[1193]
Neue Rheinische Zeitung
Organ der Demokratie.
No 218. Köln, Samstag den 10. Februar. 1849.
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Insertionen werden mit 18 Pf. die Petitzeile oder deren Raum berechnet.
Auskunft, Annahme und Abgabe chiffrirter Briefe gratis.
Nur frankirte Briefe werden angenommen.
Expedition Unter Hutmacher Nro. 17.
Uebersicht.
Deutschland. Köln. (Der Steuerverweigerungsprozeß). Düsseldorf. (Drigalski's Abtritt. — Resignation des Webers Schmidt). Altenkirchen, Merzig, Coesfeld, Kreis Arnsberg, Bielefeld. (Wahlen). Bochum. (Wahlen. — Kohlenbergbau. — Eisenbahnprojekt). Berlin. (Die konservative Presse und die Wahlen. — Vermischtes. — Fernere Wahlresultate. — Die Kreuzzeitung und die Bürgerwehr). Stralsund, Köslin. (Wahlen). Breslau. (Wahlen). Aus dem Weimarschen. (Der politische Prozeß). Dresden. (Die Kammer). München. (Ordre ans Militär). Wien. (Ungarische Gefangene. — Die Universität. — Waffenschnüffelung). Triest. (Die Flotte nach Pola).
Ungarn. Preßburg. (Der Krieg).
Italien. (Vermischtes).
Französische Republik. Paris. (Leon Faucher. — Die Kammer und die Klubs. — Brief eines Mobilen. — Vermischtes. — National-Versammlung).
Dänemark. Kopenhagen. (Reichstag).
Schweden und Norwegen. Stockholm. (Hornviehseuche. — Auswanderung). Christiania. (Erdbeben. — Cholera).
Rußland. Petersburg. (Der Silbervorrath. — Verbot von Maskeraden).
Großbritannien. London. (Parlament). Dublin. (Auswanderung. — Duffy).
Amerika. London. (Californien. — Die Eisenbahn auf dem Isthmus von Panama).
Deutschland.
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Edition: [Karl Marx: Der Steuerverweigerungsprozeß, vorgesehen für: MEGA2, I/8. ]
[ 068 ] Köln, 9. Febr.
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[ 15 ] Düsseldorf, 8. Febr.
Legen Sie Trauer an mit uns Ihr und unser Freund, der Kommunist Bürger Drigalski ist abgetreten oder vielmehr abgetreten worden, von dem Schauplatze seiner Thaten. Gestern Abend gelangte der Uriasbrief des Gottbegnadeten in die Hände des Würdigen und heute schon sahen wir ihn zu unserm Leidwesen baar seiner ganzen Herrlichkeit und Macht einherwandeln, wie einen Menschen, der sich seines ganzen Nichts bewußt ist. Ich sage zu unserm Leidwesen in Erinnerung der vielen heitern Augenblicke, die uns der Kommunist durch seine literarische und diplomatische Thätigkeit bereitet hat. Freilich bleiben uns noch Spiegel, Mirbach, dieser reinste Manteuffelianer, und der edle Sozialist v. Faldern, falls der Nachfolger des „Bürgers und Kommunisten“ nicht in die Fußtapfen desselben tritt und uns so den Verlust ersetzt.
Selbst das Ministerium Manteuffel hat die Thaten des Kommunisten würdig anerkannt, indem es die bittere Pille durch Hinzufügung eines Sternes zu dem unvermeidlichen Rothen zu versüßen gesucht hat. Armer Drigalski! Aber wer wird auch in solcher Stellung, unter einem Ministerio Manteuffel, von Kommunismus sprechen?
Zum Nachfolger Drigalski's ist ein General Graf Canitz designirt, der, früher Gesandter in Petersburg, eine ausgebreitete Kenntniß der russischen Zustände besitzen und für dieselben eingenommen sein soll.
Mit diesen Zeilen nimmt Ihr Blatt hoffentlich Abschied auf immer von dem Kommunisten. Möchten ihm der große Schellfischvertilger, der absolutistische Don Quixotte und der edle Sozialist bald nachfolgen.
Von den im Wahlkreise Elberfeld gewählten Abgeordneten für die zweite Kammer hat der Weber Schmidt sein Mandat bereits, auf Befehl der Wupperthaler Bourgeoisie und Pietisten, niedergelegt. Wie konnte man sich auch einbilden, daß diese Herren ihre Interessen von einem so tief unter ihnen stehenden Geschöpf, wie ein Arbeiter, vertreten lassen würden. Die Wahl dieses Abgeordneten hat nur zum Köder dienen müssen, damit die Wahlmänner des Arbeiterstandes nicht für die Demokraten stimmten. Jetzt, wo der Streich gelungen, wirft man das Werkzeug bei Seite und wird schon ein besseres Subjekt zur Vertretung des Wupperthaler Schwarzweißthums in der so nothwendig gewordenen Neuwahl durchzubringen wissen.
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Altenkirchen, 7. Februar.
Zu Abgeordneten der zweiten Kammer sind gewählt die Herren Disterweg, Amtmann in Asbach, Pfeiffer, Advokat in Altenkirchen, Dr. Herr aus Wetzlar.
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[ 142 ] Merzig, 6. Februar.
Zu Abgeordneten wurden ernannt:
Guitienne (Steuerverweigerer; äußerste Linke) und Notar Schily (äußerste Linke).
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[ 131 ] Coesfeld, 7. Febr.
Für einen Theil des hiesigen Kreises und der Kr. Ahaus, Steinfurt und Tecklenburg wurden gewählt:
1. Appellations-Gerichts-Rath Rohden zu Posen;
2. Gerichts-Direktor Brisgen zu Horstmar;
3. Der O.-L.-G. Assessor Reigers zu Vreden.
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[ X ] Aus dem Kreise Arnsberg, 6. Febr.
Als zweiter Abgeordneter wurde heute der Dr. jur. Dane zu Erwitte (Kreis Lippstadt), einer von den 250 protestirenden Vereinbarern, gewählt. Die Kreise Arnsberg, Meschede, Brilon, Lippstadt und zum Theil der Kreis Iserlohn werden also durch Gierse zu Münster, Platzmann zu Allhof und Dane vertreten werden.
Schrecklicher wie hier hat die reactionäre Partei sich nirgends blamirt: trotz aller Machinationen, trotz der fürchterlichsten Anstrengungen auf Leben und Tod, ist es ihr nicht gelungen, auch nur Einen ihrer Candidaten, so wenig einen Geheimen als Obergeheimen, durchzuklüngeln.
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[ 15 ] Bielefeld, 7. Febr.
