[0995]
Beilage zu Nr. 184 der Neuen Rheinischen Zeitung.
Organ der Demokratie.
Montag 1. Januar 1849.
[Großbritannien]
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[Fortsetzung] schreiber und Berichterstatter in poetische Begeisterung. Fremont sagt z. B.:
„Die Bai von San Francisco ist seit den Zeiten ihrer ersten Entdeckung berühmt gewesen, als eine der schönsten der Welt, und sie verdient diesen Ruf vollkommen, wenn man sie auch nur aus dem Seemanns-Gesichtspunkte als Hafen betrachtet. Wenn man aber alle ihre übrigen Vorzüge erwägt; die Fruchtbarkeit und malerische Schönheit der umliegenden Gegenden, ihre Milde und Gesundheit des Klima's, ihre Verbindung mit den großen Binnenthälern des Sacramento und San Joaquin, ihren außerordentlichen Reichthum an Schiffsbauholz, Korn und Vieh, wenn man weiterhin ihre geographische Lage in der Verbindungslinie mit Asien erwägt, so steigt sie zu einer Bedeutung, welche sehr weit über die eines bloßen Hafens hinausliegt, und verdient eine ganz vorzügliche Beachtung in einem Berichte über die natürliche Beschaffenheit und den Werth Kaliforniens. Ihr Breitegrad ist der von Lissabon, ihr Klima das des südlichen Italiens; Ansiedlungen längs ihrer Küste seit mehr als 50 Jahren bezeugen die Zuträglichkeit ihres Klima's für die Gesundheit, kühne Umrisse der Küsten und Berge geben ihr einen landschaftlich großartigen Charakter und die Ausdehnung und Fruchtbarkeit der umliegenden und zu ihren Flußgebiete gehörenden Landstriche geben ihm die größten Ressourcen für Ackerbau, Handel und Bevölkerung.“
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[ 68 ] London, 29. Dez.
Die Times gibt heute einen längern leitenden Artikel über eine neue Schnellpresse, die bei dem Druck der Zeitung das unglaubliche zu leisten scheint. Augustus Applegarth von Dartford war der Erfinder der Maschinen, mit denen die Times seit 1827 gedruckt wurde, und man hielt es bisher für unmöglich, noch Verbesserungen dabei anzabringen. Applegarth selbst hat indeß eine neue Erfindung gemacht, welche seit dem 3. Oktbr. von der Times benutzt und als durchaus zuverläßig befunden wird. Mit dieser Maschine werden jetzt in Zeit von einer Minute 140 Abdrücke der Times zu Stande gebracht, was wahrhaft fabelhaft erscheint. Durch allerlei Verbesserungen denkt man die Sache noch so weit zu bringen, daß man 12,000 Abdrücke in der Stunde erhält.
Die alte Unsitte der Begräbnisse innerhalb der Stadt, wird abermals von verschiedenen Seiten zur Sprache gebracht. Im verflossenen Jahre beerdigte man z. B. 13,000 Personen in London, und zwar auf Kirchhöfen, die mitten zwischen den Wohnungen der Lebendigen und oft neben den belebtesten Straßen liegen. Die meisten Doktoren stimmen darin überein, daß der Gesundheit dadurch der traurigste Nachtheil erwächst und so sehr sich die Pietät mancher Familien dagegen wehrt, die Gräber ihrer Angehörigen mit der Zeit aus ihrer Mitte verdrängt zu sehen, so wird doch wohl der praktische, gute Sinn der Engländer zuletzt über diese Schwierigkeiten siegen und einem Mißbrauche ein Ende machen, der leider schon zu lange geduldet wurde.
— Die Nachrichten vom Kap der guten Hoffnung reichen bis zum 29. Oktbr. Sir Harry Smith hatte so ziemlich alle Streitigkeiten zwischen den Boers und den britischen Kolonisten geschlichtet und beschäftigte sich jetzt mit allerlei gesetzlichen Maßregeln.
Belgien.
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[ 74 ] Brüssel, 30. Decbr.
Wenn man von England spricht, so kann man doch wenigstens Irland vergessen, aber von Belgien ist es unmöglich zu sprechen, ohne auf die jämmerliche Lage Flanderns zurückzukommen. Die ganze Geschichte Belgiens dreht sich um die Geschichte seines Irlands.
Man denke sich zwei der blühendsten Provinzen, die in aller Stille, in aller Gemüthlichkeit, von Rechtswegen auf konstitutionellem Wege verhungern! Der gesetzliche Weg, die konstitutionelle Entwicklung des Rechtsbodens hat die armen Flamänder dermaßen zu Boden geschlagen, daß sie aller revolutionären Energie beraubt, sich gesetzlich und mit Resignation sterben lassen. Die Bessern von ihnen schleppen sich in den schlimmen Wintern nach Brüssel, wo sie auf den Knieen herumfahren, um Hülfe flehen. Aber in der letzten Zeit hat Brüssel ihnen die Thore verschlossen, und da haben sie sich nach Frankreich gewendet, um dort die Früchte des ausgebildetsten Elends zur Schau zu tragen.
In Frankreich kann kein Flandern aufkommen, und ehe sie sich auf gesetzlichem Wege so verkommen lassen, wie die Flamänder, widersetzen sie sich dem Gesetze. Ist das Gesetz stärker als sie, d. h. geht das Widersetzen bloß von einzelnen aus, so siegt das Gesetz und die Leute werden eingesperrt, wie Verbrecher; im umgekehrten Falle wird das Gesetz und seine Vertheidiger eingesperrt. Nun denke man sich Bande von unglücklichen Flamändern, die sich den Franzosen vorstellen mit allen Gräueln des Elends, und die das Mitleid der Franzosen in Anspruch nehmen wollen. Von einer widerwärtigern Seite kann sich ihnen Belgien nicht vorstellen. „Trotz ihres herzlichen Einverständnisses“ fühlen sie statt Barmherzigkeit Haß gegen den Coburger Leopold und seinen Musterstaat. Die Banden von Bettlern werden getreu dem belgischen Staate wieder ausgeliefert, und nach Flandern, den Kirchhof Belgiens, zurückgeführt.
