[0759]
Neue Rheinische Zeitung
Organ der Demokratie.
No 146. Köln, Samstag den 18. November. 1848.
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Den auswärtigen Freunden der „Neuen Rheinischen Zeitung“ zeigen wir hiermit an, daß uns von dem hiesigen Ober-Postamte die Genehmigung ertheilt worden ist, vom heutigen Tage bis Ende Quartals Abonnements zum Preise von 1 Thlr. incl. des Postaufschlags entgegenzunehmen. Wir fordern demnach das auswärtige Publikum zur regen Theilnahme auf.
Köln, 16. November 1848. Die Expedition der „N. Rh. Ztg.“
Uebersicht.
Deutschland. Köln. (Die „Kölnische Deputation“ zu Berlin. — K. Schapper.) Mülheim. (Adresse an die National-Versammlung.) Malmedy (dito.) Xanten. (dito.) Bensberg. (dito.) Mayen. (dito) Wesel. (dito.) Neuß. (dito.) Paderborn. (dito.) Münster. (An das Volk Westphalens.) Düsseldorf. (Die Gesellschaft „Verein“) Cleve. (Stimmung. — Das „Wochenblatt.“) Berlin. (Vermischtes. — National-Versammlung — Nachrichten. — Die Stadtverordneten. — Wrangel. — Dr. Große. — Bürger und Soldaten. — Buhl, May, Stein. — Erklärung des 5 und 14 Bürgerwehrbataillons.) Karlsruhe. (Die „Karlsruher Zeitung“ und die „Berliner Vorfälle.“)
Italien. (Die Turiner Kammer. — Pellegrini zu Genua verhaftet. — Neuestes aus Rom, Padua und Neapel.)
Französische Republik Paris. (Das Constitutionsfest. — Vermischtes. — National-Versammlung. — Cavaignac.)
Deutschland.
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[ * ] Köln, 17. Novbr.
Die beiden Gemeinderäthe, Klein und Classen, welche im Auftrage der Verwaltung (Köln hat gegenwärtig keine Vertretung in Berlin) und auf den Wunsch mehrerer Mitglieder des Gemeinderathes am Sonntag Abend nach Berlin reisten, um den im Gemeinderath gefaßten Beschluß dem Präsidenten der Nationalversammlung zu überbringen, sind zurückgekehrt und theilen uns Folgendes mit:
Am Dienstag Morgen 9 Uhr hatten wir Audienz bei dem Präsidenten der Vereinbarungs-Versammlung, Herrn v. Unruh, welchen wir von einem Kreise von Deputirten aus allen Fraktionen der Kammer umgeben fanden. Nachdem wir uns unseres Auftrages durch Ueberreichung der Adresse des Gemeinderathes, sowie einer Adresse der Volksversammlung im Eiser'schen Saale mit 7000 Unterschriften entledigt hatten, sprach der Präsident ungefähr Folgendes:
Rede des Herrn von Unruh an die Kölnische Deputation:
„Es freut mich, daß auch die Stadt Köln unserem Beschlusse beistimmt; aus vielen Städten, Stettin, Magdeburg, Brandenburg, Breslau, Halberstadt etc., sind uns bereits die Zustimmungserklärungen zugekommen, und da durfte ich nicht zweifeln, daß Köln, und überhaupt die Rheinprovinz, welche durch ihre freieren Institutionen schon früher einen Vorsprung in politischer Bildung vor den übrigen Provinzen erlangt hatte, das Verhalten der Nationalversammlung billigen würde; wir sind den Weg gegangen, den uns Pflicht und Gewissen zur Wahrung der uns anvertrauten Volksrechte angewiesen, und das wird das Volk anerkennen. Sagen Sie Ihren Mitbürgern, Sie möchten es nicht als Parteisache betrachten; alle Parteien müßten verschmolzen sein, es sei Sache aller Parteien, Sache des ganzen Volkes, dessen Rechte und Freiheiten ernstlich bedroht seien.
Sagen Sie auch Ihren Mitbürgern, daß zu der von Ihnen belobten einigen, würdigen Haltung der Kammer die Mäßigung aller Parteien in der Nationalversammlung, namentlich die Mäßigung der Linken vieles beigetragen habe. Wir bieten Alles auf, um einen blutigen Konflikt zu vermeiden, um durch die gewaltige moralische Kraft des passiven Widerstandes eines ganzen Volkes unsere Rechte zu vertheidigen, ob es aber möglich sein wird, einen Zusammenstoß zu vermeiden, wer vermag es zu sagen, da unsere Gegner alles aufbieten, ihn herbeizuführen, und durch die strengsten Maßregeln das gereizte Volk zum Aeußersten bringen.
Ich danke der Stadt Köln im Namen der Nationalversammlung für den Dank, den Sie uns votirt haben; wenn die Provinzen festhalten an ihrem Mittelpunkte, an uns, an ihrem guten Recht — so wird uns hoffentlich der Sieg werden! Nun, meine Herren, (uns die Hände drückend) leben Sie wohl! Es ist vielleicht das letzte Mal, daß wir uns sehen; es ist bis zum Aeußersten gekommen — Alles steht auf dem Spiel!
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[ * ] Köln, 17. November.
Karl Schapper wurde vorgestern aus der Untersuchungshaft entlassen. Er begab sich sofort in die Volksversammlung im Eiser'schen Saale, wo seine Freilassung mit lauter Beifallsbezeugung begrüßt wurde.
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[ * ] Mülheim an der Ruhr, 14. November.
Hohe Nationalversammlung!
Durch den am 9 d. Mts. gefaßten Beschluß, daß die Krone nicht befugt sey,
„Die National-Versammlung wider ihren Willen zu vertagen, verlegen oder aufzuheben,“
hat sich die National-Versammlung für das ganze Volk verdient gemacht. Wir geben einer hohen National-Versammlung unsre völlige Zustimmung zu diesem gefaßten Beschluße zu erkennen. Wir versprechen und geloben zugleich durch Alle uns zu Gebote stehenden Mittel, demselben Geltung zu verschaffen.
Von dem hiesigen demokratischen Verein ist schon am 12 d. Mts. eine ähnliche Adresse abgegangen.
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[ * ]Xanten, 14. Nov.
Die Bürger von Xanten haben in diesem für das Vaterland so verhängnißvollen Augenblicke der Nationalversammlung in Berlin in einer Adresse die entschiedenste Zustimmung zu den in den Tagen des 8. und 9. d. M. von der Hohen Versammlung gefaßten Beschlüsse ausgesprochen und mit Energie gegen die, die Rechte der Nationalversammlung und die Rechte und Freiheiten des Volkes angreifenden und verletzenden Regierungsakte protestirt. Die hochherzige Nationalversammlung, die in ergreifender Größe und Erhabenheit in diesen Tagen Angesichts der Gewalt tagte, darf des begeisterten Beifalls jedes Vaterlandsfreundes sicher sein und mit Muth wird die ganze Nation ihrer Nationalversammlung zur Seite stehen!
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[ * ] Malmédy, 14. Novembre.
A l'Assemblée nationale à Berlin.
L'attitude digne, calme et énergique que les nobles représentants de la nation ont su garder dans ces jours funestes, ou les libertés conquises couraient les plus grands dangers, a pénétré les soussignés, habitants a Malmédy, de l'admiration la plus vive et de la reconnaissance la plus profonde. En se hâtant d'offrir à l' Assemblée nationale l' hommoge de ces Seutiments, les Sonssignés ont l'[unleserlicher Text] honneur de lui donner en mème temps les assurances de leur respectueuse et inviolable fidélité.
Malmédy, 14. Novembre 1848.
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[ * ]Mayen, 14. November.
Folgende Adresse mit mehr als 400 Unterschriften bedeckt, ging heute an die Nationalversammlung nach Berlin ab:
Hohe Nationalversammlung!
Ein Gefühl der innigsten Freude durchdrang uns bei der Nachricht, daß eine hohe Versammlung den Befehl Ihrer Vertagung und Verlegung mit Entschiedenheit zurückgewiesen hat und sich mit großer Majorität unauflösbar erklärte.
Wir Unterzeichnete fühlen uns durch eine so würdige Haltung zu innigstem Danke verpflichtet und hegen die volle Zuversicht, daß Sie sich in der festen Verfolgung der betretenen Bahn durch ein Ministerium Brandenburg-Manteuffel nicht beirren lassen werden. Mögen Sie die Versicherung hinnehmen, daß wir, sollte es die Reaction zum Aeußersten kommen lassen, bereit sind, für unsere gerechte Sache Gut und Blut zu lassen.
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[ * ] Wesel, 15. Novbr.
Gestern wurde hier von einer sehr zahlreichen Volksversammlung folgende Adresse an die Nationalversammlung beschlossen:
Hohe National-Versammlung!
Die unterzeichneten Bürger von Wesel erklären:
in Erwägung, daß nach §. 13 des Wahlgesetzes vom 8 April d. J. „die auf Grund dieses Gesetzes zusammentretende Versammlung dazu berufen ist, die künftige Staatsverfassung durch Vereinbarung mit der Krone festzustellen und die seitherigen reichsständischen Befugnisse in Bezug auf die Bewilligung von Steuern und Staatsanleihen für die Dauer ihrer Versammlung interimistisch auszuüben“ —
daß sie dem am 9. d. M. von der Versammlung gefaßten Beschluß:
„der Krone nicht das Recht zuzugestehen, die Versammlung wider ihren Willen zu vertagen, zu verlegen oder aufzulösen“
ihre volle Zustimmung geben und mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln dahin wirken werden, denselben aufrecht zu halten.
Wesel, den 14. November 1848.
Mit welcher unerhörten Schaamlosigkeit die Reactionäre hier jetzt ihr Unwesen treiben, dieß geht aus folgenden, im sogenannten constitutionellen Vereine gestellten Anträgen hervor:
1) Eine Dankadresse an Windischgrätz!
2) An den Minister Brandenburg!
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[ * ] Neuß, 13. November.
Herr Dr. Rottels!
Die öffentlichen Blätter nennen Sie mit unter der Gott Lob! kleinen Zahl derjenigen Volksvertreter, welche am 9. cur. in Folge des Auftretens des Ministeriums Brandenburg es für gut befanden, ohne Weiteres den Saal zu verlassen, und wir finden Sie sogar unter den Unterzeichnern jenes Manifestes, worin von der Minorität die willkührliche Vertagung und Verlegung der Versammlung vertheidigt und gutgeheißen wird.
In der Sitzung vom 2. c, wo es sich darum handelte, eine Deputation an den König zu senden, um ihn über die bedrohliche Lage des Landes und die Stimmung der National-Versammlung aufzuklären, haben Sie schon den in unseren Augen nicht zu rechtfertigenden Schritt gethan, sich aus der Versammlung zu entfernen, ohne Ihre Stimme für oder gegen den damals zu fassenden wichtigen Beschluß abzugeben.
Wir fragen Sie, wie wollen Sie solche Schritte, solches Benehmen uns, Ihren Wählern gegenüber, rechtfertigen? Wie können Sie es verantworten, daß Sie die Wahlmänner vor Ihrer Wahl im hiesigen öffentlichen Blatte so sehr getäuscht haben! Sie erklärten sich damals als den größten Feind des Absolutismus und der Bureaukratie, weil gerade Sie durch dieselben so sehr gelitten, und nun treten Sie als Vertheidiger derselben auf?! —
Ja, wir fragen Sie, in welches Licht stellen Sie sich der Welt gegenüber, die von jedem Manne von Charakter, wie viel mehr von einem Volksvertreter, einen Ausspruch in dem einen oder andern Sinne erwarten mußte? — Sie aber scheinen nicht einmal den Muth Ihrer Meinung zu haben — abgesehen von den Gesinnungen, aus denen diese Meinung hervorgeht. Diese Gesinnungen, Herr Dr. Rottels, wir erklären es Ihnen hiermit laut, sind nicht die unsrigen. Wir verlangen eine Vertretung und gewissenhafte Wahrung unserer Interessen; Sie aber scheinen es sich zur Aufgabe gemacht zu haben, die Rechte des Volks den absolutistischen Eingriffen der Gewalt Preis zu geben, ja nur die Interessen der Krone zu vertreten.