Wie es dem demokratischen Düsseldorf mit Elberfeld ergangen, so uns mit dem uns zugetheilten Muckerkreis Halle und Umgegend; vermöge Pfaffenlist, Bourgeois-Drohungen und Geld hat hier die pietistische Reaktion zwei Kandidaten in ihrem Sinne mit erbärmlicher Majorität durchgebracht. Unsern Kandidaten standen der Oberfinanzrath v. Viebahn und der Professor Stahl gegenüber, von denen selbst der westphälische Bauer schon wissen sollte, welcher Farbe sie sind; erst brachte es Herr v. Viehbahn nicht zur absoluten Majorität, etwa 20 vorher für ungültig erklärte Stimmzettel halfen indeß dazu und es wurde somit der Hr. Oberfinanzrath zum ersten Vertreter proklamirt! Gegen diesen sothanen Manteuflischen Liebesdienst wird aber bedeutend protestirt werden; der zweite Kandidat, Stahl, konnte indeß dem unserigen, einem radikalen Colonus, nicht die Stange halten, und es wäre unzweifelhaft die Stimmzahl für unsern Kandidaten auf die absolute Majorität gekommen, wenn die Mucker hartnäckig auf dem ihrigen bestanden hätten; dieselben waren indeß so klug, nach mehrmaligem engerem Skrutinium ihre Stimmen alle auf einen pietistischen Colonus hiesiger Gegend zu vereinen, und sie haben somit zwei Männer von ihrer Farbe durchgesetzt.
Uebrigens waren unsere Wahlmänner treu und fest, das beweist die große und unveränderliche Minorität von 140 gegen 160 St. Erbärmlich hingegen benahmen sich die Wahlmänner der sogenannten Konstitutionellen von hier, die aus bloßem Haß gegen die Demokraten dem Pfaffen den Sieg gaben, obwohl er ihnen auch in der Seele zuwider ist. Es ist doch eine elende Clique!
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[ 143 ] Bochum, 7. Febr.
Die vorgestern hier stattgefundene Wahl für die Kreise Bochum und Dortmund ist, wie Sie jedenfalls schon wissen werden, nicht im Sinne der Urwähler ausgefallen. Denn die Wahlmänner haben, obgleich nur mit geringer Majorität, — die früheren Abgeordneten Müllensieven und Ostermann, diese Leute nach dem Geschmack der Berliner „Galgenzeitung“, erwählt. Diese, nur durch Intriguen herbeigeführte Wahl, wird später gar Manchen gereuen. Die Bauern wurden mit Harkort-Mäusebach'schen Plakaten bearbeitet. Leider sind sie noch 20 Jahre zurück, und deshalb lassen sie sich leicht über den Löffel barbieren. Das hiesige Blatt, der „Märkische Sprecher“, hat unablässig im Sinne des „Schwarzweiß - und Krautjunkerthums“ gewirkt.
Im Bergbau werden hier zur Zeit sehr schlechte Geschäfte gemacht. Aus den hiesigen Gruben fördert man bedeutend mehr Kohlen, als verkauft werden. Die Schuld davon tragen hauptsächlich die Bochumer Reaktionärs. Sie haben es auf ihrem Gewissen, daß die Köln-Mindener Eisenbahn nicht über Bochum, — anstatt Herne, — gelegt worden ist. Die hiesigen Bürger haben bereits eine bedeutende Summe aufgebracht, um die Kosten der Vorarbeiten zu einer von Essen über Bochum nach Witten projektirten Eisenbahn zu bestreiten.
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[ X ] Berlin, 7. Febr.
Interessant ist die Haltung unserer sogenannten konservativen Presse seit vorgestern. Der Ausgang der hiesigen Wahlen, den zwar jeder Einsichtige gar nicht anders erwarten konnte, hat die Herren der „Neuen Preußischen,“ Vossischen“ und „Spenerschen“ doch in eine Wuth versetzt, deren Ausbrüche wirklich etwas Komisches haben. „Ein neuer Schandfleck auf den Ehrenmantel der alten Residenzstadt der Hohenzollern!“ ruft die „Neue Preuß.“ pathetisch heulend und ärgert sich dann über den Magistrat, daß derselbe nicht den Einflüsterungen einer gewissen Partei und auch wohl den Gelüsten des eigenen Herzens Gehör gegeben und die Stadt in neun, nach den „bürgerlichen Verhältnissen der Einwohner, wodurch die einzelnen Stadttheile sehr von einander divergiren,“ abgegränzte Wahlbezirke eingetheilt habe. Daß der Magistrat diesen Wunsch, wenigstens in seiner ganzen Ausdehnung, zu erfüllen weder die Macht noch das Recht hatte, weil das Wahlgesetz ausdrücklich bestimmt, daß wenigstens zwei Abgeordnete in einem Wahlbezirk gewählt werden müssen, was liegt der Galgenzeitung daran?
Während in der „Neuen Preuß.“ das Junkerthum seinen Groll darüber ausläßt, daß seine mittelalterlichen Staatsschöpfungen von der Neuzeit unbarmherzig mit Füßen getreten werden, jammert und heult in der „Vossischen“ die beschränkteste Pfahlbürgerlichkeit „Berlin sei nicht vertreten,“ denn es hat nicht einmal einen Berliner gewählt; es hat keinen Handwerker gewählt; es hat Niemanden gewählt, dem die „Interessen des gesammten Bürgerstandes warm am Herzen liegen.“
Daß gerade das allgemeine Stimmrecht, allen Elementen der bürgerlichen Gesellschaft gleiche Gelegenheit gebe, sich geltend zu machen, übersieht die „Vossische“ mit leicht begreiflicher Absicht. Ihren Trost sucht sie in der ersten Kammer, in welcher die Hauptstadt „ihre Einsicht und Erkenntniß zur Geltung bringen werde,“ d. h. in der uns die ausschließliche Herrschaft des Junkerthums, des Beamtenthums und des Geldsacks bevorsteht.
Von 150 Wahlen, die uns bis jetzt aus den verschiedensten Theilen des Landes bekannt sind, und worunter fast sämmtliche Wahlen der Provinz Brandenburg, sind 80 Antiministerielle und 70 Ministerielle.
In Folge der nun für die Oppositionsparte sich günstiger stellenden Wahlen war die Börse, die gestern triumphirte, heute wieder in gedrückter Stimmung.
Die hier garnisonirende Kavallerie und Infanterie wird jetzt wieder in die Umgegend Berlins verlegt, dagegen werden die hier stehenden Infanterieregimenter auf Kriegsfuß gesetzt, so daß wir binnen Kurzem eine Garnison von 18000 Mann Infanterie hier haben werden.
Als Kandidaten zur ersten Kammer hört man jetzt hier den Verweser des Finanzministeriums, Kühne, und den General Aster nennen. Ersterer hat in einer Versammlung von Urwählern zur ersten Kammer sich dahin ausgesprochen, es sei durchaus nöthig, daß die Volkskammer das unverkümmerte Recht nicht allein der Steuerbewilligung, sondern auch der Steuerverweigerung besitze.
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Berlin, 7. Febr.
Die „Galgenzeitung“ verhöhnt heute die Berliner Ex-Bürgerwehr in folgender Weise:
„Der General Wrangel ist doch ein gar zu harter Mann! Nun müssen die lieben Berliner sogar die Trommeln und Pfeifen und Signalhörner ihrer selig entschlafenen Bürgerwehr herausrücken, diese Instrumente, die so manchen Rumor gemacht zum größten Amüsement der Gassenjungen und zum Schrecken der Ehefrauen. Ob sie dieses letzten Restes ihrer Spielereien auch im passiven Widerstande und heldenmüthiger Resignation sich entledigen werden?“
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Berlin, 7. Febr.
Der „Pr. St.-A.“ gibt heute folgende Wahlresultate:
Provinz Brandenburg.
Regierungsbezirk Frankfurt a. d. O.
