[0723]
Neue Rheinische Zeitung
Organ der Demokratie.
No 141. Köln, Sonntag den 12. November. 1848.
Zu Nr. 140 der „Neuen Rheinischen Zeitung“ wurde am Samstag den 11. November, Morgens eine außerordentliche Beilage ausgegeben und an unsre geehrten Abonnenten versandt.
Die Expedition der „Neuen Rhein. Ztg.“
Uebersicht.
Deutschland. Köln. (Die Contrerevolution in Berlin.) Dortmund. (Die Eisenbahndirektion v. Möller.) Wien. (Zustände. ‒ Preßburger-Noth. ‒ Der Belagerungszustand. ‒ Ungarn in Kroatien. ‒ Gerüchte von einer Revolution in Linz. ‒ Schwarzers Verhaftung.) Olmütz. (Aufständische Bewegung der schlesischen Landleute. ‒ Der Hof. ‒ Gefangene Ungarn. ‒ Simonic. ‒ Reichstagsvorbereitungen in Kremsier.) Ratibor. (Streitkräfte der Ungarn. ‒ Kossuth.) Breslau. (Die Post aus Wien.) Schweidnitz. (Aufruf des demokratischen Vereins „an die Männer des schlesischen Gebirges.“) Frankfurt. (Nationalversammlung.) Mannheim. (Verschwörung unter den Nassauer Soldaten.) Schleswig (Friedliebender Beschluß.)
Polen. Krakau. (Gerücht in Betreff der Lemberger Studenten und Nationalgarde.) Nowy Tark. (Das Aufwiegeln der Bauern.)
Ungarn. Szegedin. (Rozsà Sàndor)
Schweiz. Aarau. (Struves Schriften.) Bern. (Furrer. ‒ Briatte.)
Französische Republik. Paris. (Marrast.)
Großbritannien. London. (Parlamentswahl im Westriding von Yorkshire). Dublin. (Der Brief Darcy Magee's über die irische Insurrektion).
Italien. Turin. (Die italienische Conföderation. ‒ Der Aufstand des Intelrithales. ‒ Die Italiener siegreich in Venedig).
Deutschland.
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Edition: [Karl Marx: Die Kontrerevolution in Berlin, vorgesehen für: MEGA2, I/8. ]
[ 068 ] Köln, 11. Nov.
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[ 14 ] Dortmund, 9. Nov.
Die willkürliche läppische und arrogante Weise, mit der man so plötzlich und ohne die geringste konstitutionelle Schicklichkeit zu beobachten, unsere gute Stadt Dortmund mit Truppen überzogen hat, charakterisirt so recht unsere konstitutionellen Bureaukraten, welche jetzt aus dem faulen Boden des Absolutismus wie die Pilze hervorschießen. Vom Absolutismus unterscheidet sich die konstitutionelle Monarchie wenigstens in so weit, daß man hier bei der Wahl der Beamten einige Rücksichten auf die öffentliche Meinung zu nehmen pflegt (geschweige der Rücksicht auf die Majorität des Repräsentantenhauses.) Hr. v. Möller, vielleicht jetzt schon Minister, ist in wenigen Jahren auf eine unbegreifliche Weise vom Referendar zum Landrath, dann zum Eisenbahnkommissarius und dann zum Regierungspräsidenten vorgerückt. Verdankt Hr. Möller diese Auszeichnung der öffentlichen Stimme? oder den Garantien, welche er dem Liberalismus gegeben? Man gehe von Deutz nach Minden, von Station zu Station, und höre bei den Bahnbeamten (mit Ausnahme der stockpreußischen Gamaschenknöpfe), welche zärtlichen Gefühle Hr. Möller ihnen eingeflößt hat. Es ist wahr, daß ein Mann, wie Herr Möller, sich den Henker darum zu scheren braucht, was so unbedeutende Leute, wie Eisenbahnbeamte es sind, von ihm denken; allein auf die Meinung einer so loyalen Stadt, wie Dortmund, hätte der Hr. Regierungspräsident doch schon mehr Rücksicht nehmen sollen. Wenn es möglich wäre, die „treue“ Grafschaft Mark in die Opposition zu werfen, so würde Hr. Möller der Mann dazu sein, es durchzuführen. Solche durchgreifenden und kühngreifenden Staatsmänner, wie Hr. Möller, werden auch noch Vieles möglich machen. Welche Stimmung hier gegenwärtig herrscht, mögen Sie schon daraus entnehmen, daß unser zahmer konstitutioneller Bürgerverein, an dessen Spitze Beamte stehen, welche noch vor Jahr und Tag für den Polizeistaat fanatisirt waren, das Staatsministerium wegen dieser Truppenüberziehung „interpelliren“ will. ‒ Diese Entwickelung von 100 Bajonnette und 20 geschliffenen Säbeln hatte übrigens keinen andern Zweck, als die Entlassung der Vorstände des Handwerkervereins vorzubereiten. Schmiedemeister Höhner ist auch schon entlassen worden. Vor wenigen Wochen gab man ihm eine Zulage, jetzt entläßt man ihn. Da aber die Eisenbahndirektion sich wahrscheinlich schämte, dem Associationsrechte, welches doch nicht bloß für die Beamten und Geldleute da ist, geradezu in's Gesicht zu schlagen, so brauchte man Vorwände.
Zu dem Ende wurden von hier lügenhafte Berichte nach Köln geschickt. Die ganze Stadt hat die moralische Ueberzeugung, daß dieselben vom Inspektor Hrn. Neesen fabrizirt wurden. Jetzt fiel Alles über den armen, unschuldigen Handwekerverein her: Landrath, Polizei, Bürgermeister, Eisenbahndirektion. Man stellte Nachfragen, Untersuchungen an und durchwühlte die Statuten und Protokolle des Vereins. Es sollte durchaus etwas Demokratisches, Socialistisches, etwas Hochverrätherisches, etwas auf Raub und [Fortsetzung]
[Feuilleton]
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Venus und Adonis.
Von Shakespeare.
Uebersetzt von F. Freiligrath.
(Fortsetzung).
Adonis aber, schläfrig und verdrossen,
Die Stirne runzelnd, finster seine Brau,
Das zorn'ge Auge mürrisch halb geschlossen,
Wie wenn den Himmel einhüllt Nebelgrau ‒
Mundziehend spricht er: „Laß mich fort! zu sehr
Brennt heut' die Sonne! Nichts von Liebe mehr!“
„Weh' mir!“ ruft Venus, „wie so jung und kalt!
Welch leerer Vorwand, dich mir zu entziehn!
Himmlischen Odem seufz' ich dir alsbald,
Daß er dich kühle bei der Sonne Glühn.
Mein wallend Haar soll Schatten dir gewähren,
Und brennt es auch, so lösch' ich es mit Zähren.
„Die Sonn' am Himmel wärmt nur und gibt Licht,
Und schau', ich liege zwischen ihr und dir!
Von dort die Hitze sengt mich wahrlich nicht,
Nur deiner Augen Gluth bringt Hitze mir!
Wär' ich unsterblich nicht: ‒ dahingegeben
Zwei solchen Sonnen, könnt' ich fürder leben?
„Bist du von Stein denn, bist du hart wie Stahl?
Den harten Stein doch höhlt des Regens Guß!
Gebar ein Weib dich, und du fühlst die Qual
Daß nicht, der liebt und einsam lieben muß?
Glich dir die Mutter, die dich trug, du Schlimmer:
Sie starb als Jungfrau, und gebar dich nimmer.
„Wer bin ich denn, daß du mich fliehst, Verächter?
Bringt meine Werbung dir denn auch Gefahr?
Macht denn ein Küßchen deine Lippen schlechter?
O sprich! ‒ doch hübsch! ‒ sonst schweige ganz und gar!
Nur einen Kuß! ‒ du sollst ihn wieder haben,
Und willst du Zinsen, sollen zwei dich laben!
„Pfui, kalt Gemälde, lebenloser Stein,
Buntschimmernd Bildniß ‒ all' dein Glanz erlogen!
Das Aug' erfreust du; ‒ ach, das Aug' allein!
Ding, wie ein Mann, doch nicht vom Weib erzogen!
Du bist kein Mann, was auch dein Aussehn sagt,
Denn Männer, wahrlich, küssen ungefragt!“
So spricht sie brünstig, bis die Ungeduld
Einhalt gebietet ihrer Zunge Fechten!
Ihr feurig Antlitz zeugt von ihrer Schuld;
In Liebe richtend, hilft ihr nicht ihr Rechten.
So weint sie denn, und glaubt mir nur, sie spräche,
Wenn Schluchzen nicht ihr Sprechen unterbräche.
Kopfschüttelnd nun erfaßt sie seine Hand,
Senkt dann die Augen auf des Bodens Grün;
Mit ihren Armen jetzo wie ein Band,
Wie er sich sträuben mag, umschlingt sie ihn.
Und will er fort, der weiberscheue Ringer,
Verschränkt sie heftig ihre Lilienfinger.
„O du mein Liebling,“ spricht sie lächelnd, „seh'
Ich endlich dich in diesem schnee'gen Hag!
Ich will dein Park sein, so sei du mein Reh!
Geh' nach Gelüst hier deiner Weide nach!
Fang' auf den Lippen an! wenn die versiegen,
Dann tiefer, wo die lust'gen Quellen liegen!
„Genug des Süßen gibt's in diesem Reiche;
Gras in den Gründen, anmuthvolle Höhn;
Gewölbte Hügel, Buschwerk und Gesträuche,
Die vor dem Regen und des Sturmes Wehn
Dich schützen werden; drum sei meine Hinde,
Und fürchte nicht, daß hier ein Hund dich finde!“
Auf dies, wie spöttisch, lächelt er; ‒ o sieh',
Wie seine Wangen jetzt zwei Grübchen tragen;
Cupido selbst, der Lose, machte sie,
Daß er drin ruhe, möcht' ihn wer erschlagen.
Er wußt' es wohl: nahm er den Sitz der Liebe
Zum Grabe sich, daß er lebendig bliebe.
Und diese Grübchen alle beide thun
Auf ihren Mund, die Seel' ihr zu verschlingen.
Vorher schon rasend, was beginnt sie nun?
Gleich anfangs todt, was hilft ein zweites Ringen?
Du arme Venus, deiner eignen Macht
Verfallen, liebst du, was dich kalt verlacht!
Was soll sie sagen jetzt, wohin sich wenden?
Zu End' ihr Reden, aber nicht ihr Glühn!
Die Zeit ist um; er will sich ihren Händen,
Die ihn umschlingen, mit Gewalt entziehn.
„O Mitleid,“ ruft sie, „bin ich nichts denn werth?“
Doch er springt auf, und eilt nach seinem Pferd.
Jetzt aber sieh': ‒ vom Dickicht her erschaut
Den Hengst des Knaben eine flücht'ge Stute;
Sie jagt heran, sie schnaubt, sie wiehert laut,
Jung, ungebändigt, voll von Kraft und Muthe.
Da reißt der Renner wild sich los vom Baum,
Sie zu begrüßen mit zerrißnem Zaum.
[0724]
Er nimmt sich auf, er wiehert ihr entgegen,
Und jetzo sprengt er seine festen Gurten;
Die Erde dröhnt von seines Hufes Schlägen,
Als ob Gewitter ihr im Schooße murrten.
Sein hart Gebiß zerknirscht er im Entfliehn,
Bewält'gend so, was einst bewältigt ihn.
Er spitzt die Ohren; seiner Mähne Dräun
Wallt auf im Takt, wie seine Füße stampfen.
Mit seinen Nüstern zieht die Luft er ein,
Sie wie ein Ofen wieder auszudampfen.
