[0985]
Neue Rheinische Zeitung
Organ der Demokratie.
Nr. 183. Köln, Sonntag den 31. Dezember. 1848.
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Bestellungen auf die „Neue Rheinische Zeitung“ für das nächste Quartal Januar bis März 1849, wolle man baldigst machen und zwar in Köln bei der Expedition der Zeitung (unter Hutmacher Nr. 17), auswärts bei allen Postanstalten Deutschlands.
Für Frankreich übernimmmt Abonnements das königl. Oberpostamt in Aachen, für Holland und Belgien: die königlichen Briefpostämter, für Großbrittanien: das königl. belgische Briefpostamt in Ostende.
Durch den Wegfall des Stempels wird der Abonnementspreis ermäßigt und beträgt von jetzt ab für Köln nur 1 Thlr. 7 Sgr. 6 Pf., bei allen preußischen Postanstalten, (das Porto einbegriffen) nur 1 Thlr. 17 Sgr. vierteljährlich; für Abonnenten im übrigen Deutschland tritt ein verhältnißmäßiger Postaufschlag hinzu.
Die Redaktion bleibt unverändert.
Die bisherigen Monatsgänge der „Neuen Rheinischen Zeitung“ sind ihr Programm. Durch ihre persönlichen Verbindungen mit den Chefs der demokratischen Partei in England, Frankreich, Italien, Belgien und Nordamerika ist die Redaktion in Stand gesetzt, ihren Lesern die politisch-soziale Bewegung des Auslandes richtiger und klarer abzuspiegeln, als irgend ein anderes Blatt. Die „N. Rh. Ztg.“ ist in dieser Beziehung nicht blos das Organ der deutschen, sondern der europäischen Demokratie.
Inserate: Die vierspaltige Petitzeile oder deren Raum 1 Sgr. 6 Pf.
Anzeigen aller Art erlangen durch die großen Verbindungen unseres Blattes eine sehr weite Verbreitung. Die Gerantur der „Neuen Rheinischen Zeitung.“
Uebersicht.
Deutschland. Köln. (Die Bourgeoisie und die Contre-Revolution. — Die neue „heilige Allianz“). Düsseldorf. (Gestörte Wahlversammlung. — Protest). Geilenkirchen. (Landräthliche Inquisition). Langerwehe. (Bruderliebe). Münster. (Reisende in Frankreich. — Die heilige Trias. — Zuchthäusliches Ober- und Unterhaus). Berlin. (Garnisonwechsel. — Eventuelle Reichsexpedition. — Zwei Wahlberathungen. — Portofreiheit reaktionärer Wahlcomites). Wien (Gerüchte über das Treffen bei Raab. — Ein Artikel der „Wienerin.“ — Der Gemeinderath. — Aus Ungarn. — Diplomatische Wiederanknüpfung mit dem Papste). Kremsier. (Klassifikation der Abgeordneten). Breslau. (Erklärung der Gesellen gegen die Deputation aus dem Comite des schlesischen Handwerkervereins). Schildberg. (Brutalitäten der Soldateka). Posen. (Die Amnestie nach königl. preuß. Praxis). Stargard. (Reaktionäre Wahlmanöver). Frankfurt. (National-Versammlung).
Polen. Krakau. (Der Rabbiner zum Abgeordneten nach Kremsier ernannt).
Italien. Rom. (Proklamation des Ministeriums). Genua. (Neue Proklamation Buffa's). Pavia. (Tedeum).
Franz. Republik. Paris. (Raumer. — Napoleon und die Salzsteuer. — National-Versammlung).
Belgien. Brüssel. (Ein Brief Mellinets).
Deutschland.
[0986]
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Edition: [Karl Marx: Die Bourgeoisie und die Kontrerevolution, vorgesehen für: MEGA2, I/8. ]
[ * ] Köln, 29. Dezember.
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[ * ] Köln, 30. Dez.
Daß zwischen Preußen, Oestreich und Rußland schon vor mehreren Monaten eine neue „heilige Allianz“ abgeschlossen worden, ist bereits weltbekannt. Der Vertrag selbst wird auch nächstens an's Licht gezogen und der Oeffentlichkeit übergeben werden können. Die Seele dieses Bundes der Herren von „Gottes und der Knute Gnaden“ ist Rußland. Die ganze russische Politik und Diplomatie ruht dagegen ihrerseits mit wenigen Ausnahmen auf den Schultern von Deutschen oder Deutsch-Russen. Wo irgend der Absolutismus und die Contrerevolution thätig sind, da finden wir zwar stets Deutsche, aber nirgends mehr als im Centralpunkte der permanenten Contrerevolution, der russischen Diplomatie. Da ist zuerst Graf Nesselrode, Deutsch-Hebräer; dann Baron v. Meyendorf, Gesandter in Berlin, aus Esthland und sein Gehülfe, der Adjutant des Kaisers, Oberst Graf Benkendorff, ebenfalls Esthländer. In Oestreich arbeitet Graf Medem, Kurländer mit mehrern Gehülfen; unter ihnen ein Herr v. Fonton, sämmtlich Deutsche. Baron v. Brunnow, russischer Gesandter in London, ebenfalls Kurländer, dient zum Mittel- und Vermittlungsgliede zwischen — Metternich und Palmerston. In Frankfurt endlich wirkt als russischer Geschäftsträger Baron von Buddberg, Liefländer. Dies sind einige Beispiele. Wir könnten noch einige Dutzend anführen, ohne von den in Deutschland in hohen und höchsten Posten und zugleich in hohem russischen Solde stehenden Kreaturen des Petersburger Czaaren zu sprechen.
Welche Rolle die östreichische Erzherzogin Sophie, jetzt Kaiserin-Mutter, im Lager der Volksfeinde und der heiligen Allianz spielt, braucht als notorisch keine Auseinandersetzung. Sophie selbst wird aber wiederum durch die Großfürstin Helena, Gemahlin des Großfürsten Michel und Tochter des Prinzen Paul v. Würtemberg, mächtig beeinflußt. Helena dient zum innigsten Verband zwischen Nikolaus und Sophie und dem berüchtigten Erzherzog Ludwig.
Unter diesen Personen ist denn auch schon vor Monaten der Plan verabredet worden, nach welchem der östreichische Standrechtskaiser die übriggebliebene Tochter des großfürstlichen Ehepaares heirathen wird, damit die neue „heilige Allianz“ unauflöslich festgelöthet und Rußland seinem Ziele, Etablirung der vollständigsten Knutenherrschaft in Deutschland, immer näher gebracht werde.
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[ 109 ] Düsseldorf, 28. Dez.
Wie Sie aus dem damaligen Erlaß des gottergebenen Kommunisten Drygalski vom 22. Nov., wodurch über Düsseldorf der Belagerungszustand verhängt wurde, ersehen haben, ist es durchaus nicht verboten, in geschlossenen Räumen Versammlungen abzuhalten. In dem erwähnten Erlaß ist nur die Rede von Versammlungen auf Straßen und öffentlichen Plätzen. Allerdings sind für die Dauer des Belagerungszustandes alle „Vereine“ zu politischen und sozialen Zwecken aufgehoben. Es findet dies jedoch keine Anwendung auf Versammlungen in geschlossenen Räumen. Dies geht unwiderleglich aus den §§. 27 und 28 der octroyirten Verfassung hervor, welche streng unterscheidet zwischen Vereinen, „Gesellschaften“ und „Versammlungen.“ Heute sollte nun hier eine Versammlung in einem fast außer der Stadt gelegenen Lokale stattfinden, „zur Besprechung der bevorstehenden Wahlen.“ Sie wurde sofort von Seiten der Polizei verboten, und die Umgegend des Lokals mit einer ganzen Kompagnie Jäger besetzt. Von anwesenden Bürgern wurde darauf folgendes Protokoll aufgenommen.