Landrath Meyer in Arnswalde, Stadtrichter Stolle in Friedeberg, Oberamtmann Wagner, Gutsbesitzer Nesselhof, Regierungsrath Ambronn, Gutspächter Wolff, Gutsbesitzer Leonhardt, Kaufmann Jeschke.
Provinz Pommern.
Regierungsbezirk Stettin.
Graf v. Schwerin-Putzar, Gerichtsrath Ebert, Regierungs-Assessor v. Ramin, v. Bülow-Rieth.
Regierungsbezirk Köslin.
O.-L.-G.-Assessor Bucher in Stolp, Bürgermeister a. D. Plath, Chirurgus Bauer in Stolp, O.-L.-G.-Assessor Thiel in Köslin, Stadtgerichts-Salarienkassen-Rendant Bliesener in Rügenwalde, O.-L.-G.-Assessor Schmiedecke in Köslin, Landrath v. Kleist-Retzow, Friedrich Harkort.
Regierungsbezirk Stralsund.
Prof. Urlichs, Kreis-Secretär Meyer, Altermann Kruse, Ober-Zollinspektor Tülff.
Provinz Schlesien.
Regierungsbezirk Breslau.
Erbscholtiseibesitzer Ebel, Predigtamts-Kandidat Pape, Fürst v. Hatzfeld, Müllermeister Iwand, Dr. Wollheim, Gerichtsscholz Mätschke.
Regierungsbezirk Liegnitz.
Dr. Elsner (Breslau), Pastor Schmidt (Hasselbach), Landrath Graf Poninsky, Kaufmann Schöpptenberg, Gerichtsscholz Röhrig, Justizkommissar Minsberg, Erbrichter Schober, Gymnasial-Oberlehrer Troska, O.-L.-G.-Präsident Wentzel, Präsident v. Kirchmann, Erzpriester Krause.
Provinz Posen.
Regierungsbezirk Bromberg.
Freischulzengutsbesitzer Lehmsdorf, Gerichts-Direktor Geßler, Evang. Prediger Wehmer.
Provinz Sachsen.
Regierungsbezirk Magdeburg.
O.-L.-G.-Assessor Richter, Assessor Schede aus Ziesar, Wegebauinspektor Treplin a. Magdeburg, Kammergerichts-Assessor Pilet [1194] a. Stendal, Ackermann Thiede a. Lohne, Bürgermeister Schneider a. Schönebeck, Land- u. Stadtgerichtsrath Immermann, Ackermann Schwiesau, Lehrer v. Heidenreich, Reg.-Assessor v. Münchhausen, Gymnasial-Lehrer Dr. Masius, Ackermann Schöppe Tegtmeyer, Ober-Lehrer Dr. Heyland.
Regierungsbezirk Merseburg.
Landrath v. Kleist, Landrath v. Rohrscheid, Justizkommissarius Moritz, Kammergerichts-Assessor Eberty, Assessor Schulze (Delitzsch), Pastor Hildenhagen, Fabrikant Boltze, Bürgermeister a. D. Schützenberger (Heldrungen), O.-L.-G.-Assessor Rumann (Sangerhausen), Schulrektor Eydam, O.-L.-G.-Assessor Parrisius.
Regierungsbezirk Erfurt.
Bürgermeister Eckardt, Gerichtsrath Daubert, Kaufmann Krackrügge, Schäftermeister Freund, Conrector Schramm (Langensalza).
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[ 144 ] Stralsund, 5. Februar.
Gewählt wurden:
Tülff, Oberzollinspektor (Demokrat). Kaufmann Kruse (Heuler).
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[ 136 ] Cöslin, 5. Februar.
Alle 3 heute ernannten Deputirten gehören der Opposition an. Es sind: Bliesener (Fraktion Rodbertus);
Thiel (wie der vorige) und Schmiedecke (der Entschiedenste von den Dreien).
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[ 113 ] Breslau, 6. Febr.
In Görlitz wurden gewählt: Bürgermeister Matthäi in Lauban (Steuerverweigerer, äußerste Linke), Oberlehrer Heinze (links); in Frankenstein: Lehrer Pape und Ebel; in Reichenbach: Andretzky (Fabrikant), Langer, Dr. Behnsch aus Breslau; in Gleiwitz: Pfarrer Schaffranek und Bürger Erbreich; in Schönau: Fabrikant Kießling und Klein; in Sohrau: Haber, Schaffranek und Hainlitzki; in Guttentag: Graf Renard, Gutspächter Schwarz; in Grünberg: Pastor Schöne, Gerichtsscholz Krug; in Oppeln: Justizrath Boydani und Müller Riedel; in Kreuzburg: Landrath Sack und Bauer Gorczolka.
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Aus dem Weimarischen, 3. Februar.
Unter diesem Datum wird dem „Frankf. J.“ geschrieben:
„Es nahen jetzt endlich die Tage, in welchen unser erstes Geschwornengericht hier über die vorliegenden politischen Untersuchungen sein Urtheil sprechen soll. Nachdem man von einer Woche zur andern immer den Anfang der Verhandlungen hinausgeschoben hatte, soll er jetzt endlich, wie man hört, definitiv auf den 15. d. M. festgesetzt sein. Die Sitzungen werden mit dem Prozeß gegen die im Oktober v. J. hier und zu Jena verhafteten Führer der demokratischen Partei, den Dr. Lafaurie, Kandidat Rothe, Student Amelung, Dr. Otto und Literat Jäde, eröffnet werden. Dies sind fast die Einzigen von den in jenen Tagen massenhaft Verhafteten, gegen welche der Staatsanwalt überhaupt Stoff zu einer Anklage hat finden können. Die Untersuchung gegen den damals auch verhafteten Literat Deinhard von hier hat so wenig ergeben, daß der Staatsanwalt, nachdem Deinhart zwei Monate lang in den ungesunden Kerkern unseres Kriminalgerichts gesessen hat, nicht einmal eine Anklage gegen ihn hat richten können. Der Kand. Lange von Jena, welcher damals ebenfalls eingefangen wurde, bekam im Kerker zu Weimar vier Blutstürze, und wurde dann erst halbtodt nach Jena zu seinen Eltern gebracht, wo er kurz nachher, nachdem er drei Tage hintereinander dort wieder vom Kriminalgericht verhört worden war, am 7. Jan. d. J. verschied. Unsere Geschwornen werden indeß erstaunen, wenn ihnen in den Verhandlungen statt den vielfach ausgebreiteten und besprochenen angeblich hochverrätherischen Pläne die einfachen kleinlichen Thatsachen vorgelegt werden, auf welche die Anklagen gegen die oben Genannten gestützt sind.“
(Bei seinem nächsten Siege wird das Volk hoffentlich nicht, wie im März, so einfältig oder vergeßlich sein, daß es alle seine Folterknechte in Amt und Würden beläßt. Es wird sich vielmehr, wie ziemlich sicher anzunehmen, beeilen, die ganze Bande reaktionärer Beamten, und unter ihnen voran die blutdürstigen Gesetzesheuchler, auch „Richter“ genannt, ein halbes Jahr lang in pensylvanischen Gefängnissen zur Untersuchung zu ziehen und dann zur weitern Kur bei Eisenbahn- und Chausseebauten zu verwenden).
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[ 068 ] Dresden, 6. Febr.