Bereits gestern ging von hier eine mit vielen hundert Unterschriften bedeckte Adresse, wovon hierbei Abschrift folgt, an die Berliner Versammlung ab, worin ein großer Theil der Bürgerschaft der Versammlung die wärmste Anerkennung für ihr mannhaftes Auftreten zollt, und sie zum Beharren auf [Fortsetzung]
[Feuilleton]
Blum.
Vor zwei und vierzig Jahren war's, da hat mit Macht geschrieen
Ein siebentägig Kölner Kind auf seiner Mutter Knieen;
Ein Kind mit breiter, offner Stirn, ein Kind von heller Lunge,
Ein prächtig Proletarierkind, ein derber Küferjunge.
Er schrie, daß in der Werkstatt rings des Vaters Tonnen hallten;
Die Mutter hat mit Lächeln ihn an ihre Brust gehalten;
An ihrer Brust, auf ihrem Arm hat sie ihn eingesungen: —
Es ist zu Köln das Wiegenlied des Knaben hell erklungen.
Und heut in diesem selben Köln zum Wehn des Winterwindes
Und zu der Orgel Brausen schallt das Grablied dieses Kindes.
Nicht singt die Ueberlebende, die Mutter, es dem Sohne:
Das ganze schmerzbewegte Köln singt es mit festem Tone.
Es spricht: Du, deren Schoos ihn trug, bleib still auf deiner Kammer!
Vor deinem Gott, du graues Haupt, ausströme deinen Jammer!
Auch ich bin seine Mutter, Weib! Ich und noch Eine Hohe —
Ich und die Revolution, die grimme, lichterlohe!
Bleib du daheim mit deinem Schmerz! Wir wahren seine Ehre —
Des Robert Requiem singt Köln, das revolutionäre!
So redet Köln! Und Orgelsturm entquillt dem Kirchenchore,
Es stehn die Säulen des Altars umhüllt mit Trauerflore,
Die Kerzen werfen matten Schein, die Weihrauchwolken ziehen,
Und tausend Augen werden naß bei Neukomms Melodien.
So ehrt die treue Vaterstadt des Tonnenbinders Knaben —
Ihn, den die Schergen der Gewalt zu Wien gemordet haben!
Ihn, der sich seinen Lebensweg, den steilen und den rauhen,
Auf bis zu Frankfurts Parlament mit starker Hand gehauen!
(Dort auch, was er allstündlich war, ein Wackrer, kein Verräther!) —
Was greift ihr zu den Schwertern nicht, ihr Singer und ihr Beter?
Was werdet ihr Posaunen nicht, ihr eh'rnen Orgeltuben,
Den jüngsten Tag ins Ohr zu schrein den Henkern und den Buben?
Den Henkern, die ihn hingestreckt auf der Brigittenaue —
Auf festen Knieen lag er da im ersten Morgenthaue!
Dann sank er hin — hin in sein Blut — lautlos! — heut vor acht Tagen!
Zwei Kugeln haben ihm die Brust, eine das Haupt zerschlagen!
Ja, ruhig hat man ihn gemacht: — er liegt in seiner Truhe!
So schall' ihm denn ein Requiem, ein Lied der ew'gen Ruhe!
Ruh' ihm, der uns die Unruh' hat als Erbtheil hinterlassen: —
Mir, als ich heut im Tempel stand in den bewegten Massen,
Mir war's, als hört ich durch den Sturm der Töne ein Geraune:
Du, rechte mit der Stunde nicht! die Orgel wird Posaune!
Es werden, die du singen siehst, das Schwert in Händen tragen —
Denn Nichts als Kampf und wieder Kampf entringt sich diesen Tagen!
Ein Requiem ist Rache nicht, ein Requiem nicht Sühne —
Bald aber steht die Rächerin auf schwarzbehangner Bühne!
Die dunkelrothe Rächerin! Mit Blut bespritzt und Zähren,
Wird sie und soll und muß sie sich in Permanenz erklären!
Dann wird ein ander Requiem den todten Opfern klingen —
Du rufst sie nicht, die Rächerin, doch wird die Zeit sie bringen!
Der Andern Greuel rufen sie! So wird es sich vollenden —
Weh' Allen, denen schuldlos Blut klebt an den Henkerhänden!
Vor zwei und vierzig Jahren war's, da hat mit Macht geschrieen
Ein siebentägig Kölner Kind auf seiner Mutter Knieen!
Acht Tage sind's, da lag zu Wien ein blut'ger Mann im Sande —
Heut scholl ihm Neukomms Requiem zu Köln am Rheinesstrande.

[0760]
[Deutschland]
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[Fortsetzung] der Bahn des Rechts und der Freiheit auffordert, welche aber auch gleichzeitig die Erklärung enthält, daß sie mit Ihrer Handlungsweise durchaus unzufrieden sei und Sie daher ihres Vertrauens verlustig seien.
Wir fordern Sie daher auf, Ihr Mandat in die Hände Ihrer Wahlmänner zurückzugeben, indem wir es weder mit unserer Ehre, noch mit unserem Interesse für vereinbar halten, Sie länger als unseren Vertreter in Berlin zu lassen.
Neuß, den 13. November 1848.
Aus Auftrag einer großen Bürgerversammlung
und im Namen des Bürgervereins:
Der Vorstand des Bürgervereins.
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[ * ] Heinsberg, 13. November.
An eine hohe Nationalversammlung in Berlin.
In den begeisternden Zuruf des ganzen Landes, welcher den jüngsten Beschlüssen hoher Versammlung auf dem Fuße folgen wird, beeilt sich auch der ehrerbietigst unterzeichnete Heinsberger Bürgerverein „zum deutschen Hause“ seine Stimme zu mischen. Nur wenige Tage der Ausdauer noch und kein Ort in dem eine Feder patriotischen Gefühlen Ausdruck verleihen kann, wird in dem geistigen Bürgerwehrkranze fehlen, den die preußischen Städte um Ihr Sitzungslokal schlingen werden. Das wird Ihnen der Schutz der Bajonette ersetzen, die ein verblendeter Diener des Absolutismus der übermannten Bürgerwehr Berlins entrissen hat Möge darum auch fernerhin kein Blut vergossen werden! Möge die hohe Nationalversammlung sich von der Soldatengewalt nöthigenfall sogar aus Berlin vertreiben lassen, nur aber möge sie zusammenhalten in Einigkeit und Treue, und, von Asil zu Asil flüchtend, Beschlüsse fassen, wo es auch sei; denn das Land wird jeden Beschluß zu ehren und auszuführen wissen, ob er von der Landstraße aus erlassen wird, oder aus dem wiedergeöffneten Saale der Singakademie! Ja, wir verhoffen, daß der vom neuen Ministerium hintangesetzte Weg der Vereinbarung zeigen wird, auf wessen Seite der Wille der Nation sich bei diesem Bruche der Volksvertretung mit der Krone schlägt. Wir stehen zu Ihnen, hohe Versammlung, und wenn das ganze Land sich erst gleich uns auf Ihre Seite gestellt hat, so wird das wohl einen hinreichenden Blitzableiter in dem Gewitter bilden, das sich über Ihnen und der tapfern Hauptstadt zusammengezogen hat! Dann aber werden Sie uns auch hoffentlich durch rasche Vollendung einer freisinnigen Verfassung dauerhaftes Heil aus diesem kurzen Unheil zu schmieden wissen!
In vertrauensvoller Ehrerbietung
Heinsberg, den 13. November 1848.
Der Bürgerverein „zum deutschen Hause.“
Julius Gerst, Vereinspräsident Lennarz, Vicepräsident. Eugen
Verpoorten, Sekretär. Franz Jörissen, Redakteur.
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[ * ] Bensberg, 12. November.
Hohe Versammlung.
Auch ohne die Aufforderung Ihres Präsidenten, daß das Land über den zwischen Ihnen und der Krone ausgebrochenen Conflikt sein Urtheil abgeben solle, hätten die unterzeichneten Bürger des Kreises Mülheim am Rhein es für ihre Pflicht gehalten, das zu thun, was hiermit geschieht.
Wir legen Protest ein, gegen den durchaus unconstitutionellen Uebergriff der Krone, der in dem Versuche lag, eine constituirende Versammlung zu vertagen, und einseitig ihre Verlegung an einen andern Ort zu verordnen.
Wir erklären ein Ministerium für ein nicht konstitutionelles, vom Lande nicht anzuerkennendes, das nicht blos ohne Majorität in der Kammer, sondern gegen den so gut wie einstimmigen Willen der Kammer von der Krone aufrecht gehalten worden soll.
Wir erklären Ihnen den Dank und die Einstimmung des Landes zu den von Ihnen gefaßten Beschlüssen welche in demselben Sinne sind.
Wir fordern Sie auf, der Verlegung der Versammlung mannhaft wie bisher zu widerstehen und nicht von dem Posten zu weichen, auf welchem wir, auf welchem das ganze preußische Volk mit allen Mitteln Sie zu erhalten bereit ist.
Bensberg, 12. November 1848.
(Folgen die Unterschriften. 185.)
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Olpe, 15. November.
Hohe Nationalversammlung.
Die Proklamation vom 11. November sagt uns, daß die Nationalversammlung die Volksfreiheit gegen den Absolutismus schützen werde. Wohlan ihr Männer unseres Vertrauens fahret fort in diesen Lagen schwerer Prufung ein Hort der Freiheit zu sein. Auf Euch siehet ganz Deutschland, zeigt Euch dieser Mission würdig Fluch aber denen die unsere Hoffnungen mit Verrath lohnten! —
Für Euch schlägt unser Herz! Euch versprechen wir Gehorsam und Euer ist unsere Waffe.
Kreisstadt Olpe in Westphalen den 14. November 1848.
(Folgen mehrere Hundert Unterschriften.)
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[ * ] Paderborn, 12. November.
Der hiesige Volksverein hatte auf heute eine Volksversammlung auf den Rathhaussaal berufen, und es wurde folgende Adresse einmüthig beschlossen und sofort mit vielen hundert Unterschriften bedeckt:
Vertreter des Volks!
„Ein Gewaltstreich hat Eure Freiheit angetastet! Das Land ist erschüttert durch diesen Einbruch in sein heiliges Recht Aber Ihr trotzet dem Sturme, auf Euch vertrauen wir! Wir protestiren mit Euch gegen jedes Recht der Krone, die Nationalversammlung zu verlegen, zu vertagen oder aufzulösen.
Ihr werdet Stand halten, mit Euch werden wir stehen und fallen!“
Dieselbe Volksversammlung richtete auch an den Paderborner Abgeordneten Herrn O. L. G. Rath Rinteln, welcher spornstreichs von Berlin hierher zurück gekehrt war, die Aufforderung seinen Platz in der Nationalversammlung innezuhalten oder sein Mandat niederzulegen.
Endlich erließ die Volksversammlung noch eine Proklamation an das Landvolk der Umgegend, um dasselbe über den Stand der Dinge aufzuklären und zu gleichen Schritten zu veranlassen.
Der Volksverein hatte auch sofort eine Deputation nach Bielefeld und Minden gesendet, um mit andern Vereinen Maaßregeln gegen die ungesetzlichen Schritte der Staats-Regierung zu vereinbaren.
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[ * ] Münster, 15. November.
An das Volk Westphalens!
