[0845]
Beilage zu Nr. 159 der Neuen Rheinischen Zeitung.
Organ der Demokratie.
Sonntag 3. Dezember 1848.
[Deutschland]
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Oesterreich haben wollen — so gehen Sie sich dasselbe holen mit einem Heer!
Raveaux sagt etwa: Endlich hat es ein Ehrenmann gewagt, die Wahrheit frank und offen zu sagen. Wir sollen uns Oesterreich holen, meine Herren, wenn wir es haben wollen! d. h. nichts anderes, als bis jetzt haben wir Komödie gespielt. Was wollen die österreichischen Abgeordneten in Frankfurt, wenn sie endlich eingestehen, daß Oesterreich von der Centralgewalt nur annimmt, was ihm beliebt. — Die Phrasenmacherei muß aufhören. Wir (links) haben keine Phrasen gemacht; ich habe in meiner Gutmüthigkeit (Aha!) den Dynastien und den Herren auf der Rechten gedient, weil ich glaubte, sie meinten es Ernst mit ihren sogenannten Märzerrungenschaften, — aber wo sind denn diese Errungenschaften? keine einzige haben wir noch. — Jetzt habe ich es satt! — Das wollte ich Ihnen sagen, weil ich die Wahrheit immer geliebt habe. (Langer Beifall links. Endlich doch einige Funken Wahrheit!)
Baly spricht für die Tagesordnung. Berger für obigen Antrag in äußerst witzigem Vortrag.
Der Berichterstatter Franke nennt die Rede des Grafen Deym eine czechische Rede, und den Grafen Deym einen Vorkämpfer der böhmischen Stände. (Franke kann freilich nicht begreifen, daß ein Mann die entschiedene Wahrheit sagt!) Mehrere österreichische Abgeordnete erklären, daß sie von Graf Deym dissentiren.
Deym gibt eine Erklärung, er bleibt bei seiner Ansicht, nur sagt er, daß er den Ausschuß nicht habe beleidigen wollen. (Herr Franke kann also beruhigt sein.)
Man vertagt hierauf die Sitzung bis Sonnabend. Morgen ist hier Feiertag.
Um die Tagesordnung kämpft man noch eine volle Stunde. Die Linke will die Grundrechte zur zweiten Lesung ansetzen. — Beseler, unter seiner Fahne die Rechte, will die Verfassung. Beseler siegt.
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Bremervörde, 29. Novbr.
In unserem Bremervördener Volksverein wurde am letzten Sonnabend mit nur Einer abweichenden Stimme beschlossen, dem Herrn Droege unser „mißfälliges Befremden“ über seine Abstimmung gegen den Beschluß der preuß. Nationalversammlung betreffs der Steuerverweigerung zu erkennen zu geben.
Ungarn.
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[ * ] Hermannstadt, 14. Nov.
Wie arg von den k. k. Truppen auch hier in Siebenbürgen gehaust wird, läßt sich schon daraus ersehen, daß der Kommandirende Puchner, sich zum Erlaß folgender Proklamation veranlaßt sah:
(Proclamation.) Mit tiefer Betrübniß habe ich Nachrichten vernehmen müssen, daß ohngeachtet meiner Proklamation vom 9. und 18. Oktober l. J. auch jetzt noch, wie früher, vielseits im Lande Gewalt- und Gräulthaten an Wehr- und Schutzlosen, sowie auch sogar an Weibern, Kindern und Greisen verübt, und zu Mordscenen auch die Schrecknisse der Plünderung und Brandlegung hinzugefügt werden. Wenn auch jener Feind, welcher bewaffnet gegen unsere gute, heilige Sache auftritt, unschädlich gemacht werden muß: so ist es doch Pflicht der Gesittung, Menschlichkeit und der Religion, Gräuelthaten, die Niemandem nützen, sondern nur wieder Rache und Erbitterung erzeugen, so wie auch zwecklose Verwüstungen zu vermeiden, und wehrlose Mitbürger, schutzlose Greise, Weiber und Kinder zu verschonen. Da die Hintanhaltung solcher strafwürdigen Handlungen bei den gegenwärtigen Verhältnissen am meisten unter die übernommene Aufgabe des Generalcommando gehört: so wird hiermit verordnet, daß in jeder Garnison unter Vorsitz eines Offiziers mit Beiziehung von 4 Mitgliedern so viel als möglich der verschiedenen Nationalitäten über alle zur Kenntniß gelangende Fälle von öffentlicher Gewalt an Unschuldigen und Wehrlosen, so wie von Raub, Mord und Brandlegung sowohl in den Orten selbst, als auch in Umgebung schnelle und strenge Erhebungen gepflogen, und die betreffenden Verbrecher der weitern gesetzlichen Verhandlung und Bestrafung überliefert werden. Zu einem gleichen Verfahren werden unter einem auch die bei den verschiedenen Landsturmsabtheilungen zur Aufrechthaltung der Ordnung und Disciplin eingetheilten Offiziere angewiesen. Ich erwarte daher mit Zuversicht, daß diese meine wohlgemeinte, durch Menschlichkeit und selbst durch das Interesse unserer guten Sache gebotene Anordnung überall im ganzen Lande unverbrüchlich werde befolgt werden.
Hermannstadt, am 26. Oktober 1848
Anton Freiherr v. Puchner, Feldmarschalllieutenant und commandirender General.
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Bukarest, 26. Okt.