In der heutigen Sitzung der I. Kammer ergriff nach dem Vortrage der Registrande der Präsident Dr. Joseph das Wort, um in Betreff des ersten Gegenstandes der Tagesordnung, die Berathung über einen Differenzpunkt in der deutschen Oberhauptsfrage, zu bemerken, daß, als am 23. Jan. die I. Kammer dem Heubner'schen Antrage beigetreten, sie sich nicht veranlaßt gesehen habe, dem Zusatzantrage des Abg. Böricke, welcher ähnlichen Inhalts wie der Tzschirner'sche gewesen, beizutreten. Inzwischen sei die Frage in der II. Kammer nochmals zur Berathung gekommen und diese sei bei dem Tzschirner'schen Antrage dahingehend stehen geblieben, daß sich die Regierung im Sinne der Kammern über die Oberhauptsfrage aussprechen möge. (Die Ministerplätze sind leer, jedoch befindet sich Staatsminister Oberländer als Abgeordneter in der Kammer.)
Abg. Heubner räth der Kammer an, dem Beschlusse der II. Kammer beizutreten. Als der Gegenstand zuerst zur Berathung gekommen, habe kein Princip zu Grunde gelegen, es habe sich einfach darum gehandelt, den Willen des Volks kundzumachen. Durch die preußische Circularnote sei mittlerweile in den Verhältnissen eine wesentliche Veränderung insofern eingetreten, als nun die Regierung gezwungen sei, irgendwelche Erklärung zu geben. Wünschenswerth aber müsse es sein, daß diese in dem Sinne der Kammer ausfalle.
Abg. Böricke zeigt hiernach den Unterschied seines von der I. Kammer abgeworfenen Antrags und des Tzschirner'schen; ersterer sei gegen die Einsetzung eines erblichen und unverantwortlichen Oberhauptes aus dem Hause Hohenzollern gerichtet gewesen, letzterer sei ganz allgemeiner Natur; er füge zu den Beschlüssen der Kammer das Compelle hinzu, und das sei nothwendig, wenn die erstern nicht ganz wirkungslos bleiben sollten.
Abg. Oberländer: Er halte dafür, daß es am zweckmäßigsten sei, bei den Beschlüssen der I. Kammer einfach stehen zu bleiben, indem dadurch der Zweck vollkommen erreicht worden wäre. Das Volk mußte sich in dieser wichtigen Frage durch seine gesetzlichen Vertreter aussprechen, die öffentliche Meinung, der nichts zu widerstehen vermöge, hätte darin ihren Ausdruck gefunden. Uebrigens sei die Zeit vorüber, wo die Völker ein Spielball der Cabinetsstaatskunst gewesen seien, und sie werde hoffentlich niemals wiederkehren. Dies müsse man anerkennen, wenn man ein einiges und starkes Deutschland haben wolle, oder man werde gar kein Deutschland haben. Bei Beantwortung der deutschen Oberhauptsfrage dürfe kein Theil des Ganzen ausgeschlossen bleiben, und aus eben diesem Grunde sei die österreichische Frage bei weitem die wichtigste, nicht allein der 10 Millionen deutschen Brüder, sondern auch der eigenthümlichen Lage dieser Länder wegen. Zuerst seien die materiellen Interessen Deutschland's ins Auge zu fassen. Wenn nämlich Deutschland dauernd für diese sorgen wolle, so müsse vor allen Dingen darauf Bedacht genommen werden, daß die Bewegung der deutschen Gewerbe und des deutschen Handels nach dem Oriente gelenkt werde. Wenn dieser den Deutschen verschlossen bliebe, was durch die Ausbreitung des Russenthums in Bälde bewirkt werden könnte, so würden diese niemals ein opulentes Volk werden. Das Adriatische Meer sei die Pulsader des deutschen Handels, und wenn den Deutschen die Donau verschlossen werden sollte, so müßten alle commerziellen und industriellen Anstrengungen umsonst bleiben. Nun aber könne Deutschland jenen Völkern nicht anders als durch die Vermittelung Oesterreichs die Hand reichen. Es sei deshalb dringend nothwendig, bei unsern Nationalvertretern in Frankfurt a. M. dahin zu wirken, daß die österreichische Frage baldmöglichst in diesem Sinne gelöst werde. In politischer Beziehung aber sei er der Meinung, daß die Oberhauptsfrage nicht auf dem schmutzigen Wege der Diplomatie, sondern durch die Nationalversammlung entschieden werden müsse. Daher sei er der Ansicht, daß die Autorität der Frankfurter Nationalversammlung nicht zu schwächen, sondern zu kräftigen sei. Solle er für seine Person als Abgeordneter zu der Feststellung der Meinung des Hauses etwas beitragen, so sei allerdings nicht dahin zu wirken, daß ein erblicher Kaiser eingesetzt werde, aber ihm scheine es hinreichend, daß dies durch die gesetzlichen Vertreter des Volks ausgesprochen worden sei. Uebrigens dürfe man sich über die Kraft des Widerspruchs in dieser Hinsicht keine Illusionen machen.
Abg. Heubner: Der Abg. Oberländer habe ihm ganz aus dem Herzen gesprochen; auch er wolle kein Kleindeutschland; lieber, daß jetzt nichts geschehe, als daß der Riß zwischen Deutschland und Oesterreich unheilbar gemacht werde. Bauen wir nicht, fährt der Redner fort, eine Kluft aus, die den Enkeln zum Nachtheil gereiche, und lassen wir eher die zusammengetragenen Bausteine einstweilen ungenutzt liegen, in der Geschichte haben einige Jahre nicht viel zu bedeuten. Gegen das Bollwerk, was man gegen Oesterreich aufzuführen gedachte, gegen den Grundsatz: „Ein Preußen und kein Deutschland!“ waren die Anträge der Kammern gerichtet. An einen Widerstand habe man hierbei nicht gedacht, sondern es habe sich blos um eine Willensäußerung des Volks gehandelt. Eine größere Bedeutung könne auch dem Tzschirner'schen Antrage nicht beigemessen werden. Die Kammer wünscht nun in dieser Frage mit der Regierung im Einklange zu stehen, und diesen herzustellen sei der genannte Antrag geeignet.
Nachdem hierauf der Präsident noch Einiges in formeller Beziehung bemerkt hatte, tritt die diesseitige Kammer dem Beschlusse der II., d. h. dem Tzschirner'schen Antrage, daß sich die Staatsregierung im Sinne der Kammer in Betreff der Oberhauptsfrage aussprechen möge, einstimmig bei
[(D. A. Z)]
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@facs1194
[ * ] München, 4. Febr.
Unterm 12. v. Mts. ist hier an die Linie, Freikorps und Landwehr und bei letzterer an jeden Unteroffizier eine Ordre ergangen, wonach in Zukunft bei Aufläufen die zur Handhabung der öffentlichen Ordnung kommandirte Mannschaft nöthigenfalls, ohne speziell hierzu requirirt zu sein und ohne vorhergängige Warnung von der blanken wie von der Schußwaffe Gebrauch zu machen, befugt sein soll!
Die Grundlage der Märzerrungenschaften wird, wie man sieht, auch hier immer breiter und das Beispiel des potsdamer Königs und seiner Partei findet an unserem Hofe gelehrige Ohren.
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@facs1194
[ 24 ] Wien, 3. Febr.