Die Franzosen betrachten Belgien als einen Staat, der ihnen sein Dasein verdankt, und mit Recht. Der Coburger Leopold, der nach der Februar-Revolution der belgischen Kammer sagen ließ: wenn man glaube, daß er überflüssig sei, so wolle er gehn, von wo er gekommen, ist in Brüssel geblieben. Die Franzosen hätten ihnen beinahe vergessen, wenn sie nicht kürzlich wieder eben durch das Erscheinen der flamändischen Bettler an die Anwesenheit des Coburgers und den belgischen Musterstaat erinnert würden. Die belgische Regierung ihrerseits, an deren Spitze der Auswurf Frankreich's und Deutschland's steht, wendet seine Blicke nach demjenigen Staate, der seine Muster-Constitution zum Vorbilde genommen hat. Der König Leopold hat sich bereits zum Gensdarmen des preußischen und östreichischen Gesandten gemacht. Er weist mit unerbittlicher Strenge aus seinem neutralen Staate alle Flüchtlinge aus, die ihm von Preußen und Oestreich aufgegeben werden. Eine bessere Rolle konnte dem Coburger nicht anheimfallen. Die belgischen Demokraten dagegen haben ihre Blicke nach Frankreich gerichtet, und die bevorstehende Katastrophe in Frankreich wird jedenfalls einen mächtigen Wiederhall finden in den wallonischen Provinzen.
Ungarn.
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[ 68 ] Pesth, 20. Dezbr.
Die provisorische Regierung Ungarns hat ein provisorisches Reichssiegel ohne Krone verfertigen lassen. Hier arbeitet die ganze männliche Bevölkerung an den Verschanzungen schon seit November. Jeder Arbeiter erhält täglich 30 kr C. M. Die zum Dienste der Volkssache brauchbaren Privatfabriken wurden entweder völlig oder zeitweise für den Staat übernommen und den Eigenthümern Entschädigung geleistet. So arbeitet die Garser Tuchfabrik unausgesetzt für Bekleidung unseres Heeres. Die hiesige Waffenfabrik wurde ebenfalls zum Bundeseigenthum erkauft. Kossuth verlangte schon unterm 17. Novbr., daß
1) „die Obrigkeiten der Städte Budapest, Gran, Komorn, Raab, Preßburg, Oedenburg, Fünfkirchen, Weißenburg, Maria-Theresiopel, Szegedin, Arad, Gyöngyös, Erlau und Ketskemet die Liste aller in ihrem Weichbilde befindlichen Büchsenmacher und Lehrlinge höchstens binnen einer Woche ihm einlieferen;
2) die Direktoren der Staats-Eisen- und Maschinenfabriken, so wie überhaupt alle Staatsgrubenoffiziere gleichfalls binnen acht Tagen ein Namensverzeichniß jener Gruben- und Fabriksarbeiter einsenden, die bei der Waffenfabrikation zu verwenden sind, nebst Bezeichnung der Arbeit, zu der sie sich vorzugsweise eignen würden;
3) wurde außerdem bekannt gegeben, daß bei der Landes-Waffenfabrikation was immer für sachverständige Arbeiter gegen ordentliches Salär feste Anstellungen erhalten können, und später aller jener Wohlthaten werden theilhaftig werden, die vorschriftsmäßig für die Diener des Staates d[a]stehen. Sollten die Büchsenmacher sich nicht freiwillig diesem Dienste widmen, so würde die Beanspruchnahme der Arbeiter im Wege des strengsten Befehles nicht ausbleiben
Wenn die österreichischen Standrechtsblätter davon fabeln, daß hier Muthlosigkeit und Verwirrung eingetreten, so betrachten Sie das geradezu als abscheuliche Lüge. — Das neu emittirte Papiergeld behauptet seinen Werth, trotzdem daß jetzt täglich auf 7 Pressen 350,000 Expl. fabrizirt werden.
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[ 68 ] Kronstadt, 9. Dezbr.
In Obertömös ist eine Abtheilung Kosaken mit einem Hetmann eingetroffen. 10,000 Mann russischer Truppen stehen unweit unserer Gränze. — Gestern wurde die ganze Stadt dadurch alarmirt, daß sich ein Haufe Szekler in drei Kolonnen bis an den Tömös gezogen hatte. Er besann sich jedoch und machte rechtsum.
Amerika.
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[ 68 ] Liverpool, 28. Debr.
Der Dämpfer „Britannia“ traf heute mit Nachrichten aus New-York vom 12. d. hier ein.