Verhandelt Düsseldorf, den 28. Dezember 1848, Abends 6 1/2 Uhr, im Lokale des Wirthen Hellingrath dahier.
Auf ein heute an den Straßenecken erschienenes Plakat, wodurch die Bürger Düsseldorfs eingeladen werden, sich heute Abend 6 Uhr in dem Saale des Wirthes Korff am Wehrhahn „zur Besprechung über die bevorstehenden Wahlen“ zu versammeln, waren bei Korff unten im Wirthszimmer eine Anzahl Bürger erschienen. Als sie sich in den Saal begeben wollten, erklärte der Wirth, es sei ihm von Seiten der hiesigen Polizei-Inspektion bei Strafe der Konzessionsentziehung verboten worden, eine Bürgerversammlung in seinem Lokale abhalten zu lassen.
Als darauf die Anwesenden die Erklärung des Wirthes Korff zu dem Zwecke schriftlich aufnehmen wollten, um über diese ihrer Ansicht nach ungesetzliche, durch keine Anordnung irgend einer Behörde gebotene Beschränkung der Versammlungsfreiheit geeigneten Orts Beschwerde zu führen, trat plötzlich der Polizei-Inspektor Hr v. Faldern mit der Erklärung hervor, er müsse sich der Aufnahme eines solchen Protokolls widersetzen; Protokolle dürften nur von Behörden aufgenommen werden (!!), und er, der Polizei-Inspektor, sei hier allein Behörde, und erschienen, um sowohl die Abhaltung der angesagten Versammlung, als überhaupt jede Art von Verhandlung Kraft seiner Amtsgewalt zu untersagen. Als hierauf die Anwesenden diese ihrer Ansicht nach durch nichts gerechtfertigte Einschränkung ihrer persönlichen Freiheit konstatiren wollten, widersetzte sich der Herr Polizei-Inspektor auch diesem Vorhaben, indem er wiederholte, daß er keine Art schriftlicher Verhandlung dulden werde.
Es war dem Hrn. Polizei-Inspektor in Bezug auf die Untersagung der Versammlung bemerklich gemacht worden, daß die Verordnung des Hrn, v. Drigalski über den Belagerungszustand Versammlungen in geschlossenen Räumen verbiete. Der Hr. Polizei-Inspektor berief sich dagegen auf die Bestimmung, welche den Straßenverkehr bestimmten Normen unterwirft. Zur Erklärung seines Verbotes, schriftliche Verhandlungen aufzunehmen, gab er kein weiteres Motiv an, als daß er auf seine Amtsbefugniß sich berief. Nach diesen Vorgängen verließen die Unterzeichneten das Korffsche Haus und begaben sich sofort in das oben genannte Lokal des Wirthes Hellingrath, um gegenwärtige Verhandlung aufzunehmen.
Vorgelesen, genehmigt und unterschrieben Düsseldorf, den 28. Dez. 1848.
(Folgen die Unterschriften).
Morgen begibt sich eine Deputation zum Regierungs-Präsidenten um bei demselben Beschwerde zu führen; außerdem wird der Gemeinderath angegangen werden, die Sache in seine Hand zu nehmen. Man ist begierig, ob letzterer, der bisheran so gemüthlich sich in die Verhältnisse fügte, endlich einmal entschieden auftreten wird. — Jedenfalls ist es charakteristisch für die hiesigen Behörden, wenn man die Angst derselben vor einer friedlichen Wählerversammlung sieht. Man sagt zwar, der Belagerungszustand werde in den nächsten Tagen aufgehoben werden, allein heute glauben wir mehr als je, daß der Tag der Wahlen verstreichen wird, ohne uns von der Soldatenwirthschaft zu befreien.
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@facs0986
[ Z ] Düsseldorf, 28. Dez.
In den interessantesten Umständen, dem der Belagerung, befinden sich seit langer Zeit Berlin und — Düsseldorf! Wrangel und Drigalski! Spree und Rhein! Gott, welch' ein Unterschied und doch so ähnlich. Warum wir uns in so interessanten Umständen befinden? das weiß der Weiseste der Weisen nicht, aber — Drigalski weiß es. Genug, wir sind darin. Nun sollen wir zur Zeit aber auch wählen, frei wählen, ohne Einfluß von Gewalt, damit wir einen würdigen Kandidaten ausfinden mögen, der seinen Nagel in die octroyirte Verfassung schlage. Zu einer freien Wahl gehört, wie böswillige Menschen behaupten, eine gegenseitige Verständigung, eine freie Besprechung. Unsere hiesigen Reaktionärs haben zwar täglich ihre Versammlungen, aber sie sollen geheim sein, niemand weiß davon, als nur die ganze Stadt. Nun aber sollten auch diejenigen, welche davon bis [0987] jetzt nichts wissen durften, oder welche den kleinen Manteuffel'schen Versammlungen beizuwohnen nicht eingeladen worden, Antheil nehmen an den Wahlkämpfen. Dazu wurde dann ein kühnes Billet an den Straßenecken angeschlagen, das da einladete zu einer Volksversammlung auf gestern Abend bei Korff am Wehrhahnen. Aber, o Schrecken! die Reaktionärs thaten das Blättlein nicht sobald entdecken, als sie auch schon alle Theaterkräfte in Bewegung setzten, Coulissen, Versenkungen u. s. w., um die gefürchtete Versammlung zu hintertreiben. Alsbald erschien die altbürgerliche Polizeischelle auf den Straßen und verkündete, daß gewarnt würde, der angesagten Volksversammlung während des Belagerungszustandes beizuwohnen. Nachmittags aber griffen die „Krieger“ zu ihren Büchsen und Bajonetten, die Lanzenreiter saßen auf und nahmen den schwarz-weißen Speer zur Hand, die Husaren hingen ihren Balg um; schaarenweise durchzog man die Straßen, das gefürchtete Volkslokal wurde von 150 Mann Soldaten umstellt, und als nun die Bürger kamen den Saal zu betreten, da bedeutete ihnen Hr. v. Faldern, derzeit hier ein Polizeiinspektor, daß die Volksversammlung verboten sei. Dazu gaben ihn umstehende schnurbärtige Schandarmen durch ihr Dasein Nachdruck, ebenso die draußen stehende Militärmacht. Und siehe da, das Vaterland ist wiederum gerettet! denn die Volksversammlung unterblieb. — So geht hier der Belagerungszustand seinen Weg; frei zu wählen ist uns bis jetzt untersagt, vielleicht ein Tag vor der Aufhebung des Ausnahmestandes erlaubt man uns eine Versammlung, wenn die Reaktionärs längst fertig sind mit ihren Wahlen. Was wollt ihr denn mehr, als eine so fest garantirte, so streng aufrechterhaltene Ruhe?! — Und dazu werden wir hier Hrn. Wrangel beherbergen, wir werden ihn schauen von Angesicht zu Angesicht! Schon wird der Schloßflügel für ihn in Bereitschaft gesetzt, der ursprünglich zur Aufnahme des Landtages bestimmt war. Berlin und Düsseldorf werden bald in einander aufgehen, wie Deutschland in Preußen!
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@facs0987
[ 232 ] Geilenkirchen, 28. Dezember.