Dieser Tage wurden in Olmütz circa 60 ungarische Kriegsgefangene zu einem in Italien stehenden Regimente abgesendet. Die Gefangenen mußten aber zuvor den Eid auf die kaiserl. Fahne ablegen; ein Jurat, der sich unter ihnen befand, soll vor der Eidesleistung laut geäußert haben, ein solcher Schwur sei für ihn nicht bindend, da er kein freiwilliger, sondern nur ein erzwungener sei. Auch die übrigen Gefangenen sollen ihre Unzufriedenheit über ein solches Verfahren ausgesprochen haben, sowie, daß sie keine Gelegenheit unbenützt vorüberstreichen lassen würden, um dem erzwungenen Dienst zu entfliehen.
Die Universität kann nicht eröffnet werden; es finden sich, wie's heißt, keine Zuhörer, weil jeder sich Meldende nachweisen soll, daß er früher nicht bei der akademischen Legion betheiligt gewesen.
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@facs1194
Wien, 4. Febr.
Seit heute Morgen ist das Civilspital vom Militär umzingelt. Man hat daselbst ein bedeutendes Depot verborgener Waffen gefunden und darauf eine äußerst strenge Untersuchung, die sich bis auf die Krankenbetten erstreckte, gepflogen. — In der Vorstadt Thury sind an 2500 Gewehre freiwillig abgeliefert worden. — Dem Vernehmen nach hatte sich Gouverneur Welden dahin geäußert, daß es kaum ohne erneuerten Krawall in Wien abgehen, dann aber dies wohl der letzte sein werde. (Gewiß wird es der letzte sein, nur nicht im Welden'schen Sinne.)
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@facs1194
[ * ] Wien, 4. Februar.
Ueber die finanziellen Resultate des Monats November 1848 theilt heute die „Wiener Zeitung“ mit, daß die
Einnahme betragen haben6,329,896 Fl.
Die Ausgaben dagegen und zwar die laufenden betrugen10,149,309 Fl.
Die außerordentlichen5,051,120 Fl.
Zusammen15,200,429 Fl.
so daß sich ein Minus von8,870,533 Fl.
ergiebt, welche größtentheils durch 5 pCt. Vorschüsse der Bank à Conto des bei derselben eröffneten Kredits von 14 Millionen gedeckt wurden. Die Armee-Auslagen hatten den Staatsvoranschlag um 1,075,000 Fl. überschritten.
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@facs1194
Triest, 31. Jan.
Heute sagt man, daß die sardinische Flotte unter Albini, die bisher zwischen Ankona und Venedig kreuzte, wieder unseren Hafen blokiren werde. Gewiß ist, daß der Theil unserer Flotte, der unsern Hafen beschützen sollte, schleunigst die Segel lichten und nach Pola abgehen mußte, wo er vor dem mächtigeren Feinde sicher ist.
Ungarn.
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@facs1194
Preßburg, 3. Feb.
Die östreichische Kriegskanzlei ist dieser Tage aus Ofen hierher verlegt worden. Es geschah dies in dem Schrecken, welchen das siegreiche Vordringen der ungarischen Theißarmee in Ofen verursachte. Aus demselben Grunde ist auch das Armeekorps des Generals Csorich, welches gegen die Bergstädte operirte, eilig nach Pesth aufgebrochen. In der Affaire von Schemnitz haben die Kaiserlichen ungemein gelitten. Aus Schemnitz ließ der ungarische General Görgei alles Schätzbare wegführen, und nachdem er den ersten Tag den Sturm der Kaiserlichen abgeschlagen, besetzte er den andern Tag die Berge mit den Bauernjungen, welchen er auch 2 kleine Kanonen mit einigen Soldaten beigab. Die Kaiserlichen, welche die ungarische Armee noch vor sich zu haben glaubten, unternahmen den zweiten Sturm mit aller Vorsicht und erst nach 2 Tagen gelangten sie auf die Höhe, wo sie zu ihrem Erstaunen die unbewaffneten Jungen mit 2 zurückgelassenen Kanonen fanden. Die ungarische Armee hatte unterdessen einen großen Vorsprung gewonnen und 6000 Kaiserlichen, welche Windischgrätz dem Schlick zu Hülfe gesendet, den Rückzug abgeschnitten.
Die Septemviraltafel, der höchste Gerichtshof von Ungarn, hat einen energischen Schritt gethan, welcher Windischgrätz etwas stutzen machte. Die Banaltafel zu Agram hatte nämlich vom Fürsten Windischgrätz begehrt, daß die bei der Septemviraltafel anhängigen kroatischen Prozesse ihr nunmehr zur Entscheidung herausgegeben würden, indem Croatien unabhängig von Ungarn sein müsse. Windischgrätz erklärte dieses Begehren für billig, aber die Septemviraltafel protestirte mit aller Kraft gegen jede Beeinträchtigung der Integrität der ungarischen Krone und gab die croatischen Prozesse nicht heraus. Die Sache macht gerechtes Aufsehen.
Die Besatzung von Pesth ist jetzt verstärkt und der Belagerungszustand wird strenger gehandhabt. Es sind auch schon zwei Exekutionen geschehen.
Die kaiserliche Post hat sich aus Gyöngyös geflüchtet, was dahin zeigt, daß der ungarische General G. dort eingezogen und die dem Feldmarschall Schlick zu Hülfe gegangene Brigade abgeschnitten hat. Reisende, welche eben aus Debreczin gekommen sind, erzählen, daß der berühmte polnische General Dembinski es gewesen, welcher die glänzenden Siege bei Szolnok und Czegled errungen, und daß demselben die Volksrepräsentanten in Debreczin einen überaus herrlichen Fackelzug gebracht haben. Dembinski soll bei dieser Gelegenheit die Versicherung gegeben haben, daß bis Ende Februar kein Oesterreicher auf ungarischem Boden mehr stehen werde, und daß er den 15. März in Wien zu feiern gedenke. Die Begeisterung in dem ganzen Theißgebiet wird als unbeschreiblich geschildert. — In dem Eisenburger Komitat haben die zahlreichen Guerillas sich sehr furchtbar gemacht, den General Ruritsch wiederholt geschlagen und demselben Kanonen und Munition abgenommen. Während die Wiener Blätter den ungarischen Krieg für beendet ausposaunen möchten, gestehen hier die Offiziere ein, daß er erst im Beginne, jedenfalls für Oesterreich höchst gefahrvoll sei.
[(Br. Z.)]
Französische Republik.
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@facs1194
[ 12 ] Paris, 6. Febr.
Dem Ministerium, dem Präsidenten und der Kammer nachzufolgen, in den verschiedenen Fragen, wie sie sich gegenseitig Mißtrauensvota geben in zutraulicher Form, wie die Vermeidung des Mißtrauensvotums noch kein Zutrauensvotum und wie das Zutrauensvotum wieder eine höchst mißtrauliche Form annimmt, ist nur insofern interessant, als durch alle diese Widersprüche und Kämpfe alle drei Parteien gegenseitig Niederlagen erleiden, und das Proletariat, die demokratisch-soziale Republik den Augenblick abwarten kann, wo sie mit einer neuen Februarrevolution diesem ganzen Treiben ein Ende machen kann.
