[0751]
Beilage zu Nr. 144 der Neuen Rheinischen Zeitung.
Organ der Demokratie.
Donnerstag 16. November 1848.
Neueste Nachrichten.
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[ 103 ] Berlin, 14. November.
Heute Vormittag verbreitete sich das Gerücht, daß die Nationalversammlung ihre ferneren Sitzungen im Saale der Stadtverordnetenversammlung abhalten werde, da der Zugang zu dem Schützenhause vom Militär abgesperrt sei. In Folge dessen rückten um 10 Uhr mehrere Kompagnien Soldaten vor das Rathhaus, besetzten alle Eingänge und verweigerten Jedem den Einlaß. Die Stadtverordneten, welche im Rathhause ihre Sitzung hielten, protestirten gegen diese Gewaltmaßregel, und auf die Versicherung des Stadtverordnetenvorstehers, daß kein Mitglied der Nationalversammlung im Hause anwesend sei, rückte das Militär, umschwärmt von vielen Hundert Neugierigen, um 12 Uhr wieder ab. Kurz darauf erschien der Präsident Unruh und mehrere Mitglieder der Nationalversammlung im Rathhause, und die Stadtverordneten überließen der Nationalversammlung bereitwilligst ihren Sitzungssaal. Der Präsident Unruh veranlaßte jedoch den Stadtverordnetenvorsteher Seidel, ein Schreiben an den Kommandanten General v. Thümen sofort abgehen zu lassen, worin demselben angezeigt wird, daß die Nationalversammlung ihre Sitzung im Rathhause halten werde.
Um 1 1/2 Uhr wird die Sitzung eröffnet. Der Namensaufruf ergibt, daß 238 Abgeordnete anwesend sind. Im Laufe der Sitzung finden sich noch mehrere ein. Einige Andere lassen sich durch Krankheit entschuldigen. Das Protokoll der gestrigen Sitzung, sowie das Protokoll über die gestrige gewaltsame Entfernung des Vicepräsidenten Plönnics, der Sekretäre Schneider, Hildenhagen und Schornbaum aus dem Sitzungssaale der Nationalversammlung, auf schriftlichen Befehl des General Wrangel durch den Obersten Sommerfeld und andere Offiziere und Soldaten, werden verlesen.
Der Präsident Unruh gibt seine Ansicht dahin zu erkennen, daß die Nationalversammlung keine regelmäßigen Sitzungen mehr abhalte, beschwört jedoch alle Mitglieder in Berlin zu verweilen, damit sie nöthigenfalls sogleich wieder zusammenkommen könnten.
Waldeck erklärt sich jedoch auf das Entschiedenste dagegen. Die Versammlung könne sich durch alle gegen sie gerichteten Gewaltstreiche noch keinesfalls abhalten lassen, regelmäßig ihre täglichen Sitzungen zu halten, wenn man auch aus einem Lokal in das andere vertrieben und verfolgt würde. Das ganze Land sieht auf die Nationalversammlung, und wartet auf unsere Beschlüsse. Wir dürfen nicht müßig zusehen. Dekretiren wir die Steuerverweigerung, (Mißbilligung rechts). Das Land selbst fordert uns in vielen Adressen dazu auf. Jedenfalls müssen wir auch ferner unsere täglichen Sitzungen abhalten.
Der Präsident berichtet, daß der Abg. Schrmm (aus Berlin) gestern Abend von einem Militärpiquet verhaftet worden sei, weil er auf dem Schloßplatze ein Plakat des demokratischen Klubs, an die Soldaten gerichtet, gelesen. Ein Offizier sei an ihm herangetreten und gefragt, was er da lese. Schramm habe jenem darauf geantwortet, daß er ihm das Plakat überlassen wolle, wenn es ihm beliebe. Der Offizier nahm das Plakat und verhaftete den Abg. Schramm.
In Folge dieses Vorfalls stellt der Abg. Zenker den Antrag: „Die Versammlung wolle beschließen, daß die gegen den Abg. Schramm verhängte Haft aufgehoben und sofort seine Freilassung verlangt werde.“
Das Gesetz wegen Unverletzlichkeit der Abgeordneten motivirt diesen Antrag, welcher einstimmig angenommen wird.
Elsner verliest den Bericht der Kommission über die mehrere hundert eingegangene Zustimmungsadressen. Viele waren von Magistrat und Stadtverordneten bedeutender Städte ausgegangen. Eine Deputation der Bauern aus der Provinz Sachsen erklärten, daß sie dem jetzigen Ministerium keine Steuern einsenden werden, auch verlangen sie ihre Kinder, die im Heere dienen, zurück, da sie solche zum Schutze gegen den Feind gestellt haben, aber nicht als Mörder gegen die eignen Brüder verwendet werden dürfen. Einige Adressen machen die National-Versammlung darauf aufmerksam, nicht in den Fehler des Wiener Reichstags zu verfallen, sondern ohne Halt dem unvermeidlichen Ziele zuzueilen und ihre Beschlüsse danach zu fassen.
Der Präsident verkündigt, daß ihm von allen Seiten Geldanerbietungen gemacht worden seien, daß aber für den Augenblick durch einen eingegangenen bedeutenden Posten kein Bedarf sei. Alle Abgeordnete, welche ihre Diäten zu erheben wünschen, wollen sich bei ihm melden.
Nach einer kurzen Debatte in der sich Waldeck sehr energisch aussprach, kommt man überein, in der morgenden Sitzung über die Steuerverweigerung Beschluß zu fassen. — Schluß der Sitzung um 3 Uhr Nachmittags.
Der Präsident und die Sekretäre blieben noch zur Ordnung von Geschäften im Saale zurück. Wie ich eben vernehme, sollen sie um 4 Uhr durch einen Offizier, ebenso wie gestern, genöthigt worden sein, den Saal zu verlassen.
Wrangel scheint den Muth nicht zu haben, während einer Sitzung in den Saal einzudringen, und wartet jedesmal ab, bis nur noch Einige anwesend sind. Ebenso lässig führt er seinen ganzen Belagerungszustand durch. Hunderte und Tausende von Menschen auf allen Straßen; Plakate an allen Ecken; Klubs und Versammlungen trotz des Belagerungszustandes. Soeben wird die von Wrangel suspendirte Reform ungehindert ausgegeben. Die Zeitungshalle wird auch erscheinen. — Die Bürgerwehr hat ihre Gewehre trotz der zweimaligen Aufforderung doch nicht abgegeben. Alles rüstet sich zum Kampfe, aber man will nicht angreifen.