Sein zorn'ges Auge, voll von wilder Gluth,
Zeigt sein Verlangen, seinen heißen Muth.
Zuweilen trabt er mit bescheidnem Stolz,
Als wollt' er zählen alle sein Schritte;
Dann wieder bäumt er, courbettirt durch's Holz,
Jagt und holt aus, als wär's zum tollsten Ritte;
Als wollt' er sagen: „so thut meine Stärke,
Daß dort die Schöne lüstern auf mich merke!“
Was kümmert jetzt ihn seines Reiters Zorn,
Sein schmeichelnd: Holla, und sein: Willst du stehn?
Was gilt ihm Trense, was der scharfe Sporn,
Was reicher Zäume, lust'ger Decken Wehn?
Er sieht sein Lieb, und Nichts sonst auf der Welt,
Weil seinen Augen gar Nichts sonst gefällt.
Sieh', wollt' ein Maler mehr sein als das Leben,
Verließ' er kühn des Alltags breite Spur,
Wollt' er das Bild uns eines Rosses geben,
Das mehr durch Kunst, als andre durch Natur:
Traun, solch ein Roß wohl gliche diesem Pferde,
So Wuchs und Farbe, Muth, Gang und Geberde!
Leicht auf den Füßen, von gedrungnem Bau,
Kopf klein und zierlich, große Augen drin,
Weitauf die Nüstern, Hufhaar lang und rauh,
Schweif dicht und wallend, Mähne zart und dünn:
So trabt er stolz, und Nichts fehlt seiner Schöne,
Als daß sein Kreuz ein stolzer Reiter kröne.
Oft schnaubt er fort, starrt dann auf eine Stelle.
Fährt wieder auf jetzt, wenn ein Blatt nur fällt,
Enteilt im Flug, beschämt des Windes Schnelle,
Und läßt sie rathen, wo er endlich hält.
Durch seine Mähne pfeift des Windes Singen,
Und Schweif und Mähne wehn ihm nach als Schwingen.
Vor seinem Lieb dann bleibt er wiehernd stehn;
Sie wiehert auch, als freute sie sein Spiel;
Doch bald, wie Weiber: stolz, ihn heiß zu sehn,
Macht sie die Spröde, thut sie fremd und kühl,
Weis't ab sein Werben, stampft in sein Verlangen,
Schlägt mit den Fersen sein verliebt Umfangen.
Dann, wie betrübt und voll von Mißbehagen,
Senkt er den Schweif wie eine fallende Feder,
Läßt ihn der Schenkel weiße Schaumfluth schlagen,
Schnappt nach den Fliegen auf des Riemwerks Leder;
Sein Lieb, gewahrend, wie so wild er thut,
Wird gütiger, und nach läßt seine Wuth.
Sein zorn'ger Reiter naht, daß er ihn fange;
Doch sieh', die Stute faßt ein plötzlich Scheu'n;
Sie eilt von dannen, aufgeschreckt und bange,
Der Hengst ihr nach ‒ Adonis steht allein.
Fort nach dem Walde jagen sie, die Tollen,
Schneller als Kräh'n, die Wette fliegen wollen.
Erschöpft und heiß setzt sich Adonis nieder,
Verwünscht sein Thier und seine Störrigkeit;
Und jetzo kehrt die günst'ge Stunde wieder,
In der sich Venus ihres Redens freut.
Denn dreifach Leiden fühlt ein Herz, das liebt,
Fehlt ihm der Beistand, den die Zunge gibt.
Verhaltne Flamme, zugedämmte Fluth
Flammt auf und fluthet nachher um so freier:
So auch ein Gram, der still im Herzen ruht;
Ein freies Reden stillt der Liebe Feuer;
Doch, ward des Herzens Anwalt stumm einmal,
Dann bricht der Schützling, und vergeht in Qual.
Er sieht sie kommen, und beginnt zu glühn ‒
So glüht im Wind erstorbner Kohlen Hitze! ‒
Den wirren Blick, zu Boden schlägt er ihn;
Die zorn'ge Stirn verbirgt er mit der Mütze;
Was kümmert's ihn, daß sie so nah sich stellt,
Weil er sie seitwärts nur im Auge hält?
O, welch' ein Anblick, mit verstohl'nem Gange
Dem finstern Knaben sie sich nahn zu sehn;
Den Streit zu schaun auf ihrer süßen Wange,
Den Weiß und Purpur wechselnd jetzt begehn!
Erst war sie bleich, doch bald in wilder Hitze,
Entfuhr ihr Feuer, wie dem Himmel Blitze.
Nun steht sie vor ihm, grade wo er ruht;
Kniet dann voll Demuth auf den Grund, den kühlen;
Mit einer Hand erhebt sie seinen Hut;
Die andre läßt sie sanft sein Antlitz fühlen.
Es fühlt entbrannt den leisen Druck der weichen,
Und hält ihn fest, Schneeflocken zu vergleichen.
O, welch' ein Krieg von Blicken nun beginnt!
Ihr Auge, schwimmend, schaut in sein's mit Flehen;
Sein Auge thut, als wär' es für sie blind.
Ihr Auge wirbt, sein Auge will's nicht sehen;
Und durch den Chorus ihrer heißen Zähren
Läßt seine Akte dieses Spiel erklären.
(Fortsetzung folgt.)
[0724]
[Deutschland]
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[Fortsetzung] Mord Hinzielendes gefunden werden. (Der Kommunismus ist bei unseren märkischen Beamten natürlich Hochverrath laut des Bundestagsbeschlusses vom vorigen Jahre). Also, um Gotteswillen etwas Kommunismus herausgestöbert. Und denken Sie sich! was Niemanden gelang, ist Hrn. Zahn, unserem Bürgermeister gelungen. Dieser brave Mann, welcher gewiß nicht das Pulver erfunden hat, soll gleichwohl im Handwerkerverein „ein wenig“ Kommunismus entdeckt haben!
Es gehört aber auch die feine Spürnase des Hrn. Zahn dazu. Die Verdienste des Hrn. Möller sind schon anerkannt worden (wenn es wahr ist, daß Hr. Möller Minister geworden); Herr Reesen wird seinen Lohn bei der Eisenbahn finden; er kann sich darauf verlassen. Aber wie kann Hr. Zahn belohnt werden, wenn der rothe Adlerorden abgeschafft werden soll?
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@facs0724
Wien, 7. Nov.
Auf die vom Stadt-Kommando an Jelachich übergebenen Klagen mehrerer Einwohner, welche sich über Exzesse und Beschädigungen durch kroatische Truppen beschweren, hat der Ban folgendes erwidert: „Mein armes Vaterland hat zur Rettung der Gesammt-Monarchie unermeßliche Opfer gebracht. Kroatien hat seine Söhne in der bedrängtesten Zeit auf eigene Kosten bewaffnet, und der unglückliche General Latour mußte sein Leben schändlicherweise aufgeben, als er sich endlich herbeiließ, anzuerkennen, daß die Kroaten kaiserliche Truppen seien. Wien und die kaiserliche Burg ist durch meine Truppen erstürmt worden, eine Stunde später, und die Rebellen hätten die Burg, wie es offen im Reichstag durch Schuselka verkündet worden war, so wie die ganze Stadt, in Flammen gesetzt. Die Truppen lagern noch heute im Freien, und sind der strengsten Witterung ausgesetzt. Wenn einzelne Exzesse vorgefallen sind, so sind sie Folge der schrecklichen Wuth der Soldaten über die verletzte Kapitulation, ein ewiger Schandfleck der Wiener Bevölkerung. Man möge die Entschädigung bei den Rebellen suchen.“
Der Feldmarschall-Lieutenant v. Welden ist zum Gouverneur von Wien ernannt worden. Der Gemeinderath macht bekannt, daß arbeitslose und bedürftige Individuen an bestimmten Orten, die durch besondere Anschläge bezeichnet werden würden, Arbeit bekommen könnten.
Die ärarische Brücke an der Donau ist wieder fahrbar gemacht und an der Wiederherstellung der Eisenbahnbrücke wird fleißig gearbeitet. ‒ Wer unter den entwaffneten Proletariern kriegstauglich anerkannt wird, den steckt man sogleich in die gelichteten Reihen des Militärs. ‒ Uebrigens herrscht jetzt in Wien unter der Bevölkerung die Stille eines Friedhofes. ‒ Ein Gerücht ging umher, daß Smolka und Borrosch verhaftet worden seien, um über die Mörder Latour's Auskunft zu ertheilen. Wir halten dies aber für ein Schreckenmärchen. ‒ Eine andere Nachricht erzählt, daß sich die Studenten durch Verkleidung und Rasiren der Bärte ganz unkenntlich gemacht und dadurch zum Theile den Truppen, so wie auch dem gegen sie im letzten Augenblicke aufgestachelten Proletariate entgangen seien. Viele geriethen dennoch in die Haft des Windischgrätz. Durch eine strenge Hausvisitation forschte man nach Pulver und Waffen, so wie nach den Gravirten, von denen eine lange Liste angefertigt ist. Die Meisten derselben sind Journalisten. ‒ Seit dem 22. Oktober sind bei 100,000 Menschen von Wien weg. Viele derselben werden wohl von den Familien vergeblich zurückerwartet. Die Zahl der Gefallenen wird von den Bezirks-Aerzten auf 6000 berechnet. ‒ Das Proletariat hat im Ganzen dem Grundsatze: „Heilig sei das Eigenthum!“ nach dem Zeugnisse aller, die sonst nicht seine Freunde sind, gehuldigt. Man wußte, welche Schätze an Metall und Banknoten in der Bank lagen und Niemand ließ eine bedrohliche Aeußerung hierüber fallen. ‒ Die Verhaftungen dauern fort. Unter den bereits eingezogenen Personen nennt man die Frankfurter Deputirten Blum und Fröbel. ‒ Professor Füster, Oberkommandant Messenhauser und sein Generalstäbler Fenneberg, ‒ Hauk, Grüzner, Taufenau, Berger, Terzky, Redakteur der Gassenzeitung u. m. a., die bei der ultra-radikalen Journalistik betheiligt waren, sind verhaftet worden. ‒ Der Kommandant der akademischen Legion, Aigner, zog den Tod der Gefangenschaft vor, und hat durch einen Schuß seinem Leben freiwillig ein Ende gemacht. ‒ Die meisten Reichstagsdeputirten erhoben Pässe und sind von Wien abgereist; ob in die Heimath oder nach Kremsier, ist uns nicht bekannt.