Die Inquisition, welche in Folge der Steuerverweigerung von einigen Beamten Altpreußens ausgeübt worden ist, hat auch in unserem ruhigen Kreisorte ihren Stuhl aufgepflanzt. Der hiesige „Bürgerverein“ hatte in einer seiner Sitzungen dem Steuerverweigerungs-Beschlusse der Berliner Versammlung seine Zustimmung gegeben und diesen Beschluß durch den Druck bekannt gemacht. In der fraglichen Sitzung wurde von einem aktiven Widerstande durchaus abgerathen, die hiesigen Steuerkassen haben von den Folgen dieses Beschlusses nichts gemerkt, gar keine Aufregung hat stattgefunden: und doch haben wir eine förmliche Inquisition gegen einige Mitglieder des Bürgervereins! — Wir können uns das nur aus Folgendem erklären. Der Groß-Inquisitor ist der hiesige kommissarische Landrath von Eynatten. Dieser hat es in der Armee bis zum Sekonde-Lieutenant und Ganzinvaliden gebracht und hat für dieses immense Verdienst ohne Examen kommissarisch die hiesige Landrathsstelle erhalten. Da ihm die definitive Ernennung etwas lange ausbleibt, so glaubt er wahrscheinlich, sich durch die Ausbeutung jenes unschuldigen Beschlusses des Bürgervereins zum unumstößlichen Landrath aufschwingen zu können. Noch nicht geübt in solchen ruhmvollen Operationen, mußte ihm die Unterstützung eines Individuums sehr willkommen sein, das in einem kürzlich abgewickelten Prozesse allerlei Handlangerdienste, wenn auch fruchtlos, geleistet hat. Dieses Individuum ist der hiesige Kohlen- und Regenwasser Verkäufer etc. etc. Herr Patrizier von Fisenne, der sich im März aus Angst Citoyen nannte, der sich aber jetzt wieder „Herr Gnaden“ tituliren läßt. Dieser hatte als vormaliger Wirth eines Polizeimannes und eines andern juristischen blauen Wunders etwas von den nöthigen Kniffen los bekommen. Obgleich in früheren Verhältnissen der heftigste Gegner des kommissarischen Landraths, indem er mit allen Winden in die Segel eines andern landräthlichen Kandidaten blies, so spannte ihn doch jetzt seine saubere Denkungsart, an den Wagen unseres kommissarischen Kreisvaters. Er ging als Zeuge in die erwähnte Sitzung des Bürgervereins. Seine Taubheit kam ihm dabei gut zu Statten, indem er so Dinge, die gar nicht vorkamen, berichten konnte. Der nicht examinirte Landrath begann nun die Inquisition. Es wurden sorgfältig ausgewählte Zeugen vor den Gewaltigen citirt und protokollarisch vernommen und zwar nicht hier im Orte; sondern auf der entferntliegenden Stammburg des Inquisitors. Nicht solche Zeugen wurden geladen, die vermöge ihrer Bildung einen klaren Bericht geben konnten, sondern solche, in deren Munde man die Worte nach dem Wunsche des Protokollanten drehen kann. Und — sonderbar! Der oben erwähnte patrizische Spekulant in Kohlen- und Regenwasser, Herr v. Fisenne, stand beim Verhör an der Seite des Inquisitors, ohne irgend eine Befugniß, dafür mußte er aber die Beschämung erleiden, daß ein Zeuge so viel gesunden Sinn hatte, nichts eher aussagen zu wollen, bis „Herr Gnaden“ sich entfernt hatte.
Wir gestehen, die ganze Inquisition hat uns ein Lächeln abgenöthigt, weil gar nichts zu inquiriren ist. Aber die angeführte Thatsache wirft ein bedeutendes Licht auf genannten Personen und auf unsere gegenwärtigen Zustände.
Es fehlt nichts mehr, als daß der Nicht Examinirte für seine Heldenthat gleich definitiver Landrath wird, dann könnten wir doch wieder ein neues amusantes Faktum addiren zu den vielen andern, die schon gebucht sind.
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@facs0987
[ 064 ] Langerwehe, 27. Dez.
Vor einigen Tagen (20. d. M.) ereignete sich hier folgender nie vorgekommener Vorfall. Die verstorbene Frau eines armen Mannes, B……‥s mit Namen, sollte zur Erde bestattet werden. Drei Nachbarn, als Träger geladen, fanden sich an jenem Morgen im Sterbehause ein, — der vierte Hinzugeladene, ein wohlhabender gefühlloser Bauer — Mitglied des Gemeinderaths — verschmähte diesen pflichtschuldigen letzten Liebesdienst, und da auch sonst keine Männer im spärlichen Gefolge, noch sonst Jemand außer dem Bereiche der Nachbarschaft Erbarmen mit dem Armen hatte, sah sich besagter Ehemann in die Nothwendigkeit versetzt, — sein eignes Weib — in seiner Hütte zwei arme Würmer zurücklassend, — selbst nach dem ziemlich entlegenen Friedhofe — zu Grabe tragen zu müssen.
„Ist das die von den Reichen dem Armen gegenüber so oftmals ausposaunte Freiheit, Gleichheit und Bruderliebe?!“
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@facs0987
[ 235 ] Münster, 27. Dez.
In den Monaten Oktober und November haben vier preußische Artillerieoffiziere incognito Frankreich bereis't um Stärke und Beschaffenheit der französischen Festungen zu visitiren. In ihrem Berichte an die Regierung sagen sie, daß alle französischen Festungen einnehmbar wären, nur nicht Paris. Paris könnte nur durch Hunger zur Uebergabe gezwungen werden. Auch russische Offiziere sollen in Frankreich viel spioniren.
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@facs0987
[ 35 ] Münster, 28. Dez.
Die Cumulation der westphälischen Verhaftungen scheint ihren Glanzpunkt erreicht zu haben. Die am gestrigen Abend erfolgte Verhaftung des O.-L.-G.- Direktors Temme erweitert das Brandenburg-Manteuffel'sche Dilemma und die Hauspolitik des Hohenzollern'schen Landrechts zu einer unerschöpflichen Fundgrube loyaler Kunstgriffe und wahrhaft erbaulicher Abnormitäten der süßen „Märzerrungenschaften.“ „Manteuffel und Bodelschwingh sekretirt, Herr v. Olfers exekutirt, Stadtgerichts-Direktor Hülsmann submittirt.“ Hier haben Sie jene liebenswürdige Trias, deren getreuer Satellit der noble Münster'sche Merkur sein und bleiben wird, so lange feige Bourgeoisseelen für ihre Verräthereien noch einen rothen Adlerorden erwarten! Man hat die so plötzlich Verhafteten, wie Sie wissen, lediglich den Wahlagitationen entziehen wollen; indessen dürfte sich für diesmal die uckermärkische Camarilla und das Potsdamer Krautjunkerthum verrechnet haben. Dabei sehen wir ganz davon ab, daß einige dieser Inhaftirten selbst innerhalb der Kerkermauern in ihrer konstitutionellen Unschuld den servilen Typus ächten, nur Sonderinteressen kennenden Spießbürgerthums niemals verleugneten. Erstaunen Sie, innerhalb der Wände des Münster'schen Zuchthauses hat sich ein Ober- und ein Unterhaus gebildet! Wenn's so am grünen, wie wird's am dürren werden? Diese höchst verzeihliche Frage kann ich Ihnen jedoch mit voller Wahrheit dahin beantworten, daß der gesunde Kern unseres zähen Volksstammes keineswegs mehr zur Race der Siebenschläfer zählt und daß wenigstens 2/3 unsres Landvolks zum praktischen Selbstbewußtsein gekommen sind und sich bereits ein Terrain erkämpft haben, worauf selbst die Manteuffel'schen Manöver, als das, was sie sind, als abgenutzte Taschenspielerkniffe, den frischen und gesunden westphälischen Bauern erkennbar werden.