Ein Gardeoffizier sagte gestern: wenn in 8 Tagen noch kein Schuß gefallen ist, so ist die Kamarilla mit ihren Plänen unrettbar verloren; kein Soldat wird schon in einigen Tagen angreifend gegen das Volk verfahren wollen.
Um 4 Uhr Nachmittags wird in allen Straßen, unter Trommelschlag mit Begleitung einiger Kompagnien Soldaten folgendes verkündigt:
„Im Verfolg meiner Bekanntmachung vom 12. d. M. bringe ich hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß Alle, welche in Berlin oder in dessen, unter Belagerungszustand gesetzten Umgebung durch eine verrätherische Handlung den von mir kommandirten Truppen Gefahr oder Nachtheil bereiten, auf Grund der Vorschrift des § 18 Theil 2 des Militärstrafgesetzbuches vom 3. April 1845 sofort vor ein Kriegsgericht gestellt werden.
Berlin, den 13. November 1848.
Der Befehlshaber der Truppen in den Marken,
v. Wrangel.
Es sind heute den ganzen Tag die verschiedensten Gerüchte über den Zustand Potsdams verbreitet. Die Revolution soll dort ausgebrochen, der Belagerungszustand erklärt sein. Ein Mann soll auf den König geschossen, ihn aber nicht getroffen haben. Der Thäter soll verhaftet sein. Etwas muß in Potsdam geschehen sein, denn in vergangener Nacht rückte ein Regiment, welches hier in der Potsdamer Straße lag, sofort dahin aus.
Ich schließe diesen Brief, um in den demokratischen Klub zu gehen. Auch der Konstitutionelle- und Bürgerwehrklub findet heute Abend statt.
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[ 20 ] Berlin, 14. Nov.
Es ist noch Alles beim Alten; denn die wenigen neuen Vorfälle seit gestern sind zu unbedeutend, um in der Lage der Dinge etwas zu ändern. — Gestern Abend gegen 7 Uhr wurde der Abg. Schramm (Striegau), als er Flugschriften an die Soldaten vertheilte, verhaftet. Noch ist derselbe nicht frei, obgleich ihn, wie wir hören, die Nationalversammlung bereits reklamirt hat. Die Verhaftung macht nicht den Eindruck, den man vielleicht seitens der Vereinbarer erwartete, da man auf dergleichen schon gefaßt war. Die Nacht ist ruhig vorüber gegangen. Man sprach zwar gestern allgemein davon, daß während der Nacht mehrere Kanonenschüsse abgefeuert werden würden, um die Bürger mit ihren Waffen auf die Straße zu locken und dann zu entwaffnen. Das Gerücht hat sich als Fabel erwiesen, wie viele andere, die noch mehr Glauben verdienten. — Der Säbel richtet sich jetzt zunächst gegen die demokratische Presse.
Heut Morgen wurden gegen folgende BlätterVerbote publizirt: 1) Reform, 2) Zeitungshalle, 3) Lokomotive, 4) Volksblätter, 5) Republik (von Braß), 5) Kladderadatsch, 7) Krakehler, 8) Ewige Lampe. — Tante Voß, Onkel Spener und Kreuzzeitung erscheinen ungehindert und uncensirt fort. Man sagt, der Polizeipräsident v. Bardeleben habe sich geweigert zu censiren, ja er habe sein Amt niedergelegt, was wir indeß nicht verbürgen wollen. Dagegen üben die Unteroffiziere das Censoramt auf wirklich amüsante Weise. Vor der neuen Wache machten heut 6 Mann auf einen Jungen, der Plakate verkaufte, Jagd. Der arme fliegende Buchhändler wurde gefangen und in die Wache gebracht. Attroupements sind heut wenige zu zerstreuen. Das schlechte Wetter verhindert sie. Patrouillen treten aber nach wie vor das Pflaster. Mit der Entwaffnung ist man noch keinen Schritt weiter. Wahrhaft komisch klingt die erneute Aufforderung des Polizeipräsidenten, worin er sagt, die Entwaffnung müsse schon deshalb stattfinden, damit, wenn bei vorkommenden „Störungen der Ordnung“ die „treuen“ Bürger mit ihren Waffen die Krone vertheidigen wollten, das Militär sich nicht etwa auch gegen diese Civilisten richte: — Wie sentimental, wie naiv! Noch hören wir, daß heut Nacht in mehreren Bierlokalen Durchsuchungen Seitens der Soldaten stattgefunden haben, die indeß fruchtlos gewesen sind.
4 1/2 Uhr. So eben wird unter Trommelschlag das Martialgesetz verkündet. Wir sind neugierig, was Hr. Wrangel weiter thun wird gegen die ungeheure Zähigkeit der Berliner. Nachdem er die „passive“ Nationalversammlung heut wieder zwei Mal auseinandergetrieben hat, wird er vielleicht auch jetzt in die Privathäuser dringen und die „passive“ Bourgeoisie entwaffnen und dezimiren? Daß man das Martialgesetz verkündet hat, wundert uns nicht, denn kein Civilgericht hätte sich zum Urtheilsprechen hergegeben. — Morgen schreibe ich Ihnen wahrscheinlich von der Verkündigung des Standrechts.
Nachschrift. Wir erfahren aus sicherer Quelle, daß die Reichspolizei uns mit sog. Reichstruppen versehen will. Der honette Hr. Bassermann hätte also gute Dienste geleistet! O Brutus Bassermann, hättest du je gedacht, ein Polizeidiener aus einem „genialen“ Verleger zu werden? O Sonne wo bist du geblieben?
Französische Republik.
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National-Versammlung. Sitzung vom 13. November Im Vorsaale der Pas-Perdus herrscht ein entsetzliches Gedränge. Eine Menge fremder Bürgerwehr drängte sich heran, um ihre Repräsentanten zu sehen und sie zu bitten, ihr doch das Vergnügen zu gönnen, der Sitzung beizuwohnen. Viele müssen aber abgewiesen werden, weil kein Platz vorhaneden. Die weniger Glücklichen, die Platze finden, werden über die Zahl der leeren Bänke und hohlen Phrasen nicht wenig erstaunt sein, denen sie beizuwohnen die Ehre haben.
