die Verbreitung der Thatsache, daß ein angesehener Bürger Frankfurts einzig deshalb verhaftet worden war, weil er Anstalten getroffen, eine Barrikade wegzuräumen, in der Verbreitung einer solchen Thatsache liegt eine gewichtige Agitation; denn diese Thatsache ist mehr, als irgend Etwas geeignet, das unthätige Zusehen aller Behörden bedenklich zu finden, welches dieselben während des größtentheils muthwilligen Aufwerfens der Barrikaden zu beobachten beliebt.
Franz Schmidt, Abgeordneter von Löwenberg.
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[ * ] Frankfurt, 20. Septbr.
Vom hiesigen Polizeigericht wurden durch Steckbriefe von gestern datirt folgende Personen wegen Theilnahme am Aufstande vom 18. d. verfolgt: Germain Metternich, aus Mainz; Eßelen, aus Hamm und Arnold Reinach, von hier.
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[ 103 ] Berlin, 21. Sept.
Nach Eröffnung der heutigen Vereinbarungssitzung theilt der Präsident ein Schreiben mit, wonach der General v. Pfuel (von Höllenstein) mit der Bildung des neuen Ministeriums beauftragt ist und dieselbe bereits beendet hat. In dem Schreiben zeigt Hr. Pfuel (von Höllenstein) an, daß er erst morgen in der Sitzung mit dem neugebildeten Ministerium erscheinen werde. Die Versammlung nahm die Nachricht mit tiefem Schweigen an.
Der Abgeordnete Bloem (Düsseldorf) stellt in Betreff der Frankfurter Ereignisse folgenden Antrag: „Die Versammlung wolle ihren höchsten Unwillen über die in Frankfurt die Nationalversammlung betroffenen Ereignisse ausdrücken, so wie, daß die Versammlung jede Störung, jede rohe Gewalt verabscheut und daß die Regierung ersucht werde, der deutschen Centralgewalt mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zur Unterdrückung solcher Gewaltthaten beizustehen.“ Dieser Antrag wird morgen diskutirt werden; er fand nur von der Rechten Unterstützung.
Der Abgeordnete Kirchmann verliest folgende Interpellation an den neuen Kriegsminister:
1) Ob der General Wrangel durch eine königliche Kabinetsordre zum Oberbefehlshaber der Truppen in den Marken ernannt sei und wer dieselbe kontrasignirt habe?
2) Ob der General Wrangel besondere Instruktionen empfangen?
3) Welche Gründe eine solche Maßregel veranlaßt haben?
4) Ob und warum Berlin mit einer außergewöhnlichen und sehr bedeutenden Truppenmasse belagert und umzogen ist?
5) Ob sich der Herr Kriegsminister mit diesen eben verlesenen Maßregeln einverstanden erklärt?
Diese Interpellation wird von der Linken und dem Centrum einstimmig unterstützt und wird morgen diskutirt werden. Der Abg. Wenger zeigt an, daß er, in Folge seiner früher angekündigten Interpellation, vom Ministerium dieser Tage die Anzeige erhalten, daß dasselbe 80,000 Rthlr. zur Ausführung von Arbeiten in der Provinz Ostpreußen bestimmt habe, um den brodlosen Arbeitern Nahrung zu verschaffen. Hierauf wird die Sitzung geschlossen.
Verschiedene Gerüchte sind über die vom neuen Ministerium zu erwartenden Vorlagen verbreitet. Die Abgeordneten aller Parteien sind versammelt, um sich für alle möglichen Fälle zu einigen.
Die Komites der demokratischen Klubs haben einen permanenten Ausschuß gewählt, welcher sich mit der demokratischen Partei der Abgeordneten in Verbindung gesetzt und nöthigenfalls die Volksbewegung leiten wird.
Die Polizei ist in große Thätigkeit versetzt; sie sucht Berlin von allen, ihrer Ansicht nach revolutionären Elementen zu säubern. Die sich hier aufhaltenden polnischen Flüchtlinge haben Befehl erhalten noch heute Berlin zu verlassen. ‒ Der bekannte auch aus Frankreich verwiesene und gegenwärtig sich hier aufhal- [Fortsetzung]
[Feuilleton]
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@facs0549
Der Kornhandel in Köln. I.
Die Getreidehändler sind Sozialisten, aber Sozialisten ganz eigener Natur. Auch sie wähnen, für das allgemeine Wohl zu wirken durch Herbeischaffung der unentbehrlichsten Lebensmittel in Zeiten der Noth. Wir haben gesehen, wie sozialistisch sie vor zwei Jahren verfuhren, als sie Köln mit Getreide überschwemmten, nachdem sie vorher Monate lang das Getreide lediglich auf dem Papier figuriren ließen, und es dem Volke so lange vorzuenthalten gewußt, bis der Preis den höchsten der Höhenpunkte erreicht hatte. Wie dieses geschah werden wir später erläutern, wenn wir speziell auf die Lieferungsgeschichte zu sprechen kommen. So viel steht fest, daß die Getreidesozialisten die gefährlichsten aller rothen Republikaner sind; denn sie allein erfreuen sich der Freiheit im ausgedehntesten Sinne: Freiheit des Handels, des Schachers, des Wuchers. Die Freiheit der Konkurrenz, hat das gefährlichste aller Monopole geschaffen, das Getreidemonopol.
Die Betheiligung des Kapitals an dem Getreidehandel hat hier in Köln namentlich die sonderbarsten Folgen gehabt. In Folge der Käufe auf Termin haben sich eine Masse von Leuten in den Getreidehandel geworfen, und auf die anschaulichste Weise die Macht des Kredits, des Kapitals dargethan. Wir werden daher vorläufig die Art dieser Verkäufe im Allgemeinen auseinandersetzen, und dann, wenn wir die Einwirkung derselben auf die Beziehungen und den Preis besprochen, speziell auf die einzelnen Fälle eingehen.
Bei der Aussicht auf eine Misernte werfen sich die verschiedensten Arten von Kapitalisten auf den Getreidehandel. Es liegt dies in der Natur des Handels und der Spekulation überhaupt. Die Beziehungen müssen aus den Ländern gemacht werden, wo die Ernte gut gerathen ist; um das bezogene Getreide herbeizuschaffen, verstreicht immer eine gewisse Zeit; daher die Lieferungsscheine, wie sie im Handel gang und gäbe sind, den Schein einer Begründung haben. Bin ich Besitzer eines Kapitals, z. B. eines Hauses, so habe ich Kredit, so ist mir dadurch die Möglichkeit gegeben, Getreide einzukaufen. Durch den Kaufs-Abschluß bin ich schon Inhaber des Getreides, noch ehe das Getreide an Ort und Stelle ist. Mein Haus drückt die Möglichkeit, die Fähigkeit aus, Getreide besitzen zu können, der Kaufschein bescheinigt diese Fähigkeit. Der Kaufschein ist bereits die Verwandlung des Hauses in Getreide. Die Kapitals-Obligationen werden in Getreide-Obligationen mit bestimmter Zahlungszeit verwandelt und erhalten den Cours eines Wechsels. Im gewöhnlichen Geschäftsgange hält essehr schwer, ein Haus z. B. in den Cours zu bringen, es mobil, gangbar zu machen. Ja, wenn ich Hausbesitzer meinen ganzen Hauswerth in Zucker reduziren wollte, so würde nicht leicht ein Zuckerfabrikant darauf eingehen. Wenn ich nachher nun aus dem Zucker wieder mein Haus darstellen soll, so möchte wohl ein Theil des Hauses bei dieser Transsubstantiation zusammenschmelzen. Komme ich aber und kaufe Korn, so wird mir dieses mit der größten Leichtigkeit verabreicht ‒ im Lieferungsscheine. Bei der jetzigen Lage des Handels aber verwandelt der Spekulant nicht allein sein Haus, sondern das Vierfache seines Hauswerthes, d. h. seinen Kredit, in ‒ Getreide.
Diese Verwandlungen, diese fiktiven Metamorphosen gehen lediglich auf dem Papiere vor; das einzige Nichtfiktive, das Reelle darin ist der Gewinn, der mir bei dieser Reduktion zu Theil wird: das Agio. Es fallen mir so zu sagen einige Körner ab, für die Verwandlung des Hauses in Korn, für die Fähigkeit, welche mein Haus besaß, sich in Getreide umwandeln zu können, für den Kredit der meiner Person inhärirte, und in Folge dessen ich als Mann dastand, der Getreide kaufen kann, es formell gekauft habe, und nun die Ablieferung desselben oder wenigstens die Differenzzahlung zwischen dem Ankaufspreise und dem heutigen Preise verlange. Diese Differenzzahlung kommt mir um so eher zu, als gerade durch diese Einmischung in den Kornhandel, durch die Theilnahme des Kredits die Erhöhung zu Stande kam. Die Preiserhöhung ist die Folge aller partiellen Einmischungen, mit einem Worte, der Cirkulirung der Lieferungsscheine. Dieselben 500 Malter cirkulirten durch die Hände von 10, 20 und mehr Spekulanten, und jeder Spekulant, ehe er sie aus Händen gibt, fordert seinen Preis, seinen Gewinn dafür, daß er sie in Händen halten, daß er Getreide nicht verkaufen konnte, dafür, daß er einen Kredit wirklich hatte, oder simuliren konnte. Die Spekulanten akkapariren das Getreide nicht mehr wirklich; sie akkapariren es auf dem Papiere und fordern einen Preis dafür.
Es tritt natürlich eine Periode ein, wo die letzten Käufer aufhören Verkäufer zu werden, wo das in der Luft, auf dem Wege oder auf dem Papiere gehaltene Korn durch seine Ueberfülle sich nicht mehr in diesen Schranken halten läßt und wie der Wind aus Aeolus Höhle herausgezogen kommt.
Dann tritt der Sturm, das Ungewitter ein, wie wir es vor 2 Jahren geseh'n haben. Die Halfensgeschichte wird ein besonderes Kapitel in unserer Geschichte machen.