Wie lange die Haft der 13 Mitglieder des westphälischen Kongresses noch dauern wird, das wissen die Götter. Die meisten sollen bereits ihr Schlußverhör bestanden haben, indessen werden die obligaten, aus der süßen altpreußischen Quelle des heiligen Landrechts, sprudelnden Urtheile noch lange auf sich warten lassen, weil selbst die Münster'sche Hermandad die Gefahren des juristisch-politischen Dilemma's zu begreifen anfängt. Sobald ein neuer Akt unserer interessanten westphälischen Komödie beginnt, sollen Sie mehr hören.
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@facs0987
[ * ] Berlin, 28. Dezember.
Durch Ministerialverfügung vom 25. d. M. ist für die Hauptstadt abermals ein theilweiser Garnisonwechsel angeordnet worden, der nicht allein in Berücksichtigung der dadurch erwachsenden Kosten, sondern auch aus allgemein politischen Gesichtspunkten eine gewisse Bedeutung hat und öffentliche Besprechung verdient. Es wird nämlich dieser Garuisonwechsel in der Weise veranstaltet werden, daß einerseits alle die Garderegimenter, welche vor dem 19. März in Berlin gestanden und von denen einige Theile noch nicht wieder hier eingerückt sind, ganz wieder hierher kommen. Andererseits werden diejenigen Truppentheile, die seit dem Frühjahr bis zu den November-Ereignissen ununterbrochen in der Hauptstadt garnisonirten, dieselbe aber seit dem Einrücken der Garden verließen (wie z. B. das Füsilier-Bataillon des 24. Regiments), wieder nach Berlin gezogen werden. Da jedoch eine Verstärkung der Garnison nicht beabsichtigt wird, so soll eine entsprechende Anzahl jetzt hier stehender Truppentheile an die Orte geschickt werden, wo sie zuletzt sechs Monate ununterbrochen sich aufgehalten haben. Der leicht erkenntliche Zweck aller dieser Truppen-Dislocationen ist der, daß den Soldaten ihr Recht der Theilnahme an den Urwahlen gewahrt wird. Das Ministerium will nämlich betreffs der Domicilfrage für die Truppen, die Ansicht geltend machen, es sei der Ort als das gesetzliche Domicil eines Truppentheils geltend zu machen, worin er irgend einmal sechs Monate ununterbrochen seinen Aufenthalt gehabt.
In militärischen Kreisen spricht man hier sehr stark davon, daß Seitens der Preußischen Regierung, auf Befehl der Reichs-Central-Gendarmerie, Vorbereitungen getroffen werden, um Preußische Truppen als Reichs-Execution nach dem Königreich Sachsen zu senden, da es sicher scheine, daß die demokratische Partei eine bedeutende Majorität in der neuen sächsichen Kammer haben werde.
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@facs0987
[ * ] Berlin, 28. Dez.
Die edle „Kreuzritterin“ enthält folgende amüsante Mittheilung über die Leiden und Freuden Berliner Reaktionärs:
„In einem Privathause auf der Lindenstraße fand gestern Abend, wie wir bereits im Voraus annoncirt, eine ächt demokratische Versammlung statt, um über die Wahlen zu berathen. Zu gleicher Zeit hatte sich in der Wohnung des Ob.- Bergrath Kühne auf der Orangenstraße eine große Anzahl Bewohner des Bezirks zu gleicher Absicht, nur in entgegengesetzter Tendenz, versammelt. In der letzten wurde der Antrag gestellt, durch eine schriftliche Erklärung sich dahin zu verbinden, kein Mitglied der Fraktion Unruh wählen zu wollen. Als die Nachricht von dieser Versammlung in der demokratischen bekannt wurde, beschloß man sofort zu interveniren, und einige der Hauptleiter eilten in die Privatwohnung, in welcher die konservative Versammlung gehalten wurde, verlangten mit großer Frechheit das Wort, protestirten gegen die Beschlüsse, erklärten die ganze Berathung für Wahlumtriebe und wußten namentlich den kleinern Bürgern die Leiter und die Absichten der Versammlung so zu verdächtigen, daß sie am Ende eine Anzahl derselben, obschon Viele früher jene Erklärung unterzeichnet hatten, mit sich fort und in die demokratische Versammlung schleppten.“
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@facs0987
[ * ] Berlin, 28. Dez.
Das „konservative Wahlcomité“ hat gut agitiren; denn es ist ihr, wie die „lithographische Korresp.“ mitttheilt, vollständige Portofreiheit gestattet. Somit läßt sich die Geschichte für die konservativen Geldbeutel wohlfeil betreiben. Man würde vielleicht an der Richtigkeit dieser Mittheilung hie und da zu zweifeln versucht sein, allein die Sache hat seine Richtigkeit, denn die neueste Nr. der „Neuen Preußischen Zeitung“ stellt sie in Abrede.
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@facs0987
[ 102 ] Wien, 26. Dez.
Windischgrätz ist vor Raab so bedeutend aufs Haupt geschlagen worden, daß er in einem vorgestern veröffentlichten Armee-Bülletin, unter welchem auffallenderweise diesmal sein fürstlicher Feldmarschallsname fehlt, zu einer Lüge und zu einem Nichts seine Zuflucht hat nehmen müssen, blos um der gespannten Bevölkerung der Hauptstadt doch etwas mitzutheilen. Zu einer Lüge, weil es darin heißt, die Avantgarde sei bis über die Rabnitz vorgerückt, ohne auf einen Feind zu stoßen. — Dem widersprechen nicht nur die bestimmtesten Privatnachrichten über eine bei Raab — eine offene Stadt — erlittene Niederlage, sondern auch alle Umstände und selbst die Berichte der entfernteren Hofblätter, denen die Parole des Schweigens noch nicht zugekommen war, um wirklich zu schweigen. Daß er den Wienern die wenigstens ein Siegesbülletin erwarteten, statt dessen nur eine Armeeaufstellung zum Besten gab, ist aber das Nichts und die Bestätigung der Nothlüge und der kaiserl. königl. Niederlage. Und was die Umstände anlangt, so fragt sich Jeder: Woher kommen, wenn ihr auf keinen Feind gestoßen sind, die großen Zufuhren von Verwundeten, von durchschossenen Uniformen, von unbrauchbar gewordenen Gewehren, und die 18 demontirten Kanonen, welche noch gestern hier angekommen seid? Warum werden das Neugebäude und die Türkenschanze so ängstlich mächtig verschanzt und besetzt? Warum fällt die Börse ungeachtet der so schmählich bewilligten 80 Mill. immer tiefer? — Kein Mensch hat darauf eine andere Antwort, kann eine andere als die haben: Weil die Armee vor Raab, einer offenen Stadt, eine Schlappe bekommen hat und es nicht abzusehen ist, wie es ihr erst vor den Festungen Komorn und Osen ergehen wird!
Die schwarzgelbe Klike meinte nicht anders, als die Eroberung Ungarns sei, weil man hunderte wilder Natiönchen wider die Magyaren gehetzt, eine Bagatelle. Man besetzte einige absichtlich verlassene Städte an der Grenze und rückte gen Raab vor. Jelachich bekommt den Auftrag, die Stadt zu stürmen. Er stellt nach dem Befehle des Feldmarschall Wütherich die 15,000 aus Wien verschwundenen Proletarier — worunter sich übrigens Greise, Nationalgarden, Studenten, kurz alle Klassen befinden — in die erste Sturmkolonne, um ihnen so den sichern Untergang zu bereiten. In der zweiten Kolonne dicht dahinter folgen, den Hahn auf das s. g. Proletariat gespannt, die Oguliner, Ottochaner und Seresaner Rothmäntel, die auserwähltesten Banditen der Kroatenarmee, und dann erst das reguläre Militär. Nun beginnt der Sturm, das Proletariat wird in den dichtesten Kugelregen gejagt und viele finden ihren Tod. Die magyarischen Streitkräfte entwickeln sich aber immer beträchtlicher, der Kampf wird hartnäckig und das Proletariat ergreift die Gelegenheit, in Masse zu den Magyaren überzutreten und sich, mit ihnen vereint, von der unendlichsten Wuth beseelt, auf die kais. Banditen zu werfen. Sie werden zurückgeworfen, das Militär wird geworfen, ganze Bataillone sollen niedergestreckt sein. Jelachichs Armeekorps muß weichen, er selbst soll nebst dem Sohne des Windischgrätz gefangen sein. — Die Magyaren verfolgten die Kroaten dann bis zum Neusiedler See und trieben Tausende dort hinein.