Die obige Mittheilung meldet, daß Messenhauser gefangen sei, eine andere behauptet aber: „Die Häupter des Aufstandes hat man noch nicht. Bem, Messenhauser, Haugh, Schütte, Pulszky, Becher und Tausenau werden noch gesucht. Der Mörder Latour's ein Schlosser, ist ergriffen. Der Nationalgardist Padowani, Ranftls Bruder, und die lange zuvor als Nationaleigenthum erklärte Perin sind verhaftet. Im Odeon sollen durch Einsturz viel Studenten das Leben eingebüßt haben. Das Burgthor ist wie ein Sieb durchlöchert, einige Säulen beschädigt. In der Facade der Burg stecken 80 Kugeln. In's Schwarzenberg'sche Palais fielen zwei Brandraketen nieder, ohne zu zünden. Eine Bombe hingegen zerschmetterte im Zimmer der Fürstin das ganze chinesische Porzellan. Der Hauptangriff hatte vom Burg- und Kärtnerthor stattgefunden. Der Banus machte nach Einnahme der innern Stadt eine Fahrt durch die Burg, Kohlmarkt und den Graben. Seine Truppen, mit Ausnahme von 5 Bataillons Gränzern, welche einstweilen in Wien bleiben, marschiren schon gegen Ungarn. Die Reichstagsabgeordneten schicken sich zur Reise nach Kremsier an. Selbst diejenigen, welche den Protest unterzeichneten, wollen gehen. Der Präsident will dann erst alles einpacken lassen, wenn der Bescheid über die Vorstellung einlangt. Zeitungen dürfen nicht erscheinen; daß Montag ein Abendblatt der Wiener Zeitung erschien, geschah in Folge besonderer Bewilligung des Windischgrätz. Den Reichstagssaal ließ General Cordon sperren. Heute und morgen ist Generalnachsuchung nach Waffen und Verdächtigen. Der Adjutant Bem's wurde sammt seiner schönen Frau aus seinem Verstecke, einem Stalle des Gasthauses zum Erzherzog Karl, hervorgeschleppt. Juden, vorher an der Spitze der Bewegung, machen jetzt die Angeber. Eine Masse des Proletariats wurde unter die Kroaten gesteckt und an die ungarische Gränze geschickt. Der Kommandant des ungarischen Korps wurde gestern gefänglich eingezogen. ‒ In aller Frühe wurden heut die Frankfurter Deputirten der Linken, Fröbel und Blum, aus ihrem Hotel zur Stadt London abgeholt und in's Hauptquartier nach Schönbrunn gebracht. Gestern wurden Emissäre Kossuth's, Namens Berger und der Redakteur der Gassenzeitung, Terczky, festgenommen. Morgen zieht bereits eine Abtheilung der kroatischen Armee in ihre Heimath zurück. Aus Ungarn fehlen alle direkten Nachrichten, da die Posten unterbrochen sind. Kossuth, Pazmandy und Pulszky leiten die dortigen Angelegenheiten.
[(Bresl. Z.)]
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@facs0724
Wien, 7. Nov.
Preßburg, welches den ersten Angriff der kaiserl. Armee zu bestehen hatte, soll sich, so wurde erzählt, gleich bei der ersten Aufforderung des Generals Zerbelloni ergeben haben.
Bis heute konnten die Eisenbahn- und Dampfschifffahrts-Gesellschaften von Fürst Windischgrätz noch immer nicht die Erlaubniß erhalten, die staunenswerth großen Massen von Waarengüter aller Art, in welchen auch die Kroaten das Plündern nicht sparten, befördern zu dürfen. Aller Handel und Gewerbe sind für lange gänzlich gelähmt und die Geldnoth wird mit jedem Tage fühlbarer und drückender. Noch nie hat es das industrielle gewerbthätige Wien so schwer gefühlt, zu welchem wichtigen und bedeutenden Export Italien und Ungarn Gelegenheit und Mittel darbieten, und welche fühlbare Theuerung die Absperrung Ungarns und dadurch auch die der Donaufürstenthümer in den nöthigsten Nahrungsmitteln hervorruft.
[(A. O. Z.)]
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@facs0724
Wien, 7. Nov.
Der Belagerungszustand hat uns mitten in der großen Stadt gleichsam in eine Einöde versetzt. Zeitungen verirren sich zu uns gar keine mehr. Seit 24 Tagen wissen wir von der Außenwelt nicht das Mindeste mehr; ja wir könnten es nicht einmal behaupten, ob das alte Europa noch ganz am alten Flecke stehe; sich oder seine Formen bereits umgewendet habe.
Briefliche Nachrichten, welche uns von einem Offiziere der im südlichen Ungarn stehenden magyarischen Armee zukamen, versichern, daß ungarische Truppen bereits siegreich in Kroatien eingerückt sein sollen.
Man erzählt sich hier, daß in Linz, der Hauptstadt Oberöstreichs, eine Revolution ausgebrochen sei und daß das Volk alle Adligen, die sich von Wien dahin geflüchtet hatten, so wie das Militär aus der Stadt verjagt habe. Baron Welden ist auf die Dauer des Belagerungszustandes zum Gouverneur von Wien ernannt. Der ehemalige Minister Schwarzer wurde gestern verhaftet.
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@facs0724
Ollmütz, 3. Nov., Abends.
Die Nachrichten über die Erhebung der Landleute in den deutschen Bezirken Schlesiens nehmen an Gewicht und Schreckbarkeit immer zu. Es treten ganz dieselben Scenen ein, wie bei der galizischen Revolution vom Jahre 1846. Die Obrigkeiten und die obrigkeitlichen Aemter sind lebensgefährlich bedroht, und von den kaiserl. Behörden verlangt das Landvolk nur immer Geld! Geld! Das Militär, von dem ich Ihnen schrieb, daß es aus Teschen dem Aufstande entgegenzog, hat bis jetzt die Ruhe nicht herstellen können, die Flamme wächst und brennt immer mehr. Republikanische Wiener von der einen und Polen von der andern Seite schüren fleißig am Brande. Der Hof gedenkt wahrscheinlich wenigstens über den ganzen Winter hier zu bleiben. Dies deutet auch die Veränderung mit dem hiesigen Telegraphen an. Dieser weilt bei dem eine gute Viertelstunde von der Stadt entlegenen Bahnhofe. Nun wird er aber trotz vieler Schwierigkeiten bis in die Stadt in die Nähe des Hofes, und zwar in die schöne neugebaute Mineurkaserne geführt.
[(A. D. Z.)]
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Olmütz, 7. Nov.
Heute sind 14 Gefangene von der ungarischen Armee aus Göding hier eingebracht worden. Der General Simonic steht bei Göding und zieht Verstärkungen an sich, um gegen die Ungarn mit Nachdruck operiren zu können. ‒ In Kremsier ist der Reichstagsordner Jelen mit den Vorbereitungen für die daselbst beginnenden Reichstagssitzungen beschäftigt. Diese werden im Lehnsaale stattfinden. Die Sitze für die Abgeordneten werden amphitheatralisch übereinandergebaut und dem Präsidentenstuhle gegenüber Gallerien für etwa 300 Personen eingerichtet werden.
[(Br. Z.)]
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Ratibor, 6. Nov.
Von den Operationen der kaiserl. Truppen gegen Ungarn ist bis jetzt nichts Sicheres bekannt geworden; dagegen werden uns bereits die Streitkräfte der Ungarn ziemlich genau angegeben. Die Magyaren sollen im Stande sein, dem Feinde jeden Augenblick 3-400,000 Mann, darunter an 60,000 reguläre Truppen, entgegenzustellen. Letztere bestehen hauptsächlich aus übergetretenen italienischen Regimentern. ‒ Kossuth ist in seinem Lande allmächtig, und seine Beredsamkeit zaubert nicht nur die Mannschaften in begehrter Anzahl herbei, sondern verwandelt auch seine Feinde in seine Freunde. So hat sich ‒ authentischer Mittheilung zufolge ‒ in einer Versammlung ein für 50000 fl. erkaufter Meuchelmörder befunden. Als dieser aber Kossuths Rede gehört, fühlte er sich so begeistert, daß er ihm Alles entdeckte. Bei der Defensive der Ungarn wird der Kaiser sich wohl in Unterhandlungen einlassen müssen, wie Sachverständige meinen; geschieht dies nicht, so dürften wir in Bälde im Südosten, einen Vernichtungskampf der Nationalitäten erleben, wie die Geschichte ihn nur selten aufzuweisen hat. Schon jetzt werden von Augenzeugen entsetzliche Schandthaten erzählt.
[(Sch. Z.)]
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@facs0724
Breslau, 8. Nov. Abends 9 1/2 Uhr.
Eben erhalten wir noch die Wiener Post und zwar von Zeitungen, außer der Wiener Zeitung noch den Oestreichischen Lloyd! Warum der Wendenfürst Windischgrätz letztere Zeitung von dem Belagerungszustande emanzipirt hat, geht aus dem Leitartikel derselben hervor, welcher uns begreiflich machen soll, daß die Sache der Freiheit bei dem Untergange Wiens keinen Schaden genommen hat. Da die Wiener Zeitung als das anerkannte „amtliche“ Organ mit einer solchen Deduktion keinen Effekt gemacht hätte, mußte man irgend ein anderes Blatt erscheinen lassen, welches schamlos genug wäre, der Reaktion Liebesdienste zu erweisen. Der Oestreichische Lloyd hat sich dieser Bevorzugung würdig gemacht.
Die Wiener Zeitung enthält wieder eine Anzahl amtlicher Bekanntmachungen von besonderm Interesse; wir heben nur einige hervor: 1) F.-M.-L. v. Welden ist zur Leitung der für Erhaltung des Belagerungszustandes nöthigen Maßregeln unter dem Titel eines Gouverneurs berufen worden; 2) Loyalitätsadresse der Bürger Korneuburgs an Windischgrätz.
[(A. D.-Z.)]
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Schweidnitz, 5 November.
An die Männer des schlesischen Gebirges.
Mitbürger! Das Schrecklichste ist geschehen! Der Verrath hat gesiegt, Wien ist gefallen und Tausende unserer Brüder, die für das heiligste Gut der Menschheit: die Freiheit gekämpft, sind erbarmungslos hingeschlachtet; selbst der zarten Frauen, der unschuldigen Kindlein hat man nicht geschont, sondern mit Hyänenwuth sie zerfleischt.
O es ist ein Verbrechen begangen worden, das Nichts auf dieser Welt zu sühnen vermag, selbst nicht der Schutt der Throne, von denen herab der Brudermord dekretirt ward. Das fühlende Menschenherz zerspringt voll Wehmuth, wenn es an all' die Gräuel denkt, welche die fluchwürdigste Reaction, die nichtswürdigste Herrschsucht in den jüngsten Tagen verübt; die treueste Mannesbrust kocht über voll Wuth ob des teuflischen Verraths Derer, denen das großherzige Volk bei seinem Freiheitssiege im März mitleidig das Dasein geschenkt; sie kocht über voll Wuth ob des gräßlichen Blutbades, das Jene über das Volk gebracht, welche die heilige Pflicht übernommen hatten, die Freiheit zu schützen, die Bildung zu fördern und den Wohlstand des Volkes zu heben, die aber aus Dankbarkeit für Das, was ihnen die Großmuth des braven Volkes belassen, diesem mit vergifteten Dolchen, mit Kanonen und scharfgeschliffenen Schwertern, mit Schändung, Brand und Mord lohnen.
Mitbürger! Wer trägt aber die meiste Schuld an all' dem Elend, welches jetzt über unsere Brüder in Oesterreich ‒ und auch über uns hereingebrochen?
Wir selbst tragen sie. Denn wir waren zu gutmüthig, zu leichtgläubig, zu sorglos. Wir unterließen es, der Schlange den Kopf zu zertreten, als es noch Zeit war; wir beteten das goldene Kalb auf seinem Throne an, und bedachten nicht, daß wir Götzendienst verrichten; wir lauschten den Tönen des Krokodills und ließen uns in seinen Rachen locken.
Ha! Was ist nicht Alles schon in den jüngsten Monden geschehen, und was kann nicht Alles noch geschehen? Wollen wir weiter schlafen und das Klirren der Mordwerkzeuge unserer teuflischen Feinde nicht hören und beachten? Wollen wir sorglos die Hände im Schooße liegen und uns die Haut von den Knochen ziehen, den letzten Blutstropfen aus unsern Adern saugen lassen? Wollen wir die Tyrannen fortschlachten und die asiatische Knute zur Herrschaft über uns freie Männer bringen lassen? Soll denn in der That ein Völkerstamm nach dem andern hingemordet, das freie schöne Deutschland in eine Schlächtergrube verwandelt, das civilisirte Europa zum Golgatha der Barbarei gemacht werden??
Nein! Nein und tausend Mal Nein!