Statt des Hauses als Kapital hätten wir ebenso gut jedes andere Kapital nehmen können: das Kapital, insofern es sich aus den Hypothekengeldern ziehen läßt, das Agiotagekapital aus der Börse, aus den Staatsschuldscheinen, die anvertrauten Depositengelder. Alle diese Gelder verwandeln sich in Getreide bei der Aussicht auf eine Mißernte, und diese Verwandlung geht eben durch die Lieferungsgeschäfte, durch das Ankaufen von Getreide auf Terminzeit vor sich: das heißt, wie wir oben gesagt, der Besitzer von Kapitalsobligationen wird Besitzer von Getreideobligationen. Der Inhaber von Kapital hätte z. B. große Mühe, wirk- [Fortsetzung]
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[Deutschland]
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@facs0550
[Fortsetzung] tende russische Flüchtling Bakunin ist heute verhaftet worden, ohne daß auch nur, so viel man weiß, das Geringste gegen ihn vorläge.
Die Spannung ist in der ganzen Stadt allgemein und mit der am 17. März zu vergleichen. Morgen: Entweder ‒ oder!
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@facs0550
[ 28 ] Berlin, 21. Sept.
In der heutigen Sitzung der konstituirenden Versammlung ward plötzlich ein dringender Antrag der Hrn. Blöm und v. Berg angekündigt, der nichts weniger enthielt, als die Versammlung möge ihren höchsten Unwillen über die Ereignisse in Frankfurt aussprechen und die Staatsregierung ersuchen mit aller Kraft der Centralgewalt zu Hülfe zu eilen. Dieser Antrag kam um so unerwarteter, als die widersprechendsten Gerüchte über die Ereignisse in Frankfurt herumliefen und noch gar nichts Bestimmtes bekannt war, außer daß man sich geschlagen habe. Mit Ausnahme der Linken und mehrerer Mitglieder des linken Centrums ward der Antrag von der ganzen Versammlung unterstützt; er wird morgen zur Berathung kommen und sicher angenommen werden. Dieser Antrag, an sich schon ein höchst trauriger, ist aber bei der gegenwärtigen Lage der Dinge hier von der allerverderblichsten Natur, er wird das Vertrauen, das augenblicklich zwischen Volk und konstituirender Versammlung besteht, zerstören, er wird der Contrerevolution, die im Begriffe steht, vielleicht morgen schon, ihren Schlag gegen Volk und Versammlung auszuführen, neuen Muth verleihen, er wird dem Volke die Meinung von der Versammlung geben, daß sie, die hervorgegangen ist aus der Revolution, sich grundsätzlich gegen jede Revolution erkläre, sonst müßte sie einen Antrag zurückweisen, der ein Urtheil ausspricht über eine Revolution, deren Motive und deren Verlauf ihr noch unbekannt sind. Was aber dem Volke gegenüber das Schlimmste ist, ist, daß der Antrag ausgeht von Abgeordneten, die sonst nur die Freiheit im Munde führen und sogar mit dem Namen „Linke“ koquettiren. Diejenigen, welche etwas näher mit den Verhältnissen der Versammlung bekannt sind, wissen zwar sehr wohl, daß Beide, Blöm sogut wie v. Berg sich als eitle, stellensüchtige Intriganten, nicht aber als freisinnige Abgeordnete bewährt haben. v. Bergs Treiben, der schon allen Parteien angehört hat, ist bekannt. Blöm, der den Freiheitsnimbus um sich zu verbreiten wußte, gehörte bis vor kurzer Zeit eigentlich keiner Partei an, er fand sich immer da ein, wo er augenblicklich etwas für sich zu fischen gedachte, so z.B. wenn er sich für eine in den Abtheilungen vorzunehmende Kommissionswahl empfehlen wollte u. s. w. Wahrscheinlich hatte er nirgend den Standpunkt gefunden, auf dem seine Person, wie er es wünscht, anerkannt worden wäre. Da entschloß er sich vor mehreren Wochen, als die Ministerkrisis herannahte und solche Stellen vakant werden konnten, für sich selbst eine Partei zu bilden, die er, um doch noch immer mit der Freiheit zu koquettiren, „Linke“ nennen wollte, zugleich versuchend, die jetzige Linke als „äußerste Linke“ zu bezeichnen. Das Parteimachen ging aber so leicht nicht, von den 25 Rheinländern, die, wie er sich rühmte, ihm nachfolgen würden, erschienen außer den Junkern und Abbe v. Berg nur sehr wenige und es blieb ihm nichts übrig, als die schon längst heimlich mit Rodbertus gepflogenen Unterhandlungen wieder anzuknüpfen und sich dessen Partei anzuschließen, wobei sich freilich diese sehr wunderte, daß des großen Parteichefs Anhang nur aus einigen wenigen Leuten bestand. Daß Blöm dabei alle Mittel, ja sogar alle Verdächtigungen anwandte, um Anhänger der Linken herüberzuziehen, wenn gleich natürlich ohne Erfolg, versteht sich von selbst und ist mir von mehren Abgeordneten auf das Bestimmteste versichert worden. Die Partei Rodbertus ist durch ihn um einen stellensüchtigen Intriganten reicher geworden, an denen es ihr ohnehin nicht fehlt. Hr. Blöm hat sich mit seinem heutigen Antrag in seinem wahren Lichte gezeigt.
In der ganzen Stadt herrscht über diesen Antrag große Entrüstung. Die Linke soll beschlossen haben, die einfache Tagesordnung über diesen Antrag zu verlangen, und wenn die Versammlung sie nicht annimmt, gegen den Antrag zu stimmen.
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[ * ] Berlin, 21. Sept.
Die Vossische Ztg. enthält einen Steckbrief gegen einen Handlungsdiener Müller und den „Buchhändler Edgar Bauer,“ welche sich „als des Aufruhrs verdächtig“ entfernt haben. Das Criminalgericht fordert im Berliner Residenzstyl alle Behörden auf, zu „vigiliren“ und die Flüchtlinge „mit allen bei ihnen sich vorfindenden Gegenständen und Geldern“ abzuliefern; baare Auslagen sollen erstattet werden. Das Signalement der beiden Aufruhr-Verdächtigen ist merkwürdig genau, Niemand wird die Denunzirten erkennen. Der Handlungsdiener Müller ist nach der Schilderung des gewissenhaften Kriminalgerichts „evangelischer Religion (!), in Berlin geboren, spricht die deutsche Sprache (was allerdings bei einem Berliner höchst auffallend ist) und trägt als Kennzeichen auf der Brust, unter dem Hemd einen warzenartigen Leberfleck.“
Wenn nach dieser Schilderung die Verfolgten dennoch aus einer deutschen Stadt entwischen, so wird man die sämmtlichen Polizisten als unfähige Blindschleichen absetzen. Der „Buchhändler Edgar Bauer“ ist nicht minder unverkennbar. Das Kriminalgericht der Residenz sagt, daß Hr. Bauer „einen Backen- und Kinnbart trug, den er hat abschneiden lassen,“ und 28 Jahre alt ist. Welches unermeßliche Feld für die Thätigkeit eines Geigers!
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Berlin.
Eine von dem provisorischen Kriegsminister Schreckenstein contrasignirte und an ihn gerichtete Kabinetsorde, datirt Sanssouci, 19. Sept., lautet also:
Ich bin den Truppen, welche für die Sache des deutschen Vaterlandes in Schleswig-Holstein thätig gewesen sind, das Anerkenntniß schuldig, daß sie durch Tapferkeit auf dem Schlachtfelde, gute Disziplin und sittliches Wohlverhalten den echten Geist preußischer Krieger bewährt und den Ruhm des Heeres gemehrt haben. Ich trage Ihnen deshalb auf, dem bewährten Führer derselben, allen Ober- und Unteroffizieren und Soldaten meinen Dank und meine Zufriedenheit auszusprechen und zugleich die in der Beilage enthaltenen Ordensverleihungen etc. bekannt zu machen, welche ich für besondere Auszeichnungen bewilligt habe.
Friedrich Wilhelm.
‒ Unter den gestrigen Eckenanschlägen bemerkte man besonders folgendes im Berliner Jargon gehaltene Plakat mit der Ueberschrift:
„Held, Du jrosser Volkstribun! Du willst auskratzen? Oller Junge laaß Dir halten! Ene Epistel an die Korinther von Aujust Buddelmeyer, Dages-Schriftsteller mit'n jroßen Bart.“ Unter der Ueberschrift sieht man eine männliche Figur im vollen Lauf, welche Hrn. Held vorstellen soll und die eine Fahne mit der Inschrift „Demagogie“ und einem rennenden Hasen auf der Schulter trägt. Der Verfasser wirft Hrn. Held vor, er habe wohl Lust eine Rolle zu spielen, aber keine Kraft. Ueberall mache er sich auf die Socken. Erst sei er von der Zeltentribüne abgesockt, dann von der Demonstration, dann von den Maschinenbauern und nun socke er auch von der Lokomotive ab. Unter den übrigen neuen Plakaten herrscht immer noch die Militärfrage vor.
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@facs0550
Berlin, 20. Sept.
General Wrangel hielt heute nach der Parade, umgeben von seinen Offizieren, von der Bürgerwehr und vielem Volke die nachstehende Rede:
Meine Herren! Es ist heute ein sehr glücklicher Tag meines Lebens. Ich bin schon vor den Thoren so freundlich von der berittenen Berliner Bürgerwehr begrüßt worden, und in der Stadt war es wie ein Triumphzug. Ich weiß, das konnte ich nicht auf mich beziehen, sondern auf die Truppen, welche in Schleswig zum Siege zu führen, ich die Ehre gehabt habe. Ich werde diese Truppen auch hieher führen, wenn es die Zeit ist; jetzt noch nicht: aber sie werden kommen. Meine Herren! Der König hat mir den größten Beweis der Gnade und des Vertrauens gegeben, indem er mir das Kommando über die in den Marken stehenden Truppen übergab. Ich soll die Ordnung, wo sie gestört, das Gesetz, wo es übertreten wird, wieder herstellen ‒ aber nicht zuerst, sondern nur dann, wenn es der Bürgerwehr nicht gelingen sollte. Dann erst werden wir einschreiten, und es wird uns gelingen. Die Truppen sind gut, die Schwerter haarscharf geschliffen, die Kugeln im Gewehr ‒ doch nicht gegen Euch, Berliner, sondern zu Eurem Schutze, zum Schutze der Freiheit, die der König gegeben, und zur Aufrechthaltung des Gesetzes. Gefällt Euch das, Berliner? Das freut mich. Für Euch und mit Euch werden wir auftreten und handeln. Keine Reaktion, aber Schutz der Ordnung, Schutz dem Gesetze, Schutz der Freiheit! Wie traurig sehe ich Berlin wieder: in den Straßen wächst Gras, die Häuser sind verödet, die Läden voll Waare, aber ohne Käufer, der fleißige Bürger ohne Arbeit, ohne Verdienst, der Handwerker verarmt. Das muß anders werden, und es wird anders werden. Ich bringe Euch das Gute mit der Ordnung; die Anarchie muß und wird aufhören. Ich verspreche es Euch, und ein Wrangel hat noch nie sein Wort gebrochen! Meine Herren! Es macht mich sehr glücklich, die Truppen in diesem guten Zustande zu sehen. Sie werden sie darin erhalten. Verträglichkeit mit den Bürgern muß stattfinden; sie sind mit Euch verwandt, sie haben denselben Zweck: Preußen's Größe und Ruhm aufrecht zu halten und Deutschland's Einigkeit mit zu begründen; sie sind Eure Brüder ‒ und Sie, Bürger, werden nicht vergessen, daß in der Armee Ihre Brüder, Freunde, Väter sind! Meine Herren! Es thut mir leid, daß ich an dem heutigen Tage die Truppen nicht Sr. Majestät vorführen konnte. Er erkennt die Beschwerden, die der Dienst ihnen macht, an: er hat den Soldaten daher eine Zulage bestimmt. Es macht mich sehr glücklich, dieses Ihnen bekannt machen zu können. Es lebe Se. Majestät der König!“
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@facs0550
Wien, 15. Sept.