Heute verläßt der größte Theil der russischen Truppen das Lager von Gollentina, und bezieht die Winterquartiere in den umliegenden Städten Tirgovest, Plojescht u. s. w. — Der hiesige Adel bietet alles auf, den Russen den Aufenthalt in Bukarest so freudenreich als möglich zu machen. Frau von Stirbey gibt glänzende Gesellschaften, wo nur Beepaulettete Antheil nehmen können. Der Kaimakam, Herr von Kantakuzen, General Lüders, Fuad Effendi und die Crème der Aristokratie folgen dem Beispiele, und das Himmelreich für den Adel ist wieder bei uns auf der Erde eingekehrt. — Vor einigen Tagen hielten die russischen Truppen auf der Ebene von Gollentina zu Ehren Fuad und Omer Pascha's, unter dem persönlichen Kommando des General Lüders ein großes Revue-Manöver, wozu die Bukarester einen Tag früher durch Afsichen eingeladen wurden. — Unter allen Schichten der Gesellschaft, selbst unter den russischen Offizieren, ist die Meinung verbreitet, daß in kurzer Zeit die Russen die siebenbürgische Gränze überschreiten werden! Auf den Genuß der Preßfreihet, die wir eine kurze Zeit besessen, müssen wir verzichten, denn das gute alte Censurinstitut übt seine Herrschaft wieder wie früher aus!
[(S. W.)]
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Bukarest, 31. Oktbr.
Die bedauerlichen Nachrichten, welche wir täglich über die Ereignisse in Wien, Ungarn und in unserer nächsten Nähe aus Siebenbürgen erhalten, haben dem unlängst aufgetauchten Gerüchte neue Nahrung gegeben, daß die zur Unterdrückung der hiesigen Freiheitsgelüste in so großer Anzahl jedenfalls überflüssigen russischen Truppen in Wahrheit nur dazu beordert seien, um auf den ersten Wink die k. k. Gränze zu überschreiten, um dem bedrängten Kaiser zu Hülfe zu eilen. Als einen Beleg für die Zustände unserer nächsten siebenbürgischen Grenzstädte führe ich an, daß sie, die erst vor Kurzem das Asyl der hiesigen Flüchtlinge waren, es jetzo gerathener finden, viele ihrer Familien hierher in Sicherheit zu senden, wo allerdings jene Greuel des gegenseitig losgelassenen Bürgerhasses jetzt nicht zu befürchten sind und wo selbst während der größten Effervescenz unserer zu Grabe geschossenen viermonatlichen Freiheits-Revolution die Sicherheit des Eigenthums vielleicht mehr als jetzo — es gab damals keine militärischen Requisitionen, Einquartirungen u. s. w. gewährleistet war. Bibesco scheint jedenfalls eine Unmöglichkeit geworden zu sein, und an Aspiranten für die fürstliche Tiare — versteht sich, nur von Gottes und Rußlands Gnaden — ist kein Mangel. Auch Prinz Michael Ghika, Bruder des vorhinnigen Fürsten Alexander Ghika, ist aus seinem bisherigen mehrjährigen Asyl in Dresden, Italien und Wien gestern Abend wieder ad patrios lares, wahrscheinlich voll Hoffnungen, zurückgekehrt.
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@facs0845
Bukarest, 5. Nov.
Die lange gefürchteten Verhaftungen von Seiten der Russen haben begonnen, mehre Bojaren und Kaufleute sind bereits gefänglich eingezogen und nach Plumbuita abgeführt. — Unterm 22. Oct. richtete der russische Staatsrath und Generalconsul v. Kotzebue folgende in unserm Amtsblatte mitgetheilte Note an den Kaimakam der Walachei:
Da die in neuester Zeit ausgebrochenen Unruhen eine militairische Besetzung dieser Länder durch kaiserliche Truppen nothwendig gemacht haben, welche berufen wurden, um die gesetzliche Ordnung wieder herzustellen, so bin ich beauftragt, der wallachischen Regierung anzuzeigen, daß die Kosten ihrer Verpflegung den beiden Fürstenthümern zur Last fallen werden, nach einer verhältnißmäßigen Vertheilung unter ihnen, die ungesäumt gemacht werden wird. Se. Maj. der Kaiser, stets für das Beste jener Länder besorgt, die sich seines hohen Schutzes erfreuen, hat gnädigst zu befehlen geruht, daß, um die Verlegenheiten zu beseitigen, die die Verpflegung der Truppen verursachen könnte, der Walachei ein Darlehn von 300,000 Silberrubeln bewilligt werde, um die Kosten zu decken. Was die Rückzahlung dieser Summe, so wie der bis jetzt gemachten Vorschüsse betrifft, so werden später darüber die nöthigen Verfügungen getroffen werden. Demgemäß ersuche ich Ew. Excellenz, erstens den Landesbewohnern diesen neuen Beweis von Sorgfalt bekannt zu machen durch den Se. Maj. der Kaiser geruht, ihrer gegenwärtigen Lage zu Hülfe zu kommen, zweitens die geeigneten Maßregeln gefälligst zu ergreifen, daß von den Localbehörden auf das kräftigste dahin mitgewirkt werde, daß die Verpflegung der Truppen zu den möglichst billigen Preisen geschehe; drittens aber öffentlich bekannt machen zu lassen, daß von jetzt an alle zum Gebrauch der Truppen nöthigen Producte baar bezahlt werden.
[(S. W.]
Italien.
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[ * ]
Die durch das „Journal des Debats“ mitgetheilte Nachricht, der Pabst sei bis zum 23. Nov. nicht geflohen, scheint sich zu bestätigen. Wenigstens erwähnen die jüngsten Journale und Briefe, welche freilich nur bis zum 20. reichen, des Faktums mit keinem Worte. Nach der „Alba“ wer die vollkommenste Ruhe der allgemeinen Aufregung gefolgt. Minister Campanello war angekommen. Mit dem am 18. publizirten Programm des neuen Ministeriums war man wenig zufrieden. Es ist nichts weniger als präcis und energisch, spricht sich aber doch für die Nationalität und die Berufung einer Constituante aus, wodurch die fernere Erklärung der Adhäsion des Ministeriums an das Programm vom 5. Juni eigentlich überflüssig wird, da dasselbe in der Hauptsache eben nur die erwähnten beiden Punkte enthält. — An die Stelle des Fürsten Aldobrandini ist auf den Vorschlag des Ministers des Innern der Oberst Joseph Gallieno zum Commandanten der Bürgergarde ernannt worden. — Das neue Ministerium hat beschlossen, auf der Stelle eine Legion mobiler Bürgergarde von 1000 Mann zu bilden, welche sich mit den von Vicenza zurückgekommenen Soldaten verbinden soll. — Die Zahl der am Tage der Revolution Getödteten und Verwundeten aus dem Volke beläuft sich nur auf 15, der Verlust der Schweizer ist noch nicht bekannt. Der Leichnam Palma's ist in der Kirche San Carlino ausgestellt worden. Er war von zwei Kugeln durchbohrt.