Hier stand aber Windischgrätz mit dem 1. Armeekorps und die Verfolgung hatte ein Ende. 30,000 Menschen sollen auf beiden Seiten gefallen und verwundet sein. So lauten die Nachrichten, die hier verbreitet sind.
Bedenkt man, daß Ungarn ein 6000 O.-Meilen großes, von Gebirgen wie die Karpathen durchzogenes, von muthigen Völkern bewohntes Land ist, an dessen Spitze sich der große Genius Kossuth befindet; bedenkt man, daß die noch jungfräuliche Festung Komorn, ferner die Festungen Munkacs, Arad, Eszek, das famose Peterwardein u. s. w. nebst Osen in den Händen der Magyaren sind, daß dieselben eine Streitmacht von 150,000 Soldaten besitzen und 8 Mill. von den 13, die die ungarischen Länder bewohnen, es mit ihnen halten, so dürfte Windischgrätz jedenfalls noch einige pikante Partien auszuspielen haben, bevor er seinem „jugendlichen“ Kroatenhäuptling nach Olmütz schreiben kann: »L'ordre regne àBuda-Pesth!« insofern der Verrath in Ungarn nicht die Rolle fortspielt, mit der er hier angefangen. Die heute erschienenen Zeitungen beobachten über Ungarn ein bedeutsames offizielles Schweigen.
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@facs0987
[ 121 ] Wien, 26. Dez.
In der Wiener Zeitung vom 24. werden Sie einen aus dem National übersetzten Brief, „Ein Gefangener des Windischgrätz“ überschrieben, gefunden haben, der in der Hauptsache eine Bestätigung Ihnen von mir bereits mitgetheilter Thatsachen enthält. Dieser Brief macht hier, eben weil er in der Wienerin steht, das ungeheuerste Aufsehen, so daß die heutige „Presse“ die Redaktion derselben auffordert, darüber eine Erklärung zu geben. Wir erwarten dieselbe, sind aber gewiß, daß man nicht verfehlen wird, zu sagen, man habe den Brief blos aufgenommen, um den guten Oestreichern zu zeigen, wie ihr Wohlthäter Windischgrätz verleumdet werde. Mir scheint, der National hat sich für die Artikel des ministeriellen „Lloyd“, welche den Sturz der Republik unverholen predigten, obzwar nur bourgeoismäßig, rächen wollen. — In ganz Europa mag es in diesem Augenblicke kein verworfeneres Gesindel geben, als der Gemeinderath von Wien. Seine hündische Unterwürfigkeit ist so enorm, daß selbst Welden ihn nur verachtet und der Olmützer Korrespondent sich schon mehrmals über die selbst vor dem Absolutismus unerhörte Gesinnungslosigkeit dieses Auswurfs der Bourgeoisie verwundert hat. Nicht nur daß er die Kinder der von den Kroaten verbrannten Familien, deren sich arme Dienstmädchen erbarmt, mit Ignoriren des Faktums, hülflos auf die Straße wirft, hält er trotz des fürchterlichen Nothstandes auch die Summen zurück, welche von außen für die Freiheitskämpfer eingeschickt worden sind. So besitzt er gegenwärtig an 25,000 fl. C. M. dafür, welche er unvertheilt läßt, um sie auf den ersten standrechtlichen Wink vielleicht unter die Kroaten zu verschenken. So hat er die Polizei beauftragt, alle Literaten zu verfolgen und nach Gutdünken damit zu verfahren; und als in der Sitzung vom 18. die Direktion des Wiener Schuldentilgungs- und Hülfsvereins um Bevorwortung bei der Militärbehörde wegen Fortbestehens desselben unter dem Belagerungszustande bot, beschloß er nicht nur, darauf keine Antwort zu geben, sondern forderte in Berücksichtigung der Gefährlichkeit dieses Vereins (!) die Polizei noch obendrein auf, denselben zu verfolgen. — Das Militärgericht treibt mittlerweile den bestialischen Terrorismus soweit, daß es vor einigen Tagen einen Korporal zu 5 Jahren Schanzarbeit in schwerem Eisen begnadigte, weil er, nachdem er nachgewiesen, daß er bei der Vertheidigung Wiens nur unfreiwillig betheiligt war, nicht desertirt sei. Die Wuth geht also so weit, daß sie, eines „negativen Faktums“ wegen verurtheilt, indem sie die Desertion ungeachtet ihrer erwiesenen Unmöglichkeit verlangte. Ungeheuer! — Und der „jugendliche“ Dalai-Lama von Olmütz, hat die Unverschämtheit, sich in Frankfurt zum Kaiser-Kandidaten des deutschen Volks anzubieten! Wahrlich, eine solche Zumuthung ist nur in Deutschland und nur vor einer Gesellschaft möglich, die Subjekte, wie Gagern, Welkers, Dahlmänner, Biedermänner, Bassermänner, Eisenmänner, Buschmänner u. s. w. an ihrer Spitze duldet, welche die Ehrlosigkeit soweit treiben, den Tritt Oestreichs damit zu beantworten, daß sie ihm die deutschen Provinzen preisgeben. Die hiesigen Gutgesinnten sind entrüstet über unsere Banditen, aber noch entrüsteter sind sie über die Gesellschaft, welche in Frankfurt das deutsche Volk verschachert. Das deutsche Volk Oestreichs erwartete die Reichsarmee von 50,000 Mann, mit welcher man die Schweiz chikanirt, an den Grenzen Böhmens. Oestreich würde bei seinen Zuständen vor ihr erzittert sein, noch erzittern; es würde seine deutschen Provinzen nicht ferner zu malträtiren wagen; aber es wird von Frankfurt aus der czechischen Wuth preisgegeben. Das heißt „Deutschland in seiner tiefsten Erniedrigung!“
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@facs0987
Wien, 26. Dezember.
Wiederholt versichert man, daß unsere Truppen in Raab eingerückt seien; ist es auch noch nicht geschehen, so steht es jedenfalls in größter Bälde zu erwarten. — Unsere Truppen fanden überall nur fliehende Feinde und die Offiziere, namentlich die jungen, klagen, daß ihnen die Gelegenheit entzogen erscheint, sich Lorbeeren zu sammeln. Selbst die Einnahme der als stärkster Stein des Anstoßes dargestellten Festung Komorn wurde in nahe Aussicht gestellt, indem der dort kommandirende Ober Maitheny seine Willfährigkeit, sich den k. k. Truppen zu ergeben, bereits erklärt haben soll. — Die heutige Wiener Zeitung enthält einen offiziellen Artikel, worin die Wiederanknüpfung direkter diplomatischer Verbindungen mit dem Papste, an welchen auch sofort ein k. k. Gesandter nach Gaëta abgeht, kund gegeben wird.
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@facs0987
Kremsier.