Politik und Alles andere verschwindet und löst sich auf vor dem Interesse, welches die Nachrichten aus Californien erregen. Ueber ihnen vergißt man Washington und den Congreß, Taylor und Tarif. Der einzige Gegenstand der Unterhaltung ist, wie man am schnellsten nach den Goldminen Californiens gelangen kann. Jede Grog-Kneipe besitzt ihren „Californischen Club.“ Man kündigt ganze Flotten an, die nach jenem Paradiese abgehen sollen. Unter Trompetenschall rufen Industrieritter auf den Straßen ihre: „Goldkratzer“, „Goldscharrer“, „Goldprüfer“, „Goldraffineurs“ und ähnliche Werkzeuge aus. Man sagt, daß blos in New-York sich 20,000 Personen zur Abreise nach Californien, das blos 2000 Meilen entfernt ist, anschicken. Der Wege sind drei: 1) ums Cap Horn (verteufelt langweilig), 2) über die Landenge von Panama, und 3) der zu Lande über Santa Fe. Zu Washington liegen jetzt im Hause des Präsidenten Probestücke von dem aus Californien an das Kriegsministerium eingesandten Golde zur Ansicht auf. Der Handelswerth derselben beträgt 4000 Doll. geognostisch sind sie aber von unschätzbarem Werth, da sie beweisen, daß in den Bergen der Sierra Nevada eine unerschöpfliche Goldniederlage existirt. Diese Probestücke sind theils schuppen-, theils körnerförmig, theils aus Goldstaub bestehend. Es gibt Klumpen reinen Goldes, während andere mit Quarz gemengt sind. — Die Ausfuhr der Brodstoffe während des vorigen Fiskaljahres aus der Union betrug 37 Mill. Dollars. Die Kaufmannschaft von New-York bezahlte an Zöllen vom 1. Januar 47 bis 30 Novbr. 48 nicht weniger als 36 Mill. — Aus Mexico wenig Neues. In Cohahuila Aufstand der Indianer. Paredes treibt sich noch im Lande herum. Der mexikanische Kongreß hat beschlossen, daß die stehende Armee künftig nicht mehr als 10,000 M. betragen soll Seine Arbeiten waren übrigens beendigt. — In der Republik Costa Rica ist unter den Indianern eine Insurrektion ausgebrochen und Nicaragua hat an Costa Rica Krieg erklärt. In Yucatan erlitten die Indianer mehrfache Verluste.
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Philadelphia, 4. Dez.
Der verflossene Monat, in welchem der neue Präsident und die Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten für die nächsten 4 Jahre gewählt wurden, ist nicht ohne einige Stürme vorüber gegangen. Namentlich haben die Demonstrationen, welche die beiden einander gegenüberstehenden großen Parteien, die Whigs und Demokraten üblicher Weise gemacht haben, zu Raufereien Veranlassung gegeben.
Hier haben diese Straßengefechte bei den beiden großen Fackelzügen, welche Whigs und Demokraten veranstaltet hatten und an deren jedem etwa 15,000-20,000 Menschen zu Pferde und zu Fuß Theil nahmen, tragische Scenen, in denen drei Menschen getödtet und mehrere verwundet wurden, zur Folge gehabt; dennoch war zur Wiederherstellung der Ruhe nicht einmal das Einschreiten der Polizei nothwendig, indem das Volk selbst die Ruhestörer zur Haft brachte. General Taylor, obgleich der populärste Mann in den Vereinigten Staaten, hat dennoch nur dadurch seine Wahl durchsetzen können, daß er erklärte, er wolle nicht der Exponent von Parteigrundsätzen, sondern der Präsident des Volkes sein. Obgleich die Whigpartei unermeßliche Summen, namentlich in Pennsylvanien, welches offenbar den Ausschlag gegeben, verwendet hat, um den von ihr aufgestellten Kandidaten durchzusetzen, ist General Taylor doch nur ein Minoritätspräsident, denn während er in den dreißig Staaten 1,185,003 Stimmen erhalten hat, sind den beiden demokratischen Kandidaten General. Caß 1,041,498 und van Buren 200,541 Stimmen zu Theil geworden, so daß der erste zwar eine Majorität über Caß von 101,000 St., aber eine Minorität von 118,036 St. der Demokratie gegenüber hat. Bekanntlich werden die Präsidenten durch die Elektoralstimmen der verschiedenen Staaten gewählt, deren 296 St. sind, so daß die erforderliche Majorität 146 ist. Taylor hat in 15 Staaten 163 St. und Caß in den übrigen 15 Staaten 127 Stimmen erhalten. Pennsylvanien und Neuyork haben wie immer den Ausschlag gegeben.
Die Vereinigten Staaten eilen mit Riesenschritten ihrer Entwicklung entgegen. Folgende Zahlen, die offiziell sind, mögen diese Behauptung belegen. Die Zahl der Einwohner übersteigt, mit Einschluß der neuen Territorien, 21,500,000; es existiren in der Union 778 Banken, deren Kapital 210,000,000 Dollare und die Circulation der Noten 125,000,000 bei 50,000,000 Dollaren baaren Geldes, Barren und Treasurynoten beträgt. In der Union sind 6103 englische Meilen Eisenbahnen fertig und im Gebrauche, von denen allein 4600 Meilen auf Neu-England-Staaten kommen. Die Kosten dieser Bahnen, welche jedoch sämmtlich viel schlechter gebaut sind, als die europäischen, belaufen sich auf 225 Millionen Dollare. 1829 wurde die erste Eisenbahn gebaut und jetzt sind noch 2000 Meil. projektirt 1790 betrug die Zahl der Postanstalten 75, die Ausdehnung der Postrouten 1875 M. Die Einnahme des Postdeparlements 37,935, die Ausgabe 32,140 Dollare. 1847 war die Zahl der Postanstalten 15,146, die Ausdehnung der Postrouten 152,818 Meilen, die Einnahmen 955,893, die Ausgaben 1,979,570 Dollare. Diese Zahlen deuten das Wachsthum an Bevölkerung, Geschäften, Intelligenz und Bildung an. — Heute wird in Washington die zweite Sitzung des dreißigsten Kongresses eröffnet; es ist derselbe für den Senat aus 35 Demokraten, 21 Whigs und zwei Freiboden-Männern zusammensetzt, für das Repräsentantenhaus aus 111 Demokraten, 110 Whigs, 5 Freiboden-Männern und einem Nativen.