Um 1 1/2 Uhr erklärt Marrast die Sitzung eröffnet
Peupin, der Antisocialist, liest das Protokoll vor und man will zur Tagesordnung (Budgetdebatte) schreiten.
Viele Stimmen: Noch sind wir nicht beschlußfähig.
Man muß bis 2 Uhr warten. Um diese Stunde nimmt Havin das Wort.
Havin: Ihr Ausschuß für Gemeinde-Eigenthumsangelegenheiten hat sich lange mit diesem Gegenstande beschäftigt und namentlich über eine bessere Verwendung der Gemeindegüter berathen. Der Berichterstatter arbeitete einen vortrefflichen Bericht darüber aus. Wäre es nicht gut, wenn man diesen Bericht drucken ließ und an die bald zusammentretenden Generalräthe sendete?
Dufaure, Minister des Innern, verspricht dies zu thun.
Marrast: Der Ackerbauminister stellt den Antrag, daß sein Kreditverlangen von 500,000 Fr. zur Verbesserung der Pferdezucht sofort diskutirt werde.
Dies geschieht. Die allgemeine Diskussion wird eröffnet.
Laussat findet die Summe zu hoch. Es würden in den Nationalgestüten arge Betrügereien geübt. Man solle die Verbesserung der Pferdezucht der Privatindustrie überlassen.
Tourret, Ackerminister, erklärt, daß der Staat in diesem Augenblick 1223 Hengste besitze. Diese genügten aber nicht, es müßten 90 neue gekauft werden und dafür sei der jetzige Augenblick günstig. Die Kräfte der Privatindustrie reichen für die Bedurfnisse des Staates nicht aus.
Laussedat erwiedert, man solle nicht blos der normännischen Race den Vorzug geben. (Stimme von der Tribüne: Schicken Sie doch nach Brandenburg!)
Der Kredit wird genehmigt.
Mortimer Ternaux legt einen Bericht rücksichtlich der Reparaturen der alten Deputirtenkammer, (deren Saal erweitert und für die Sitzungen der Nationalversammlung eingerichtet werden soll) sowie der Tuilerien und sonstigen Gebäude der ehemaligen Civilliste nieder.
Guerin überreicht einen Bericht über die Ausgaben, die durch Sequestration der Bahn nach Teste verursacht worden.
Die Versammlung kehrt zum Budget zurück. Sie steckt immer noch im Unterrichtsministerium.
Der Finanzausschuß schlägt einen Abzug von 65,000 Frs. von den Gehältern der medizinischen Fakultäten im ganzen Umfang der Republik vor.
Dieser Abzug erregt ein gewaltiges Geschrei abseiten der Interessenten.
Türk, der „Arbeiterfreund,“ Tronseau, Sauvaire, Barthelemi, Charton, Bineau u. s. w. streiten sich für und wider den Abzug.
Er wird mit 343 gegen 237 Stimmen verworfen. (Großes Erstaunen im Saale). Man geht zum Kultus über.
Der Gottesdienst kostet jährlich der Staatskasse 40,027,862 Frk. Der Finanzausschuß schlägt vor, dieses Büdget auf 39,302,[unleserlicher Text]83 Frk. herabzusetzen. Dieser Abzug trifft vorzüglich die theologischen Fakultäten.
Isambert unterstutzt die Reduktion, weil die geistlichen Schulen wenig mehr besucht würden.
Die Abbés Fayet und Sibour gerathen darüber in großen Eifer. Das sei nicht wahr. Hr. Isambert irre sich.
Dessenungeachtet geht der Abzug durch.
Kapitel 10, 11, 12 und 13 werden angenommen.
Kapitel 14 betrifft das College de France, an dem die provisorische Regierung bekanntlich 4 Lehrstühle aufhob, unter andern auch die Chevalier (Michel) sche Oekonomie, die in den konservativen Debats so schreckliches Zeter hervorrief.
Der Finanzausschuß trägt auf 15000 Frk. Ersparnisse und Beibehaltung der Unterdrückung an.
Leon Faucher tadelt die Unterdrückung der 4 Lehrstühle im Interesse seines Glaubensgenossen Michel und hätte mehr Energie vom Exminister Carnot gewünscht. (Oh! oh!)
Jean Reynaud vertheidigt die provisorische Regierung und geht in eine bittere Kritik der Michel Chevalierschen Staats-Oekonomie über. Sie habe zum Haß des Porletariats geführt und sei durch und durch monarchisch. Solche Systeme könne die Republik nicht brauchen. (Beifall zur Linken.)
Barthelemy St. Hilaire tritt als warmer Chamxion der Chevalierschen Oekonomie auf. Turgot, Asmith und Say, die Vorbilder seines Freundes Michel, seien sicher nicht mit Leib und Seele monarchisch gewesen. Wollt Ihr alle Schulen aufheben, die des Monarchismus verdächtig sind, dann möchtet Ihr mit der Akademie anfangen. Man durfte ohne Untersuchung: ob diese Oekonomie wirklich der Republik schädlich, den Lehrstuhl nicht aufheben. Erinnert man sich des Skandals, als man Quinets und Michelets Lehrstühle aufhob; mit demselben Recht entrüste man sich über die Unterstützung zweier Lehrstühle am College de france. Dieser akademische Kampf amüsirte die Versammlung 1 1/2 Stunde. (Taschereau bestieg schließlich die Bühne, um zu fragen, ob es wahr sei, daß Marrast seine Demission gegeben? Marrast erklärt, daß er bis Sonnabend sein Amt niederlege. Er will nach Toulouse reisen, um für Cavaignac Propaganda zu machen sagt Larochejaquelin, (Tumult.) Marrast ist wüthend. Die Sache ist ernst. Schluß 7 Uhr,
Spanien.
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[ * ] Madrid, 6. Novbr.
