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Neue Rheinische Zeitung
Organ der Demokratie.
No 182. Köln, Samstag den 30. Dezember. 1848.
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Bestellungen auf die „Neue Rheinische Zeitung“ für das nächste Quartal, Januar bis März 1849, wolle man baldigst machen und zwar in Köln bei der Expedition der Zeitung (unter Hutmacher Nr. 17), auswärts bei allen Postanstalten Deutschlands.
Für Frankreich übernimmt Abonnements das königl. Oberpostamt in Aachen, für Holland und Belgien: die königlichen Briefpostämter, für Großbrittanien: das königl. belgische Briefpostamt in Ostende.
Durch den Wegfall des Stempels wird der Abonnementspreis ermäßigt und beträgt von jetzt ab für Köln nur 1 Thlr. 7 Sgr. 6 Pf., bei allen preußischen Postanstalten, (Das Porto einbegriffen) nur 1 Thlr. 17 Sgr. vierteljährlich; für Abonnenten im übrigen Deutschland tritt ein verhältnißmäßiger Postaufschlag hinzu.
Die Redaktion bleibt unverändert.
Die bisherigen Monatsgänge der „Neuen Rheinischen Zeitung“ sind ihr Programm. Durch ihre persönlichen Verbindungen mit den Chefs der demokratischen Partei in England, Frankreich, Italien, Belgien und Nordamerika ist die Redaktion in Stand gesetzt, ihren Lesern die politisch-soziale Bewegung des Auslandes richtiger und klarer abzuspiegeln, als irgend ein anderes Blatt. Die „N. Rh. Ztg.“ ist in dieser Beziehung nicht blos das Organ der deutschen, sondern der europäischen Demokratie.
Inserate: Die vierspaltige Petitzeile oder deren Raum 1 Sgr. 6 Pf.
Anzeigen aller Art erlangen durch die großen Verbindungen unseres Blattes eine sehr weite Verbreitung. Die Gerantur der „Neuen Rheinischen Zeitung.“
Uebersicht.
Deutschland. Köln. (Hr. v. Ladenberg und die Volksschullehrer.) Bonn (Dr. Gottschalk. — Die Einquartirungslast.) Koblenz. (Schornbaums Aufnahme bei seinen Collegen.) Münster. (Das Oberlandsgericht und die Untergerichte. — Die Untersuchung gegen die Staatsverbrecher. — Neue Zeitung. — Temmes Verhaftung. — Temme und die übrigen politischen Gefangnen und ihre Behandlung. — Gründe der Temmeschen Verhaftung. — Verhör Temmes. — Zur Charakteristik des hiesigen Kriminalsenats.) Wien. (Der Krieg mit Ungarn. — Zustand in Wien. — Schmerlings Wahl. — Die Rekrutirung. — Das Siegsbülletin vom 19. — Kriegsbülletin. — Schlappe der k. k. Truppen in Ungarn. — Militärrevolte.) Olmütz. (Die Polen und die Schuselkas in Kremsier. — Schmerlings noch nicht abgeschaffte Gesetze. — Intriguen und Pläne des Ministeriums. — Metternich.) Berlin. (Befestigungen von Berlin. — Rodbertus ausgewiesen. — Harkort. — Die rothe Farbe. — v. Steden. — Der Inquisitor Leonhardt. — Der demokratische Centralausschuß in Halle.) Frankfurt. (Stieber. — Schmerling, östreichischer Bevollmächtigter bei der Centralgewalt. — Aus dem Reiche. (Neuestes.)
Donaufürstenthümer. Jassy. (Ein Eingriff Rußlands.)
Franz. Republik. Paris. (Die reactionären Blätter. — Bilanz Frankreichs. — Die Regierung und die National-Versammlung. — Vermischtes. National-Versammlung.)
Belgien. Brüssel. (Wichtige Erfindung für den Bergbau.)
Holland. Amsterdam. (Blokade von Bali.)
Großbritannien. London. (Aus Volks Botschaft.)
Amerika. La Guayra. (Fortschritte der Paë[unleserlicher Text]partei)
Italien. (Sir Ch. Napier zu Rom. — Lage der Dinge zu Bologna. —
Die „Concordia“ über die muthmaßliche Politik L. Napoleons in Bezug auf Italien.) Rom. (Abdankung des Ministeriums.) Neapel. (Der Papst zu Gaëta. — Der russische Gesandte.)
Deutschland.
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[ * ] Köln, 29. Dezbr.
Reinecke Fuchs ist nie gefährlicher, als wenn er von Tugend und Enthaltsamkeit zu reden beginnt. Je mehr er seine Sünden zu bereuen vorgiebt, je mehr er versichert, er werde von nun an Buße thun und Pilger werden: mit desto grimmigern Dingen geht er um. In Schloß Malpertus sinnt man gerade dann am meisten auf Verrath, wenn die Schmeichelworte am lieblichsten von daher ertönen.
Eine ähnliche Bewandniß hat es mit dem Potsdamer Königthum und seinen Gesellen.
Mit ihrer offenen, brutalen Gewalt, mit ihren Wrangels und kreuzritterlichen Schnurrbärten, ihren Kanonen und Bajonetten sind sie weniger gefährlich, als wenn sie die Maske der Freiheit umwerfen, liberale Phrasen und Stichwörter drunter hervorlispeln und sich stellen, als wären sie ganz vom Geiste der Neuzeit durchdrungen und als wachten sie blos darüber, daß er nicht über das richtige Ziel hiausspringe.
In dieser Kunst hat sowohl das Potsdamer Königthum, wie seine braven Partisanen, vortreffliche Studien gemacht. Das Sommersemester ist bestens benutzt worden und erbauliche Resultate liegen bereits in Menge vor.
Wir wollen heute nur eins hervorheben. Es ist der Erlaß des Unterrichtsministers, Hrn. v. Ladenberg, vom 20. Dezbr. an sämmtliche Provinzial-Schulkollegien und Regierungen.
Das Ministerium der geistlichen, Unterrrichts- und Medizinal-Angelegenheiten war das erste, das schon während des Sommers in die Hände der Kamarilla zurückpraktizirt wurde.
Ladenberg, der unter Eichhorn sich als so brauchbares Instrument erwies, ist eben nur ein anderer Ausdruck für Eichhorn und Comp.
Die ganze muckerische Sippschaft des königlich preußischen Papstthums steht hinter ihm und hilft Fäden des protestantischen Jesuitismus nach allen Gegenden hin ausspinnen bis in den kleinsten Winkel der entferntesten Provinz.
Während sein Herr und Meister, Eichhorn, vor dem Volk sich in die Zurückgezogenheit flüchtete, blieb Herr Ladenberg, gleich allen übrigen Beamten des alten Regime's, ungestört in seiner hohen Stellung. Mochten die Herren von der Nationalversammlung noch so viel interpelliren, schöne Beschlüsse fassen, Gesetze vorbereiten: es gilt einmal das Sprichwort: beati possidentes.
Auch Hr. Ladenberg benutzte die Zeit ganz wohl; er griff weniger aktiv ein, desto mehr diente er dem alten System durch passiven Widerstand.
Durch die Staatsstreiche des Brandenburg-Manteuffel'schen Ministeriums hat sich das Blatt gewendet. Jetzt kann auch der Kultusminister aktiver auftreten.
Dies thut er in besagtem Erlasse. Es ist ein Aviso an sämmtliche Lehrer des preußischen Staates, daß die gute alte Zeit wieder nahe ist und daß auf dem herrlichen Wege, den Eichhorn und seine muckerischen Kumpane angebahnt, weiter fortgeschritten werden soll. Aber noch ist's nicht ganz geheuer. Es rumort noch zu stark da unten in den Volksmassen. „Drum schifft mit Vorsicht über die Wogen!“ summt Ladenberg vor sich hin, wählt sich eine neue hübsche Charaktermaske des neuen königl. preuß. Liberalismus aus und spielt in der Einleitung seines Erlasses den zum Kultusminister umgewandelten Reinecke de Bos.
Er erklärt es von vornherein für eine „völlig naturgemäße Erscheinung,“ daß auch die Schule von der politischen Bewegung dieses Jahres berührt worden. Sofort beginnen aber auch schon die verzwickten Redensarten, wie wir sie unter Eichhorn, freilich weit offener, bis zum Ekel anhören mußten. Das Wesentlichste der Schule ist, die Zöglinge „zu Staatsbürgern zu erziehen, welche die Relegion (die Potsdamer natürlich), die Sitte und das Gesetz zu achten, ihr Vaterland und ihren Fürsten lieben, welche den Willen und die Kraft besitzen, ihr eigenes Hauswesen zu leiten.“ So predigt Hr. Ladenberg den preußischen Schullehrern vor. Aus seinen Worten geht hervor, daß er sie noch immer für dumme Jungen hält, die blos ein klein wenig gescheiter geworden sind seit den Märztagen, weshalb er jetzt das Vaterland vor den Fürsten stellt, während er's vor dem März umgekehrt arrangirte. Die Worte sind anders gestellt, der Sinn bleibt der nämliche.
Nun wißt Ihr doch, Lehrer in den Schulen des Volkes, was das Wesentlichste Euerer Aufgabe ist. Ihr sollt Euere Zöglinge zu Staatsbürgern erziehen, welche ad 2 „die Sitte“ achten. Die Sitte! Seid Ihr Lehrer des Volkes nicht selbst aus dem Volke entsprungen? Wohl, dann ist Euch nicht unbekannt, was Eichhorn-Ladenberg-Thiele etc. etc. unter „Sitte“ verstehen. Diese „Sitte“, sie ist die christlich-germanische, wonach deutsche Fürsten sich Operntänzerinnen hielten, die ihre erschlaffte Sinnlichkeit aufregen mußten, wonach sie mit den Steuern des Volkes Maitreffen bezahlten, die ihnen, den nach Außen hin so ernst und ascetisch aussehenden Männern, der Kammerdiener in's Schloß praktizirte. Unter der „Sitte“ ist zu verstehen, daß der arme Soldat von seinen 2 1/2 Sgr. täglich 1 Pfennig für Nadelgelder an eine gefürstete Gräfin abtreten mußte, während sich die adligen Schmeerbäuche auf dem Soiréen jener Fürstin für das Geld des armen Soldaten Baisers, Eis und Champagner recht wohlschmecken ließen. „Die Sitte“! Das heißt ferner: an Don Carlos, einen Taugenichts von Gottes Gnaden, über 700,000 Rthlr. aus der Tasche des Volkes schenken, damit er den Bürgerkrieg in Spanien so lange als möglich fortführen konnte. Die nämliche „Sitte“ wollte es natürlich, daß Ihr, Lehrer in den Volksschulen, am Nothwendigsten Mangel leiden mußtet; denn für Euch hatte man kein Geld, höchstens eine lumpige Gratifikation von 10-20 Thlrn. Letzteres aber nicht, weil Ihr mit den Eurigen Hunger und Noth littet, sondern nur dann, wenn Ihr aufhörtet, Menschen zu sein; wenn Ihr Euch dem Berliner Muckerthume gefangen gabt, wenn Ihr auf Hengstenberg und Hahn, auf Stollberg, Götze und ähnliches Gelichter schwuret, wenn Ihr das pietistische Gift in die zarten Kinderherzen mit Geschick zu tröpfeln verstandet, wenn Ihr das kostspielige Champagner-Pabstthum vor Euren Zöglingen prieset, kurz, wenn Ihr den Schülern täglich wiederholtet: daß die preußische Regierung die schönste, herrlichste und segenreichste auf der ganzen Welt sei. Wenn Ihr das thatet, dann wurde Euch zuweilen ein Knochen zum Abnagen hingeworfen.
Wenn Grafen und Barone, Oberpräsidenten und Generäle, Geheimräthe und Minister aus den Taschen des Volkes Tausende von Thalern jährlich als Geschenk oder „zur Erziehung ihrer Kin- [Fortsetzung]
[Feuilleton]
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Punch, Harlequin und Henneschen.