Die neuesten Nachrichten aus Berlin sagen, daß das verrätherische Ministerium Brandenburg, trotz der unzweideutigsten Proteste aus allen Provinzen, fortfährt sein Säbel-Regiment auszuuben und die Rechte und Freiheiten unserer Vertreter, wie des Volkes auf das schnödeste zu verletzen.
Berlin ist ohne den geringsten Grund, den man gesetzlich nennen könnte, in Belagerungszustand erklärt, und die Nationalversammlung durch die Gewalt der Bajonnette aus dem Sitzungslocale vertrieben. In andern Städten befolgen einzelne Behörden das Beispiel ihres Ministers Brandenburg, indem sie das Versammlungsrecht aufheben und die Presse beschränken. Das Militair ist im ganzen Lande zur Niederhaltung des Volkswillens vorbereitet.
Mitbürger! es droht Gewaltstreich auf Gewaltstreich! Bereits sollen die Befehle zur Entwaffnung sämmtlicher Bürgerwehren ergangen sein. Wundert Euch nicht, wenn zu derselben Zeit, wo ihr diese Proklamation erhaltet, bereits bei Euch der Versuch gemacht wird Euch eure Waffen zu nehmen. Seid darum auf Eurer Huth! Leistet den entschiedensten Widerstand einem jeden der Euch zumuthet, die Waffen, Euren letzten Schutz, gegen die gesetzlose Gewalt, zu rauben. Bürgerwehrmänner! Ihr seid, da offenbare Verletzungen der von dem Volke errungenen und durch königliches Wort garantirten Rechte vorliegen, nach dem Bürgerwehrgesetze verpflichtet unter die Waffen zu treten. Ein Verrather der es nicht thut! Sorgt vor allen Dingen aber für Munition, für Pulver und Blei. Habt ihr keine Flinten und konnt ihr keine bekommen, so schmiedet Euch Stangen und Piken! Bildet starre Wachen, und wenn Ihr sehet, daß irgenwo die Regierung auch bei uns die geheiligten Rechte des Volkes zu verletzen wagt, so gebrauchet Eure Waffen! Eilet den Angegriffenen zu Hülfe! Lasset die Geschäfte ruhen! Widmet alle Eure Kräfte dem Vaterlande! Vermeidet aber auch alle Unordnungen! Ueberwachet Euch gegenseitig! Suchet Eure Ehre dann mit eben so großer Ordnung als Entschiedenheit Eure Rechte zu vertheidigen! Dann werden wir bald, sehr bald, wieder zu unseren Geschäften zurückkehren und in Ruhe die Segnungen der Freiheit und des Gesetzes genießen konnen.
Und nun noch ein Wort fur Euch, Ihr Soldaten, die das Ministerium Brandenburg jetzt zum Verderben des Volkes mißbrauchen will. Gedenket Eurer Brüder, gedenket Eurer Väter, gedenket Eurer Familie! Ihr fuhlt es, daß es jetzt ein Unrecht wäre gegen das Volk zu kämpfen, aus dem Ihr hervorgegangen seid und in das Ihr binnen kurzer Zeit zurückkehren werdet! Schon haben ehrenhafte Offiziere erklärt, daß sie, weil sie das Verfahren der jetzigen Regierung für ein gesetzloses halten, aus dem Heere auszutreten. Offiziere und Unteroffiziere folgen diesen Beispielen! Ihr Gemeine erklärt Euren Vorgesetzten, daß Euer Gewissen, Eure Ehre, Euer Rechtsgefühl Euch verböte für das ungesetzliche Ministerium gegen die, für ihr gutes Recht streitenden Bürger zu kämpfen. Vereinigt Euch vielmehr mit uns, mit dem Volke, Euren Vätern und Brüdern!
Mitbürger! wir beschwören Euch, säumet nicht, es ist Gefahr im Verzuge!
Münster, den 15. November 1848.
Die Versammlung.
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Düsseldorf, 16. Nov.
Gestern lag in der Gesellschaft „Verein“ eine, wie es scheint, in der Verzweiflung abgefaßte, schuljungenhaft stylisirte Adresse an den König zur Unterschrift auf, worin demselben die Versicherung ertheilt wird, daß die Unterzeichner mit der Verlegung der konstituirenden Versammlung nach Brandenburg sich einverstanden erklären. Außer einem Buchhändler, einem Tuchhändler, einem Kattundrucker, einem Maurermeister, einigen quiescirten altpreußischen Civil- und Militär-Invaliden, einigen sehr jungahnigen Adeligen waren die Unterzeichner nur — — Offiziere.
[(Düss. Z.)]
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@facs0760
[ * ] Cleve, 15. November.
Auf nächsten Sonntag soll eine große Volksversammlung ausgeschrieben, und auch alle Landgemeinden zur Theilnahme an derselben eingeladen werden. Die Absicht ist, seitens aller Gemeinden, dem Könige direkt zu erkennen zu geben, daß man mit der Nationalversammlung zu stehen und zu fallen gedenkt. Zu dem Ende sollen solche Adressen gedruckt und in vielen Exemplaren zur Unterschrift verbreitet werden. Auch die Landwehrmänner wollen in diesem Sinne dem Regimentskommandeur Erklärungen einreichen. Diejenigen 3 Bürgerwehroffiziere, welche sich an der Adresse an die Nationalversammlung nicht betheiligt haben, sollen aufgefordert werden, ihre Stelle niederzulegen. — Allgemein herrscht hier Entrüstung über das hiesige Wochenblatt, welches (offenbar unter dem Einflusse höherer Einwirkung) seinen Lesern von den neuesten Zeiterscheinungen gar nichts mitzutheilen weiß, als den Erlaß des Polizeipräsidenten von Bardeleben vom 10. d. M. und den Protest der 32 Brandenburgischen Deputirten. Nicht zu verwechseln ist damit das hiesige „Bürgerblatt“, welches ohne einer extremen Richtung zu huldigen, dem Fortschritt und den Bewegungen der Zeit Rechnung zu tragen nie unterläßt.
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@facs0760
[ 103 ] Berlin, 15. November.
Seit heute Morgen um 8 Uhr sieht man unter den Linden, in der Behren- französischen- und Wilhelms-Straße große Detachements Soldaten marschiren, in deren Mitte sich ein Wagen befindet, worin sie diejenigen Waffen, welche ihnen abgeliefert werden, legen. Vor jedem Hause bleiben die Soldaten stehen, es erfolgt ein Trommelwirbel und mehrere Soldaten begeben sich in das Haus, um die Waffen in Empfang zu nehmen, die man ihnen giebt. Gewalt wird nicht angewendet. In den Häusern wo der Besitzer erklärt, daß sich keine Waffen im Hause befinden, ziehen sich die Soldaten ohne Weiteres zurück. Ein Bürger stellte sich sogar unter den Linden in seine Hausthür und verwehrte diesen den Eingang. Die Soldaten riefen den Offizier, welchem der Bürger die Habeas-Corpus-Acte vorlas und jeden Eintritt verweigerte. Der Offizier ließ ihn aber von den Soldaten wegstoßen und drang in's Haus. Hier erklärte der Bürger, er habe wohl eine Waffe, er würde sie aber nicht freiwillig herausgeben, sie möchten sich dieselbe suchen. So zogen die Soldaten ohne seine Waffen ab. — Wenn das in den aristokratischen Straßen geschieht, wo keine Arbeiter wohnen; Straßen, die sich ihrer Breite und Lage halber zu keinem Kampfe eignen, was wird erst in den engen, von den Arbeitern bewohnten Straßen geschehen? Dort wird sich jedenfalls ein Kampf entspinnen.
Von den 26,000 Gewehren, welche sich im Besitze unserer Bürgerwehr befanden, sind bis Gesternabend, nach einer zweimal verlängerten Ablieferungsfrist keine 200 abgeliefert worden. (Die Neue Preußische lügt, wenn sie von 8,500 abgelieferten Gewehren spricht.) Heute mögen vielleicht ein paar Hundert aus den Häusern geholt worden sein.
Die Nationalversammlung sollte sich heute Vormittag 11 Uhr im Rathhause wieder versammeln. Kaum waren 40 — 50 Abgeordnete anwesend, so erschienen, bald nach 11 Uhr, mehre Offiziere im Sitzungssaale und der Major von Herbach forderte die Anwesenden auf, den Saal zu verlassen, im Namen des Gesetzes. Das Präsidium war noch nicht anwesend. Abgeordneter Doerk nahm das Wort und erklärte, daß die Abgeordneten der Nation hier versammelt seien, um gesetzmäßige Beschlüsse zu fassen. Der Major zeigte endlich einen schriftlichen Befehl Wrangel's vor, die im Saale der Stadtverodneten versammelten Fraktion, wenn es nothwendig, mit Gewalt auseinanderzutreiben, jedoch keine Waffengewalt anzuwenden. Ein Bataillon hatte das Rathhaus umstellt und alle Eingänge und Treppen besetzt. Die Offiziere und Soldaten waren sehr höflich Der Major bat, man möge ihm doch seine Pflicht erleichtern, er müsse seinem Befehle nachkommen, und es stünde ihm nicht zu, darüber zu urtheilen, ob die Versammlung im Rechte sei oder nicht. Die versammelten Abgeordneten wichen endlich der Gewalt und entfernten sich. Sie werden heute Abend im Milentz'schen Saale eine Sitzung halten und endlich die Steuerverweigerung aussprechen.
Die Stadtverordneten sandten heute eine Deputation an den Prinzen von Preußen, daß er vermittelnd einschreite. Der Prinz von Preußen soll sich jedoch mit allem, was geschehen, einverstanden erklärt haben. Hiermit wären die vielen umlaufenden Gerüchte von einer Meinungsverschiedenheit zwischen dem König und dem Prinzen von Preußen, beseitigt.
General Wrangel ließ heute die Herausgeber der nicht suspendirten Blätter zu sich rufen und eröffnete ihnen, daß sie, im Falle sie ferner erscheinen wollten, weder Berichte über die Sitzungen der Nationalversammlung, noch leitende Artikel bringen dürften, sondern sich nur auf Erzählung aller faktischen Vorfalle, ohne weiteres Raisonnement, zu beschränken hätten. Unter diesen Umständen werden auch die „Nationalzeitung“ und die „Deutsche Reform“ nicht mehr erscheinen.
Die „Reform“, welche gestern trotz der Suspendirung ausgegeben wurde, ist heute Nacht um 3 Uhr mit Beschlag belegt worden. Alle vorgefundenen Manuscripte und Schriften wurden mitgenommen, der im Lokal wohnende Expedient verhaftet und die Thüren verschlossen. Den Redakteur Arnold Ruge suchte man vergangene Nacht und heute am Tage vergebens; man wollte ihn verhaften.
Der Abgeordnete Schramm, welcher vorgestern von Soldaten verhaftet wurde, ist heute auf einstimmigen Beschluß sämmtlicher Kriminalgerichtsräthe und Assessoren (an 30) wieder freigelassen worden.
Der passive Widerstand ist auf's Aeußerste getrieben; man erwartet jetzt jeden Augenblick den Ausbruch des Kampfes. Es muß etwas Entscheidendes geschehen.
Sitzung der Nationalversammlung im Mielentz'schen Saale unter den Linden.
Der Präsident Unruh eröffnet die Sitzung um 7 1/4 Uhr Abends. — Das Protokoll der gestrigen Sitzung wird verlesen. Der Präsident erklärt hierauf, daß er die heutige Sitzung in Folge einer Aufforderung von 203 Mitgliedern angesetzt habe, um über den Bericht der Kommission, die Steuerverweigerung betreffend, zu berathen. — Der Namensaufruf ergibt, daß 226 Mitglieder anwesend sind.