[Redakteur en chef: Karl Marx. ]
[Leserbrief]
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@facs0995
Die demokratische Gesellschaft in Köln hat in ihrer Sitzung vom 29. December 1848 beschlossen:
Die Schritte, welche der Kassationshof gegen den Abgeordneten Esser, das geh Obertribunal gegen Waldeck, das O.L.-Gericht zu Bromberg gegen Gierke, das O.-L-Gericht zu Ratibor gegen Kirchmann, das O.-L.-G. zu Münster gegen Temme gethan, haben uns mit tiefer Entrüstung erfüllt. Wir erkennen hierin nur einen beklagenswerthen Angriff gegen den Abgeordneten und den unabhängigen Richterstand, einen politischen Gewissenszwang, der nicht minder verdammenswerth ist wie der religiöse. Da das Auftreten dieser Männer als Abgeordnete unsere volle Anerkennung fand, so halten wir uns jetzt verpflichtet, denselben, denen die pflichtmäßige freie Aeußerung und Vertretung ihrer Ueberzeugung zum Verbrechen gemacht werden soll, unsere innigste Theilnahme auszusprechen und es laut zu wiederholen:
Die Bürger Esser, Waldeck, Gierke, Kirchmann und Temme, haben sich um das Vaterland wohl verdient gemacht.
Im Namen von 3200 Mitgliedern: Der Ausschuß der demokratischen Gesellschaft in Köln.
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@facs0995
Offenes Sendschreiben
des demokratischen Vereins zu Ratingen an die Herren Waldeck, Temme, Esser, v. Kirchmann und Gierke.
Mit Befremden haben die Unterzeichneten die Ihnen wegen Ihrer Thätigkeit als Mitglieder der preußischen Nationalversammlung von Ihren Gerichtshöfen zugefertigten Schreiben gelesen. Nach der von Ihnen auf das klarste nachgewiesenen Nichtbefugniß jener Gerichtshöfe zu derartigen Schritten und Ihrer entschiedenen Zurückweisung der an Sie gestellten Forderungen würde eine nochmalige Besprechung dieser Verhältnisse nur dazu beitragen, den tiefen Eindruck, welchen Ihre meisterhafte Darstellung hervorgerufen, zu schwächen. Wir beschränken uns daher darauf, Ihnen für Ihre würdige Haltung, unsere Anerkennung auszusprechen, und Sie zu versichern, daß wenn durch die letzten Vorgänge das Vertrauen zum preußischen Richterstande gefährdet worden ist, wir Ihnen dieserhalb nie eine Schuld beilegen werden.
Ratingen, den 29. Dez. 1848.
(Folgen die Unterschriften.)
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@facs0995
Darmstadt, 26. Dezember.
So eben lese ich in der Kölnischen Zeitung die Procedur gegen die Bürger Anneke, Gottschalk und Esser, zu welcher ich durch den Oberprokurator Zweiffel als Zeuge geladen war und finde zu meinem größten Erstaunen, daß meinem Nichterscheinen die nichtigsten Gründe untergeschoben sind, wodurch es leicht den Anschein gewinnen könnte, als habe ich aus Feigheit vor der gewaltigen Polizei oder gar aus Gleichgültigkeit gegen das Schicksal der Angeklagten, der Vorladung nicht Folge geleistet.
In der Procedur heißt es: „Der Zeuge, Bauschreiner (soll heißen Bauschreiber) M. J. Becker, hat, durch Requisition in Darmstadt geladen, erklärt, daß er sich nicht für verpflichtet halte, in der heutigen Sitzung zu erscheinen“
Zur Bekundung des Sachverhalts lasse ich hier meinen in Folge der Vorladung an Hrn. Zweiffel gerichteten Brief wörtlich folgen:
„An den Hrn. Oberprokurator Zweiffel in Köln!
„Unterm heutigen Datum erhielt ich durch einen hiesigen (hessendarmstädtischen) Polizei-Offizianten eine Vorladung zur Erscheinung vor dem am 21 d. M. in Köln abzuhaltenden Assissengerichte, um als Zeuge in der Untersuchung gegen die Herren G. und A. vernommen zu werden, welche wegen versuchten Umsturzes der „bestehenden Verfassung“ angeklagt sind. So gern ich auch durch meine Aussagen als Zeuge zur Darlegung der Unschuld der Angeklagten mein Möglichstes beitragen möchte, muß ich doch leider bedauern, unter meinen jetzigen Verhältnissen der Vorladung nicht genügen zu können, weil die beträchtliche Entfernung mich zu lange aus meinen Dienstgeschäften herausreißen würde, und mir auch zur Bestreitung der Reisekosten die erforderlichen Vorlagen fehlen; auf dergleichen Umstände bin ich genöthigt, bedeutende Rücksichten zu nehmen, obschon die löbl. Behörden solche Fälle nicht vorzusehen pflegen.
„Gerne bin ich aber bereit, mich hier am Orte in der bezeichneten Angelegenheit vernehmen zu lassen und sollte es mir doppeltes Vergnügen machen, die Freisprechung der Herren G. und A. bewirkt und gleichzeitig dem ohnehin sehr bedrängten preußischen Staate meine Reisekosten erspart zu haben.
„Darmstadt, den 15. Dezember 1848.
M. J. Becker.“
Handelsnachrichten.
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[Anzeigen]
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Rheinhöhe.
Am 31. Dezember 1848 6′ 2″.
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Brodpreis der Stadt Köln.
Vom 31. Dez. 1848 bis 6. Jan. 1849.
Ein Schwarzbrod von 8 Pfd. soll kosten 4 Sgr. 7 Pf.
Köln, 31 Dez. 1848.
Der interimistische Polizei-Direktor, Geiger.
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Bekanntmachung.