Punch! Wer kennt nicht den kleinen Herrn Punch, mit dem großen Buckel, den lustigen Held des englischen Marionettenspiels, der seinen Hund unaussprechlich liebt, der sich aber mit seiner Frau und mit den Polizeidienern Tag für Tag auf's rechtschaffenste prügelt?
Jeder der einmal in London war, kennt auch den Herrn Punch!
Punch leitet mit den alten englischen Königen seinen Ursprung aus den grausten Jahrhunderten her. Punch ist ein Narr. Wir brauchen nur an Shakspeare's Dramen zu erinnern, um unsern Lesern die hohe gesellschaftliche Stellung der Narren älterer Zeit sofort in's Gedächtniß zu rufen. Niemals traten die Könige ohne ihre Narren auf. Die Narren gehörten zu den hervorragendsten Hofleuten. König und Narr nannten sich: Vetter.
Die nahen und weitläuftigen Anverwandten des kleinen Punch sind über die ganze Erde zerstreut. So residirt z. B. Harlequin in den Champs-Elisées in Paris; das kölnische Henneschen in einem Pferdestall der heiligen Stadt Köln. — — Leider sind die armen Teufel durch die allgemeine Verderbtheit des Jahrhunderts sehr im Ansehn gesunken; aber wer kann leugnen, daß sie noch immer einen allmächtigen Einfluß auf die Gesellschaft ausüben? Wer erkennt nicht auf dem Ball der Pariser Oper, in den graziös verrückten Bewegungen einer Grisette, dieselben liebenswürdigen Sprünge, mit denen Harlequin das Publikum der elysäischen Felder ergötzt? Und wer leugnet, daß das Bein einer Grisette seine weltgeschichtliche Bedeutung besitzt? Ich behaupte, daß es nie Revolutionen in Paris gegeben hätte, wenn die zierlichen Beine der Grisetten nicht so herrlich revolutionär über die ganze gute bürgerliche Sitte des Jahrhunderts hinweggesprungen wären. Als Heine einmal den Galop infernal tanzen sah, da sagte er mit vollkommenem Rechte, jetzt wisse er, weshalb es den Franzosen so leicht geworden sei, die Welt zu erobern. Harlequin, das Bein einer Grisette, die Revolution, Jena, Moskau: Alles das steht in genaustem Zusammenhang. Das Eine entwickelte sich aus dem Andern.
Wie es in Paris ist, so ist es auch in Köln. Was in Paris der Harlequin thut, das thut bei uns das Henneschen. Niemand wird mir z. B. darin widersprechen, daß das Henneschen des kölnischen Puppenspiels und der Hanswurst des kölnischen Karnevals: Brüder sind. Das Henneschen und der Karneval stehen in der innigsten Verbindung. Was ist aber Köln ohne den Karneval? Ich bin der Meinung, daß ganz Köln sich auf den Karneval reduziren läßt. Die ganze heilige Stadt Köln ist nur ein einziger großer Faschingswitz. Ich hörte noch nie ein vernünftiges Wort in Köln reden — außer im Februar. Alles Große und Berühmte der kölnischen Geschichte, entsprang der Februarwoche des Faschings. War nicht der Regierungspräsident und Kommandant der Bürgerwehr, Herr von Wittgenstein in Köln, einer der ersten Narren seiner Zeit? War nicht der große Franz Raveaux einer der eifrigsten Karnevalsredner, ja sogar Narrenpräsident? Niemals würde die Paulskirche in der Beredsamkeit ihres Raveaux geschwelgt haben, wenn es in Köln nicht ein Henneschen und einen Karneval gäbe. Henneschen, der Hanswurst, die Paulskirche, das Reichsministerium, die ganze deutsche Bewegung von 1848: Alles das läßt sich ohne den geringsten Verstoß zu begehen, neben einander stellen.
Doch kommen wir auf Punch zurück! Punch ist nächst der Königin und dem „eisernen Herzog“ die bekannteste Persönlichkeit in England. Punch ist der verkörperte englische Volkswitz. Von seiner nationalen Bedeutung ist er freilich seit den Zeiten des „lustigen Alt-England“ ungemein herabgepurzelt, aber Fürst Pückler hatte noch alle Ursache an's Fenster zu springen und in die Gasse hinabzusehen, als der kleine Buckliche einst sein: „O, O, Jim Crow!“ zu ihm hinübersang. — Vielfach vernachlässigt, und oft von rohen Polizisten beschimpft und verstoßen, bewahrte Punch doch noch immer sein altes Renommé. Wenn er bei dem Klang der Orgel als Marionette in seiner kleinen Bude auf und niederhüpfte, um jetzt seinen Hund zu küssen und gleich darauf seine Frau zu prügeln, da karikirte er nur zu richtig das englische Familienleben und den Charakter mancher Ehemänner, die auch mehr Stücke auf einen Bull-dog und auf einen Hengst, als auf ihr geliebtes Weib halten. In seiner Wuth auf alles was Polizei heißt, machte der Kleine nicht weniger seiner echt großbritannischen Unabhängigkeitslaune Luft und sah man ihn gar würdig und feierlich auftreten, da meinte man nicht anders, als daß alle die hohen Lords des Parlamentes ihre Gestikulationen von Punch gelernt hätten.
Ja, wahrhaftig! wie man den Harlequin der Elysäischen Felder mit dem Brand von Moskau in Verbindung bringen kann, und das Kölnische Puppentheater mit der Frankfurter Paulskirche, so läßt sich von Punch auf Lord Brougham schließen, auf das ganze englische Parlament, auf Indien und China und den ganzen Erdball.
Ein wahres Auferstehungsfest feierte unser Freund, als vor einigen Jahren unter dem Titel „Punch“ eine Wochenschrift in London erschien, die eigens von der Vorsehung dazu bestimmt schien, alle guten und schlechten Witze der Gegenwart in sich aufzunehmen. Wie die Götter früher einen Menschen unter die Sterne versetzten, so versetzte man den kleinen Punch in die Literatur und gab ihm dadurch seine alte Größe wieder.
Einige Studenten, die in Edinburgh wenig gelernt, aber noch mehr geschwiemelt hatten, kamen nemlich eines Tages in sehr desolaten Umständen nach London und überlegten, was zu thun sei. Steine klopfen, Holz sägen, Karren schieben, Straßenfegen: Alles schien ihnen gar zu unerfreulich. Sie faßten daher kurz und gut den Entschluß sich der — Literatur in die Arme zu werfen und verfügten sich sofort zu dem ersten besten Buchhändler, indem sie ihm die Herausgabe einer Wochenschrift vorschlugen. Der Buch- [0980] händler maß sie von oben bis unten. Da die Tollkühnen aber auf ihrem Entschluß beharrten, und mit einer wahrhaft unerbittlichen Frechheit in ihn drangen, einen Versuch zu wagen, so ging der verlegene Verleger zuletzt mit seinem buchhändlerischen Herzen zu Rathe und nach einigen Wochen erschien denn auch die Zeitschrift „Punch“ — — Niemand dachte daran, daß sie schon nach einem halben Jahre viele Tausende von Abonnenten haben werde.
So geschah es aber, denn die Redakteure des jungen Blattes hatten nicht nur des Renommé ihres alten Gewährsmannes Punch für sich, sondern sie gingen auch allen lächerlichen Personen des Landes, in so unverschämter, und doch in so liebenswürdiger Weise zu Leibe, daß sie sich im eigentlichsten Sinne des Wortes, die Aufmerksamkeit des Publikums erzwangen. Noch fehlte ihnen indeß zum vollständigen Geling[unleserlicher Text] ihres Unternehmens, irgend ein großer Coup, eine wahre Mordgeschichte, sei es welche es wolle, irgend ein nierenerschütternder — Prozeß. Es giebt nichts famoseres als ein Prozeß!
Gott war den verwegenen Redakteuren des Punch gnädig. Er schenkte ihnen was sie bedurften. Lord Brougham war nemlich so unvorsichtig, den armen Punch wegen Verläumdung in optima forma zu verklagen. —
Ich brauche meinen Lesern nicht zu versichern, daß die Existenz des jungen Blattes von diesem Augenblicke an, für alle Ewigkeit gesichert war. Vergebens ließ der edle Lord alle Minen seines Einflusses springen. Alles was er in sechs Tagen zu Stande zu bringen wußte, vernichteten die naseweisen Herausgeber des kleinen Scherzblattes am Ende der Woche, durch immer neue Angriffe, durch immer witzigere und humoristischere Erwiederungen und ehe man sich's versah, war Punch eins der gelesensten Blätter in ganz England.
Die ersten Mitarbeiter an Punch waren Thackeray, der Verfasser der Snobs of England, Gilbert A à Beckett und Douglas Jerrold, von denen namentlich der letztere, einer der beliebtesten englischen Schriftsteller geworden ist. Die Illustrationen lieferte manchmal George Cruikshank, in den meisten Fällen aber John Leech und mit Recht kann man sagen, daß die erstern beiden, den Humor eines Swift, eines Sterne, eines Smollet in ihren Artikeln wieder auferstehen ließen; die letztern in ihren Karrikaturen den eines Hogarth.
The Story of a feather von Jerrold und The Comic Blackstone von à Beckett, die mit Illustrationen von Leech nach und nach im Punch erschienen, sind noch in Jedermanns Gedächtniß. Punch leistete wirklich das Mögliche und oft noch denke ich an die stillen großbritannischen Sonntag Nachmittage, wo ich in Yorkshire, Luft- und Menschenverlassen in dem Londoner Charivari meine einzige Erheiterung fand. Man brauchte nur die einzelnen Karrikaturen früherer Wochen und Jahre durchzugehen, um in wenigen Augenblicken die ganze neuere englische Geschichte vor Augen zu haben und sich jeder Parlaments-Debatte auf's lebhafteste zu erinnern. Da war Lord Brougham, den Punch seit seiner Verläumdungsklage, wahrhaft systematisch verfolgte — Lord Henry, mit den Hosen aux grands carraux, und mit der rothen Kartoffelnase, wie er bei jeder Debatte des Oberhauses, sei es in einem Rechtsstreit mit Lord Campbell, oder in einer Debatte über den Sclavenhandel seine Weisheit an den Mann zu bringen suchte. Da war „der eiserne Herzog,“ der Herzog von Wellington steif wie er einst bei Waterloo zu Roß saß, mit der großen Schaafsnase und dem freundlich milden Lächeln, was ihm stets um die Lippen schwebte, wenn er sich nichts weniger als eisern, wie bei der Katholischen Emancipations-Bill und bei der Korn-Zoll-Frage, vor seinen parlamentarischen Feinden zurück zog.
Da: Sir Robert Peel, der Sohn des Baumwollspinners, von gehörigem embonpoint, mit spindeldürren Beinen, in schneeweißer Weste, der reiche, der unabhängige Mann, der schon im Jahre 1819 seine berühmte Bill vor die Commons brachte und der noch immer der Held des Hauses ist, bei jeder großen Debatte, sei es über die letzte Fabrikstadt im Norden Alt-Englands oder über die verwickeltsten Interessen des asiatischen Kontinentes. Da endlich King Dan, der alte Daniel O'Connel, der sein Advokatenhandwerk an den Nagel hing, um, wie er sich ausdrückte, dem Edelstein der See zu dienen, dem grünen Erin, der schönsten Insel der Welt, und dafür, beiläufig bemerkt, jedes Jahr circa 30 Tausend Pfund Rente in Empfang zu nehmen. Und so weiter, alle Redner Britanniens, Lord John Russel, der kleine gedrückte Mann, der Held der Reform Bill und Lord Palmerston, der berüchtigte, unruhige Whig. Disraeli der gewandteste Redner des Hauses und Roebuck, die unvermeidliche, die böse Sieben — — Alle, alle sah man sie wiederkehren, meisterhaft getroffen, in hundert und aber hundert verschiedenen Positionen, und in ihren Bildern wurde das Vergangene lebendig und gern erinnerte man sich noch einmal an alles das was man längst genossen und vergessen hatte.