Dierschke nimmt das Wort zur Geschäftsordnung und verlangt, daß der Prinz von Preußen als Abgeordneter des Wirsitzer Kreises einberufen werde, da sein Stellvertreter die Versammlung verlassen habe. Auch möchte man vom Prinzen das ihm angehörige Palais als Sitzungssaal für die Nationalversammlung verlangen. (Letzteres findet allgemeine Mißbilligung.)
Fischer, Abgeordneter aus Westphalen, muß gegen das Verfahren des Abg. Rintelen, welcher den Kreis Meschede (in Westphalen) vertritt, Verwahrung einlegen. Rintelen, der an der Deputation vom 2. d. M., welche dem Könige ihr Mißtrauen gegen ein Ministerium Brandenburg, im Namen der Nationalversammlung, ausgesprochen, Theil nahm, ist unverschämt genug, jetzt selbst als Justizminister in das Ministerium Brandenburg einzutreten. —
Elsner verliest eine Zustimmungsadresse des Vereinigten Landtags von Anhalt und Cöthen an die Nationalversammlung, welche mit großem Beifall aufgenommen wurde, und vom Präsidium beantwortet werden wird.
Kirchmann verliest den Bericht der Kommission über die Steuerverweigerung, welcher sehr ausführlich ist, und juristisch das Recht der Versammlung zur Steuerverweigerung nachweist. Auch die Zweckmäßigkeitsgründe sprechen dafür, indem einem Ministerium, welches einstimmig von der Nationalversammlung als Hochverräther erklärt worden sind, ferner nicht die Verwendung der Staatsgelder überlassen werden darf. Durch die in den letzten Tagen ergriffenen Maßregeln des Ministeriums wird die Nothwendigkeit von Gegenmaßregeln immer dringender. Die Anarchie, welche die Steuerverweigerung mit sich führen wird, kann die Versammlung nicht mehr abhalten, dies letzte Mittel zu ergreifen. — Schließlich zählt Kirchmann alle Sünden des Ministeriums auf. Es läßt keine Deputationen zum König, da es fürchtet, das Herz des Königs würde erweicht werden. Den Zeitungen verbietet Wrangel jede Adresse zu Gunsten der Nationalversammlung aufzunehmen. Das Ministerium veranlaßte die Zurückhaltung der Vossischen Zeitung auf der Post, weil ein leitender Artikel gegen das Ministerium darin enthalten sei u. s. w.
Die Kommission beantragt: Daß kein Ministerium berechtigt sei, Steuern zu erheben, bis dieser Beschluß von der National-Versammlung wieder aufgehoben sei.
Schulze (Delitzsch) stellt folgendes Amendement: Die hohe Versammlung wolle beschließen: Das Ministerium Brandenburg ist nicht berechtigt, über die Staatsgelder zu verfügen und die Steuern zu erheben, so lange als die Nationalversammlung in Berlin nicht ungestört ihre Berathungen fortzusetzen vermag und tritt dieser Beschluß mit dem 17. Novbr. d. J. in Wirksamkeit.
Nach kurzer Debatte und im Begriffe zur Abstimmung überzugehen, öffnet sich die Thüre des Saales und es tritt herein ein Hauptmann mit einer Anzahl Soldaten, den Präsidenten auffordernd, die Sitzung zu schließen und den Saal zu verlassen. (Furchtbare Aufregung der Deputirten und auch der Gallerien).
Präsident: Wir werden den Saal nicht verlassen; wir sind in einem Privathause. Zeigen Sie Ihren schriftlichen Befehl.
Hauptmann: Den habe ich nicht. Wrangel, welcher mich schickt, sagte mir, einen solchen hätte ich nicht nöthig. Ich habe das Haus besetzt und werde Gewalt gebrauchen. (Furchtbarer Tumult. Die Versammlung erklärt, ihre Plätze nicht zu verlassen, aber in Gegenwart der Bajonnette nicht weiter verhandeln zu wollen).
Der Hauptmann entfernt sich mit seinen Soldaten aus dem Saale, vielleicht in Absicht, einen schriftlichen Befehl zur Sprengung der Versammlung einzuholen.
Nun geht man zur Abstimmung über, und es wird obiges Amendement einstimmig angenommen. (Nicht endenwollender Jubel.) Beschluß 1/2 9 Uhr Abends.
Etwa 300 Soldaten hatten das Haus von Innen und Außen besetzt. Obschon während des Belagerungszustandes höchstens nur 10 Mann auf den Straßen stehen dürfen, so waren doch Tausende vor dem Hotel Mielenz versammelt, ohne vom aufgestellten Militär beunruhigt zu werden.
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[ 20 ] Berlin, 15. Nov.
Zu meinem Berichte von gestern habe ich noch Folgendes nachzutragen: Gestern Abend versammelte sich im Klubhause der demokratische Klub. Bald erschien ein Bataillon Soldaten vor dem Hause und besetzte alle Zugänge. Ein Offizier kam mit gezogenem Degen in das Versammlungslokal und erklärte „im Namen des Gesetzes (welches? des Martialgesetzes etwa?) die Versammlung für aufgehoben und forderte sie zum Auseinandergehen auf. Sie gehorchte auch ohne Weiteres. Der Präsident, Aktuar Stein, wurde verhaftet, aber bald wieder freigegeben. — Auch in Mylius-Hotel, den Versammlungsort der Linken, waren am Tage Soldaten eingedrungen und sollen einen Verhaftsbefehl gegen 17 Abgeordnete gehabt haben. Wie bekannt, erschien gestern „die Reform“ trotz Wrangel. Heute Nacht sind ihre Druckerei- und Redaktionslokale militärisch geschlossen worden. — Die Nacht war übrigens noch immer ruhig. Heute Morgen fanden wir die Bezirke des 8. Bataillons vom Militär besetzt und abgesperrt. Die Entwaffnung hat begonnen. Ein Offizier verlas jedesmal das Kriegsgesetz und forderte mit Hinweisung auf die Folgen zur Ablieferung der Waffen auf. Sodann drangen Unteroffiziere mit Mannschaft in die Häuser und holten die Gewehre. Ohne Widerstand lieferten die Spießbürger die Waffen ab und diese nicht nur, sondern selbst ihre Privatmunition. — Nur einige Ehrenmänner erklärten zwar Waffen zu besitzen, verweigerten aber entschieden deren Auslieferung. Unter Mißhandlungen wurden sie verhaftet. — Daß übrigens dieses Bataillon dem Militär keinen Widerstand entgegensetzte, wundert uns nicht: Es war stets das reaktionärste der gesammten Bürgerwehr; es ist dasselbe Bataillon, welches am 31. October gegen die Maschinenbauer einschritt und mehrere derselben tödtete und verwundete —, für die demokratische Sache war es längst verloren; seine Entwaffnung wäre also nicht zu beklagen. — Noch in 2 weitern Bezirken fand heute die Entwaffnung Statt; doch wurden wenig Waffen ausgeliefert. — Die Arbeiter, welche Waffen haben, werden mit ihnen stehen und fallen; dessen sind wir gewiß. Aber sollen sie für eine feige Bourgeoisie, die höchstens Muth hatte, Unbewaffnete zu erstechen und todtzuschießen, ihr Blut vergießen. Wer sich selbst aufgibt, verdient der, daß Andere für ihn noch in die Schranken treten? — Heute Nachmittag sind wieder mehrere Verhaftungen vorgekommen. Ein Herr v. Hochstetter wurde verhaftet, weil er den für einen Schurken erklärte, der seine Waffe auslieferte. — Das Gerücht, daß der König Potsdam verlassen, bestätigt sich nicht. — Wrangel verbietet heute alle Anschläge, mit Ausnahme obrigkeitlicher Bekanntmachungen, der Theaterzettel, Konzert- und Tanzeinladungen, Gefundenes, Verlornes etc. etc. Unsere Presse beschränkt sich auf Annoncen!!
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[ 14 ] Berlin, 15. Nov.
(Morgens) Ich schrieb Ihnen gestern, daß unser Belagerungszustand immer romantischer werde; heute muß ich bemerken, daß er wirklich lamentabel romantisch ist. Die Herren Stadtverordneten begaben sich gestern zum Herrn Wrangel, und flehten ihn an, ihr Leben und Eigenthum zu schützen. Hr. Wrangel erwiederte: daß ihm sein Herz blute bei dem Gedanken, ihnen ein Haar krümmen zu müssen, allein er sei Soldat, und werde nöthigenfalls Alles mit Stumpf und Stiel ausrotten. Da weinten sie zuletzt alle Beide: der humane Wrangel und die muthigen Stadtverordneten. Letztere erließen ein Plakat, worin sie Eltern, Vormünder, Lehrer, Gouvernanten etc. auffordern, die Kleinen hübsch fein im Hause zu behalten. — Ein Hr. Adjutant des Obersten Sommerfeld welcher im Schützenhause die vorgestrige Exekution leitete, hat an den Obersten eine wehmüthige Epistel gerichtet, worin er dergleichen Exekutionen beklagt, allein als „Söldner“ seine Dienste nicht versagt. — Noch eins: Gestern war Dr. Große bei dem Bassermann, um diesen ungeschliffenen Diplomaten aufzufordern, ein energisches Werk in dieser hohlen Zeit mitzusprechen. Hr. Bassermann war zerknirscht und zermalt, zuckte die Achseln und meinte, seine Vermittlung sei fehlgeschlagen, doch werde die Reichsgewalt keine Truppen senden. Wie rührend das Alles ist. — Die zweite Frist wegen Abliefe- [0761] ung der Waffen ist gestern Abend wieder abgelaufen. Heute in der Frühe ist ausgetrommelt worden, jeder Bürger habe sein Gewehr in den Hausflur zu setzen, aus welchem die Soldaten es holen sollten. Wir sind voll Erwartung, ob bei dieser Manipulation nicht endlich der erste Schuß fällt, und ob nach demselben unsere Landeskinder im bunten Rocke noch ferner mit uns fraternisiren werden. Es ist wahr, bis jetzt haben sich weder Soldaten noch Bürger zu beklagen. Die Ersteren erhalten von den Letzteren Schnaps, Tabak, Plakate, Händedrücke etc. gratis, dafür bekommen die Letzteren auf ihre ewigen Fragen: ihr schießt doch nicht auf uns? unfehlbar ein dumpfes „Nein!“
So leben wir, so leben wir etc.
Die Herren L. Buhl, May und Stein hatten gestern eine heldenmüthige Aufforderung an die Bevölkerung erlassen: an einem Klub in der Leipzigerstraße trotz des Belagerungszustandes Theil zu nehmen. Man hätte nun in Einfalt denken sollen, diese Herren Demokraten würden doch wenigstens dafür gesorgt haben, daß der Klub ungestört bliebe, oder Gewalt mit Gewalt vertrieben werde. Doch nein — nach Eröffnung des Klubs kamen die Herren Militärs und jagten die Herren Demokraten fort. Hr. Stein hatte das Vergnügen auf 1/4 Stunde verhaftet zu werden. Suum cuique.
Die Presse der „Reform“ ist diese Nacht um 3 Uhr versiegelt worden. Ruge wird von der Polizei gesucht.
1 Uhr. Die Entwaffnung hat begonnen. Man wählt zuerst die guten Viertel: Linden, Behrenstraße. Die Soldaten machten dort Beute und verhafteten u. A. drei Kammergerichtsassessoren, die ihre Waffen nicht abgeben wollten. Man hofft, daß das Militär in den demokratischen Vierteln auf energischen Widerstand stoßen werde.
6 Uhr. Es ist vollkommen ruhig in der Stadt. Beim besten Willen kann ich nur im telegraphischen Depeschenton schreiben. Die friedliche Waffenauslieferung in einigen Straßen der Friedrichsstadt ist fortgesetzt worden. Der Demokrat v. Hochstätter wurde verhaftet. Zwei Bataillone der Bürgerwehr (das 5. und 14.) erklären in einem Anschlage, daß sie die Waffen nicht abgeben werden.
