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Neue Rheinische Zeitung
Organ der Demokratie.
No 185. Köln, Mittwoch den 3. Januar. 1849.
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@facs0997
Bestellungen auf die „Neue Rheinische Zeitung“ für das jetzige Quartal, Januar bis März 1849, wolle man baldigst machen und zwar in Köln bei der Expedition der Zeitung (unter Hutmacher Nr. 17), auswärts bei allen Postanstalten Deutschlands.
Für Frankreich übernimmt Abonnements Herr Dr. Ewerbeck, rue de l'Ulm 33 in Paris und das königl. Oberpostamt in Aachen, für Holland und Belgien: die belgischen Briefpostämter, für Großbrittanien: Mr. Thomas, Catherine Street-strand in London und das belgische Briefpostamt in Ostende.
Durch den Wegfall des Stempels wird der Abonnementspreis ermäßigt und beträgt von jetzt ab für Köln nur 1 Thlr. 7 Sgr. 6 Pf., bei allen preußischen Postanstalten, (das Porto einbegriffen) nur 1 Thlr. 17 Sgr. vierteljährlich; für Abonnenten im übrigen Deutschland tritt ein verhältnißmäßiger Postaufschlag hinzu.
Die Redaktion bleibt unverändert.
Die bisherigen Monatsgänge der „Neuen Rheinischen Zeitung“ sind ihr Programm. Durch ihre persönlichen Verbindungen mit den Chefs der demokratischen Partei in England, Frankreich, Italien, Belgien und Nordamerika ist die Redaktion in Stand gesetzt, ihren Lesern die politisch-soziale Bewegung des Auslandes richtiger und klarer abzuspiegeln, als irgend ein anderes Blatt. Die „N. Rh. Ztg.“ ist in dieser Beziehung nicht blos das Organ der deutschen, sondern der europäischen Demokratie.
Inserate: Die vierspaltige Petitzeile oder deren Raum 1 Sgr. 6 Pf.
Anzeigen aller Art erlangen durch die großen Verbindungen unseres Blattes eine sehr weite Verbreitung.
Die Gerantur der „Neuen Rheinischen Zeitung.“
Uebersicht.
Deutschland. Köln. (Verurtheilung von L. Raveaux in Wien. — Manteuffel'sches Wahlrescript.) Aachen. (Einrücken eines preußischen Bataillons. — Krakehl. — Wahlen.) Aus Westphalen. (Herr Rintelen) Münster. (Das Oberlandsgericht und Temme's Prozeß.) Berlin. (Jung und Vinke. — Wiedererscheinen der Zeitungshalle. — Adresse an Waldeck. — Zwei Polizisten. — Der Staatsanwalt) Wien. (Die „finanzielle Gebahrung“ pro 1848. — Nachrichten aus Ungarn. — Eine Welden'sche Proclamation.) Prag. (Ueberwachung der politischen Lektüre. — Congreß aller Slowanska-Lipa-Vereine.) Olmütz. (Deutschland am Olmützer Hofe.) Liegnitz. (Kriminaluntersuchungen. — Cholera in Oppeln.) Breslau. (Der Kriminalsenat u[n]d die Steuerverweigerung.) Aus Schleswig-Holstein. (Die Proclamation der gemeinsamen Regierung.) Aus dem Reich. (Neuestes.)
Polen. Krakau. (Verordnung bezüglich der Emigranten). Tarnow. (Das Verfahren Oesterreichs gegen Dobrzanski).
Italien. Rom. (Mamianis Rücktritt. — Die Junta. — Ausweisung der falschen Liberalen. — Abreise Garibaldi's).
Französische Republik. Paris. (Der verantwortliche Präsident und der unverantwortliche König. — Bilanz Frankreichs. — Journalschau. — Ministerwechsel. — Passy und die hohe Finanz. — Bernard vor den Assisen).
Großbritannien. London. (Das californische Gold. — Die Chartistenprozesse. — Das Parlament. — Jahresschluß.
Schweiz. Bern. (Schweizerisch-Italienisches).
Ungarn. Preßburg. (Die k. k. Gräuel in Tyrnau). Agram. (Der magyarisch-serbische Krieg). Karlowitz. (Die serbische Bevölkerung Ungarns).
Deutschland.
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@facs0997
[ * ] Köln, 1. Jannuar.
Statt der Schneeflocken sehen wir Ministerialrescripte durch's Land fliegen. Kaum ist das Ladenberg-Eichhorn'sche entsiegelt, kaum haben's die Lehrer in Preußen schwarz auf weiß, daß sie vor wie nach, ja schlimmer als jemals, gemaßregelt werden und wiederum der ganzen Scheußlichkeit preußischer Disciplinarvorschriften anheimfallen sollen: so läßt auch schon Hr. Manteuffel seinerseits ein Rescript vom Stapel laufen, das den „geliebten Unterthanen“ zum Neujahrsangebinde bestimmt ist.
Es naht die Zeit der octroyirten Wahlen. Noch sind nicht alle Städte in Belagerungszustand versetzt. Daher kommt's, daß an vielen Orten die „nicht genug zu verabscheuende“ Preßfreiheit, Versammlungsrecht etc. vorläufig noch in Geltung sind. Schlimm, sehr schlimm! Mögen die Preußenvereine im herzlichsten Einverständnisse mit konstitutionellen Bürgervereinen und der gottbegnadeten Kamarilla zu Potsdam ihre Wahlmanöver noch so unermüdlich betreiben: die Möglichkeit, daß die Volkssache dennoch siegen, ja die zweite Wahl am Ende weit entschiedener ausfallen könnte, als die Wahlen im Mai vorigen Jahres — diese Möglichkeit erfüllt die kontrerevolutionäre, seit November am Staatsruder befindliche Klicke, trotz ihrer Bajonette, Kanonen und patriotischen Schnurrbärte, mit Besorgniß und Schrecken. Das Land nach allen Seiten mit Plakaten und Aufrufen überschwemmen, die in der Geh. Ober-Hofbuchdruckerei auf Kosten der Steuerzahlenden gedruckt, mit unerhörten Lügen und mit den schmählichsten Verläumdungen gegen die Majorität der auseinander gewrangelten Nationalversammlung die Urwähler zu berücken suchen: das wird allerdings Früchte tragen, aber noch lange nicht genug, um die Potsdamer Kamarilla völlig zu beruhigen. Zwar gehen auch royalistische Wahlagenten durch's Land, für welche in den Staatsrechnungen manches hübsche Item unter den Extraordinariis zu finden sein würde, wenn man dergleichen — buchte. Zwar dient jeder Beamte, vom geheimsten Geheimrath bis zum öffentlichsten Wärter königl. preußischer Fasanen, zum Stimmwerber für „Gott, König und Junkerschaft“ und zum Giftmischer für die Urwähler. Gleichwohl reichen diese Mittel nicht aus.
Wozu wäre Herr Manteuffel „konstitutioneller“ Minister des Innern, wenn er nicht für die annoch fehlenden Mittel zu sorgen, die belagerunszuständlichen Lücken auszufüllen wüßte? Er weiß es und darum eben ist er „konstitutioneller“ Minister des Innern.
Sein unterm 28. Dezbr. an alle Regierungspräsidenten erlassenes Rescript ist dessen Zeuge. Das preußische Beamtenheer darf sich nicht mit den herkömmlichen Schlichen und Kniffen und mit den unter der Hand, sub rosa, erforderlichen Diensten begnügen: es soll in offener Offensive hervortreten gegen Alle, die noch von den Ereignissen, Versicherungen und Eidschwüren im Monat März plappern, gegen Alle, die wegen der Contrerevolution nicht bis in den siebenten Himmel entzückt sind, die den Grundsätzen der neuen „heiligen Allianz“ noch immer nicht den rechten Geschmack abgegewinnen konnten und die zu Deputirten andere Männer wählen möchten, als jene, die wegen ihres Verraths am Volke von der gottbegnadeten Regierung für „brav“ und probehaltig befunden und empfohlen werden.
Den Behörden wird daher aufgegeben, eifrigste Sorge zu tragen, daß durch die Wahl „patriotischer und einsichtsvoller“ Abgeordneter das „Bestehen“ der octroyirten Verfassung „sicher gestellt werde“. Was man unter „patriotischen und einsichtsvollen“ Abgeordneten am Potsdamer Hofe und Ministerium versteht: das können Leute wie Baumstark, Reichensperger, Wittgenstein, Harkort, Stupp etc. auf's Bündigste erklären.
Die Behörden müssen ferner eine „Stellung einnehmen, welche die Anhänger der konstitutionell-monarchischen Regierungsform mit Achtung und Vertrauen erfüllt und den Freunden der Ordnung und wahrer Freiheit den Muth gibt, den politischen Kampfplatz zu betreten“. Jene „Anhänger etc.“ erfüllen sich mit Achtung und Vertrauen am leichtesten unter der Herrschaft des Belagerungszustandes und der Bajonette; das gibt ihnen zugleich einen ritterlichen Muth, den politischen Kampfplatz zu betreten. Somit wird den Behörden klar sein, welche „Stellung“ sie einzunehmen haben. Es wird ihnen selbstredend zugetraut, daß sie auch die übrigen Wege, Vertrauen und Muth einzuflößen, nicht vernachlässigen werden.
Obige und ähnliche Sätze in der ersten Hälfte des ministeriellen Rescripts sind nur das versüßende Bindemittel, während die eigentlich auf Wirkung berechnete Dosis des königl. preußischen Wahlrezepts im zweiten Theil des Rescripts bezeichnet wird.
Hier wird die Aufgabe der Behörden schon näher charakterisirt. Sie sollen „jede Einschüchterung, jede Verführung fern halten, (d. h. an sich einen Selbstmord begehen), jedem unredlichen Mittel (aus Potsdam, Babelsberg, der Geh. Ober-Hofbuchdruckerei, den Preußenvereinen etc.?), jeder Art der Corruption (doch nicht der mit 4 Thlr. 8 Pfg. aus der demokratischen Centralkasse, sondern der mit Hunderttausenden von Thalern aus den Taschen des Volkes?) und Allem, was derselben in Form und Wesen ähnlich ist (wie Gratifikationen, Beförderungen, Orden, Vorschüsse aus Staatskassen, Geschenke u. s. w.) entgegen treten.“
Hr. Manteuffel wird immer „konstitutioneller“. Das Alles soll nicht „im eigenen Interesse“ geschehen, bewahre der Himmel! Wir Brandenburg-Manteuffel u. Consorten handeln ja gar nicht im Auftrage der russisch-östreichisch-preußischen „heiligen“ Allianz. Wir, seit so vielen Jahrzehenden erprobten Männer des Constitutionalismus, handeln nur im Interesse der bleibenden Beruhigung „des Landes“. Wir wollen „bleibend“, werden, konstitutionell-monarchisch so alt werden, wie Methusalem, Darum müßt nun auch Ihr, königlich-preußisch-octroyirte Behörden, im Interesse unserer und natürlich auch Euerer „bleibenden Beruhigung“ bei den Wahlen arbeiten.
Im nächsten Satze hat die Regierung mit ihren „konstitutionellen“ Organen darüber zu wachen, daß in den bevorstehenden Wahlen „der durch die schweren Erfahrungen der jüngsten Vergangenheit hoffentlich geläuterte Volkswille seinen ungetrübten Ausdruck finde.“
Es steht allerdings zu hoffen, daß die „schweren Erfahrungen“ seit dem März 1848 so Manchem über das Wesen der christlich-germanischen Regierung die Augen geöffnet haben werden, der ohne diese Erfahrungen niemals klar gesehen hätte.
Die Behörden sollen weiter „dahin wirken, daß die Freiheit der Meinungsäußerung über die Wahlen und die Wahlkandidaten keine ungesetzliche Beschränkung erleide“. Potsdamer Euphemismus! Jeder Urwähler und Wahlmann, der dem Absolutismus und der Polizeiwirthschaft „von Gottes Gnaden“ seine Stimme versagt, ist eine „ungesetzliche Beschränkung“ der Friedrich-Wilhelm-Manteuffel'schen Politik.
Herr Manteuffel wird so eifrig, daß er endlich alle Grammatik vergißt und rein aus der Konstruktion fällt.
[Feuilleton]
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Leben und Thaten des berühmten Ritters Schnapphahnski.
Drittes Buch. Kapitel I.