Aus Turin erfahren wir, daß die Sitzung der Deputirtenkammer vom 24. Nov. eine sehr stürmische war. Der Deputirte Turcolli (Kanonikus) führte den Sturm durch verschiedene Interpellationen herbei. Er sagte u. A.: „Der Winter rückt heran, Toskana befindet sich in einem Zustande gewaltiger Gährung. Das Ministerium allein könnte uns sagen, wohin wir gehen. Der günstige Moment, den Krieg zu erklären, ist gekommen. Die Ereignisse zu Bologna und Venedig beweisen, daß der Feind nicht im Stande ist, die Italiener anzugreifen. Es ist eine ausgemachte Sache, daß die Kroaten die Glocken noch mehr fürchten als die Kanonen!
„Das Haus Oestreich ist ein Haus von Räubern und Mördern. Ich trage auf ein Gesetz an, welches erklärt, daß das Haus Oestreich wirklich ein Haus von Räubern ist, und welches jeden, der sich zur Vertheidigung dieser verruchten Dynastie hergibt, für einen Verräther am Vaterlande erklärt.“
Das Ungewitter, welches diesem Antrage folgte, läßt sich nicht beschreiben. Doch ließ es den Redner unberührt, der, nachdem es vorübergezogen war, die Kriegsplane Oestreichs mit Schärfe zergliederte und die Maßregeln, welche Piemont denselben entgegensetzten müßte, der Kammer darlegte. Der Minister des Innern bemerkte, daß schon zwei Gesetzentwürfe bezüglich des Krieges vorlägen, daß man aber noch nicht daran hätte denken können, dieselben zu diskutiren. Nach dem Minister nahm ein Mitglied der Rechten, Signor Cavarello, das Wort: „Ich will die Frage des Hrn. Turcolli beantworten, wohin wir gehen? Wir gehen auf die Republik los, nicht auf die dorisch-pelasgische, nein auf die socialistische Republik!“ Die Linke begleitete diesen Ausspruch mit lebhaften Zeichen des Unwillens.
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@facs0845
[ * ] Neapel, 14. Novbr.
Unter diesem Datum enthalten die Daily News folgende Korrespondenz:
„Den traurigen Zustand Neapels kann man wieder aus einer That entnehmen, die von der übermüthigen Soldateska vor einigen Tagen verübt worden. Etwa fünf Soldaten gingen in der Nähe des Theaters San Carlo bei einem Hause vorüber, aus dem ihnen ein Knabe einige beleidigende Worte zurief. Sie stürmten sogleich in's Haus, die Treppe hinauf und drangen in das Zimmer, wo sie den Knaben bemerkt hatten. Ein Greis trat ihnen entgegen und bat sie, dem Knaben doch nichts übel zu nehmen. Es sei sein Sohn, aber ein „armer Wahnsinniger, den er erst vor Kurzem vom Lande mit nach der Stadt gebracht.“ Vergebens. Die uniformirten Bestien, um, wie sie sagten, ihre und ihres Königs Ehre zu rächen, fielen über den alten Mann und seinen idioten Sohn her, und verstümmelten beide auf die scheußlichste Weise. Der Vater ist Mitglied der Deputirtenkammer, ein höchst geachteter und begüterter Mann, Namens Muratone. Ich hörte seitdem, daß bereits beide an ihren Wunden gestorben sind. — Ein anderer ähnlicher Fall ereignete sich kürzlich in einer Taverne, wo vier Bürger wegen einiger ganz unschuldigen Bemerkungen sofort von Soldaten zusammengehauen wurden. Es vergeht fast kein Tag ohne derartige Scenen. Ich selbst sah es, wie dem Kutscher des toskanischen Gesandten von einem Soldaten der Arm auf einen Schlag abgehauen wurde. Wegen eines ähnlichen Falles, der einem Engländer begegnete, ist Lord Napier mit der neapolitanischen Regierung in Korrespondenz, von der er alsbaldige Genugthuung fordert.
Großbritannien.
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@facs0845
[ * ] Manchester.
Die hiesigen Sterblichkeitsregister weisen nach, daß in den letzten sieben Jahren dreizehntausend dreihundert zweiundsechszig Kinder mehr hier gestorben sind, als nach der natürlichen Sterblichkeit durchschnittlich hätte der Fall sein dürfen. Aber wie werden die Kinder des Proletariats auch aufgebracht — oder vielmehr nicht aufgebracht? Tage lang von ihren der Arbeit nachgehenden Müttern allein gelassen, in schmutzigen Straßen und unreinlichen Wohnungen dumpfe, dünstige Luft einathmend, mit Opium eingeschläfert, vom Arzte nur besucht, wenn er ihren Tod amtlich zu testiren hat — ist es zu verwundern, daß die Kinder der Arbeit und der Sorge ihre müden Köpfchen so bald unter denselben Rasen zur Ruhe legen, auf dem die von Gesundheit strotzenden Sprößlinge der Aristokratie und der Bourgeoisie lachend den Reif schlagen, in Prachtkarossen en miniature herumkutschiren und auf langhaarigen Shetlandpferdchen ihre ersten Reiterkünste üben?
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@facs0845
[ * ] Dublin, 29. Nov.
Das Winterelend, Hunger, Krankheit, Tod, ist da. Die Provinzialblätter geben haarsträubende Schilderungen, nach welchen die heurigen Zustände denen von 1846 auf 47 in Nichts nachgeben. Die Kartoffeln sind in einigen Distrikten fast ganz verschwunden, die Armenhäuser sind voll bis zum Ueberfließen, in den Bergen und den Bogs wüthet der Hunge auf's Entsetzlichste. Auch die Hauptstadt leidet unsäglich.