Punch besitzt wirklich das Verdienst, daß er alle Redner und Staatsmänner Englands zu ganz familiären Leuten machte. Jeder Straßenjunge kennt jetzt die Nase Lord Broughams so gut wie seine eigne; und das ist ungeheuer viel wenn man die Nase eines Menschen kennt!
Ueber der hohen Politik vergaß Punsch indeß auch nicht das gewöhnliche, alltägliche Treiben des Volkes. In den Gardinen Predigten der Mrs. Caudle schilderte er z. B. die Langeweile des engl. Ehelebens in so ergötzlicher Weise, daß mancher Familienvater seit dem Abends ein paar Stunden später nach Hause gekommen sein wird. James's Diary mußte die Eisenbahnspekulationen illustriren; Punch Letter-Writer gab Gelegenheit zu Korrespondenzen zwischen allen Theilen der Gesellschaft. — — Und so würden wir noch zu hunderterlei Lob für unsern Freund Veranlassung finden, wenn es uns nicht plötzlich in den Sinn käme, den heitern Punch auch einmal als Organ einer politischen Partei in's Auge zu fassen. Humoristisch oder nicht humoristisch: jedes hervorragende Blatt eines civilisirten Landes ergreift für irgend eine Sache Partei. Wir haben
[Deutschland]
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[Fortsetzung] der“ erhielten und die Eurigen vor Elend und Jammer dahin starben: so bedenkt, daß das eben die im ministeriellen Erlaß empfohlene „Sitte“ ist.
Ihr sollt aber Euern Zöglingen nicht bloß Achtung vor jener „Sitte“, sondern auch vor dem „Gesetz“ beibringen. Ihr kennt das Gesetz, das alte, wie das neue. Ihr kennt das alte, darum auch das neue.
Das „Gesetz“ — es ist nach wie vor darauf berechnet, daß die große Masse des Volkes zum Vortheile einiger Wenigen ausgesogen und mißhandelt wird. Das „Gesetz“, ist es das vor den Märztagen, vom 8. April, vom Dezember? Ist es das Patent von 1847 oder das von 1848, das Standrecht oder die Habeas-Corpus-Acte?
Also Achtung vor „Sitte“ und „Gesetz“! Bringt sie Euern Zöglingen bei; doch außerdem noch Liebe zum Vaterlande und — zu ihrem Fürsten! Wie nun, wenn diese Doppelliebe unverträglich, unmöglich ist? Arme Schulmeister! Ihr müßt das Unmögliche möglich machen und daß es sich durch Heuchelei, Volksverrath, Vernunftertödtung und ähnliche Mittel ermöglichen läßt, daran werden Hr. Ladenberg, Eichhorn etc. nicht zweifeln. Sie wissen Bescheid darum.
(Schluß folgt.)
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[ 43 ] Bonn, 28. Dezbr.
Dr. Gottschalk hat sich, um von der Aufregung der letzten Tage zu ruhen, hierher in unsere Stille zurückgezogen, wo ihm gestern Abend Sänger aus dem Bürgerstande eine Nachtmusik brachten. Er ist durch die lange einsame Haft angegriffen; jede Berührung mit der Außenwelt strengt ihn an, und es thut ihm Noth, sich wohl noch ein paar Wochen auszuruhen und körperlich zu erstarken. Eine am vergangenen Dienstag in Kessenich abgehaltene Volksversammlung war wohl besonders deshalb so überzahlreich besucht, weil man sein Auftreten daselbst, einem Gerüchte zufolge, voraussetzte. — Die 27er sind abgezogen, aber ebenso viele 25er eingerückt. Von neuem also drückt uns die Last der Natural-Einquartierung, durch welche die Regierung auf Bürger-Kosten ihre Soldaten futtert. Das Elend und die Nahrungslosigkeit werden hier ohnehin stets größer, alle Arbeit stockt, die Hausmiethen sinken sehr stark — und nun muß man es schon von einst wohlhabenden Leuten hören, daß die Einquartirung ihnen ihr letztes Erspartes aufzehrt. Bonn hat zwei mächtig große Kasernen — aber unter dem Vorwand, daß diese nur für Kavallerie Raum hätten, legt man eine Infanteriebesatzung in die Häuser des Bürgers! Uebrigens begreift es sich freilich nach den Vorfällen des letzten Monats, wenn es in Bonn Leute giebt, denen Etwas daran liegt, eine starke Truppenzahl in der Stadt zu wissen! Quidquid delirant reges, plectuntur Achivi, zu Deutsch: „Sind Behörden erst verhaßt, der Soldat beim Bürger praßt.“
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[ 15 ] Koblenz, 23. Decbr.
Die Proteste der altpreußischen Gerichtsbeamten gegen den Wiedereintritt der Majoritäts-Mitglieder der Nationalversammlung haben kaum überrascht. Von ihnen wußte man nicht anders, als daß sie Königl. Preuß. Bediente seien, an Kabinetsjustiz gewöhnt, durch und durch von jenem Beamtengeist infizirt, den schon vor 33 Jahren der Minister Stein so sehr verfluchte. Sie thaten nur, was sie nicht lassen konnten, und ohne dabei weder an Achtung des Volkes einzubüßen, noch an Anerkennung von Seiten der Staatsregierung zu gewinnen. Und beides aus auf der Hand liegenden Gründen. Aber von unsern rheinischen Juristen glaubten wir erwarten zu dürfen, daß sie uns nicht durch eine eben so perfide als eckelhafte Schweifwedelei nach oben hin blamiren würden.
Es wird vielleicht von Interesse sein, des Benehmens hiesiger Landgerichtsbeamten gegen ihren zurückgekehrten Collegen Schornbaum zu erwähnen. Der geistreiche Chef des Parkets, v. Runkel, empfing Herrn Schornbaum entschieden ernsthaft, würdevoll, mit Klagen über die vielen Freisprechungen bei den Assisen; der gemüthliche Gerichtschef v. Olfers, in aristokratisch-gereizter, ganz auf die ultima ratio regum bauender Stimmung; der Kollege und „Kölsche Spaßmacher“ Maus, frostig und ohne Handschlag, und äußerte später — es sei ihm dabei ganz unheimlich zu Muthe gewesen; — der weinfreundliche joviale Kollege Schild sagte: Tag! und las dann in seinen Akten. Auf Befragen hieß es: „zwischen uns kann fortan von keiner Verbindung die Rede sein.“ Der edle außerordentliche Landwehroffizier und Kammerpräsident Herr de Marées, die dichterische Pflanze aus Dessau, ließ sich nebst Ehehälfte verleugnen, hatte aber ganz insgeheim einen förmlichen Protest entworfen und den Uebrigen zur Unterschrift vorgelegt. Und so war die Stimmung und der Empfang des übrigen Personals bis zum jüngsten Assessor! —
Den Koblenzern wird es angenehm sein, zu hören, daß in aller Stille eine von sämmtlichen Mitgliedern des Gerichts unterschriebene Dankadresse für die Verfassung an Se. Majestät abgegangen ist, und werden darin eine Garantie für die Trefflichkeit derselben erkennen.
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[ 307 ] Münster, 27. Dez.
Sie kennen die Geschichte von dem Fuchse, der mal in eine Falle gerieth, seinen Schwanz einbüßte und bei seiner Rückkehr zu seinen Brüdern, diesen vorpredigte, sie möchten sich gleichfalls die Schwänze nehmen, es sei das sehr hübsch; er erndtete verdienten Hohn. — Die Geschichte wiederholt sich eben hier. Das hiesige Oberlandesgericht hat bei seinem Schweifwedeln jüngsthin seinen Schweif eingebüßt, es hat durch *) Abgeordneter des Landkreises Aachen, zuletzt Sekretair der Nationalversammlung und entschieden links. seine verächtliche Maßregel gegen Temme gänzlich alles Zutrauen, alle Achtung verloren und steht auf's äußerste blamirt da. Man suchte sich wunderlich genug zu helfen und intriguirte bei den — Untergerichten, um sie zu ähnlichen Demonstrationen gegen Temme zu bewegen. Die Aufforderung dazu ist Seitens des hiesigen Land- und Stadtgerichts von einem Assessor ausgegangen, der sich längst durch seine verunglückten Bemühungen, eine Rolle zu spielen, namentlich Abgeordneter zu werden, lächerlich gemacht hat; es ist der Schwiegersohn des Obergerichtspräsidenten. Die Intrigue war zu plump. Die Untergerichte bewiesen, was sie freilich schon wohl öfter gezeigt, daß bei ihnen mehr Rechtssinn und Ehrenhaftigkeit, wie beim höhern Gerichtshofe und haben bis jetzt der Aufforderung nicht entsprechen wollen.
Die Untersuchung gegen die Unzahl der hiesigen „Staatsverbrecher“ geht ihren „Gang“, aber wie? Mehrere der Verhafteten sind seit drei Wochen gar nicht vernommen worden. Es lebe die Habeas-Corpus-Acte und die Gewährleistung der persönlichen Freiheit! — Mit dem 1. Januar k. J. erscheint hier eine neue politische Zeitschrift radikaler Richtung, die „Westphälische Volkshalle“. Es thut wahrlich Noth, daß dem „Westphälischen Merkur“ das Monopol genommen wird.
Nachschrift. Abends 7 Uhr. Um 5 Uhr heute Nachmittag erfolgte die Verhaftung des Obergerichtsdirektors Temme durch den Kriminaldirektor Giese, der ihn persönlich aus seiner Wohnung abholte und zum Zuchthause (welches zugleich Untersuchungsgefängniß ist) führte. Ueber den Grund dieser die allgemeinste Sensation erregenden Maßregel vernehme ich nur so viel, daß dieselbe nicht etwa Folge der Untersuchung ist, welche beim k. Kammergericht in Berlin gegen sämmtliche Abgeordnete, die am Steuerverweigerungsbeschlusse Theil genommen, beantragt resp. eingeleitet worden, sondern Folge einer gegen Temme eingeleiteten besondern Untersuchung. Welches Verbrechen dem Temme zur Last gestellt, von welchem Gerichtshof diese besondere Untersuchung eingeleitet und die Verhaftung beschlossen worden, konnte mir meine sonst sehr gute Quelle nicht angeben.
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[ 006 ] Münster, 27. Dez.
„Ich weiß mich trefflich mit der Polizei,
Doch mit dem Blutbann schlecht mich abzufinden.“
Es ist ein Blutbann, der über unser Land geht, ärger, als in den Zeiten der heiligen Behme. Heute Abend ist Temme hier verhaftet worden; seine Eigenschaft als Richter, als Direktor eines obersten Gerichtshofes hat ihn nicht geschützt vor der blinden Verfolgungswuth des hiesigen Oberlandesgerichts, das er bei seinem Eintritte so kräftig zurechtgewiesen, daß auch nicht einer seiner Gegner ein Wörtchen zu erwidern wagte. Warum ist diese schmähliche Verhaftung geschehen? Etwa auf Requisition des Staatsanwalts Sethe? Etwa wegen seiner nicht genug zu rühmenden Entschiedenheit und Thätigkeit in der Nationalversammlung? Man weiß es nicht; was aber auch der vorgeschützte Grund sein möge, dieser Schritt der Contrerevolution hat neues Oel in's Feuer gegossen. Obgleich die Verhaftung in tiefer Dunkelheit vorgenommen wurde, durchlief die Nachricht doch sofort die ganze Stadt, und welche Entrüstung sie hervorgerufen, ist kaum zu beschreiben. Eine solche Erbitterung setzt sich nur zu fest: so lohnt das deutsche, das preußische Volk seine Vertreter, seine treuesten Söhne! Wir haben ja eine „freisinnige“ Verfassung — auf dem Papiere. Man erzählt sich sogar, daß vorher schon Bett und Möbel bereit gehalten worden, und von gewisser Seite will man erfahren haben, daß der Haftbefehl einseitig vom hiesigen Gericht ausgegangen, weil — staunen Sie! — Temme mit dem hier stattgehabten konstitutionellen Kongreß in Verbindung gestanden.
