[1067]
Beilage zu Nr. 196 der Neuen Rheinischen Zeitung.
Organ der Demokratie.
Dienstag 16. Januar 1849.
[Französische Republik]
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[Fortsetzung] scheinlich ein ähnliches Loos in den nächsten Tagen beschieden war, sind aus ihren Zellengefängnissen der Rue du Cherche Midi entflohen! Die Gerichtssitzungen veröffentlichen darüber sehr romanhafte Details zur Erbauung ihrer Leser. Aus ihnen erfahren wir, daß die Gefangenen die Mauer ihrer Zellen durchbrachen und über das Dach des daneben gelegenen Hauses glücklich entwischt sind. Diese Flucht ruft in allen demokratischen Blättern, welche Barthelemys treffliche Vertheidigung vor dem Kriegsgericht fast wörtlich mittheilen und die auch in Deutschland Aufsehen erregen würde, den einstimmigsten Jubel hervor.
— Laut des neuesten Katasters umschließt die Pariser Stadtmauer 32,000 Grundstücke, welche ebenso viel Civilbesitzern gehören.
— Der Schluß der gestrigen Nationalversammlung war außerordentlich stürmisch, woran namentlich die Vorwürfe Barrots: daß sich die Nationalversammlung mehr mit der Regierung als dem Verfassungswesen beschäftige, und daß sich ihr Patriotismus verirre u. s. w. die meiste Schuld trugen. Barrot war grob, saugrob — kein Wunder also, daß der Tumult überhand nahm.
Nationalversammlung. Sitzung vom 13. Januar. Vizepräsident Corbon eröffnet um 2 1/4 Uhr die Sitzung. Heckeren, einer der Schreiber, liest das Protokoll vor.
Boursat, der darin zur Ordnung gerufen wird, protestirt gegen dasselbe: laut welchem er nämlich zur Ordnung gerufen worden sein solle. Marrast habe ihm nur gedroht, zur Ordnung zu rufen.
Soll berichtigt werden. Das Protokoll wird angenommen.
Präsident: Ich theile jetzt das definitive Resultat der gestrigen Abstimmung mit. Da mehrere Glieder doppelt gestimmt, so ändert sich das Resultat folgendermaßen:
Zahl der Stimmenden 796, absolute Mehrheit 399, für die in Betrachtziehung des Rateau'schen Antrages 400, dagegen 396. (Statt 404 gegen 401, wie wir gestern anzeigten.)
In Folge dieses Votums, fährt Corbon fort, zieht also die Versammlung den Rateau'schen Antrag in Betracht, und übergibt ihn einer Kommission, die ihren Bericht abzustatten hat.
Mehrere Stimmen zur Rechten: Sofortige Versammlung in den Büreausälen!
Stimmen zur Linken: Auf Montag!
Vivien: Es ist Grundsatz, daß die Nationalversammlung nur Beschlüsse über die auf ihrer Tagesordnung gesetzten Gegenstände faßt. Sie können also nicht ohne Weiteres in die Bureaus gehen. Ich schlage also den Montag vor. (Unterstützt.)
Die Versammlung wird sich also am nächsten Montag mit Ernennung jener Kommission beschäftigen.
Paguerre (pathetisch): Sie wissen, meine Herren, daß mehrere Deputirte ähnliche Anträge wie Rateau stellten. Ich trage also darauf an, daß alle diese Vorschläge jener Kommission zugewiesen werden. (Ja! Ja!)
Etienne legt einen Rechnungsbericht über die Ausgaben der provisorischen Regierung für die Nationalwerkstätten nieder. (Neuer Skandalstoff.)
Lacrosse, Staatsbautenminister: Ich ersuche das Haus, diesen Gegenstand bald zu erledigen. Viele Rechnungen sind noch unbezahlt, die Leute verlangen ihr Geld. Ich trage also auf schleunige Berathung an. (Ja! Ja!)
Die Versammlung nimmt nun die gestern abgebrochene Salzdebatte wieder auf. Es handelt sich bekanntlich um eine von Luneau und Crespel de la Touche beantragte Aenderung d[e]r Eingangszölle auf raffinirte Salze des Auslandes.
Randoing hält einen langen national-ökonomischen Vortrag, von dem aber nur einige Laute zu uns dringen. So groß ist das Geräusch.
Präsident Corbon: Ich bitte diejenigen Glieder, die sich des Plauderns nicht enthalten können, es leiser zu thun, oder sich in die Konferenzsäle zu begeben. (Gelächter.)
Randoing fährt in seinem ellenlangen Vortrage fort und beweist die Nothwendigkeit der möglichst hohen Schutzzölle zu Gunsten der Nationalarbeit.
Passy, Kestner, (Elsaß), Talon nehmen an der Debatte Theil.
Man ruft zum Schluß.
Billaut verlangt ebenfalls die rheinische Salzproduktion gegen die ausländische geschützt durch 3 und resp. 3 1/2 fr. für 100 Kilogr.
Wird verworfen
Grandin schlägt 2 3/4 fr. vor.
Gleichfalls verworfen.
Meaulle und Bizoin beauftragen schärfere Controlle der Salzdebitanten.
Wird nicht angenommen.
A. Fould beantragt eine parlamentarische Untersuchung der gesammten Salzverhältnisse in Frankreich.
Desmesmay unterstützt diesen schon unter Luois Philipp begonnenne, aber nicht veröffentlichen Antrag.
Hüneau will eine administrative Untersuchung.
Die Versammlung entscheidet, daß im Laufe dieses Jahres eine parlamentarische enquête aller Salzverhältnisse stattfinden solle. (Allgemeines Gelächter.)