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@facs0761
Karlsruhe.
Das Karlsruher Hofblättchen berichtet über die Berliner Ereignisse in folgender heiterer Weise:
Berlin schaut sich verdutzt und verblüfft an, und aus jedem Blicke lies't man die Worte: „Ist es möglich, in einem Tage und so leichten Kaufes solche Umwandlung?“ Die Stadt hat ihr volkssouveränes rothbärtiges Antlitz mit dem befiederten Kalabreserhut abgelegt und das preußische Militärgesicht lacht strahlend aus dem bebuschten Helm hervor. General Wrangel, welcher sein Hauptquartier im hiesigen königlichen Schlosse aufgeschlagen hat, ist seit gestern das sichtbare Oberhaupt der Stadt. Im Kriegsministerium rathschlagt das Gesammtministerium in Permanenz, die kräftigsten Maßnahmen nach allen Seiten hin schleudernd. Man kann sagen, in Berlin ist ein Kaiserschnitt gemacht worden.
Italien.
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[ * ]
Nachrichten aus Turin vom 10. November melden eine wichtige Krise. Beim Schluß der dritten und letzten geheimen Sitzung der piemonteschen Deputirtenkammer, in welcher das Ministerium seinen Rechenschaftsbericht zu Ende führen sollte, zog sich die Opposition in Masse zurück. Turin befand sich in Folge dieses Schrittes der Linken in der lebhaftesten Aufregung. — Zu Genua hatte man am 9. Nov. den Advokaten Pellegrini verhaftet. Nach Briefen aus Rom vom 4. Nov. hielt man den Rücktritt des Kabinets Rossi für wahrscheinlich. — In Padua ging es gegen Ende Okt. entsetzlich zu. Das östreichische Militär gab sich allen erdenklichen Exzessen hin: Mord, Diebstahl und Nothzucht gehörten zu den alltäglichen Dingen. Welden war niemals zufrieden; er plünderte die öffentlichen Kassen und brandschatzte sonst auf jede Weise. Nacht für Nacht fanden in den Kasernen Füsiladen statt. — Aus Neapel meldet man unterm 4. Nov., daß Mr. Tempel zum großen Bedauern des Königs, des Ministeriums und der auswärtigen Diplomatie, noch nicht von Marseille eingetroffen war. Neapel war fortwährend ruhig. Ebenso Palermo und Messina.
Französische Republik.
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[ 19 ] Paris, 14. Nov.
Wenn Sie in den Fabrik-Korrespondenzen der deutschen Blätter, oder in den französischen Reaktions-Journalen pomphafte Phrasen über das vorgestrige Konstitutionsfest lesen, so glauben Sie kein Wort von all diesen Prahlereien. Ein Fest zur Feier der Konstitution! Die Feier war nichts als eine bewaffnete Drohung der Bourgeoisie gegen das Volk. Vater Marrast stand unter einem purpurnen Baldachin auf dem Altar, und las das große Werk, welches die Nationalversammlung unter so bittern Schweißtropfen, unter Kanonendonner, Belagerungszustand, nächtlichen Schlächtereien des Volkes, Vernichtung aller errungenen Freiheiten, zu Stuhl gefördert hat; der Erzbischof gab den Segen der Kirche dazu, und der General Cavaignac ließ die ganze Pariser Militärmacht, welche 4 Stunden Zeit dazu gebrauchte, vorbeimarschiren, um dem Volk die Ermahnung zu ertheilen, das heilige Buch der Bourgeoisherrschaft nie zu berühren. Die „Honetten,“ die Pfaffen und das Säbelregiment, — erbauliche Verbrüderung! Ueber dem Baldachin, unter welchem Marrast stand, hatte man die lächerliche Inschrift angebracht: Liebet Euch untereinander! Und gerade hinter dem Baldachin befindet sich der Souterrain des Tuileriengartens, in welchem die Garde mobile nach der Junischlacht drei Nächte lang die gefangenen Insurgenten durch Pelotonfeuer niedermordeten. Liebet Euch untereinander! Der Marquis der „Honetten“ las die Konstitution, welche das Recht der liebevollen Wölfe der Bourgeoisie garantiren soll, ihre geliebten Proletarier-Schafe zu plündern und auszusaugen, und der Säbel Cavaignac's zeigte sodann dem souveränen Volke die kleine Macht von 400,000 Bajonetten, um ihm den nöthigen Respekt vor dieser brüderlichen Liebe einzuflößen. Das war die ganze Historie der Konstitutionsfeier. Das Volk hatte sie richtig verstanden, denn es war fortgeblieben. Auf dem ganzen Platz sah man nur Juden, Börsenspekulanten und Bourgeoisweiber: nirgends eine Arbeiterblouse. Auch die Nationalgarde aus dem revolutionären Toulouse, für welche besonders Quartier gemacht war, hatte sich nicht eingefunden; ihre Erklärung lautete, daß sie in der Proklamation dieser Konstitution keinen Grund zu Festlichkeiten finde! Es war ein schmutziges Fest. Die Nationalgarden sahen ärgerlich aus, daß der Schnee ihre gestickten Uniformen verdarb; das „Vive la Republique“ war sehr spärlich, und aus der 10. Legion rief man fast allgemein: „Vive la Republique democratique et sociale!“ Die braven Mobilen dagegen waren schon Morgens um 8 Uhr voll ihres süßen Lieblings, des gebrannten Wassers. Vielleicht war dies auch der Grund, weshalb der General Cavaignac so früh, nachdem blos zwei Legionen vorübergezogen waren, das „Liebesfest“ verließ, obwohl einige Franzosen neben mir meinten, er habe Furcht vor einem Attentat. „Liebet Euch untereinander!“ Zweifelt Herr Cavaignac, daß die Arbeiter (vielleicht bald) Liebe mit Liebe vergelten könnten?
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Paris, 15. Nov.
Die Nachrichten aus Berlin werden verschlungen. Aber unsere innern Angelegenheiten beschäftigen uns so, daß wir keine Zeit zu langen Kommentaren haben.
Fast alle Journale klatschen der preußischen Nationalversammlung Beifall zu, nur die alte Hyäne „Union“ macht die beißende Bemerkung:
„Unsere Berichte aus Berlin reichen bis zum 11. Novbr. Nachmittags 4 Uhr. Bis zu diesem Augenblick hatte man noch keinen Kampf gewagt. Die Besiegung der Wiener bringt die Emeutiers von Berlin zum Nachdenken.“
Armer Heinrich! Armer Lübis! Wie wenig kennt Ihr die deutschen Zustände. Es ist ein wahrer Jammer um die Pariser legitimistische Presse.
— Marrast's gestrige Wiederwahl zum Präsidenten der Nationalversammlung hat die Spekulanten des Opernganges bedeutend verblüfft. Durch diese Wahl kennt man die eigentliche Stärke der Rue de Poitiers (rechts) oder der sogenannten Thierspartei. Sie beträgt nur 146 Mann und hat sehr enttäuscht.
— Die Rue de Poitiers hat sich gespalten. Rechts sitzen Constitutionnel und Presse mit einigen legitimistischen Ueberbleibseln und links sitzen seit gestern Journal des Debats und Siecle. Die Rechte stimmt für Louis Bonaparte und die Linke hat sich für Cavaignac ausgesprochen. Die erste Frucht dieser Spaltung war die gestrige Wiederwahl Marrasts, die um so wichtiger ist, als sie gerade in die Periode der Präsidentenwahl fällt.
— Gestern Abend war die Hälfte der Tuilerien (Galerie Diana), zum ersten Male seit dem Sturze des Königthums wieder glänzend erleuchtet. Changarnier, Befehlshaber der Bürgerwehr, gab den zum Verfassungsfest herbeigeeilten Offizieren darin ein großes (Verbrüderungs) Gastmahl.
— In einem Briefe, worin er der fremden und hiesigen Bürgerwehr für ihren Eifer am Verfassungsfest dankt, sagt Marrast wörtlich:
„Mein Herr und Kollege (Changarnier)! Ich muß Ihnen im Namen des Bureaus der Nationalversammlung für die vortreffliche Ordnung danken, die am Sonntage bei allen Bewegungen der unter Ihrem Befehl stehenden Bürgerwehr obwaltete. Ich glaube nur der Uebersetzer der Gefühle der Nationalversammlung zu sein, wenn ich in ihrem und meinem Namen für die große Theilnahme an der feierlichen Promulgation der Verfassung diese Dankgefühle ausspreche. Paris hat schon einmal das Schauspiel genossen, die Bürgerwehr der Stadt und Umgegend muthig herbeieilen und im Verein mit unserm tapferen Heere für Rettung der bedrohten Civilisation kämpfen zu sehen (marcher ensemble avec courage ainsique notre vaillante armée au secours de la civilisation menacée) u. s. w.
Paris, 13. Novbr. 1848.
(gez.) A. Marrast,
Präsident der Nationalversammlung.“
— Der Minister des Innern hat auf das Gerücht hin, daß sich in Metz, Straßburg und andern Gränzorten neue deutsche Freischaaren zu bilden im Begriffe ständen (was übrigens eine reine Erdichtung mehrerer reaktionärer Blätter wäre) um neue Einfälle in die deutschen Grenzländer zu beabsichtigen, ein Rundschreiben an sämmtliche Ost-Departements-Präfekten erlassen, worin er die strengste Vorsicht bei fernerer Verleihung von Pässen sowohl für Deutsche als Franzosen, welche nach Deutschland Pässe verlangen, zu beobachten befiehlt.
— Der Kassationshof versammelte sich heute Vormittags, um laut der neuen Verfassung zur Wahl derjenigen Glieder zu schreiten, welche mit den Gliedern der Nationalversammlung in den neugeschaffenen Justizhof für Hochverräther treten sollen. Gewählt wurden: 1) Rochez, 2) Berenger, 3) Harduin, 4) Hello, 5) Boissieux. Die Herren Pataille und Delapalme sind zu Stellvertretern ernannt worden.
— Eine Post aus Neapel vom 2. Nov. meldet, daß Admiral Baudin mit 2 Kriegsfregatten gegen Tunis gesegelt ist, um den dortigen Bey, welcher Miene macht, die französische Republik nicht anzuerkennen, zur Rechenschaft zu ziehen.
— Depeschen aus Rom vom 4. Nov. melden, daß sich die dortige Geistlichkeit beeilt hat, die Summe von 4 Mill. Piaster in verschiedenen Zahlungen zur Verfügung des Finanzministers zu stellen, welcher Miene gemacht zu haben scheint, die Konfiskation sämmtlicher Kirchengüter dem Parlament vorzuschlagen, das schwerlich gezögert haben würde, dieselbe auszusprechen.
— Zu Narbonne riß die Polizei ein Plakat ab, das auf Wiedereinführung der Guillotine für die Reaktionäre und des Galgens für die Unterstützer der Tyrannen (Präsidenten u. s. w.) bildlich anträgt.
— Die Schaufenster der Pariser Bilderläden werden fortwährend belagert. Eine reiche Auswahl von zum Theil sehr geistreichen Zerrbildern gegen Bonaparte, Lamartine, Cavaignac, Ledru-Rollin und Raspail, die fünf Kandidaten für die Heirath der jungen Republik, ziehen stündlich immer mehr Neugierige heran. Die Polizei darf das nicht hindern.