Verflossenen Samstag hatte offenbar das Ministerium in der Kammer unterlegen; das Ministerium hatte auf einfache Tagesordnung angetragen; die Kammer verwarf sie; es blieb also nur die Perée'sche motivirte Tagesordnung, die einen Tadel des Ministeriums enthielt, in der Debatte.
Gestern kommt der General Oudinot mit einer andern Tagesordnung, die also lautet: „die Kammer, in Erwägung, daß das Ministerium das für sie beleidigende Bülletin desavouirt hat, schreitet zur Tagesordnung.
Also Samstag wurde diskutirt, ob man über einen dem Ministerium zu infligirenden Tadel diskutiren soll, und die Kammer, indem sie die Diskussion über den Tadel versteckt infligirt, hat dem Ministerium ein Mißtrauensvotum auf indirekte Weise gegeben: mit andern Worten sie hat sich vorbehalten, ein Mißtrauensvotum zu geben, und das Ministerium lebte in der Erwartung, es zu erhalten.
Indem in der gestrigen Abstimmung der Antrag Oudinots die Priorität vor dem Perée'schen Antrag erhält, hält die Kammer mit ihrem Mißtrauen ein, und sagt: Wir sind bis zum Mißtrauensvotum angelangt, gehen wir jetzt zum Zutrauungsvotum über, und nachdem sie die Priorität des Oudinotschen Antrages angenommen, nimmt sie gleich darauf die von Oudinot vorgeschlagene Tagesordnung selbst an, und votirte dem Ministerium ein Zutrauungsvotum.
Die reaktionäre Partei hat Recht, wenn sie die Kammer auflösen, die Kammer hat Recht, wenn sie das Ministerium auflösen will. Nun kömmt aber das Ministerium und sagt: Löst ihr mich auf, so löst ihr auch Napoleon auf, denn Napoleon ist ebenso gut verantwortlich wie ich, und Napoleon hat erklärt, daß ich, das Ministerium Barrot, sein vollkommenes Zutrauen genieße. Was zu thun? Ihr wollt die Konstitution behalten? Gut, so behaltet Napoleon. Ihr wollt Napoleon behalten? Gut, so behaltet das Ministerium. Ihr wollt das Ministerium behalten? Gut, so behaltet die Kammer; denn sobald die Kammer merkt, daß man sie auflösen will, so wird sie vor ihrer Auflösung das Ministerium auflösen wollen. Ihr wollt die Kammer behalten? Gut, so sorgt dafür, daß die Kammer mit der einen Hand Vertrauensvota, mit der andern Mißtrauensvota, mit der einen Liebkosungen, mit der andern Peitschenhiebe ertheile. Wir, Napoleon und Barrot, wir wollen es an Veranlassung nicht fehlen lassen, und so das Spiel der Institutionen unterhalten.
Mit andern Worten: das Spiel der Institutionen, wie es Guizot nannte, ist das possierlichste Spiel von der Welt geworden, die aus der Februarrevolution entstandenen Institutionen sind ein Spiel geworden, und der Minister Faucher selbst giebt uns die besten Aufschlüsse, wie die Juniinsurgenten sich aufs Neue vorsetzen, diesem Spiele ein Ende zu machen.
Leon Faucher, um den Oudinot'schen Antrag durchzusetzen, thut förmlich Abbitte vor der Kammer, das inkriminirte Bülletin ist ganz ohne sein Vorwissen eingerückt worden. Er achtet die Kammer, und er hält es sogar für gefährlich, sie dem Mißtrauen Preis zu geben, in einem Augenblick, wo die Gefahr von einer andern Seite komme. Er, Leon Faucher, ist plötzlich der Beschützer der Kammer geworden, giebt sich den Schein, als wolle er die Kammer aufrechthalten, damit die Kammer ein Ministerium aufrecht hält, das selbst wiederum den Präsidenten aufrechthält — gegen wen? Gegen die Klubs, gegen das Proletariat, gegen den immer mehr und mehr um sich greifenden Heerd der Revolution.
In seiner Rede geht Faucher auf eine Schilderung ein der in der ganzen Provinz, in Rouen, in Lyon errichteten, permanenten Klubs und geheimen Gesellschaften, die alle mit Paris in Verbindung stehen. Faucher legt die Protokolle ihrer Sitzungen vor, und wenn Faucher durch diese Auseinandersetzung einige Stimmen gewinnt und den Oudinotschen Antrag durchsetzt, so muß man auf der andern Seite gestehen, daß gegen diese mächtige Organisation die ganze offizielle Welt mit Changarnier und Cavaignac ohnmächtig ist. Die Junirevolution ist die einzige, die von allen Clubs anerkannt wird, und die Sprache, wie sie dort geführt wird über Handel, Industrie und Eigenthum, wie sie durch den Mund Leon Fauchers uns vorgeführt wird, ist die beste Widerlegung Leon Fauchers selbst.
„In den meisten Departements, sagt Faucher, hat jede Commüne ihren Klub. In den Städten selbst haben die Klubs die einzige Macht; in Lyon z. B. giebt es mehr als 36 Klubs. Die Gefahr droht von allen Punkten Frankreich's.
Will man wissen, was man in den Pariser Klubs sagt? — „Wir müssen uns associren, um im Stande zu sein, das kleine Eigenthum zu absorbiren;“ das kleine Eigenthum kann nicht mehr existiren, und wenn ich unsern Vorfahren von der ersten Revolution einen Vorwurf zu machen habe, so ist's der, daß sie den Grund und Boden getheilt haben.
Im Jahre 1789 wußte man noch nicht, was die Exploitation des Menschen durch den Menschen war. In den letzten 18 Jahren haben wir sie kennen gelernt.“
In einem andern Klub sagte ein Redner: „Man will das Ueberflüssige konserviren, während wir des Nothwendigen ermangeln? Jeder Mensch, der auf die Welt kömmt, hat das Recht auf Eigenthum.“
Im Klub St. Marc wurde öffentlich ausgesagt: „Der Sozialismus ist nicht das nec plus ultra des Wohlstandes; das wahre Gute ist der Kommunismus.“
In einem Klub der Rue St. Antoine ruft ein Redner aus: „Nächsten Dienstag erscheine ich vor den Assisen; sie haben es gewagt, mir einen Prozeß zu machen, diese Richter der Monarchie. Wohl! ich werde ihnen sagen, daß ich's bin, der ihnen nächstens einen Prozeß machen wird, einen schrecklichen Prozeß; denn diese elenden Privilegirten haben mich um die Sonne, um die Familie, um das Recht auf Arbeit gebracht.“ — Ein anderer Redner sagte am Schlusse seiner Rede: „Wenn das Volk nicht das Recht auf Arbeit hat, so hat es das Recht, ein Gewehr zu nehmen, um sich seine Nahrung zu verschaffen!“
In dem Klub von Arbalete wurde vorgetragen: „Die Revolutionäre von 1793 werden Zerstörer und Septembriseurs genannt; und warum? weil sie die wahre Republik erobern wollten … Dem Volke gehören die Wohlthaten der Industrie an; denn das Volk hat die Industrie geschaffen, und wenn es bisheran noch im Elende schmachtet, so ist es bloß darum, weil es seine Macht nicht gekannt hat.“
In dem Klub vom Faubourg du Temple lud der Präsident die Bürger ein, die Dokumente herbeizuschaffen, um die Geschichte der Juni-Revolution zu entwerfen, und zu zeigen, daß die Juni-Insurgenten keine Mörder, noch Plünderer, sondern Männer waren, die die in der Februar-Revolution errungenen Rechte wieder erobern wollten. — „Das Volk wird die Amnestie erhalten; denn das Volk ist Meister. Wenn Amnestie stattfinden soll, so kann keine Rede von den Transportirten sein, sondern von denjenigen, welche transportiren wollen.“ — Ein anderer Redner citirt Robespierre, der gesagt hat: „Diejenigen, welche eine Revolution zur Hälfte machen, graben sich selbst ihr Grab.“
In einem andern Klub führte ein Redner folgende Sprache: [1195] „Das Volk ist geschlagen, aber nicht besiegt worden. Vereinigen wir uns immer mehr, und wir werden ganz Frankreich in eine starke Organisation verflechten: wir werden einen Staat im Staate bilden.“
Wer gibt uns alle diese Citate? Leon Faucher! Warum? Um zu zeigen, daß ein Staat im Staat sehr mächtig war, daß der außergesetzliche Staat den wirklichen Staat mit Gefahr bedrohte, und daß er, Leon Faucher, Recht hatte, zum Schutze des gesetzlichen Staates außergewöhnliche Maßregeln vorzunehmen.