Nun wohlauf denn! Laßt uns sühnen, was wir verschuldet! Laßt uns Gericht halten, ehe es „zu spät“ wird!
In Polen war das große Trauerspiel der Contre-Revolution begonnen, in Schweidnitz, Mainz, Prag und anderen Städten Deutschlands einzelne Scenen aufgeführt und in Wien der zweite Akt dieses Tnauerspiels vollendet. Jetzt sind wir an der blutigen Reihe. Berlin und Schlesien werden der Schauplatz des dritten Aktes sein.
Darum auf, Ihr wackern Männer des Gebirges! Auf! rüstet Euch, damit Euch der Schlag nicht unvorbereitet trifft! Bedenkt, wie man bisher Euer Dasein, Eure Existenz gesichert, wie man mit dem Hungertuche für Euch gesorgt hat! Bedenkt, wie all' Euer Bitten ungehört, wie all' Euer Mühen und Sorgen vergebens gewesen, wie so viele Eurer Brüder und Schwestern dem Elend und dem Hungertode zum Raub geworden sind! Und durch wen? Durch die, für welche Ihr bisher Tag und Nacht gearbeitet, für welche Ihr gedarbt und gehungert, die Ihr mit Eurem Herzblut getränkt, mit Eurer nackten Brust geschützt habt, und zwar ‒ wie Ihr seht ‒ nur deshalb, damit sie Eure Freiheit untergraben, Euch und Eure Brüder morden können.
Auf! Männer des Gebirges! Machet die Sache Oesterreichs zu der Eurigen! Helfet die deutsche Sache, helfet die Sache der Freiheit retten! In Berlin will in diesen Tagen die Natterbrut „Kamarilla“ den Schlag gegen das Volk ausführen, über dem sie seit Monden brütet. Berlin soll wie Wien ein zweites Magdeburg werden; unter seinen Trümmern soll die Freiheit begraben werden. Und die Schlesier sollen das große Leichentuch weben.
Mitbürger! Duldet dies nicht! Eure Schmach wäre ohne Gränzen, die Nachwelt würde Euch fluchen, so wie sie Euch lohnen wird, wenn Ihr für die Freiheit und Menschlichkeit Euren schützenden Arm jetzt erhebt. Unsere Berge können uns nicht mehr schützen, wir müssen uns und die Unsrigen selbst schützen! Auf! Laßt uns darum handeln, ehe es „zu spät“ ist.
Damit wir aber nicht vereinzelt handeln und so am Ende aufgerieben werden, damit wir vielmehr vereint den nahenden Stürmen und Ungewittern gleich einer ehernen Mauer die Spitze bieten können, ist es nothwendig, daß wir uns über die Schutz- und Vertheidigungs-Maaßregeln besprechen und verständigen.
Wir fordern demnach alle Führer der demokratischen Partei, alle Präsidenten der demokratischen Vereine, der Landwehr- und Bürger-Vereine, so- [0725] wie die Deputirten der Kreis-Rustikal-Vereine im schlesischen Gebirge auf, sich künftigen Sonnabend den 11. d. Mts., früh 8 Uhr, im Gasthause zu Kynau ‒ auf der Straße zwischen Schweidnitz und Neurode ‒ versammeln zu wollen.
Schweidnitz, den 5. November 1848.
Der demokratische Verein. Im Auftrage: I. M. Petery.
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@facs0725
[ * ] Erfurt, 5. November.
Ein Zeichen von dem regen demokratischen Leben, welches in unserer Stadt herrscht und seinen Mittelpunkt im Buchhändler Berlepsch findet, möge folgendes an unseren Straßenecken klebendes Plakat geben.
Bürger von Erfurt!
Das Ministerium Pfuel hat seine Entlassung eingereicht. Der König hat sie angenommen und den General Brandenburg mit der Bildung eines neuen Ministeriums beauftragt. Die Ernennung dieses Mannes zum Minister-Präsidenten hat eine furchtbare Aufregung im Preußischen Volke hervorgerufen. Die National-Versammlung hat deshalb eine dringende Adresse an den König entworfen und überreichen lassen mit der Bitte, die Ernennung des General Brandenburg, der das Vertrauen der Nation nicht besitzt, zurückzunehmen und ein neues volksthümliches Ministerium zu ernennen. Das Schicksal Preußens, Deutschlands, ja halb Europa's liegt in der Wagschaale. Die Krone wird entscheiden, ob Revolution oder Ausbau einer demokratischen Verfassung auf friedlichem Wege. Die Zeit drängt und mit ihr die Maßnahme der Nation. Zu dem Ende berufen wir auf
Heute Sonnabend Mittag 1 Uhr
und
Morgen Sonntag Nachmittags 3 Uhr
die Bewohner der Stadt und des Landes zu einer
Volksversammlung auf den Graden
ein. ‒ Erscheint zahlreich!
Erfurt, den 4. November 1848.
Der Vorstand des Bürger-Hülfs-Vereins.
Die Ordnerschaft des demokratischen Vereins.
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@facs0725
[ !!! ] Frankfurt, 9. November.
Sitzung der National-Versammlung. (Präsident von Gagern.)
Tagesordnung:
Abstimmung über §. 12 des Verfassungsentwurfs und Berathung der folgenden Paragraphen.
Vor der Tagesordnung.
Präsident liest ein Schreiben vom Abgeordneten Moritz Hartmann aus Wien mit der Anzeige an die Nationalversammlung, daß Blum und Fröbel in ihrer Wohnung zu Wien am 4. Novbr. verhaftet worden sind. (Tiefe Stille.)
Wesendonk interpellirt den Justizminister, „welche Schritte zum Schutz der in Wien durch Windischgrätz standrechtlich verhafteten Abgeordneten (Blum u. Fröbel) gethan habe? Wesendonk verlangt das Wort hierüber. Die Versammlung beschließt einstimmig, es ihm zu geben.
Präsident zeigt mehrere Flottenbeiträge an, u. a. 125 fl. von den Deutschen aus Paris! Mehrere Berichte werden erstattet, unter andern einer von Mittermaier für den Ausschuß, welcher sich mit der allgemeinen Deutschen Wechselordnung beschäftigt. Der Ausschuß beantragt die in Leipzig festgestellte Wechselordnung ohne alle Aenderung anzunehmen. (Lautes Bravo!)
Folgen andere unbedeutende Berichte, welche über mehrere begutachtete Anträge von Mitgliedern der Linken (wie immer) Tagesordnung beschließen.
Peukert (Kriegsminister, den wir nach undenklicher Zeit einmal wiedersehn), beantwortet eine Interpellation des Abgeordneten Mohr wegen übermäßiger Einquartierung des Kreises Rheinhessen. Antwort: Die Centralgewalt in vollster Uebereinstimmung mit der hessischen Regierung hat 4000 Mann nach Rheinhessen gelegt, was für diesen großen Kreis nicht viel sei. Diese seien so locirt, daß auf eine Familie etwa 1 Mann Einquartirung käme, wofür sobald als möglich per Mann täglich 18 Kreuzer (5 Sgr. preußisch) gezahlt werden würde. (Bravo im Centrum).
Mohr von Ingelheim beruhigt sich bei dieser Antwort nicht, sondern stellt einen dringlichen Antrag, der als nicht dringlich an den Wehrausschuß geht. ‒
Justizminister v. Mohl beantwortet Wesendonk's Interpellation (S. o.) Die Kenntniß der Verhaftung hat er zwar nur erst aus den Zeitungen, ‒ hat aber alsbald an das österreichische Ministerium geschrieben, und auf das Reichsgesetz vom 10. Oktober hingewiesen, wonach alle Abgeordneten überall und unter allen Umständen unter Schutz der Nationalversammlung stehen, und nur mit Genehmigung dieser verhaftet werden können. Uebrigens glaubt das Ministerium Recht gethan zu haben, seine desfallsigen Forderungen nur an das österreichische Ministerium und nicht an Windischgrätz gestellt zu haben, weil mit Letzterem das Reichsministerium nichts zu schaffen hat. (Bravo im Centrum).
Wiesner (und 20 Andere) beantragen dringlich:
1) den Belagerungszustand von Wien aufzuheben;
2) den Wiener Reichstag in seine Rechte einzusetzen;
3) Alle Untersuchungen gegen die edlen Freiheitskämpfer (Gelächter im Centrum) niederzuschlagen.
Präsident: Ob dieser Antrag dringlich? (Gelächter). Kaum die halbe Linke erhebt sich, der Antrag geht an den österreichischen Ausschuß, bis er darin vor Alter und Unmuth schwarz und gelb geworden sein wird
Tagesordnung.
Man erschöpft sich in einer langweiligen Debatte über die Fragestellung zu §. 12 des Entwurfs.
§. 12. „Der Reichsgewalt steht die gesammte bewaffnete Macht Deutschlands zur Verfügung.“
Minoritäts-Erachten: „Den Umfang der Reichsgewalt über die gesammte bewaffnete Macht Deutschlands bestimmt der Abschnitt von der Reichswehr.“ (Wigard, Schüler, Blum).
An die Stelle dieses wie Sie sehen sehr radikalen Paragraphen will der Wehrausschuß (mit dem preußischen Oberst Stavenhagen und anderen hohen Militärs nebst Anhang) folgende Bestimmungen setzen:
a) Ueber eine allgemeine, für ganz Deutschland gleiche Wehrverfassung ergeht ein besonderes Reichsgesetz.
b) Die gesammte deutsche bewaffnete Macht zu Lande und zur See steht unter der oberen Leitung und Aufsicht nach den Bestimmungen dieses Gesetzes (§. a.)
e) Den Befehl über die einzelnen Theile der Landmacht führt die Reichsgewalt, im Frieden in der Regel nur mittelbar durch die betreffenden Landesregierungen; sie kann jedoch, wenn sie Gefahr im Verzuge sieht, und es für das Reichsinteresse erforderlich erachtet, auch im Frieden verlangen, daß ein größerer oder geringerer Theil der Truppen unter ihren unmittelbaren Befehl trete.
d) Ueber die allgemeine Vertheilung (Dislokation) der Truppen im Frieden hat die Reichsgewalt zu entscheiden, soweit dabei nach ihrem Ermessen die Sicherheit des Reiches in Frage kommt.
e) Für den Krieg und im Kriege hat die Reichsgewalt die unmittelbare und ausschließliche Verfügung über die gesammte deutsche Wehrkraft in allen ihren Theilen.
Hierzu kommen mehrere Amendements einzelner Abgeordneter.
§. 12 nach dem Antrag des Verfassungsausschusses wird mit großer Mehrheit angenommen, Wehrausschuß und Minoritätserachten und alle Amendements verworfen.
§. 13. (Herr Simson präsidirt). Man hat beschlossen, über denselben zu diskutiren, und wie! ‒ Die Rednerliste wenigstens will ich Ihnen nicht vorenthalten: für den §. des Entwurfs: Mittermaier, Soiron, Biedermann, Tellkampf, Reichard, Siegel. Gegen den Entwurf: Wedekind, Max Simon, Graf Reichenbach, Scheller, Schwarzenberg, Raumer, Mölling, Rösler, Wydenbrugk, Holland, Grävell, Frese, Graf Schwerin.
Der Reigen beginnt mit Mittermaier, dem Berichterstatter des Verfassungsausschusses.
Ich fürchtete eine lange Diskussion; aber man hatte es bald satt, und schloß die Debatte nach kaum 1/2 Stunde.