— Die zahlreichen Socialistenbankette lassen den Hrn. Marrast nicht ruhig schlafen. Das Bankett der Luxemburgdelegirten und Anhänger Louis Blanc's scheint ganz besonders seinen Schlummer gestört zu haben, denn er hat den Minister des Innern veranlaßt, bei den Organisatoren dieses Banketts mehrere Haussuchungen zu verfügen, gegen welche diese heute in den demokratischen Journalen stark reklamiren. Wahrscheinlich fürchtete Marrast einen neuen Sturm gegen die Civilisation, die unter seinem Scepter so vortrefflich gedeiht, daß über 11,000 Bankrotte angemeldet sind und die Hälfte der Pariser von Almosen lebt.
— Marrast begibt sich am nächsten Sonntage nach Arras, um dort die Verfassung in Person vorzulesen. Die dortige Bürgerwehr hat ihn speziell eingeladen.
— Die Kriegsgerichte sitzen immer noch fleißig und verurtheilen die Juniräuber immer noch frisch darauf los. Gestern wurden deren zwei zu 15jährigem resp. 10jährigem Gefängniß verurtheilt, weil sie Barrikadengeneräle gewesen! Merci Hr. Marrast.
Gestern versammelten sich 3—4000 Zimmerleute, Maurer und Proletarier, um sich zu besprechen, welche Maßregeln sie zu ergreifen hätten, um die Staatsbauten auf eigne Rechnung auszuführen, die auf dem Marsfelde für die Truppen beginnen. Es wurde ein Ausschuß zu Vivien, Staatsbautenminister, geschickt, der ihm jedoch erklärte, daß jene Bauten unter den Bereich des Kriegsministers gehörten, weshalb sie sich an den General Lamoriciere heute wenden sollen.
Nicht die geringste Störung ist vorgefallen!
National-Versammlung. Sitzung vom 15. November. Vizepräsidend Havin eröffnet um 1 1/2 Uhr die Sitzung.
Grandin wundert sich, daß der Moniteur nicht das letzte gestrige Skrutin (Namensliste der Stimmenden beim Budget) enthalten habe. Woher das komme?
Corbon: Ich präsidirte gestern und da die Versammlung beim letzten Skrutin nicht mehr vollzählig war (500), so wurde dasselbe verworfen und ich untersagte auf den Rath eines der Herren Schreiber das Einrücken der Namen in den Moniteur. (Erstaunen über dieses Verfahren des bornirten Vizepräsidenten „Arbeiters“ Corbon).
Etchverry: Ich trug neulich darauf an, gar keinen Urlaub mehr zu bewilligen. Warum bringt man meinen Antrag nicht zur Sprache. Wenn diese Urlaubssucht fortdauert, so sind wir in wenigen Tagen nicht mehr beschlußfähig
Duclerc: Auch heute sind wir schon nicht mehr beschlußfähig. (Oho!) Man beginne den Namensaufruf.
Bewilligt. Ein Schreiber schreibt nun Alle auf, die nicht antworten. Man bemerkt darunter Louis Bonaparte, Jerome Bonaparte und dreihundert Andere, die nicht antworten, d. h. abwesend sind.
Viele springen aus den Sälen herbei und so mochten wohl etwa 500 vorhanden sein.
Man will zur Berathung der Bedingungen schreiten, welche die Arbeiter (Gesellen u. s. w.) zu erfüllen, wenn sie Verträge unter einander Behufs Ausführung von Bauten u. dgl. abschließen wollen. Diese Associationsverträge sind als Hauptfebruarprodukt höchst wichtig.
Bineau, der Budgetmann, protestirt gegen diese Verdrängung der Budgetdebatte.
Tourret, Handelsminister, sagt: Ich bin es, der die Tagesordnung hat ändern lassen, weil der Gegenstand eine schnelle Erledigung erfordert. Die National-Versammlung votirte bereits 3 Millionen Fr., um die Arbeiter-Associationen zu unterstützen. Es handelt sich demnächst darum, diese Summe zu vertheilen.
Havin: Es blieb gestern noch ein Skrutin über den Antrag Stourms auf 10,000 Fr. Reduktion vom Unterrichtsbudget zu erledigen über. Dies möchte vor allen Dingen erledigt werden.
Dies geschieht. Die Reduktion wird mit 300 gegen 235 Stimmen angenommen.
Jetzt schreitet die Versammlung zur Berathung des Gesetzentwurfs rücksichtlich der Arbeiter-Associationsverträge.
Tourret, Minister: Sie haben also 3 Millionen Fr. votirt, um diese Verträge zu ermuthigen. 440 Arbeiter-Associationen haben sich gemeldet, um an diesem Kapital Theil zu nehmen. 35 sind zugelassen worden, 144 wurden verworfen. Alle diese Anträge wurden von einer Kommission sorgfältig geprüft. 574,000 Fr. fallen hiernach auf Paris; 800,000 Fr. auf die Departements. Also im Ganzen wurden etwa 1,374,000 Fr. vertheilt. Die übrigen sind noch zu berücksichtigen und warten auf Bescheidung. Daher die Dringlichkeit der Sache. Drucker, Uhrmacher, Schmiede, Tischler, Färber u. s. w. sind es besonders, die sich associrten. Sind auch diese Associationen noch unvollständig, so sind sie doch eine Uebergangsbrücke. Vorläufig handelt es sich vor Allem um Sportelfreiheit für ihre Verträge.
Corbon will für das Dekret stimmen, wenn man dadurch nicht den Socialismus und Kommunismus ermuntere. (Murren vom Berge.)
Der Entwurf (1. Artikel) wird angenommen.
Art. 2 des Gesetzentwurfs über die Arbeiter-Associationen lautet:
„Die Darlehen, die der Staat den Arbeiter-Associationen macht, sind mit 3 Prozent zu verzinsen. Eben so sind die Darlehen des Staates selbst zurückzuzahlen, je nachdem die Associationen prosperiren. Die Zinszahlungen sowohl, als die Kapitalrückzahlungen, werden in die Staatskasse geleistet, und daraus ein Fonds gebildet, aus welchem künftig nach gegenwärtigem Gesetze und im Namen des Gesetzes vom 5. Juli c., wieder neue Associationen unterstützt werden sollen, sei es zwischen Arbeitern und Arbeitern, oder Arbeitern und Meistern etc.“
Dupin, der Alte, fürchtet, daß diese Neuerung zum Sozialismus und Kommunismus führe, und bekämpft sie.
Alcan und Tourret unterstützen sie jedoch, und der Entwurf geht durch. Das ganze Gesetz wäre somit erledigt.
Fould wünscht, daß man die Tresorbons und Sparkassenbüchel Entschädigungsvorschläge der Regierung, von denen gestern die Rede war, sofort oder morgen diskutire; die Börse würde sich dann mehr beruhigen. (Ja, Ja, Nein! Nein!)
Trouvé Chauvel, Finanzminister, hat nichts dagegen. Er ist bereit.
Bineau und Fauilos bekämpfen jedoch diese Eile. Der Montag sei festgesetzt. (Derselbe bleibt für die Berathung vorbehalten und Hr. Fould muß Geduld haben.)
Die Versammlung kehrt zum Unterrichts-Büdget zurück und genehmigt die davon noch übrig gebliebenen Posten.
Die Sitzung wird um 6 1/4 Uhr geschlossen.
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[ * ] Herr Cavaignac.
(Fortsetzung statt Schluß.)
Herr Moreau, Volksrepräsentant, ehemaliger Maire des achten Arrondissement, bezeugt:
„Am Donnerstag Abend, den 22. Juni, sah ich eine Menschenmasse von 2000 Mann ungefähr; sie gaben sich ein Rendezvous für den andern Morgen. Man begann wirklich mit den Barrikaden am andern Morgen. Herr Recurt kam frühzeitig auf die Mairie. Ich gab Ordres, die von einem Beamten der Mairie schlecht ausgeführt wurden. Ich begab mich selbst auf den Weg und ließ die begonnenen Barrikaden zerstören. Der Rappel führte wenig Nationalgarde herbei, 2 oder 300. Auf meine Forderung, ein Regiment der Linie zu beschaffen, antwortete Recurt, daß dieß ihn nichts angehe. Die Emeute wurde stärker, man kam der Mairie ankündigen, es sei nothwendig, gegen die Nationalversammlung zu marschiren. Ich weigerte mich. Nationalgarden wurden gezwungen, Theil am Barrikadenbau zu nehme. Um 2 Uhr Freitags (23. Juni) kam Besloy. Er wurden gebeten, Mannschaften zu schicken; er nahm Notizen auf und entfernte sich. Ein einziger Polizeikommissar leistete mir wirkliche Dienste, um 2 1/2 Uhr kam eine Patrouille von 350 Mann auf die Mairie. Es wurde Abend. Recurt und Bixio kamen gegen 4 Uhr. Garnier-Pagès und Pagnerre langten endlich an und sagten beim Eintreten in die Mairie: „Sein Sie ruhig; man wird Ihnen Hülfe schicken.“ Niemand kam. Mit einem Worte, wenn das Fb. St. Antoine nicht verlassen und ohne Hülfskräfte geblieben wäre, es wäre nicht der Emeute anheimgefallen. Ich hätte es behauptet.“
Man sieht: alle Zeugnisse stimmen in diesen 2 Punkten überein.
Die Insurrekton war vorhergesehen.
Der Insurrektion war leicht zuvorzukommen.
Sehr wichtig sind die zwei folgenden Zeugenaussagen, die eine von Pagnerre, Sekretär der provisorischen Regierung, die andere von Panisse, Direktor der Sicherheitspolizei im Ministerium des Innern.
Herr Paguere:
„Ich glaube, daß wenn der Befehl die 56 Delegirten und Pujol zu arretiren, vollstreckt worden wäre, man wahrscheinlich der Insurrektion zuvorgekommen wäre. Der Befehl, Herrn Püjol und vier andere Individuen zu arretiren wurde dem Polizeipräfekten direkt ertheilt; aber der Befehl, die 56 Delegirten der Nationalversammlung zu arretiren, wurde am 22. Juni um 3 Uhr Morgens Herrn Recurt selbst gegeben.“
Herr Panisse:
„Am 22. Juni, um 7 Uhr Abends, empfing ich den schriftlichen Befehl von Herrn Recurt, datirt vom Luxemburg, die 56 Delegirten des 12. Arrondissements arretiren zu lassen. Ich ließ die Verhaftsbefehle ausstellen: ich wollte sie am Abende durch Hrn. Recurt unterzeichnen lassen; aber ich konnte seine Signatur nicht erhalten, weil er am Mittagsessen war.“
Herr Recurt dinirte! Und darum wird eine Ordre von der höchsten Wichtigkeit, welche die Insurrektion verhindert hätte, nicht unterzeichnet.
Diese Ordre war durch die Exekutivkommission selbst Herrn Recurt gegeben um 3 Uhr Morgens. Und wann wird sie unterschrieben? Um 7 Uhr Abends. Verlust von 9 Stunden, die Frankreich Ströme von Blut gekostet haben. Aber was wollt Ihr! Herr Recurt (vom National) war am Diniren.
Rebillaud, Gendarmerie-Oberst, bezeugt.