Dieser höchst unschuldige Kongreß, von dem man jetzt, um die Maßregeln gegen die Mitglieder desselben zu rechtfertigen, sogar aussprengt, man habe damit eine geheime Verschwörung gestiftet und am 15. d. mit dem Morden und Sengen anfangen wollen, erlangt auf diese Weise eine Wichtigkeit, an die hier Niemand gedacht; indeß er muß einmal zum Vorwande dienen. Betheiligt an demselben sind Alle gleicherweise und es ist gar nicht einzusehen, warum nicht sämmtliche 168 Erschienene eingezogen werden. Am härtesten ist offenbar das Verfahren gegen den Buchdrucker Wundermann, der ungeachtet der dringensten Vorstellungen und obschon Hammacher alle Verantworlichkeit für Autorschaft und Besorgung der inkriminirten Plakate übernommen hat, dennoch nicht freigelassen wird. Die Räume des hiesigen Zuchthauses beherbergen jetzt eine wahrhaft „noble“ Gesellschaft, die sich noch vermehren zu sollen scheint; außer Hammacher, Groneweg, dem braven Stadtverordneten Hartmann, außer Löher, Mirbach, Graumann, Schmitz, Gruwe, Blumenfeld, sind noch viele andere politische Angeklagte darin untergebracht. Schließlich die Bemerkung, daß diese edlen Verbrecher von Seiten der Strafanstalts-Direktion anständig und mit der größten Freundlichkeit behandelt werden.
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[ 135 ] Münster, 27. Dezbr.
Die Sache wird immer gelungener! Heute Abend ist der Ober-Landes-Gerichts-Director Temme verhaftet, nachdem am 22. d. M. der erleuchtete Criminal-Senat des Ober-Landes-Gerichts beschlossen:
„Daß gegen Temme wegen des gegen ihn begründeten Verdachts, den Steuerverweigerungs-Beschluß, erlassen von Abgeordneten zur Nationalversammlung, datirt Berlin den 15. November, zur Ausführung und Geltung gebracht, wenigstens dieses versucht und darauf hingewirkt zu haben, auf den Grund des §. 92 resp. 233 und 167 Tit. 20 Th. II. des Allg. Land-Rechts die Untersuchung zu eröffnen.“
In dem Verhöre wurde Temme vorgehalten: daß die Unterschrift unterm Aufruf an das Volk vom 27. November sein Verbrechen sei, und man daraus den Schluß ziehen müsse, daß er an der Verbreitung dieses Aufrufs Schuld sei! Kant würde sich im Sarge umdrehen, wenn er diesen Schluß hörte.
Temme hat sich auf die Anklage nicht eingelassen, vielmehr dagegen protestirt und zwar:
1) weil das Kammergericht allein als Forum delicti der competente Gerichtshof sei;
2) weil das hiesige Ober-Landes-Gericht durch seinen allerunterthänigst am Fuße des Throns niedergelegten Protest gegen Temme sich ihm gegenüber als Partei gerirt habe;
3) weil er als Abgeordneter gehandelt und deßhalb nur seinem Gewissen verantwortlich sei.
Temme hat an das Ministerium der Justiz (nicht an den Justiz-Minister) einen Protest erlassen gegen Einleitung der Untersuchung und gegen das Ober-Landes-Gericht.
Temme sitzt unter einem Dache mit den gemeinsten Verbrechern, (das Gefängniß für die Untersuchungs-Gefangenen und das Zuchthaus ist ein Gebäude) während der davon gelaufene Abgeordnete Rintelen sich als Justiz-Minister brüstet.
Zur Charakteristik des Kriminalsenats des würdigen hiesigen Oberlandesgerichts folgendes: Im August v. J. sollte gegen einen sogenannten Adligen des Münsterlandes, Frhrn. v. K., (Regierungsassessor) wegen fleischlicher Verbrechen die Untersuchung eingeleitet werden. Der Freiherr entfloh aber nach Belgien und nur sein Complice, ein hiesiger Unteroffizier, wurde verhaftet. In Folge allerunterthänigster Bitten der Verwandten des edlen gemeinen Frhn. v. K. wurde eine Kabinetsordre erlassen, daß jede Verfolgung des Frhn. v. K. zu unterlassen, und die Untersuchung nur einzuleiten, wenn derselbe sich im Inlande „betreten ließe.“ Der Kriminalsenat, an dessen Spitze damals der Präsident von Olfers, dieser ehrenhafte preußische Richter stand, unterließ natürlich pflichtschuldigst jede Verfolgung. Der gemeine Verbrecher treibt sich nun 5 Jahre im Auslande umher, dann ist das Verbrechen verjährt und der Freiherr kehrt zurück zur Freude der münsterländer Noblesse, die in ihm ihren Pair verehrt.
Man erinnert sich, daß Hr. Ex-Justizminister Uhden auf dem vereinigten Landtage von 1847 einmal äußerte, daß er es sich zur Ehre anrechne, dem ehrenwerthen Stande der preußischen Richter angehört zu haben. Damals, wo man noch keine Ahnung von der Möglichkeit der neuesten Prostitution der preußischen Gerichtshöfe hatte, wo alles noch in den Illusionen eines ehrenwerthen Richterstandes befangen war, damals konnten viele die Aeußerung des cidevant geheimen Kabinetsraths und Ministers Uhden nicht begreifen. Die Kurzsichtigen! Uhden kannte seine Pappenheimer, das zeigt das Auftreten des Revisionshofes, des geh. Ober-Tribunals, der Ober-Landesgerichte in Münster, Ratibor, Bromberg.
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[ 61 ] Wien, 24. Dez.
Während unsere Standrechtspresse mit dem unverschämtesten Uebermuth wahnsinniger Ohnmacht fortfährt, die französische Bourgeois-Republik anzugreifen, Deutschland die plumpsten Fußtritte zu geben, eine verächtliche provozirende Sprache wider Preußen zu führen, den Banditen im eigenen Lande henkern zu helfen, bekommt zuverlässigen Gerüchten nach die kaiserliche Armee von den Magyaren die anständigsten Prügel.
Nachdem man am 17. durch tausendfach hier verbreitete sogenannte Siegesbülletins die Besetzung einiger menschenleeren, obendrein jüdisch-deutschen Städtchen dicht jenseits der ungarischen Gränze marktschreierisch-breit verkündet hat, sind die Nachfolger dieser Siegesbülletins des unüberwindlichen Banditen Windischgrätz und des Sippesahler Jellachich seitdem ausgeblieben. Das Wiener Publikum und die Börse ziehen daraus den einfachen Schluß, daß eben keine Siege erfochten worden, obgleich die hunderte von Wagen mit Verwundeten ihnen seit einigen Tagen anschaulich machen, daß man sich furchtbar geschlagen haben müsse. So ist es denn auch. Die Freiheits- und Meuchelmörder sind zwischen Raab und Komorn von den Magyaren so bedeutend auf's Haupt geschlagen worden, daß sie sich nach Wieselburg, Preßburg u. s. w. haben zurückziehen müssen, und dem Gerüchte zufolge selbst diese Städte wieder geräumt haben. Es sollen ganze Kavallerieregimenter in die Luft gesprengt worden sein, indem die Ungarn unterminirte Positionen scheinbar vertheidigten, dann flohen und die nacheilende Kavallerie durch rasches Anzünden der mit den verlassenen Positionen in Verbindung stehenden Laufgräben in's Verderben stürzten. Die Magyaren, so heißt es, sollen Windischgrätz dabei 15 Kanonen abgenommen haben. Ueberdies soll unter dem deutschen Theil der Armee eine Emeute ausgebrochen sein, die nur durch die furchtbarste Energie und Zusammenschießen eines ganzen Bataillons deutscher Grenadiere habe erdrückt werden können. Der Sumpf in Frankfurt bekommt dadurch vielleicht Gelegenheit zu neuen Redensarten und neuen Reichskommissarien, die sich freuen, am Tische der k. k. Banditen speisen zu dürfen. Noch gestern begegnete ich einer Unzahl Wagen mit in Stroh gewickelten Verwundeten, die ein erbarmungsvolles Jammergeschrei in den Straßen ertönen ließen, da die Kälte die offenen Wunden um so schmerzlicher machte. Diese Umstände haben die Aufmerksamkeit des Gouverneurs von Wien natürlich verzehnfacht, und er ließ gestern sofort wieder einen armen Märtyrer vor dem Neuthor erschießen. Tausende von Spionen schleichen zu jeder Zeit in allen Winkeln der Stadt herum; einer glotzt auf der Straße den andern an, und wehe dem, der verdächtig erscheint. Gast- und Kaffee- [0981] häuser sind ganz verwaist, so daß letztere beim Gouverneur, obwohl vergebens, um mildere Maßregeln nachgesucht haben. Dabei steigt die Kälte und der Preis der nothwendigsten Bedürfnisse fortwährend, und wird das obwohl dezimirte Volk gewiß noch zur äußersten Verzweiflung bringen. Dem Grafen Taafe sollte in der That trotz des Standrechts eine Katzenmusik gebracht werden, und einem Bäcker wurde vorgestern in der Nacht nicht nur eine Katzenmusik wirklich gebracht, sondern es wurde ihm auch das ganze Haus dazu demolirt. Ein entschiedener Sieg in Ungarn, und ich werde Ihnen von hier Bedeutendes berichten können. Schon zittern die Kanaillen der absolutistischen Infamie, und die Beilage zur Wienerin von gestern spricht:
So schnell die ersten Operationen der Armee Sr. Durchlaucht im Anfange waren, so schnell die Rebellen aller Orts nach allen Richtungen gewichen, so, daß selbst deren Hauptcorps auf dem rechten Donau-Ufer, von unserer Avantgarde noch nicht eingeholt werden konnte, so sehr liegt es doch in der Natur geordneter Heeresbewegungen, daß selbe vorzüglich in der gegenwärtigen Jahreszeit, und je weiter sie fortschreiten und sich ausdehnen, einer längeren Zeitfrist bedürfen, um Resultate zu gewähren; daß demnach unmöglich alle Tage ein Sieges-Bülletin ausgegeben werden kann, wenn der Feind nicht Stand hält, und daß es ferner nicht im Interesse des Dienstes liegt, den Gang der Operationen, welche die Absichten des Feldherrn enthüllen könnten, sogleich an die große Glocke zu hängen, sollte auch, ein weniger militärisches Publikum, als sich in jüngster Zeit in Wien gebildet, von selbst begreifen.
Indeß benützt die Böswilligkeit mehrerer Agitatoren die Nichterscheinung täglicher Bülletins, um in Kaffeehäusern und anderen öffentlichen Orten Nachrichten ihrer Art dem immer neugierigen Publikum preiszugeben. Da sich die Regierung bereit erklärt hat, alle und jede Nachrichten über militärische Operationen bekannt zu geben, so märe es Pflicht des Publikums, dieser Versicherung mehr Glauben zu schenken, als den lügenhaften Gerüchten, die nur in der schlechtesten Absicht verbreitet werden und deren Verfasser gerichtlich zu verfolgen, bereits angeordnet worden ist.
Von der k. k Stadt-Commandantur.
Wenn es schon am Tage unangenehm ist, durch die Straßen zu gehen, namentlich durch einige Straßen der Vorstädte, worin soviele Menschen weggemordet und weggeraubt worden sind, daß man nur mehr, wie in der Heugasse am Belvedere, vereinzelten Menschen darin begegnet, und alle Häuser leer sind, so ist es nach 10 Uhr Abends und nun vollends in der Nacht wahrhaft grausig sogar in der innern Stadt. Man begegnet nur Spionen und Patrouillen, die sich alle 5 Minuten folgen und mit der äußersten schweigenden Behutsamkeit umherschleichen.