Die Königin wird heute Abend die Ordonanzen unterzeichnen, die den Herzog von Gor und den Marquis von Valdegamar zu Gesandten Spaniens in Wien und Berlin ernennen. Der Prinz begibt sich nicht, wie früher bemerkt, nach Frankreich, sondern nach Gibraltar. Die Nachrichten aus den Provinzen lauten günstig für die Regierung. Es ist bei weitem ruhiger geworden, und die Insurgenten, an allem Erfolg verzweifelnd, machen in Masse ihre Unterwerfung. Nur in Catalonien zeigen sie noch einige Hartnäckigkeit, da aber die Maßregeln General Cordovas sehr energisch sind, so wird auch dort der Aufstand bald unterdrückt sein.
Großbritannien.
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[ * ] Dublin, 11. Nov.
Alarmirende Berichte über neue insurrektionelle Bewegungen in Tipperary langten heute hier an. Eine kleine Bande Bewaffneter wurde von der Polizei arretirt und allgemein glaubte man, daß die Insurgenten mit dem Gedanken umgingen, die Staatsgefangenen aus dem Kerker von Clonmel zu befreien. Bei den energischen Maßregeln des Lordlieutenants ist indeß wenig von derartigen Versuchen zu erwarten.
Um den verurtheilten Smith O'Brien im Parlamente zu ersetzen, wird man dieser Tage in Limerick zu einer neuen Wahl schreiten. Bis jetzt ist indeß nur ein einziger Kandidat dafür aufgetreten. Smith O'Brien hat erklärt, daß er, selbst wenn ihn das Haus der Lords freispreche, nie wieder seinen Platz im englischen Parlamente einnehmen werde.
Griechenland.
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[ * ] Athen, 27. Okt.
Condouriotti, Ministerpräsident, Roufos, der Minister des Innern und General Rhodias, der Kriegsminister haben ihre Entlassung eingereicht und der König hat sie angenommen. Vice-Admiral Canaris wird die Präsidentschaft übernehmen, der Senator Landos das Innere und General Mauro Michali, Minister des öffentlichen Unterrichts, interimistisch das Kriegsministerium. Der König und die Königin sind am 17. Okt. von ihrer Tour nach Euböa und Theben zurückgekehrt. Das Land ist ruhig.
Amerika.
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[ * ]
Am 11. ds. langte die Britannia in Liverpool an, mit Briefen von New-York vom 25., von Halifax vom 29. Oktbr. Heftiger Sturm hielt die Britannia ungefähr 34 Stunden zwischen New-York und Halifax auf. Trotzdem daß die Präsidentschaftswahl so nahe ist, herrscht doch eigentlich wenig politische Aufregung in den Staaten. Allgemein ist man der Ansicht, daß General Taylor mit einer großen Majorität den Sieg davon tragen wird. Der New-Yorker Herald macht eine Aufstellung, wonach die demokratische Portei, seit dem Jahre wo Polk gewählt wurde in 12 Staaten um mehr als 8000 Stimmen zugenommen hat; die Abolitonisten gewannen in demselben Zeitraume mehr als 18,000 Stimmen.
Die Nachrichten aus Californien in Betreff der Goldminen, veranlaßten noch immer viele Leute dorthin zu eilen. Eine ganze Masse Amerikanischer Truppen war desertirt und hatte sich nach San Fracisco gewandt. Von einer Person erzählte man, daß sie in Zeit von 10 Tagen für ungefähr 1500 Dollars Gold gefunden haben.
In Mexiko brachen neue Unruhen aus. Das Gouvernement unterdrückte aber den Aufstand, indem es die Truppen einrücken und an verschiedenen Punkten die Kanonen auffahren ließ.
Die Nachrichten aus Yucatan lauten ungünstig. Etwa 10,000 Indianer hatten die Garnison angegriffen, und 200 derselben blieben in diesem Kampfe. Die Zahl der gebliebenen Individuen konnte nicht ausfindig gemacht werden.
Türkei.
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Konstantinopel, 18. Okt.
Die hiesige fränkische Bevölkerung ist nun in großer Bedrängniß. Viele haben durch die Feuersbrünste großen Verlust erlitten, die Geschäfte stocken, alle Lebensbedürfnisse werden von Tag zu Tag theuerer, und Wohnungen sind kaum zu finden und nur zu ungeheuern Preisen. Dazu hört man fast jeden Tag von neuen Brandlegungsversuchen, jetzt besonders in Galata. Will man die Franken, weil man sie nicht zu vertilgen wagt, durch Feuer hier austreiben? Fast scheint es so. Aber warum, darf man wohl fragen, thun die hier befindlichen Repräsentanten der auswärtigen Mächte keinerlei Schritte, um ihre Landsleute gegen solche Bedrängungen einigermaßen zu schützen? Warum fordert man nicht mit allem Ernst die Pforte auf für die nächtliche Sicherheit wirksamer zu sorgen, die Löschanstalten zu verbessern u. s. w.? Bei dem Brand des Galataserai verbrannte alles was darin war, alle Betten und übriges Hausgeräth des Spitals und der dort wohnenden Zöglinge, ein großer Vorrath von Arzneien, die kleine Bibliothek, das physikalische Kabinet, alle — freilich noch sehr wenig bedeutenden — Sammlungen u. s. w. Mit genauer Noth rettete man die Kranken. Und doch währte es mehrere Stunden, bis die Flammen das Galataserai erreichten, und von Anfang an waren nicht nur mehrere hundert Zöglinge da, der weite Hofraum war angefüllt mit Soldaten, sie standen alle da — und schauten zu. Wenn jeder Einzelne auch nur ein wenig zugegriffen und etwas hinausgetragen hätte, wäre viel gerettet worden. Aber das konnten Schüler und Soldaten freilich nicht, das sind ja keine Lastträger! und wo wollte man im Augenblicke genug Lastträger herbekommen! Als die nebenanstehende Hauptwache zu brennen anfing, liefen die Soldaten eilends überall herum und suchten Lastträger, damit sie die Polster und Stühle etc. heraustrügen! So ist's in der Türkei; jeder thut nur, was sein Theil ist, alles andere kümmert ihn nicht; Thei- [unleserlicher Text] [0752] lung der Arbeit bis in's kleinste herab. Wer Wasser trägt, nur Wasser und keine Lasten, und wer dir eine Last fortträgt, trägt Pfeiffe stopft, im Hause sonst nichts thut; jeder bleibt bei seinem Beruf, wie ein Esel immer nur Holz schleppt und der andere Stein. Nur die einmal in Amt und Würde sind, scheinen dann zu allem brauchbar, im Felde wie im hohen Rath, als General so gut wie als Admiral.