„Die Kaserne der Francs-Bourgeoisie wurde anderthalb Tag lang belagert; sie ergab sich nicht, obgleich von 1500 Mann angegriffen: es bedurfte im Anfange nur 150 Mann (und man hatte sie verlangt), um die Barrikaden zu verhindern.“
Hr. Rey, Almosenier des Val-de-Grace, sagt aus:
„Freitags gegen Mittag war ich auf dem Pantheonplatze und sah Barrikaden aufgeworfen in der Rue Soufflot. Niemand widersetzte sich, obgleich 3 bis 400 Zuschauer zugegen waren. Ich forderte 4 bis 5 Nationalgarden auf, gegen die Barrikaden zu marschiren; sie schlugen es ab, weil sie nicht stark genug seien. Des andern Morgens war ich an demselben Platze; einige Nationalgarden interpellirten lebhaft einen Offizier und beklagten sich, keine Ordres erhalten zu haben.“
Rousseau, Bataillonschef von der elften Legion, sagt aus:
„Ein Offizier drs Generalstabs war genöthigt, zu befehlen, zwei Bataillone zur Nationalversammlung zu schicken. Der beim Luxembourg kommandirende Offizier widersetzte sich dem Abmarsche dieser Truppen. Man war gezwungen, ihm zu sagen: Es handelt sich hier für Sie um ein Kriegsgericht. Am Donnerstag (22. Juni) war das ganze Quartier in lebhafter Aufre- [0762] gung. Den Donnerstag Morgen wurde ich auf die Mairie gerufen. Der Oberst sagte uns, er sei nach dem Luxembourg gezogen, um die schriftliche Ordre zum RappellsAlagen zu haben. Diese Ordre habe er nicht erhalten können. Ich sagte ihm: Auf dem Punkte, worauf die Sachen stehn, ist nicht Rappell, sondern Generalmarsch zu schlagen. Wir kehrten zur Exekutivkommission zurück. Die Ordre wurde uns darauf gegeben. Sie Barrikaden erhoben sich von allen Seiten ohne Widerstand. Ich ging nach dem Luxemburg mit dem Obersten und einer andern Person. Ich verlangte ein Peloton Linientruppen und erklärte, daß ich mit Hülfe dieser Verstärkung alles auf meine Verantwortlichkeit nehme. Herr Garnier-Pages erwiederte: „Laßt sein, Cavaignac hat seinen Plan; er vereinigt imposante Streitkräfte und wird die Barrikaden durch starke Colonne wegnehmen lassen.
Freitag den 23. Juni, merkt euch wohl die Data, geht der Oberst der 11. Legion nach dem Luxemburg, um die Ordre zu erhalten, Stappel zu schlagen. Er kann sie nicht erhalten.
Die Barrikaden erheben sich von allen Seiten ohne Widerstand.
Der brave Bataillonschef Rousseau verlangte ein Peloton Linientrupen und erklärt mit ihrer Hülfe alles auf seine Verantwortlichkeit zu nehmen. Dieß ereignet sich ebenfalls Freitags am 23. Juni.
Welche Antwort erhielt Herr Rousseau?
„Cavaignac hat seinen Plan.“
Ein anderer Bataillonschef, Hr. Theil, sagt aus:
„Am 22. Juni, Donnerstags, sah ich 40,000 Emeutiers zusammen; sie konspirirten öffentlich. Am Freitag bildeten sich am Pantheon eine Versammlung von ungefähr 1000 Arbeitern. Ein Nationalgarde, Sevignac, wurde von ihnen verfolgt. Der Posten der Mobilgarde war unfähig, sie zu beschützen. Er suchte die Exekutivkommission auf: er fand hier drei Bataillonschefs anwesend. Sie fanden Hrn. Recurt und stellten ihm alle den Mangel an Vorkehrungsmaßregeln vor. Recurt sagte, daß er desselben Gegenstandes wegen gekommen sei. Arago war im Bette. Man erzählte ihm die Thatsachen. Er war erstaunt über den Mangel an militärischn Vorkehrungsmaßregeln. Man rieth Hrn. Arago die energischsten Maßregeln zu ergreifen. Man sagte ihm, das ganze Land beschuldige ihn und seine Kollegen des geheimen Einverständnisses mit den Insurgenten. Man bat ihn, Generalmarsch schlagen zu lassen. Er blieb gleichgültig. Man bat ihn, nur Rappel schlagen zu lassen. Arago wollte den Befehl nicht ertheilen; es fehlte ihm an Federn, an Tinte. Endlich versprach er aufzstehen und zu schreiben.
Ich und W. Quinet kehrten um 9 Uhr zur Exekutivkommission zurück, um den schriftlichen Befehl zum Generalmarsch zu erhalten. Die Exekutivkommission war vollständig versammelt. Ich wiederholte alles. Cavaignac war zugegen, Clement Thomas Recurt u. s. w. Ich sagte: „Es ist Zeit, daß dies ein Ende nimmt; die Nationalgarde weiß nicht, was denken. Kanonen und Mitraille ist jetzt nöthig. Sonst wird die Nationalgarde wissen, was sie zu thun hat.“
Diese Zeugenaussage ist hinreichend klar. Am 22. Juni konspirirten öffentlich 40,000 Emeutiers, an der Zahl 40,000. Am 23. Juni, Freitags, welche Anstalten waren getroffen? Keine. Verwunderung der Hrn. Arago über den Mangel militärischer Vorkehrungen. Der Zeuge ist endlich gezwungen, Drohungen auszustoßen.
Sollen wir noch mehr Zeugnisse beibringen, um zu beweisen, daß man die Insurrektion vom 23. Juni hätte verhindern können, wenn man gewollt hätte? Lag hier keine strafbare Berechnung zu Grunde, dann strafbare Nachläßigkeit.
Man muß zwischen diesen zwei Worten wählen, um Hrn. Cavaignac zu charakterisiren.
Ou coupable ou incapable. Schuldig oder zu unschuldig!
Wir können nicht besser reden als mit dem Zeugnisse von Trouvé-Chauvels, der damals Polizeipräfekt war und heute Finanzminister ist.
„Den 21. Juni,“ sagte er, „fand eine große Versammlung auf dem Platze des Hotel de Ville Statt. Ich verlange 3 Bataillone für den folgenden Tag, man bewilligte sie mir. Ich wußte, daß eine andere Versammlung am Abende des 22. beim Pantheon stattfinden sollte. Ich begab mich um 11 Uhr Vormittags zur Exekutivkommission, um sie davon zu benachrichtigen. Recurt wollte sich in diesem Augenblicke entfernen; man hielt ihn zurück. Ich erkläre, daß der Zustand sehr ernst sei. Ich meldete, daß ich, was mich angehe, alle Polizeimaßregeln ergreifen würde, daß aber Truppenbewegungen nothwendig seien. Meine Agenten wurden insultirt, geprügelt; es langten keine Truppen an. Meine Agenten erhielten Nachricht von der um 6 Uhr Morgens den 23. Juni stattfinden sollenden Versammlung. Ich schrieb darüber der Exekutivkommission, ich flehte sie an Truppen für 5 Uhr bereit zu halten. Meine Agenten begaben sich zur passenden Zeit auf den Schauplatz, ihr erster Bericht ging mir zu um 7 1/2 Uhr. Dieser Bericht meldete mir, daß keine Truppen erschienen seien. Meine Agenten wurden wiederum geprügelt. Die Versammlung belief sich auf 12- bis 15,000 Mann. Ich schrieb, um mich über die Abwesenheit von Truppen zu beklagen. Wenn am Abende des 22. Juni oder um 6 Uhr Morgen des 23. Juni mir die reklamirten Truppen gegeben worden wären, hätte ich noch beim Pantheon die Chefs der Versammlung, die versammelt waren auf dem Platze, verhaften können. Wahrscheinlich zugleich mit den 56 Delegirten der Nationalateliers, zu deren Verhaftung ich endlich den 23. Juni Mittags das Mandat erhalten hatte.“
Man vergleiche alle diese Zeugenaussagen und erwäge endlich das Wort Garnier-Pages an den braven Bataillonschef Rousseau:
Cavaignac hat seinen Plan
und man wird folgende Schlüsse ziehen müssen.
Neueste Nachrichten.
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Frankfurt, 16. Nov.
11 Uhr. Die verfassunggebende Reichsversammlung hat in ihrer heutigen 116. Sitzung einstimmig und ohne Berathung folgenden von dem Ausschusse für die österreichischen Angelegenheiten (Berichterstatter Kirchgeßner) beantragten Beschluß gefaßt: „Die Nationalversammlung, indem sie vor den Augen von ganz Deutschland gegen die mit Außerachtlassung des Reichsgesetzes vom 30. Sept. l. J. vollzogene Verhaftung und Tödtung des Abgeordneten Robert Blum feierlich Verwahrung einlegt, fordert das Reichsministerium auf, mit allem Nachdrucke Maßregeln zu treffen, um die unmittelbaren und mittelbaren Schuldtragenden zur Verantwortung und Strafe zu ziehen.“
[Leserbrief]
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Düsseldorf, 16. November 1848.
An meinen Sohn Joseph Fuchs, Soldat bei Kaiser Franz Regiment in Berlin.
Mehr als je hast du den Rath eines liebevollen für dich besorgten Vaters nöthig. Mit Schaudern lese ich, daß die dortigen Truppen gegen die ruhigen Burger, gegen die von uns erwählten Abgeordneten, die endlich einmal Ruhe und Vertrauen wieder herstellen sollen, gereizt und gehetzt werden. Ich beschwöre dich, lieber Sohn, bei dem guten Namen unserer mit keinem Schandflecken beladenen Familie, bei unserer und deiner Ehre, in einem solchen Falle der Stimme deines Gewissens und deiner Religion zu folgen und nicht auf deine Mitburger zu schießen.
Ludwig Fuchs.
Agatha Fuchs, geb. Josten.
Obiges mögen auch unsre Söhne beherzigen.
A. Buscher.
Mein Sohn Wilhelm Buscher, Garde-Kürassier in der 3. Eskadron zu Potsdam.
Joseph Abels. Joseph Wolf. Franz Tappermann. Joseph Hendrichs. Paul Julich. Peter Klein. Suttan. Jakob von der Wippel. Joseph Willmann. Kaspar Sauer. Joseph Bossé. Heinrich Altwickel Karl Sommer. Baumeister Decker. Jakob Wildt. Wittwe Marcks. Wilhelm Karsch. Die Mutter Gylsep. D. Werther. Johann Kremer. Karl Jäger. Josepa Weißmann. Joseph Maaß. Peter Petrowski. Kilian Korke. J. Knopp im Namen seines Bruders.
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An den königlichen Oberst und Commandeur des 25. Infanterie-Regiments Ritter etc. etc. Herrn von Horn Hochwohlgeboren hier.
Ew. Hochwohlgeboren ersuche ich gehorsamst, mit den Abschied aus der preuß. Armee geneigtest auswirken zu wollen.
In den jüngsten politischen Vorgängen unseres Vaterlandes liegt für mich die mahnende Pflicht, dem Rufe meines Gewißens, zu folgen, und meine politische Gesinnung offen an den Tag zu legen. Ich fühle nur allzu tief, daß diese Gesinnung mit den Pflichten, wie sie mir der militärische Eid in seinen äußersten Konsequenzen auferlegt, in den grellsten Widerspruch geräth. Bisheren vermochte ich meine Kräfte der konstitutionellen Regierung zu weihen; jetzt aber kann ich keinen Augenblick mehr wanken, mich für das Volk, aus dem ich hervorgegangen, zu erklären.
Indem ich Ew. Wohlgeboren um die schleunigste Erledigung des obigen Gesuches bitte, bemerke ich noch, wie meiner Entlassung um so weniger etwas im Wege stehen dürfte, als ich bei meiner 12jährigen Dienstzeit auf jede sonst mit dem Ausscheiden verbundene Begünstigungen vollständig verzichte.
Cöln, 14. November 1848.
Adamski, Seconde-Lieutenant im 25. Inf.-Regiment.
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An den königl. Oberst und Commandeur des 25. Infanterie-Regiments.
Ew. Hochwohlgeboren bitte ich gehorsamst, mir den Abschied aus der Armee geneigtest auswirken zu wollen, da zwischen Krone und Nation eingetretene Konflikte sich so gestaltet haben, daß die als Offizier und Soldat mir vorgeschriebenen Pflichten mit meinem Gewissen und meiner innigsten Ueberzeugung unvereinbar sind.
Cöln, den 14, November 1848.