Zuerst ein Büttel der Sicherheitswache, dann ein Grenadier, dann auf 20 Schritt Distance zwei, weiter ein gros von 12, darauf wieder 2, einer und endlich zum Schluß ein zweiter Polizeibüttel der Sicherheitswache. Nur hie und da begegnet ihnen wie ein Gespenst, ein tief in Mantel oder Paletot vermummter Civilist. — In den Vorstädten und nun gar auf den Glacien ist es noch schauerlicher; dort fahren die Patrouillen, was gewiß unerhört erscheint, sogar mit Kanonen durch die Straßen; und dennoch, sagt man, wird von unerforschlichen Thätern auf sie geschossen. Ich wollte keinem ehemaligen Garden es rathen, eine Kokarde, oder seinen Rock, überhaupt irgend ein konstitutionelles Abzeichen zu tragen. Aber die Bourgeoisie ist auch so niederträchtig schwarzgelb, daß man mich in einem Gewölbe z. B. bedenklich ansah, als ich blos sagte, der Kampf in Ungarn sei noch unentschieden. Wie Sie sehen, steht das Standrecht schon auf dem blosen Gedanken; die österreichischen Spione erkennen die sogenannten Agitatoren an der Nase. Den Kaffeesiedern ist auf das strengste untersagt, außer der Ober-Post-Amts-Zeitung und dem Spuknapf, genannt Allg. Augsburgerin, irgend eine auswärtige Zeitung aufzulegen. Was auswärts vorgeht, werden wir daher nur aus absolutistischen Spucknäpfen oder aus den Lügenberichten österreichischer Standrechtsblätter gewahr weil es im ganzen Lande nicht einmal ein konstitutionell-ehrenhaftes Blatt gibt, geschweige ein radikales.
Das Standrecht, von dessen angeblicher Aufhebung die Ober-Post-Amts-Zeitung lügt, ist maßgebend für ganz Oesterreich, also auch für den Reichstag von Kremsier. Darum sind auch die von Kraus geforderten 80 Millionen bewilligt worden. Nur Graf Borkowski aus Lemberg hatte, wie immer, so auch hier, trotz des Stand- und Vergiftungsrechts den Muth, unter dem Schurkengesindel der Majorität und den Irokesen der Minorität eine Ausnahme zu machen.
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[ 14 ] Wien, 24. Dez.
Der Ex-Reichsminister Schmerling ist von dem ersten Wahlbezirke gestern für Pillersdorff zum Abgeordneten gewählt worden, nachdem man nicht nur alle standrechtlichen Drohungen angewendet, sondern auch noch bezahlte Juden, namentlich einen gewissen Dr. Seligmann, dazu verwendet hatte, Pillersdorf mit der Beredsamkeit des niederträchtigsten Geifers über die Maßen zu besudeln. Das sind die herrschenden Gesetze, an deren Abschaffung der edle Schmerling schwerlich denken wird.
Die Wiener Zeitung von heute wird Ihnen kremsier-österreichische Grundrechte bringen, die Ihren Humor in Anspruch nehmen werden.
Der Meuchelmörder Windischgrätz scheint in Ungarn auf kleine Hindernisse zu stoßen, die selbst die Standrechtspresse, geschweige Siege zu vermelden, durchblicken lassen muß. Vor allem geht die Rekrutirung in den deutschen Provinzen so schlecht, daß man in den meisten Orten Deutsch-Böhmen's und in Oberösterreich mit dem Standrecht verfahren muß.
Um 47 Rekruten zu bekommen, war man z. B. in Reicheuberg genöthigt, 4 Kompagnien Infanterie und 1 Eskadron Uhlanen zu verwenden.
Mit dem Siegesbülletin vom 17, dem bis heute keins mehr gefolgt ist, scheint es nicht recht bestellt gewesen sein, wenn die Magyaren trotz der angeblichen Besetzung Tyrnau's noch im Stande sind, Einfälle nach Mähren und Schlesien zu machen.
So sagt der Lloyd von heute nach einem Schreiben aus dem nördlichen Mähren vom 21. Dez. z. B.:
„Unsere Gränzbewohner wurden seit wenigen Tagen allnächtlich von ungarischen Räuberhorden überfallen, geplündert und die wehrhaften Männer wo möglich zu Gefangenen gemacht. Bereits fanden mehrere blutige Scharmützel statt. In allen der Gränze nahe liegenden Ortschaften und Städten stehen demzufolge Bauern, Waldjäger, Garden und das vorhandene Militär unter den Waffen, machen fortwährend starke Patrouillen und halten alle Engpässe stark besetzt. Man ist durch die Organisation des Landsturmes auf jeden Einfall der Ungarn gefaßt, und bereit, den kräftigsten Widerstand zu leisten. Noch nie vielleicht war unsere Bevölkerung so kampflustig und todesmuthig wie jetzt. Mit Jubel ziehen die aus allen Ständen zusammengewürfelten Detachements dem Feinde entgegen; unsere sonst idyllische Gegend bekam plötzlich eine kriegerische Physiognomie. In den meisten Orten hält man die bessern Sachen gepackt, um, wenn es Noth thäte, dieselben in das Innere des Landes zu schaffen. — Aus Ungarn kommen fast stundlich Flüchtlinge an, welche gastfreundliche Aufnahme finden.“
Aus der sichersten Quelle erfahre ich, daß aus östreich. Schlesien eine Schaar von Militärspionen über die preußische Grenze unter dem Vorwande gesendet worden ist, zu erforschen, ob von dort aus Verbindungen mit Ungarn unterhalten werden. Was sie eigentlich bezwecken, bleibt aber dahin gestellt.
Der Olmützer Korrespondent von gestern, bekanntlich Sophiens schwarzes Brett, berichtet in einer Korrespondenz aus Wien:
„Einer hier eingegangenen Nachricht zufolge wäre Wieselburg erst nach einer heftigen Gegenwehr, mit nicht unbedeutendem Verluste auf Seite der k. k. Armee, vornämlich der zum Sturme beorderten Kroaten, genommen. Auch sei beinahe ganz Wieselburg ein Raub der Flammen geworden.
Der Feind scheint sich bis ganz hinter Komorn zurückzuziehen und erst in der Nähe von Gran oder vielleicht noch tiefer unten in der Nähe von Pesth es zu einem entscheidenden Schritte kommen lassen zu wollen. Die spärlichen Nachrichten, die über die Befestigung Pesth's hier verlauten, sind so abenteuerlicher und ungeheuerlicher Natur, daß ich Anstand nehme, sie mitzutheilen. Nach denselben wäre diese Hauptstadt Ungarns so befestigt, daß eine Million (!!) Soldaten sie nicht bezwingen könnten, und mit Mundvorrath und Munition so gut versehen, daß sie eine Blokirung von mehreren Jahren zu ertragen im Stande sei. Im Laufe des heutigen Tages sind neuerdings nicht unbedeutende Truppenzüge von hier nach Ungarn erfolgt. Es ist sehr natürlich, daß die gegen das Innere des Landes operirende Armee, welche in dem Maße geschwächt wird, als Ortschaften genommen und mit Garnisonen versehen werden müssen, Verstärkungen um so mehr bedarf, je näher sie dem Hauptpunkte des Widerstandes kommt. Indessen gibt es noch genug superkluge Politiker, die aus dem Nachsenden von Verstärkungen erlittene Niederlagen herauswittern wollen. Als ob eine wirkliche Niederlage in unserer Zeit und in dieser Nähe vom Kriegsschauplatze sich verheimlichen ließe.
Einen abermaligen Anhaltspunkt zu falschen Gerüchten von erlittenen Niederlagen, die auszustreuen es immer noch genug Böswillige gibt, ja sogar zu Besorgnissen der ängstlichern Stadtbewohner gab die heute erfolgte Verstärkung der Besatzung im Neugebäude und in der Türkenschanze. Auch aus dieser Maßregel wird eine Befürchtung vor einem Ueberfalle der Ungarn herausgewittert. Ja ausnehmend gelehrte Leute finden in dem Fliehen der Ungarn von allen Punkten, wo sie angegriffen werden, einen sehr fein ausgedachten Plan, indem sie die Armee in das Innere des Landes, wo unbesiegbare Hindernisse ihrer warten, locken wollen, während sie selbst (die Ungarn) durch ein kühnes Manöver die Grenze überschreiten und Wien mit einem Handstreiche nehmen wollen.“
Vereinigen Sie damit folgende Nachricht der heutigen „Presse“, so wird der Beweis, daß die Magyaren selbst nach den schwarzgelbsten Blättern noch lange nicht besiegt sind, doch ziemlich evident vorliegen. Die Freiheit Deutschlands, Polens und Italiens wird erstehen, wenn das Volk der Magyaren die Banditen vertilgt. Wir haben die Freiheit dann wenigstens nicht der gemeinen Bourgeois-Republik von Frankreich zu verdanken, sondern nur einem barbarischen Volke des Orients.
Der Artikel der „Presse“ lautet: „Ein gestern geradenwegs ans Pesth angekommener junger Mann bringt folgende sichere Daten vom Kriegsschauplatze: Die Ungarn zählen 100,000 Mann reguläres Militär, Görgei hat das Oberkommando über die ganze ungarische Armee und steht gegenwärtig mit 40,000 Mann bei Preßburg, General Perczel mit 20,000 Mann an der steierischen Grenze; General Bem kommandirt mit 20,000 Mann gegen Siebenbürgen, darunter befinden sich 200 Mann von den mit Roth Gefangenen. Dem Feldmarschall-Lieutenant Schlik gegenüber steht Obrist Pulsky mit 20,000 Mann, theils regulären Militärs, theils Landsturm, dieser will Schlik bis Kaschau ruhig vordringen lassen, wo er ihn zu schlagen hofft, und von dort aus bis nach Galizien herein verfolgen, in der Hoffnung, daß sich dann hier an seine Kompagnie der polnischen Legion die galizische waffengeübte Jugend anschließen wird; die polnische Legion zählt 850 Mann, und steht unter dem Kommando Wysocki's, eines Krakauers. Die Ungarn zweifeln nicht an ihrem Siege (?). Die Pesther Gewehrfabrik liefert täglich 200 Gewehre, Kirchenglocken werden zu Kanonen umgegossen, Waffen haben sie in Unzahl, und Leute mehr, als sie bewaffnen können; nur an tüchtigen Kompagnie-Kommandanten gebricht es ihnen. — An den Verschanzungen Pesth's muß wochentlich drei Tage die ganze Bevölkerung ohne Unterschied arbeiten.
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[ 14 ] Wien, 25. Dez.
Gestern Abend wurde folgendes sogenannte Armee-Bülletin in den Straßen angeschlagen und mußte par ordre du Muphti von der Wiener Zeitung ausgegeben werden: „Nach den so eben aus dem Hauptquartier „Ungarisch-Altenburg“ eingetroffenen Nachrichten des Herrn Feldmarschalls Fürsten Windischgrätz, ist das erste und zweite Armeekorps zwischen Hochstraß und Raab schlagfertig aufgestellt, und die Avantgarde bis über Rabnitz vorgerückt, ohne auf einen Feind zu stoßen. — Vor Leopoldstadt ist die Division des Feldmarschall-Lieutenants Simunich, um Preßburg jene des F.-M.-L. Kempen aufgestellt. — Von Oedenburg ist das Korps des Obersten Horvath gegen Güns vorgerückt, um einer feindlichen Kolonne unter dem Rebellen Perczel, die sich gedrängt von der untern Mur über Körmend, Steinamanger und Paga mit den Insurgenten bei Raab zu vereinigen suchte, in die Flanke zu fallen. — Während des Verweilens der Armee in ihrer letzten Stellung ist in jener ganzen Strecke, welche die Truppen auf beiden Ufern der Donau besetzten, d. h. im Preßburger, Wieselburger und Oedenburger Komitat, die Entwaffnung des Landvolks bewirkt, die gesetzliche Ordnung hergestellt und die Einsetzung der königlichen Regierungs-Kommissäre (Scharfrichter) geschehen. Wien, 24. Dez. 1848. Vom Civil- und Militär-Gouveur Welden, Feldmarschall-Lieutenant.“
Hunderte von Neugierigen drängten sich um die Anschlagsstellen und glaubten ein Sieges-Bülletin zu finden, da die Schwarzgelben schon seit einigen Tagen von der Einnahme Pesth's und Koffuth's Hinrichtung durch den Strang gefabelt hatten. Man sah den Leuten das Erstaunen an, als sie nichts fanden, als einen Aufstellungsbericht, der nicht einmal der Wahrheit getreu ist. Aber keine Seele wagte es, ein Wort zu äußern, denn unzählige Spione und Spioninnen lauerten. Es ist unglaublich, wie weit die lügenhafte Unverschämtheit hier getrieben wird, um eine sehr derbe Niederlage, die Windischgrätz bekommen, zu verdecken und zu beschönigen. Man thut, als ob noch gar nichts vorgefallen sei, während die zuverlässigsten Nachrichten über eine erhaltene Schlappe und Militärrevolte hier sind, und die hundert Wagen eingebrachter Verwundeten der Bevölkerung doch genugsam bewiesen haben, daß die obige Aufstellung viel Blut gekostet hat.