Amerika.
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@facs0845
[ * ] London.
In Canada, schreibt der Standard, sieht es vor wie nach trübe aus. Das Geschäft steht still, und zu Montreal und Quebec redet man von nichts, als von Unheil und Ruin. Die Auswanderung nach den Vereinigten Staaten nimmt zu, und es ist in hohem Grade zu bedauern, daß die Klasse von Leuten, welche Kanada verläßt, durch kein andres Motiv zur Auswanderung gezwungen wird, als durch die absolute Ueberzeugung, daß sie unter der selbstmörderischen Freihandelspolitik des Mutterlandes unrettbar zu Grunde gehen muß. In allen Theilen des Landes werden Meetings gehalten, in denen das Wünschenswerthe eines Anschlusses an die Vereinigten Staaten nicht etwa im Geheimen, sondern öffentlich im Munde von Tausenden verhandelt wird. Etwas muß geschehen, und zwar schnell, oder das Land ist außer allem Zweifel verloren. Montreal wird als eine verlassene Stadt beschrieben; Tausende von Häusern sind unbewohnt, und bis jetzt wohlhabende Familien befinden sich im größten Elend. Wie das Eigenthum im Preise sinkt, geht u. A. daraus hervor, daß der Lachine Railroad, der 600,000 Dollars gekostet hat, für 120,000 Dollars verkauft worden ist.
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@facs0845
[ * ] Newyork.
Die Amerikaner fassen die welterschütternden Ereignisse des alten Continents unendlich richtiger und würdiger auf, als ihre brittischen Vettern. Wir citiren nachstehend das zu Newyork erscheinende Journal des Mr. Bennetts, desselben scharfsinnigen Amerikaners, der schon während seiner Reise durch Europa in den Jahren 1846 und 1847 die jetzige Bewegung mit merkwürdiger Bestimmtheit und Tiefe voraussagte:
„Ein Blick auf den Zustand der alten Welt reicht hin, um den unparteischen Beobachter zu überzeugen, daß die Idee endlich die Ketten gebrochen hat, welche sie seit Jahrhunderten gefesselt hielten, und daß sie in kürzester Frist ihre ganze Kraft entwickeln wird. Die französische Revolution hat das Signal zum Kampfe gegeben, und die Bewegung wird keinen Augenblick nachlassen, solange die alten Systeme, nicht allein die Regierungssysteme, sondern auch die Finanz- und Handelssysteme, welche bisher in Europa gegolten haben, gänzlich umgewandelt oder zerstört sind. Wir haben dies, allen Verhöhnungen zum Trotz, von jeher behauptet, und werden fortfahren es zu behaupten, bis (was nicht lange mehr anstehen wird) unsere Vorhersagungen bis auf den letzten Buchstaben eingetroffen sind.
„Eins der ersten Resultate der großen Revolution, welche im Augenblick die alte Welt über den Haufen wirft, wird die Nichtigkeitserklärung aller Staatsschulden der Völker Europa's sein. Ein panischer Schrecken, wie ihn die Handelswelt noch nicht erlebt hat, wird diesem furchtbaren Choc folgen, und aus ihm wird ein neues System hervorgehen, nicht wie das alte auf hohlen und imaginären, sondern auf soliden und reellen Grundlagen beruhend. Dann wird die letzte Stunde Englands gekommen sein, dann wird auch England seine Revolution machen und Veränderungen erleben, die es sich in seinem Dünkel nicht träumen läßt. Seine unbarmherzige Aristokratie wird von ihrer Höhe herabgestürzt werden, und seine übersteuerten Massen werden sich über der privilegirten, betitelten, corrumpirten Minorität erheben.“
Weiterhin heißt es in demselben Blatte:
„Nach allem Anschein steigt eine der schrecklichsten Handelskrisen, welche die Welt je erschüttert haben, schon jetzt am europäischen Horizont empor. Selbst die Times ist alarmirt, und jedes Schiff, das vom alten Continent herüberkommt, bringt neue Beweise für einen totalen Wechsel in den Finanz- und Handelssystemen auf der andern Seite des atlantischen Meeres. In dieser Krise wird der Werth der Gold- und Silbermünzen bedeutend modificirt werden, was uns, in Betreff des Werthverhältnisses zwischen den Metallen und den Lebensbedürfnissen, ein Jahrhundert zurückwerfen wird. Die Preise der letztern werden denen vor hundert Jahren gleich sein.
„Mögen die Finanziers unsers Landes sich vorbereiten, den Sturm auszuhalten, der sich bald erheben und der, sowohl was Intensität als was Folgen anbelangt, alle übertreffen wird, die seit Beginn der civilisirten Gesellschaft gewüthet haben.“
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@facs0845
[ * ] New-York, 14. Nov.
Unsere Post hat endlich die Differenz mit der englischen beigelegt. Von jetzt an kostet der Brief auf den englischen wie den amerikanischen Postdampfschiffen für den Transport übers Meer 20 Cents; für die Hinschaffung nach dem Postamt 2 Cents und für den Transport im Innern die für einheimische Briefe bestimmte Taxe. Das Porto für einen einfachen Brief (1 Loth) von Liverpool nach Philadelphia käme somit auf 27 Cents zu stehen. Gegen sonst eine große Erleichterung.