§. 13. (nach dem Verfassungs-Ausschusse). „Das Reichsherr besteht aus der gesammten zum Zweck des Kriegs bestimmten Landmacht der einzelnen deutschen Staaten. Der Reichsgewalt steht es zu die Größe und Beschaffenheit derselben zu bestimmen. Diejenigen Staaten welche als Contingent weniger als 6000 Mann stellen, geben in Beziehung auf das Heerwesen ihre Selbstständigkeit auf und werden in dieser Beziehung entweder unter sich in größere Ganze verschmolzen, welche dann unter unmittelbarer Leitung der Reichsgewalt stehen, oder insofern diese Verschmelzung nicht für angemessen befunden wird, einem angrenzenden größeren Staate angeschlossen. In beiden Fällen haben die Landesregierungen dieser kleineren Staaten keine weitere Einwirkung auf das Heerwesen, als ihnen von der Reichsgewalt oder dem größeren Staate übertragen wird.
Dazu kommen die Anträge des Wehrausschusses und viele Amendements. ‒ Das von Grävell ist diesmal von Radowitz, Vinke, v. Bally, Graf Schwerin, Merk, Reda Weber etc. unterstützt. Sie sehen, um gewisse Zwecke zu erreichen, geschehen sogar Wunder! ‒
Von vorneherein erklärt die Versammlung, daß durch den Inhalt des §. 13., falls er angenommen wird, der Mediatisirungsfrage auf keine Weise präjudizirt werden sol. ‒ Der §. 13. nach dem Verfassungs-Ausschusse (wie oben) wird angenommen; und Nichts weiter. Sieg des Verfassungs-Ausschusses über den Wehrausschuß; Sieg der Professoren über die Kriegsleute. ‒ Man geht zu §. 14. Auf die Diskussion verzichtet man. Nach dem Verfassungsentwurf heißt er: „Die Reichsgewalt hat in Betreff des Heerwesens die Gesetzgebung und die Organisation; sie überwacht deren Durchführung in den einzelnen Staaten durch fortdauernde Controle. Den einzelnen Staaten steht die Ausbildung ihres Kriegswesens auf Grund der Gesetze und Anordnungen des Reichs zu. ‒ Sie haben die Verfügung über ihre bewaffnete Macht, soweit dieselbe nicht für den Dienst des Reichs in Anspruch genommen wird.“ ‒
(Zu §. 14.) Minoritätserachten. Statt dieses Paragraphen möge folgende Bestimmung aufgenommen werden:
„Der Reichsgewalt steht die Gesetzgebung in Bezug auf die Gleichmäßigkeit der Organisation des Heeres zu. Sie überwacht deren Durchführung in den einzelnen Staaten durch fortdauernde Controle.
„Den einzelnen Staaten steht die Ausübung ihres Kriegswesens auf Grund der Gesetze und Anordnungen der Reichsgewalt zu.“
(Scheller. Detmold. Mühlfeld. v. Rotenhan.)
Zweites Minoritätsgutachten:
Die Reichsgewalt hat die Gesetzgebung, Leitung und Oberaufsicht über die gesammte bewaffnete Macht Deutschlands.
Die Reichsgewalt bestimmt die jedesmalige Größe der im Dienst zu haltenden Wehrmannschaft.
Der Reichsgewalt steht das Recht der Vertheilung der bewaffneten Macht zu, so weit dies der Reichsschutz und die innere Ordnung und Sicherheit fordert.
Eine Verlegung des Reichsheeres eines Reichskreises in einen anderen, soll in Friedenszeiten nicht statt finden.
(Wigard. Schüler. Blum.)
§. 14. nach dem Verfassungsausschuß wird angenommen, alles übrige verworfen.
§. 15. wird ohne Diskussion angenommen. Er lautet: „In den Fahneneid ist die Verpflichtung zur Treue gegen das Reichsoberhaupt und die Reichsverfassung an erster Stelle aufzunehmen.“ ‒
Minoritätserachten: (Schüler, Wigard, Blum.) „Die Reichsheere schwören Treue der Verfassung des Reiches.“ Verworfen.
§. 16. wird ohne Diskussion nach dem Wehrausschuß angenommen. Er heißt: „Alle durch Verwendung von Truppen zu Reichszwecken entstehenden Kosten, welche die Ausgabe für den durch das Reich festgesetzten Friedensstand übersteigen, fallen dem gesammten Reich zur Last.“ ‒
§. 17. ebenfalls ohne Diskussion nach dem Wehrausschuß mit 224 Stimmen gegen 178 angenommen. ‒ Er lautet: „Ueber eine allgemeine für ganz Deutschland gleiche Wehrverfassung, ergeht ein besonderes Reichsgesetz.“ ‒
§ 18 nach dem Verfassungsausschuß lautend: „Die Ernennung der Generale geschieht auf Vorschlag der Einzelregierungen durch die Reichsgewalt.“ Die Diskussion wird beschlossen. Falk, Graf Reichenbach, Wedekind, Scheller, Teichert sollen sprechen und verzichten der Reihe nach unter Gelächter aufs Wort.
Radowitz bittet Statt des Entwurfs der Verfassung, den Antrag des Wehrausschusses anzunehmen mit seinem Amendement.
§. 18 nach dem Wehrausschuß: „Die Besetzung der Befehlshaberstellen und die Ernennung der Offiziere jeden Grades, welche nach den Bestimmungen des Reichsgesetzes bei den Kontingenten der Einzelstaaten kommen kann, bleibt nach Maßgabe der hierauf bezüglichen Anordnungen jenes Gesetzes den betreffenden Landesregierungen überlassen, nur wo die Kontingente zweier oder mehrerer Staaten zu großeren Ganzen kombinirt sind, ernennt die Reichsgewalt unmittelbar die Befehlshaber dieser größeren Körper.
„Für den Krieg ernennt die Reichsgewalt die kommandirenden Generale der auf den verschiedenen Kriegstheatern operirenden Armeen und selbstständigen Korps, ebenso das Personal der Hauptquartiere dieser Armeen und Korps.“
Amendement Radowitz: „Die von den Einzelregierungen zu ernennenden Generale werden der Reichsgewalt zu gleichzeitiger Ernennung und Patentirung als Reichsgenerale vorgeschlagen.“
Schüler empfiehlt statt des Vorschlags des Verfassungsausschusses ein Minoritätserachten von Wigard, Blum, Schüler.
v. Möhring ganz wie Radowitz.
v. Stavenhagen, Berichterstatter des Wehrausschusses, empfiehlt den Antrag des Wehrausschusses.
Mittermaier, (für den Verf-Ausschuß), erklärt die Anträge des Wehrausschusses für dem Prinzip des Partikularismus zuneigend. (Widerspruch.) Ja, meine Herren, es ist einmal nicht anders. (Heiterkeit.) Der Antrag des Verfassungsausschusses (s. oben) wird angenommen trotz Radowitz und Konsorten.
Dazu ein Minoritäts-Erachten von Scheller, Detmold etc., welches den Vorschlag vom Wehrausschuß und Radowitz und Konsorten zur Hinterthür hereinbringt. (Links Aufregung.)
Das Minoritäts-Erachten lautet: „Für den Krieg ernennt die Reichsgewalt die kommandirenden Generale der auf den verschiedenen Kriegstheatern operirenden selbstständigen Korps, sowie das Personal der Hauptquartiere dieser Armeen und Korps. Angenommen.
§. 19. Antrag des Verfassungs-Ausschusses. „Der Reichsgewalt steht die Befugniß zu, Reichsfestungen anzulegen und, insoweit die Sicherheit des Reiches es erfordert, vorhandene Festungen gegen billige Ausgleichung, namentlich für das überlieferte Kriegsmaterial, zu Reichsfestungen zu erklären.
Die Reichsfestungen werden auf Reichskosten unterhalten.“
Wird ohne Diskussion angenommen.
Auch auf die Diskussion über §. 20 verzichtet man. Man eilt!
Nach Antrag des Verfassungs-Ausschusses lautet er:
„Die Seemacht ist ausschließlich Sache des Reiches.
„Der Reichsgewalt liegt die Sorge für die Ausrüstung, Ausbildung und nterhaltung der Kriegsflotte, der Kriegshäfen und Seearsenale ob.
„Die Ernennung der Flottenoffiziere geht allein vom Reich aus.“
(Zu §. 20.) Minoritäts-Erachten I. Statt des ersten Absatzes dieses Paragraphen werde gesagt: „Die Kriegsflotte ist ausschließlich Sache des Reichs.“ (Scheller, Detmold, Mühlfeld)
Nach einer Mischung von den Anträgen des Verfassungs- und Marine-Ausschusses, sowie des Nauwerk'schen Antrags lautet er:
„Die Seemacht ist ausschließlich Sache des Reichs. Es ist keinem Einzelstaate gestattet, Kriegsschiffe für sich zu halten, noch Kaperbriefe auszugeben. Die Bemannung der Flotte bildet einen Theil der gesetzlich festgestellten Wehrmacht, sie ist jedoch unabhängig von der Landmacht. Diejenigen Staaten, welche Mannschaft für die Flotte stellen, erfüllen dadurch einen Theil der ihnen obliegenden Bundeswehrpflicht. ‒ Die Ernennung der Offiziere und Beamten der Seemacht, geht allein vom Reiche aus. (Dieser Satz ist Nauwerk's Amendement, unter großer Heiterkeit angenommen.) Der Reichsgewalt liegt die Sorge für die Ausrüstung, Ausbildung und Unterhaltung der Kriegsflotte, für die Anlegung, Ausrüstung und Erhaltung von Kriegshäfen und Seearsenalen ob. ‒ Ueber die zur Errichtung von Kriegshäfen und Marine-Etablissements nöthigen Enteignungen, sowie über die Befugnisse der dabei anzustellenden Reichsbehörden, bestimmen die zu erlassenden Reichsgesetze.“
[unleserlicher Text] Hierauf vertagt man die Sitzung um 2 Uhr bis morgen. ‒ Also acht Paragraphen in einer Sitzung durch- und angenommen. Was soll man dazu sagen?
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@facs0725
Mannheim, 7. Nov.
Sicherlich ist Ihnen schon etwas über eine Verschwörung unter den nassauer Soldaten zugekommen. Mir wurde von verschiedenen Seiten und sogar aus gut unterrichteten Quellen versichert, daß sie wirklich bestanden habe und deren Ziel Ermordung des Obersten und noch einiger Offiziere gewesen sein soll. Die Untersuchung ist, diesen Nachrichten zufolge, in vollem Gange; fast täglich wird ein Transport Gefangener geschlossen hierhergeführt und in dem ehemaligen Zuchthause in Verwahr gebracht. Ich hoffe, Ihnen später vielleicht Verbürgteres mittheilen zu können, wenn von dem Verlaufe der Untersuchung, welche in Heidelberg geführt wird, mir etwas zukommt.
[(D. Z.)]
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@facs0725
Schleswig, 7. Nov.
Nachdem die Mitglieder des Bureaus, wie wir aus zuverlässiger Quelle vernehmen, von der Regierung genügende Aufklärung über die gegenwärtige Lage der Dinge erhalten haben, sind dieselben der einstimmigen Ansicht gewesen, daß durch die Proteste der Kommissare der gesicherte Rechtsbestand, namentlich auch des Staatsgrundgesetzes, für den Augenblick nicht gefährdet und das öffentliche Recht des Landes nicht bedroht sei. Es ist daher beschlossen worden, für jetzt die Versammlung nicht zu berufen.
[(S. H. Z.)]
Polen.
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@facs0725
Krakau, 6. Nov.