Heute Nachmittag um 2 Uhr ist bei der ungarischen Gesandtschaft ein Kourier mit der Nachricht angekommen, daß Jellachich auf Befehl des Hofes über die Drau zurückgegangen sei.
[(C. Bl.)]
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@facs0550
Wien, 18. Sept.
Glaubwürdigen Berichten zufolge ist Fürst Windischgrätzvon Prag abgereist und befindet sich seit einigen Tagen in Wien oder Schönbrünn. (Gerad' aus).
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@facs0550
Charlottenburg.
Am 19. d. M. traf der Generallieutenant v. Wrangel hierselbst ein, um auf einige Zeit, als kommandirender General für die Marken, sein Hauptquartier in Charlottenburg zu nehmen!
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@facs0550
G. Erfurt, 20. Sept.
Unsere Polizei beweist noch täglich a posteriori, daß Se. Majestät in Gnaden noch nicht geruht haben, die blos „versprochene“ Habeas-corpus-Acte zu vollziehen und daß die Preßfreiheit zwar eine königliche Verheißung aber noch keine Wahrheit ist. Gestern arretirte man einen Bürger, weil er das Berliner Manifest an die Soldaten an verschiedenen Orten anheftete. Unsere Post unterstützt eifrig unsere Polizei. (In Köln ebenfalls!) Der Hr. Postmeister selbst beschäftigt sich mit dem Wiederabreißen solcher Plakate, welche zur Verbrüderung und zur Sühne auffordern. Gestern stand ein Haufen Soldaten an einer Straßenecke und studierte das Manifest. Da kam der pensionirte Oberstlieutenant v. Clausewitz und sprach im Unteroffizierton: „Kinder, geht weck da! les't das Sch ‒ zeug nicht! S'ist alles erstunken und erlogen, was da angeschlagen steht. Nächstens werde Ich was anschlagen lassen, das wird sich aber gewaschen haben, ‒ auf Offizierparole!“ Der Hr. Oberstlieutenant, welcher von den Soldaten ausgelacht wurde, ist ein sehr rüstiger, arbeitsfähiger Mann, Mitglied des hiesigen patriotischen (Denuncianten)-Vereins und im Vollgenuß eines erstaunlich hohen Ruhegehalts, worin er durch Heranziehung zur Einkommensteuer und durch verdienstmäßige Abzüge verkürzt zu werden fürchtet.
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@facs0550
Darmstadt, 19. Sept.
Gestern fand hier eine erhebende Feier statt, an der mehrere Tausend Menschen Theil nahmen. Die Freunde, Schüler und Anhänger Weidig's weihten das einfache Denkmal ein, welches sie diesem vielbeweinten Märtyrer der Freiheit gesetzt haben. ‒
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@facs0550
Stuttgart, 18. Sept.
Die gestrige Volksversammlung in Eßlingen war eben so stark besucht, wie die zu Heilbronn. Es ist schlimm, aber es ist wahr: wir gehen sehr schweren Ereignissen entgegen; der geringste Anstoß, und die Flamme schlägt zum Dach hinaus. Im Allgemeinen hatte die Eßlinger Versammlung dieselbe Richtung wie die in Heilbronn, entschieden demokratisch, und es ist anzunehmen, daß die in den nächsten Tagen weiter beabsichtigten Volksversammlungen zu Reutlingen, Stuttgart und Ulm ein gleiches Gepräge haben werden. Die Reaktion glaubte ihr Spiel schon zu sicher gewonnen; jetzt hat man ihr in die Karten gesehen und man will nun ihre Stütze und ihren Halt, den Adel, ganz entfernt wissen. So kehrte sich gestern auch die Abneigung hauptsächlich gegen die Kammer der Standesherren, gegen deren ferneres Zusammentreten man sich entschieden erklärte.
In der vorgestrigen Sitzung des Verwaltungsrathes der Bürgerwehr wurde ein Schreiben des Kriegsdepartements verlesen, worin derselbe nun dem Wunsche unserer Bürgerartillerie entspricht und derselben 6 Geschütze vom Staate unter Garantie der Stadtgemeinde verabfolgt; auch die Munition kann dieselbe in Zukunft vom Staate zu den Kostenpreisen erhalten.
[(Fr. J.)]
Ungarn.
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@facs0550
Pesth, 15. September, (Sitzung des Reichstags.)
Batthyányi. Von der Tribüne: Mit Bedauren muß ich anzeigen, daß die definitive Antwort mit dem Dampfboot nicht angelangt ist; und so könnte ich vor 24 Stunden nicht im Stande sein einen Beschluß zu fassen, da wir aber soeben von Drávácz Lager Nachricht erhielten daß unser Heer ohne Befehlshaber steht, bin ich gezwungen, einen Vorschlag dem Hause zu machen.
Záborszky will den Brief von Csányi lesen, kann aber nicht, so nimmt ihn Kossuth und liest ihn selber; der Brief ist von gestern, d i. den 14., aus Keßthely datirt. Erst drükt Csanyi in traurigen Worten seine schreckliche Lage aus, dann erzählt er, nachdem ihm Gr. Teleky Adam versprochen, von Keßthely aus den Feind anzugreifen und er (Csányi) dasselbe mit Hülfe eines allgemeinen Volksaufgebotes von allen Seiten unterstützt, Jellachich derartig aufgehalten hätte. ‒ Was geschieht nach Alldem? In dem Augenblicke des Angriffs erklärt Graf Adam Teleky sammt seinem Offizier-Corps, daß sie gegen Jlleachich nicht kämpfen werden. (Ungeheure Aufregung im Hause, die Meisten springen von ihren Sitzen auf, man hört wie aus einem Munde: Verräther! Nieder mit den Verräthern; die Gallerien scheinen herab zu brechen.) Er werde nicht kämpfen gegen Jemand, mit dem er einen Schwur geschworen. Er hat dieß Jellachich zu wissen gemacht (Aufregung) mit der Erklärung, daß er sich neutral verhalten werde; und Jellachich erwiederte, daß er die Neutralität nur dann erkenne, wenn Teleky sich nach Steiermark zurückziehe. Teleky fordert auch gute Verproviantirung der Linientruppen, sonst sagt er, sei er gezwungen zu Jellachich zu übergehen, übrigens kenne er die Legalität des ungarischen Ministeriums nicht an. (Aufregung im Saal) Csányi referirt ferner, daß Jelachich gezwungen sei, fortwährend vorzurücken, da seine zusammgeklaubte Armee mit dem ungarischen Volke kaum in gutem Einverständniß leben, und es ihm an Proviant fehlen würde. ‒ So weit der Brief.
Báthyanyi. Sie ersehen hieraus, daß der Befehlsstab in dieses Menschen Hände nicht einen Augenblick länger bleiben kann. Ich erlaube mir Ihnen einen Vorschlag zu machen. (Hören wir) Se. Hoheit der Palatin soll sogleich ins Lager ziehen. (Außerordentlicher Beifall) Kossuth (außerordentliches Zurufen von den Gallerien) Es ist nun einmal wahr, daß es in der Geschichte kein Beispiel gibt, gleich diesem; daß eine Nation in der Dynastie und in sich selbst so viel Verrath gefunden hätte, als die arme ungarische Nation! Wer hätte es gedacht, daß selbst der Name Teleky nicht rein und heilig bleiben könne, und mit schmutzigem Verrath befleckt werden müsse. (Aufregung.) (Unten, am Donau-Quai ist großer Lärm, und Kossuth bittet Jemanden auf die Altane zu gehen (Madaráß wird gebeten), denn durch Lärmen können wir das Vaterland nicht retten.)
Was den Palatin anbelangt, so glaube ich, daß er einen Palatinal-Schwur abgelegt hat, welchen er befolgen muß und wird. ‒ Das Memorandum des Königs an Jellachich vom 4. September ist eigentlich nur ein huldvolles Schreiben, wenn ich dieses nicht für ein solches halten müßte, welches dem Krankheitszustand Sr. Majestät zuzuschreiben ist, hieße das einen königlichen Schwur brechen, aber in diesen Brief ist davon nichts, daß Jellachich Ungarn erobern soll; nun hat der Palatin vom Hofe keine Benachrichtigung (Instruktion), so muß er wählen zwischen seiner Geburts- und zwischen seiner Schwurstellung. Er sollte das wählen, was das Ehrgefühl und sein Vaterland gebeut; und er wird dieß auch nicht verweigern, wenn er nicht von der Person Sr. Majestät einen andern Befehl erhalten hat; eine Deputation aus unserer Mitte sage ihm, daß er ohne Aufschub gleich Morgen ins Lager gehen möge, daß er alle mögliche Mittel anwende, welche zu einem glücklichen Erfolge nöthig sind. ‒ Wir müssen auch eine Kommission ins Lager senden, und sollte der Palatin unsere Bitte nicht erfüllen ‒ ‒ (Redner, denk ein wenig nach) würde ich schon dann meine Meinung aussprechen ‒ Als Kapitän dieses Landes darf er nicht eine Handbreit des ungarischen Bodens erobern lassen; und ich bin überzeugt, daß es sehr viele Menschen geben wird, die sich nicht unterstehen werden einen Finger aufzuheben gegen Jene, wo der Neffe des Königs, ein Glied der königlichen Familie ist (Beifall).