Komisch würde es sich ausnehmen, wenn man auf unsern heutigen Bühnen, bei hellem lichten Tage Theater spielen wollte. Unter der ganzen gemalten Herrlichkeit würde das Eselsohr der Wirklichkeit hervorschauen. Blumen und Bäume würden ihren Glanz verlieren und Salons und prächtige Hallen würden zu wahren Ställen und schofelen Korridoren hinabsinken. Auch die Künstler würden sich ganz anders ausnehmen. Unter einem Almaviva würde man trotz der besten Maske, den Herrn Meyer erkennen, Marquis Posa käme als Herr Fischer zum Vorschein und so würde man einen Jeden an seinen Blatternarben erkennen, an seinem schlechten Schnurrbart oder an irgend einer andern Vernachlässigung der Schöpfung, und der Herr Direktor würde bald vergebens sein Haus zu füllen suchen.
Wie es dem Direktor mit dem Theater geht, so ging es mir mit der Herzogin von S. Meine letzten Schilderungen würden ebenfalls hübscher geworden sein, wenn ich sie beim Lampenlicht hätte geben können. Aber nur in trocknen Worten, bei unzweifelhaftem Tageslichte mußte ich die Schönheiten jener hohen Dame zergliedern; da half kein Bitten und kein Flehen, die Sache wollte nun einmal beschrieben sein, so oder so, jedenfalls aber gemäß der Wahrheit, und leider mußte ich gehorchen. Meine Leser werden bemerkt haben, daß dies nur mit großem Widerstreben geschah, ich zog die Sache so viel wie möglich in die Länge, und würde mich durch das Zwischenschieben anderer fremdartiger Geschichten wohl noch länger dagegen gesträubt haben, wenn mich mein Gewissen nicht daran erinnert hätte, daß es besser sei, lieber um kein Haar breit von meinem Texte abzuweichen, und allein der Wahrheit die Ehre zu geben.
Ich blieb bei der Wahrheit und ich war deshalb zehnmal weniger interessant, als wenn ich die Göttin der Lüge umarmt hätte. Wahrheit und Lüge! Die Göttin der Wahrheit ist wie ein sechs Fuß hohes Mädchen, mit blonden Haaren und mit kaltem aber schneeweißem Teint. Aus zwei großen blauen Augen, die wie zwei Himmel in ruhig heiterer Herrlichkeit zu dir herniederlächeln, schaut dich die Seele der reinen keuschen Göttin, so unbefangen und doch so feierlich an, daß du nur schüchtern zu nahen wagst, um ihr höchstens die Stirn zu küssen, die hohe, olympische Stirn, und dann eines Befehles zu harren in banger Unterwürfigkeit, den langen, lieben, langweiligen Tag. Es geht uns mit der Wahrheit wie Cupido mit den sämmtlichen Musen. Ich entsinne mich nämlich gelesen zu haben, sagt Meister Alcofribas daß einst Cupido, den seine Mutter Venus frug, warum er nicht die Musen anfiel, zur Antwort gab, er fände sie so schön, rein, ehrbar, sittsam und stets beschäftigt, die eine mit Betrachtung der Sterne, die andere mit Berechnung der Zahlen, die dritte mit geometrischen Maßen, die vierte mit rednerischer Erfindung, die fünfte mit poetischen Künsten, die sechste mit Musiksetzung u. s. w., daß er, wenn er zu ihnen käme, seinen Bogen abspannte, den Köcher zuschlöß, und die Fackel verlöschte, aus Scham und Scheu ihnen weh zu thun. Auch nähme er sich die Binde von den Augen, sie offenen Angesichts zu schauen, ihre artigen Lieder und Oden zu hören, dies wäre ihm die größte Lust der Welt, so daß er sich öfters schier verzückt fühle in ihrer Anmuth und Lieblichkeit, ja, in der Harmonie entschliefe, geschweige, daß er sie überfallen oder von ihren Studien sollte abziehen. — So geht es uns denn auch mit der Wahrheit.
O wie anders ist es mit der Lüge! Die Göttin der Lüge, oder der Phantasie, wenn ihr sie lieber so nennen wollt, ist nicht wie die der Wahrheit, ihre sechs Fuß hoch; sie trägt auch keine blonden Haare — nein, eine kleine schwarz oder braun gelockte Person ist sie, südlich dunkler Gesichtsfarbe, mit schelmischem Rosenmund und so verführerisch zierlich an Taille, Händen und Füßen, daß man wirklich gleich auf allerlei Irrwege gerathen würde, wenn die beiden feurigen Augen der Kleinen nicht so sehnsüchtig verlangten, daß man sich taumelnd in ihnen verlöre, wie eine Mücke im flammenden Lichte. Ruhig nicht und ernst ist die reizende Göttin, nein, sie ist lebendig, beweglich; sie tanzt und singt und schmückt ihre Locken mit lustigen Blumen, lachend und weinend, wie es ihr grade einfällt und immer bleibt sie graziös. Der Wahrheit mußt du huldigen wie einer Königin, und was sie dir giebt, das giebt sie dir aus Gnade. Nicht so die Phantasie. Statt ihr nachzulaufen, läuft sie mitunter dir nach, und bist du ein hübscher Junge, da besucht sie dich in den Nächten des Frühlings und schlingt ihre weichen Arme um deinen Nacken und küßt dich und am Morgen wachst du verwundert auf. Die nackte Wahrheit ist eine englische Ehefrau; die schöne Lüge eine französische Grisette.
Doch zurück zu Schnapphahnski!
Es war die höchste Zeit, daß unser Ritter in seinen Unternehmungen reussirte; er siegte noch gerade zur rechten Zeit über die Herzogin; ihre Großmuth konnte ihn noch retten. Die bedeutenden Besitzungen der Schnapphahnski'schen Familie im östreichischen Schlesien, sollten nemlich öffentlich verkauft werden, da der Ritter nicht mehr im Stande war, sie zu halten. Schon war der Versteigerungstermin bestimmt, und ein Bevollmächtigter des K. von H. präsentirte sich, um die enorme Besitzung zu erstehen. Da trat jene Wendung in dem Leben unseres Ritters ein … Die Herzogin von S. schwärmte für Schnapphahnski und kein Opfer war ihr zu groß, um dem unglücklichen Manne zu helfen. Durch ihren Einfluß wußte sie es dahin zu bringen, daß der K. von H. seinen Bevollmächtigten zurückzog, und die Idee des Kaufes fahren ließ — — Andere Bieter waren bei der ungemeinen Beträchtlichkeit der Herrschaft nicht zu fürchten, und nicht vorhanden und die Herzogin gab dann dem Ritter 200,000 Thaler, da- [0998] mit er die ganze Geschichte halten konnte. Hiermit nicht zufrieden, veranlaßte der Ritter seine Gönnerin, außerdem noch, nach und nach die Hypotheken, welche auf den andern Gütern lasteten, abzulösen und so mit seinen bedeutendsten Schulden tabula rasa zu machen — unser Freund war einer der Glücklichsten unter der Sonne.
Ihr erinnert Euch jener Sage von einem verwünschten Schlosse? Disteln und Dornen waren hoch um die alten Mauern gewachsen und bildeten mit den epheuberankten Bäumen des Waldes einen undurchdringlichen Kranz, der die ganze Feste einschloß. Todtenstille herrschte in dem prächtigen Raume. Auf dem Hofe schlummerten Hunde und Katzen; regungslos standen im Stalle die edlen Rosse, eben noch bedient von rüstigen Knechten, die plötzlich bei der Arbeit eingeschlafen waren und mit halb geschlossenen Augen träumerisch an den Krippen lehnten.
In der Küche nickten Koch und Küchenjunge, und da und dort saßen die andern Dienstboten, alle wie vom Schlage gerührt. In den Hallen des Saales ruhten aber auf weichen Polstern: Herren und Damen, beim Banquett vom Schlafe überrascht, die Becher noch in Händen, mit gesenkten Häuptern.
Kurz, alle lebenden Wesen des Schlosses, von den Helden des Sales an bis zu der Fliege an der Wand, waren behext und vom Zauber berückt und schlafen würden sie vielleicht noch heute, wenn sich nicht einst ein jugendlicher Ritter mit dem Schwerte Bahn durch die Disteln und Dornen geschlagen hätte und keck hinein in den verwünschten Raum gedrungen wäre.
Er sah sich verwundert um und er begriff, daß dieser Zauber nur auf ganz eigenthümliche Weise gelößt werden könne. Wochen lang hätte er die Herren und die Diener rütteln und schütteln können: sie würden doch nicht wach geworden sein. Er schritt daher die Wendeltreppe des Thurmes hinauf und als er hoch oben in ein kleines Gemach trat, da fand er auf weiche Kissen hingegossen: die schönste Jungfrau. Die Locken ruhten neben dem lieblichen Köpfchen und die Lippen leuchteten in rosiger Frische.
Entzückt war der Ritter und lange schwelgte er in dem seligen Anblick. Als er sich aber genug erquickt hatte, da bog er sich hinab und es verstand sich von selbst, daß er die Schöne mitten auf ihren rothen Mund küßte — da war der Zauber gelößt!
Im Hofe erwachten Hunde und Katzen; im Stall die Rosse sammt ihren Knechten; in der Küche fuhr Koch und Küchenjunge empor und erwachend reckten die übrigen Dienstboten ihre steif gewordenen Glieder. Die Herren und Damen des Sales regten sich nicht minder: sie fuhren in ihrem Bankett fort und ahnten kaum, daß sie ein Paar hundert Jahre lang geschlafen hatten.
Kurz, alles wurde lebendig, von den Helden des Sales an, bis zu der Fliege an der Wand, dann oben im Erker küßte der Ritter die Jungfrau, und vom Traume erwachend, sank sie liebeseufzend an seine Brust.
Gelehrte Leute behaupten, der ganze Zauber rühre von dem Stich einer Spindel her und nur durch einen Kuß könne so etwas wieder gut gemacht werden — —
Ich weiß nicht, wie es darum steht, soviel ist aber gewiß, daß die Umarmung des Ritters Schnapphahnski und der Herzogin von S. denselben Einfluß auf die verschuldeten Güter des erstern hatte, wie der Kuß des Ritters der Sage und der schlafenden Jungfrau, auf das verwünschte Waldschloß. Der Kuß des Ritters entzauberte das Schloß; die Umarmung unseres Schnapphahnski enthypothesirte seine sämmtlichen Besitzungen.
Wie die Rosse des Waldschlosses froh in die Luft hinauswieherten, daß endlich der Spuk gelößt sei, so huben sich auch die Merino Mutterschafe und Böcke der Schnapphahnski'schen Güter freudig empor und blöckten ihrem schuldenbefreiten Herrn ein lustiges Willkommen.
Schnapphahnski hatte keine Schulden mehr.
Jeder, der einmal Schulden hatte, wird die Seligkeit dieses Gefühles zu begreifen wissen. Schulden gehören zu den unangenehmsten Rückerinnerungen; Schulden sind gewissermaßen der Katzenjammer längst verrauschter Genüsse. Alle dummen Streiche, die wir im Leben begingen, treten in den steifen Ziffern unserer Schulden noch einmal ärgerlich vor unser Gedächtniß und mit wiederlichen Grimassen grins't die Vergangenheit in unsere Gegenwart herein.
Das schlimmste bei den Schulden ist indeß, daß wir mit den Schulden Gläubiger bekommen! Diese ernsten, mürrischen Leute, die uns auf der Straße mit Nasenrümpfen anschauen, die schon in der goldenen Frühe an unsere Thür pochen, um uns all ihren Jammer vorzuleiern, ja, die uns gar bei der Arbeit überraschen wenn wir mit den höchsten Weltinteressen beschäftigt sind, um uns von dem Sinai unserer Gedanken in das todte Meer ihrer kleinbürgerlichen Misere hinabzuziehen — O es ist entsetzlich!
Aber das ist die Ironie des Schicksals, daß schon mancher Titane, der für das Heil der Menschheit schwärmte, nicht einmal seine Hosen bezahlen konnte — —
Mensch mache keine Schulden! Ein Gläubiger ist erboßter als eine Hornisse, beständiger wie der Teufel und langweiliger als ein Engel.