Präsident Corbon: Somit wäre die Salzdebatte erschöpft. Ich bringe das Gesammtgesetz zur Abstimmung.
Die Versammlung nimmt dasselbe an. Dieser ermüdende Gegenstand wäre somit erledigt.
Die Sitzung wird um 1/4 vor 6 Uhr geschlossen.
Ungarn.
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Hermannstadt, 26. Dezember.
Noch hat der Angriff auf Haromszek nicht begonnen und die Szekler benutzen jede Gelegenheit, die Kette der Kaiserlichen zu durchbrechen und die Dörfer des kronstädter Distrikts zu plündern. Ja neulich ging ihr Uebermuth sogar so weit, Kronstadt zur Uebergabe aufzufordern, weil sie sonst die gefangenen kronstädter Bürgerwehrmänner aufhängen würden. Der Szekleranführer Sombory hat sich am 13. Dez. mit 10,000 M. auf den bei Felsö-Rakos mit 2 Kompagnien Bianchi und 1 Eskadron Dragoner stehenden Rittmeister Heydte geworfen, dem jedoch ein geordneter Rückzug nach Reps gelang.
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Agram, 2. Januar.
Die heutige Agramer Zeitung bringt eine wichtige Staatsschrift: „Memorandum über die staatsrechtlichen Beziehungen der ungarischen Kronländer zu Oesterreich.“ „Die Vertreter der Königreiche Kroatien und Slavonien, dann jene der serbischen Woiwodschaft interveniren darin am allgemeinen konstituirenden Reichstage in zweierlei Absichten: 1) als Vertreter freier, in staatsrechtlicher Beziehung nur an die pragmatische Sanktion gebundener Staaten, welche ihr früheres mittelbares Konföderationsverhältniß mit Oesterreich nun unmittelbar unter den Bedingungen nationaler Unabhängigkeit, insofern sie eine kräftige Centralregierung zulässig macht, dann unter der ausdrücklichen Bedingung, daß kein Theil der österreichischen Erblande irgend einem Sonderbunde außerhalb der Staatsgränzen des österreichischen Kaiserthums angehöre, daher die österreichischen Deputirten von Frankfurt abberufen und selbst die österreichische Bundesakte von 1815 aufgehoben werde, — erneuern wollen; 2) als freie, durch eine gegenseitige Konföderation einen gemeinsamen Staatszweck verfolgende österreichische Staatsbürger, welche in Bezug auf die Abfassung der Konstitution, dann alle auswärtigen, Kriegs-, Finanz- und Handelsangelegenheiten mit den übrigen Provinzen ein untheilbares, gleichmäßig vertretenes Ganzes bilden und in dieser Hinsicht nur den Beschlüssen der Majorität des von allen Völkern der konstitutionellen Monarchie zu beschickenden Reichstages sich zu fügen haben.“
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Czernowice, 3. Jan.
Seit einigen Tagen ist die hiesige Besatzung und die Einwohner in der größten Bestürzung; die Neuigkeiten von Siebenbürgen sind die Quelle ihres Schreckens; die Sachen haben dort für die östreichische Armee eine ungünstige Wendung genommen. Die Abtheilung des Generals Wardyner ist fast aufgerieben und ein Theil ihrer Ueberreste ist mit dem Oberst Blonski nach der Grenze von Bukowina geflüchtet, und der andere, mit dem General Wardyner, ist bei Klausenburg von der ungarischen Armee umringt worden. — Es kursiren hier die Namen der Offiziere der früher hier stehenden Besatzung, die im Kampfe gefallen sind; die Zahl der Verwundeten und Erfrorenen ist sehr bedeutend; man sendet von Czernovice einen Regimentsarzt, um die Kranken zu pflegen. — Der General Bèm hat einen großen Schreck über Siebenbürgen verbreitet; die wallachische Bevölkerung vereinigt sich jetzt mit den Ungarn. Man befürchtet einen Einfall der Ungarn in die Bukowina. Um dem vorzubeugen, sendet man 6 Compagnien von Bukowina nach der siebenbürgischen Grenze aus; mit diesen sollen sich vereinigen diejenigen Truppen, die vom czartkauer und stanislauer Bezirke ausgerückt sind; man erwartet auch einen bedeutenden Theil der lemberger Garnison mit 36 Kanonen. Der General Malkowsky soll dieses neue Corps nach Siebenbürgen führen.
Der Grenzcordon zwischen Bukowina und Moldawien ist aufgehoben, da die Grenzbataillone nach der siebenbürgischen Grenze aufgebrochen sind. Die Schmuggler benutzen dieses, um türkischen Tabak auf Frachtwagen hinüber zu bringen.
Es zeigen sich hier schon Flüchtlinge von Siebenbürgen, unter andern ein Major von den Szeklern und ein ungarischer Magnat, die, da sie die Sache der Ihrigen verrathen haben, sich nicht mehr sicher in Siebenbürgen fühlen. — Man spricht auch davon, daß Klausenburg durch die Ungarn eingenommen sei. — Diejenigen, welche von der Armee des Wardyner hier angelangt sind, erzählen Furchtbares über die ungarische Armee. Sie sagen, daß die Artillerie sie zu Pferde, mit angezündeten Lunten in der Hand und mit Kanonen, die auf Schlitten gesetzt waren, verfolgten.
Neueste Nachrichten.
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[ Z ] Frankfurt, 13. Januar.