(Man wünscht, daß Kossuth mit der Deputation nach Osen gehe.) Meine Herren, mich bitte ich hiermit zu verschonen; denn es ist besser, wenn ihn beliebtere Menschen als ich bin, bitten werden; ohnehin soll der Präses des Hauses immer das Amt versehen.
Die Deputation geht nach Osen um 1/4 auf 12 Uhr und kehrt gerade um Mitternacht zurück. ‒
Pàzmàndy. Ich kann mit Vergnügen erscheinen, da Sr. k. Hoheit es für seine Pflicht erkenne und mit aufrichtiger Bereitwilligkeit ins Lager zieht (anhaltendes Eljen). Als Bedingniß stellt er aber, daß das verehrte Haus auf legalem Wege und immer in den Formen bleibe, und bis von Sr. Majestät keine sichere Antwort angelangt, es nicht ungesetzliche Maßregeln ergreife ‒ ferner hat er sichere Nachricht, daß durch den Verrath des Teleky das Heer von Csányi stark zusammen geschmolzen ist. das Haus möge also Anstalt treffen, alle Kräfte in Anspruch zu nehmen, und auf einen gewissen Punkt die Streitkräfte zusammen ziehen. Endlich läßt Sr. Hoheit das Haus versichern, wenn ein jeder es betrügerisch hintergehen wird, sein Name auch nach seinem Tode so aufgezeichnet werden muß, daß er der einzige gewesen, der die ungarische Nation nicht betrogen hat. (Stürmischer Beifall.)
Kossuth. Wenn ich lebe, werde ich die Thaten beurtheilen ich werde nicht ungerecht sein. ‒ Was nun den legalen Weg anbelangt, den seine Hoheit meint ‒ er kann darunter nichts anders verstehen, als daß wir den königlichen Thron nicht für leer erklären und der Meinung sind wir auch. Was aber die Gesetzgebung und ihre Beschlüsse betrifft, da erkläre ich, Se. Majestät möge herabkommen, ohne die Kamarilla, und ich versichere, wir werden nicht nöthig haben Beschlüsse zu vollziehen. ‒ Se. Majestät wird Alles sanktioniren, was die Nation wünscht.
Uebrigens ist Se. Hoheit ganz unserer Meinung, wenn er sagt: Die Gesetzgebung soll alle Kräfte in Anspruch nehmen, und die Streitkräfte ihm zu Hilfe schicken. ‒
Nun, was endlich die Slaven anbelangt, die 20 oder 30,000 Kroaten, die dürfen träumen von einem slavischen Reich und von der slavischen Sprache beim Pester Reichstag, und dürfen Ungarn Panonnien nennen ‒ aber den Magyaren werden sie nicht unterdrücken ‒ die Dynastie wird vielleicht zu Grunde gehen, aber der Magyare ist durch das 100jährige Türkenjoch gestählt worden. Nach dem Verrath, der uns zu Grunde richtet, wird die Dynastie nicht drei Wochen leben. ‒ Redner wünscht noch, daß man so viel Kavallerie als nur möglich, ins Lager sende, weil Jellachich an dieser großen Mangel leidet; endlich wünscht er, Perczel, Aßtalos Pàl und Bonis in das Lager als Kommissäre zu ernennen, was von Batthyanyi nicht angerathen wird, indem der Palatin den Oberbefehl hat; aber es wird vom Hause doch angenommen.
Ende der Sitzung 1 Uhr. ‒
In der Deputation, die zum Wiener Volke geschickt wird, kommen die [Fortsetzung]
[Feuilleton]
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@facs0550
[Fortsetzung] liche Kapitalien aufzunehmen. Alles Getreide auf Termin wird ihm jeder ohne Anstand verkaufen. Ob der Verkäufer wirklich Getreide besitzt ist gleichgültig. Der Verkäufer ist selbst Inhaber von Kapitalien und hat also ebenfalls die Fähigkeit, Getreide ankaufen zu können. Um die wirkliche Herbeischaffung handelt es sich vorläufig nicht, sondern nur um die schließliche Auszahlung der Preisdifferenz. Es geht also eine förmliche Reduzirung vor sich. Mein Vermögen statt nach Thalern wird in Scheffeln berechnet. Die Lieferungsscheine bilden so zu sagen ein neues Papiergeld, neue Fonds, welche unter den Kapitalisten, resp. Getreidespekulanten Kours erhalten, und dieselbe Agiotage hervorrufen, wie die französischen und englischen Staatspapiere. Wir haben in jüngster Zeit geseh'n, mit welcher Sicherheit dieses Papiergeld gefordert wurde. Frauen, die keine andere Baarschaft, kein anderes Kapital besaßen, als ihre Zärtlichkeit für ‒ ihre Ehemänner, erhielten im Austausche dieser Zärtlichkeit Lieferungsscheine, die aus ihren zarten Händen weiter wanderten, um Hinterlassung einer baaren Differenzauszahlung. Wie man in Frankreich mit dem Taback verfuhr, so verfuhr man in Köln mit dem Getreide. Da durch die Lieferungsscheine das Getreide ebensosehr ein Monopol geworden ist, wie es in Frankreich der Taback ist, so bekamen diese Lieferungsscheine ganz den Werth, wie in Frankreich die Autorisation, Taback verkaufen zu können. Die französischen Damen, welche diese Autorisation erhalten, verkaufen nicht selbst, so wenig als unsere schöne Damen das Korn, aber die Autorisation ist immer eine Rente von 2000 Franken werth, und diese Rente wurde ihnen unter Guizot ebenso graziös angeboten, wie eine Prise Taback, wie 500 Malter Korn, auf ihre bloße Schönheit. Die Macht des Kapitals, welche darin besteht, über Getreide zu gebieten, erhält in diesen Scheinverkäufern einen um so drohendern Ausdruck, als der Lieferungsschein zugleich die Macht einschließt, Korn zu verweigern. An die Stelle der wirklichen Proviantkammern treten die drohend leeren Räume; durch die Reduzirung aller Kapitalgattungen in eine Spezies, wird der ganze Kornbetrag ob effektif ob fiktif den Kornspekulanten verschrieben, und diese Verschreibungen in Masse cirkuliren in der Masse der Spekulanten, in feindseligem Verhältnisse zu den Konsumenten. Die Spekulanten, ohne wirkliches Getreide zu besitzen, sind peremptorisch die Herren über das Getreide in den Ländern, wo der Pfeffer wächst. Sie haben das Korn im Stengel aufgekauft; sie sind die wahren Besitzer, der verschuldete Bauer ist nur noch der nominelle Besitzer.
Das Hauptargument der Getreidespekulanten zu Gunsten ihrer Spekulation besteht darin, zu behaupten, daß durch die Lieferungsverkäufe alle Kapitalien in den Handel gezogen und dadurch die Herbeischaffung von allen Seiten betrieben wird. Was wird herbeigeschafft? Etwa Korn? Nein, sondern man schafft die Fähigkeit, herbeischaffen zu können. Nicht die Leute werden Getreidehändler, sondern die den Leuten angehörigen Kapitalien werden nach Körnern berechnet.
Nicht gefüllte Magazine werden geschaffen, sondern auszufüllende Räume. Das Gerundium und Supinum spielen die Hauptrolle bei dieser Operation. Das Kapital steht in der Aehre auf der Spitze. Die herbeischaffenden Kräfte, das Kapital, das Geld, sind einig über das, was herbeigeschafft werden soll, aber das herbeizuschaffende fährt ab oder zu, bleibt auf dem Wege oder kömmt an, liegt in ferner Aussicht oder cirkulirt wie baare Münze, ganz nach Belieben der Spekulanten. Durch die Reduzirung alles Kapitals in Lieferungsscheine nimmt das Kapital selbst die Form eines Mehlsackes an, der den Konsumenten zeigt, daß er sich füllen kann, wenn er will.
Diese Einleitung war nöthig, um die Geschichte der Geschäfte kennen zu lernen, welche vor zwei Jahren unsere Stadt Köln betrübt haben. Die klare Auseinandersetzung dieser Verhältnisse und der Personen, welche eine Hauptrolle dabei spielten, wird in einer der nächsten Nummern nachfolgen.
[0551]
[Ungarn]
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@facs0551
[Fortsetzung] Namen: Deàk, Cötvös, Pulsky, Bezeredy, Gorove, Irànyi, Szemere u. a. m. vor. Möge diese Deputation das Band dieser beiden Völker so fest knüpfen, daß selbst der Schwertschlag eines Kamarilla-Alexander es zu trennen nicht im Stande sei.
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@facs0551
Ungarisch-Kroatischer Kriegsschauplatz.
Hauptquartier Hodoschan am 14. September 1848. Der Feind hat nun die Brücke über die Mur bei Szerdahely verbrannt, und alle Pletten abwärts dieses Flußes zerstört. General Kempen hat denselben mit seiner Division an der Grenze Steiermarks überschritten. Er deckt die linke Flanke und trifft heute in Letienye ein. Der Chef des Generalquartiermeister-Staabes der Armee, General-Major Zeisberg, hat Mittel gefunden, eine Schiffbrücke bei Lettenye herzustellen, das Gros der Armee passirt dieselbe heute, und die Avantgarde wird bis Kaniza vorrücken. Die k. k. ungarischen Truppen, die uns gegenüberstanden, haben sich gestern unter die Befehle des Bans gestellt mit der Bitte nach Steiermark marschiren zu dürfen. Der kommandirende General gab ihnen den Befehl, unverweilt nach Fridau in Steiermark zu marschiren und dort die ferneren Befehle des k. k. Kriegsministeriums zu erwarten. Die ungarischen Nationalgarden und Freischaaren zerstreuten sich vor uns in wilder Flucht. Die bestürzten Einwohner sind erfreut, dieser Horde los zu werden; sie suchen Schutz bei uns.
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@facs0551
Vom ungarisch-kroatischen Kriegsschauplatze.