Mit dem Bezahlen der Schnapphahnski'schen Schulden glaubte die Herzogin indeß noch nicht genug gethan zu haben. Vor allen Dingen wollte sie ihm wieder Bahn in die Berliner Gesellschaft brechen. Nur eine Herzogin von S. konnte eine solche Aufgabe übernehmen. Eine Frau, die alle Intriguen des ancien regime und der Revolution kannte, die alle Wechselfälle des Kaiserreichs, der Restauration und der Dynastie mit durchgemacht hatte, schrak vor nichts zurück. Imponirend durch ihre Kühnheit, durch ihre Erfahrung und durch ihren kolossalen Reichthum, sehen wir sie zugleich mit unserem Ritter in Berlin auftreten. Die alten Feinde Schnapphahnski's regen sich an hundert Orten; aber ohnmächtig sind sie gegen die Energie der Herzogin; die heillosesten Geschichten ihres Freundes werden zu den liebenswürdigsten Abentheuern; Haß, Spott, Gelächter: Alles weiß sie zu besiegen. In einer Audienz bei dem Gespiel ihrer Jugend, weiß sie Schnapphahnski's Zulassung zu den höchsten Kreisen durchzusetzen. Der Ritter wird wieder „möglich“, er faßt Fuß, er bekommt eine Stellung und — muß geduldet werden.
Schnapphahnski's politische Laufbahn beginnt.
[Deutschland]
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@facs0998
[Fortsetzung] Doch wozu Grammatik? Preußische Behörden stehen mit ihr gewöhnlich in offner Fehde. Ihnen genügt der Manteuffel'sche Geist.
Dieser Geist verlangt von ihnen wörtlich, „daß jeder Versuch, die öffentliche Meinung hierüber (über die preußische Freiheit der Meinungsäußerung) irre zu leiten, vereitelt, daß jede Täuschung, jede falsche Vorspiegelung oder Verläumdung in Schrift und Rede ihre Widerlegung und, wo das Strafgesetz es gestattet, ihre nachdrückliche Ahndung finden“.
Die oben erwähnten, von der Potsdamer Kamarilla direkt ausgehenden oder von ihr unterstützten Wahl-Manifeste, Plakate, Broschüren und die Zeitungsorgane des jetzigen Ministeriums (Galgenzeitung, Vossische, Schlesische u. s. w.) bringen natürlich die engelreine Wahrheit; in den patriotischen Klubs der Preußen- und der meisten konstitutionellen Vereine bürgt eine längst erprobte Tugend dafür, daß jede Täuschung und Vorspiegelung vermieden wird. Eure Aufmerksamkeit, brave Behörden, muß sich demnach lediglich gegen „jene Partei richten“, welche so bodenlos undankbar ist, daß ihr das mit aller christlich-germanischen Perfidie so niedlich ausgearbeitete Danaergeschenk, die oktroyirte Verfassung, nicht genügen will.
Gegen diese schwarze Undankbarkeit müßt Ihr ankämpfen, und, wo es das Strafgesetz gestattet, ihre nachdrückliche Ahndung bewerkstelligen. Genirt Euch ja nicht, tapfere christlich-germanische Behörden! Ihr wißt, daß das Strafgesetz, namentlich das landrechtliche, Alles gestattet. Unter der wächsernen Firma des Strafgesetzes vermag ein Prokurator Wunder zu verrichten. Er sperrt ein, untersucht, vernimmt „Gold“-Zeugen, läßt die Verhafteten Monate und Jahre lang schmachten, ihre Gesundheit etc. ruiniren und wird selbst dann noch von oben herab belohnt, wenn ausnahmsweise eine sich selbst achtende Jury jede Solidarität der Kniftologie und Schurkerei „schwarz-weißer“ Rach- und Verfolgungssucht durch ihr Verdikt von sich ablehnt.
Sollten einzelne Behörden dennoch Gewissensscrupel haben, so benimmt ihnen Herr Manteuffel sicherlich jede Blödigkeit und Rückhaltung, indem er ihnen in besagter Weise aufzutreten befiehlt, „welcher augenblickliche Erfolg auch damit zu erzielen sein möchte.“ Das sind des Hrn. Manteuffel eigene Worte. Zu deutsch: Klagt nur, verfolgt nur, sperrt ein, so viel Ihr nur könnt; es kommt nicht auf den augenblicklichen Erfolg in juristischer Beziehung an, nicht auf wirkliche Verurtheilung des Angeklagten und Eingesperrten, sondern darum handelt es sich, daß jeder Urwähler, Wahlmann oder Kandidat für die Kammern, der unsern gottbegnadeten russisch-allianzlichen Plänen hinderlich sein könnte, frischweg bei Seite geschafft und stumm gemacht werde.
Sehr bedenklich wäre es, wenn „voreilige, in der Regel unerfüllbare Verheißungen der Wahlkandidaten“ laut würden. Nun wohl, sollte sich ein Kandidat erfrechen, etwas anderes als ein unterthänig-ersterbendes Ja! zu allen Vorlagen der contrerevolutionären Regierung zu verheißen: so wissen die Behörden, was sie zu thun haben. Sie dürfen nur, wie Herr Manteuffel sagt, die „richtigen Mittel“ anwenden. Weshalb er die Mittel selbst nicht namentlich aufzählt, geht aus dem Schlußsatz hervor, der also lautet:
„Ein k. Regierungs-Präsidium ersuche ich, das Erforderliche zur Bekanntmachung, Entwicklung und Ausführung dieser Andeutungen in Ihrem Bezirke zu verfügen.“
Der Herr Minister giebt blos „Andeutungen“!
Die preußische Büreaukratie ist seit 30 Jahren unter einem scheußlichen Despotismus so gut trainirt und abgerichtet worden, daß sie jeden Kommandolaut, gleich einem wohldressirten Pudel, augenblicklich versteht. Drum bedarf es auch nur bloßer „Andeutungen“. Preußische Behörden verstehen sich darauf. Somit ist „Entwicklung und Ausführung“ dieser trefflichen „Andeutungen“ in besten Händen.
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@facs0998
[ * ] Köln, 2. Jan.
Nach so eben aus Wien uns zugehenden Briefen ist daselbst Ludwig Raveaux, Bruder des Deput[i]rten, standrechtlich zum Strange verurtheilt worden. Also der zweite geborne Kölner, welcher der östreichischen Standrechtshyäne zum Opfer fällt. Möglich, daß dieser zweite zu 12jähriger Schanzarbeit in schwerem Eisen begnadigt (!) wird.
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@facs0998
[ 067 ] Aachen, 31. Dezember.
Vorgestern rückte bei uns das erste Bataillon des 27. Inf. Regimentes hier ein. Bei dieser Gelegenheit waren wir Zeuge, daß das alte Zopfsystem und der geisttödtende Kamaschendienst noch in voller Glorie strahlt. Zwei Kompagnieen des genannten Bataillons trafen nämlich um 12 Uhr unweit des Kölnthores ein. Man sollte nun glauben die Leute, welche ihren Marsch von Bonn aus in drei Tagen hierher gemacht hatten und zwar in dem scheußlichsten Wetter, wären sofort in die hies. Kaserne ihren Bestimmungsplatz, eingerückt. Aber nein! Es fehlten noch 2 Kompagnieen, die erst um 2 Uhr in Aachen ankommen konnten. So mußten denn die vom Marsche ermüdeten ersten beiden Kompagnieen zwei Stunden in dem naßkalten Wetter auf der offenen Landstraße im Kothe liegen bleiben, bis ihre übrigen Kameraden eintrafen. Wollte vielleicht der Oberst v. Götze, ruhmreichen Andenkens, mit dem ganzen Bataillon der Aachener Bürgerschaft imponiren.
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@facs0998
[ # ] Aachen, 31. Dezember.
Kaum ist ein Theil des 27. Inf. Regiments hier eingerückt, so sind auch schon Zwistigkeiten mit den Bürgern da. Man sollte beinahe glauben nach den Antecedentien dieses Regimentes, daß es dazu bestimmt sei, überall den Belagerungszustand einzuführen. Wie wir hören hatten ein Paar Offiziere in dem Kaffehause von Guerike sich etwas unbürgerlich ausgesprochen welches von einigen Herrn krumm genommen wurde. Es entspann sich ein Wortwechsel in Folge dessen sich die wackern Junker veranlaßt sahen, sich eilig zu entfernen. Die hiesige Erholungsgesellschaft welche den Offizieren von je mit großer Freundlichkeit entgegen gekommen ist, hat nun auch schon Unannehmlichkeiten gehabt und der Kommandeur hat den Offizieren den Besuch oben erwähnten Kaffehauses und der Erholungsgesellschaft verboten. Dieses Verbot trifft aber alle Offiziere und somit auch die des 29. Regiments, welche beliebt bei der hiesigen Bürgerschaft sind. Von den Soldaten des 27. Regiments hört man nichts, als Gutes, und wenn daher Reibungen in der nächsten Zeit Statt finden sollen, so ist die Schuld nur den Führern beizumessen. — Zu den bevorstehenden Wahlen rüstet man sich schon von allen Seiten. Für die erste Kammer beabsichtigt man den Oberbürgermeister Pelzer zu wählen. Zur zweiten Kammer beabsichtigen die Conservativen den Herrn Kühlwetter oder Regierungsrath Ritz zu wissen.
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@facs0998
[ 12 ] Aus Westphalen, 80. Dez.
An der Spitze der preußischen Justiz steht jetzt der schroffste Mann der reaktionären Partei, was bei der großen Einwirkung, welche der Justizminister in den alten Landestheilen als Beschwerdebehörde und sonst auf die Gerichte übt, alles Vertrauen zu der Justiz untergraben hat. Wir gehören nicht zu Denen, die solches beklagen; die neuesten Ereignisse auf diesem Gebiete haben dem Volke die Augen geöffnet und Hunderttausende für die Republik gewonnen.
Hr. Rintelen hatte bekanntlich gegen das Ministerium Brandenburg protestirt; er war bei der Deputation an den König und — trat ein, sobald ihm der Köder hingehalten wurde. Er fühlte damals noch diese Schmach und suchte sich öffentlich zu vertheidigen. Dabei behauptete er: der König habe nicht das Recht der Auflösung der Nationalversammlung und unter der Auflösungs-Ordre stand der Name: Rintelen. Westphalen! Ihr kennt diesen Namen!
Der Vater des Justizministers war General-Rentmeister des Grafen v. Bochholz, des Ceremonienmeisters von Jérome. Während dieser arm wurde, häufte der Verwalter ein großes Vermögen zusammen.
Zu den eigenthümlichen Kontrakten, welche beide unter sich geschlossen, gehört auch der: daß der Graf die Söhne des Generalverwalters studiren lassen mußte (!)
Die Nachricht, daß Rintelen sich die Präsidentenstelle in Münster ausbedungen habe, ist unwidersprochen geblieben; sie kam aus guter Quelle.
Jedenfalls hat ihm jetzt Hr. v. Olfers den Rang abgelaufen. Nach Münster soll sich Hr. Rintelen schon lange gesehnt haben: es hat sich zugetragen, daß dort bereits ein Bruder als Regierungsrath, ein anderer als Justizkommissar und ein Schwager als Ober-Landesgerichtsrath angestellt ist. Wahrhaftig, zu dieser traulichen Familienhierarchie fehlt nur noch der Präsident!! Familie Kisker, Sethe, Rintelen, v. Olfers! Es lebe die Bureaukratie!
Bezeichnend für Hrn. Rintelen ist seine Wahl. Das Volk hatte ihn Anfangs nicht berücksichtigt; nirgends war sein Name auch nur genannt; und doch waren die Lorbeeren von Waldeck und Temme so schön!
Da verband er sich mit einer Partei, die seiner Natur sonst zuwider war. Der Abgeordnete Pastor Bigge aus Meschede wurde bewogen, ihn als sehr freisinnig dem Kreise Meschede als seinen Stellvertreter zu empfehlen. Diese Allianz trug ihre Früchte. Hr. Rintelen wurde gewählt!
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@facs0998
[ 123 ] Münster, 31. Dez.