Wir erfahren aus Lemberg, daß die akademische Legion mit einem Theile der Nationalgarde in einer Anzahl von 5000 Mann mit Waffen und 9 Kanonen nach der ungarischen Grenze sich begeben hat. Ebenso erhalten wir die Nachricht aus der Umgegend von Wien, daß der General Bem gar nicht gefangen genommen, sondern daß derselbe, als er sah, daß man seine Befehle größtentheils nicht vollführen wollte und daß also in einer so allgemeinen Verwirrung und Spannung, wie sie sich kund gab nicht zu helfen sei, leicht verwundet mit einigen Genossen nach Ungarn sich begeben habe. Durch 9 Tage und 9 Nächte sind in Wien 23,500 Kanonenschüsse und Bomben gefallen. ‒ Viele wollen behaupten, daß die akademische Jugend mit Waffen nach Ungarn geflüchtet sei.
Soeben erhalten wir aus Galizien die sichere Nachricht, daß Rußland mit dem kaukasischen Könige Schamyl einen Friedenstraktat geschlossen habe. ‒ Einige folgern daraus, daß Rußland somit in den Angelegenheiten Europas nicht unthätig verbleiben werde.
[(A. O. Z.)]
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@facs0725
Nowy-Tark, (in Galizien), 24. Okt.
Nach den von allen Seiten erhaltenen Nachrichten bewerkstelligt die Bureaukratie eine empörende Verschwörung, um den sogenannten Adel, die Geistlichkeit und alle diejenigen, die der guten Sache huldigen, wie im Jahre 1846 zu morden. ‒ Seit kurzer Zeit flüchtete von unserem Grenzstriche der Finanzaufseher Karl Hofmann nach seinem Geburtsorte in Ungarn, wo er vor der dortigen Behörde im Beisein der Zeugen alle Anschläge eröffnete, welche unsere Beamten gegen uns schmieden. Dies sind seine Worte: „Wir haben den Befehl von unseren Vorgesetzten die galizischen Bauern dazu aufzuwiegeln, daß sie die Adeligen, die Geistlichen und die Juden morden, und wir sollen uns bemühen die ungarischen Bauern auf gleiche Weise zu einer allgemeinen Metzelei zu bewegen. Da ich aber nicht so schlecht bin, so habe ich meinen Aufenthaltsort verlassen und bin zu Euch geflohen, um Euch darüber in Kenntniß zu setzen, damit wir wissen, was die Beamten beabsichtigen.“ ‒ Nach Verhör und Niederschreiben dieser ganzen Aussage wurde Karl Hofmann unter das National-Militär aufgenommen und vorläufig zum Feldwebel ernannt, bis das ungarische Ministerium für diese gezeigte Zuneigung ihn reichlicher belohnt.
[(A. D. Z.)]
Ungarn.
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@facs0725
Szegedin, 19. Oktbr.
Rozsa Sandor, der berüchtigte Räuberhauptmann, wurde, wie wir erwarteten und hofften, pardonnirt. Als dies vorgestern dem Volke bekannt gemacht wurde, weilte Rozsa schon in unsern Mauern. Auf jedem Schritte folgen ihm Tausende von Menschen; Jeder will den gewesenen Räuberhelden sehen. Sein Aeußeres ist durchaus nicht bewundernswerth, aber seine Geschicklichkeit und sein Verstand rettete ihn oft aus den Händen der Gerechtigkeit. Gebe Gott, daß er der Abdel-Kader Ungarns werde, denn er ist wahrlich ein Sohn der Wüste. Er wird mit 150 Mann in das Lager ziehen.
[(Pr. Z.)]
Schweiz.
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@facs0725
Aarau, 6. Novbr.
Das badische Ministerium verlangt die Auslieferung von Akten, welche Struve in einer grünen Mappe zu Rheinfelden zurückgelassen haben soll. Der kl. Rath erwiedert, da politische Verbrecher nicht ausgeliefert werden, so sei man auch nicht zur Auslieferung von Schriften derselben verbunden. Nur wenn Struve eines gemeinen Verbrechens beschuldigt und der Beweis dessen vorhanden sei, müsse eine Auslieferung von Schriften erfolgen, in welchem Falle man nicht anstehen werde, dem konkorbatsgemäßen Ansuchen zu entsprechen.
[(S. N. Z.)]
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@facs0725
Bern, 6. Novbr.
Zum Präsidenten des Staatsrathes ward heute mit 33 von 38 Stimmen Furrer, zum Vicepräsidenten Hr. Briatte mit 20 Stimmen gewählt.
[(S. N. Z.)]
Französische Republik.
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@facs0725
[ 19 ] Paris, 8. Nov.
Der „zahnlose Löwe“ ist in der That am Abend seiner Tage. Die Präsidentschaft der biedern Assemblée war der Mist, auf dem er sich zur Ruhe legte, und die boshafte Rache seiner royalistischen Ex-Gegner, welche ihm das Gnadenbrod von 10,000 Fr. per Monat versagten, kann füglich als der letzte Tritt des Grauchen auf den sterbenden König der honetten Bestien angesehen werden.
„Scheint die Sonne noch so schön,
Einmal muß sie untergehen.“
Und für Ehren-Marrast ist sie bereits so weit untergegangen, daß sie noch einmal die ferne Montagne seiner Blüthezeit am „National“ beleuchtet, um den Marquis der Republik in seinem jetzigen Sumpf desto tiefer in Schatten zu stellen.
Hr. Jules Gouache, ehemaliger Gerant der Reforme, hat es unternommen, die Vergangenheit und Gegenwart des großen Namens in anschaulicherweise nebeneinander zu stellen; Hr. Staatsprokurator Hecker in Köln, der unerreichbare Kunstkenner historischer Aktenstücke, würde sagen, Gouache hat Hrn. Marrast „konstituirt“. In der That, die kleine Broschüre Gouache's: „Les violons de M. Marrast“ beschränkt sich darauf, alle Melodien wieder anzuschlagen, die Hr. Marrast unter Louis Philippe und jetzt unter der honetten Republik abgeleiert hat, und wenn die Konstituirung dieser „Violinen des Hrn. Marrast“ ebensosehr, wie alle Dilettantenstudien Ihrer Kölnischen Violinen-Geiger, einem muthwilligen Charivari gleicht, so ist das nicht die Schuld des Hrn. Gouache.
Hören wir z. B. was Hr. Armand Marrast, der Freund Cavaignac's und Vertheidiger aller Verfolgungen der demokratischen Presse seit den Junitagen, noch kurz vor der Revolution über die Freiheit der Presse sagte. „Die revolutionäre Presse,“ schrieb er in dem Werk: „Paris révolutionaire“, „ist kein Hebel der Anarchie, sondern ein Mittel der Organisation, und darum gerade wurde sie geächtet und verfolgt, so lange das Monopol und die Privilegien herrschten, diese Blüthen einer gesetzlichen Ordnung, die sich nur auf Bajonette stützen kann.“ Was hält Hr. Marrast demnach von der neuen „Ordnung der Dinge“, dieser eben votirten honetten Konstitution, die unter der Herrschaft des Belagerungszustandes berathen wurde und die Verfolgung der ganzen demokratischen Presse nöthig hatte? „Die freie Urberzeugung der Brutalität unterordnen,“ sagte Hr. Marrast weiter, „das heißt dem Egoismus und den schlechten Leidenschaften die Staatskarriere öffnen; das heißt das gesellschaftliche Leben in den Magen, in den Appetit, in die profitwüthige Habsucht koncentriren; das heißt nach beiden Seiten hin demoralisiren, zum Vieh verdummen.“ Und Hr. Marrast klatschte der Unterdrückung der Braie Republique, des Lampion, des Proudhonschen Representant du Peuple Beifall! Hr. Marrast hatte Recht hinzuzufügen: „Das ist die Regierungswirthschaft seit 30 Jahren,“ ‒ das Jahr 1848 mit eingeschlossen.
Hr. Marrast ist der parlamentarische Löwe der honetten Bourgeois-Republik; die Herrschaft der Krämer und Beutelschneider, wie sie die unter Hrn. Marrast und dem Belagerungszustande berathene Constitution garantirt, ist für ihn die wahre gesetzliche „Ordnung der Dinge“. Hören wir, was Hr. Marrast in dem Buche: «Vingt jours de secret» über die Bourgeoisie sagt. „Die Bourgeoisie ist weder der Kopf, der denkt, noch das Herz, das schlägt, noch die Nerven, die arbeiten; sie ist die träge, nutzlose Fettmasse an dem sozialen Körper, welche sich gleichwohl aus den besten Säften nährt. Die Devise der Bourgeoisie ist nicht die Ordnung, sie begreift dies Wort nicht; es ist die Ruhe ‒ die Ruhe mit einer bestimmten Eskorte von Vergnügungen, Schauspielen, Zerstreuungen und andern Früchten einer Civilisation, die sie der Auswucherung und Aussaugung der Arbeit verdankt ‥‥ ‒ Die Bourgeoisie exploitirt den Fortschritt der Völker, sie [0726] schafft ihn nie; sie ist nie revolutionär, aber sie provocirt die Revolution; ihre Taktik ist, den Sieger zu plündern, wenn er ihr nicht mit Gewalt entgegentritt… Nicht das Volk, sondern die Bourgeoisie ist verantwortlich zu machen für die Fehler unserer ersten Revolution. Die Bourgeoisie war es, die der Reaktion vom Jahr III sekundirte, wie sie dem Wohlfahrtsausschusse sekundirt hatte; die Bourgeoisie war es, die dem Ehrgeiz des ersten Konsul huldigte, das Kaiserthum einräucherte und den Kaiser verrieth; sie war es, welche die mit Gewaltthätigkeiten und Schandthaten besudelten Generale der Restauration einführte; sie war es, die alle jene Beamten lieferte, die aus der Gerechtigkeit eine Metze der Polizei machten; sie war es, die aus Furcht vor den Folgen ihres eigenen Egoismus und aus Rache über ihre Zurücksetzung in Aemtern und Würden (1830) das Volk zu Hülfe rief; sie war es, welche den Sieg des Proletariats stahl, um sich der von ihr selbst verurtheilten Privilegien zu bemächtigen; sie war es, welche eine unerhörte Civilliste dem Volke auf die Schultern wälzen ließ und den Staat an den Abgrund des Verderbens treibt… Die Bourgeoisie ist feig; die Gewalt und die Brutalität bezeichnen ihre Spuren. Die Toaste der demokratischen Banketts sind ein sanftes Säuseln neben diesem groben Donnerwetter, und vieleicht war dies der Grund, weshalb der geliebte Benjamin der Bourgeoisie an jenem Tage nicht präsidiren wollte, wo Hr. Denjoy, der kühne Neffe des Hrn. Salvandy, das Gouvernement wegen der Banketts von Toulouse und Bourges interpellirte.