Da es hier jedoch mit Androhung des Standrechts, von dessen Aufhebung die babylonische Dirne von Augsburg und ihre oberpostamtliche Gesinnungsgenossin in Frankfurt den gläubigen Deutschen etwas vorgelogen, verboten ist, sich anders als schwarzgelbsiegestrunken und windischgrätzig über Ungarn zu äußern, und alle direkte Verbindung mit Pesth längst aufgehört hat, so hält es allerdings sehr schwer, Zuverlässiges zu erfahren. Daß es jedoch mit der Niederlage seine Richtigkeit haben muß, das verrräth, wenn obiges Bülletin und das Ihnen gestern Mitgetheilte auch nur halb beweist, der gestrige Olmützer Korrespondent in einem Schreiben aus Wien, worin gesagt ist:
„Die Nachricht von der Eroberung Raab's erhält sich noch immer, wiewohl alle nähere Begründung fehlt; ebenso die Angabe eines bei der Erstürmung dieser Stadt erlittenen ziemlichen Verlustes von Seite der k. k. Armee.“ Halten Sie das mit obigem Bülletin zusammen, so ist es gewiß, daß Jellachich vor Raab Prügel bekommen hat und mit seinen Kroaten entweder vernichtet oder doch jedenfalls zurückgeworfen worden ist. Man sagt aber noch, daß nicht nur Jellachich, sondern auch die Söhne Latour's und Windischgrätz's von den Magyaren gefangen genommen sind. Was ich hier behaupte, behaupte ich nach den Angaben der Hofpartei, die es gewiß ableugnen oder verschweigen würde, wenn eins oder das andere noch möglich wäre.
Die Militärrevolte, deren Unterdrückung viel Blut und Anstrengungen gekostet, soll dadurch entstanden sein, daß die neulich nicht dekorirten Soldaten verlangten, die in Schönbrunn dekorirten sollten überall zuvörderst kämpfen. Es heißt, man habe nach einem langen, fruchtlosen Gemetzel nachgeben müssen. Windischgrätz wäre also in ziemlicher Verlegenheit. Extreme produziren Extreme! Windischgrätz wird uns Demokraten und demokratische Heere seiner Art verschaffen.
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@facs0981
[ 119 ] Olmütz, 25. Dez.
Gegen die Bewilligung der 80. Mill. haben in Kremsier nur die Polen mit Muth gekämpft, während die deutschen Schuselka's sich in die gewohnte Niederträchtigkeit verbargen. Graf Borkowski, Durbasiewics, Bilinski, Sierakowski haben dem Ministerium trotz des Standrechts und Meuchelmords, mit denen es regiert, die kühnsten Wahrheiten gesagt, indem sie jedem Kredit widersprachen. Durbasiewics schilderte die Gräuel, die vor und seit dem Bombardement Lemberg's dort verübt werden, und betheuerte, daß wenn Galizien das Unglück haben sollte, noch 1000 Jahre an Oesterreich gekettet zu bleiben, es doch niemals etwas anderes, als Haß dawider empfinden könnte. Die Rede Bilinski's war so grell und feurig, daß der Präsident ihn zur Ordnung rief; er erklärte einen Theil der Kremsierer Irokesen und Schuselka's für unmündig. — Ich habe Ihnen bereits einige Pröbchen von des berüchtigten Schmerling's noch nicht abgeschafften Gesetzen mitgetheilt. Hier noch eins. „Die steierischen Bauern sage Bauern, sind beim Hans-Jörgel in Kremsier mit der Bitte eingekommen, dem Uebelstande abzuhelfen, wonach Jemand, der vor seinem Tode nicht gebeichtet und kommunizirt hat, nicht in geweihter Erde begraben wird.“ — Es gibt neben der infamen Bourgeoisie, die, wo es sich von anderm handelt, als von ihrem gemeinen Nutzen, nicht in Betracht kommen kann, noch Gimpel genug, welche meinen, Sophie fils mit ihrem Ministerium, die (Siehe den Verfolg in der Beilage.)
[Feuilleton]
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@facs0981
unsern Freund in dieser Hinsicht lange Zeit beobachtet. In frühern Jahren war sein Witz so frisch und eklatant, daß man alle politischen Schwächen gern dabei übersah. Jedenfalls war Punch aber immer der Schleppenträger der Times, eines Blattes, das trotz vieler guten Seiten, doch im Grunde nichts anders, als die hohe Bourgeoisie vertritt. Früher war es, wie gesagt, noch ganz amusant, wenn der kleine Punch der großen Times so ergötzlich nachpurzelte. Wie ein riesiger Boxer fiel die Times ihren Gegner an und wie eine Wespe nistete sich Punch in seine Locken und verwundete ihn zum zweiten Male, wenn er grade am allerwenigsten daran dachte. Es geschah dies aber, bald in so naiv-ergötzlicher, bald in so sarkastisch-teuflischer Weise, daß man sich trotz des Zusammenwirkens mit der Times unwillkürlich wieder damit aussöhnte. Erst als die Times bei Gelegenheit der Freihandelsbewegung immer langweiliger und bei der fortschreitenden Entwicklung der chartistischen Partei immer brutaler wurde, und den luftigen Punch immer ernstlicher in's Schlepptau nahm, ach, da verlor unser Freund, zugleich mit seiner Naivetät auch seine Grazie, Punch wurde ein Bourgeois, ein Freetrader — Punch war nicht mehr der alte Punch.
Ich habe nie um Jemand mehr getrauert als um meinen alten englischen Freund. Er war aus dem Volke hervorgegangen und verrieth das Volk. Aber das Volk rächte sich an ihm; Punch verlor seinen — Witz!
Die Karrikaturen von John Leech behielten dagegen ihre frühere Frische. Wir können unsere deutschen Zeichner nicht genug auf die Leistungen dieses Mannes aufmerksam machen. Die eigenthümliche und energische Behandlung seines Gegenstandes macht ihn nächst dem freilich phantastischern Cruikshank, zu dem wirksamsten Künstler seines Faches. Leech ist recht eigentlich der Repräsentant des in Bildern zum Vorschein kommenden Beefsteak- und Plumpudding Humors Großbritanniens. Hölzern-pathetisch, komisch-ergreifend aber immer verständlich, praktisch und seinen Gegenstand packend.
Seltsam stechen die graziösen Zeichnungen eines Gavarni von diesen englischen Karrikaturen ab. Die Erzeugnisse des französischen Griffels verhalten sich zu denen des englischen wie eine duftende Ananas zu einer humoristischen Kartoffel — — aber die Kartoffel ist ja ein prächtiges Produkt und stets ist sie uns willkommen. Unsre deutschen Künstler, die in Düsseldorf ihre Monatshefte und in München ihre fliegenden Blätter herausgeben, könnten sowohl von Gavarni als von Leech ungemein viel lernen, denn sie produziren weder Ananas noch Kartoffeln — höchstens Aepfel und Birnen.
In dem Almanach, den Punch wie gewöhnlich um diese Zeit des Jahres so eben erscheinen läßt, hat Leech wieder seine Spässe über die halbe Welt ausgegossen. Fuchsjagden in einem Zimmer, schriftstellerische Versuche in der Küche, Grimassen eines Familienvaters beim Anschaffen neuer Kleider für sechs oder acht Töchter, Spezialkonstabler beim Empfang ihrer Stöcke, Wettrennen durch Wald und Gebüsch, Spazierritt eines Dutzends Matrosen anf der berüchtigten Seeschlange des Dädalus, ein Weihnachtsabend vor 3-400 Jahren, Ballet der Göttin der Freiheit mit sämmtlichen Monarchen, Ludwig und Lola, Besuch der französischen Nationalgarden in London, Wellington und Brougham als Polizisten, John Bull wie er entkrönte politische Flüchtlinge empfängt u. s. w., man weiß nicht, wo man aufhören soll.
Doch nur in den Karrikaturen behielt Punch seine alte Force. Anders ist es mit dem Text.
Der Londoner Punch verhält sich jetzt zu der Times wie der Pariser Charivari zum National. Vergebens strengt er sich an, von Zeit zu Zeit noch einmal den alten Humor sprudeln zu lassen. Es ist umsonst. Die alten Späße wollen nicht wiederkehren, und tauchen sie hie und da empor, da ist es, als ob sie der große Richard, der Manchester-Mann Cobden aus Baumwolle gedreht hätte, dünn, lang, tausend Yards für einen Penny.
Such is life. So geht's in der Welt. Möchte unser kölnisches Henneschen nie dem Beispiele des Londoner Bruders folgen — doch vor Allem wollen wir wünschen, daß der Harlequin der elysäischen Felder lebendig bleibt! Hüpft er und tanzt er, da hüpfen und tanzen alle Grisetten, die Franzosen kommen und es hüpft die weite unendliche Welt!
Es gibt kein langweiligeres Geschöpf als einen Bourgeois. Interessant sind nur Aristokraten und Proletarier. Nur die aristokratische Presse hat Witz — und die revolutionäre.
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@facs0981
Berlin, 22. Dezbr.
Unsere Neue Preußische Ztg. (die wüthig und schmutzig wie die von der Behörde in Wien bald zur Ruhe gewiesene „Geißel“) hat sich ein Sonntagsblatt zugelegt, das auf Bearbeitung des Landvolks zu den bevorstehenden Wahlen ausgeht. Glücklicherweise ist der Ton so plump und die Verleumdung gegen die Demokratie so gemein, daß auch der beschränkteste Bauerkopf davor zurückschrecken wird. Die Absicht der saubern Partei ist, recht viele Abgeordnete in die Kammern zu bringen, welche die octroyirte Verfassung im absolutistischen Sinn revidiren. Dieselbe Zeitung hat beim Einrücken der Garden, in der edlen Absicht, die Soldaten gegen den Bürger zu hetzen, die Nachricht mitgetheilt, daß man beschlossen habe, die Soldaten zu vergiften. Wirklich sind seit einigen Wochen viele hundert Soldaten vergiftet, aber nicht durch Köchinnen oder gar durch Köche, sondern durch andere weibliche Wesen, und zwar nicht aus Haß, sondern durch Liebe, wenn man letzteres Wort zu solchem Begriff entweihen darf. Es ist eine so große Zahl von Soldaten erkrankt, daß die hiesigen Lazarethe nicht ausreichen, und man für sie eine Heilanstalt in dem nahen Köpenick errichten mußte.
[(A. A. Z.)]
[0982]
[Anzeigen]
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@facs0982
Rheinhöhe.
Am 29. Dezember 1848 5′ 1 1/2″.
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Civilstand der Stadt Köln.
Den 23. u. 24. Dez. 1848.
Geburten.
Paul. Joh. Emma, T. v. Karl Wittmack, Casino-Oekonom, Augustinerpl. — Peter Thom., S. v. Wilh. Herold, Schreinerges., Schemmerg. — Pauline, T. v. Karl Schultes, Kfm., Lyskirchen. — Karl Jos. Alex. S. v. Alex. Overhoff, Kfm., Mühlenb. — Wilhelm. Apol., T. v. Ign. Bodifen, Kfm., Mittelstr. — Anton, S. v. Wilh. Frank, Schneider, Mariengarteng. — Anna Catharina, T. v. Christ. Franck, Kfm., Ursulakl. — Friedr. Bernh., S. v. Friedr. Bauch, Stallmeister, Sterneng. — Sophia, T. v. Jos. Heimann, Schuhm., Lungeng. — Wilh. Heinr., S. v. Gerh. Jos, Compes, Adv.-Anwalt, Apostelnstraße.