Die Mittheilung, daß der in der Deutschen Reform vom 6 Dezbr. enthaltene Aufruf der Berliner Linken bei dem hiesigen Land- und Stadtgerichte den Grund zur Einleitung der Untersuchung gegen Temme und zu dessen Verhaftung abgegeben habe, hat sich vollkommen bestätigt. Bei der Abstimmung haben dem Vernehmen nach die Herren Hülsmann, Dierikx, Kocks und Stockhausen für Untersuchung und Verhaftung, die Herren v. Druffel, Schweling und Hofbauer dagegen gestimmt, so daß dieselbe mit einer Stimme Majorität beschlossen worden. Die Genehmigung der Einleitung der Untersuchung erfolgte durch den Kriminalsenat des Obergerichts, der aus den Räthen Sethe, v. Detten, Freusberg und dem Assessor v. Druffel besteht; man vermuthet, daß nur der erstere, welcher wenigstens ein tüchtiger Jurist, gegen Ertheilung der Genehmigung gestimmt habe. Gleich nach Temme's Verhaftung sind Seitens des Oberlandesgerichts geschärfte Befehle hinsichtlich strengerer Ueberwachung der Untersuchungsgefangenen ergangen, namentlich daß dieselben in ihren Zellen einzuschließen und Aehnliches, so daß jetzt jeder Verkehr mit ihnen so gut wie gänzlich aufhören muß, eine Maßregel, die für manchen lediglich den Anschein der elendesten persönlichen Rachsucht haben mag und die allgemeine Erbitterung gegen das Oberlandesgericht noch gesteigert hat. Briefe an die Gefangenen, namentlich an Temme, werden diesen nur verabfolgt, wenn sie vorher durch den Kriminaldirektor Giese gelesen und mit dessen vidi versehen sind. Der Umstand, daß aus der hiesigen Klubgesellschaft die oben bezeichnete Nummer der Deutschen Reform entwendet worden und über den „redlichen Erwerb“ des bei den Temme'schen Untersuchungsakten befindlichen Exemplars jener Zeitung nichts konstiren soll, gibt zu allerhand erbaulichen Betrachtungen Anlaß.
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@facs0998
[ 68 ] Berlin, 31. Dezbr.
Die „gute Presse“, namentlich in den Provinzen, hebt und stärkt sich immer mehr. Wir machen in dieser Beziehung auf ein in Langensalza erscheinendes sehr tüchtiges Blatt aufmerksam: „Der Wehrmann. Wochenblatt für den schlichten Bürger- und Bauersmann.“ Dasselbe erfüllt vollständig seine Aufgabe.
[(N. Pr. Z.)]
Wir empfehlen unsern Lesern das Blatt in Langensalza.
Die Zeitung, der wir diese Empfehlung entnehmen, steht so sehr auf der Höhe des „preußischen“ Ideals, daß Hansemann und Robespierre für sie auf einer Stufe stehen. Welch' Glück für unsere flachen Volksfreunde, daß es eine „Neue Preußische Zeitung“ gibt, die sie zu enfants terribles macht. Diese Partei der preußischen Don-Quixotte wirft alles zusammen, was nicht „Kern der Bürgerschaft“, preußischer Beamter, Militär oder Junker ist. Sie greift die demokratische Partei an, nicht indem sie Demokraten, sondern indem sie jede Art der Oppositionellen als demokratische Gattung angreift.
Bezüglich des Abgeordneten „Jung“ und seines Duells in spe mit Vinke berichtet die Kreuzritterin, deren Kölnischer Mitarbeiter ein Kölnischer „Kernbürger“ ist, ehemaliger Censor der alten „Rheinischen Zeitung“, mit Frau und Kind, mit Gott für König und Vaterland und bürgerlichen Sorgen begabter altpreußischer Regierungs- und Konsistorialrath Grashoff.
Herr Jung hat den Helden gespielt und ist glorreich, nur leider noch immer nicht rein gewaschen, aus seinem Ritterzuge hervorgegangen. Welcher Stern fehlt nach diesem noch im Kranze des Abgeordneten Jung? und dennoch will die undankbare radikale Partei ihn nicht einmal wieder wählen!
Schon in voriger Woche fuhr Herr Jung mit einem Polen nach Potsdam, um ein Paar neu gekaufte Pistolen einzuschießen. Auch seine Abreise mit der Anhaltiner Eis[e]nbahn meldeten wir gebührender Weise. Aber des Pudels Kern lag tiefer, hören wir, was die lithog. Korrespondenz über die höchst wichtige Tragikomödie vom 27. in Eisenach im Detail meldet:
„Als Herr von Vincke von der Tribüne in der Paulskirche herab Schmähungen (?) gegen die damals bereits aufgelöst gewesene Berliner Versammlung schleuderte, rief ihm die Linke zu: es sei unritterlich, eine Versammlung zu beleidigen, die nicht mehr existire. Herr v. Vincke entgegnete: die Versammlung existire in ihren Mitgliedern, und er sei bereit, jedem von diesen Genugthuung zu leisten Dies veranlaßte Herrn „Ritter“ Jung zu einer Pistolenforderung. Man kam überein in Eisenach zusammen zu treffen. Mit Herrn v. Vincke erschienen der preuß. Major v. Voigts-Rheetz und Herr v. Schlottheim, mit Herrn Jung der Abgeordnete von Potworowski und der Kammergerichts-Assessor Bergenroth. Anstatt aber den Konflikt in der verabredeten Weise auszugleichen, erklärte Herr von Voigts: nach reiflichem Ueberlegen glaube Herr v. Vincke Bedenken tragen zu müssen, einem Manne die kavaliermäßige Genugthuung zu gewähren, auf welchem noch der in öffentlichen Blättern ausgesprochene Vorwurf der Lüge hafte. Diesen Vorwurf hatte der durch seine lateinischen „Eingesandt's“ in der Vossischen Zeitung bekannte Herr F. v. Bülow gegen Herrn Jung erhoben. Vergeblich waren alle Vorstellungen der Sekundanten des Gegners, vergeblich die Hinweisung auf das hohe Alter des Herrn v. Bülow, eines Mannes, der kaum mehr die physische Kraft haben dürfte, eine Pistole zu halten. Herr v. Vincke beharrte standhaft auf dem Rechtsboden seines Bedenkens und verließ Eisenach. Herr Jung ist demzufolge nach Berlin zurückgekehrt.
Es verdient erwähnt zu werden, daß dies bereits der zweite Fall einer Duellverweigerung ist, zu welchem Herrn v. Vinke seine parlamentarische Thätigkeit Anlaß gegeben hat. Während des ersten Vereinigten Landtags sprach Herr v. Vincke den Juden persönlichen Muth ab. Ein Kammergerichts-Assessor jüdischer Abkunft, „Herr Benda“ nahm diese Aeußerung persönlich und forderte. Allein auch in jenem Falle hielt Herr v. Vincke irgend ein Bedenken — wir wissen nicht mehr welches — davon ab, für seine Worte mit seiner Person einzustehen. Die Staatsmänner England's, denen sich unsere Parlamentsredner so gern parallelisiren, machen von der Redefreiheit den ausgedehntesten Gebrauch, aber sie vertreten jedes Wort mit ihrem Leben.“
In ihrer Darstellungsweise übersieht die Demokratie freilich nur den kleinen Zwischenfall, daß Herr v. Vincke und viele Andere bei Gelegenheit der nichtswürdigen Beleidigung des Prinzen von Preußen von dem maulfrechen Brentano keine Genugthuung erlangen konnte, und das ganze Raisonnement erscheint höchst unnütz, wenn man bedenkt, daß die radikale Partei von jeher „volle Unverletzlichkeit und Unverantwortlichkeit für alle ihre als Abgeordnete und in der parlamentarischen Debatte gethanen Aeußerungen in Anspruch genommen hat.“
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@facs0998
[ 68 ] Berlin, 30. December.
Aus einer gestern von den Besitzern der Zeitungshalle veröffentlichten Ansprache an ihre Berliner Abonnenten ersehen wir, daß der hiesigen Post untersagt ist, Bestellungen auf die in Neustadt-Eberswalde erscheinende demokratische Zeitung anzunehmen. Wir möchten doch gern wissen, wie sich dieses Verbot mit Art. 24. der Verfassung verträgt.
Gestern erschien der berüchtigte Polizei-Inspector Gesellius bei dem Abgeordneten G. Jung, um ihn zu fragen, ob er der Verfasser der Brochüre „der Magistrat von Berlin“ sei. Es müsse dies nämlich amtlich festgestellt werden, weil der Staatsanwalt auf dieselbe eine Anklage wegen Majestätsbeleidigung begründen wolle. Der Satz der Brochüre, in welchem die Majestätsbeleidigung liegen soll, lautet wie folgt: „Wie nach einem Hagelwetter der Landmann auf seine zerstörte Saaten, so schaut jetzt jeder Vaterlandsfreund voll Trauer auf die zerstörte Freiheit, nur der Magistrat von Berlin fühlt sich wohl und küßt dem [0999] Unterdrücker die mörderische Hand.“ In diesem Satz und namentlich in den letzten Worten eine Majestätsbeleidigung herauszuriechen, während in der ganzen Brochüre der Krone nur ein einziges Mal und zwar am Eingange gedacht ist, während überhaupt der ganze Zusammenhang unwiderleglich darthut, daß höchstens vom Ministerium die Rede ist — dazu gehört die Nase unseres Staatsanwalts. Jung gestand natürlich die Verfasserschaft der Brochüre zu, lehnte jedoch jede weitere Auskunft über Verleger und Drucker entschieden ab. Die Brochüre selbst wird nun doch auf Befehl des Staatsanwalts in allen hiesigen Buchhandlungen, gegen Vorzeigung eines richterlichen Schreibens, confiscirt. —
Seit einigen Tagen figurirt Herr Polizei-Director und Ober-Spion Dunker in voller Uniform wieder auf den Eisenbahnhöfen, um selbst die ankommenden Fremden zu überwachen. —
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@facs0999
[ * ] Berlin, 31. Dezember.
Unter den hiesigen Justizbeamten circulirt und findet zahlreiche Unterschriften, folgende Zustimmungsadresse an Waldeck:
„Die Mitglieder des Geheimen Obertribunals haben durch ihren Präsidenten den bei diesem Gerichtshof angestellten Geheimen Obertribunals-Rath Waldeck auffordern lassen, wegen der von ihm als Abgeordneter zur preuß. National-Versammlung entwickelten Ansichten und Thätigkeit aus seinem Amte als Mitglied des höchsten Gerichtshofs zu scheiden. Die unterzeichneten Justizbeamten fühlen sich gedrungen, öffentlich zu erklären daß ein solches Verfahren nicht geeignet ist die Würde des Richterstandes zu wahren. Sie treten dem Ausspruche des Geh. Obertribunals-Rath Waldeck vollkommen bei, daß derselbe
im Interesse des ganzen Richterstandes, im Interesse des höchsten Gerichtshofes selbst, im Interesse des bei der Rechtspflege betheiligten Publikums, im Interesse der Volksvertreter
die heilige Pflicht hat, sein Amt zu behalten.“
(Folgen die Unterschriften, unter denen wir nachstehende Namen bekannter Justizbeamten bemerken:
Martine I. und II., A. G. Ass. Gerlach, Herford, Gubitz, Neumann u. a. m.)
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@facs0999
[ X ] Berlin, 31. December.
Heute ist nach so langer Unterdrückung die „Zeitungshalle“ in Neustadt-Eberswalde erschienen. Dort wird sie so lange herausgegeben werden, bis hier der Belagerungszustand ein Ende nimmt.
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@facs0999
[ 24 ]Wien, 28. Dez.
Die „finanzielle Gebahrung“ (amtlicher Styl!) im Jahre 1848 ergiebt folgende (offizielle) Resultate:
Einnahme. An direkten Steuern gingen ein 33,179,345 Fl.
An indirekten Steuern gingen ein 69,427,386 Fl.
An anderen Einnahmen 9,901,201 Fl.
Zusammen 112,507,932 Fl.
Die Ausgabe betrug an Zinsen für die Staatsschuld 40,306,521 Fl.
Hofstaat 4,362,217 Fl.
Fürs Militär (abgerechnet das in Italien, Ungarn, und Siebenbürgen, das aus Brandschatzungen dieser Länder erhalten wurde) 71,359,032 Fl.
Allgemeine Verwaltungsauslagen 20,032,685 Fl.
Für Finanzwache, Polizei, Cataster, Straßen etc. 46,004,254 Fl.
Insgesammt 156,013094 Fl.
Das hiermit offiziell eingestandene, in Wirklichkeit aber noch viel größere Defizit beträgt: 43,505,162 Fl.!!
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@facs0999
[ 24 ] Wien, 28. Dez.