Die Regierung der Vereinigten-Staaten hat nun 3 Postlinien nach fernen Gegenden in Gang gebracht, die für das Publikum von unschätzbarem Nutzen sind. Erstens geht monatlich ein Post-Dampfschiff über Southampton nach Bremen, 3800 engl. Meilen weit. Zweitens ein dergleichen von Charleston aus nach Havannah, alle 14 Tage, 900 Meilen weit. Drittens ist eine Post-Dampfschiffverbindung zwischen Panama einer-, Kalifornien wie Oregon andererseits eingerichtet. Der Dämpfer California hat bereits seine Reise ums Kap Horn angetreten und wird vom Neujahr an seinen Dienst zwischen Panama und Astoria (in Oregon) versehen. Um New-York mit Panama zu verbinden, wird ein Dampfschiff zwischen hier (über Havannah) und Chagres gehen und von da werden die Postsachen über die Landenge bis Panama gebracht. Der Postkurs zwischen New-York über Chagres nach Oregon hat eine Länge von 7520 engl. Meilen.
[Leserbrief]
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@typejArticle
@facs0845
Cöln, den 1. December.
Gestern Abend gegen 7 Uhr allarmirte ein Unteroffizier die Soldaten des 26. Inf.-Regts. in der Kaserne der Streitzeuggasse; in einem Augenblicke erschienen mehr wie 100 Soldaten mit ihren Säbeln, die von dem Unteroffizier, neben der Wache stehend, mit den Worten empfangen wurden: Jungens, jetzt gilts! lauft nach dem Neumarkte. Auf das Commando liefen Alle, so schnell sie konnten, theils mit umgeschnallten Säbeln, theils mit den Säbeln in der Hand zu dem Bestimmungsorte wo diese wilden zügellosen Menschen brüllend auf dem ganzen Neumarkte umherrannten.
Da aber auf dem ganzen Neumarkte Niemand, vielweniger ein Streit vorhanden war, so waren diese Helden bald fertig und kehrten, nachdem Einer den Andern fast umgelaufen hatten, in ihre Kaserne zurück.
Wehe dem Bürger, der in diesem Moment in die Hände dieser Horden gefallen wäre!
Wo bleibt aber hier die Sicherheit, welche dem ruhigen Bürger das Leben schützen soll! Wahrhaftig dort nicht, wo ein ungebildeter roher Unteroffizier die Gewalt hat, eine Kaserne zu allarmiren, und die Soldaten nach Belieben zu entsenden.
@typejExpedition
@facs0845
Morgen wird eine zweite Ausgabe ausgegeben werden.
[0846]
[Anzeigen]
@typejAn
@facs0846
Bekanntmachung.
Die Verwaltung der zweiten Sektion ist dem königlichen Polizei-Kommissar Hrn. Viedebandt übertragen, welcher sein Amt am 1 Dezember antreten und das Geschäfts-Lokal in das Haus Lichhof Nr. 12 verlegen wird.
Der interim. Polizei-Direktor, Geiger.
@typejAn
@facs0846
Bekanntmachung.
Dienstag den 5. Dezember d. J., Vormittags 11 Uhr, soll im Lokale der königlichen Polizei-Direktion hierselbst die Gestellung der zum Transport marschunfähigen Civil-Arrestanten und armen Reisenden erforderlichen Fuhren pro 1849 öffentlich unter den bei der unterzeichneten Behörde einzusehenden Bedingungen an den Mindestfordernden bedungen werden.
Köln, den 24. Nov. 1848.
Der interim. Polizei-Direktor, Geiger.
@typejAn
@facs0846
Bekanntmachung.
Auf Grund des Gemeinderaths-Beschlusses vom 23. d. Mts. wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die im hiesigen Hafen zur Erhebung kommende Gebühr für Geriß und Kohlen vom 1. Jan. 1849 an von 5 auf 2 1/2 Centimes pro Centner ermäßigt ist.
Köln, den 24. November 1848.
Der kommiss. Ober-Bürgermeister, Graeff
@typejAn
@facs0846
Bekanntmachung.
Die zweiundzwanzigste Verloosung der stadtkölnischen Obligationen findet Dienstag den 5. Dezember d. J. Vormittags 10 Uhr, im Rathhause hierselbst Statt, und werden die gezogenen Nummern demnächst öffentlich bekannt gemacht werden.
Köln, 28. Nov. 1848.
Der kommiss. Ober-Bürgermeister, Graeff.
@typejAn
@facs0846
Bekanntmachung.
Dem handeltreibenden Publikum zur Nachricht, daß für die auf der Köln-Mindener Eisenbahn transportirten und in Schalden von Deutz nach Köln gebrachten Güter eine Ermäßigung
des Werftgeldesvon 5 auf 3 Centimen,
des Krahnengeldesvon 4 auf 2 Centimen
des Waagegeldesvon 4 auf 2 Centimen
zusammen auf 7 Centimen
pro Centner genehmigt worden ist und mit dem 1. Januar 1849 in Kraft treten soll.
Köln, den 27. November 1848.
Für den abwesenden Hafen-Kommissar.
Der Hafenmeister, Schlaegel.
@typejAn
@facs0846
Bekanntmachung.
Am Samstag den 21. Dezember, Vormittags 9 Uhr, ollen im Lokale des Gastwirthes Heinzen zu Mondorf, sunterhalb der Siegmündung, etwa 25 Schock Faschinen Faßreifenholz und 150 Bürden einjährige Weiden, welche auf der Insel Kemper-Wehrt geschnitten sind, so wie etwa 50 bis 60 Schock Faschinen vierjähriges Weidenholz, 5 Schock Kopfweidenholz und einige Klafter Pappelnbrandholz, welche in den königlichen Waarden bei Rheidt gehauen sind, öffentlich an den Meistbietenden verkauft werden.
Die Bedingungen des Verkaufs werden im Termine vor dem Ausgebote vorgelesen werden.
Köln, 23. November 1848.
Der Wasserbau-Inspektor, Schwedler.
@typejAn
@facs0846
Bekanntmachung.