Die städtische Speiseanstalt in der Kreuzgasse hierselbst wird am 3. Januar k. J. eingehen. Dagegen soll in dem Hause der Armen-Verwaltung (Cäcilienstraße Nro. 28) vom 1. Januar k. J. ab, bis zum Ablauf der Wintermonate den unbemittelten Bürgern von Morgens 10 bis Nachmittags 6 Uhr Suppe gegen Vergütung von 8 Pfenningen per Quart, verabreicht werden.
Köln, 28. Dezember 1848.
Das kön. Oberbürgermeister-Amt.
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Holzverkäufe in der Oberförsterei Gerresheim.
Dienstag den 2. Januar k. J., Nachmittags um 3 Uhr, zu Benrath bei Gastwirth Peter Baljo, aus dem königlichen Benratherforst:
1) 37 Haufen Kiefern Reidelholz, 200 Stück ditto Recken, 17 Haufen Reiserabfall und beiläufig 1000 Bithnenstangen und dergleichen an der Flachsrost.
2) 14 Klafter Haimbuchen-Derbholz und 1000 ditto Schanzen im Zuschlag an Paulsmühl.
Mittwoch den 3. Januar k. J., Morgens um 10 Uhr, zu Eller bei Hrn. Ortsvorsteher Richartz, aus der Försterei Eller:
1) 22 1/2 Klafter Erlenholz für Klumpenmacher, 21 Klafter ditto Knüppelholz, 15 1/2 Klafter Eichen-Knüppelholz und 3200 Stück Erlen, Hainbuchen und Eichenschanzen aus dem Schlag Reisholzerhau.
2) 9 Buchen-Nutzholzblöche, 20 Klafter ditto Scheitholz, 3 Klafter Eichen-Knüppelholz und 1200 Buchen Schanzen aus dem Schlag Forsthülsen.
Donnerstag den 4. Januar k. J., Morgens 10 Uhr, zu Kreuzweg in der Gemeinde Rath, bei Schenkwirth Friedrich Tack, aus der Försterei Grafenberg:
1) Im Distrikt Bauernhauserkopf:
100 Klafter Buchen, Scheit- und Knüppelholz. 4100 ditto Schanzen und 8 Eichen Nutzholzblöche.
2) Im Distrikt Hülsenberg: 15 Buchen-Nutzholzblö[ch]e, 33 Klafter ditto Scheitholz und 1900 ditto Schanzen.
Freitag den 5. Januar k. J., Morgens 10 Uhr, zu Lintorf bei Gastwirth Friedrich Holzschneider, aus der Försterei Lintorf:
1) Im Henkesforst: 77 Stück stärkere und 40 Stück geringere Erlen-Nutzhölzer, 200 ditto Latten und Recken, 120 ditto Knüppelklafter und 6500 ditto Schanzen; ferner 700 Kiefern-Stangen zu Latten und Recken und 25 Haufen ditto Reiser-Abfall.
2) In der Drucht: 38 Stück Erlen-Nutzhölzer und 15 Klafter ditto Brennholz.
3) Im Dipt: 104 Klafter Hainbuchen-, Brenn- und Kohlholz, 4 Klafter ditto Hamspähne und 1 Buchen-Nutzholzstück und
4) Am Sandbrinkel: 44 Klafter Hainbuchen-, Brenn- und Kohlholz.
Die Zahlung der Kaufschillinge vor der Abfuhr des Holzes wird ausbedungen und ist das Nähere bei den Lokalförstern Däke, Rottländer, Knittel und Brinner zu erfragen.
Benrath, den 26. Dezember 1848.
Der Oberförster, Fritze.
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@facs0996
Holzverkauf.
Am Mittwoch den 3. Januar kommenden Jahres, des Morgens um 9 Uhr anfangend, werden auf dem Gute Hangen bei Freren, in der Grafschaft Lingen, einige hundert Nummern Eichen und Buchen, zu Schiff-, Bau- und Brennholz tauglich, auf dem Stamme meistbietend verkauft werden. Kauf-Liebhaber werden eingeladen, sich des Morgens um 9 Uhr auf dem Gute Hangen einzufinden.
Haus Hangen, den 18. Dezember 1848.
Joseph Frhr. v. Ascheberg.
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Mühlen-Versteigerung.
Am Donnerstag den 18. Januar nächsthin, Morgens um 10 Uhr, wird Herr Mühlenbesitzer Keuffer zu Saarburg seine oberhalb Trassem an dem wasserreichen Leuckbache gelegene, sogenannte „oberste Neumühle“, welche zwei Mahlgänge und einen Oelgang enthält, sammt Scheune, Stallung und den um dieselbe befindlichen Wiesen, Gärten und Ackerländereien, das Ganze einen Flächenraum von 31 Morgen 150 Ruthen umfassend, gegen einen fünfjährigen Zahlungs-Ausstand in dieser Mühle selbst öffentlich versteigern.
Trier, den 18. Dezember 1848.
Der Notar, Funck.
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Frischer Honig per Pfund 4 Sgr. in Partieen billiger, zu haben Severinstraße Nr. 156.
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Gute Cigarren, ordinär, die jedoch in jeder Gesellschaft geraucht werden können, per Stück nur 2 Pfge., 250 1 Thlr., bei G. Tonger, Pauluswache.
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@facs0996
Futter gegen Mäuse, Ratten, Schwaben und Motten. Thurnmarkt Nr. 39.
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@facs0996
Der Rhein.
Unter diesem Titel wird der seit 1842 zu Colmar erscheinende „Elsässer Kurier“ nach Neujahr 1849 mit Ausnahme des Montags täglich erscheinen.
Er wird in französischer und deutscher Sprache die Prinzipien und Interessen der demokratischen Republik zunächst innerhalb des Gebiets der Alpen, Vogesen und des Schwarzwalds (französisches, baierisches und badisches Rheinufer und allemanische Schweiz) zu wahren und zu verbreiten suchen.