Privatnachrichten zufolge soll Simonich die kleine Festung Leopoldstadt erstürmt haben. Das 6. Kriegsbülletin verkündet die Entsetzung der Veste Arad. Raab soll mit Sturm genommen sein und Comorn den k. k. Truppen freiwillig die Thore geöffnet haben. Die Wiener sind um so mehr ungläubig, als man Raab schon vor mehrern Tagen in unsern offiziellen und nichtoffiziellen Blättern eingenommen sein ließ, und was Comorn betrifft, so könnte dessen Thore nur der schmählichste Verrath geöffnet haben. — Heute früh erschien folgendes Publikandum:
„Da in jüngster Zeit das Bestehen eines Clubs böswilliger Buben wiederholt angezeigt worden, welcher sich mit der absurden Idee herumtreibt, selbe in den Kneipen der Vorstädte bespricht, durch Kennzeichen von Federn an den Hüten sich kund giebt und ganz vorzüglich Pläne entwirft, in Masse die Verschanzungen auf den Basteien nächtlich zu erstürmen und die Kanonen zu vernageln, so wird hiermit dem besser gesinnten Theil des Publikums bekannt gegeben, daß 3 Allarmschüsse für einen solchen Fall die ganze Garnison in 15 Minuten auf ihre angewiesenen Plätze bringen, daß in der Nacht auf alle scharf gefeuert wird, welche sich in größeren Massen den Verschanzungen nähern, oder — von den Schildwachen angerufen, nicht sogleich eine andere Richtung einschlagen, daß ferner bei einem Allarm die den Verschanzungen nahe liegenden Häuser von den Truppen sogleich besetzt werden und daher auf deren Verlangen zu öffnen sind. Weit entfernt, elenden Drohungen, welche indeß noch immer das Bestehen des bösen Geistes hier bethätigen, irgend eine größere Bedeutung beilegen zu wollen, aber vollkommen gefaßt, die Strenge der Gesetze gegen jeden Frevler geltend zu machen, ist diese Erklärung nur zur Beruhigung derjenigen, welche bisher durch ihre Angaben und Hinweisungen die Militärbehörde aufmerksam machen wollten. Bei dieser Gelegenheit muß noch erinnert werden, daß bei allen etwaigen Zusammenläufen, sei es nun bei Tag oder bei Nacht, das blos neugierige Publikum, vorzüglich Weiber und Kinder, entfernt zu halten sind; damit sie von Schaden bewahrt bleiben, indem leider die Kugeln nicht immer die Schuldigen treffen.
Wien, am 27. December 1848.
Der Civil- und Militär-Gouverneur Welden m p., Feldmarschall-Lieutenant.
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@facs0999
Prag, 29 Dezember.
Das Ministerium hat durch eines seiner letzten Dekrete die politischen Aemter angewiesen, über die Associationen Berichte zu erstatten. Ebenso soll überwacht werden, welche politische Zeitschriften und Zeitungen zu allermeist gelesen werden.
Heute ist die erste Sitzung des Congresses aller Slowanska-Lipa-Vereine im Königreiche Böhmen. Bis gestern Abend waren 28 Vereine durch 36 Vertrauensmänner vertreten hier anwesend. Gestern Abend wurden die Deputirten in dem festlich geschmückten Vereinslokal empfangen. Seltsam war die Ausschmückung des Saales: das Bild des Kaisers hing zwischen den Portraits von Huß und Zioka.
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@facs0999
Olmütz, 26. Dez.
Auch die deutsche Centralgewalt hat zur Gratulation der Thronbesteigung unseres jungen Kaisers einen Gesandten nach Olmütz gesendet. Sie entnahm ihn nicht aus der Mitte der Volksvertreter, ja nicht einmal aus der Mitte der Minister, sondern aus der Mitte der Fürsten. Der Fürst zu Fürstenberg ist als deutscher Gesandter hier. Junges Deutschland — du träumtest von einem Bunde der Völker und wirst wahrscheinlich werden, was du warst — ein Bund der Fürsten. Ein Fürst repräsentirt dich am Olmützer Kaiserhofe.
[(Const. Bl. a. Böhmen.)]
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@facs0999
[ X ] Breslau, 30. Dezember.
Der hiesige Kriminalsenat soll vorgestern folgendes Urtheil gefällt haben: die Steuerverweigerung ist kein Verbrechen, demgemäß kann auch die Aufforderung dazu kein Verbrechen involviren. Die Anklage gegen die betreffenden Abgeordneten kann also nicht eingeleitet werden.
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@facs0999
[ 103 ] Liegnitz, 28. Dezember.
Jetzt kühlt die reaktionäre Partei ihr Müthchen. Für die Angst, die sie ausgestanden, nimmt sie jetzt Rache, wo sie nur kann. Verhaftungen und Untersuchungen sind durch ganz Schlesien im besten Gange. Hier z. B ist der Bürgermeister Prüger in Kriminaluntersuchung, weil er eine Adresse an die National-Versammlung unterzeichnet und sich darin für letztere erklärt hat. Außerdem sollen eine Masse Lehrer, sowohl am hiesigen Gymnasium, wie an Elementarschulen ebenfalls zur Untersuchung gezogen werden, weil sie in einem andern, als dem Brandenburg-Manteufel'schen Geiste gesprochen haben.
Am 27. wurden in Striegau der frühere Abgeordnete Prediger Wander und der Kaufmann Seliger verhaftet und nach Schweidnitz abgeführt. Als Ursache ihrer Verhaftung gibt man an, daß sie in ihren, auf einer Volksversammlung gehaltenen Reden — das Ministerium beleidigt haben.
In Oppeln tritt die Cholera so bösartig auf, daß sie meist in wenig Stunden die Betroffnen hinrafft. Seit 3 Wochen sind ihr 50 Personen zum Opfer gefallen.
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@facs0999
[ 100 ] Aus Schleswig-Holstein, 29. Dez.
Was uns das neue Jahr „1849“ bringt, wissen wir nicht, wahrscheinlich den 2. Akt von dem Drama, genannt: „Organisirter Volksverrath“; daß übrigens dieser Akt noch tragischer ausfällt, wie der erste, ist nicht zu bezweifeln, da sich das Geschäft durchgehends in den Händen von „besonnenen“ Mäklern aus der guten alten Zeit, von aristokratischem oder renegatischem Vollblut befindet. Unser Beseler, der beim ersten Akt sich schon trefflich als Mäkler benahm, wird in Frankfurt wahrscheinlich als solcher zu spielen wissen, wenn bis dahin das deutsche Parlament nicht auseinander gejagt wird für die dem Volke verliehenen (illusorischen!!!) Freiheiten (???!?), versteht sich von den Fürsten, zugleich als Danksagung, daß das deutsche Volk diese nicht fortjagte.
Das alte Jahr hat uns noch eine Proklamation der gemeinsamen Regierung gebracht. Im Anfange wird in diesem perfiden schulbubenhaften Machwerk darauf hingewiesen, daß die Waffenstillstandsconvention verletzt (jetzt also sehen sie es ein) und die gemeinsame Regierung einer feindseligen Gesinnung (!!!) gegen die Dänen bezüchtigt wird. (Das könnte sie in Mißcredit bei den Gottesbegnadeten bringen).
Sie erwähnt das Streben, stets das Beste des Landes (???) gewollt zu haben, (versteht sich innerhalb der ihr gezogenen Gränzen). Der Sinn dieses Satzes geht über unsern Horizont, überlassen es daher Andern zu beurtheilen, ob sie dies gethan oder nicht (?).
Weiter sagt sie: Wenn dessenungeachtet neuerdings in einer unter dem Namen Sr. Majestät unseres königlichen Herzogs (unseres privilegirten oder sanctionirten Hochverräthers) gefertigten Proklamation vom 13, d. M. unser, auf bester Ueberzeugung gegründetes Streben völlig verkannt wor[d]en u. s. w.
Undankbarer königlicher Herzog! Erkenne doch an, daß eben diese talentvollen Männer die Stützen des Thrones sind! Betrachte doch ihre Handlungen bei Licht. Die Demokratie, diese Schlingpflanze, wollte Wurzel schlagen unter unsern neugebildeten Bataillonen; wer rodete diese Sprößlinge aus und warf sie in die Kerker, damit sie dort hinsiechten? Bonin! und er handelte als Werkzeug — der gemeinsamen Regierung.
Wer gab jenen famosen Erlaß heraus, durch den die Behörden aufgefordert wurden, darauf zu achten, daß die Presse nicht die Schranken überschreite? Es war die gemeinsame Regierung!
Hoffentlich wird sich der Undank in des königlichen Herzogs Dankbarkeit verwandeln, wenn demselben der letzte Satz, der so lautet, zu Gesichte kommt: Seid muthig und stark, aber beharrt mit uns in dem aufrichtigen Wunsche, daß es den friedliebenden Bemühungen der Mächte (!!) gelingen möge, die Erneuerung trauriger Konflicte von unserm theuren Vaterlande (??) abzuwenden und baldigst den Zeitpunkt herbeizuführen, in welchem es gestattet sein wird, das Land gesichert gegen fremde Verletzungen, der Herrschaft unseres königlichen Herzogs zurückzugeben.
Apropos — dem König von Preußen möchten wir den Vorschlag machen, den einen von den beiden Beselern in Frankfurt a. Main eine Portion Eichenlaub zu verehren. Es würde nämlich dem Uebelstande abgeholfen: Beseler mit Fonds und dito ohne Fonds zu lesen. Statt dessen könnte man dann Beseler mit und ohne Eichenlaub sagen.
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@facs0999
[ 20 ] Aus dem Reich.
In Ulm haben sich die baierischen und würtembergischen Soldaten so arg gehauen — zum Zeichen der deutschen Einheit — daß von beiden Seiten mehrere ins Hospital geschafft werden mußten und zum Theil lebensgefährlich darniederliegen. Der Kampf entsprang aus der streitigen Frage, wer unsern beiden deutschen Landesvätern, dem angestammten Ludwig von Baierland und dem burschenschaftlichen Stellvertreter Kaiser Rothbarts (dem Könige von Würtemberg) mehr Liebesvergnügen für das Geld der Unterthanen verschafft habe: ob Lola Montez ob Fräulein Stubenrauch? So bestätigt sich auch hier wieder das Horazische Sprichwort: Cunnus teterrima belli semper causa fuit. Die übrigen Reichsneuigkeiten sind nicht von Belang, mit Ausnahme derer aus München. Wie sehr man dort den neuen Geist in Fleisch und Blut verwandelt hat, zeigt die unsägliche Mühe, welche man sich am Hofe gibt, um eine recht untadelhafte und kunstmäßige Verordnung über den gehörigen deutschen Schnitt der Reichsoffiziersbärte zu Stande zu bringen.
Schließlich zur Nachricht, daß unser Landesvater, Ernst August von Gottes Gnaden, seine getreuen Stände auf den 1. Febr. und ein anderer unser geliebten Landesvater, der Hr. König von Sachsen, die seinigen zum 10. Januar zusammenberufen haben.
Polen.
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@facs0999
[ * ] Krakau, 28. Dec.
Heute ist wegen der Emigranten und russisch-polnischen Flüchtlinge nachstehende Verordnung erschienen:
1) Diejenigen Emigranten, welche in Folge der Lemberger Kapitulation, als auch die russisch-polnischen Flüchtlinge, welche ohne Nachweis des Unterhaltes hier angekommen sind, im Interesse der öffentlichen Ruhe und Ordnung aber den osterreichischen Staat verlassen haben, erhalten, wenn sie sich nach Frankreich begeben wollen, und die Reisekosten besitzen, Pässe von der Regierung, wobei ihnen protokollarisch zu erklären ist, daß, wenn sie wieder einmal nach Galizien, oder dem Krakauer Kreise zurückkehren, sie nach ihrem Vaterland oder ihrem Geburtsorte transportirt werden. — 2) Diejenigen Emigranten und russisch-polnischen Flüchtlinge, welche keine Mittel, sich zu erhalten, besitzen, mögen es als Gnade betrachten, daß die Regierung die Sorge übernimmt, sie auf eigene Kosten nach Amerika zu schaffen, da sowohl die preußische, als die anderen deutschen Regierungen ihre Aufnahme verweigern. Die Regierung lasse sich hiebei nur von den Grundsätzen der Menschlichkeit bestimmen, nicht aber um sich irgend Jemanden zu verpflichten. — 3) Diejenigen Emigranten und russisch-polnischen Flüchtlinge aber, welche nicht eingedenk der ihnen erwiesenen Toleranz und menschenfreundlichen Behandlung, sich soweit vergessen haben, daß sie in die Reihen der ungarischen Rebellen eingetreten sind, und gegen das kaiserliche Heer kämpfen, werden, sobald man ihrer habhaft wird, den russischen Behörden ausgeliefert, wenn sie in Folge ihrer Handlungen nicht vor das Kriegsgericht gestellt werden sollten.