Die durch die Allerhöchste Verordnung vom 24. Mai d. J. (Gesetz-Sammlung Nr. 29 pro 1848 und Bekanntmachung des Kön. General-Post-Amts vom 23. d. Mts. in 319 der Kölnischen Zeitung vom heutigen Tage) erlassene Bestimmung:daß die Preußischen Post-Anstalten bei Aufgabe von Briefen oder Brief-Adressen auf Verlangen baare Zahlungen in kleinen Beträgen, bis zu 25 Thalern einschließlich, zur Wieder-Auszahlung an einen bestimmten Empfänger im Bereiche des Preußischen Post-Verwaltungs-Bezirks anzunehmen verpflichtet sein sollen,wird vom 1. Dez. d. J. bei sämmtlichen Königl. Post-Anstalten zur Ausführung kommen.
In Köln wird dieses Geschäft durch die Ober-Post-Kasse in den vorgeschriebenen Dienststunden, mit Ausnahme der Stunden von 1 bis 3 Uhr Nachmittags besorgt werden.
Köln, den 29. November 1848.
Der Ober-Post-Direktor,Rehfeldt.
@typejAn
@facs0846
Licitation
in der gerichtlichen Theilungssache der Wittwe und Kinder von Heinrich Burbach, wird das Haus Weisbüttengasse Nr. 15 hiesiger Stadt sammt Hofraum, Garten und Hintergebäude
Donnerstag den 14. Dezember d. J., Nachmittags 3 Uhr,
vor dem unterzeichneten hierzu kommittirten Notar und auf dessen Schreibstube, woselbst Expertise und Heft der Bedingungen einzusehen sind, einer öffentlichen Versteigerung ausgesetzt und dem Meistbietenden definitiv zugeschlagen werden.
Köln, den 27. November 1848
Fier.
@typejAn
@facs0846
Mobilar-Verkauf.
Am Montag, den 4. Dezember 1848, Vormittags 11 Uhr, sollen auf dem Marktplatze in der Apostelnstraße zu Köln einige Mobilargegenstände, als: Tische, Stühle, 1 Ofen, Spiegel, Kleiderschrank, 1 Kommode etc. etc. gegegen gleich baare Zahlung öffentlich an den Meistbietenden verkauft werden.
Fr. Happel, Gerichtsvollzieher.
@typejAn
@facs0846
Zur Beachtung.
Wenn in unserer, alles Untergrundes entbehrenden, unruhigen Zeit, ganze Staaten einfallen, kann sich da noch Jemand wundern, wenn in dem schon vor zwei Jahren neu erbauten Seitenflügel des hiesigen Armenhauses, die beiden Pfeiler, welche das Hauptgebäude tragen, bereits zu weichen beginnen, so daß Dank vielen angebrachten Balken und zu errichtenden Seitenwölbungen, dasselbe Aussicht hat, wiederum zwei ganze Jahre festzustehen. Da besagtes Gebäude revidirt, subrevidirt, controllirt und mit Diäten etc. arrosirt worden ist, so liegt die Schuld des Weichens natürlich nur an den unruhigen Zeiten und an Niemand Anderem. Deshalb Kölner Philister raisonnire nicht, und bedenke, wenn Staaten weichen, kann auch das neue Kölner Armenhaus weichen. Und damit Punktum.
Köln.
Ein Gutgearteter.
@typejAn
@facs0846
Kölnische Dampfschleppschifffahrts-Gesellschaft.
Die Herren Aktionäre werden hierdurch benachrichtigt, daß am Mittwoch den 27. k. M. Dezember eine weitere Ratenzahlung von 15pCt. auf die neuen Aktien im Tempelpause hier Statt findet, wobei die am 2. Januar 1849 fälligen Zins-Coupons unserer Aktien und Obligationen schon in Zahlung angenommen werden.
Da die Quittungen über diese Ratenzahlung auch die Beträge der ersten und zweiten Einzahlung umfassen, so sind die früher ertheilten Bescheinigungen zurück zu geben.
Köln, 25. November 1848.
Die Direktion.
L Th. Rautenstrauch.
Niethen, Sub-Direktor.
@typejAn
@facs0846
Köln-Mindener
Eisenbahn.
Wir beabsichtigen, die Beförderung der Passagiere unserer Bahn und ihres Gepäcks nach und von dem Bahnhofe zu Deutz von und nach jedem Punkte der Städte Deutz und Köln mittelst Omnibus und Droschken auf die Dauer von drei Jahren, vom 1. Januar 1849 ab, im Wege der Submission an denjenigen Fuhr-Unternehmer zu vergeben, welcher bei dem nachzuweisenden Besitze der erforderlichen und geeigneten Fuhrwerke und Pferde etc., die nach unserem Ermessen annehmbarsten Bedingungen stellt.
Unternehmungslustige haben ihre desfallsigen ausführlichen Offerten bis spätestens den 5 Dezember d. J. in unserem Geschäfts-Büreau (große Sporergasse hierselbst) abzugeben, wo auch die allgemeinen Bedingungen zu erhalten sind. — Die abgegebenen Offerten bleiben für die Submittenten bis zum 20. Dezember d. J. bindend.
Köln, den 18. November 1848
Die Direktion.
@typejAn
@facs0846
Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft.
Der Inhaber der Dividenden-Scheine Nr. 4 von den Stamm-Aktien unserer Gesellschaft Nr. 5381 bis 5385 hat uns die Anzeige gemacht, daß ihm dieselben abhanden gekommen seien, und hat daher auf die Mortifikation dieser Papiere bei uns angetragen.
Auf Grund des §. 22 der Statuten der Gesellschaft, fordern wir demnach den gegenwärtigen Besitzer jener Dividendenscheine hierdurch auf, längstens binnen zwölf Monaten von heute ab, entweder dieselben an uns einzuliefern oder seine etwanigen Rechte auf dieselben geltend zu machen.
Nach Ablauf der in dem citirten Paragraphen des Statuts festgesetzten Frist werden jene Dividendenscheine, falls sie nicht eingeliefert oder die Rechte darauf nicht geltend gemacht worden sind, öffentlich für nichtig und verschollen erklärt, und an deren Stelle dem Inhaber der Stamm-Aktien Nr. 5381-5385 neue Dividendenscheine Nr. 4 ausgefertigt werden.
Köln, 23. November 1848.
Die Direktion.