Die medicinische Schule soll nun einstweilen in eine Kaserne in Hatzköi verlegt werden. Auf dem Platz, wo sie stand, wird sie jedenfalls nicht wieder aufgebaut werden, weil sie dort — nun eben verbrannt ist. Wie es heißt, soll auf diesem Platz nun eine Kaserne oder ein Palast für einen Pascha gebaut werden. Mit großer Befriedigung muß ich erwähnen, daß unsere deutschen Landsleute hier bei diesen vielen Feuersbrünsten sich ausgezeichnet thätig und hülfreich erwiesen haben. Sie waren in großer Zahl überall sogleich zur Hand, wo sie Landsleute in Feuersgefahr wußten, und retteten meistens alles. Nur wer es weiß, wie rasch hier Feuersbrünste um sich greifen, und wie schwer es ist, in der Verwirrung oft auch nur einen kleinen Theil seiner Habe den Flammen zu entreißen und in Sicherheit zu bringen, kann den Werth einer solchen raschen und uneigennützigen Hülfe nach Verdienst schätzen — Die Opiumerzeugung und der Opiumhandel der Levante nimmt seit einigen Jahren bedeutend zu. Die Ursache davon ist besonders die Opiumsausfuhr nach China, die seit zwei Jahren etwa begonnen hat. Es geht meistens über Aegypten. Die Chinesen scheinen jetzt das türkische Opium dem ostindischen vorzuziehen, es ist auch in der That wirksamer und enthält namentlich mehr Morphium. In der Türkei selber hat der Gebrauch des Opiums als berauschendes Mittel in neuerer Zeit sehr abgenommen. Das kann man allerdings als eine Folge der nähern Bekanntschaft mit der europäischen Civilisation ansehen. Nicht als wenn diese den Türken die Verderblichkeit jenes früher sehr beliebten Berauschungsmittels besser würdigen gelernt hätte, das nicht; aber sie brachte ihm mehr Luft bei zu den verschiedenen, von der übrigen gebildeten Welt genossenen geistigen Getränken. Der Türke trinkt jetzt trotz des Verbots des Propheten schon sehr häufig Wein, besonders Champagner, auch Bier, und vorzüglich gern Branntwein, und er scheint diese Mittel sich in Seligkeit zu versetzen, dem Opium vorzuziehen.
[(A. A. Z.)]
[Leserbrief]
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Denkschrift.
Der Graf Brandenburg, von Sr. Maj. dem Könige mit Bildung eines Ministerii beauftragt, hat sich trotz des fast einmüthig ausgesprochenen Mißtrauens der Nationalversammlung, diesem Auftrage zu unterziehen gewagt. Am 9. November erschien derselbe in der Nationalversammlung, begleitet von den Herren v. Ladenberg, v. Strotha, v. Manteuffel, den Mitgliedern dieses neuen Ministerii, dessen erster Schritt eine schwere Verfassungsverletzung war.
Eine von dem Grafen v. Brandenburg kontrasignirte Kabinetsordre vom 8. Nov. sprach die Vertagung der Nationalversammlung aus und verlegte deren Sitz nach Brandenburg.
Die Nationalversammlung, deren Aufgabe es ist, in Gemeinschaft mit der Krone die Vertagung festzustellen, hat vom Volke ein Mandat erhalten, gegen welches keiner Gewalt ein Einschreiten gestattet ist, da es zugleich gelähmt, gehindert, zu nichte gemacht würde, wenn es in der Befugniß der Regierung läge, dasselbe, sei es auch nur zeitweise, aufzuheben oder gegen den Willen der Vertreter des Volkes, letztere von dem Orte ihrer Versammlung entfernen zu wollen.
Nicht zufrieden mit dieser, die Verfassung verletzenden Erklärung, hat das Ministerium dieselbe in einer langen Reihe fernerer Gewaltstreiche fortgeführt.
1) Es erkühnte sich der Graf Brandenburg im Namen des Ministerii, die Versammlung der Volksvertreter, als auf ein unberechtigtes Verlangen, die Sitzung zu schließen, von dem Präsidenten nicht eingegangen wurde, für eine ungesetzliche zu erklären, ja
2) in dem an den Regierungsrath von Unruh adressirten Schreiben vom 9. November auszusprechen, daß er keine Nationalversammlung und keinen Präsidenten der Nationalversammlung mehr kenne.
3) Auch auf thatsächliche Weise wurden die Eingriffe fortgesetzt, indem die Büreaubeamten und die Geldmittel der Versammlung durch Verfügung des Ministers Manteuffel entzogen wurden.
4) Dann erging am 10. November ein Erlaß des Ministerii an den Kommandeur der Bürgerwehr, Rimpler, worin die Bürgerwehr aufgefordert wurde, den Mitgliedern der Nationalversammlung den Eintritt in den Sitzungssaal derselben zu verwehren. Es wurde eine Frist bestimmt, nach deren Ablauf angenommen werden sollte, daß die Bürgerwehr dem Beschlusse nicht Folge leisten werde und die Heranziehung des Militärs auf den Grund eines Erlasses des Ministers Eichmann in Aussicht gestellt.
5) Eine Proklamation des Polizei-Präsidenten drohte das Einschreiten des Militärs an. Der General Wrangel sprach seine Absicht aus, auf dem Platze des Schauspielhauses mit den daselbst aufgestellten Truppen liegen zu bleiben und einen Zwang gegen die Vertreter der Nation auszuüben, indem denselben der Eintritt in ihr Lokal verwehrt werden sollte.
6) Bei diesem Drohen der ungesetzlichen Gewalt verließ die Versammlung den Ort ihrer Berathungen, um sich am andern Morgen zur gewöhnlichen Stunde der Sitzung wieder dorthin zu begeben. Darum wurde sie jedoch behindert, weil das Lokal verschlossen, und, wie aus dem Innrn desselben mitgetheilt wurde, militärisch besetzt war. Die Nationalversammlung protestirte durch das Organ ihres Präsidenten laut gegen diese Gewalt und begab sich zu einem Privathause, woselbst sie ihre Sitzung abhielt und damit in einem andern Lokale fortfuhr. Das frühere Lokal der Nationalversammlung und die Bureaus derselben sind fortwährend militärisch besetzt und die Archive der Versammlung dabei ohne alle Aufsicht gelassen.