Abends 9 Uhr. Die heut um 4 Uhr wieder begonnene Sitzung der Nat.-Vers. ist etwa seit einer Stunde zu Ende. Die Minoritätsanträge sind mit 261 gegen 224 Stimmen angenommen worden. Gagern's Majorität beträgt also 37 Stimmen, darunter Gagern, und sämmtliche Minister und Centralohnmachts-Beamte mitgerechnet. Die ganze Linke legte gegen den Beschluß, als eine neue Theilung Deutschlands, feierliche Verwahrung ein.
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[ * ] Kremsier, 9. Jan.
Die neueste heute Morgen 10 Uhr in Köln eingetroffene pr. Reichspost bringt folgende Neuigkeiten:
Schuselka stellt zu § 1 folgenden Vermittlungsantrag: „Alle Staatsgewalten gehen vom Volke aus und sind in der konstitutionellen Monarchie zwischen dem Volke und dem erblichen unverantwortlichen Monarchen, nach in der Verfassungsurkunde festgesetzten Bestimmungen getheilt.“
Für den Antrag sprachen noch Szabel und Pittori, dagegen Brauner und Wilner. Während der Sitzung traf durch den elektrischen Telegraphen die Nachricht von der Wiederwahl Strobach's zum Deputirten für Prag.
Es cirkulirt hier eine Petition der Croaten, welche Lossagung und entschiedene Trennung Oesterreichs von Deutschland verlangt.
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[ * ] Wien, 10. Jan.
Die fernere herausgabe von Kuranda's „Ostdeutscher Post“ hat der Minister Stadion verboten.
Aus Ungarn geht die Nachricht ein, daß Mehzaros und Zapary gefangen worden. Die k. k. Armee soll in Buda-Pesth einige Zeit ausruhen; nur eine starke Kolonne wird dem Grafen Schlick zu Hülfe gesandt, mit dessen ausposaunten Siegen es demnach ziemlich seltsam stehen muß. Die ungarischen Gefangenen werden erschossen oder zum Militär assentirt. Windischgrätz giebt den Völkern stündlich eine Lehre, wie sie's hätten im März anfangen, wie sie ihre Feinde hätten niederschießen oder durch den Kerker langsam vernichten sollen. Dieser Mann zeigt, wie das Volk bei der bereits heranbrausenden neuen Revolution gegen seine Feinde verfahren muß.
Der Banknoten-Umlauf hat sich seit dem 1. Dezember um 7 Mill. vermehrt und der Silbervorrath um 400,000 Fl. vermindert.
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Wien.
Aus Ungarn erfahren wir noch Folgendes:
Am 31. Dezbr., Abends gegen 7 Uhr, beschloß der ungarische Reichstag auf Vorschlag der Landesvertheidigungs-Kommission aus strategischen Rücksichten, welche weitläufig entwickelt wurden, die Vertheidigung von Pesth und Ofen aufzugeben und sich mit der ganzen Armee und der Regierung nach Debreczin zurückzuziehen. Am selben Abende wurde Kossuth, gleichsam zum Abschiede, ein glänzender Fackelzug gebracht; er verließ dann mit einer Anzahl von Regierungsmitgliedern gegen 11 1/2 Uhr auf der Eisenbahn Pesth und fuhr nach Szolnok. Am folgenden Tage folgten ihm fast alle Reichstags- und Regierungsmitglieder; nur Csanyi, als Militärgouverneur, und Heineke, als Polizeipräsident, blieben noch zurück. Alle Kassen und beweglichen Schätze wurden per Eisenbahn nach Szolnok und von dort nach Debreczin geführt; darunter die ungarische Krone, die Reichsinsignien und die Schatzkammer. Eben so wurden die Pressen der Banknoten-Fabrik nebst Zubehör, sämmtliche Maschinen und Werkzeuge der Gewehrfabrik und Kanonenbohrerei, alle Montur- und Waffenmagazine, sogar sämmtliche Waffen der Nationalgarde, die Kanonen (gegen 150) und Pulver- und Kugelvorräthe abgeführt.
Sechs Lokomotiven waren stets geheizt, um die langen Züge zu schleppen; und dies dauerte 5 Tage und 5 Nächte. Dann wurden alle Waggons der Eisenbahnen, alle Lokomotiven und Tender gleichfalls weggeführt; die im Bau begriffenen Wagen, wie auch alle Postwagen und sonstiges Fuhrwerk theils zerschlagen, theils auseinandergenommen.
Am 3. und 4. begann die Flucht aller betheiligten oder sich kompromittirt haltenden Privaten. Die Straßen waren mit Fuhrwerk aller Art bedeckt, und mehr als ein Viertel aller Einwohner hatte die Stadt verlassen, bevor die Oestreicher einrückten.