Hirte, Spezial-Direktor.
@typejAn
@facs0846
In Ladung in Antwerpen nach der Havannah.
Die spanische Brick „Corazon de Maria“, Abfahrt Ende Dezember.
Man wende sich an die Schiffsmakler C. Grisar, W. J. Marfily und A. C. Retsin.
@typejAn
@facs0846
Im neuen Laden, Obenmarspforten, gegenüber dem Jülichsplatz werden verkauft:
Regenschirme in schwerster Seide von 2 Thlr. 10 Sgr. bis 3 1/2 Thlr.
Zeugschirme von 22 Sgr. bis 1 Thlr. 15 Sgr.
Gebrauchte Schirmgestelle werden in Zahlung genommen. Reisetaschen mit starken Bügeln von 25 Sgr. bis 2 1/2 Thlr. Gestrickte Unterhosen und Jacken von 15 Sgr. bis 1 Thlr. 10 Sgr.
Cravatten in Atlas und Lasting von 7 Sgr. bis 1 Thlr.
Atlas, Shawls und Schlipse von 25 Sgr. bis 1 Thlr. 10 Sgr.
Wollene Herrenshawls von 8 Sgr. bis 20 Sgr. Foulards, bunte Taschentücher, Gummihosenträger u. s. w.
Ferner werden billig verkauft:
Fines Tuch und Buckskin zu Hosen, die Elle 20 Sgr. oder 1 Thlr. 15 Sgr. Westenstoffe, neueste geschmackvollste Muster, die Weste von 8 Sgr. bis 1 1/2 Thlr.
Schlafröcke und Hausröcke von 2 Thlr. bis 6 Thlr.
Winterpalletos vom stärksten Düffet zu 3 Thlr. 20 Sgr. bis 5 1/2 Thlr. Abd-el-Kader zu 5 Thlr. bis 7 Thlr.
Bournusse in gutem Tuch von 6 Thlr. bis 12 Thlr.
Alle Sorten Handschuhe von 2 Sgr. bis 15 Sgr.
NB. Die Waaren werden wirklich so billig verkauft wie die Preise angegeben sind.
Joseph Sachs aus Frankfurt a. M., im Hause des Hrn. J. M. Farina.
Obenmarspforten, gegenüber dem Jülichsplatze.
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Die Eröffnung meiner Gastwirthschaft zeige ich hiermit ergebenst an, und bitte zugleich um geneigten Zuspruch. Die mich mit ihrem Besuche beehrenden Gäste können einer guten und prompten Aufwartung gewiß sein, da ich die Einrichtung getroffen habe, daß ich ausser gutem Bier, Branntwein und Liqueuren, auch eine gute Portion Essen verabreichen kann.
Heinrich Schmitz, Lintgasse Nr. 2 in Köln.
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Geschäfts-Eröffnung.
Hiermit erlaube ich mir die ergebene Anzeige, daß ich mit dem heutigen Tage in der Follerstraße Nro 90 eine Bierbrauerei und Wirthschaft eröffne.
Mein Bestreben wird stets sein durch gute Getränke und Bedienung mir das Zutrauen meiner geehrten Gäste zu erwerben.
Köln, den 3. Dezember 1848
Paul Schmitz, Follerstraße Nro. 90.
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Das zweite Ball-Gesellschafts-Kränzchen findet heute unter meiner Leitung Cäcilienstraße Nr. 40-42 Statt. Entree für Herren 5 Sgr. Anfang 4 Uhr.
C. A. Gerstel, Lehrer der höhern Tanzkunst.
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Die Kölnische Zeitung brachte in ihrer Beilage zu Nr. 319 einen Schmähartikel gegen den Einsender nachstehenden Inserats und gegen einen Freund desselben; verweigerte jedoch aus den der ganzen Welt bekannten loyalen Gründen die Aufnahme der hier folgenden Erwiederung:
Eschweiler.
Bitte, bitte, Herr Oberprokurator, helfen Sie mir doch von meinen Rivalen. Sehen Sie, bald ist Wahl bei der Bürgerwehr, und trotzdem ich alles aufgeboten habe, um Major oder Oberst zu werden, nützt doch Alles nichts. Ich habe nämlich zu diesem Zwecke schon seit langer Zeit mir einen fürchterlichen Bart wachsen lassen, nicht des martialischen Aussehens wegen, sondern hauptsächlich damit die kranken Kinder, zu denen ich etwa als Arzt gerufen würde, heftig über mein Aeußeres erschrecken, Krämpfe bekommen und sterben und ich somit weniger in meiner künftigen Würde gestört werde. Ich habe ferner, um Bekanntschaften anzuknüpfen, täglich statt wie bisher sechs, zwölf Gläschen Schnaps getrunken (Ein Oberst muß gut saufen können!) Selbst des Abends wozu ich früher zu geizig war, habe ich die Gesellschaften besucht. Ich habe fast alle meine Kranken sterben lassen, und statt sie zu besuchen, wie dies die noch lebenden Kranken bezeugen können, dem Bürgermeister die Stammlisten angefertigt; ich habe nach Kräften verleumdet, ich habe noch vieles andere gethan, aber Alles, alles fruchtet nichts; noch ist es möglich, daß ein anderer den Sieg davon trägt, darum helfen Sie ein bischen, Herr Oberprokurator, bringen Sie ihn weg, denn sehen Sie, Sie haben große Verantwortlichkeit; ich werde nämlich nicht Vorsteher der hiesigen Bürgerwehr — ich bin zwar stets ein halber Narr gewesen — dann werde ich ein Ganzer.
Das bekannte ärztliche Stadtraths-Mitglied.
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Herr Provinzial-Steuerdirektor, können oder wollen Sie dem Schleichhandel nicht Einhalt thun? Es ist kein gutes Ersparungssystem, die hiesige Steuer mit der Gränzkontrolle einem Ober-Kontrolleur zu einer Zeit zu übertragen, wo der Schmuggel uns über den Kopf wächst. Darum theilen Sie den nicht in zwei Hälften, sondern geben ihn ganz an die Gränze wieder und über die Steuer der Stadt einen zweiten Kontroleur, wie dies früher war.