7) Die von den ernannten Ministern kontrasignirte kgl. Verord-vom 11. November bezeichnet die von der Nationalversammlung fast mit Einstimmigkeit gefaßten Beschlüsse als von einem Theile der Nationalversammlung ausgegangen und als ungesetzlichen Widerstand; sie ruft das Land auf, sich gegen die Beschlüsse seiner Vertreter zu richten.
8) Als Fortsetzung der Gewaltmaßregeln erscheint die gleichzeitig verfügte Auflösung der Berliner Bürgerwehr lediglich auf den Grund gestützt, daß dieselbe, ihrer Pflicht getreu, die Nationalversammlung auseinander zu treiben geweigert hatte, deren Schutz ihr oblag. Denn nach §. 1 des Bürgerwehrgesetzes hat die Bürgerwehr die Pflicht, die verfassungsmäßige Freiheit und die gesetzliche Ordnung zu schützen. Die Berufung auf den §. 3. des Bürgerwehrgesetzes kann eine solche Maßregel unter den obwaltenden Umständen nicht rechtfertigen, vielmehr nur die Größe des Vergehens noch klarer ins Licht stellen.
9) Während die Bevölkerung von Berlin zwar mit entschlossener und ruhiger Haltung den vielfachen Gewaltstreichen zusah, ruhig blieb, als unerwartet die Truppen in großer Zahl wieder in die Stadt gerückt waren: da geschah die entschiedene Verletzung der verfassungsmäßigen Rechte der Bürgerwehr dadurch, daß die Truppen sich gegen den erklärten Willen der Bürgerwehr mit Gewalt der Wachtposten bemächtigten, welche jene vorher besetzt gehalten hatten.
Nach §. 68 des Bürgerwehrgesetzes ist es ein Recht der Bürgerwehr, die Wachtposten einzunehmen, wenn sie solches für gut findet. Der Berliner Bürgerwehr war dies Recht schon vo Erlassung des Gesetzes zugesichert.
10) Die vollkommenste Ruhe und Ordnung blieb in der Stadt aufrecht erhalten und kein Exzeß, keine Spaltung mit dem Militär trat ein. Dennoch erklärte das Ministerium den Belagerungszustand der Hauptstadt, beauftragte den General Wrangel mit der Ausführung desselben. Dieser General hat demzufolge eine Proklamation verkündigen lassen, welche als Folge des Belagerungszustandes die freie Presse und das Associationsrecht, diese Grundsäulen der Freiheit, diese durch die Verordnung vom 6. April c. als verfassungsmäßig gewährleisteten Rechte vernichtet. Nur auf gesetzlichem Wege, nur in Uebereinstimmung mit den versammelten Volksvertretern hätte möglicherweise eine solche Ausnahmebestimmung getroffen werden können. Die Nationalversammlung hat deshalb auch die ganze Maßregel des Belagerungszustandes für eine ungesetzliche erklärt. Diese Maßregel ist die Krone des Attentats, welche gegen die Vertreter des Volkes, gegen die blutig errungene Freiheit, gegen Recht und Gesetz das Ministerium Brandenburg sich erlaubt.
Die Verfassung ist schwer verletzt, die Existenz der Volksvertreter gewaltsam bedroht, der Volksvertreter, deren ungestörte Wirksamkeit einen Bestandtheil der jetzigen Verfassung des Landes bildet. Die Reihenfolge dieser Attentate fällt daher schon nach den bestehenden Gesetzen unter den Begriff des Hochverraths, welchen §. 92 Th. II. Tit. 20. Allg. Landrecht, dahin feststellt:
„Ein Unternehmen, welches auf eine gewaltsame Umwälzung der Verfassung abzielt, ist Hochverrath.“
Berlin, den 13. Nov. 1848.
Die Nationalversammlung.
Vorstehende Denkschrift ist auf den fernern Brschluß der Versammlung dem Staatsanwalt Sethe hierselbst mit folgendem Schreiben zugestellt:
„Dem Hrn. Staatsanwalt wird hieneben eine von der Nationalversammlung durch Beschluß angenommene Denkschrift, die hochverrätherischen Attentate des Ministerii Brandenburg betreffend, zugestellt, auf daß er seine Pflicht thue.
So beschlossen in der heutigen Sitzung der National-Versammlung.
Berlin, den 13. Nov. 1848.
Die Nationalversammlung.
Der Präsident: v. Unruh.
[Fruchtpreise]
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Berlin, 13. November
St. Sch. Sch 74 1/4 B. Seeh. Pr. Sch. 913/4 B. Pr. Bk. Anth. Sch. 85 B. Eisenbahnen Cöln-Minden 74 bez, dito Prior 89 B.
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Fruchtpreise zu Neuß am 14. Nov.
Der Berliner Scheffel.
Waizen I. Qualität 2 Thlr. 13 Sgr. —Pf.; II. Q. 2 Thlr. 11 Sgr. — Pf.; III. Q. 2 Thlr 9 Sgr. — Pf.; Roggen I. Q. 1 Thlr. 10 Sgr. — Pf.; II. Q. 1 Thlr. 8 Sgr. — Pf.; III. Q. 1 Thlr. 6 Sgr. — Pf.; Wintergerste 1 Thlr. 6 Sgr. — Pf.; Sommergerste 1 Thlr. 6 Sgr. — Pf.; Buchwaizen 1 Thlr. 8 Sgr. — Pf.; Hafer (neuer) — Thlr. 21 Sgr. — Pf.; Erbsen 2 Thlr. 5 Sgr. — Pf; Rappsaamen 3 Thlr. 20 Sgr. — Pf.; Kartoffeln — Thlr. 20 Sgr. — Pf.; Heu per Centner à 110 Pfd. — Thlr. 20 Sgr. — Pf; Stroh, p. Schock à 1200 Pfd., 4 Thlr 12 Sgr. — Pf.; kleiner Saamen 3 Thlr. 10 Sgr. — Pf.; Rüböl p Ohm à 282 Pfd. ohne Faß 32 Thlr. [unleserlicher Text]5 Sgr. — Pf.; dito p. Mai — Thlr. — Sgr. — Pf; dito p. Oktober 32 Thlr. — Sgr. — Pf.: Leinöl p. Ohm — Thlr. — Sgr. — Pf.; Rübkuchen, per 1000 Stück Stampf- 32 Thlr. — Sgr. — Pf.; Preßkuchen, p. 2000 Pfd. 29 Thlr. Sgr — Pf.; Leinkuchen, p. 2000 Pfd., — Thlr. Sgr. — Pf.; Branntwein, p. Ohm à 123 Quart zu 47% (ohne Maklergeld), 12 Thlr. 10 Sgr — Pf.; Gereinigtes Oel 34 Thlr. — Sgr. — Pf.; Speise-Oel per 2 1/2 Pfd. — Thlr. 12 Sgr. — Pf.