Das Hauptquartier des Banus hat sich am 14. noch in Letenye befunden. Er hat die Absicht über Kantscha nach Osen vorzurücken. Die kroatische Armee besteht aus 3 Hauptdivisionen, sämmtlich unter dem Befehle deutscher Generale; die erste Division unter General Schmidl zält 14,000 Mann, 14 Kanonen und 8 Raketenbatterien; die zweite unter Kempen 16,000 Mann mit 12 Kanonen. Die dritte unter Hartleib mit 18,000 Mann und 16 Geschützen nebst 8 Batterien Brandraketen. ‒ General Graf Adam Teleki hat sich unter den Befehl des Banus gestellt.
Italien.
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@facs0551
Edition: [Friedrich Engels: Italien. 24. September 1848. In: MEGA2 I/7. S. 740.]
[ * ]
Der Inhalt dieses Artikels kann aus urheberrechtlichen Gründen nicht angezeigt werden.
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@facs0551
Edition: [Friedrich Engels: Italien. 24. September 1848. In: MEGA2 I/7. S. 740.]
[ * ] Genua, 14. Septbr.
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@facs0551
Edition: [Friedrich Engels: Italien. 24. September 1848. In: MEGA2 I/7. S. 740.]
Mailand, 12. Sept.
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Polen.
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@facs0551
Krakau, 7. Septbr.
Unter dem Titel „Ueberblick“ ist heute die erste Nummer einer neuen demokratischen Wochenschrift erschienen. Hauptredakteur ist Leon Tienkowicz, unter den Mitarbeitern sind Joachim Lelewel, Karl Libelt, Ludwig Mieroslawski, Victor Heltmann, Vincenz Mazurkiewicz, Nicolaus Lissowski genannt.
Heute wurde durch eine Deputation dem Gouverneur von Galizien, Valeski, eine Petition übergeben, worin derselbe um Erlaubniß zur Rückkehr der zwischen der Elbe und Weser von der preußischen Regierung festgehaltenen polnischen Emigranten nach Galizien ersucht wurde. Der Gouverneur erklärte, die Petition beim Ministerium befürworten zu wollen. Doch müßte die Regierung dann auch die Fonds zur Unterhaltung der Emigranten anweisen.
Französische Republik.
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@facs0551
Paris, 21. Septbr.
Obgleich die Zusammenschaarungen auf den Boulevards und öffentlichen Plätzen gestern Abend weniger dicht und weniger heftig waren, so ist die Stimmung doch noch sehr gereizt und der Kriegsminister hat aus Toulouse und einigen andern Orten durch den Telegraphen neue Truppen hierher gerufen. Man traut der Bürgerwehr nicht recht!
‒ Der Moniteur enthält eine Menge der von uns bereits angezeigten Beschlüsse der Nationalversammlung, darunter auch das Dekret rücksichtlich des Lamoriciere'schen Auswanderungsplans für Ackerbauer und Handwerker nach Algerien.
‒ Präfekt Ducoux beruhigt in seiner gewöhnlichen Wochenproklamation die Aufregung, die sich der Gemüther seit einiger Zeit bemächtigt. Diese Aufgeregtheit, heißt es darin, die in den partiellen Wahlen ihren Grund hat, hat mehrere Industriezweige gelähmt in ihrem Aufschwunge, den sie in letzter Zeit genommen. In Folge dieser Lähmung seien 20,000 Arbeiter brodlos. Die Zahl der Junigefangenen beläuft sich nur noch auf 1893.
‒ Die Summe der seit der Junischlacht von der Nationalversammlung für die Armen der Stadt Paris allein votirten Almosen beläuft sich auf 6 Mill. Fr.
‒ Die Weinlese fällt in allen Gegenden so reichlich aus, daß unsere mittäglichen Weinbauern durch die Spottpreise alle ruinirt werden.
‒ Der bekannte Philantrop, v. Watteville, schlägt eine Luxus-, Vergnügungs- und Genußsteuer zum Besten der Armen vor. Er berechnet z. B. die Einnahmen sämmtlicher Pariser Theater auf 12 Mill. Einkommen jährlich. Ein Zehntel davon würde der Armenkasse immerhin ein schönes Sümmchen eintragen.
‒ Morgen (22.) werden die Gärten eines neuen, im schweizerischen Geschmack errichteten Etablissements der elysäischen Felder, das man Chalet nennt, etwa 400 Gäste und vielleicht eben so viele Tausend Zuschauer herbeiziehen. Es findet dort nämlich morgen das von uns bereits angezeigte Bankett des Berges der Nationalversammlung zum Andenken an die Gründung der Republik im Jahre 1792 statt. Der Eintrittspreis ist auf zehn Franken festgesetzt, wovon die Hälfte in eine Unterstützungskasse für die Juni-Opfer fließt.
Die beiden Bankettführer sind Germain Sarrut und Labrousse.
‒ (Journalstimmen über die Wahl des Prätendenten Louis Napoleon Bonaparte).
„Wir haben,“ sagt ein Bourgeoisblatt von bekannter Farbe, „den Prinzen par esprit d'opposition gewählt; die Nationalregierung, soll heißen die Regierung des National, gefällt uns nicht mehr…“
‒ Das Pariser Volk brennt voll Neugierde, seinen Erwählten zu sehen. Es wird ihm bei seiner Ankunft in Masse entgegenströmen, nicht um ihn als demokratischen Kaiser zu begrüßen, wohl aber, um den Nationalvertretern zu zeigen, „daß man in der Republik nicht ebenso mit den Volksvertretern tändeln dürfe, als es die Nationalversammlung bereits zwei Male mit der Erwählung des Prinzen gethan. Sie habe einen Märtyrer aus ihm gemacht und die Republik wolle keine Märtyrer; die Zeit der Märtyrer sei vorüber…“
‒ Der National spottet über den Volksenthusiasmus für den Bürger Bonaparte. „Der graue Rock, Hut und Stock seines Onkels würden kaum vierzehn Tage regieren, selbst wenn man ihm wirklich die Ehre anthäte, ihm die Regierung anzuvertrauen u. s. w.“
‒ Ein Blatt (la Republique) gibt dem Kommunisten Cabet mehr Stimmen, als dem Judenbanquier A. Fould.
‒ Aus anderer Quelle erfahren wir, daß Fould seinen Sieg lediglich den Glaubensgenossen verdankt, die wie Ein Mann für ihn stimmten. Trotzdem kostet ihm die Wahl 70,000 Fr. Eine ähnliche Summe ist von Delessert vergebens ausgegeben worden.
‒ Molé ist in Bordeaux als Deputirter gewählt worden. In dem Departement der Rhone hatte Raspail ebenfalls eine Menge Stimmen erhalten; besonders in den industriellen Städten, unter den Arbeitern.
Nachschrift. Man fürchtet für diesen Abend ernste Auftritte. Das Volk will die Gefangenen in Vincennes befreien und durchzieht in Masse die Stadt, indem es „Raspail!“ auf den Lampionstakt singt.
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@facs0551
Paris 7 Uhr.
Noch ist die Ruhe nicht ernstlich gestört worden. Die Straßen, die wir durchschreiten, sind überfüllt mit Volk und Patrouillen; Senard und Cavaignac waren ziemlich lange in der Nationalversammlung.
National-Versammlung. Sitzung vom 21. September. Um 12 1/2 Uhr eröffnet Marrast die Sitzung. Eine gewisse Unheimlichkeit liest man auf den Bänken der Rechten. Es herrscht eine Spannung im Saale, als ob man einen neuen Mai- oder Junisturm fürchte. An der Tagesordnung ist der Artikel 9 der Verfassung, der von der Unterrichtsfreiheit handelt. Er lautet:
„Die Unterrichtsfreiheit übt sich unter der Garantie der Gesetze und der Aufsicht des Staates aus. Diese Aufsicht dehnt sich auf alle Erziehungs- und Unterrichtshäuser ohne Ausnahme aus.“
de Laboulie stellt die Fassung:
„Unter der ausschließlichen Aufsicht der Behörde, was die kleinen und großen Seminarien betrifft, und unter der Aufsicht der Provinzial- und Kreisbehörden, so weit es die sonstigen Schul- und Lehr-Anstalten betrifft.“
Er entwickelt diese Fassung und fährt fürchterlich gegen den Despotismus der Universität los. Möge die Universität alle Staatsgunst, alle fetten Gehälter, alle Orden und Ehren behalten, nur gestatte man uns, ihr Konkurrenz zu machen. (Aha!)
Dusaure widerlegt den Redner. Sein ultramontaner Eifer übersteige Montalembert und Falloux. Diese hätten doch wenigstens auch den Fourierismus und Kommunismus angegriffen, Laboulie aber mache die Universität allein für alles Wehe und die moderne Unmoral verantwortlich. Der Verfassungsausschuß kritisire weder die Einen noch die Anderen; er begnüge sich lediglich damit, dem Staate das Recht über alle Parteien und Doktrinen zu sichern.
Der Antrag wird verworfen.
Abbe Parisis schlägt vor, den ganzen Paragraphen auf die Worte zu reduziren:
„Der Unterricht ist frei.“
Da er aber sieht, daß die Versammlung ihm kaum Gehör schenkt, so zieht er seinen Antrag zurück.
Fayet, Bischof von Orleans, will dem Artikel folgende Fassung geben:
„Die Verfassung garantirt die Unterrichtsfreiheit. Diese Freiheit wird unter Aufsicht des Staates geübt.“
Die religiösen Grundsätze, beweist der Redner, vermögen den Wellenschlägen der Gegenwart allein eine Richtung zu geben, die Leidenschaften zu zügeln, und den Genuß mit den Pflichten der Wohlthätigkeit, diesem Schüssel für die Zukunft zu regeln.
Wird verworfen.
Mauvais stellt den Zusatz:
„Die vom Gesetz eingeführte Obrigkeit kann allein die Aufsicht üben. Die Geschwornen allein sollen die Unterrichtsvergehen richten.“
Er entwickelt diesen Antrag.
v. Tracy unterstützt denselben. Die Universität sei das monstruöseste Monument der Monarchie, das er seit 20 Jahren bekämpfe.
Barthelemy (Sr. Hilaire) vindizirt dem Staate allein das Aufsichtsrecht über das gesammte Schul- und Erziehungswesen und erntet ziemlichen Beifall, aber auch heftige Unterbrechungen.
Nachdem er gesprochen, drängen sich mehrere Redner zugleich zur Bühne Dufaure macht sich Luft und spricht einige Worte.