[14. Armeebulletin.] Nach so eben eingelangtem Berichte des in Oberungarn operirenden galizischen Armeecorps unter Feldmarschalllieutenant Graf Schlick vom 5. Januar d. J. hat selbes am 4. Januar l. J,. das unter Kommando des Rebellen Meßaros zum Ueberfall gegen Kaschau anrückende Insurgenten-Corps, in der Stärke von 18 Honvéd- und Nationalgardenbataillons, mit 33 Kanonen und 800 Husaren, siegreich in die Flucht geschlagen. — Diese höchst wichtige Affaire fand zwischen Kaschau und den Höhen vom Parcza statt. Es wurden den Insurgenten auf dem Schlachtfelde 10 Kanonen, 6 Munitionskarren, eine Fahne, über 200 Gewehre und 40 Pferde abgenommen, 2 Offiziere und auch 500 Mann Gefangene gemacht. — Die Chevauxlegers verfolgten den fliehenden Feind und überfielen dessen Arrieregarde, wobei noch 6 Mörser, 1000 Gewehre, viele Pferde erbeutet und mehrere Gefangene gemacht wurden. — Das Regiment Parma zeichnete sich bei diesem Gefechte rühmlichst aus, es schlug die polnische Legion, brachte ihr einen bedeutenden Verlust bei, nahm ihr eine Kasse mit 10,000 Stück Dukaten in Gold ab, und außerdem eine Schriftenkiste Meßaros's, die polnischen Angelegenheiten betreffend. — Ungeachtet des heftigen Kampfes hatten wir nur sehr wenige Todte und Verwundeke. — Unsere braven Truppen, vom besten Geiste beseelt, bei einer furchtbaren Kälte, fielen den sehr gut gekleideten und mit den besten lütticher Gewehren bewaffneten Feind unter Hurrahgeschrei mit dem Bajonette an und warfen ihn mit Ungestüm zurück. — Meßaros entging dem Tode nur dadurch, daß die Pistole, welche ein k. k. Offizier abdrückte, versagte. — Als ein erfreulicher Beweis, daß Ehre und wahrer Soldatengeist unter allen Nationalitäten der k. k. östreichischen Armee herrsche, mag nachfolgende so eben eingelangte offizielle Nachricht dienen: Am 4. d. M., um 1 Uhr Mittags, marschirten 4 Kompagnien des ersten Bataillons Zanini, geführt von dem dermaligen Bataillonskommandanten Hauptmann Br. Masburg, von Neusatz, wo sie in Garnison lagen, ab, und trafen um 3 Uhr bei dem k. k. Vorposten auf der Römerschanze von Kaacs ein.
Diese brave Truppe — ihre Offiziere, die k. k. Oberlieutenants Marchisetti und Kodics, Lieutenant Chevalier Dewerchin, als Bataillonsadjutant, dann die Lieutenants Kressek, Effenberger und die durch den Rebellenanführer Alexander Esterhazy provisorisch ernannten Lieutenants Menhardt, Kramer, Nowak, Nicolazy und Rosin an der Spitze — ihre Fahne, Waffen und Munition mitbringen wurden von den diesseitigen Truppen mit Enthusiasmus aufgenommen, und vereint ließen Alle Se. Majestät hoch leben. — Wenn man bedenkt, daß ein so beträchtlicher Körper unter den schwierigsten Umständen, unter den Augen einer aufrührerischen Population und im Angesichte einer Hauptfestung diesen Beweis von Anhänglichkeit an den Staat und seine Fahne ablegte, der er nur durch falsche Nachrichten und Vorspiegelungen eine Zeit lang scheinbar ungetreu geworden, so kann wohl über das Bestehen Oesterreichs selbst mit den zusammengesetzten verschiedenartigsten Nationalitäten kein Zweifel mehr sein.
Selbst in dieser verworrenen Zeit hat jede, italienische, ungarische, polnische und deutsche Truppe die schönsten Beweise ihrer Hingebung für den Staat aufzuweisen, und nur durch elende Fanatiker verführt, konnte der treue Sinn der Bevölkerung eine Zeit lang wankend gemacht werden. — Allen Zweiflern möge dies als Anhaltspunkt dienen: Oesterreich wird bestehen immerdar; es darf nur seine Kräfte entwickeln.
Wien, 10. Januar 1849.
Feldmarschall-Lieutenant Welden, Militair- und Civilgouverneur
[Redakteur en chef: Karl Marx. ]
[Leserbrief]
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[ 068 ] Köln, 15. Jan.
„In der uralten Stadt Cöln, wo man das Grab der heiligen 3 Könige zeigt, sitzt nun auch ein Hauptfeind des Königs, der Doctor Eichler, gefangen; dieser Mensch, der am 18. März vor. Jahrs vor der Seehandlung eine Schildwache von hinten ermordete, der bei dem abscheulichen Sturme aufs Berliner Zeughaus mit dabei war, kaufte jetzt ganz im Geheimen wieder Waffen mit polnischem Gelde; da wurde er endlich in Coblenz beim Kopf genommen und nach Cöln gebracht. Dort erkannte man ihn gleich, obwohl er sich seinen schlechten rothen Bart schwarz gefärbt hatte.“
So lautet wörtlich der Bericht in dem gestern hier angelangten „Neuen Preuß. Sonntagsblatte“, einem lieblichen Beiblättchen der „Galgenzeitung.“
Obige wundersame Geschichte wurde von der saubern „Kreuzritterin“ bereits vor mehrern Tagen nach einer Korrespondenz aus Köln mit den verläumderischsten Details erzählt und findet sich jetzt, wie wir gesehen, in ihrem Sonntagsblättchen mit romantischem Aufputz wiederholt.
Die ganze Erzählung ist eine jener tausendfachen schaamlosen Lügen, welche von der „Neuen Preußischen“ oder „Galgenzeitung“ täglich mit Gott, für König und Vaterland in die Welt geschleudert werden.
Das Parket von Koblenz wie das von Köln sind da, um die verdoppelte Lüge in Betreff Eichler's zu bekunden.
Hr. Grashoff, den wir neulich mit kurzen Strichen gekennzeichnet, ist Kölnischer Korrespondent jenes gottbegnadeten „Galgenblättchens.“
Aus der in Betreff Eichler's mit solcher Zuversicht, mit solcher apodiktischen Gewißheit veröffentlichten Historie läßt sich auf die Glaubwürdigkeit der übrigen Mittheilungen in der „Neuen Preußischen Zeitung“ der beste Schluß ziehen.