Uebersicht der Abgeordneten des österr. Landtags nach Provinzen, Klubs und nach ihrer Gesinnung bei Abstimmung über Hauptfragen.
Provinz.Abgeordnete im Ganzen.Im slawischen Klub, rechts.Im deutsch-östr. und öster. Klub, Centrum.Unentschiedene.Klub der Linken.Ansonst.
Galizien1093539269
Böhmen905022954
Mähren48132357
Nied.-Oesterr.3794213
Steiermark21310242
Ober-Oesterr.206122
Tyrol1912421
Illyrien1775113
Küstenland1232421
Dalmatien113521
Zusammen38311489738226
[(Pra. Ztg.)]
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@facs0987
[ 24 ] Breslau, 27. Dezbr.
Das Comite des schlesischen Handwerker-Vereins, in welchem unter andern reactionären Subjekten sich auch ein Herr Möcke befindet, hatte eine Deputation nach Berlin zu senden beschlossen (cf. Nr. 180 der N. Rh. Z.), um bei dem (Siehe den Verfolg in der Beilage.)
[0988]
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Rheinhöhe.
Am 30. Dezember 1848 5′ 2″.
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Civilstand der Stadt Köln.
Den 23. und 24. Dezember 1848.
Geburten.
Joh. Cathar. Hubert., T. v. Andr. Reul, Tischlerm., Waiseng. — Christ. Hub., S. v. Christ. Lülsdorff, Gärtner, Schafenstr. — Julius, S. v. Wilh. Schuncke, Unteroff., Tempelstr. — Herm. Jos., S. v. Anton Schlösser, Seilerges., Löhrg. — Maria Anna, T. v. Math. Tils, Zimmerges., Kayg. — Joh. Anton Hub., S. v. Joh. Anton Lyon, Dachdeckerges., Mühlenb. — Heinr. Jos., S. v. Friedr. Bach, Dachdeckerm., Maximinenstr. — Peter, S. v. Theod. Bramer, Tagl., Huhnsg. — Cath., T. v. Peter Braten, Kutscher, Kostg. — Otto Friedr., S. v. Joh. Wilh. Otto Eberhardt, Unteroff., alte Mauer am Laach. — Anna Gertr., T. v. Jos. Wolff, Maurer, Weißbütteng. — Agnes, T. v. Heinr. Rodenkirchen, Gärtner, Friesenw. — Ein unehel. Knabe und ein Mädchen.
Sterbefälle.
Heinr. Jos. Schmitz, Füsilier, 21 J. alt, unverheir., Garn.-Lazar. — Heinr. Coppenhagen, Buchhalter 75 J. alt, Wittwer, Heumarkt. — Elisab. Müller, 4 J. 8 M. alt, Thurnm — Helena Fues, Wittwe Okenbroich, 46 J. alt, Weiherstr. — Margar. Dorn, 57 J. alt, unverh., Cäciliensp. — Franz Peter Steinbüchel, 6 J. alt, Maximinenstr. — Christ. Büttgen, 7 T. alt, Achterstraße. — Hub. Erkelenz, Barb., 32 J. alt, unverh., Marzellenstr. — Margar. Weber, 87 J. alt, unverheir., Minoritensp.
Jacob Klüppel, Tagl., 60 J. alt, verheir., Bayardsg. — Pet. Jos. Schauf, 8 M. alt, Weideng. — Maria Anna Kerp, geb. Niedenhoff, 37 J. alt, Heumarkt. — Agnes Bender, 8 W. alt, Severinsw. — Auguste Umbach, 9 M. alt, Benesisstr. — Friedr. Hagen, Musketier, 23 J. alt, unverh, Garn.-Lazar. — Magdal. Reinartz, geb. Schlemmer, 31 J. alt, Waiseng. — Maria Hubert. Adelh. Elisab. Reinartz, 8 T. alt, Waiseng. — Victor Jos. Hub. Becks, 4 M. alt, Stolkg. — Barb. Wimmer, Wittwe Mayer, 77 J. alt, Minoritensp.
Heirathen.
(23) Joh. Jos. Becker, Schreinerges., und Gertrud Nagelschmid, beide v. hier.
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Bekanntmachung.
Die städtische Speiseanstalt in der Kreuzgasse hierselbst wird am 3. Januar k. J. eingehen. Dagegen soll in dem Hause der Armen-Verwaltung (Cäcilienstraße Nro. 28) vom 1. Januar k. J. ab, bis zum Ablauf der Wintermonate den unbemittelten Bürgern von Morgens 10 bis Nachmittags 6 Uhr Suppe gegen Vergütung von 8 Pfennigen per Quart, verabreicht werden.
Köln, 28. Dezember 1848.
Das kön. Oberbürgermeister-Amt.
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Allgemeine Carnevals-Gesellschaft.
In Rücksicht auf den Ernst der Zeitverhältnisse und die vielen traurigen Begebenheiten des Jahres 1848 hat die allgemeine Carnevals-Gesellschaft in ihrer gestrigen General-Versammlung einstimmig beschlossen, das kölnische Carnevalsfest im bevorstehenden Jahre (1849) ihrerseits nicht feiern zu wollen, — den alten Vorstand mit Hinzufügung dreier neuen Mitglieder in seinen Funktionen für ein ferneres Jahr bestätigt; — demselben aufgetragen, den vorhandenen Kassenbestand rentbar anzulegen, das übrige Eigenthum und die Rechte der Gesellschaft bestmöglichst zu wahren und zu Anfang Dezember 1849 die sämmtlichen Mitglieder der Gesellschaft zu einer neuen General-Versammlung Behufs weiterer Beschlußnahmen zusammen zu berufen. Indem wir diesen Beschluß hiermit zur öffentlichen Kenntniß bringen, machen wir zugleich darauf aufmerksam, daß unsere Rechnung nebst Belegen bei unserem Rendanten, Herrn Jacob Horst, Domhof Nr. 8-, während 8 Tagen zu Jedermanns Einsicht offen liegt.
Köln, 27. Dezember 1848.
Der Vorstand.
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Im neuen Laden, Obenmarspforten, gegenüber dem Jülichsplatz, werden verkauft:
Feinstes Tuch und Buckskin neueste Dessins, die ganze Hose 2 bis 4 1/2 Thlr. Westenstoffe, neueste Muster von 8 Sgr. bis 1 3/4 Thlr. Winterpaletots in Düffel zu 3 Thlr. 20 Sgr. bis 5 1/2 Thlr. Bournousse in feinem Tuch von 8 bis 14 Thlr. Unterhosen und Unterjacken von 15 Sgr. bis 1 1/2 Thlr. Cravatten in Atlas und Lasting, Herren-Shwals in Atlas, Seide und Wolle, Schlipse in allen Sorten, viereckige, schwerseidene Tücher zu äußerst billigen Preisen.
Regenschirme in schwerer Seide von 2 Thlr. 10 Sgr. bis 3 Thlr. 15 Sgr. Zeugschirme, 22 Sgr. bis 1 Thlr. 15 Sgr.
Gebrauchte Schirmgestelle werden in Zahlung genommen.
Alle Sorten Handschuhe von 2 Sgr. bis 15 Sgr.
Die Waaren werden wirklich so billig verkauft, wie die Preise angegeben sind.
Joseph Sacks aus Frankfurt a. M., im Hause des Herrn Johann Maria Farina, gegenüber dem Jülichsplatz.
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Zur Nachricht.
Die Schneider-Gesellen-Herberge ist vor klein Martin Nr. 14 und empfiehlt sich den Gesellen und den Reisenden bestens
Theodor Unterkeller.
Frischer Honig per Pfund 4 Sgr. in Partieen billiger, zu haben Severinstraße Nr. 156.