Und die Juni-Insurrektion? Man weiß, wie Felix Pyat vor 4 Tagen in seiner vortrefflichen Rede über das droit au travail von dem Präsidenten Marrast dreimal zur Ordnung gerufen wurde, weil er ‒ unerhörter Frevel! ‒ „die Juni-Insurgenten in Schutz zu nehmen wagte.“ Hören wir, wie der ehemalige Redakteur des National bei Gelegenheit der ersten Juni-Insurrektion unter Louis Philipp (Kloster St. Mery) die Insurrektion legitimisirte und verherrlichte. „Wißt ihr,“ sagte Hr. Marrast in dem Prozest der zweiundzwanzig Angeklagten, „wißt ihr, wer diese Leute sind, die hier vor Gericht stehen, und die, welche bereits fehlen? Es sind dieselben, deren Herzen und Arme ihr in der Juli- (Februar-) Revolution annahmet, dieselben, welche sich damals wie heute, voll Unerschrockenheit, groß im Heldenmuth, größer noch durch Aufopferung zeigten. Wenn der Sieg sie gekrönt hätte, ihr würdet ihre Namen in die ehernen Tafeln des Pantheons graben. Aber das Gesetz! Ja wohl, das Gesetz ist immer für den Sieger, denn er macht es. Lassen wir das Gesetz. Um was handelt es sich in diesem Prozeß? Um eine Insurrektion. Um was handelte es sich im Juli (Februar) ? Um eine Insurrektion. Welches waren damals die handelnden Personen? Diejenigen, welche die honette Gesellschaft verstößt, verläugnet, unterdrückt. Welches sind sie heute? Lest ihre Geschichte: es ist die nämliche Veranlassung, das nämliche Interesse, das nämliche Prinzip. Die Juni-Insurrektion wurde provocirt durch ein System, welches Polen, Italien, Belgien verrathen, und dieselbe Revolution, der das Gouvernement sein Dasein verdankt, beschimpft und verleugnet hat!“
Nichts fehlt an diesem Bild als die Jahreszahl 1848. Und als die biedern Geschworenen, die in allen Ländern gleich verächtliche Bourgeois-Jury, über die gefangenen Demokraten ihr Schuldig gesprochen, schrieb Herr Marrast weiter: „Edles Gesetz, das immer bereit ist, wenn es das Volk zu ermorden gilt, immer lügenhaft, wenn es von seiner Beschützung spricht! Verspricht das Gesetz nicht, die Angeklagten durch ihres Gleichen richten zu lassen? Und wer sind hier ihres Gleichen? Es sind diejenigen, welche arbeiten, um sich jeden Tag um die Früchte ihres Fleißes betrogen zu sehen. Es sind die in allen Ateliers, überall im Lande und in den Städten zerstreuten Proletarier, die wahren Triebfedern alles dessen, was man die Civilisation nennt, die Männer des Volks, welche ihr überall findet, wo es Leiden zu erdulden giebt, überall geächtet, wo die Frucht der Arbeit gesammelt wird‥‥. Das Gesetz bestraft die Anstifter und Anfacher des Bürgerkriegs: aber bedenkt, daß es noch eine Art von Bürgerkrieg giebt, einen stillen, geräuschlosen, mörderischen Bürgerkrieg, der Tag für Tag seine Opfer verschlingt; einen Verwüstungskrieg, der den Hunger und die Pest zur Seite hat, und dessen Schlachtfeld ihr nie übersehen werdet; einen Bürgerkrieg, der begonnen hat mit der Usurpation, und sich fortpflanzt durch die Schacherwuth und den Egoismus; einen Kannibalenkrieg, den ein Theil der Gesellschaft unaufhörlich, unerbittlich gegen den andern führt!“ Und Herr Marrast rief den jungen Montagnard Pyat zur Ordnung, weil er von „Klassenunterschieden spreche, und die Klassen gegen einanderhetze!“ Es hat sich seit jener Verurtheilung der Demokraten vom Kloster St. Mery nichts geändert; die Besiegten des Juni sind gemordet, geächtet, auf die Galeeren geschmiedet, transportirt, und Hr. Marrast, für den die Februarrevolution gemacht wurde. Hr. Marrast tanzt mit Frau von Lamoriciere.
Wenn man weiß, wie Hr. Marrast schon vor der Februarrevolution allmählig zu Odillon-Barrot desertirte, dann der dynastischdoktrinären Alliance Maleville und Hauranne schmeichelte und endlich dem „unnachahmlichen Redner“ Thiers sein Kompliment machte, wenn man weiß, wie der „National“ vor dem 22. Februar die Bankettbewegung mehr als zweideutig behandelte, so wird man nicht erstaunen, daß der „zahnlose Löwe,“ der Angeklagte von 1834, die Stimmen des Hrn. Thiers und Falloux, Odillon-Barrot und Duvergnier de Hauranne zur Präsidentschaft der Assemblee erhielt.
Aber der „Marquis der Republik“ fühlt sich trotz dieser Glorie nicht glücklich. Hr. Marrast hat eine Ahnung von dem baldigen Ende seines Glanzes: der 10. Dezember, der Tag der Erwählung des Präsidenten, könnte auch für ihn verhängnißvoll sein. Und die Versammlung selbst, fast scheint es, als ob auch sie die nahende Katastrophe des alten Löwen fühle, denn sie hat seine Aufopferung zu belohnen verschmäht, und man betrachtet ihn bereits wie ein Möbel, dem man einen andern, unscheinbaren Platz anweisen muß. In der That, die Präsidentschaft ist eine Last, und Herr Marrast gleicht in ihr einem Gymnasiasten, der zum Erstenmal eine steife Halsbinde angelegt hat, und Jedem, der ihn von der Seite anredet, seine ganze Figur zuwendet.
Großbritannien.
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[ * ] London, 9. Nov.
Die Parlamentswahl der West-Riding von Yorkshire veranlaßt die Times zu einigen Bemerkungen über diesen reichsten und bedeudendtsten Wahlbezirk von ganz England. Sie erinnert daran, wie die fleißigen Bewohner von Leeds, Wakefield, Sheffield, Bradford und ähnlichen Sitzen der Industrie, stets die hervorragendsten Männer auf den Schild gehoben und wie es diesen ein besonderer Triumph gewesen sei, wenn sie schließlich im Wahlkampf gesiegt hätten.
So habe die West-Riding mit Hintansetzung aller aristokratischen Namen einen Henry Brougham und einen Cobden in's Parlament gesandt und wohl stehe es ihr zu, sich auch heute als Ersatz für den scheidenden Lord Morpeth, nach den bedeutendsten Männern des Landes umzusehen. Wenn die Bevölkerung der West-Riding daher in diesem Augenblick den zwar talentvollen, aber noch sehr jungen und unerfahrenen Charles Fitzwilliam in den Vordergrund stellt, so sieht die Times hierin nicht die richtige Wahl für einen Distrikt, der mit seinen 20,000 Kaufleuten, Fabrikanten und Pächtern, mehr als jeder Andere, wirkliche Kenntnisse und Erfahrungen über einen alten Namen entscheiden lassen müßte.
Diese Bemerkungen der Times erinnern uns lebhaft an die Wahlkämpfe, die in frühern Jahren unter unseren eigenen Augen in der WestRiding vorgingen. Sie boten das interessanteste und belehrendste Schauspiel dar, was man in England haben konnte. Wie die WestRiding seiner Zeit der eigentliche Herd der Reform und katholischen Emancipations-Agitation war, so wurden in ihr auch die Hauptschlachten des Freihandel-Feldzuges geschlagen.
Bei der Wahl Lord Morpeths, sehen wir einst auf dem Markte von Wakefield, einen der gewaltigsten dieser Kämpfe. Die ganze West-Riding hatte ihre Politiker gesandt; alle Straßen, die zu dem Marktplatz führten, waren gedrängt voll von Menschen und ob es auch vom Himmel in Strömen herabregnete, so verließ doch von 10 Uhr Morgens bis 5 Uhr Nachmittags Niemand seinen Platz. Die riesigen Fabrikanten von Bradford und Halifax, die gewandteren Kaufleute von Leeds und die stämmigen Farmer aller zwischen Hull, York und Normantan liegenden Gehöfte waren in dichten Massen zugegen, um für uns wider die Wahl eines Kandidaten zu streiten, dessen Ernennung man von seinem Auftreten für den Freihandel abhängig machte.
Mit aller Energie hatten die Protektionisten ihr Feld vertheidigt, aber die Schüler Cobden's und Bright's gewannen mit jedem Augenblicke mehr an Terrain.
Da kam den Protektionisten plötzlich die beste Freundin, die Kirche zu Hülfe. Der Vikar von Wakefield ließ nämlich mit einem Male alle Glocken der nahen Hochkirche läuten und mit dem fürchterlichsten Lärm übertönten sie die Stimmen der unglücklichen Redner. Aber die Lungen der Freetrader waren ausdauernder als die Glocken der Kirche. Während drei vollen Stunden wetteiferten sie mit dem Geläut des Thurmes; da verstummten endlich die Glocken, die Freetrader hatten gesiegt und Lord Morpeth wurde gewählt.
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@facs0726
[ * ] Dublin, 9. November.
Darcy Magee, einer der Chefs der letzten irischen Insurrektion, der glücklich nach New-York entkam, hat kürzlich einen Brief in amerikanischen Blättern veröffentlicht der die genausten Details über das gescheiterte Unternehmen enthüllt. Wir geben denselben wörtlich:
„Drei Data muß man in Betreff der letzten irischen Bewegung festhalten: den Monat Februar, wo die Revolutionen des Kontinents ihren Anfang nehmen ‒ den 24 July, wo die Habeas-Corpus-Acte suspendirt wurde ‒ und die Zeit der Erndte, die in Irland erst im September beginnt.
Im vergangenen Februar gab es zwei Parteien in Irland, die eine Aenderung des Gouvernements verlangten, die Moralforce Repealer und Jung-Irland.“ Diese Parteien entstanden im July 1846, als die Jung-Irländer gestützt darauf, daß es gesetzlich sei Blut zu vergießen um politische Rechte zu erringen, sich von der Repeal Association trennten.
Vor dieser Zeit war Daniel O'Connell ein eben so unumschränkter Herrscher in Irland, als es Nicolaus Romanoff in Rußland ist. Die Alten verehrten ihn seiner Vorsichtigkeit wegen; die Jungen weil England ihn fürchtete und haßte. Viele Protestanten unterstützten ihn aufrichtig, weil er liberal war; die Kotholiken vergötterten ihn als den Mann, der ihre Altäre wieder aufbaute und den Arm und die Zunge der Geistlichkeit löste. Zwei tausend katholische Geistliche, in jedem Dorfe, in jedem Kreuzweg, waren seine Kapitäne und Magistratspersonen. Sein Wort war einzig und allein Gesetz im Lande und Kinder wurden nach seinem Namen getauft wie nach dem Namen eines Heiligen.
Dieser mächtige und beliebte Mann lehrte während seiner letzten Lebensjahre, daß die Freiheit auch nicht einen Blutstropfen werth sei und die große Majorität der Geistlichen und des Volkes nahm diese Lehre an. Aber eine neue Generation war in Irland entstanden, die ihr eigenes Gouvernement wünschte und dasselbe nöhigenfalls mit den Waffen in der Hund zu erobern beschloß.
Als O'Connell daher im July 1846 der Repeal Association seine „Friedens-Resolutionen“ einreichte, trennte sich Jung-Irland von seinen bisherigen Alliirten und gründete im Januar 1847 „die irische Konföderation,“ aus der, veranlaßt durch die Bewegung des Kontinents, die jüngste Insurrektion entsprang. Im Jahre 1847 machte Jung-Irland in allen Städten Propaganda und zwar mit Erfolg, da das Beispiel Pius IX. und die Revolutionen des vergangenen Frühjahrs zu Thaten anspornten. Ueberall während der letzten 6 Monate verbanden sich die Bewohner der Städte zu einem gewaltsamen Sturz der britischen Herrschaft.
Diese Organisation der Städte bestand aus 500 Klubs, mit ungefähr 30,000 waffenfähigen Menschen. Von diesen war beinahe die Hälfte im July mehr oder weniger im Besitz von Waffen; die andre Hälfte verschaffte sich dieselben so rasch als möglich. In Gegenden, wo das Geld rar war und wo die Waffen viel kosteten, habe ich halbbeschäftigte Arbeiter gesehen, die es sich am Munde absparten, um ein Gewehr zu kaufen. Jeder Klub war in Sektionen von 10 Mann getheilt, mit einem Anführer an der Spitze jeder Sektion, der seine zehn Mann persönlich kannte. Viele dieser Klubs wurden entwaffnet; eine große Menge Gewehre rettete man aber und Klubs und Sektionen bestehen noch bis auf den heutigen Tag, so daß also bei der ersten Gelegenheit, ein neuer Aufstand rasch zu organisiren ist.