Abonnementspreis für das Quartal 8 Franken in Colmar, mit verhältnißmäßigem Postaufschlag.
Colmar, den 22. Dez. 1848.
Expedition des Elsässer Kuriers.
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@facs0996
Ankündigung.
Unter dem Titel: Westfälische „Volkshalle.“
Erscheint vom 1. Januar 1849 an zu Münster eine neue tägliche politische Zeitung.
Da in der Hauptstadt unserer Provinz ein tüchtiges tägliches Blatt, welches den Sinn für Recht und Wahrheit zu kräftigen und die ungetrübte Herrschaft des lautern Gesammtwillens des Volks zu fördern unternehme, längst dringend gefühltes Bedürfniß war, so bildete sich zu dem Ende ein Verein zur Gründung obiger Zeitung auf Aktien.
Dieselbe wird neben den allgemeinen politischen Interessen den provinziellen Verhältnissen des Ackerbaues, der Gewerbe und des Handels und vor Allem den bevorstehenden Wahlangelegenheiten eine besondere Rücksicht schenken.
Der vierteljährige Preis der 6 mal wöchentlich erscheinenden Zeitung ist für Münster 20 Sgr., außerhalb Münster mit Einschluß des Porto's 25 Sgr., und werden Bestellungen darauf bei allen Postämtern, so wie in der Expedition der Zeitung: Fr. Wundermann'sche Buchhandlung in Münster angenommen.
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@facs0996
Rosenfarbenes Blau-Montags-Kränzchen.
Bei Hrn. W. Lölgen, Hochpforte Nr. 8. Heute Montag den 1. Januar 1849.
Abends 6 Uhr.
Erste General-Versammlung.
Motto:
Borgen ist Grundgesetz der Natur. Der Fluß borgt den Bachen, und das Meer borgt von den Flüssen. Der Mond borgt sein Licht von der Sonne und die Nacht borgt ihr Licht von dem Monde. Der erste Mann ist von der Erde, und das erste Weib aus der Seite des ersten Mannes geborgt. So beruht die ganze Natur auf wechselseitigem Kredit. Waurm sollte also ein Finanzminister nicht den Kredit in Anspruch nehmen? Wenn der mächtige Ozean sich nicht schämt, von den Flüssen zu borgen, warum sollte eine Excellenz sich schämen von treuen Unterthanen zu borgen? — Bezahlt der lichtarme Mond das erborgte Licht zurück? — niemals. Das wäre unnatürlich, wiedersinnig. — Was thut der Strom, wenn er zu viel von Bächen und Flüssen geborgt? — Er reißt aus und strömt zur See — heilige Natur! Du giebst mir den Wink: Ich will ausreißen und See handeln.
Aus dem Monolog eines Finanzministers.
Wir Hanswurst der 26. von Carnevals Gnaden. König des Narrenreiches etc. etc. verordnen nach Anhörung unseres getreuen Staatsministeriums was folgt:
Wir erfüllen hiermit unsere landesväterliche Pflicht, Euch, geliebte Unterthanen unseres närrischen Reiches über die heilige Pflicht des Bezahlens aufzuklären.
Was sollt ihr bezahlen?
Für die deutsche Flotte. — Ein Spottgeld. Nur zu Eurem Vergnügen berechnet; denn kennt ihr Krämerseelen etwas sußeres als flott bezahlen.
Für Frankfurt. — Eine Kleinigkeit! — Ein wahres Lumpengeld. — Ihr sagt: Grunzen, Pfeifen, Zischen, Stampfen, Scharren sind dort an der Tagesordnung. Müssen denn diese Thierstimmen sich nicht geltend machen, da der königliche Leue stets sein edles Maul hält.
Für das Heer. Wie dumm, daß ihr auf dessen Abschaffung dringt, jetzt, wo man statt der Demokraten, welche schreien: „Der Freiheit eine Gasse“ bemüht ist, ihnen passende Gesellschaft zu verschaffen. Die Flohgasse wird ausgebessert.
Zur Hebung des Handels. — Ihr klagt, daß der Handel darnieder liegt? — Ist in der letzten Zeit nicht genug Deutsches verhandelt worden?
Für den Handwerkerstand Ihr klagt, daß die Fabrikation stockt? Ist das ein Wunder; wo der siebente Junge nicht einmal mehr dafür bezahlt wird, daß er einen erhabenen Namen trägt.
Für das rosenfarbene Blau-Montags-Kränzchen um stimmberechtigter Urwähler zu werden. Wir erwarten Euch punkto 6 Uhr, um Euch zu sagen: Glöcksillig Neujohr!
Hanswurst.
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Herr Ober-Bürgermeister Gräff!
Unser Mitbürger Schlechter hat Ihnen das nicht gesagt, was andere in demselben Blatt, Ihnen 3 Nummern hintereinander sagten, davon schweigen Sie weislich — . — . — . Schlechter hat Ihnen nicht Lügner genannt — sondern blos gesagt, Sie könnten zu Ihm kommen um zu sehen wer Lügner sei. — Schlechter in seinem Recht, war etwas zu hitzig in der Feder, ubrigens soll Schlechter, für Ihre Drohungen wegen einsperren, keine Furcht haben — denn Bange machen gilt nicht. Schlechter als Mitbürger, ist uns und jedem rechtschaffenen Bewohner Kölns, lieber als der Ober-Bürgermeister Gräff.
P. P. P.
Unser Schlechter zeigt uns ein Schreiben, worin Sie sagen, — Ihre Eingabe wegen Wassermangel in der von Ihnen mitbenutzten Pumpe, hat sich als völlig ungegründet herausgestellt. — Also auf Deutsch es ist nicht wahr was du gesagt hast, und auf plattdeutsch — du hast uns belogen — Punktum.