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Gute Cigarren, ordinär, die jedoch in jeder Gesellschaft geraucht werden können, per Stück nur 2 Pfge., 250 1 Thlr., bei G. Tonger, Pauluswache.
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Ferd. Freiligraths neuere politischen und socialen Gedichte.
1 Bdchen. 8. eleg. geh.
Preis 15 Sgr.
sind so eben erschienen und in allen Buchhandlungen, die Exemplare bestellten, vorräthig.
Fl. Schuster St. Louis.
Dieselben sind auch in Köln auf der Expedition der „Neuen Rhein. Ztg.“ zu haben.
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Die Unterzeichneten beabsichtigen für die Dauer der Wahlen ein Blatt Den demokratischen Urwähler in zwanglosen Nummern herauszugeben, als Organ der demokratischen Partei bei den Wahlen des ganzen Landes. Wir werden darin, wie sich von selbst versteht, die Grundsätze der Demokratie verfechten, in diesem Sinne auf die Wahle einzuwirken und durchzusetzen suchen. Ein Erfolg ist jedoch nur dann möglich, wenn wir von der ganzen Partei in der Verbreitung des Blatteä sowie durch Mittheilungeu wichtiger Thatsachen, die auf die Wahlen von Einfluß sind, unterstützt werden.
Der „demokratische Urwähler“ erscheint vorläufig 1-2 mal die Woche, später bei heranrückender Wahlzeit nach Bedürfniß öfter. Die einzelnen Nummern sind zu einem Silbergroschen in allen Buchhandlungen zu haben, namentlich aber vorräthig in folgenden: Berlin Reuter u. Stargardt; Brandenburg A. Müller; Cottbus E. Meyer; Frankfurt a. O. Koscky u. Comp.; Guben E. Berger; Landsberg Schäffer u. Comp.; Potsdam Hordatsch; Buchh.; Cöslin C. G. Hendeß; Greifswald L. Bamberg; Stettin Fr. Nagel; Stralsund A. Volkmann; Posen W. Stefanski; Königberg Th. Theils; Danzig F. A. Weber; Thorn E. Lambeck; Aachen H. Benrath; Barmen W. Langewiesche; Bohn T. Habicht; Coblenz J. Hölscher; Cöln A. Bädecker; Crefeld Funcke u. Müller; Düsseldorf Buddeusz Elberfeld J. Bädecker; Trier C. Troschel. Wesel Becker; Erfurt Keyser; Halberstadt R. Frantz; Halle G. C. Knapp; Magdeburg E. Bänsch; Mühlhausen F. Heinrichshofen; Naumburg W. Cursch; Nordhausen W. Köhme; Quedlinburg H. C. Huch; Breslau Ed[unleserlicher Text] Trewendt; Brieg J. F. Ziegler; Glogau C. Flemming; Görlitz Heinge u. Comp.; Hirschberg M. Rosenthal; Liegnitz C. E. Reisner; Neisse Th. Hennings; Schweidnitz L. Heege; Arnsberg H. Fr. Grote; Bielefeld A. Helmich; Hamm C. Wickenkamp; Minden Keiser u. Comp.; Paderborn W. Brüwell.
Einzelne, welche sich für die Verbreitung des Blattes intrressiren, sowie politische Vereine, könuen ferner Exemplare, — jedoch nicht unter 20 — direkt von der Expedition in Halle auf frankirte Bestellunnen franco gegen Postvorschuß erhalten.
Halle, den 20. Dez. 1848.
D'Ester. A. Hexamer. Reichenbach.
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Beste Empfehlung für Auswanderer nach AMERIKA.
Die Unterzeichneten halten es für ihre Pflicht, sämmtlichen Auswanderern nach Amerika bei Ankunft in Antwerpen Herrn F. Sernels Gasthof zum Tempel daselbst bestens zu empfehlen, indem solche einer ausgezeichnet freundschaftlichen und billigen Behandlung sich jederzeit versichert halten können. Mit Bezugnahme hierauf laden daher die Unterzeichneten sämmtliche Auswanderer, welche diesen Gasthof nicht kennen, höflichst ein, sich nach dem Namen desselben zu erkundigen, warnen aber zugleich, sich nicht durch fremde Personen irre leiten zu lassen, indem bei Ankunft der Eisenbahn jederzeit ein Beauftragter von diesem Gasthofe gegenwärtig ist, welcher die Fremden in Empfang nimmt und in erwähnten Gasthof führt, woselbst solche sich von der Wahrheit des Gesagten hinlänglich überzeugen werden.
Antwerpen, den 23. Oktober 1848.
Namen der Unterzeichner:
J. Rollhausen aus Usingen (Nassau). Pet. Dürckhardt.
Pet. Antes aus Breidenheim.Friedr. Heinz.
Christian Gohr aus Usingen.Pet. Wültz.
Lorensen, apost. Missionär, aus Hüls.Wilh. Philippi.
Diehl.Theod. Reuß.
Mayer.Heubel.
Wilh. Müller aus Babenheim.Phil. Marhofer.
Anton Müller aus Babenheim.T. Kempff, Dr.
Balthasar Dürckhardt.H. Schmetter.
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Bitte an die Bürger Kölns.
Ein Familie neun Glieder groß
Herkommend vom Bürgerstande,
Lebt ohne Verdienst in großer Noth
Unbeachtet von Verwandte.
Ueberall hat sie sich hingewandt
Ein Tägliches zu verdienen;
Bald an diesen, bald an jenen Stand;
Wurde aber abgewiesen.
Drum Mitbürger Köln's gedenket ihr,
Und laßt ferner sie nicht darben,
Denn reine Wahrheit ist, glaubt es mir,
Ich bin Vater dieser Armen.
B.
Näheres s. d. Exp.
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Feinster Punschsyrup. Rum, Cognac, Arrak. Holl. Liqueure.
Bei Franz Jos. Daniels, Sternengasse Nr. 9 & 11.
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Schönes Neujahrgeschenk sehr billig. Die Rheinsagen von Reumont. Schöne Ausgabe mit Stahlstichen. (Ldpr. 2 1/3 Thlr.) für nur 22 1/2 Sgr., bei G. Tonger, Pauluswache.
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Ein Kleiderschrank, Nachtskomödchen, Stühle, Arbeitstischchen. gepolsterte Fußbänkchen, Kinderbettlädchen, billig zu haben, Mühlengasse Nr. 10.
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Einladung zum Abonnement auf die „Freien Blätter.“
Dieselben erscheinen von Neujahr ab mit interessantem Feuilleton, wöchentlich 3 Mal, und zwar: Sonntag, Mittwoch und Freitag. Die Richtung der Blätter ist eine durchaus demokratische und bieten sie außer raisonirenden Artikeln, das neueste und wichtigste aus der Tagesgeschichte. Der Preis für Köln und nächste Umgebung ist auf 18 Sgr. festgesetzt; — durch die Post bezogen auf 22 Sgr. 6 Pf. per Quartal (für das Ausland kommt der ermäßigte Postaufschlag hinzu). Insertionen werden zu 6 Pfennige die Zeile aufgenommen, wozu sich die Blätter ihrer ansehnlichen Verbreitung wegen, besonders eignen. Beiträge nach der Tendenz der Blätter nimmt die Redaktion dankbar entgegen.
Bestellungen beliebe man in Köln unter Hutmacher Nro. 17; auswärts bei der nächsten Postanstalt baldigst zu machen.
Köln, im Dezember 1848.
Die Expedition.
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Im Verlage von F. M. Kampmann in Düsseldorf erschien, und ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Ferdinand Freiligrath's höchstgelungenes Portrait, Gez. v. C. Hartmann; Lith. v. A. Dircks.