Mehre Aachener Kleinhändler.
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Das Haus Pützgasse Nr. 8— steht zu vermiethen. Näheres Glockengasse Nr. 17.
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Bekanntmachung.
Französische Nordbahn.
Personen-Fahrten auf den Zweigbahnen zwischen Lille und Calais und Dünkirchen.
Für die Winter-Periode 1848 und 1849 in Verbindung mit den See- und Eisenbahn-Fahrten nach London.
Von Lille nach
Calais
und
Dünkirchen.
6 1/2 Uhr Morgens in direkter Verbindung mit dem Abends vorher von Parisabgegangenem Zuge.
6 1/2 Uhr Morgens in direkter Verbindung mit dem Morgens vorher von Köln
12 1/4 Uhr Mittags in direkter Verbindung mit dem Morgens von Brüssel und Antwerpen
6 1/2 Uhr Abends in direkter Verbindung mit dem Vormittags von Paris
6 1/2 Uhr Abends in direkter Verbindung mit dem Nachm. vorher von Köln und Aachen
Von Calais
resp.
Dünkirchen
nach
Lille und
weiter
6 Uhr Morgens in direkter Verbindung mit dem Abends bis Lüttiich Pariseintreffendem Zuge.
11 1/4 Uhr Vormittags in direkter Verbindung mit dem Abends bis Brüssel und Antwerpen
6 Uhr Abends in direkter Verbindung mit dem Abends in Lille
6 Uhr Abends in direkter Verbindung mit folgenden Morgens in Paris
6 Uhr Abends in direkter Verbindung mit folgenden Abends in Aachen u. Köln
Zwischen Calais und Dover besteht eine regelmäßige Fahrt zur See zweimal täglich in jeder Richtung und in Verbindung mit den Tag- und Nachtzügen der South-Eastern Eisenbahn nach London. Die Dauer der Fahrt zur See währt nur 1 1/2 bis 2 Stunden.
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Im Verlage der Unterzeichneten erscheint seit dem 1. Oktober d. J. Demokratische Zeitung.
Herausgegeben von einer Anzahl entschiedener Volksmänner, unter Mitwirkung vieler Parlaments-Mitglieder der Linken.
Wöchentlich ein Bogen in Folie. Abonnementspreis vierteljährlich nur 54 Kr. — Die Tendenz des Blattes erhellt schon aus dem Namen und ist noch deutlicher aus den Probenummern zu ersehen, die durch alle Buchhandlungen und Postämter zu beziehen sind.
Neu eintretende Abonnenten erhalten die erschienenen Nummern nachgeliefert. — Die bisherigen Abonnenten des eingegangenen Struve'schen Zuschauers, machen wir vorzüglich auf das Blatt aufmerksam.
Neustadt a. H.
A. H. Gottschick's Buchhdlg.
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Neuerfundene Briefcouverts mit Metallverschluß die unmöglich zu öffnen sind.
Per Dutzend 5 Sgr., bei Abnahme von 100, angemessenen Rabatt, bei Joseph Sachs aus Frankfurt a. M., im neuen Laden, Obenmarspforten 21A gegenüber dem Juichsplatz. Bestellungen von außerhalb werden franco erbeten.
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Die Restauration und baierische Bierwirthschaft Herzogstraße Nr. 4 wird bestens empfohlen.
C. Hackhausen.
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Bürger- u. Handwerker-Gesang-Verein.
Versammlung heute Nachmittags 2 Uhr, Mühlengasse Nr. 1.
pr. Direktion: W. Herx, Lehrer.
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Eine große Auswahl in gesteppten Decken und wollenen Bettdecken empfiehlt bestens D. Kothes, Altenmarkt 69.
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Rum von 10 bis 26 Sgr. das Quart.
Punsch-Sirup à 25 Sgr. die Flasche.
Schöne Kastanien. Emmenthaler Schweizer-Käse Westphäl. Butter etc. etc. zu billigen Preisen bei A. J. Baurmann Sohn, Breitstraße Nro. 45.
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Punsch-Essenz 18 Sgr. die Flasche bei H. Cron unter Gottesgnaden Nr. 13 u. 15.
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Herrenkleider werden gewaschen und reparirt. Herzogstraße Nr. 11.
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Eine Bierpumpe noch fast neu mit allem Zubehör ist billig zu verkaufen. Die Expedition sagt wo
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Verlegene und durch Flecken verdorbene Glacehandschuhe werden sowohl in einzelnen Paaren als großen Partien haltbar und schön schwarz gefärbt. Kupfergasse Nro. 8 bei Handschuhmacher Brabender.
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Schusterley[unleserlicher Text]ling gesucht, Mühlenbach 53.
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Ein ordentliches und geübtes Ladenmädchen (aus Barmen) sucht zu Neujahr ein Unterkommen. Sie würde hauptsächlich auf gute Behandlung sehen. Die Expedition ertheilt nähere Auskunft
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Eine Frau sucht Arbeit für halbe und ganze Tage. Zu erfahren Breitstraße Nr. 70.
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Für Damen-Auswahl.
Von Seidenhüte zu Thlr. 1-10 bis Thlr. 3.
Sammethüte Thlr. 2 bis Thlr. 8.
Obenmarspforten Nr. 42.
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Coaks ist wieder in sehr guter Qualität vorräthig, in der Gaß-Erleuchtungs-Anstalt, Buschgasse 11.
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Ein Mädchen, welches im Leinwandnähen und Bügeln erfahren ist, sucht Dienst. Zu erfahren Großneugasse 21.
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Für zwei junge Herren Kost und Logis, ganz billig. Judengasse Nr. 1.
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Mehrere Zimmer zu vermiethen. Schildergasse Nr. 4.
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der Gerant Korff.
Druck von J. W. Dietz, unter Hutmacher 17.