Der Staat im Staate, der außergesetzliche Staat im gesetzlichen Staate, sagt Leon Faucher, ist über ganz Frankreich verbreitet; die Macht des außergesetzlichen Staates ist bereits die Nebenbuhlerin des gesetzlichen Staates geworden, und kann letzterm die Stirne bieten. Der 29. Januar war der Tag, wo die beiden Staaten sich gegenüberstanden. Was ist der gesetzliche Staat? Doch offenbar der Staat, der die Interessen derjenigen umfaßt, die im Staate stehen, die in demselben eine Stellung, und die durch denselben ihre Stellung gesichert haben. Die Zahl derjenigen aber, die im gesetzlichen Staate stehen, muß offenbar sehr klein sein; sonst könnte der außergesetzliche Staat nicht so ungeheure Ausdehnung gewonnen, und sich über ganz Frankreich verbreitet haben. Der außergesetzliche Staat begreift alle diejenigen, die noch nicht im Staate stehen, die sich im Staate feststellen, und dieses Feststellen durch neue Gesetze festsetzen wollen, Wenn die Macht dieser letztern durch Assoziation und Organisation so stark wird, wie Leon Faucher es andeutet, sind dann die Assoziationen es nicht, welche den Staat bilden: und müssen sie nicht nothwendiger Weise den schwachen Staat derjenigen, die an dem Bestehenden halten, über'n Haufen werfen? Aber für Leon Faucher ist der Staat etwas für sich Bestehendes, und Leon Faucher, der an der Spitze dieses für sich bestehenden Staates steht, glaubt die Macht zu besitzen, sich dem neuen wirklichen, aus Assoziationen und gemeinsamen Proletarier-Interessen sich heranbildenden Staate entgegenzusetzen.
Alle fernern Citate Faucher's, über die Associationen in Dijon, in den Pyrenäen u. s. w. zeigen von ihrer zunehmenden Macht. Leon Faucher will beweisen, daß er damals schon Recht hatte, die Klubs und Associationen zu verbieten, die dem bestehenden Staate mit Untergang drohen. Die Konstitution dagegen räumt die Associationsfreiheit ein. Wenn nun in der immer ernster um sich greifenden Entwickelung die Associationen, die ganz Frankreich mit einem Netze umschlingen, als Inbegriff des wirklichen machthabenden Staates, sich an die Stelle des alten, d. h. des Bourgeois-Staates setzen, fällt dann nicht von selbst der für sich bestehende Staat Faucher's? Und wenn Barrot aus seiner olympischen Höhe herab, von der alten Moral und der Achtung vor den bürgerlichen Gesetzen spricht, haben die Proletarier da nicht vollkommen das Recht, diese bürgerlichen Ideologen auf die Achtung zu verweisen, welche ihre Vorfahren vor den alten Feudal-Gesetzen und Rechten hatten?
Als die alte Feudal-Aristokratie sich hartnäckig, halsstarrig der aufkommenden bürgerlichen Gesellschaft widersetzte, da blieb letzterer nichts übrig, als den hartnäckigen, halsstarrigen Theil der alten Gesellschaft von der neuen mächtigen Gesellschaft auf die eine oder die andere Weise abzuschneiden. Und Leon Faucher, der mitten in der veralteten bürgerlichen Gesellschaft steht, tritt gegen die neue Proletarier-Gesellschaft auf, welche in ihrer Entwickelung mit der alten Gesellschaft in Konflikt geräth, und zu ihrer Beseitigung sich genöthigt sieht, in den Klubs und in der öffentlichen Besprechung überhaupt die Verfahrungsweise der ersten Revolution von 93 in Vorschlag zu bringen. Leon Faucher erschreckt die Bourgeois-Kammer; die Bourgeois-Kammer hat Furcht vor sich selbst und um sich und Faucher zu retten, läßt sie den Oudinot'schen Vorschlag durchgehen.
Resumiren wir jetzt die ganze Lage, so lautet die Frage vom gesetzlichen, d. h. vom republikanisch konstitutionellen Standpunkte: Wer soll sich zuerst auflösen; die Kammer oder das Ministerium, oder wie ist eine neue Kammer und ein neues Ministerium zu beschaffen, ohne daß weder an Napoleon noch an die Republik gerührt wird?
Von rein reaktionär-monarchischem Standpunkte lautet die Frage: Wie kann in Folge der bevorstehenden Auflösung einer der zwei Gewalten der Sturz des republikanischen Präsidenten der Art vollbracht werden, daß ein Kaiser, ein Orleans, oder ein Bourbone aus ihm erblühe?
Vom Proletarier Standpunkte dagegen, von dem Standpunkte des neuen Staates, der sich in Folge der Associationen im alten Staate um die drei Gewalten herumgruppirte, ist die Lage am klarsten.
Eine neue Juni-Revolution ist unvermeidlich, und die Juni-Schlächter, die Mobilgardisten, stehen jetzt, wie Faucher selbst es einräumt, auf Seiten des Proletariats.
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@facs1195
Paris, 7. Februar.
Am Schluß ihrer gestrigen Sitzung um 6 1/2 Uhr bot die Nationalversammlung das Bild eines polnischen Reichstages. Im Augenblicke, wo Marrast die Generaldiskussion als geschlossen erklärte, verlangte Grevy, daß alle (acht) gestellten Unter-Amendements vorher der Kommission überwiesen werden sollten, ehe man zur artikelweisen Diskussion schreite. Die moderirten oder sogenannten honnetten Republikaner der Rechten, mit den Jesuiten Taschereau und Bavoux an der Spitze, die ein sofortiges Votum erstehlen wollten, protestirten mit solcher Heftigkeit gegen jede Ueberweisung, daß Marrast inmitten eines fürchterlichen Tumults den Hut aufsetzte und die Sitzung aufhob.