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@facs0999
Tarnow, 19. Dez.
Gestern wurde J. Dobrzanski, Redakteur der Gazeta Narodowa, hier durchgeführt. Er war 4 Wochen in Lemberg im Arreste gesessen. Als man ihn endlich in Freiheit setzte, erwartete ihn am Thore der Polizeirevisor mit 4 Mann und führte ihn auf den Assentplatz. Obwohl er seinen adligen Stand darzulegen sich bemühte, half ihm doch Alles nichts, er mußte den Fahneneid leisten, und es ward ihm nicht einmal erlaubt, von seiner Familie Abschied zu nehmen. Unter Bewachung wird er nach Josephstadt in Böhmen zum Regiment Reisiger geführt.
Italien.
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@facs0999
[ 68 ] Rom, 21. December.
Während sich vorgestern Abend die oberste Giunta constituirte, erließen das Volk und mehr als 6000 Mann der auf dem Apostelplatz zusammengetretenen Civica eine Adresse an das Ministerium, worin sie die Entfernung der zu Rom anwesenden falschen Liberalen, der namentlich von Oestreich besoldeten contrerevolutionären Emissäre gebieterisch verlangten. Es haben demzufolge Ausweisungen und Verhaftungen in Masse stattgefunden, man hat sich indessen wohl zu hüten, diese Maßregel als gegen die hier befindlichen wirklichen Demokraten aus andern Gegenden Italiens gerichtet zu glauben. Insonderheit ist die Abreise Garibaldi's zu seiner Legion ganz aus seinem eigenen Entschlusse hervorgegangen, obgleich sich leider nicht läugnen läßt, daß Verläumdungen über ihn von Seiten der reactionären Partei mit zu diesem Entschlusse beigetragen haben mögen. Rom ist vollkommen ruhig.
So erzählt z. B. der Standard, daß man mit dem Gedanken umgehe, die im Februar vor sich gehende schließliche Auflösung der Korngesetze noch für einige Zeit hinauszuschieben, daß aber Sir Robert Peel, mit einer bedeutenden Partei, sich diesem Vorhaben energisch widersetzen werde. —
Der Schluß des Jahres giebt der englischen Presse zu mancherlei Betrachtungen über die letzte Vergangenheit Anlaß. Das Resümé aller dieser Aufsätze bleibt aber stets, daß die Engländer sich sehr viel darauf zu Gute thun, so comfortable über alle Unruhen hinweggekommen zu sein.
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@facs0999
[ 68 ] Rom, 21. Dezbr.
Graf Mamiani, aus Aerger, daß ihm der bürgerliche Advokat Galleti in die Oberste Junta vorgezogen, hat sein Portefeuille niedergelegt, daß aber sofort wieder besetzt wurde. Die Bewegung macht Fortschritte.
Die Junta ist eben damit beschäftigt, das Ministerium zu vervollständigen. Dann wird sie das Gesetz ausarbeiten, das die allgemeinen Volkswahlen ausschreibt.
Vom Pabst aus Gaeta nichts Bestimmtes. Es heißt hier, er werde ein neues Manifest vor seiner Abfahrt nach Frankreich veröffentlichen, daß sehr versöhnlicher Natur sein soll.
Französische Republik.
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@facs0999
[ 17 ] Paris, 51. Dezbr.
Hurrah die Todten reiten schnell! Die unsozialistischen Altrepublikaner „vom reinsten Wasser“ nämlich, diese langweiligen Stockfische, die nichts mehr lernen und nichts vergessen können. Ein trübseliges Specimen sothaner Art ist der „National“ nebst seinen Abklatschblättern in den Provinzen. Noch trübseliger erscheint das sogenannte Arbeiterblatt „L!Atelier“, redigirt von Quasiarbeitern, Contremaitres u. dgl. (Pascal, wenn wir nicht irren, ehemals Oberst der elften Nationalgardenlegion, ehedem Typograph; Corbon, Büchez, Rour, letztere zwei die Herausgeber der großen Parlamentsgeschichte der französischen Revolution). Dieses düstere, bornirtr Blatt mit katholisch-jakobinischem Anstrich grämt sich über Bonaparte's Wahl, die es, recht treffend, folgendermaßen anatomirt: „Des Hrn. L. Bonaparte Wahlarmee besteht aus Ehrsüchtigen, die ihre Mannesehre opfern, um Stellen zu erjagen; aus Legitimisten, die aus Bonaparte's Schultern eine Leitersprosse für Henri V. machen wollen; aus Orleanisten, die dasselbe Manöver für einen louis-philipp'schen Prinzen anstellen möchten; aus Anarchischen, Ultrarevolutionären, die der Gegenwart grollen und dem General Cavaignac, der sie auf's Haupt schlug, spinnefeind sind; diese Ruhestörer hoffen, Bonaparte wird in seiner bekannten Verkehrtheit und grenzenlosen Ehrsucht die Konstitution dergestalt verletzen, daß noch ein Mal das Volk bewaffnet auf die Gassen hinabsteigen und neue Chefs emporheben wird. Endlich hat eine in politischer Unwissenheit lebende Bauernbevölkerung sich durch Verläumdungen irre leiten lassen, und will die bisherigen Führer der Februarrepublik für deren wirkliche und angedichtete Fehltritte durch Bonaparte's Wahl strafen: Ja, wir dürfen es unseren Lesern nicht verhehlen, diese armen, mißleiteten, von Elend gequälten Bauern rufen laut, sie hätten Bonaparte gewählt, weil er hoffentlich, gleich seinem Oheim, der Republik die Rippen brechen werde (casser les reins à la République). In der That, um den Anhang dieser bunten Reihen zu erlangen, mußte der Held Straßburg's und Boulogne's Ebentheuer aufzuweisen haben; wahrlich zwei prächtige Sterne auf seinem Schilde.“ So deklamirt das „Atelier“, dieser hohle Topf, der wegen seiner Risse mit nichts als mit Wind gefüllt werden kann (Peuple souverain in Lyon). Es murmelt büchezistische Hexensprüche gegen Crémieur, das Exmitglied des Provisoriums und Exjustizminister, der sich an Bonaparte anschließt. Es citirt aus dem Constitutionel von 1840 eine Stelle, worin der Prinz Louis als „Vogelabrichter, Uebergeschnappter und Vergießer französischen Blutes“ ergötzlichst durchgehechelt ward. Mit solchen Lappalien schlägt das „Attelier“ sich herum. Ernsthafter ist jedoch sein Bericht über die 18te Jahresfeier der polnischen Revolution, bei dem es bitter drohend gegen die Sozialdemokraten die Hand erhebt: „L. Ewerbeck, ein Deutscher, hat an jenem Abende den Polen die Sympathie Deutschlands bezeugt, aber die Rede dieses Bürgers enthielt zugleich eine sozialistische Tendenz, wie sie jenseits des Rheines jetzt nicht weniger als diesseits zu Tage kommt. Auf diese Rede ertönte leider hie und da im Saal der Ruf: vive la République démocratique et sociale, und dieser Ruf, wir wollen es gestehen, that unserem Ohre weh. Als Freunde ihrer Sache rathen wir somit fremden Patrioten, sich ja jener traurigen Formel zu enthalten, woran sich so böse Erinnerungen knüpfen und so schlimme Bestrebungen.“ (Also um der Fraktion, richtiger Faktion des „Atelier“, „diesen lebendigen Leichnahmen, vor deren Pforte schon die Füße derer stehen, die sie hinaustragen sollen zum Kirchhof,“ wie Demokrate constituant von Toulouse in einem herrlichen Artikel schreibt, — Ohrenschmerzen zu ersparen, soll der Wahrheit der Mund verstopft werden?) Und nun hebt das mit Ohrenschmerz behaftete Blatt einen langen Sermon an, um zu zeigen, daß Italien's, Deutschlands und Polen's Demokraten nur von einem rein republikanischen, nicht aber sozialistischen, d. h. in die Materie und Lüste versinkenden unreinen Frankreich mit Glück unterstützt werden können: „Ach, schnöder Egoismus ist der Kern des Sozialismus; die für Verlust zitternden Besitzer, die nach Ersitz schnappenden Nichtbesitzer, diese zwei scheußlichen Parteien, worin die Sozialdemokratie uns Franzosen zerspaltet, haben keinen Sinn mehr für christliches Aufopfern, denken nur noch an die böse Formel: jeder für sich. Deutsche! Polen! Italiener! so lange Frankreich sich am Abgrunde der sogenannten radikalsozialen Reformen herumtreibt, ist es selbstsüchtig, führt nicht Krieg für euch. Und wer noch jetzt an die Sozialdemokratie appellirt, der verführt die Arbeiter immer tiefer in Materialismus, bringt uns auf immer ärgere Irrwege, hetzt Franzosen gegen Franzosen, hindert uns den fremden Völkern beizustehen.“ —
„Die Hirnlosigkeit des „′Atelier′“ ist so total, daß es hier wieder vergißt, das nicht blos in Frankreich Social-Demokratie existirt, daß gottlob unsre deutschen Nachbaren und die brittischen Chartisten einen tüchtigen Speicher von Ohrenschmerz erregenden Fragepunkten pfropfend angefüllt haben. Die Italiener sollten ein gut Exempel daran nehmen; es ist zu fürchten, daß ihre Umwälzungen dem eigentlichen Volke noch in diesem Augenblick als pure Politißmen und Schematismen erscheinen… Das Atelier ist völlig unfähig, die Zeit zu erkennen auf der Scheibe der Weltenuhr. Ein von ihm inspirirtes Blatt in unsrer Provinz heult wie folgt: „O Arbeiter, der Winter ist da mit seiner Noth, aber fast noch größere droht euch seitens Derer, die euch vom geistigen Demokratismus ablocken wollen, die systematisch die Aufrührerei betreiben, wie einst Hébert und Chaumette, die in Clubs und in bösartigen Schriften ihre gesellschaftsstörenden Lehren auskramen, und (hier guckt das Eselsohr hervor) frech jedwede demokratische Tugend den in der Landesverwaltung angestellten Personen absprechen.“
Diese, allerdings zu Grabe reitende, aber noch nicht gänzlich schachmatte, unerquickliche Klike jubilirt über die Verurtheilung des rastlosen socialen Cluborganisators Simon Bernard zu fünftausend Franken und zwei Jahren par défaut (die Bestätigung des drakonischen Urtheils ist nur allzu gewiß) und zu der Barnabé's. Aber da zeigt sich wieder die bewundernswerthe Eigenthümlichkeit der gallischen Nationalität; je bestialischer und je
(Siehe den Verfolg in der Beilage.)
[1000]
[Anzeigen]
@typejAn
@facs1000
Rheinhöhe.
Am 1. Januar 1849 6′ 1.″
Am 2. Januar 1849 5′ 10.″
@typejAn
@facs1000
Civilstand der Stadt Köln.
Den 25. u. 26. Dez. 1848.
Geburten.
Karl Friedr., S. v. Otto Stuve, Assekuranz-Sub-Direktor, Schwalbeng. — Joh., S. v. Heinr. Mertens, Tagl., St. Apernstr. — Jacob, S v. Peter Weingärtner, Tagl, gr. Spitzeng. — Elisab., T. v. Joh. Peter Jansen, Tagl., gr. Spitzeng. — Agnes, T. v. Joh. Maybusch, Maurer, Maximinenstr. — Karl Aug. Eman., S. v. Christ. Welcker, Wirth, Perlenpf. — Maria Apol., T. v. Georg Antoni, Küster, Neumarkt. — Maria Margar., T. v. Peter Franz Küttelwesch, Branntweinbr., Eigelst. — Friedr. Wilh., S. v. Karl Heinr. Humberdros, Bäcker, Follerstr. — Heinr. Jos., S. v. Laur. Meiß, Gärtner, Telegraphenstr. — Karl Friedr. Heinr. Jos., S. v. Franz Anton Leger, Handlungsgeh., Sterneng. — Peter, S. v. Joh. Jos. Sürth, Steindr., Entenpf. — Anton, S. v. Peter Breuer, Wagenschm., Peterstr. — Zwei unehel. Knaben.