Tracy stellt den neuen Antrag:
„Der Unterricht ist frei. Er kann der Obrigkeitsaufsicht nur im Interesse der Moral und der Achtung der Gesetze unterworfen werden.“
Mauvais: Ich trete diesem Antrag bei.
Alle Ultramontanen rufen: Geheime Abstimmung!
Dieselbe erfordert eine Stunde. Endlich erklärt Marrast das Resultat.
Die ultramontane Partei wird mit 538 gegen 181 Stimmen geschlagen.
Der Antrag ist verworfen.
Die Versammlung schreitet zu Artikel 10, der von der Zulassung aller Bürger zu den Staatsstellen handelt.
Artikel 10 wird angenommen.
Artikel 11, von der Unverletzlichkeit des Eigenthums etc., wird angenommen.
Artikel 12: Die Konfiskation der Güter kann niemals wieder retablirt werden. Wird angenommen.
Artikel 13: Arbeits- und Handelsfreiheit, Unentgeldlichkeit des Primairunterrichts, professioneller Erziehung etc.
Nach Verwerfung mehrerer Zusätze angenommen.
Artikel 14: Die öffentliche Schuld ist garantirt.
Hieran wird der Zusatz: „Die Sparkassen werden unter den Schutz der Republik gestellt,“ gehangen.
Artikel 15, der von den Steuern handelt, wird lebhaft diskutirt. Jeder Bürger trägt nach Maßgabe seiner Fähigkeit und seines Vermögens bei.
Die Worte „nach Maßgabe“ schien Vielen eine Andeutung zur Einführung des verhaßten Progressivsteuersystems in sich zu bergen; dem Berge und den Sozialisten schien sie im Gegentheil noch ungenügend.
Mathieu (Drome) hatte daher den Antrag gestellt, das indirekte Steuersystem ganz abzuschaffen. Dasselbe sei ungerecht und überlebt. Es plündere den Armen zum Besten des Reichen. In Paris z. B. zahle der Arme 3-4 Mal mehr als der Reiche, in den Departements herrsche ein ähnliches Verhältniß. Diesem Unrecht müsse abgeholfen werden.
de Meaulle sieht den Kommunismus hereinbrechen, wenn man die Progressivsteuer einführe u. s. w.
Die Fortsetzung der Debatte über Artikel 15 wird auf morgen verschoben.
Um 6 Uhr geht die Versammlung auseinander.
Großbritannien.
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@facs0551
London, 21. Septbr.
Die politischen Ereignisse in Italien, die Furcht vor einem weitern Um sichgreifen der Cholera auf dem Kontinent und die Ungewißheit der betreffenden deutschen Zustände haben den Handelsverkehr etwas gelähmt und die Nachrichten aus den Manufakturdistrikten lauten weniger günstig.
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@facs0551
[ * ] London, 21. Sept.
Der „Morning-Advertiser“ enthält eine Korrespondenz aus Berlin vom 15. Sept., welche wörtlich wie folgt heißt: „Es scheint, daß der Carl von Westmoreland, gleich nach Ankunft der Nachricht von dem ersten Beschluß der Frankfurter Versammlung, in Betreff des Waffenstillstandes, eine Note an den Minister der auswärtigen Angelegenheiten sandte, in welcher er bemerkte, daß er im Einverständniß mit seinem Kabinet zu handeln glaube, wenn er erkläre, daß die Königin von Großbritannien, in ihrer Eigenschaft als Garant des Waffenstillstandes von Malmoe, jede nöthige Maßregel zur Aufrechthaltung dieses Waffenstillstandes ergreifen werde, selbst wenn daraus eine aktive Vertheidigung der Dänemark durch die Konvention garantirten Rechte entstehen sollte und daß er eine definitive Note dieses Inhalts senden werde, sobald er von den Resolutionen Lord Palmerston's in Kenntniß gesetzt sei“ Sehr wahrscheinlich war es diese Erklärung, welche Preußen in seinen Beschlüssen gegenüber der Frankfurter Versammlung befestigte.
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@facs0551
[ * ] Dublin, 20. Sept.
Schon wieder hat der Lordlieutenant gegen 4 Personen wegen Hochverrath Steckbriefe erlassen. Darunter befindet sich der Bruder des deportirten John Mitchell und Hollywood, ein Seidenweber, der im vorigen März die bekannte Adresse Jungirlands an die provisorische Regierung nach Paris bringen half.
Spanien.
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@facs0551
Madrid, 16. Sept.
In voriger Nacht abermals politische Verhaftungen. Die Polizei ist einem Kommunistenkomplott auf der Spur, daher sich die Verhaftungen großentheils nur auf die untersten Schichten der Einwohnerschaft Madrids erstrecken.
Nachtrag.
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@facs0551
[ * ] Köln, 23. Sept.
Wie wir eben hören, hat die hiesige Regierung bei'm Staats-Prokurator Hrn. Hecker angefragt: weshalb mit der Untersuchung wegen der Volksversammlungen noch nicht weiter fortgeschritten? Die Antwort soll gelautet haben: es werde tüchtig gearbeitet, nur habe man noch nicht die nöthigen Zeugen aufgetrieben.
Ferner erfahren wir, daß wegen einer Volksversammlung, die angeblich morgen in Wesselingen stattfinden soll, von hier Befehle an Bürgermeister und Landräthe zur Verhinderung derselben, resp. Verhaftung der Theilnehmer abgegangen sind.
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@facs0551
Frankfurt, 22. Sept.
In der heutigen Sitzung der verfassunggebenden Reichsversammlung wurde von dem Abgeordneten Wernher der Entwurf der Ansprache an das deutsche Volk verlesen und die Berathung hierüber auf morgen festgesetzt. ‒ Zu den hervorstechendsten Vorlagen der heutigen Reichstagssitzung gehört ein von Schaffrath, Zitz, R. Blum u. A. gestellter Antrag, durch welchen die Befugniß der Centralgewalt (als bloßer Vollziehungsgewalt) zur Anordnung des Belagerungsstandes in Abrede gestellt und die Aufhebung dieses Zustandes durch die Nationalversammlung gefordert wird, weil er u. A. der Berathungsfreiheit in der Paulskirche hinderlich sei. Die Dringlichkeit des Antrages wird durch überwiegende Majorität verneint. ‒ Die Anträge des Schriftführers v. Möhring in Betreff der Heizung und Beleuchtung der Paulskirche wurden genehmigt. ‒ Der Tagesordnung gemäß wurde sodann die Berathung über Art. IV. der Grundrechte fortgesetzt und §. 17 in folgender Fassung angenommen: „Die Wissenschaft und ihre Lehre ist frei.“ Ueber §. 18 („Unterricht zu ertheilen und Unterrichtsanstalten zu errichten, steht jedem unbescholtenen Deutschen frei“) und die zu demselben gestellten Unteranträge wurde nach geschlossener Debatte die Abstimmung auf Montag ausgesetzt.
‒ Man erzählt, daß die durch Steckbriefe verfolgten Flüchtlinge Reinach und Esselen bei Babenhausen gefangen genommen wurden, Metternich aber mit Zurücklassung von Stock und Hut entwischte.
[(Fr. J.)]
[Deutschland]
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@facs0551
[ * ] Köln.
Der Vorstand der Iserlohner Bürgerwehr schickt uns eine lange Erklärung zu, wonach das gesammte Corps einstimmig seine Indignation zu erkennen gibt, daß der Name des zweiten Chefs der Bürgerwehr, des Hrn. Johs Dunker, zu dem bekannten Schreiben an Freiligrath gemißbraucht wurde und wonach zu gleicher Zeit dem Hrn. Dunker eine Ehrenerklärung vom Corps gegeben wird. Mangel an Raum verhindert uns, die ganze Erklärung abzudrucken. Wir konstatiren hiermit die Thatsache und bemerken nur, daß die auch hierin gemachte Anforderung, Freiligrath habe sich, ehe er den Brief veröffentlichte, von der Echtheit desselben überzeugen müssen, uns gänzlich unbegründet scheint, da Freiligrath durchaus keinen Grund haben konnte, an der Echtheit eines von einem ihm Unbekannten unterzeichneten Briefs zu zweifeln. Da andere Blätter das ganze Aktenstück und damit die Vorwürfe gegen F. wohl veröffentlichen werden, und Freiligrath sich jetzt nicht vertheidigen kann, so haben wir es für unsere Schuldigkeit gehalten, diese Bemerkung im Interesse unseres gefangenen Bruders zu machen.
Die Redaktion der „N. Rhein. Ztg.“
Handels-Nachrichten.
gap: insignificant
Fruchtpreise zu Neuß am 22. Sept.
gap: insignificant
[0552]
[Anzeige]
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@facs0552
Einladung zum Abonnement auf die Rheinische Volkshalle.
Diese neue politische Zeitung wird vom 1. Oktober c. ab in Köln täglich, mit Ausnahme der Montage, in großem Formate erscheinen, redigirt von drei bewährten Publizisten unter Mitwirkung von vielen tüchtigen Korrespondenten.
Der Abonnementspreis beträgt für Köln vierteljährig 1 Thlr. 15 Sgr., für alle übrigen Orte in Preußen 1 Thlr. 24 Sgr. 6 Pf. Für die Plätze außerhalb Preußens mit Zuschlag des ausländischen Portos.
Inserate kosten 1 Sgr. 3 Pf. per vierspaltige Petitzeile oder deren Raum.
Bestellungen werden angenommen bei der Expedition der „Rheinischen Volkshalle“, Hochstraße Nr. 166 (Welters Buchhandlung, Gebr. Stienen) in Köln, und auf allen Postämtern.
Der Gerant,
H. Stienen.
@typejAn
@facs0552
Verhandlungen des Gemeinderaths zu Köln.
Sitzung vom 21. September 1848. Abends 6 Uhr.
Der Gemeinderath erledigte die ihm auf Veranlassung, der königl. Regierung wieder vorgelegte Alignementsfrage der Häuser Nr. 33 und 35 im Filzengraben dahin, daß er bei seinem desfallsigen frühern Beschlusse stehen blieb. ‒ Ein Antrag um käufliche oder miethweise Ueberlassung eines kleinen Hofraumes vom städtischen Hause, Rathhausplatz Nr. 2. ward abgelehnt. ‒ Eben so wurde auf den Antrag der, mit der Prüfung beauftragten Kommission von der Beschaffung eines Getraidevorrathes abgesehen. ‒ Schließlich wurde der von der Kommission für Polizeiangelegenheiten etc. vorgelegte Entwurf einer neuen Schlachthausordnung begutachtet.