Nithack, Sceonde-Lieutenant im 25. Infanterie-Regiment.
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Fur den demokratischen Central-Ausschuß in Berlin sind bei der Expedition dieser Zeitung eingegangen:
Bis 12 Uhr eingegangen.
Von L. E 1 Thlr. — G. 1 Thlr. 17. Sgr. als Reisegeld für einen Schauspieler, der nächstens mit seiner Bande auf dem Wege nach England, in Elberfeld als „absoluter König der Blaufärber und Bulskinhändler“ Gastrollen geben wird. — W. 25 Thlr. — J. M. 15 Sgr. — W. 3 Thlr. 4 Sgr. 2 Pfg. — K. 1 Thlr. — J. F. 1 Thlr. — Durch Herrn Hamspohn 5 Thlr 25 Sgr. von einem Republikaner: „Die Macht der Erde wird ihn bewegen“. — Zur Zertretung des Hauptes der Reaction 23 Sgr. 10 Pfg. — Von einigen Demokraten als erste Hülfe aus Elberfeld 10 Thlr. — Von W. „Von nun an soll Niemand mehr sagen können: W …l hat wieder seine Heuler-Woche“ 1 Thlr. — F. Prämie für einen K. Kopf 5 Sgr. — A. E. 1 Thlr. — Bürger Schlechter: „Gott gebe uns Handwerkern Gerechtigkeit“ 10 Sgr. und 48 Kreuzer — Von einer Republikanerin: „ Die halbe Revolution zur ganzen sollt Ihr machen“ 5 Sgr. — Beitrag für 34 Galgenstricke 5 Sgr. — P. W. K. 1 Thlr. — Ein Strick für den dicken Rülps 6 Sgr. — C. K. 10 Sgr. — „Wehe dem, der es wagt, meine Krone anzugreifen!“ 1 Thlr. 10 Sgr.
Nach 12 Uhr:
2te Sendung der Elberfelder Demokraten 6 Thlr — Von J. S. aus Wesel 1 Thlr. — Von W. B. K. aus Elberfeld 3 Thlr. — Aus der Stadt Hamm 5 Thlr. — Ungenannter 1 Thlr. Zusammen bis am 16. Novbr. Abends eingelaufen 230 Thlr. 19 Sgr. und 48 Kreuzer.
Fernere Beiträge sind heute Morgen eingelaufen:
Von den Deklaranten der Rheinischen Eisenbahn 4 Thlr. 10 Sgr. — O. F. „Rache für Blum“ 1 Thlr — Von Courth gesammelt 6 Thlr. — Von R. 15 Sgr. — Von einem Schlesier 10 Sgr. — Von L. 20 Sgr. — Von Stollwerk abgeliefert 3 Thlr 5 Sgr. — Von E. V. aus Crefeld 1 Thlr. — Von K. aus Waxweiler 2 Thlr — Von D. aus G. 10 Thlr. — Von Schulz abgeliefert 9 Thlr. 16 Sgr.
Zusammen bis zum 17. Novbr. Mittags eingelaufen 269 Thlr. 5 Sgr. und 48 Kreuzer.
Von der Expedition gestempelte Listen liegen zur Unterzeichnung offen bei:
A. Steintraßer, Perlenpfuhl;
Halin, Börse;
Hamspohn, Freischütz, Hochstraße;
Ciser, beim Eingang während der Volksversammlungen;
J. Obladen, Streitzeuggasse;
Resource, Gesellschaft. Sandkaul.
Stollwerk, Schildergasse.
Wir fordern die Kölner Bürger hierdurch auf's dringendste auf, den Centralausschuss in Berlin durch Geldmittel sofort zu unterstützen, da ohne Geld es durchaus nicht möglich ist, kräftig aufzutreten.
Wir nehmen Beiträge gerne entgegen.
Köln, den 17. November 1848.
Die Expedition der „Neuen Rheinischen Zeitung.“
Handelsnachrichten.
gap: insignificant
Anzeigen.
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Schifffahrts-Anzeige.
Köln, 17. November 1848.
Angekommen: H. Hüttner von Amsterdam mit 3234 Ctr. A. Meyer von Duisburg.
Abgefahren: L. Müller nach Mannheim. J. Kiefer und Jonas nach Mainz.
In Ladung: Nach Antwerpen M. Lanners. Nach Ruhrort bis Emmerich Wwe. J. A. Orts. Nach Düsseldorf bis Mülheim an der Ruhr Joh. Budberg. Nach Andernach und Neuwied J. Krämer. W. Wiebel. Nach Koblenz, der Mosel und Saar L. Tillmann. Nach der Mosel, nach Trier und der Saar M Zens. Nach Mainz Ph Kimpel. Nach dem Niedermain C. Hartig. Nach dem Mittel- und Obermain. C. Wenneis. Nach Worms und Mannheim Fr. Elbert. Nach Heilbronn G. Goou. Nach Bingen A. Hartmann. Nach Kannstadt und Stuttgart L. Hermann.
Nach Rotterdam Kapt. Jurrius Köln Nr. 18.
Nach Amsterdam Kapt. Baurmann Köln Nr. 14.
Rheinhöhe am 16. Nov. 9 2″.
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Verkaufs-Anzeige.
Samstag den 18. d. M. November, Vormittags 10 Uhr, wird der unterzeichnete Gerichtsvollzieher mehrere Mobilien als: Tische, Stühle, Sekretäre, Sopha, Bilder, etc. gegen baare Zahlung dem Meistbietenden verkaufen.
Der Gerichtsvollzieher, Simons.
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Verkaufs-Anzeige.
Montag den 20 d. M. November, Vormittags 10 Uhr, wird der unterzeichnete Gerichtsvollzieher auf dem Apostelmarkte dahier, zwei braune Zugpferde und eine Karre gegen baare Zahlung verkaufen.
Der Gerichtsvollzieher, Simons.
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Verkaufs-Anzeige.
Mittwoch den 22. d. M. November, Morgens 10 Uhr, wird der unterzeichnete Gerichtsvollzieher auf dem Waidmarkte hier, mehrere Mobilien, als: Tische, Stühle, Oefen, Spiegel, Kupferstiche, Musterkarten etc., gegen baare Zahlung verkaufen.
Der Gerichtsvollzieher, Simons.
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Das Unterhaus auf der Breitstraße Nr. 165- steht zu vermiethen. Bescheid Apernstraße 20-22.
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Klage der Verbannten.
Aus der Aula, die der Feind zerschossen,
Zogen wir mit unsern Kampfgenossen,
Nicht um vor dem Tode uns zu retten,
Nein! um zu entgehen Sklavenketten.
Nach der Stadt oft wendend uns zurücke,
Stumm vor Schmerz, mit thränenvollem Blicke,
Mussen wir das harte Loos ertragen,
Unsrer Heimath Lebewohl zu sagen.
Für die Freiheit hätten wir das Leben,
Gleich den Brüdern gern dahin gegeben,
Wären für der Freiheit ewiges Gedächtniß
Selber gern geworden ein Vermächtniß.
Doch von allen Seiten schon verlassen
Uns umringt von rohen Würgermassen
Konnten wir nur sterbend noch erliegen,
Aber nimmer unsern Feind besiegen.
Laßt in Klagen jetzo Trost uns suchen,
Unsern Würger im Gesang verfluchen,
Laßt uns mit den deutschen Brudern rechten,
Daß die Uebermacht uns durfte knechten.
Unser Kaiser, denn so möcht' er heißen,
Ließ von wilden Thieren uns zerreißen,
Und warum? so fragt die Welt beleidigt,
Weil wir unser Vaterland vertheidigt.
Hört und staunt in allen Volksgemeinden:
Unser Kaiser wohnt bei unsern Feinden,
Erst des eignen heil'gen Schwur's Verächter,
Schickt er endlich alle seine Schlächter.
Kranz des Ruhms, von Vätern einst erworben,
Bist du wirklich völlig abgestorben?
Baum der Freiheit, den wir uns begossen,
Wirst du nie mehr aus der Erde sprossen?
Doch zum Himmel steigen unsre Klagen,
Fern hinab durch alle Zeit hin tragen
Werden Dichter einst: durch alle Lande
Ewig währt, o Wüthrich, deine Schande.
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Heute Abend frischer Gänsebraten mit Kastanien, Hasenbraten, Backfische, Schellfische etc., in der oberländischen Küche Langgasse Nr. 1.
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Mit Topfwaaren aller Art zu den billigsten Preisen, empfiehlt sich Paul Jos. Bungartz unter Hutmacher Nr. 18.
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Ein Brennergesell und ein Lehrling werden gesucht Follerstraße Nr. 63.
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Wir zeigen hiermit höflichst an, daß wir die Herren A. et M. Bielefeld als Agenten für den Verkauf unseres Fabrikats auf dortigem Platze ernannt haben.
H. Maisenbach et Comp.
Besitzer der Dampfmahlmühle in Mannheim
Beziehend auf obige Anzeige nehmen wir Veranlassung, uns zur Entgegennahme von Aufträgen in Köln, Holzmarkt Nr. 71
in Deutz, Freiheitsstraße Nr 311 den verschiedenen Sorten Mehl und Suppengries zu empfehlen, und geben die Versicherung, daß diejenigen welche uns mit ihrem werthen Zutrauen beehren, ihre Zufriedenheit, in einer reellen und guten Bedienung finden werden.
Der Preiskurant ist bei uns einzusehen.
A. et M. Bielefeld.
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Gasthof zum Bönn'schen Posthause.
Auf die veränderte Einrichtung seiner Abend-Restauration macht der Unterzeichnete ganz besonders aufmerksam.
Wm. Hilgers.
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ENGLISCHER HOF in Cöln.
Casinostrasse Nr. 1.
Empfiehlt einem reisenden Publikum auf's Angelegentlichste Herm. Jos. Thibus.
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Schuh- und Stiefelleisten nach jedem beliebigen Facon werden angefertigt von F. Faßbinder, Ahr Nr. 10.
Auch für Private werden Leisten ganz auf den Fuß passend angefertigt wodurch das bei einem Wechsel des Schuhmachers entstehende Drücken der Schuhe oder Stiefel vermieden wird.
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1848er Walportzheimer im Freischützen.
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Casino-Ball-Gesellschaft.
Der erste Casino-Ball findet Samstag den 18. Novbr. Statt und beginnt um 7 Uhr.
Köln, den 18. November 1848
Die Casino-Ball-Direktion.
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Börse bei Halin.
Heute Samstag Abend große Harmonie.
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Ein braves Mädchen für Hausarbeit von 16 bis 18 Jahren, welches zugleich im Schreiben erfahren ist, wird gesucht, am Bayen, Zugasse 25.
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Römischer Circus.
von Alexandro Guerra.
Samstag den 18. Nov. 1848, große Vorstellung zum Besten der Armen mit ganz neuen Abwechslungen und zum Beschluß zum Erstenmale „Harlequin Statue“ komische Pantomime nebst einem Pas de Trois, arrangirt von Hrn. Pasqualo Sonntag unwiederruflich letzte Vorstellung; bei günstiger Witterung findet Samstag oder Sonntag noch ein Pferde-Wettrennen mit ganz neuen Abwechselungen statt. Das Nähere der Tageszettel.
Alexandro Guerra.
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Schlafröcke und Hausröcke in großer Auswahl.
per Stück 2 Thlr. bis 8 Thlr.
Trikots, Unterhosen und Jacken von 15 Sgr. an bis 25 Sgr. im neuen Laden Obenmarspforten 21A gegenüber dem Jülichsplatz.
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Theater-Anzeige.
Sonntag den 19. November: „Hans Heiling.“
Große Oper in 4 Akten von Marschner.
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Der Gerant: Korff.
Druck von J. W. Dietz, unter Hutmacher 17.