Nebst Facsimile.
Gr. Folio chin. Papier.15 Sgr.
Gr. Folio weiß Papier.8 Sgr.
4° weiß Papier.5 Sgr.
Die meisterhafte Ausführung, so wie die frappante Aehnlichkeit dieses, von wahrer Künstlerhand geschaffenen Bildes machen jede Empfehlung desselben meinerseits überflüßig.
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Hermann, der deutsche Volkswächter in Rheinland-Westfalen welcher jüngsthin auch für Köln ein specifisches Interesse erhalten, empfiehlt sich seinen zahlreichen Lesern auch für das Kriegsjahr 1849. — Erscheint wöchentlich dreimal. 1/4 jährl. Preis auf allen Posten 26 1/4 Sgr. Inserate per Zeile 1 Sgr.
Die Expedition in Hamm.
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Köln-Mindener Eisenbahn.
Mit Bezug auf unsere Bekanntmachung vom 23. d. M. die Zustellung und Abholung der Güter in Köln während der Zeit, wo die Brücke zwischen Köln und Deutz abgefahren ist, betreffend, bringen wir hierdurch zur Kenntniß des Publikums, daß wir denjenigen Güter-Versendern und Empfängern in Köln, welche Güter 3ter Klasse in Deutz selbst anfahren und abholen wollen, und sich dieserhalb an die Güter-Expedition zu Deutz wenden, für die Anführ so wie für die Abholung:
a) wenn sie während der Zeit, wo die Brücke zwischen Köln und Deutz abgefahren ist, mindestens 500 Centner selbst anfahren und abholen, eine Bonifikatinn von Einem Sgr. pro Centner;
b) wenn während der gedachten Zeit das selbst angefahrene und abgeholte Quantum weniger als 500 Centner beträgt, eine Bonifikation von 9 Pfennigen pro Centner gewähren und seiner Zeit durch unsere Hauptkasse zahlen lassen werden.
Köln, den 27. Dez. 1848
Die Direktion.
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Niederländische Dampfschifffahrts-Gesellschaft.
Abfahrten von Köln vom 1. Nov. ab. Um 5 Uhr Morgens über NYMEGEN nach Rotterdam, jeden Sonntag, Montag, Mittwoch und Freitag.
Um 1 Uhr nach Mitternacht nach MANNHEIM, jeden Montag, Mittwoch, Donnerstag und Samstag.
Von ROTTERDAM nach LONDON fährt der „Batavier“ jeden Dienstag (in direktem Anschluss an das Sonntags von Köln fahrende Dampfboot).
Die Personenfahrgelder für alle Stationen sind um Bedeutendes ermässigt.
Nähere Auskunft für Passagiere und Güter ertheilt die Haupt-Agentur Friedrich-Wilhelmstrasse Nr. 4.
Köln, 1. November 1848.
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Am Sylvester Abend findet im Casino HOTEL DE LOELL das große Schellfischessen statt. Nur wirkliche Mitglieder haben Zutritt, und ist weder der Regierungs-Präsident von Düsseldorf noch der Kommunist Drigalski eingeladen.
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Ausgezeichnete Punsch-Essenz, Rum, die große Flasche 17 1/2 Sgr. Die halbe 9 Sgr. Arrac die große Flasche 22 1/2 Sgr. Die halbe 11 1/2 Sgr. bei G. Tonger, Pauluswache.
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25 jähr. Kornbrantwein.
Sternengasse Nr. 9 & 11.
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Tapeten und Borden eigener Fabrik, empfiehlt zu billigen Preisen Pet. Jos. Krebs, Apernstraße Nro. 20-22.
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Für Herren neueste französische und englische Kragen sind Obenmarspforten Nro. 42 zu haben.
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Herrenkleider werden gewaschen und reparirt, Herzogstraße Nr. 11.
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Mehrere gute Klaviere, billig bei G. Tonger.
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Große Auswahl von vorzüglichen Stahlfedern, zu äußerst billigen Preisen, bei G. Tonger, Pauluswache.
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Abonnement auf die Neue Bonner Zeitung.
Dieses Blatt, welches die Partei der socialen Demokratie vertritt, erscheint unter Redaktion des Professor Kinkel täglich mit Ausnahme des Montags, und bringt, außer den neusten politischen Nachrichten und deren Besprechung in allgemein verständlichem Tone namentlich Berichte über den Stand der Demokratie im westlichen Deutschland, so wie über alles städtische, ferner ein Feuilleton mit zeitgemäßen Gedichten, Erzählungen und Aufsätzen, und ein Sonntagsblatt für Besprechung der socialen Fragen unter dem Titel:
„Spartacus.“
Das Blatt wird täglich mit den Abendposten versandt. Preis 1 Thaler das Quartal, auf den preußischen Postämtern 1 1/4 Thaler. Der „Spartacus“ allein bezogen durch Post 12 1/2 Sgr., Porto eingeschlossen.
Die Expedition der „N. Bonner Ztg.“
W. Sulzbachs Buchhandlung.
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Bürger- u. Handwerker-Gesang-Verein.
Versammlung heute Nachmittags 2 Uhr, Mühlengasse Nr. 1. pr. Direktion:
W. Herx, Lehrer.
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Frau C****, geborne L***. Ist es anständig, daß Sie die erste Rangloge im Theater besuchen, während Ihr Mann im Fallitzustande ist?
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ENGLISCHER HOF in Cöln.
Casinostrasse Nr. 1.
Empfiehlt einem reisenden Publikum auf's Angelegentlichste.
Herm. Jos. Thibus.
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„Zur deutschen Fahne“ Höhle Nr. 15, wird außer Bairisch und Kölner-Bier ein guter Wein die Flasche zu 3, 6 und 10 Sgr., so wie gutes Mittagessen zu 4 Sgr. eine Treppe hoch im Speisezimmer Portionen zu 2 1/2 Sgr. verabreicht, sodann können auch noch einige Einsätze für Mittagessen gut und billig bedient werden.
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Ein Blasbalg nebst Ambos billig zu verkaufen. Gereonsmühlengasse Nr. 17.
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Warnung!
Beim Jahresschluß ersucht ein Freund der gesetzlichen Ordnung in Erwägung der Schandtendenz des „Wächters am Rhein“, und der am 5. Dez. d. J. erlassenen Verfassung uns Preußen den Wächter am Rhein nicht mehr zu halten.
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Ein mittelmäßiges für ein Detailgeschäft geeignetes Haus oder Uuterhaus mit einigen Zimmern, wird um es Anfangs März zu beziehen, auf mehrere Jahre zu miethen gesucht; deßfallsige die Angabe des Miethpreises enthaltende und mit A. Nr. 3 bez. Anerbietungen beliebe man abzugeben bei der Exp. d B.
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Feinster Punschsyrup bei Franz Jos. Daniels, Hochstraße Nr. 82.
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Wein-Verkauf außer dem Hause.
Reingehaltener Moselwein per Quart 2 und 2 1/2 Sgr.
Johannisstraße Nr. 48.
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Tanz-Gesellschafts-Kränzchen.
Sylvester- und Neujahrstag.
Cäcilienstraße Nro. 40-42.
Anfang 4 Uhr.
Ende 1 Uhr Nachts. — Entree für Herren 5 Sgr.
C. A. Gerstel, Lehrer der höhern Tanzkunst.
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Tanzmusik.
Am Sonntag den 31. d. M. und Montag den 1. Januar k. J. Anfang 5 Uhr. Entree frei, bei Louis Kertell, zum Reichsverweser, große Neugasse Nr. 36.
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Der Gerant: Korff.
Druck von J. W. Dietz, unter Hutmacher 17.