@typejAn
@facs0552
Brodpreis der Stadt Köln.
Vom 24. Sept. bis zum 1. Okt.
Ein Schwarzbrod von 8 Pfd. soll kosten 4 Sgr. 10 Pf.
Köln, 23. Sept. 1848.
Der interimistische Polizei-Direktor, Geiger.
@typejAn
@facs0552
Civilstand der Stadt Köln.
Geburten.
Den 20. Wilh., S. v. Wilh. Müller, Gärtner, Follerstr. ‒ Balth. Hub., S. v. Conrad Wimbeck, Maurer, Thürmchenswall ‒ Carol., T. v. Heinr. Schultz, Rentner, Apostelnkl. ‒ Wilh., S. v. Ant. Dreesen, Tagl., Botengaßchen. ‒ Hub., S. v. Math. Herber, Schreinermeister, Perlengraben. ‒ Anna Maria Gert., T. v Ferd. Barth. Becker, Anstr. Paulstr. ‒ Anna Gert., T. von dem verst. Ant. Malzmüller, Fuhrmann, Entenpfuhl. ‒ Helena Maria, T. v. Theod. Franz Bernard Schraer, Anstr., Buttermarkt. ‒ Petr, T. v. Jacob Pelzer, Metzger, Apernstr. ‒ Adam Carl, S. v. Joh. Christ. Bemelnions, Tagl., Weißbüttongasse. ‒ Agnes, T. v. Johann Jos. Scharn, Farbmüller, Achterstr. ‒ Christina, T. v. Math. Ostermann, Kappenmacher, im Laach. ‒ Pet. Jos., S. v. Ant. Hartmann, ohne Gewerb, Catharinengraben.
Anzeigen.
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Schifffahrts-Anzeige.
Köln, 23. September 1848.
Angekommen: Pet. Kühnle von Kannstadt. J. B. Mundschenk von Mannheim. Fr. Gerling vom Niedermoin. Fr. Seelig vom Obermain. Joh. Hirschmann nach Mainz.
Abgefahren: F. C. Schneider nach dem Obermain. L. Bühler nach Kannstadt. H. Lübbers nach Wesel.
In Ladung: Nach Antwerpen G. Verwaayen. Nach Rotterdam W. Hogewegh. Nach Ruhrort bis Emmerich J. A. Orts. Nach Düsseldorf bis Mülheim an der Ruhr A. Meyer. Nach Andernach und Neuwied C. Kaiser, M. Wiebel. Nach Koblenz, der Mosel u. der Saar J. Zeiler. Nach der Mosel, und Trier und der Saar M. J. Hayn. Nach Bingen und nach Mainz Ant. Bender. Nach dem Niedermain Frz. Schulz. Nach dem Mittel- und Obermain M. Lenz. Nach Worms u. Mannheim M. Görgens‥ Nach Heilbronn H. Bechert. Nach Kannstadt und Stuttgardt H. Huber.
Ferner nach Rotterdam Capt Baumann Köln Nr. 14.
nach Amsterdam Capt Willms Köln Nr. 20
nach Stettin Capt Range, Bark „Fortschritt.“
Rheinhöhe am 23. Sept. 5′ 2″
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Bekanntmachung.
Durch die allerhöchste Kabinets-Ordre vom 8. April d. J. (Gesetzsammlung Nr. 14) ist das Porto für Papiergeld (Kassen-Anweisungen etc.) und Staatspapiere bei Versendung mit der Post bedeutend ermäßigt worden. Es ließ sich erwarten, daß in Folge dessen die Versendung, namentlich von Kassen-Anweisungen, ohne Deklaration aufhören, oder sich doch vermindern würde, und zwar im eigenen Interesse des Publikums, weil wenn Briefe mit nicht deklarirten Kassen-Anweisungen verloren gehen, gesetzlich kein Ersatz gewährt wird. Jene Erwartung hat sich jedoch nicht erfüllt, im Gegentheil mehren sich die Reklamationen wegen Verlust von dergleichen undeklarirt abgesandten Papieren. Insoweit bei der Versendung undeklarirten Papiergeldes nur eine Porto-Ersparniß beabsichtigt wird, scheint ganz übersehen zu werden, daß der dadurch zu erlangende Vortheil verglichen mit der geringen Mehrausgabe für deklarirte Geldsendungen fast durchgehends ganz unerheblich ist, jedenfalls aber mit der Gefahr, bei unterlassener Deklaration in keinem Verhältnisse steht:
So kostet beispielsweise:
ein Brief von Köln nach Bonn, mit 50 Thlr. Kasten-Anweisungen, 1 1/4 Loth schwer,
undeklarirt 2 Sgr.,
deklarirt 2 1/4 Sgr., mehr 1/4 Sgr.
ein Brief von Köln nach Minden mit 100 Thlr. Kassen-Anweisungen, 2 1/2 Loth schwer,
undeklarirt 9 Sgr.,
deklarirt 10 Sgr., mehr 1 Sgr.
ein Brief von Köln nach Berlin mit 200 Thlr. Kassen-Anweisungen, 2 Loth schwer,
undeklarirt 12 1/2 Sgr.,
deklarirt 16 1/2 Sgr., mehr 4 Sgr.
Das General-Postamt hält sich für verpflichtet, das Publikum hierauf aufmerksam zu machen.
Berlin, den 21. Juni 1848.
General-Postamt (gez.) v. Schaper.
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Der dahier am Bollwerk Nr. 1, in der Nähe der Bahnhöfe, der Rheinischen und Köln-Mindener Eisenbahn und der Landungsplätze, der sämmtlichen Dampfboote gelegene Gasthof zum Schützenhofe, mit einem Salon und 23 Zimmern, verbunden mit einer Restauration und bedeutenden Schenkwirthschaft steht zu vermiethen, zu verkaufen oder gegen ein kleineres Haus zu vertauschen. Das Nähere bei M. Sieben am Frankenthurm Nr. 23.
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Neue Rheinische Zeitung.
Nach §. 5 des Gesellschafts-Statuts wird die fünfte Einzahlung von 10 Prozent pro Aktie in den nächsten Tagen eingezogen werden, was wir den Herren Aktionären hiermit ankündigen.
Köln, den 23. September 1848.
Die Geranten der „Neuen Rheinischen Zeitung.“
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Amtliche Bekanntmachung.
Mit Bezugnahme auf die diesseitige Bekanntmachung vom 18. Juli d. J. wird hiermit zur Kenntniß des betreffenden, handeltreibenden Publikums gebracht, daß der Gemeinderath für den, am Montag den 2. Oktober d. J. hier stattfindenden großen Viehmarkt, folgende Prämien für Viehhändler bewilligt hat, nämlich:
  • 1. für denjenigen, welcher den besten Ochsen zum hiesigen Markte bringt, 100 Thaler;
  • 2. für denjenigen, welcher den zweitbesten Ochsen zum hiesigen Markte bringt, 50 Thaler;
  • 3. für denjenigen, welcher die beste Kuh zum hiesigen Markte bringt, 50 Thaler;
  • 4. für denjenigen, welcher die beste Verse zum hiesigen Markte bringt, 30 Thaler, und
  • 5. für denjenigen, welcher das meiste Vieh zum hiesigen Markte bringt, 20 Thaler.
Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß bei Zuerkennung der Prämien lediglich auf die Qualität resp. Quantität des Viehes Rücksicht genommen werden wird, so wie auch selbstredend das Vieh, wofür die Prämien bewilligt werden, am Markttage zum Schlachten auf dem hiesigen Markte verkauft werden muß. Ebenso wird erwartet, daß die Viehhändler, denen die Prämien zuerkannt werden, den hiesigen Viehmarkt auch ferner regelmäßig mit ihrer Waare besuchen werden.
Die Beurtheilung des Viehes, resp. die Zuerkennung der Prämien, erfolgt durch die, für den hiesigen großen Viehmarkt bestehende Metzger-Deputation.
Köln, den 16. September 1848.
Das Oberbürgermeisteramt.
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Lieferung von 11,000 Scheffel Geritz.
Nachdem der Versuch zu einer Vereinigung sämmtlicher hiesiger Geritz- und Kohlenhändler zum Zwecke der Lieferung von circa 11,000 Scheffeln Geritz für die Armen der Stadt Köln zu keinem annehmbaren Resultate geführt, ist eine neue Vergantung der fraglichen Geritz-Lieferung pro 1848-49 auf dem Wege schriftlicher Submissionen beliebt worden.
Demzufolge werden die hiesigen Geritz-Hüttenbesitzer ergebenst ersucht, ihre desfallsigen versiegelten Preis-Offerten pro Scheffel Geritz unter näherer Bezeichnung der Lage ihrer Geritzhütten, längstens bis Montag den 25. September c., Morgens 10 Uhr, auf unserm Verwaltungs-Sekretariate, Cäcilienstaße hierselbst, woselbst auch die Bedingungen eingesehen werden können, unter der Aufschrift:
„Submission zur Lieferung des Gerisses für die Armen der Stadt Köln pro 1848-49“ gefälligst abgeben zu wollen.
Die Eröffnung der eingegangenen Submissionen erfolgt an demselben Tage, Nachmittags 3 Uhr, wobei die Anwesenheit der Submittenten gewünscht wird.
Köln, den 15. September 1848.
Die Armen-Verwaltung II. und III. Abth.
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Die Deputirten sämmtlicher Gewerbe Kölns sind gebeten sich am nächsten Montag den 25. d. M. Abends halb 8 Uhr bei Dahlhausen, Rothenberg Nr. 7 einzufinden.
Das Comite.
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Versteigerung.
Am Montag den 25. September 1848, Vormittags 11 Uhr, sollen auf dem Markte zu St. Aposteln in Köln, verschiedene Hausmobilien, als: 1 Schreibpult, 10 Tische, 22 Stühle, Sopha, Schränke, Spiegel etc., gegen gleich baare Zahlung versteigert werden.
Der Gerichtsvollzieher,
Clören.
@typejAn
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Versteigerung.
Am Montag den 25. September 1848, Vormittags 11 Uhr, sollen auf dem Markte zu St. Aposteln in Köln, verschiedene Hausmobilien, als: Tische, Stühle, Ofen, Schrank etc., gegen gleich baare Zahlung versteigert werden.