Das Publikum wird danach wohl auch die famose kreuzritterliche Erfindung vom „Bunde der Gerechtigkeit“ etc. zu beurtheilen wissen. Die eine Erfindung ist in der That der andern werth, nur mit dem Unterschiede, daß in Betreff Eichler's das ganze hiesige Parket als Zeuge gegen die „Galgenzeitung“ dasteht, während der „Gerechtigkeitsbund“ nur den allgemeinen Charakter der königlich preußischen „Kreuzritterin“ zu seinen Gunsten anführen kann.
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@facs1067
Erklärung.
Ihr gestriger Correspondent aus Düsseldorf beschäftigt sich viel mit meiner Person, und nur um Unwahrheiten zu berichtigen, gehe ich ohne Rücksicht auf den sonstigen Inhalt in der Art darauf ein zu erklären, daß ich nie gegen, wohl aber für die Anschaffung der rheinischen Zeitung aus verschiedenen Gründen gestimmt und gesprochen habe. — Möge man hieraus ersehen, daß es in unserer Stadt Personen gibt, denen jedes Mittel recht ist, ihre Mitbürger zu verdächtigen, sei es auch nur durch eine Lüge. —
Düsseldorf, 1849.
Robert Westhoff.
Handelsnachrichten.
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[Anzeigen]
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Bekannmachung.
Zu der nach Art. 60 der Verfassungs-Urkunde vom 5. Dez. v. Jahrs, für die Ausübung der gesetzgebenden Gewalt mitberufenen ersten Kammer, welche gemäß Art. 62 ebendaselbst, aus 180 Mitgliedern bestehen soll, ist nach Art. 2 des interimistischen Wahlgesetzes vom 6. Dez. v. J. jeder Preuße, welcher das 30ste Lebensjahr vollendet hat und einen jährlichen Klassensteuersatz von mindestens 8 Thlr. zahlt oder einen Grundbesitz im Werthe von mindestens 5000 Thalern oder ein reines jährliches Einkommen von 500 Thlr. nachweist in derjenigen Grmeinde, worin er seit sechs Monaten seinen Wohnsitz oder Aufenthalt hat, stimmberechtigter Urwähler, sofern er nicht den Vollbesitz der bürgerlichen Rechte in Folge rechtskräftigen richterlichen Erkenntnisses verloren hat.
Aus der Zahl der stimmberechtigten Urwähler werden die Wahlmänner, von je 100 Urwählern Einer, und aus dieser letzteren die Mitglieder der ersten Kammer nach absoluter Stimmenmehrheit gewählt, wobei zu deren Mitgliede jeder Preuße wählbar ist, welcher das 40ste Lebensjahr vollendet hat und bereits fünf Jahre lang dem preußischen Staatsverbande angehört.
Nach Inhalt des Art. 6 des gedachten interimistischen Wahlgesetzes und des darin bezogenen Verzeichnisses wählt der Regierungsbezirk Cöln 5 Abgeordnete zur ersten Kammer in zwei Wahlbezirken, von welchen der Eine, aus den Kreisen Mülheim, Wipperfürth, Gummersbach, Waldbroel und Sieg bestehend, zwei Abgeordnete, der Zweite aus dem Stadt- und Landkreis Cöln und den Kreisen Bonn, Rheinbach, Euskirchen und Bergheim bestehend, drei Abgeordnete wählt.
Die in der hiesigen Stadt wohnenden, zur Mitwirkung bei der gedachten Wahl berechtigten Urwähler sind unter dem 20. Dez. v. J. öffentlich aufgefordert worden, sich auf dem hiesigen Rathhause zu melden und, da hierselbst die Klassensteuer nicht besteht, den in Art. 2 des Wahlgesetzes bestimmten Nachweis zu führen.
Auf Grund dieser Anmeldungen und der übrigen zu Gebote stehenden Mitteln ist hiernach die Urwählerliste aufgestellt worden. Dieselbe wird zu Jedermanns Einsicht auf dem Rathhause hierselbst von Montag den 15. d. Mts. ab offen gelegt, mit dem Bemerken, daß nach § 3 des Wahlreglements Einwendungen gegen dieselbe innerhalb 5 Tagen nach dieser Bekanntmachung bei der nach § 4 des Reglements von dem Gemeinderathe und dem Unterzeichneten gemeinschaftlich erwählten Kommission, bestehend aus den Herrn:
Appellationsgerichtsrath Belmann, Carl Boisserée, F. Luthmer, Kommerzienrath Schnitzler, Chr. Hamecher und Max Haas,
schriftlich unter der Addresse des Oberbürgermeister-Amts anzubringen sind.
Die nach Art. 3 des Wahlgesetzes zu bildenden Abtheilungen in der hiesigen Stadt, wie das weiter nöthige wird demnächst bekannt gemacht werden.
Cöln den 13. Januar 1849.
Der kommissarische Oberbürgermeister Graeff.
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@facs1068
Bekanntmachung.
Den 19. Jan. c., des Morgens 10 Uhr, werden in dem Geschäftslokale des Unterzeichneten die Materialien zur Unterhaltung der Köln-Frankfurter Staatsstraße, von dem so genannten Hochkreuz bis zur Sieg öffentlich verdungen. Die Anschlagspreise und Bedingungen können vom 10. Januar c. ab, eingesehen werden.
Deutz, 10 Januar 1849.
Der königl. Wegebaumeister Sepp.
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@facs1068
Bekanntmachung.
Anschließend an die diesseitigen Bekanntmachungen vom 23. v. Mts., bezüglich der Schalden-, Rachen- und Dampfschifffahrt wird noch zur Kenntniß gebracht:
Schaldenfahrt:
1) Das Uebersetzen mit Schalden soll nur bei Tageshelle geschehen, und deßhalb je nach den Tageslängen nach 4 bis 4 1/2 Uhr Nachmittags mit dem Beladen einer Schalde nicht mehr begonnen werden.