Nicol., S. v Wilh. Collin, Tagl., Ankerstr. — Emil, S. v. Phil. Lieb, Kellner, Lichhof. — Franz Lamb., S. v. Lamb. Stang, Bäcker, Weideng. — Karl Jos., S. v. Joh. Peter Heyden, Kfm., unter Seidm. — Maria Walb. Joh. Henr. Hubert., T. v. Georg Frhrn. v. Hilgers, Prem.-Lieut., Mauritiussteinw. — Zwei uneheliche Knaben.
Sterbefälle.
Joh. Jos. Roeseling, Rentner, früher Kranenmeister, 64 J. alt, Ursulapl. — Gertr. Bismann, 20 J. alt, unverh., Thieboldsg. — Jacob Müngersdorff, Tagl., 27 J. alt, verheir., Severinstr. — Peter Opgenroth, Musketier, 22 J. alt, unverh., Garn-Lazar. — Christ. Esser, Musketier, 20 J. alt, unverh., Garn.-Lazar. — Aug. Baltzer, 6 J. alt, Kämmerg. — Anna Cath. Breuer, 3 M. alt, Josephstr. — Anna Maria Sophia Frömbgen, 1 J. 7 M. alt, Tempelstr. — Heinr. Götze, 1 J. 4 M. alt, Lupuseck.
Joh. Essmann, 14 M. alt, Altengr. — Maria Anna Hubert. Rath, 4 M. alt, Maria-Ablaßpl. — Anna Cathar. Rath, geb. Ewald, 37 J. alt, Maria-Ablaßpl. — Christina Kaiser, 5 T. alt, Thürmchensw. — Franz Wilh. Habrich, Bäcker, 60 J. alt, verheir., gr. Neug. — Anton Klinkenberg, 1 J. 8 M. alt, Hoseng. — Sib. Hechemer, geb. Baum, 49 J. alt, Cäcilienstr.
Den 27. Dezember 1848.
Geburten.
Joh. Jak. Friedr., S. v. Friedr. Czypowitz, Fourier, Rheing. — Gertr., T v. Franz Profittlich, Tagl., Severinsw. — Ludw. Wilh., S. v. Theod. Siepermann, Kfm., Hochstr. — Sophia. T. v. Franz Biller, Anstr., Lungeng. — Ein unehel. Knabe.
Sterbefälle.
Heinr. Jos. Waller, 7 W. alt, Marsilstein. — Maria Magdal. Kleinertz, 5 1/2 J. alt, Schilderg. — Clem. Aug. Marschall von Bieberstein, Rentner, 29 J. alt, unverh., Stolkg. — Helena Elisab. Handel, geb. Fontain, 48 J. alt, Mariengarteng. — Margar. Dellgrün, geb. Talpott, 52 J. alt, Bobg. — Jos. Irlen, Dachdecker, 25 J. alt, unverh., Catharinengr.
Heirathen.
Joh. Peter Heinr. Fischer, Bierbr., v. Blecher, und Anna Cathar. Rondorff, v. hier. — Christ. Millard, Schreiner, und Elisab. Schleuer, beide v hier. — Heinr. Jos. Alexius, Steuer-Beamter, und Elisab. Pering, Wittwe Hergarten, beide v. hier. — Ferd. Herm. Laue, Sergeant, v. Höxter, und Eva Firnich, v. Efferen. — Joh. Peter Ferd. Klöckner, Hauskn., v. Stuttgart, und Maria Elisab. Faust, v. hier. — Heinr. Bredestyn, Steinh., und Cathar. Schmitz, beide v. hier. — Anton Hambach, Tischlerges., und Helena Meyer, beide v. hier. — Lamb. Brand, Schneider v. Brühl, und Anna Rosa Margar. Schmidt, v hier. — Jakob Klüster, Schusterm., und Anna Maria Kürten, beide v. hier. — Wilh. Frings, Handschuhm., v. hier und Margar. Bisdorf, v. Vilich.
Den 28. u. 29. Dezember 1848.
Geburten.
Math., S v. Jos. Hermanns, Fuhrm., Benesisstr. — Christ., S. v. Joh. Vitua, Stenerm., Butterm. — Joh., S. v. Joh. Peter Latz, Fuhrm., Weideng. — Marc., S. v. Joh. Husier, Maurer, kl. Griechenm. — Franz, S v. Joh. Heinr. Dörner, Pr.-Sekr., Severinstr. — Heinr. Jos, S. v. Franz Beckers, Schlosserges., Bobg. — Anna Maria, T. v. Peter Eschweiler, Maurer, Thieboldsg. — Jos., S. v. Karl Neven, Metzgerges, gr. Spitzeng. — Christ. Paul., S. v. Heinr. Lütgen, Schreinerges., Catharinengr. — Peter Jos., S. v. Peter Knott, Hauskn., Streitzeugg.
Cathar. Barb., T. v. Tilm. Wil. Overzier, Drucker und Färber, auf dem Brand. — Elisab., T. v. Clem. Aug. Bügel, Goldarb., Sterneng. — Christ., S. v. Jos. Kronenberger, Faßb., Perlengr. — Andr., S. v. Christ. Esser, Steuerm., Kammacherg. — Clement. Magdalena Joh, T. v. Friedr. Wilh. Bleibtreu, Landgerichts-Assessor, Mauritiussteinw. — Adolph, S. v. Theod. Rede, Tagl., Severinstr. — Anna Gertr., T. v. Nicol. Gayer, Schreinerm., Lungeng. — Laur., S. v. Math Arbeiter, Fabrik-Werkführer, Lungeng.
Sterbefälle.
Christlieb Magill, Musketier, 22 J. alt, unverh., Garn.-Lazar. — Frieder Louise Ottilie Margar. Primassin, geb Menger, 29 J. alt, Becherg. — Elisab. Ottilie Frieder. Kirchner, 3 M. 12 T. alt, Hochstr. — Joh. Saul, Musketier, 21 J. alt, unverh., Garn.-Lazar. — Carol. Henr. Virg. Compes, 1 J. 2 M alt, Apostelnkl. — Ferd. Bürow, Musketier, 22 J. alt, unverh., Garn.-Lazar. — Rosina Ther. Schoenborn, 6 J. 8 M. alt, Altengr. — Jos. Wilden, 9 M. alt, Telegraphenstr. — Jakob Kremer, Faßb., 43 J. alt, verheir., Weißbütteng — Jos. Gabr. Busch, ohne Gew. früher Kfm., 80 J. alt, Wittwer, Minoritensp.
Elisab. Rosen, 7 J. alt, Entenpf. — Anna Maria Kindeler, 68 J. alt, unverh., Burgm. — Cathar. Linz, 4 J. alt, Thürmchensw. — Christ. Krüger, Musketier, 21. J. alt, unverh, Garn.-Lazar. — Phil. Jos. Fix, 2 M. alt, Fischmarkt.
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Bekanntmachung.
Das auf dem hiesigen Viehmarkte neu erbaute Restaurationslokal soll unter den auf dem Stadt-Sekretariate offen liegenden Bedingungen im Wege der Submission vermiethet werden. Schriftliche und versiegelte, mit der Aufschrift: „Submission in Betreff des Restaurationslokals auf dem Viehmarkt“ versehene Offerten werden bis Samstag den 13. Januar 1849, Vormittags 10 Uhr, auf dem Stadt-Sekretariate angenommen.
Die Eröffnung derselben findet am nämlichen Tage zu besagter Stunde im Beisein der etwa anwesenden Submittenten Stat[t].
Köln, 28. Dezember 1848.
Der kommissarische Oberbürgermeister, Gräff.
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Bekanntmachung.
Die von der Königlichen Regierung festgestellten Gewerbesteuer-Rollen der Stadt Köln pro 1849 liegen von Morgen ab, bis zum 9 d. M. im Steuerbüreau des Ober-Bürgermeister-Amtes zu Jedermanns Einsicht offen.
Köln, den 1. Januar 1849.
Das Ober-Bürgermeister-Amt, Justizrath Schenk.
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Bekanntmachung.
Diejenigen Kaufleute, Spediteurs und Fabrikanten, welche noch Waaren-Bestände in der hiesigen Freihafen-Packhofs-Niederlage haben, wollen Behufs der vorzunehmenden Revision dieser Bestände, eine Nachweisung derselben, bis zum 10. Januar k. J. bei uns einreichen.
Köln, 27. Dez. 1848.
Königl. Haupt-Steuer-Amt f. a. G.
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Die Berner Zeitung wird vom 1. Januar 1849 an täglich erscheinen. Ihre Tendenz bleibt die bisherige: auch in Zukunft wird sie unentwegt dem Fortschritte dienen, der Reaktion offen die Stirne bieten und die Schäden und Mängel der gesellschaftlichen Zustände aufdecken, wo sie sich immer finden mögen.
Da Bern der Sitz der eidgenössischen Bundesbehörden ist, so wird die Berner Zeitung den eidgenössischen [A]ngelegenheiten eine besondere Aufmerksamkeit widmen. Namentlich ist Vorsorge getroffen, daß die wichtigern Neuigkeiten, die Verhandlungen des Bundesrathes und der Bundesversammlung u. s. w. stets auf's schnellste ordentlicher Weise schon am Abende ihres Stattfindens mitgetheilt werden können.
Endlich eignet sich die Berner Zeitung ihres ausgebreiteten Leserkreises wegen auch besonders zu Inseraten.
Der Abonnementspreis ist für die Stadt Bern jährlich 8 Fr., franko im bernischen Postkreise 9 Fr. Inserate bezahlen für die Petitzeile einen Batzen.
Man abonnirt sich bei der Expedition der Berner Zeitung oder dem nächstgelegenen Postamte.
Bern, den 13. Dezember 1848.
Redaktion der Berner Zeitung.
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So eben ist erschienen und von G. C. Würger in Glückstadt zu beziehen: Metternich an Wrangel.
Ein vertraulicher Brief.
Veröffentlicht von J. Heinr. Gümpel.
Alle Freunde der gesetzlichen Ordnung werden auf dieses Schriftchen aufmerksam gemacht, indem dort alle Schliche der Reaktion enthüllt werden!!
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Der Rhein.
Unter diesem Titel wird der seit 1842 zu Colmar erscheinende „Elsässer Kurier“ nach Neujahr 1849 mit Ausnahme des Montags täglich erscheinen.
Er wird in französischer und deutscher Sprache die Prinzipien und Interessen der demokratischen Republik zunächst innerhalb des Gebiets der Alpen, Vogesen und des Schwarzwalds (französisches, baierisches und badisches Rheinufer und allemanische Schweiz) zu wahren und zu verbreiten suchen.
Abonnementspreis für das Quartal 8 Franken in Colmar, mit verhältnißmäßigem Postaufschlag.
Colmar, den 22. Dez. 1848.
Expedition des Elsässer Kuriers.
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Ankündigung.
Unter dem Titel: Westfälische „Volkshalle.“
Erscheint vom 1. Januar 1849 an zu Münster eine neue tägliche politische Zeitung.
Da in der Hauptstadt unserer Provinz ein tüchtiges tägliches Blatt, welches den Sinn für Recht und Wahrheit zu kräftigen und die ungetrübte Herrschaft des lautern Gesammtwillens des Volks zu fördern unternehme, längst dringend gefühltes Bedürfniß war, so bildete sich zu dem Ende ein Verein zur Gründung obiger Zeitung auf Aktien.
Dieselbe wird neben den allgemeinen politischen Interessen den provinziellen Verhältnissen des Ackerbaues, der Gewerbe und des Handels und vor Allem den bevorstehenden Wahlangelegenheiten eine besondere Rücksicht schenken.
Der vierteljährige Preis der 6 mal wöchentlich erscheinenden Zeitung ist für Münster 20 Sgr., außerhalb Münster mit Einschluß des Porto's 25 Sgr., und werden Bestellungen darauf bei allen Postämtern, so wie in der Expedition der Zeitung: Fr. Wundermann'sche Buchhandlung in Münsterangenommen.
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Anzeige für Viehhändler und Metzger.
Dem vielseitig ausgesprochenen Wunsche entsprechend, hat die hier bestehende Metzger-Gesellschaft sich veranlaßt gefunden, zur Bequemlichkeit der An- und Verkäufer so wie im Interesse des hiesigen großen Viehmarkts ein Inkassa-Komptoir unter der Firma Heinr. Jos. Klein und Komp. zu errichten, welches allein den Zweck hat, die Kaufpreise des auf dem hiesigen großen Viehmarkt verkauften Viehes von den Ankäufern einzuziehen und an die Verkäufer in den gewünschten Geldsorten auszuzahlen.