P. P. P. Schlechter ohne Bezahlung, ist so lange wir denselben kennen, für uns Bürger besorgt gewesen, und was hat derselbe Ihnen kürzlich viele Mängel der Stadt kund gethan — und was haben Sie gethan??? — fürs Geld — . — . wer weiß was unser Mitbürger Schlechter für Mühe und Kosten für uns Bürger verwendete, wird uns beipflichten.
Copia! eines Dokuments Schlechter contra Gräff!
Die Endesunterzeichneten Bürger der Stadt Köln und Nachbaren von G. W. Schlechter bezeugen demselben, daß es Wahrheit ist, eine lange Zeit kein Wasser in der Pumpe hier neben Herrn Farina vorgefunden zu haben, und nur erst seit einigen Tagen gibt dieselbe Pumpe wieder Wasser, also war die Klage von unserm Mitbürger Herrn Schlechter nicht ungegründet wie unser kommissarischer Ober-Bürgermeister sagte.
Köln, den 14. Dezember 1848.
R. Schreiber, Hochstraße 120.
Hermann Colignon, Salomonsstraße 2.
F. J. Berndorff, Hochstraße 124.
Heinrich Simons, Salomonsstraße 4.
M. Pfeil, Salomonsstraße 6.
Wm. Wollseif, Salomonsstraße 8.
J. P. Assemacher, Salomonsstraße 10.
Peter Heinrich Greiß, Hochstraße 118.
Jacob Kraus, Salomonsstraße 1.
Gebrüder Emanuel, Hochstraße 126.
W. Lindemann, Hochstraße 128.
M. Häfelfinger, Hochstraße 116.
A. Lugino, Hochstraße 114.
M. Kirchner, Hochstraße 105.
H. J. Buchholz, Hochstraße 107.
M. Lengfeld, Hochstraße 109.
J. H. Weyers, Hochstraße 130,
und noch 700 Ungenannte
und noch 300 von Adam uns Verwandte.
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Lederhandlung.
Mit dem Beginn des Neujahres erlaube ich mir die Herren Schuh- und Stiefelmacher auf mein Lager in ächtem baierischem Kalbleder, welches sich durch seine Weich- und Haltbarkeit vor vielem Leder auszeichnet, aufmerksam zu machen, so wie auch auf besonders gut gegerbtes Wild-, Rind- und Bauerts-Leder.
Zugleich empfehle ich meine Fabrik von haltbaren Vorschuhen und Schäften.
Carl Troost, Mühlengasse Nro. 3.
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Börse bei Halin.
Heute Abends karnevalistische National-Produktion der Gesellschaft „Concordia.“
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OSTENDER-AUSTERN-DEPOT für Deutschland.
Grosse Budengasse Nr. 1 in Cöln.
Fortwährend werden daselbst nebst vielen feinen geräucherten und gesalzenen Fischen, nachstehende Sorten Austern zu den beigesetzten Preisen verabreicht:
Kleine Austern à Sgr. 25 p. 100
Grössere à Sgr. 28 p. 100
Mittlere à Thlr. 1 1/4 p. 100
Grosse gemastete à 2 Thlr. per 100.
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Feinster Punschsyrup. Rum, Cognac, Arrak. Holl. Liqueure.
Bei Franz Jos. Daniels, Sternengasse Nr. 9 &. 11.
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Schönes Neujahrgeschenk sehr billig. Die Rheinsagen von Reumont. Schöne Ausgabe mit Stahlstichen. (Ldpr. 2 1/3 Thlr.) für nur 22 1/2 Sgr., bei G. Tonger, Pauluswache.
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Glück zum neuen Jahre wünscht heute den Fräuleins Catharina und Agnes S, Mathilde H. und Jenny F.
J. B. St.
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Helena Dr…n (Maria-Ablaß-Platz 4).
Viel Glück zum Neujahr und baldige Genesung.
Gottf.… E…n.
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An Fräulein M. Meyer.
Ich bringe heut zum neuen Jahr, Der Freundschaft wärmste Wünsche dar.
Ph. W…‥ ‥ff.
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Küsse in Neuß.
Glöcksilig neu Johr, Mir han Woth gehalden; nit wor?
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Eine hiesige geräumige Färberei und Druckerei nebst sämmtlich dazu erforderlichen Geräthschaften steht gleich zu vermiethen. Wo sagt d. Exp. d. Z.
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3000 Thaler liegen zum Ausleihen auf gute Hypothek bereit. Bei wem sagt d. Exp. d. Z.
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25jähr. Kornbrantwein.
Sternengasse Nr. 9 & 11.
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Ausgezeichnete Punsch-Essenz, Rum, die große Flasche 17 1/2 Sgr. Die halbe 9 Sgr. Arrac die große Flasche 22 1/2 Sgr. Die halbe 11 1/2 Sgr. bei G. Tonger, Pauluswache.
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Feinster Punschsyrup von Franz Jos. Daniels, Hochstraße Nr. 82.
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Ein Kleiderschrank, Nachtskomödchen, Stühle, Arbeitstischchen. gepolsterte Fußbänkchen, Kinderbettlädchen, billig zu haben, Mühlengasse Nr. 10.
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Ein mittelmäßiges für ein Detailgeschäft geeignetes Haus oder Unterhaus mit einigen Zimmern, wird um es Anfangs März zu beziehen, auf mehrere Jahre zu miethen gesucht; deßfallsige die Angabe des Miethpreises enthaltende und mit A. Nr. 3 bez. Anerbietungen beliebe man abzugeben bei der Exp. d. B.