2) Zum Aufschreiben der Fuhrwerke nach der Reihe ihrer Ankunft und Anmeldung ist an jeder Rampe ein Aufseher, welcher die Reihenfolge der Einschiffung zu überwachen hat. — Für zweckmäßiges und sicheres Beladen der Schalden haben die, an jeder Rampe diensthabenden Brückenwärter zu sorgen.
3) Der Dienst des Fähr-Personals beginnt für das Einladen bei dem, an jeder Rampe befindlichen obersten Fähr-Pfahl, und hört auf, sobald das Fuhrwerk etc. wieder aus der Schalde ist.
4) Es hat daher jeder Fuhrmann sein Gefähr für das Einladen bis an jenen Pfahl zu bringen und dort so aufzustellen, daß dasselbe mit dem Fährseil rückwärts die Rampe hinunter geleitet werden kann. Das Herausbringen des Fuhrwerkes aus den Schalden muß mittelst Pferde durch die Führer, gleich nach erfolgtem Anlegen, selbst geschehen; desgleichen die Beaufsichtigung ihrer Pferde. Letzteres gilt auch für alle andere Arten Vieh.
N[a]chenfahrt:
1) Dieselbe findet bei Tage und bei Nacht Statt. Die Fährleute haben sich entweder in ihren betreffenden Nachen oder in den resp. Wachtstuben aufzuhalten und stehen an jedem Ufer, zunächst unter Aufsicht eines Brückenwärters.
2) In die größeren Na[ch]en sollen nicht mehr als 36, in die kleineren dag[e]gen nur 30 Personen aufgenommen werden; — G[e]päck etc. nach Verhältniß des Raumes unter die Sitzbretter.
3) Ist ein Nachen besetzt, so muß sofort abgefahren werden; sonst können die Fährleute bei Tage 10 Minuten und bei Nacht 30 Minuten, von der ersten Anmeldung zum Uebersetzen an gerechnet, warten. Nach Verlauf dieser Zeiten muß selbst eine einzelne Person übergesetzt werden.
4) Die königl. Posten haben stets den Vorrang, und das Recht, einen Nachen allein zu beanspruchen.
5) Bei eingestellter Dampfschifffahrt muß an jedem Ufer für außergewöhnliche Fälle etc. ein Nachen liegen bleiben.
Dampfschifffahrt:
1) Sie währt von Morgens 7 Uhr bis Abends 10 Uhr ununterbrochen. Die letzte Fahrt muß 10 Uhr Abends von Deuz nach Köln stattfinden. 2) In der Regel soll ein Schiff nie länger als 10 Minuten an einem Ufer still liegen. Ausnahmen sind gestattet für die letzten Fahrten vor einem von Deuz abgehenden Eisenbahnzuge, und des Abends nach 7 Uhr bei starkem Eisgange und dunklem oder stürmischem Wetter. 3) Ist ein Schiff nicht sehr mit Personen besetzt, so können Schiebkarren, 1 bis 2 leichte zweirädrige Handwagen, 1 bis 2 Pferde oder sonstiges ruhiges Vieh, sowie Lasten, welche 1 oder 2 Personen mit Einemmale zu tragen im Stande sind, mit aufgenommen werden.
Im Allgemeinen:
1) Aufsichts- und Fähr-Personal ist angewiesen, sich allen ungebührlichen Benehmens gegen das Publikum zu enthalten und über obige Bestimmungen auf Verlangen Auskunft zu geben. 2) Gegründete Beschwerden sind bei der unterzeichneten Behörde anzubringen, indem sonst natürlich eine Abhülfe nicht erwartet werden kann.
Köln, im Januar 1849.
Königl. Schiffbrücken-Verwaltung.
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@facs1068
Oeffentliche Vergantung.
Die Lieferung des für die hiesigen Wohlthätigkeits-Anstalten erforderlichen Bedarfs an Stoffen zu Bekleidungs-Gegenständen und Bett-Effekten für das Jahr 1849 soll auf dem Wege einer öffentlichen Licitation am Donnerstag den 25. Januar 1849, Vormittags 10 Uhr, in dem Sitzungssaale der Armen-Verwaltung, Cäcilienstraße hierselbst, vergeben werden, wozu Lieferungslustige mit dem Bemerken ergebenst eingeladen werden, daß hiesige und ausstädtische Ansteigerer, wenn sie der Verwaltung nicht hinlänglich bekannt sind, entweder über ihre Solidität ein von der betreffenden Ortsbehörde legalisirtes Attest beizubringen oder aber einen hier ansässigen soliden Bürgen zu stellen haben.
Die der Licitation zum Grunde gelegten Bedingungen und Lieferungsmuster sind auf unserem Sekretariate, Cäcilienstraße hierselbst, zur Einsicht der Interessenten offen gelegt.
Das pro 1849 erforderliche Quantum beträgt:
  • A. Fürs Bürgerhospital.
    • 4000 berl. Ellen gebleichtes Flachstuch zu Hemden,
    • 8000 Hanftuch zu Bettüchern,
    • 400 Flachsleinen zu Kissen-Ueberzügen,
    • 60 Bettzwillich,
    • 300 gebleichtes Flachsleinen zu Handtüchern,
    • 800 Pfund Flachs zum Spinnen,
    • 300 berl. Ellen Molton,
    • 300 Bibertuch,
    • 550 Drillich,
    • 500 bedrucktes Nessel,
    • 800 bedrucktes Nessel,
    • 1000 grau Leinen zu Schürzen,
    • 80 Cattun,
    • 700 aschgrau Futterleinen,
    • 600 desgl. Futternessel,
    • 500 ungefärbtes Futternessel,
    • 400 Pfund Wollgarn,
    • 600 Sohlleder,
    • 200 Kalbleder,
    • 12000 Stück größere Schuhnägel,
    • 18000 kleinere ditto
    • 10000 Schuhstifte.