Die Agitation der Konföderirten drang indeß nicht bis in die Landbevölkerung hinein. Manche Gründe lassen sich hierfür anführen. Vor allen Dingen hatte die Hungersnoth von 1846 u. 47 die Leute entsetzlich erschlafft. Die glühende Beredsamkeit eines Mitchell, Duffy und Meagher rührte die Landbewohner wohl, aber sie riß dieselben nicht zu Thaten hin.
Das Gouvernement sah, daß wir die Städte organisirten und in unsere Gewalt bekamen, daß wir aber noch nicht das Herz des Landes getroffen. Es wußte, daß das Klub-System höchst wirksam ist, wo die Bevölkerung dicht aufeinander wohnt, daß es aber unpassend für die Landdistrickte ist. Das Gouvernement sorgte daher für sich in zweierlei Weise, indem es seine Streitkräfte in Städten koncentrirte, und alle Mittel aufbot, um die Vereinigung der katholischen Geistlichkeit mit den revolutionären Leitern zu verhindern.
In diesem letztern Punkte fand das Gouvernement eine Hauptstütze in der Weise, wie John O'Connell sich der Bildung einer „Irischen League“ widersetzte. Diese League wurde von den besten Geistlichen und Bürgern gegründet, und sollte sowohl die Repeal-Association, wie die Conföderirten, in sich aufnehmen. Ihr wirkliches Resultat würde gewesen setn, daß Jung-Irland und die Geistlichkeit, die beiden Elemente der irischen Politik, sich miteinander vereinigt hätten. O'Connell griff aber diese League auf jede Weise und in der unwürdigsten Manier an, und brandmarkte sie als unkatholisch, so daß die katholische Geistlichkeit, mit Ausnahme des muthigen und beredten Bischof von Derry, die kaum gebildete League aufgab und sie dem Gouvernement gegenüber durchaus im Stich ließ.
Die irische Geistlichkeit hatte ihre guten Gründe für dieses Verfahren. Die blutigen Junitage in Paris, die in Rom herrschende Anarchie, das mehr oder weniger Nichtvorbereitetsein des Volkes, die Metzelei, die man erwartete, und das theilweise Mißrathen der Erndte, alles das konnte sie für ihre Maßregeln anführen. Jedenfalls vereitelte sie aber dadurch die Revolution, daß sie fortwährend ihr Mißlingen predigte. In Carrick, Castlereagh, Tipperary und Clare predigte sie gegen ein Ergreifen der Waffen und zwar mit Erfolg.
Die Koncentration der Truppen in den Städten und Flecken zwang nun die Conföderirten zu einem Guerillakrieg. Die Situation einer irischen Stadt, im vorigen August, mag aus folgendem Beispiele hervorgehen. In Dublin ist, wie in den meisten irischen Städten, eine Alt- und eine Neu-Stadt. Die Leute des Gouvernements wohnen in der Neu-Stadt, und beherrschen ihre offenen und regulären Straßen von öffentlichen, sehr festen Gebäuden aus. In der Alt-Stadt leben dagegen die Rebellen, welche man leicht mit Kartätschen und Bomben vernichten kann, ohne auch nur den übrigen Quartiers zu schaden. In Dublin war die Garnison im Durchschnitt 10,000, am 22. Juli aber 15,000 Mann stark. Um diese zu schlagen, hätte man sie, wie einst die Spanier die Napoleonischen Soldaten, entweder auf solche Punkte locken müssen, wo nur Infanterie agiren konnte und wo die rohe Masse des Volkes mehr auf demselben Fuße mit den Truppen stand, oder man hätte hintereinander, wie die Athener Athen und die Russen Moskau, die Städte in Brand stecken müssen.
Sicher würde dies auch geschehen sein, wenn aus dem Innern des Landes, wohin die Leiter der Partei sich der Aufhebung der Habeas-Corpus-Akte wegen verfügt hatten, die Nachricht eingetroffen wäre, daß der Kampf begonnen habe. Aber die Landdistrikte wollten sich nicht ohne die Geistlichkeit erheben, und die Geistlichkeit war entweder geradezu feindlich gesinnt, oder doch wenigstens dem ganzen Unternehmen zuwider.“
So weit Magee. Unsre Leser wissen bereits das Resultat der ganzen Bewegung. Smith O'Brien, der hervorragendste unter den Jung-Irländern, suchte trotz der Abneigung der Land-Bevölkerung die Provinz Tipperary zum Aufstande hinzureißen. Seine und seiner Kollegen Anstrengungen gelangen aber nur theilweise und scheiterten deßwegen. Nicht allein Smith O'Brien, sondern auch fast alle andern Führer der Insurgenten, Duffy, O'Donohoe, Martin, Meagher u. s. w. wurden theils bei dem Zusammenstoß der Truppen und der Insurgenten, theils auf der Flucht gefangen und bei den noch fortdauernden Prozessen in Clonmel zum Tode verurtheilt.
Der Brief Magee's, in dem er die hochverrätherischen Plane seiner Genossen zugesteht, dürfte bei den noch schwebenden Prozessen für die Angeklagten eben nicht von Nutzen sein und so sehr wir uns auch freuen, die obigen Details aus der Feder eines bei der Insurrektion sehr betheiligten zu besitzen, so müssen wir doch gestehen, daß wir den Brief Magee's lieber nicht veröffentlicht gesehen hätten.
Italien.
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@facs0726
[ * ] Turin, 4. November.
Die italienische Konföderation hat heute Behufs der Bildung einer konstituirenden Versammlung der italienischen Staaten, einen Wahlgesetzentwurf veröffentlicht. Außerdem publizirt sie einen Akt, in welchem die Prinzipien der Verträge und der Reglements der Union niedergelegt sind. Aus Mailand hört man unterm 2. d., daß der Aufstand des Intelri-Thales kein so günstiges Resultat gehabt hat, wie man Anfangs dachte.
Die Insurgenten, die sich Como näherten, sollen geschlagen und zur Flucht gezwungen worden sein. Die Nachrichten aus Venedig vom 27. Okt. lauten dagegen bei weitem besser. Die italienischen Waffen errangen bei einem Ausfalle den vollständigsten Sieg. Die Kroaten wichen dem Enthusiasmus der Italiener; man machte 500 Mann zu Gefangenen; etwa 200 blieben auf dem Platze.

Verhandlungen des Gemeinderaths zu Cöln.
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@facs0726
Sitzung vom 6. November 1848, Abends 6 Uhr.
Der Vorsitzende theilte eine Eingabe des Beigeordneten Sonoré mit, worin dieser, unter Verzichtleistung auf die ihm zustehende büdgetmäßige Jahres-Gratification von 787 Thlr. 15 Sgr. darauf anträgt, ihm die auf die Arbeiter-Angelegenheiten bezüglichen Geschäfte abzunehmen und damit einen besondern Mann zu beauftragen, andern Falls er sich zur Niederlegung seiner Stelle veranlaßt sehe. Der Gemeinderath beschloß, daß die Verwaltung in Bezug auf diese Eingabe einen bestimmten und motivirten Antrag stellen möge, welcher in nächster Sitzung, nachdem er von der durch drei Mitglieder verstärkten Commission für die öffentlichen Arbeiten geprüft worden, zur Berathung zu bringen sei.
Die unterm. 18 September d. J. ernannte gemeinderäthliche Commission erstattete Bericht über die hiesigen Theater-Verhältnisse, worauf die von derselben gestellten Anträge vom Gemeinderathe angenommen wurden, als:
1) Die Armenabgabe für rein theatralische Vorstellungen, Behufs Controle für das Theater-Comite auf 1% herabzusetzen. Bälle, Conzerte und sonstige nicht theatralische Vorstellungen und Productionen sind hiervon ausgenommen und verfallen der gesetzlichen Abgabe. Die Controle ist dem Theater-Comite gegenüber beizubehalten, indem dasselbe nach der Einnahme Quote seine Anforderungen zu stellen hat. Diese Begünstigung soll vorläufig für ein Jahr eingeräumt werden und nach Ablauf desselben dem Gemeinderathe freistehen, dieselbe nach Umständen fortbestehen zu lassen oder aufzuheben.
2) Zur Deckung der Armenabgabe giebt der Theater-Direktor drei Vorstellungen, deren Unkosten er ganz zu tragen hat, so daß die volle Brutto Einnahme der Armenverwaltung eingehändigt werden kann. Diese drei Vorstellungen, so wie der Tag derselben werden vom Theater-Comite bestimmt.
3) Diese Begünstigung soll in Kraft treten, wenn von Seiten der Actionäre des Schauspielhauses die Miethe desselben auf mindestens zwei drittel des seitherigen Betrages reduzirt wird.
Nachdem der Oberbürgermeister die Sitzung verlassen, theilte der den Vortzni übernommene erste Beigeordnete dem Gemeinderathe ein Reskript der Königlichen Regierung mit, wonach der Herr Appellationsgerichtsrath Gräff hierselst zum Kommissarischen Oberbürgermeister von Köln ernannt worden ist.
Erklärung.
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@facs0726
Es haben sich auf dem zweiten Demokraten-Congresse in Folge der Verhandlungen unzweifelhaft zwei Parteien gebildet, welche trotzdem sie beide die Lösung der socialen Frage erst in der demokratischen Republik für möglich halten, sich doch in Bezug hierauf wesentlich von einander unterscheiden.
Die eine Partei, die idealen Demokraten, hielten nicht nur die Lösung, sondern sogar jeden Angriff der socialen Frage für unstatthaft und erfolglos vor der hergestellten demokratischen Republik.
Die zweite Partei, die praktischen Demokraten, hielten einen Angriff dieser Frage vor der Herstellung Republik nicht nur für nützlich und Erfolg versprechend, sondern auch bei der steigenden Noth und Verarmung des kleinern Bürger- und Arbeiterstandes für geboten. Als wesentliche Mittel dazu erkannten sie die sofortige Einführung einer demokratischen Gemeinde-Ordnung eines minder drückenden Steuerwesens und einer naturgemäßen Verbesserung der Ackerbau-Arbeiter und Industrie-Verhältnisse.
Die Unterzeichneten sehen sich durch ihr Mandat sowohl, wie durch den Vorrang, welchen sie der socialen Frage vor einer bloßen Verfassungsform gewähren, zu erklären veranlast.
Daß sie, dieser zweiten Partie anhörend, den politischen Weg, soweit es in ihren Kräften steht, unerschrocken einschlagen und verfolgen werden.
Berlin den 1. November 1848.
A. Kaulfuß für den demokratischen Bürgerverein zu Merseburg.
J. V. Maßalvup für den Volksverein zu Roßleben.
Dr. E. Grosse für den demokratischen Verein in Mücheln.
Dortu für den politischen Verein in Potsdam.
Däumer für den demoktischen Verein in Weißenfels.
Stockmann für den demok. Zweigverein in Bibra und Memmleben.
Dedeking für den demok. Verein in Lauchstädt.
H. Berlepsch dito in Erfurt.
H. Berlepsch für den Bürgerverein daselbst.
Th. Peitmann für den demok. Verein in Münster.
Saß für den demok. Urwähler-Verein in Berlin.
Rohlfs dito dito
Annecke II. für den demok. Verein in Guben.
Schweitzer für den demok. Verein der Königstadt in Berlin.
Rockmann für den Volksklub in Düsseldorf und für den demok. Verein in Mühlhausen an der Ruhr.
(Nachträge folgen.)
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Der Gerant: Korff.
Druck von J. W. Dietz, unter Hutmacher Nr. 17.