Der Gerichtsvollzieher,
Clören.
@typejAn
@facs0552
Gestern Abend und heute Morgen wurde an allen Straßenecken Köln's ein Plakat, „Die Demokraten Berlin's an ihre Brüder die Soldaten“ angeschlagen und auch sofort von vielen Soldaten mit dem größten Vergnügen gelesen, da ihnen in dem Plakat auf sehr handgreifliche Weise begreiflich wurde, daß der Bürger durchaus nichts Feindliches gegen den Soldaten hat. Auch an die Kasernen und an die Hauptwache waren Plakate angeheftet, wodurch es den Soldaten sehr leicht gemacht war, vernünftige Ansichten über ihre Stellung zu den Bürgern zu erlangen. Allein kaum hatten Offiziere und Unteroffiziere die Plakate bemerkt, als von ihnen befohlen wurde, sie abzureißen. Der wachhabende Offizier der Hauptwache befahl sogar den Leuten, die Reparaturen an derselben besorgen müssen, die Plakate abzulösen. Dem „Mit Gott für König und Vaterland“ streitenden, stark bebärteten Offiziere wurde Folge gegeben und das Plakat ihm im Triumph in die Wache gebracht. Was soll man dazu sagen? Gibt dies nicht den augenscheinlichsten Beweis, daß die Vorgesetzten den Soldaten keine vernünftige Belehrung zu Theil werden lassen wollen? Aber die Soldaten werden wohl vernünftiger sein; im entscheidenden Augenblicke sind sie doch Freunde der Bürger und nicht Anhänger der antibürgerlichen Vorgesetzten!
@typejAn
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Nachdem ich alle Länder durchreiste, (auf der Landkarte) habe ich die schönste Auswahl feil zu bieten ‒ als Flohfänger ‒ echte ungarische Weichselröhren, echte Wiener Meerschaumköpfe von 2 1/2 Thlr bis 5 Thlr., kurze, halb lange und lange Pfeifen, Stöcke in verschiedenen Sorten, Schnupftabacksdosen aus Maser, Horn und Schildplatt, Zahnbürsten für Menschen und Thiere, den Reichsverweser (nicht in Natura) blos abgemalt.
Dieses und sonst noch Manches empfehle ich bestens ‒ durch den Druck der Zeit will meine Feder nicht nach meinem Sinne handeln, sonst würde ich sagen, was ich jetzt schweige.
Der Bürger Schlechter zu Köln am Rhein
Im ausgebauten Hochstraße Eckhäuslein.
Die Haus Nro. ist Einhundertzweiundzwanzig,
Hart an der Ecke, wo es führt nach Danzig.
Liebe Leute glaubt es mir
Was ich euch will sagen,
Ein Neider brennt von Geldbegier
Sein Haß wächst in diesen Tagen.
Als Mitbürger dachte ich dieses nicht,
Daß Herr Mann machte ein solch Gesicht,
Von Habsucht gelb, und blau von Haß,
Dies macht mir einen schönen Spaß.
Obgleich ich viele Menschen muß ernähren,
Kam Habsucht mir niemals im Sinn,
Ich dachte immer, Gott wird's bescheren,
Wenn oft auch spärlich war mein Gewinn.
So muß ein Mensch auf Erden handeln,
Und Jedem gönnen das täglich Brod,
Dann darf er dreist vor Gott einst wandeln,
Wenn die Stunde schlägt und ruft zum Tod.
Schönen Gruß Herr Herr Mann hier,
Vom Kölner Bürger Schlechter.
@typejAn
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Als Antwort auf die leise Anfrage in der gestrigen Nr. dieses Blattes dient einstweilen Copie folgenden Briefes.
Werther Herr H. Wohlg.
Wie ich Ihnen bemerkte, hatte ich es zur Anzeige abgegeben, ich schickte um es retour zu haben, aber es war schon gesetzt, ich muß also mindestens einige Tage feil bieten können, was ich Hrn. Goldberger auch geschrieben habe. Da ich durch den Herrn Rasierer Moll, die große Anzeige nach Dumont schickte, derselbe aber ließ sagen, 13 Thlr. kostete diese ‒ so werde ich die Kölner Zeitung nicht dazu gebrauchen, weshalb Ihnen doch der größte Absatz bleiben, und später kann das Ganze Ihnen allein zustehen, da ich doch glaube, daß diese Sache für 1 Thlr. bis 1 1/2 Thlr. noch zu hoch für jetzige schlechte Zeit ist.
Hochachtungsvoll grüßt
G. W. Schlechter.
Köln, den 19. September 1848.
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Auf die in Nro. 93 d. Bl. an den Provinzial-Steuer-Direktor Helmentag gerichtete Beschwerde, welche ich an denselben mittelst Schreibens v. 5. d. M. unter der gleichzeitigen Aufforderung ergehen ließ: mir für den erlittenen Schaden den Betrag von 2 Thlr. 27 Sgr. 6 Pf. zustellen zu lassen, ist mir der nachfolgende Bescheid geworden.
„Euer Wohlgeboren erwiedere ich auf die Eingabe vom 5. d. Mts., daß Ihre Beschwerde wegen des bei Abfertigung der 25 Pfd. Obst-Kraut am 2. d. Mts. an der rheinischen Eisenbahn-Expedition von Seite der Zollbeamten beobachteten Verfahrens, bei der stattgehabten Untersuchung als völlig begründet sich erwiesen hat, und daß ich, indem ich Ihnen hierüber mein aufrichtiges Bedauern ausdrücke, nicht nur das hiesige Haupt-Steuer-Amt für ausländische Gegenstände vorläufig angewiesen habe, Ihnen sofort den begehrten Schadenersatz durch portofreie Zusendung des Betrages von 2 Thlr. 27 Sgr. 6 Pf. zu leisten, sondern auch gegen die betreffenden Beamten die erforderliche Rüge eintreten lassen werde.
Köln, den 16. September 1848.
Der Geheime Ober-Finanz-Rath und Provinzial-Steuer-Direktor.
Helmentag.
Aus diesem Bescheide geht deutlich hervor, wie von einzelnen Beamten bei unsern Behörden das Gesetz mitunter ganz unbeachtet und bei Seite gestellt und wie roh und gemein von diesen Leuten verfahren wird. Ich habe deshalb nicht unterlassen wollen, dem Publikum von dem Ausgange meiner Sache Mittheilung zu machen, um in vorkommenden Fällen von dergleichen Beamten sich nicht einschüchtern zu lassen, sondern sein Recht von den vorgesetzten Behörden zu verlangen.
Köln, den 22. September 1848.
[I. P. D.]
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Am Neumarkt, an dem Gebäude des Militair-Casinos, war heute Morgen ein Maueranschlag, „die Berliner Demokraten an die Soldaten,“ angeheftet. Viele Bürger, Militair und Civil, hatten sich zum Lesen versammelt, als auf einmal ein Unteroffizier erschien:
Der Herr Hauptmann haben mir geschickt, den Zettel abzureißen,“ sagte dieser Soldatenfreund, und als dagegen Schwierigkeiten gemacht wurden, setzte er hinzu: „Wenn ihr Euch muckt, werdet Ihr zusammenkartätscht!
Hieraus kann man sehen, wie die Reaktion fürchtet, daß das Militair zu Verstand kommen dürfte.
N.N.
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Antwort auf die leise Anfrage von gestern.
Unser Mitbürger Schlechter, der für das Wohl der Handwerker eine große Summe Geldes und 5 Wochen Zeit in Berlin verwendete, wird doch wohl eher was Echtes haben, als wie ein Anderer, der vor Habsucht seinen Leuten nicht satt zu essen giebt.
Ehre dem Ehre gebührt ‒ deshalb soll Schlechter von uns geachtet sein.
J. Breuer. G. Brand F. Hüls
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Geschäfts-Verlegung.
Einem in- und auswärtigen Publikum die ergebene Anzeige, daß ich mit dem 23. d. Mts. meine Kappen- und Pelzhandlung von den Vierwinden nach der Hochstraße, Höhlen-Ecke Nr. 66, verlegt habe. Für daß bisherige Zutrauen herzlich dankend, erlaube ich mir die Bitte, dasselbige auch noch ferner zu schenken, welches ich vermittelst soliden und eleganten Artikeln, nebst billigen Preisen jederzeit honoriren werde.
Köln, den 23. Sept. 1848.
C. König.
Hochstraße, Höhlen-Ecke Nr. 66.
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Unterzeichnete beehren sich hiermit ihr Lager von allen Sorten Mehl bester Qualität zu empfehlen, und geben sowohl in großen als in kleinern Partien zu billigen Preisen ab.
Oberländische Bäckerei von Kretzer et Menzel, Pützgasse Nr. 2.
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Volks-Bierhalle.
Von Montag den 25. Sept. an, werde ich an den Wochentagen in meinem Saale Abends gutes Bier verabreichen.
Wwe. Eiser, Komödienstraße.
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Ein besonders gut empfohlener braver Handlungsgehülfe der in verschiedenen Geschäftszweigen gearbeitet hat, wünscht recht bald eine Anstellung und sieht nicht so sehr auf hohes Salair als eine freundliche Behandlung. Die Expedition sagt welcher.
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Zu vermiethen
an stille Leute, die zweite Etage nebst Garten und allen sonstigen Bequemlichkeiten. Die Exped. sagt wo
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Ein Uhrmacher-Lehrling wird gesucht. Näheres Höhle Nr. 19.
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Herrenkleider werden gewaschen und reparirt, Herzogstraße Nr. 11.
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Zum Klavierstimmen und repariren empfiehlt sich, R. B. Mayr, Musik. Instrumentenmacher, St. Apernstraße Nr. 57.
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Getragene Herrenkleider werden angekauft. Peterstraße Nro. 4.
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Futter gegen Ratten, Mäuse, Wanzen und Schwaben Thurnmarkt Nr. 39.
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Theater-Anzeige.
Sonntag den 24. Sept.:
(Auf Verlangen):
Die Hugenotten.
Große Oper in 5 Akten von Meyerbeer.
Montag den 25 Sept.:
Geistige Liebe.
Lustspiel in 3 Akten von Lederer.
Hierauf:
Die Maskerade im Dachstübchen.
Posse in 1 Akt von Meixner.
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Der Gerant: Korff.
Druck von I. W Dietz, unter Hutmacher Nro. 17.