  • B. Fürs Waisenhaus.
    • 1200 berl. Ellen Leinen zu Betttuchern,
    • 400 weißes Hanfleinen,
    • 200 gekippert Hanfleinen,
    • 300 blau gestreiftes Hanfleinen,
    • 60 Leinen zu Kragen,
    • 1000 grau Stroh[s]ackleinen,
    • 400 aschgraues Futterleinen,
    • 300 ungefärbtes Futterleinen,
    • 500 blau Leinen zu Schürzen,
    • 1200 Pfund Sohlleder,
    • 300 Rindleder,
    • 250 Kalbleder,
    • 72000 Stück kleine Schuhnägel,
    • 48000 großere ditto.
  • C. Für die Arbeits-Anstalt.
    • 1200 berl. Ellen grau wollenes Tuch,
    • 300 grau leinen Zwillich,
    • 1000 grau Futterleinen,
    • 12000 grau Leinen zu Matratzen,
    • 900 Pfund Sohlleder,
    • 300 schwarzes Kalbleder,
    • 15000 Stück große Schuhnägel,
    • 20000 kleinere ditto (pariser).
Köln, 10. Januar 1849.
Die Armen-Verwaltung II. Abth.
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Auszug.
Die in Köln wohnende gewerblose, hierzu durch Präsidial Ordonnanz gehörig autorisirte Maria Theresia geborne Baum, Ehefrau des in Köln wohnenden fruhern Wirthen, jetzt gewerblosen Carl Joseph Decker hat durch Vorladungsakt des Gerichtsvollziehers Hey in Köln vom 13. Januar 1849 gegen ihren besagten Ehemann die Güterseparationsklage angestellt, und den Unterzeichneten zu ihrem Anwalt bestellt.
Köln, den 14. Januar 1849.
Füßer. — Flosbach, Advokat.
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Die Wilhelmine Schütz, Ehefrau des Handelsmannes Ludwig Hermann, ohne besonderes Geschäft zu Eckenhagen, im Kreise Waldbröl wohnhaft, hat auf Grund der am 4. d. M. durch den Herrn Präsidenten des Königl. Landgerichts zu Köln erh[a]ltenen Ermächtigung, und unter Bestellung des Unterzeichneten zu ihrem Anwalte, am 13. d. M Januar gegen ihren genannten Ehegatten Ludwig Hermann, Handelsmann zu Eckenhagen wohnhaft, die Güterseparationsklage beim Königl. Landgerichte zu Köln eingeleitet.
Köln, den 15. Januar 1849.
Court, Advokat-Anwalt.
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Gerichtlicher Verkauf.
Am 19. Januar 1849, Vormittags 10 Uhr, wird der Unterzeichnete auf dem Waidmarkte zu Köln, ein Klavier, Stühle, einen Tisch, einen Spiegel, ein Büchergestell, eine Ladentheke, und einen Ladenschrank gegen baare Zahlung öffentlich meistbietend verkaufen.
Der Gerichtsvollzieher, Simons.
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„Neue Rheinische Zeitung.“
Nach §. 5 des Gesellschafts-Statuts wird die siebente Einzahlung von 10 Prozent pro Aktie in den nächsten Tagen eingezogen werden, was wir den Herren Aktionären hiermit ankündigen.
Köln, 15. Januar 1849.
Die Geranten. der „Neuen Rheinischen Zeitung.“
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Packetschiffahrt von BREMEN nach ST. FRANCISCO IN CALIFORNIEN.
Zufolge unserer früheren Annoncen, wird zuerst nach diesem Hafen, falls sich 100 Passagiere finden, bei Eröffnung der Schiffahrt absegeln, das in der Passagierfahrt rühmlichst bekannte 3mastige gekupferte und kupferfeste schnellsegelnde Bremer-Schiff erster Klasse:
Talismann — Kapt. A. Horstmann; worauf folgen, sowie wieder 100 Passagiere sich melden, die ebenfalls gekupferten, schönen schnellsegelnden Schiffe I. Klasse:
Reforme, Kpt. W. Hattendorff. Herzog Elinar, Kpt. H. Ohlers. Matadore, Kpt. H. Balleer. Expreß, Kpt. St. Christoffers. und andere sämmtlich obrigkeitlich gut befundene Schiffe I. Klasse.
Die Verproviantirung der Passagiere wird nach den Gesetzen, die hier von einer Behörde überwacht werden, reichlich und gut besorgt. Der Talismann, als erstes Schiff vom Kontinent, wird für unsere Rechnung erfahrene Cargadeurs mitnehmen, wovon der Eine schon früher eine Goldwäscherei in Südamerika leitete, um in Californien zu bleiben und allen mit unseren Schffen Reisenden, dort mit Rath und That an die Hand zu gehen.
Wir empfehlen obige Gelegenheit bestens, und wird auf franco Anfragen über Passagepreis das Nähere mitgetheilt von:
Heydorn et Comp. in Bremen, Rheder der Packetschiffe nach San Francisco. C. H. van Zütphen, Spediteur in Köln.
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Gerichtlicher Ver[k]au[f]
Am Dienstage den 16. Januar 1849, Vormittags 11 Uhr sollen auf dem Apostelnm[a]rkte hierselbst durch den Unterzeichneten 2 Kanapees mit Damast überzogen, 1 Sekretär, Tische, Stühle, Spiegel, 1 Ladentisch, 1 Ofen, 1 Waschtisch, 1 Furnaise und 1 Konsol öffentlich und den Meistbietenden gegen gleich baare Zahlung verkauft werden.