Anzeigen.
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Schifffahrts-Anzeige.
Köln, 15. November 1848.
In Ladung: Nach Antwerpen M. Lanners. Nach Ruhrort bis Emmerich Wwe. J. A. Orts. Nach Düsseldorf bis Mülheim an der Ruhr Joh. Budberg. Nach Andernach und Neuwied J. Krämer. W. Wiebel. Nach Koblenz, der Mosel und Saar L Tillmann. Nach der Mosel, nach Trier und der Saar M Zens. Nach Mainz J Kiefr. Nach dem Niedermain C Hartig. Nach dem Mittel- und Obermain. C. Wenneis. Nach Worms und Mannheim Fr. Elbert. Nach Heilbronn H. Bechers. Nach Bingen A. Hartmann.
Nach Rotterdam Kapt. Willemsen Köln Nr. 6.
Nach Amsterdam Kapt. Demmer Köln Nr. 25.
Rheinhöhe am 15. Nov. 8′ 6″.
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Bekanntmachung.
Die Lieferung der Oekonomie-Bedürfnisse der Arbeits-Anstalt zu Brauweiler für das Jahr 1849, bestehend muthmaßlich in:
  • a. 2700 Scheffel Roggen,
  • b. 1900 Scheffel Weizen,
  • c. 100 Scheffel Gerste,
  • d. 18000 Pfund Heu,
  • e. 180000 Pfund Stroh,
  • f. 100 Scheffel Erbsen,
  • g. 100 Linsen,
  • h. 100 trockene Bohnen,
  • i. 4400 Pfund Weizen-Griesmehl,
  • k. 1500 Pfund Reis,
  • l. 1500 Pfund gedörrte Pflaumen,
  • m. 29000 Pfund Rindfleisch,
  • n. 1000 Pfund Kalbfleisch,
  • o. 4200 Pfund ausgeschmolzenes Rindsfett,
  • p. 15000 Quart Bier,
  • q. 1200 Quart Essig,
  • r. 800 Pfund Starke-Abfall,
  • s. 3000 Pfund Rübölseife,
soll im Wege schriftlicher Submission an den Mindestfordernden verdungen werden.
Lusttragende werden demnach eingeladen, ihre schriftlichen versiegelten Submissionen unter der Adresse des Unterzeichneten und mit der Aufschrift: „Lieferungs-Anerbieten für die Arbeits-Anstalt zu Brauweiler“ versehen, spätestens bis Donnerstag den 16. November d. J., Mittags 12 Uhr, zu welcher Zeit die Eröffnung der eingegangenen Submissionen in Gegenwart der etwa anwesenden Submittenten Statt finden wird, an den Regierungs-Kanzlisten Perker im hiesigen Regierungsgebäude abzugeben, bei welchem auch die Lieferungs-Bedingungen bis zum gedachten Tage eingesehen werden können.
In den Submissionen muß ausdrücklich bemerkt sein, daß die Lieferung nach den offen gelegten Bedingungen ausgeführt werden soll, indem sie sonst nicht berücksichtigt werden.
Köln, 16. Oktober 1848.
Der Regierungs-Präsident.
In Vertretung,
Birk.
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Herr Johann Peter Bartz, Gutsbesitzer und Messerschmied, wohnhaft in Cochem, läßt am Donnerstag den 30. d. M. des Nachmittags um 2 Uhr. 3 Fuder 1846er, 8 Fuder 1846er und 4 Fuder 1847er, gut und rein gehaltene weiße Weine, größtentheils eigenen Wachsthums, unter Gestattung eines Zahlungs-Ausstandes bis zum 15 Februar nächsthin gegen Bürgschafts-Stellung öffentlich versteigern.
Cochem, am 8. November 1848.
Günther, Notar.
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Beste Empfehlung für Auswanderer nach Amerika.
Die Unterzeichneten halten es für ihre Pflicht, sämmtlichen Auswanderern nach Amerika bei Ankunft in Antwerpen Herrn F. Sernels Gasthof zum Tempel daselbst bestens zu empfehlen, indem solche einer ausgezeichnet freundschaftlichen und billigen Behandlung sich jederzeit versichert halten können. Mit Bezugnahme hierauf laden daher die Unterzeichneten sämmtliche Auswanderer, welche diesen Gasthof nicht kennen, höflichst ein, sich nach dem Namen desselben zu erkundigen warnen aber zugleich, sich nicht durch fremde Personen irre leiten zu lassen, indem bei Ankunft der Eisenbahn jederzeit ein Beauftragter von diesem Gasthofe gegenwärtig ist, welcher die Fremden in Empfang nimmt und in erwähnten Gasthof führt, woselbst solche sich von der Wahrheit des Gesagten hinlänglich überzeugen werden.
Antwerpen, den 23. Oktober 1848.
Namen der Unterzeichner:
J. Rollhausen aus Ufingen (Nassau).Pet. Dürckhardt.
Pet. Antes aus Breidenheim.Friedr. Heinz.
Christian Gohr aus Ufingen.Pet. Wültz.
Lorensen, apost. Missionär, aus Hüls.Wilh. Philippi
Diehl.Theod. Reuß.
Mayer.Heubel.
Wilh. Müller aus Babenheim.Phil. Marhofer.
Anton Müller aus Babenheim.T. Kempff, Dr.
Balthasar Dürckhardt.H. Schmetter.