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Amtliche Bekanntmachung.
Von mehreren Herren Bürgermeistern ist bei mir über den Sinn des zweiten Alineas des §. 6 des Gesetzes zum Schutze der persönlichen Freiheit vom 24. Sept. d. J. („Gesetz-Sammlung“ Seite 257) angefragt worden. Da einige dieser Herren die Ansicht haben, daß durch die Bestimmung, wonach Haussuchungen nur in Fällen und nach den Formen des Gesetzes unter Mitwirkung des Richters, der gerichtlichen Polizei u. s. w. geschehen dürfen, die bezüglichen Vorschriften der rheinischen Kriminal-Gerichtsordnung in dem Sinne erweitert worden, daß der Beamte der gerichtlichen Polizei in gleicher Weise, wie der Richter zur Vornehmung von Haussuchungen befugt sei, während andere diese Vorschriften der Kriminal-Gerichtsordnung als aufgehoben betrachten: so sehe ich mich veranlaßt, die Herren Friedensrichter, Bürgermeister und übrigen Hülfsbeamten der gerichtlichen Polizei darauf aufmerksam zu machen, daß die erwähnten Verfügungen des Gesetzes vom 24. Sept. c. in Betreff der Haussuchungen ebenso wie die der §§. 1 und 2 dieses Gesetzes auf der Unterscheidung beruhen, ob es sich von einem Falle frischer That handelt oder nicht, und daß die Vorschriften der hiesigen Kriminal-Gerichtsordnung über die Zuständigkeit des Richters und der gerichtlichen Polizei in dieser Beziehung nicht geändert, sondern beibehalten sind. Ich empfehle daher die sorgfältigste Beachtung derselben, indem dadurch sowohl jeder Ueberschreitung der Amtsbefugnisse, als auch jeder Vernachlässigung der Amtspflichten vorgebeugt wird.
Köln, 23. Dezember 1848.
Der Ober-Prokurator, Zweiffel.
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Bekanntmachung.
Die städtische Speiseanstalt in der Kreuzgasse hierselbst wird am 3. Januar k. J. eingehen. Dagegen soll in dem Hause der Armen-Verwaltung (Cäcilienstraße Nro. 28) vom 1. Januar k. J. ab, bis zum Ablauf der Wintermonate den unbemittelten Bürgern von Morgens 10 bis Nachmittags 6 Uhr Suppe gegen Vergütung von 8 Pfenningen per Quart, verabreicht werden.
Köln, 28. Dezember 1848.
Das kön. Oberbürgermeister-Amt.
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Bekanntmachung.
Nach Maßgabe der bisherigen Erfahrungen bezüglich der Kommunikation über den Rhein treten gegen die Festsetzungen in meiner Bekanntmachung vom 23. huj. folgende Aenderungen ein:
1) Die Annahme von Fahrpost-Gegenständen zu dem 2. Deutz-Minden-Berliner Zuge wird bis 5 Uhr Abends erfolgen, doch ist die frühzeitige Aufgabe derselben bis 1 Uhr Nachmittags sehr rathsam und sicherer,
2) für die Korrespondenz zu diesem Zuge wird die Annahme um 7 Uhr Abends geschlossen,
3) zu dem 1sten Deutz-Mindener Zuge können größere Pakete (die nicht in den Briefbeuteln Raum finden) in Köln gar nicht angenommen werden.
Köln, der 25. Dezember 1848.
Der Ober-Post-Direktor, Rehfeldt.
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Holzverkäufe in der Oberförsterei Gerresheim.
Dienstag den 2. Januar k. J., Nachmittags um 3 Uhr, zu Benrath bei Gastwirth Peter Baljo, aus dem königlichen Benratherforst:
1) 37 Haufen Kiefern Reidelholz, 200 Stück ditto Recken, 17 Haufen Reiserabfall und beiläufig 1000 Bithnenstangen und dergleichen an der Flachsrost.
2) 14 Klafter Haimbuchen-Derbholz und 1000 ditto Schanzen im Zuschlag an Paulsmühl.
Mittwoch den 3. Januar k. J., Morgens um 10 Uhr, zu Eller bei Hrn. Ortsvorsteher Richartz, aus der Försterei Eller:
1) 22 1/2 Klafter Erlenholz für Klumpenmacher, 21 Klafter ditto Knüppelholz, 15 1/2 Klafter Eichen-Knüppelholz und 3200 Stück Erlen, Hainbuchen und Eichenschanzen aus dem Schlag Reisholzerhau.
2) 9 Buchen-Nutzholzblöche, 20 Klafter ditto Scheitholz, 3 Klafter Eichen-Knüppelholz und 1200 Buchen Schanzen aus dem Schlag Forsthülsen.
Donnerstag den 4. Januar k. J., Morgens 10 Uhr, zu Kreuzweg in der Gemeinde Rath, bei Schenkwirth Friedrich Tack, aus der Försterei Grafenberg:
1) Im Distrikt Bauernhauserkopf:
100 Klafter Buchen, Scheit- und Knüppelholz. 4100 ditto Schanzen und 8 Eichen Nutzholzblöche.
2) Im Distrikt Hülsenberg:
15 Buchen-Nutzholzblöcke, 33 Klafter ditto Scheitholz und 1900 ditto Schanzen.
Freitag den 5. Januar k. J., Morgens 10 Uhr, zu Lintorf bei Gastwirth Friedrich Holzschneider, aus der Försterei Lintorf:
1) Im Henkesforst:
77 Stück stärkere und 40 Stück geringere Erlen-Nutzhölzer, 200 ditto Latten und Recken, 120 ditto Knüppelklafter und 6500 ditto Schanzen; ferner 700 Kiefern-Stangen zu Latten und Recken und 25 Haufen ditto Reiser-Abfall.
2) In der Drucht:
38 Stück Erlen-Nutzhölzer und 15 Klafter ditto Brennholz.
3) Im Dipt:
104 Klafter Hainbuchen-, Brenn- und Kohlholz, 4 Klafter ditto Hamspähne und 1 Buchen-Nutzholzstück und
4) Am Sandbrinkel:
44 Klafter Hainbuchen-, Brenn- und Kohlholz.
Die Zahlung der Kaufschillinge vor der Abfuhr des Holzes wird ausbedungen und ist das Nähere bei den Lokalförstern Däke, Rottländer, Knittel und Brinner zu erfragen.
Benrath, den 26. Dezember 1848.
Der Oberförster, Fritze.
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Holzverkauf.
Am Mittwoch den 3. Januar kommenden Jahres, des Morgens um 9 Uhr anfaugend, werden auf dem Gute Hangen bei Freren, in der Grafschaft Lingen, einige hundert Nummern Eichen und Buchen, zu Schiff-, Bau- und Brennholz tauglich, auf dem Stamme meistbietend verkauft werden. Kauf-Liebhaber werden eingeladen, sich des Morgens um 9 Uhr auf dem Gute Hangen einzufinden.
Haus Hangen, den 18. Dezember 1848.
Joseph Frhr. v. Ascheberg.
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Holz-Verkauf in der königl. Oberförsterei Kottenforst.
Aus nachbenannten Schlägen sollen folgende Holzquantitäten öffentlich versteigert werden:
1. Im Forstrevier Heidchen.
Mittwoch den 3. Januar k. J., Vormittags 9 Uhr, bei dem Gastwirth Johann Schwindt zu Röttgen.
Bocksprung: 44 Stück Eichen- und 1 Stück Buchen-Nutzholz; 179 1/2 Klafter Eichen-, Buchen- und gemischtes Brennholz und 751 Schock Reiser-Wellen.
2. Im Forstrevier Schönwald.
Freitag den 5. Januar k. F., Vormittags 9 Uhr, im Gasthof zum Heideweg zu Endenich.
Leuschhecke an der Bilipper Allee: 2 Stück Eichen-Nutzholz; 51 Klafter Eichen-, Buchen- und gemischtes Brennholz und 27 Schock Reiserwellen.
Leuschhecke am Langwege: Ungefähr 5 Schock Eichen- und Buchen-Nutzholz-Stangen; 32 Klafter Eichen- und Buchen-Brennholz und 46 Schock Reiser-Wellen.
Saustiefel: 3 Stück Eichen-Nutzholz; 10 Klafter Eichen-, Buchen- und gemischtes Brennholz und 27 1/2 Schock Reiser-Wellen.
3. Im Forstrevier Buschhoven.
Dinstag den 9. Januar k. J., Vormittags 9 Uhr, im Forsthause zu Buschhoven.
Morenhoverforst: 27 Stück Eichen-Nutzholz; 16 Klafter Eichen-, Buchen- und gemischtes Brennholz und 123 Schock Reiser-Wellen.
Daselbst: 34 Stück Eichen-Nutzholz; 16 Klafter Eichen-Brennholz und 9 Schock Reiser-Wellen.
Saueracker: Ungefähr 8 Stück Eichen-Nutzholz; 8 Klafter Eichen- und gemischtes Brennholz und 150 Schock Reiser-Wellen.
4. Im Forstrevier Wormersdorf.
Donnerstag den 11. Januar k. J., Vormittags 9 Uhr, im Forsthause zu Wormersdorf.
Tombergerbusch: Etwa 10 Stück Eichen-Nutzholz; 4 Klafter dergl. Nutzholz; 45 Klafter Eichen- und Buchen-Brennholz, und 145 Schock Reiser-Wellen.
Daselbst: Desgl. 15 Klafter Eichen-Brennholz und 119 Schock Reiser-Wellen.
Hellenberg: Das im Schlage befindliche Eichen-Lohholz, abgeschätzt zu 25 Klaftern in 14 Loosen und 143 Schock Reiser-Wellen.
5. Im Forstrevier Schönwald.
Dienstag den 16. Januar k. J., Vormittags 9 Uhr. im Gasthofe zum Heideweg zu Endenich.
Obere Greishecke: Ungefähr 80 Klafter Aspen-Brennholz und 78 Schock Reiser-Wellen.
Merler Viehweide: 2 Stück Eichen-Nutzholz; 51 1/2 Klafter Eichen- und gemischtes Brennholz und 32 Schock Reiser-Wellen.
Verbrannte: Etwa 21 Stück Eichen-Nutzholz; 11 Klafter Eichen- und Buchen-Brennholz und 15 Schock Reiser-Wellen.
6. Im Forstrevier Buschhoven.
Freitag den 19. Januar k. J., Vormittags 9 Uhr, im Forsthause zu Buschhoven.
An der Dünstekover Viehtrifft ober der Kölnischen Straße: Ungefähr 40 Stück Eichen-Nutzholz; 18 Klafter Eichen- und gemischtes Brennholz und 130 Schock Reiser-Wellen; sodann das im Schlage befindliche Lohholz in 6 Loosen.
7. Im Forstrevier Venne.
Dienstag den 23. Januar k. J., Vormittags 9 Uhr, im Gasthofe zum Heideweg zu Endenich.
Dickenbogen: Etwa 8 Stück Eichen-Nutzholz; 220 Klafter Eichen-, Buchen- und gemischtes Brennholz und 120 Schock Reiser-Wellen.
Donnerstag den 25. Januar k. J., Vormittags 9 Uhr, im Gasthofe zum Heideweg zu Endenich.
Daselbst: Desgl. 200 Klafter Eichen-, Bnchen- und gemischtes Brennholz und 130 Schock Reiser-Wellen.
8. Im Forstrevier Hardt.
Dinstag den 30. Januar k. J., Vormittags 9 Uhr, auf dem Forsthause Hardt.
An der Eremitage: Ungefähr 215 Stück Eichen-Nutzholz; 40 Klafter Eichen- und Buchen-Brennholz und 190 Schock Reiser-Wellen.