Der Gerichtsvollzieher, Fülles.
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Das Haus Schildergasse Nr. 49 — in Köln.
Zu dem Nachlasse des Herrn C. Menzen gehörig, wird heute Nachmittag 3 Uhr, auf meiner Schreibstube, woselbst die Bedingungen einzusehen sind, theilungshalber einer freiwilligen öffentlichen Versteigerung ausgesetzt.
Köln, 16. Januar 1849.
Fier, Notar.
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Verloren wurde gestern Abend auf dem hiesigen Posthause eine Brieftasche mit werthvollen Notizen. Der Finder erhält gegen die Zurückbringung derselben im Hof von Holland eine Belohnung von drei Thalern.
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Ein Buchdruckergehülfe findet Beschäftigung. Mauritiussteinweg 1 D.
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Bitte!
Verschiedene Reichsbürger hiesiger Stadt ersuchen eine wohllöbliche Redaktion an die Spitze der Neuen Rhein. Zeitung eine rothe Fahne zu setzen. Herr Dumont wird ebenso ersucht, an die Spitze seines Blattes wieder einen Adler, wenn auch den deutschen Reichsadler, hinzupostiren.
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Unerhört billig zu 18 Thlr.
Büffon's Naturgeschichte in einer der besten französischen Ausgabe, enthaltend: allg. Naturg[e]schichte, 15 Qrtbde. Der Vogel 9 Qrtbde. Der Mineralien 5 Qrtbde. Der Schlangen 2 Qrtbde. Supplementen nebst Atlas 7 Qrtbde. Die Kupfern sind sehr schön, und die Einbände mögen allein über 40 Thlr. gekostet haben. Zu haben bei Späner, Domhof Nr. 13
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Kein Wunder!
Der Esel hat sich in einen Brühler Demokraten verwandelt.
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Aecht baierisch Bier vorzüglicher Qualität, erhielt D. Obladen, Streitzeuggasse Nr. 19B.
Durch den wieder eingetretenen niederen Wasserstand in der Streitzeuggasse, ist wieder ohne Lebensgefahr zu meinem Lokal zu gelangen.
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Restauration Guttenberg.
Obige Restauration empfiehlt durch preiswürdige Weine und Speisen bestens.
Romberg.
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Gute Kartoffeln sind zu verkaufen. Zollstraße Nr. 19.
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Neue Bücher sehr billig bei G. Tonger, Pauluswache.
Grand prix d'Architecture, Projets couronnés p. I'Académie royale de France, 93 Folioblätter nur 6 Thlr. — Wiebeking, von dem Einflusse der Baukunst auf das allgem. Wohl, 2 Theile mit Kupfern in 1 Quartb., geb. 18 Sgr. — De la litterature du midi de I'Europe p. Simonde Sismondi, 2 Vol. (Ladenpr. 6 2/3 Thlr.) 3 Thlr. — Histoire des Français p. Sim. de Sismondi, 20 Vol. große schöne Ausgabe. (Einige Bände sind beschmutzt). 10 Thlr. — Faustin, Hélie Traité de I'instruct. criminelle. Tom 1 cont. Hist. et Théorie de la proced. crim. (Ldpr. 2 1/2 Thlr.), 20 Sgr. — Möllinger, Elemente d. Rundbogenstyles, 1. Heft m. Abbildungen (Ldpr. 26 1/4 Sgr.), 10 Sgr.; id. Elemente des Spitzbogenstyles, id. 10 Sgr. — Französische Sprachlehre in neuer faßl. Darstellung, für Anfänger und Solche, welche schon Fortschritte gemacht haben, v. Mozin, dicker, mit Uebungen und Lesestücken 546 Seiten starker Band, nur 6 Sgr. — Schiller's historische Schriften, Supplementbände zu dessen Werken v. Edw. Duller 3 Bde (Ldpr. 1 Thlr. 22 1/2 Sgr.), für nur 15 Sgr. — Chateaubriand, Genie du Christianisme 2 Vol. 15 Sgr. — Métamorphoses des Polonais par Potocki 6 Sgr. — Prince Polignac, Etudes historiques polit. et morales Tom 1-3 8 Sgr. — Preußen's Helden, 1. bis 19. Lief. m. Bilder, 1 Thlr. Die Fortsetzung ist überall zu haben. — Stunden christl. Andacht, v. Hüffel, 2 hübsch geb. Bände 25 Sgr. — Martin der Findeling, v. Eugen Sue, deutsch, in 5 Theilen 22 1/2 Sgr.
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Turnverein zu Köln.
Außergewöhnliche allgemeine Versammlung, Mittwoch den 17 d., Abends 7 1/2 Uhr im Turnlokal.
Der Turnrath.
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Konzessionirtes Vaudeville-Theater.
Heute Dienstag den 16. Januar 1849:
4. Gastdarstellung des Herrn Fr. Engelken.
Auf Verlangen: Ein franzosischer Koch.
Lustspiel in einem Akt. Nach dem Französischen, bearbeitet von F. Engelken. Vatel, Küchenmeister: Herr Engelken. Hierauf: Der reisende Student oder das Donnerwetter.
Musikalisches Quodlibet in 2 Akten von L. Schneider.
Kassa-Eröffnung um 6 Uhr.
Anfang 7 Uhr.
Franz Stollwerk.
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Der Gerant: Korff.
Druck von J. W. Dietz, Unter Hutmacher Nr. 17.