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Zur Beachtung für Auswanderer.
Der Unterzeichnete, dem die Herren Carl Pokrantz et Comp. in Bremen, ihre General-Agentur für die Rheinprovinz übertragen haben, erlaubt sich, diejenigen Familien, welche nach Amerika auszuwandern gesonnen sind, auf die vielen Vortheile, welche ihnen die Beförderung über Bremen verspricht, in Betreff der Sicherheit des Transports vorzüglicher und genügender Auswahl von Lebensmitteln und Billigkeit der Fracht-Bedingungen — besonders aufmerksam zu machen.
Anmeldungen zum kommenden Frühjahr zu zeitgemäßen Preisen und zum frühesten Expeditions-Termine am ersten oder fünfzehnten des Monats nach Aufgang des Wassers nehme gerne entgegen und genießen die Auswanderer bei derartigen Anmeldungen den Vortheil daß sie
1) sicher sind zur bestimmten Zeit expedirt zu werden, — eine Vorsicht, die bei dem vermuthlich starken Andrange zum nächsten Frühjahre uns zu gerechtfertigt erscheinen muß. und
2) daß sie zu mäßigen Preisen sich die Ueberfahrt sichern, da die betreffenden Schiffe bereits im Winter geschartert und dadurch gewiß billigere Uebernahmen als zur Zeit der Expedition erzielt werden, wo man die Ratirungen circa 10 — 20 Thlr höher erwirbt.
Auf portofreie Anfragen ertheilt der Unterzeichnete bereitwillig jede weitere wünschenswerthe Auskunft über Abfahrt der Schiffe, Transportkosten und die Verhaltungsmaßregeln während der Reise.
Köln, im Oktober 1848.
Jean Scheib,
am Hof 33.
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Feinstes Provencer-Oel à 26 Sgr. per Quart.
Schöne dicke Castanien per Pfund 1 1/3 Sgr., ausgesuchte 2 Sgr.
Gute westpfäl. Butter in Fässer von 60 à 100 Pfund à 6 1/3 Sgr.
Feinsten Emmenthaler Schweizer-Käse per Pfund 6 1/3 Sgr., in ganzen und halben Laiben billiger, so wie feinste Arrack- und Rum-Punsch-Essenz.
Aechten Jamaica-Rum etc. zu den billigsten Preisen bei A. J. Baurmann Sohn,
Breitestrasse 45.
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Westenstoffe neueste Muster und große Auswahl in Wolle, Seide und Sammt per Weste 15 Sgr., 20, 25 Sgr., 1 Thlr. bis 21/2 Thlr.
Eine Partie zurückgesetzte Westenstoffe (ältere Westen) zu 8 Sgr. bis 20 Sgr im neuen Laden Obenmarspforten 21 A gegenüber dem Jülichsplatz.
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Schlafröcke und Hausröcke in großer Auswahl. per Stück 2 Thlr bis 8 Thlr.
Trikots, Unterhosen und Jacken von 15 Sgr. an bis 25 Sgr. im neuen Laden Obenmarspforten 21 A gegenüber dem Jülichsplatz.
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Mit Topfwaaren aller Art zu den billigsten Preisen, empfiehlt sich Paul Jos. Bungartz unter Hutmacher Nr. 18.
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Casino-Ball-Gesellschaft.
Der erste Casino-Ball findet Samstag den 18. Novbr. Statt und beginnt um 7 Uhr.
Köln, den 15 November 1848
Die Casino-Ball-Direktion.
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Omnibus-Fahrten zwischen Köln, Bergheim und Jülich.
Während der Winter-Periode 1848 — 49 vom 1. November c. ab.
Von Köln nach Bergheim
Morgens gegen 7 und 10, Nachmittags gegen 4 Uhr.
Von Köln nach Jülich.
Morgens gegen 10 Uhr.
Von Bergheim nach Köln.
Morgens gegen 7, Nachmittags gegen 1 und 5 Uhr.
Von Jülich nach Köln.
Morgens gegen 101/2 Uhr.
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Eine bedeutende Auswahl in Winterhandschuhen zu jedem Preise erhielt und bietet dieselben zur geneigten Abnahme an:
P. Leurs Sohn,
Schildergasse Nr. 14.
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Severinstraße Nro. 80 steht der zweite Stock zu vermiethen, anhabend 3 Zimmer. Auch ist daselbst 1 Zimmer, was sich zu einer Gesellschaft eignet zu beziehen.
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Mosel-Dampfschifffahrt.
Täglicher Dienst.
Abfahrt von Trier Morgens um 5 Uhr.
Abfahrt von Koblenz (nach Ankunft der Nachtboote von Köln) Morgens um 6 Uhr.
Vom 1. November c. an fahren unsere Schiffe nur Schiffe nur viermal wöchentlich und zwar:
von Trier
Montags, Mittwochs, Freitags und Samstags, Morgens um 5 Uhr
von Koblenz
Dienstags, Donnerstags, Samstags und Sonntags Morgens um 6 Uhr.
Trier, den 23. Oktober 1848.
Die Direktion.
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Aufruf an Köln's Turner! Brüder!
Wer noch einen Funken von Freiheitsgefühl in sich trägt, erhebe sich mit uns, Trotz zu bieten den schnöden Uebergriffen der Krone!
Wir fordern Euch auf zur Versammlung behufs sofortiger Organisirung eines bewaffneten Korps auf heute Mittag 12 Uhr bei Hamspohn im Freischütz!
Köln, den 16. Nov. 1848.
Viele Turner.
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Versammlung der nach Berlin bestimmten Rekruten bis Freitag Abend 8 Uhr bei Lölgen auf der Hochpforte zu einer wichtigen Besprechung.
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Herrenkleider werden gewaschen und reparirt, Herzogstraße Nr. 11.
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Einladung sämmtlicher Cavalleristen 1. u. 2. Aufg.
incl. Reservisten
werden dringend ersucht, heute Donnerstag den 16. Nov. auf General-Appell Salzgasse Nro. 7 zu erscheinen. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten.
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Großer frischer Schellfisch, Bückinge, Neunaugen und frische Seemuscheln, bei Bruhl Judengasse Nr. 1.
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Der Gerant Korff.
Druck von J. W. Dietz, unter Hutmacher 17.