Das Lohholz wird auf dem Stamme verkauft; alles übrige Material ist aufgearbeitet und wird den Kaufliebhabern auf Verlangen durch die betreffenden Förster an Ort und Stelle vorgezeigt werden.
Endenich bei Bonn, 12. December 1848.
Der Oberförster Riesen.
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Dom-Bau — heute, unter die Werkgesellen? Vertheilung von Neujahrsgeschenken, resp. Prämien (keine Broncene) und — Pillen! wie gewöhnlich — sit Nomen Domini.
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Mühlen-Versteigerung.
Am Donnerstag den 18. Januar nächsthin, Morgens um 10 Uhr, wird Herr Mühlenbesitzer Keuffer zu Saarburg seine oberhalb Trassem an dem wasserreichen Leuckbache gelegene, sogenannte „oberste Neumühle“, welche zwei Mahlgänge und einen Oelgang enthält, sammt Scheune, Stallung und den um dieselbe befindlichen Wiesen, Gärten und Ackerländereien, das Ganze einen Flächenraum von 31 Morgen 150 Ruthen umfassend, gegen einen fünfjährigen Zahlungs-Ausstand in dieser Mühle selbst öffentlich versteigern.
Trier, den 18. Dezember 1848.
Der Notar, Funck.
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Abonnement auf die Neue Bonner Zeitung.
Dieses Blatt, welches die Partei der socialen Demokratie vertritt, erscheint unter Redaktion des Professor Kinkel täglich mit Ausnahme des Montags, und bringt, außer den neusten politischen Nachrichten und deren Besprechung in allgemein verständlichem Tone namentlich Berichte über den Stand der Demokratie im westlichen Deutschland, so wie über alles städtische, ferner ein Feuilleton mit zeitgemäßen Gedichten, Erzählungen und Aufsätzen, und ein Sonntagsblatt für Besprechung der socialen Fragen unter dem Titel:
„Spartacus.“
Das Blatt wird täglich mit den Abendposten versandt. Preis 1 Thaler das Quartal, auf den preußischen Postämtern 1 1/4 Thaler. Der „Spartacus“ allein bezogen durch Post 12 1/2 Sgr., Porto eingeschlossen. Die Expedition der „N. Bonner Ztg.“
W. Sulzbachs Buchhandlung.
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Die Neue Kölnische Zeitung für Bürger, Bauern und Soldaten.
Herausgegeben von F. Anneke und F. Beust wird im nächsten Vierteljahre mit dem bisherigen Eifer und mit vermehrten Kräften sich bestreben, ihre Aufgabe: — thätigste Mitwirkung zur Befreiung aller unterdrückten Klassen des Volkes von jedem Drucke zur Verwirklichung des Wahlspruchs: Freiheit, Wohlstand und Bildung für Alle! — zu erfüllen. Der Eine ihrer Herausgeber, F. Beust hat sich zwar nach Paris entfernt, um den Klauen der preußischen Justiz zu entgehen, dagegen wird der Andere, F. Anneke, wenn derselbe, woran wir nicht zweifeln, am 23. d. M. vor den Geschwornen freigesprochen wird, seine Kräfte dem Blatte ganz widmen, woran ihn bisher Schloß, Riegel und doppelte Censur hinderten. Die Neue Kölnische Zeitung bekommt alle Nachrichten von Berlin und Paris so schnell als die größern Blätter, außerdem aber aus vielen Orten der Rheinprovinz und Westfalen über wichtige Vorfälle, Privat-Mittheilungen. Das Format des Blattes wird im nächsten Vierteljahr vergrößert werden. Der Preis bleibt der bisherige von 22 Sgr. 6 Pf. für's Vierteljahr. Alle Postämter nehmen Bestellungen an.
Unsere Gesinnungsgenossen laden wir zur Unterstützung und Verbreitung des Blattes durch zahlreiches Abonnement ein.
Die Redaktion der „Neuen Kölnischen Zeitung.“
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Aufforderung zum Abonnement auf die Neue Königsberger Zeitung.
Die Neue Königsberger Zeitung beginnt mit dem Jahre 1849 ihren zweiten Jahrgang. Durch die Märzrevolution ins Leben gerufen, hatte sie es sich zur Aufgabe gestellt, der neuen Zeit, die angebrochen war, zu dienen, die Kräfte, die unsere Provinz, und insbesondere unsere Stadt zahlt, um sich zu sammeln, um einerseits selbstthätig für die Entwickelung unseres Vaterlandes wirksam zu sein, und andererseits das geistige und politische Leben Deutschlands mit unserer Provinz vermitteln zu helfen.
Wie weit es der Zeitung gelungen ist, diese Aufgabe zu erfüllen, bekundet die immer wachsende Theilnahme, die der Zeitung gezollt wird. Sie ist uns dafür Bürge, daß unsere Anstrengungen nicht vergebens waren, sie entschädigt uns für die vielen Anfeindungen, die wir unausgesetzt zu ertragen haben.
Wir werden fortfahren, im Geiste der neuen Zeit zu wirken, wir werden unausgesetzt thätig sein, den Anforderungen zu genügen, die in der Jetztzeit an eine Zeitung ersten Ranges gemacht werden, und dahin streben, daß unserm Blatte eine ehrenvolle Stellung unter den politischen Zeitschriften Deutschlands zuerkannt wird.
So entschieden auch die Zeitung die Prinzipien der Demokratie vertreten, und für die Partei ergreifen wird, so wird die Mittheilung der politischen Thatsachen durchaus unparteiisch und so ausführlich als nöthig erfolgen. Wir werden bemüht sein, auch so viel als möglich Nachrichten aus Rußland zu bringen.
Unserer Provinz soll nach wie vor besondere Beachtung gezollt werden, so daß Deutschland ein reichhaltiges Bild von derselben erhalten wird.
In Ermangelung eines belletristischen und wissenschaftlichen Organs in unserer Provinz, ist der Zeitung ein Feuilleton beigefügt.
Das Abonnement beträgt für Hiesige 1 Thlr. 5 Sgr., mit Zusenden 1 Thlr. 10 Sgr.
Expedition: Brodbänkenstraße Nr. 35. Für Auswärtige 1 Thlr. 12 Sgr.
Alle Postämter nehmen Bestellungen an.
Adolph Samter.
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Einladung zum Abonnement.
Auf die in Basel mit Ausnahme des Sonntag täglich in Folio Format erscheinende freisinnige Schweizerische Nat.-Zeitung welche mit dem 1. Januar 1849 ihren achten Jahrgang antritt.
Wie bisher werden wir die Tagesereignisse (mit besonderer Rücksicht auf die Verhandlungen der schweizerischen Bundesversammlung etc.), möglichst schnell und umfassend mittheilen, zahlreiche Korrespondenzen im In- und Auslande setzen uns dazu in Stand.
Um unseren verehrl. Abonnenten wichtige Neuigkeiten schnell mitzutheilen, werden wir die Zeitung, wenn nöthig, wie bisher auch Sonntags erscheinen lassen und durch Extra-Bülletins ergänzen, was besonders jetzt, wo jeden Tag wichtige Neuigkeiten aus unsern Nachbarländern eintreffen können, wohl zu beachten ist.
Zeitgemäßer Fortschritt ist das stete Streben der Redaktion, die alle Freunde desselben zur thätigen Unterstützung einladet.
Man abonnirt für Deutschland und der Schweiz bei den verehrl. zunächstgelegenen Postämtern und Zeitungs-Expeditionen; für Frankreich, England und die überseeischen Länder Hr. G. A. Alexandre, Brandgasse, Straßburg, und Rue Notre-Dame de Nazareth Nro. 23 in Paris. — Sechs Monate kosten ohne Postaufschlag fl. 3 20 kr. oder 1 Thlr. 25 Sgr.
Inserate finden zweckmäßige Verbreitung und kosten die Petitzeile 3 kr. oder 1 Ngr.
Alle Buchhandlungen nehmen ebenfalls Bestellungen an.
Basel, im Dezember 1848 J. C. Schabelitz'sche Buchhdlg.
P. S. Vom Januar k. J. an erscheint als monatliche Beilage zur Schweizerischen National-Zeitung, ein Monatsblatt für die schweizerischen National-Vereine und zwar in gleichem Formate, wie erstere, je nach vorhandenem Stoff, einstweilen vier zweispaltige Folioseiten umfassend. Wer für sechs Monate auf die „Schweiz.-Nat.-Zeitung“ abonnirt, erhält dieses Monatsblatt gratis; allein, und durch Buchhandlungen bezogen kostet es hingegen 1 fl. oder 20 Ngr. per Jahr. Die erste Nummer erscheint Anfangs Januar 1849. Alle resp. Zeitungs-Expeditionen, Postämtern und Buchhandlungen nehmen Bestellungen an.
Da dieses Monatsblatt auch für die in Deutschland bestehenden Turnvereine, Schützengilden etc., so wie auch für alle Vereine, welche sich die Beförderung des Volkswohles zur Aufgabe machen, von großem Interesse ist, so machen wir dieselben besonders darauf aufmerksam, und laden zu zahlreicher Theilnahme ein.
D. Obigt.
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Regelmäßige Dampf-Schifffahrt zwischen Antwerpen und Hull und vice versa, durch das englische Dampfboot: „Rob Roy.“
Abfahrt von Hull, Mittwoch Nachmittag.
Abfahrt von Antwerpen, Sonnabend Nachmittag.
Nähere Auskunft ertheilen John Foster, belgischer Konsul in Hull.
Charles Grisar et W. J. Marsily in Antwerpen.
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Mosel-Dampfschifffahrt.
Täglicher Dienst.
Vom 1. November c. an fahren unsere Schiffe nur viermal wöchentlich und zwar:
von Trier Montags, Mittwochs, Freitags und Samstags, Morgens um 5 Uhr von Koblenz Dienstags, Donnerstags, Samstags und Sonntags Morgens um 6 Uhr.
Trier, den 23. Oktober 1848.
Die Direktion.
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Ein der besten und schönsten Pariser Pianino von Palisanderholz ganz neu; zwei dito die wenig gebraucht sind; ferner 6 Stück der besten Geigen und 2 Altgeigen, zu haben bei J. P. Hospelt Höhle Nr. 35.
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Ostender-Austern-Depot für Deutschland.
Grosse Budengasse Nr. 1 in Cöln. Fortwährend werden daselbst nebst vielen feinen geräucherten und gesalzenen Fischen, nachstehende Sorten Austern zu den beigesetzten Preisen verabreicht:
Kleine Austern àSgr. 25p.100
Grössere àSgr. 28p.100
Mittlere àThlr. 1 1/4p.100
Gemastete àThlr. 2p.100
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Tanzmusik.
Am Sonntag den 31. d. M. und Montag den 1. Januar k. J. Anfang 5 Uhr. Entree frei, bei Louis Kertell, zum Reichsverweser, große Neugasse Nr. 36.
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Koaks so wie fette und magere Kohlen sind vorräthig auf dem Lager der Eschweiler-Pannesheider Bergwerks-Vereine am Thürmchen.
U. Keiffenheim, Salzmagazinstraße Nro. 7.
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So eben erhielt ich wieder eine neue Sendung wollener Bettdecken von 1 Thlr. 5 Sgr. bis 5 Thlr. die ich hiermit bestens empfehle.
D. Kothes, Altenmarkt 69.
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Coaks ist wieder in sehr guter Qualität vorräthig, in der Gas-Erleuchtungs-Anstalt, Buschgasse 11.
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Eine große Auswahl in gesteppten und wollenen Bettdecken empfiehlt bestens D. Kothes, Altenmarkt 69.
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Ein großer Eiskeller ist zu vermiethen.
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Rum-Punsch-Essenz 18 Sgr. die Flasche, bester Antillen-Rum 12 1/2 Sgr. den Krug bei H. Cron unter Gottesgnaden Nr. 13-15.
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Futter gegen Mäuse, Ratten, Schwaben und Motten. Thurnmarkt Nr. 39.
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Der Gerant: Korff.
Druck von J. W. Dietz, unter Hutmacher 17.