Da dieser Wunsch von vielen hiesigen und auswärtigen Metzgern ausgesprochen worden ist, sind selbe auch fest entschlossen, den Kaufpreis an keinen andern wie dem Verkäufer selbst, oder für dessen Rechnung an das auf dem Markt bestehende Inkassa-Komptoir auszuzahlen.
Wir machen daher sowohl die hiesigen wie die auswärtigen Viehhändler und Metzger auf dieses neu errichtete Institut, welches Dienstag den 2. Januar 1849 errichtet wurde, mit der Einladung aufmerksam, sich in dieser Geschäftsangelegenheit an einen der Unterzeichneten zu wenden.
H. J. Klein, F. N. Görrig.
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J. P. Hospelt, Höhle 35 nimmt alle solide Gegenstände in Niederlage zum Verkauf an; kauft solche sowie Gold und Silbergegenstände.
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Bonn-Kölner Eisenbahn.
Fahrplan.
Vom 16. November 1848 bis zum 28. Februar 1849.
Von Bonn: 7 1/2 — 9 — 12 Uhr 10 Min. — 2 Uhr 20 Min. — 5 — 7.
Von Köln: 7 3/4 — 10 1/4 — 12 — 2 1/2 — 5 Uhr 10 Min. — 7 1/2
Für die Fahrt zwischen Bonn und Köln werden veruchsweise Billets zur 1. Wagenklasse, für die Hin- und Rückfahrt an demselben Tage gültig, zum Preise von 25 Sgr. per Billet verkauft.
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Auf der Marzellenstraße ist ein Quartier von 3 Zimmer und Küche, nebst Keller und Speicher möblirt zu vermiehen. Wo sagt die Expedition.
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Mehrere gute Klaviere, billig bei G. Tonger.
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Große Auswahl von vorzüglichen Stahlfedern, zu äußerst billigen Preisen, bei G. Tonger, Pauluswache.
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Koaks so wie fette und magere Kohlen sind vorräthig auf dem Lager der Eschweiler-Pannesheider Bergwerks-Vereine am Thürmchen.
U. Keiffenheim, Salzmagazinstraße Nro. 7.
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So eben erhielt ich wieder eine neue Sendung wollener Bettdecken von 1 Thlr. 5 Sgr. bis 5 Thlr. die ich hiermit bestens empfehle.
D. Kothes, Altenmarkt 69.
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Coaks ist wieder in sehr guter Qualität vorräthig, in der Gas-Erleuchtungs-Anstalt, Buschgasse 11.
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Eine große Auswahl in gesteppten und wollenen Bettdecken empfiehlt bestens D. Kothes, Altenmarkt 69.
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Frischer Honig per Pfund 4 Sgr. in Partieen billiger, zu haben Severinstraße Nr. 156.
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Gute Cigarren, ordinär, die jedoch in jeder Gesellschaft geraucht werden können, per Stück nur 2 Pfge., 250 1 Thlr., bei G. Tonger, Pauluswache.
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Futter gegen Mäuse, Ratten, Schwaben und Motten. Thurnmarkt Nr. 39.
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Feinster Punschsyrup. Rum, Cognac, Arrak. Holl. Liqueure.
Bei Franz Jos. Daniels,Sternengasse Nr. 9 & 11.
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Schönes Neujahrgeschenk sehr billig.
Die Rheinsagen von Reumont. Schöne Ausgabe mit Stahlstichen. (Ldpr. 2 1/3 Thlr.) für nur 22 1/2 Sgr., bei G. Tonger, Pauluswache.
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Eine hiesige geräumige Färberei und Druckerei nebst sämmtlich dazu erforderlichen Geräthschaften steht gleich zu vermiethen. Wo sagt d. Exp. d. Z.
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3000 Thaler liegen zum Ausleihen auf gute Hypothek bereit. Bei wem sagt d. Exp. d. Z.
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25jähr. Kornbrantwein.
Sternengasse Nr. 9 & 11.
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Ausgezeichnete Punsch-Essenz, Rum, die große Flasche 17 1/2 Sgr. Die halbe 9 Sgr. Arrac die große Flasche 22 1/2 Sgr. Die halbe 11 1/2 Sgr. bei G. Tonger, Pauluswache.
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Feinster Punschsyrup von Franz Jos. Daniels, Hochstraße Nr. 82.
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OSTENDER-AUSTERN-DEPOT für Deutschland.
Grosse Budengasse Nr. 1 in Cöln.
Fortwährend werden daselbst nebst vielen feinen geräucherten und gesalzenen Fischen, nachstehende Sorten Austern zu den beigesetzten Preisen verabreicht:
Kleine Austern à Sgr. 25 p. 100
Grössere à Sgr. 28 p. 100
Mittlere à Thlr. 1 1/4 p. 100
Grosse gemastete à 2 Thlr. per 100.
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Sehr feinen Maiwein-Essenz das Fläschchen 4 Sgr., hinreichend für 4 Flaschen Maiwein zu machen, so wie auch englischen Brustsyrup das Fläschchen 5 Sgr. Das beste Mittel gegen Brustverschleimung und Husten, bei Gebr. Fabry, Konditor, Altenmarkt 10 —.
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Lederhandlung.
Mit dem Beginn des Neujahres erlaube ich mir die Herren Schuh- und Stiefelmacher auf mein Lager in ächtem baierischem Kalbleder, welches sich durch seine Weich- und Haltbarkeit vor vielem Leder auszeichnet, aufmerksam zu machen, so wie auch auf besonders gut gegerbtes Wild-, Rind- und Bauerts-Leder.
Zugleich empfehle ich meine Fabrik von haltbaren Vorschuhen und Schäften.
Carl Troost, Mühlengasse Nro. 3.
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Ger. Salm, frischer Schellfisch, Kabliau, bei Veith Lintgasse 1.
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Ein Kleiderschrank, Nachtskomödchen, Stühle, Arbeitstischchen. gepolsterte Fußbänkchen, Kinderbettlädchen, billig zu haben, Mühlengasse Nr. 10.
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Herrenkleider werden gewaschen und reparirt, Herzogstraße Nr. 11.
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Die rühmlichst bekannten Stollwerk'schen Brustkaramellen deren treffliche Wirkung sich ganz besonders gegen Heiserkeit, Halsweh und selbst bei schmerzhaftem Auswurf ununterbrochen als ein probates Hausmittel bewährt, und die ihre wohlthuende Kraft dadurch äußern, daß sie für den Leidenden bei ihrem angenehmen aromatischen Geschmacke ein linderndes Mittel bilden, haben sich fortwährend einer so entschiedenen Theilnahme von Seiten des Publikums zu erfreuen, daß dieselben nicht allein in ganz Deutschland, sondern auch in den meisten übrigen Ländern Europa's mit dem günstigsten Erfolge fortwährend verkauft werden, Ich glaube daher auch eine Pflicht gegen alle diejenigen zu erfüllen, welche an den oben erwähnten Uebeln leiden, die von mir fabrizirten Brustkaramellen wiederholt zu empfehlen.
Ich enthalte mich aller weiteren Anpreisungen, da die Karamellen sich durch ihre vortreffliche Wirkung bei allen Konsumenten ungewöhnlichen Ruf und Empfehlung erworben haben, und sich Jeder leicht von der Wahrheit des Gesagten durch einen keineswegs kostspieligen Versuch überzeugen kann
Zur Erleichterung meiner geehrten Abnehmer habe ich in den meisten Städten Europa's Niederlagen errichtet, so auch hier in Köln bei den Herren
C. J. Hoegel, Bobstraße 20
W. T. Kirchner, Hochstraße 78.
W. A. Hospelt, Apostelstraße 9.
H. Gerhartz, Altenmarkt 73.
J. Sauset, unter Kästen.
G. Tonger, Marzellenstraße 1.
Dieselben sind nur in meinen mehrmals öffentlich bekannt gemachten Niederlagen und in Köln nur bei mir und den oben Bezeichneten das Paket à 4 Sgr. oder 14 Kreuzer zu haben.
Franz Stollwerck, Hoflieferant, Schildergasse Nr. 49.
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VAN EETEN & Cmp. in Antwerpen.
Nachfolger des Herrn JULES VAN EETEN.
Bureau zur Beförderung Auswanderer nach Amerika.
Regelmässige Schifffahrt zwischen Antwerpen und New-York für Passagiere und Güter, durch schöne Kupferbodene u. kupferfeste gut seegelnde Dreimast-Schiffe, deren Namen zur Zeit werden angezeigt werden.
Die Abfahrten von Antwerpen sind auf den 1., 10. und 20 jeden Monats bestimmt, und nehmen vom 1. März 1849 Anfang.
Diese Gesellschaft übernimmt den Transport der Auswanderer nach Amerika mit oder ohne Beköstigung für jede oben erwähnte Abfahrt während 1849, und liefert auch Contrakte für alle Plätze ins innere der Vereinigten Staaten per Eisenbahn und Dampfschiffe, und expedirt ebenfalls Schiffe nach Baltimore, New-Orleans, Galveston, Rio-Grande, Rio-Janeiro etc.
Nähere Nachricht ertheilen auf frankirte Anfragen die Herren VAN EETEN et Comp. in Antwerpen, und alle Agenten dieser Gesellschaft in Deutschland.
Antwerpen, den 18. December 1848.
VAN EETEN et Comp.
NB. Man wünscht noch einige respektable Agenten, welche im Stande sind eine genügende Caution zu stellen.
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Abonnement auf die Neue Bonner Zeitung.
Dieses Blatt, welches die Partei der socialen Demokratie vertritt, erscheint unter Redaktion des Professor Kinkel täglich mit Ausnahme des Montags, und bringt, außer den neusten politischen Nachrichten und deren Besprechung in allgemein verständlichem Tone namentlich Berichte über den Stand der Demokratie im westlichen Deutschland, so wie über alles städtische, ferner ein Feuilleton mit zeitgemäßen Gedichten, Erzählungen und Aufsätzen, und ein Sonntagsblatt für Besprechung der socialen Fragen unter dem Titel: „Spartacus.“
Das Blatt wird täglich mit den Abendposten versandt. Preis 1 Thaler das Quartal, auf den preußischen Postämtern 1 1/4 Thaler. Der „Spartacus“ allein bezogen durch Post 12 1/2 Sgr., Porto eingeschlossen.
Die Expedition der „N. Bonner Ztg.“
W. Sulzbachs Buchhandlung.
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Ein mittelmäßiges für ein Detailgeschäft geeignetes Haus oder Unterhaus mit einigen Zimmern, wird um es Anfangs März zu beziehen, auf mehrere Jahre zu miethen gesucht; deßfallsige die Angabe des Miethpreises enthaltende und mit A. Nr. 3 bez. Anerbietungen beliebe man abzugeben bei der Exp. d B.
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Konzessionirtes Vaudeville-Theater.
Heute Mittwoch den 3. Januar 1849: Guten Morgen Vielliebchen.
Lustspiel in 1 Akt von Adelbert vom Thale.
Hierauf: Die weibliche Schildwache.
Vaudeville-Posse in 1 Akt von Friedrich.
Entree 10 Sgr. à Person, wofür Getränke verabreicht werden.
Kassa-Eröffnung 4 Uhr.
Anfang 5 Uhr.
Franz Stollwerck.
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Berlin: Oekonomie-Administratoren — Wirthschafts-Inspektoren — Forst- und Domainen-Beamte — Rentmeister — Secretaire — Oberkellner — Braumeister — Fabrik-Aufseher — Pharmaceuten — Buchhalter- und Handlungs-Commis (für Banquier-, Comptoir-, Fabrik-, Manufactur-, Schnitt-, Material-, Reise- und sonstige Geschäfte) können sehr gute und dauernde, mit hohem Gehalt verbundene Stellen erhalten, und wollen sich baldigst wenden an die Agentur des Apothekers Schulz in Berlin, Alexanderstrasse Nr. 63.
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Theater-Anzeige.
Die weiße Frau, komische Oper in 3 Akten von Boieldieu.
Anna, Frl. Mina Marpurg, Jenny, Frl. Auguste Marpurg als Gäste.
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Der Gerant: Korff.
Druck von J. W. Dietz, unter Hutmacher 17.