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Herrenkleider werden gewaschen und reparirt, Herzogstraße Nr. 11
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Sehr gute irdene Koch- und Einmachstöpfe, nach jeder beliebigen Größe, sowie glassirte irdene Sp[unleserlicher Text]lsachen sind, fortwährend billig zu haben, bei Paul Jos. B[unleserlicher Text]ngartz unter Hutmacher Nr. 18.
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Bei Uebernahme des Geschäfts der Frau Wittwe Eiser zeige ich hiermit ganz ergebenst an, daß am 1. Januar 1849 große Harmonie und Tanz bei Johann Dickopf im Eiserschen Saale, Komödienstraße Nr. 34 Statt findet. Anfang 4 Uhr.
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Großes Maskenfest zu Köln.
Revolution im Narrenreich.
***Köln, 1. Jan 1849.
Der Streich ist gefallen — der Streich von dessen Schlage die Welt in allen Theilen erzittern wird, die herrliche so oft von uns geweissagte Zukunft des Reiches Cäcilia ist vernichtet.
Der Kölner Carnevals-Convent proklamirt.
Der Octroyirung der Mütze hat eine Revolution geantwortet. Schrecklich — der Kampf war ein furchtbarer! Herz-haarsträubender Terrorismus wurde geübt!
Die 49er haben die 48er bis auf den letzten Mann niedergemacht.
Wenn wir nicht diese Zeilen schrieben, wir würden im nächtlichen Dunkel mit verschränkten Armen dastehen und nachsinnden über die Zukunft unseres getretenen Volkes; aber wir fürchten, wir zweifeln — gleichwohl wir nichts destoweniger auch trotz alledem glauben, daß noch ein Schleier — düster wie die Nacht — über dem Geschick des neu sich bildenden Staates ruht, wir zittern — — — — — etc. etc.
Ein anderes ziemlich gemäßigtes Blatt schreibt über dieses Ereigniß:
*Cöln, 1. Jan.
Hosianna!
Endlich ist die Cannaille kaput,
La révolution marche!
In Frankreich raspelt's schon nach,
Es roch 2 Meilen weit stark nach Blut,
Es wurde tüchtig lambertisirt, latourt oder laternenphalisirt,
Die Narren nannten's zwar naturalisirt;
Die alten Verträge sind zerrissen,
Mag England protestiren oder Rußland;
Les Pruss — oder autri-chiens.
Auf unserer Seite ist das Recht,
Es ist das Recht der Revolution,
Die Revolution ist das Recht des Stärkern,
Das Recht des Stärkern ist das ewige Recht,
Das ewige Recht erkennen wir an, so lange es auf unserer Seite ist,
Wer diese Wahrheiten nicht begreift, der möge sie begreifen lernen.
Die Proklamation des Convents lautet:
An meine lieben Narren!
Liberté, egalité, frateruité, Citoyens!
Art. I. La Dynastie caecile en Prusse a cessé de regner.
Art. II. Das Weitere wird sich finden.
Art. III. Der Art. II. wird hierdurch annullirt.
Le Gouvernement provisoire.
contr. Hanswurst.
Patent, betreffend die Zusammenberufung unserer lieben Citoyens, gegeben am Sylvester-Abend des Jahres 1848.
Wir Hans-Wurst, von Gottes Gnaden, bis zur Vereinbarung, Beherrscher der Freude, Apostel der Wahrheit, Vertilger des Griesgram's, und Champagner's, haben durch unsere Proklamation vom morgenden Tage den alten, nicht parirenden Staat Cäcilia aufgelöst. Zugleich haben wir in der Absicht, ein echt konfusioneller Hanswurst zu scheinen, und damit unsern Geisteskindern alsogleich die Legendenzen der verheißenen Carnevalsfreuden trotz dem Ernst der Zeitverhältnisse, in Rücksicht auf die herrschende Noth, und damit die Armen der sozialen Zustände-Verbesserung theihaftig werden können, nach Anhörung des Staatsraths beschlossen was folgt:
Erste General-Versammlung im großen Saale des Herrn Jüsgen im Stern auf der Hochstraße Nachmittags 4 Uhr.
Tages-Ordnung:, Prüfung der Mandate und Getränke, Wahlschlacht, Klüngel.
Die Diäten der Konvents-Mitglieder sind ein für allemal auf einen lumpigen Thaler festgesetzt. Kommt — zahlt, bleibt oder geht.
So ist's denn wahr, ein neuer Stern ist aufgegangen,
Ein Stern so glänzend hell dem Narrenreich,
Ja ja, schon könnt die Fahne Ihr seh'n prangen,
Drum kommet — allons vite — zur Hochstraß gleich,
Nehmt einen Thaler in die Linke — er gibt Rechte
Zum Präsesstuhl, was will man mehr,
Auch komm getrost nur, wer da dächte
Den Gram zu lindern, der von Sorgen schwer,
Drum kommt, Alles egal Gesänge tönen,
Witze krachen,
Alle lachen,
Rosig sieht die Welt da aus,
Gläser klingeln,
Kappen bimmeln,
Narren schwimmeln,
Und am End' geh'n sie nach Haus.
Euer Hanswurst.
Einzeichnungen können von Morgens 10 bis 1 Uhr im Lokale Statt finden.
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Sehr feinen Maiwein-Essenz das Fläschchen 4 Sgr., hinreichend für 4 Flaschen Maiwein zu machen, so wie auch englischen Brustsyrup das Fläschchen 5 Sgr. Das beste Mittel gegen Brustverschleimung und Husten, bei Gebr. Fabry, Konditor, Altenmarkt 10 — .
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Theater-Anzeige.
Montag den 1. Januar 1849: Auf Verlangen und bei festlich beleuchtetem Hause Wilhelm Tell.
Große Oper in 5 Akten von Rossini.
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Der Gerant: Korff.
Druck von J. W. Dietz, unter Hutmacher 17.