— Man liest in der offiziellen Statistik:
„An den beiden Tagen, 3. und 5. Februar, wurden in dem Pariser Leihamte 7965 Pfänder für 104,546 Franken versetzt; dagegen nur 6887 Pfänder mit 92,300 Frk. ausgelöst.“
— Die „Opinion publique“ zeigt an:
„Herr Larochejaquelin hatte die Ehre, dem Präsidenten der Republik eine Deputation der zahlreichen Familien (man schätzt ihre Zahl auf 17000) vorzustellen, welche nach Algerien ausgewandert sind und sich über die Nichterfüllung der gemachten Versprechen beklagen. Der Hr. Präsident empfing sie mit großem Wohlwollen und versprach, ihre Reklamationen bei der Nationalversammlung zu unterstützen.“
— Dameth, Direktor der Solidarité Populaire, wurde wieder freigelassen, weil nichts gegen ihn vorlag. Es scheint der Polizei trotz aller Mühe nicht zu gelingen, ein Komplott zu Stande zubringen.
— Es drohte uns heute das Glück eines theilweisen Ministerwechsels. Faucher, Fallour und Lacrosse wollten sich endlich zurückziehen und sollten durch Dufaure und Comp ersetzt werden. Aber Präsident Bonaparte wollte von keiner Nachgiebigkeit hören und widersetzte sich hartnäckig jeder Ministerialänderung.
— Wenn Mordthaten und Diebstähle-Zahl dem Kritiker als Leitfaden bei Beurtheilung gesellschaftlicher Verhältnisse dienen, so können wir uns auf ein sehr herbes Urtheil gefaßt machen. Während einerseits ein Maskenball den andern jagt, folgt andererseits Mord auf Mord, Diebstahl auf Diebstahl, Verzweiflung auf Verzweiflung. Die Morgue, dieser schauerliche Guckkasten, wird förmlich belagert. Seit acht Tagen sahen wir dort nicht weniger als elf Leichen ausgestellt. Darunter ein noch rüstiges Weib, das in Stücke zerhauen und in einem Sacke in die Seine geworfen worden war, aus der sie gefischt und künstlich wieder zusammengesetzt wurde, damit man sie erkenne. Letzteres ist geschehen und seit gestern melden die Gerichtszeitungen, daß es der Ehegatte dieser Unglücklichen selbst war, der diesen Vandalismus verübte. Das Opfer war eine Wäscherin und lebte mit dem Vandalen in Unfrieden.
— Der Congreß in Brüssel soll sich erst am 15. März versammeln. Die Patrie meldet hierüber: „Die Mehrzahl der von den Mächten hiefür ernannten Diplomaten befindet sich hier in Paris. Die Conferenzen dürften schwerlich vor dem 15. März eröffnet werden. Auch verspricht sich Niemand ein ernstliches Resultat aus denselben für die italienische Frage.
— Changarnier hält die hiesigen Eisenbahnhöfe immer noch mit starken Truppenabtheilungen besetzt. Warum? begreift Niemand. Sind diese Maßregeln etwa gegen das Departementsproletariat gerichtet, das seinen rothen Cameraden zu Hülfe eilen könnte?
— Die Mobilgarde ist gereinigt. Ein Theil derselben geht nach Bordeaux und Toulouse. Joseph Martin, der 15jährige Ritter (den Cavaignac im Juni küßte und alle Damen auf der Straße umarmten) richtet folgendes Schreiben an die „Republique“:
„Bürger Redakteur! Werden die Regierungsmänner nicht bald aufhören, mit vollen Händen Verläumdungen auf die Mobilgarde zu gießen, die sie gerne brandmarken möchten, da sie nicht wagen, sie ganz aufzulösen? Odilon Barrot klagt in der Sitzung vom 29. Januar die Mobilgarde der Insubordination an, weil sie ein Complott geschmiedet hätte; Leon Faucher wiederholte in der Sitzung vom 5. Februar eine ähnliche Behauptung, indem er die Chefs der Bataillone und die Volontaires des Aufruhrs anklagte. Mein Gott, wir jungen Leute erscheinen der Regierung wirklich sehr gefährlich! Unter dem Vorwand, uns zu reorganisiren und auf besseren Fuß zu setzen, entläßt man uns einen Monat vor Ablauf unseres Werbvertrags aus dem Dienst. Fünf Tage bewilligt man uns Bedenkzeit, um neue Entschlüsse zu fassen. Obgleich uns das Dekret vom 26. Jan. nicht überraschte, so fanden wir es doch ungesetzlich, indem es uns nicht den vertragsmäßigen Monatssold zusagte und gleichsam unser Vertragsverhältniß einseitig brach. Wir reklamirten bei der zuständigen Behörde und fügten nur hinzu, daß wir uns um die Nationalversammlung schaaren würden, falls man dieselbe mit Gewalt auflösen wolle. Das sind unsere großen Verbrechen!
Jene Bataillone, die aus den Februarkämpfern gebildet wurden, erschienen für die schändlichen Umtriebe der Reaktionäre ein Hinderniß. Man hat es beseitigt, indem man sie zerstörte. Sehr schön! das Werk ist vollbracht. Aber mögen sich die Vollbringer nicht allzugroßem Siegestaumel überlassen! Die Freiwilligen, die jetzt an den Familienheerd zurückkehren, werden ihre Kämpfe für die Republik nicht vergessen und sich wie Ein Mann erheben, wenn die Republik Gefahr liefe. Wir hoffen, daß unsere Brüder (die Arbeiter) die Meinungsverschiedenheit vergessen werden, die uns (im Juni) feindlich gegenüberstellte. Wir kehren jetzt in ihre Reihen zurück! Wenn unsere Mutter, die Republik, angegriffen würde, haben wir Alle nur Ein Herz, um sie zu lieben; nur Einen Arm, um sie zu vertheidigen. Es lebe die demokratisch-soziale Republik! Es lebe die Nationalversammlung!“
Paris, den 6. Febr. 1849.
(gez.) Joseph Martin, Ex-Gardist des 5. Bataillons.
National-Versammlung. Sitzung vom 7. Februar. Anfang 1 1/4 Uhr. Präsident Marrast.
Combarel überreicht eine Bittschrift mit 35,000 Unterschriften aus dem Puy de Dome für sofortige Auflösung. (Oh! Oh!)
Denjoy folgt mit einem andern Stoß in demselben Sinne.
König (Elsaß) und Flocon (Seine) überreichen einen Stoß Contre-Petitionen
Diese Petitionswuth verliert ihr Interesse, seitdem man weiß, daß das Ministerium in seinen Bulletins selbst darum bat.
Taschereau (vor der Tagesordnung): Aus dem Moniteur ersah ich diesen Morgen, daß mich der Präsident zwei Mal zur Ordnung gerufen habe, und zwar wegen heftiger Gebehrden. (Gelächter.) Der Durchtriebene erklärt, daß er selbst nur auf Erfüllung des Reglements im Grevy'schen Sinne habe dringen wollen. (Ah! Ah!) Das Reglement sei zwei Mal verletzt worden.
Marrast erwidert, er habe die Sitzung geschlossen, weil der Lärm überhand nahm und übrigens Niemand gegen deren Schluß protestirte.
Vezin (heftig): Der Präsident habe die Würde der Versammlung verletzt, indem er die Debatte eigenmächtig abbrach. (Genug! Genug!) Ihr sollt mich nicht stören, meine volle Meinung zu sagen. (Tumult. Der Redner wird herabgetrommelt).
Marrast sagt, die Vorgänger klagten ihn an, den § 55 des Reglements verletzt zu haben. Das sei falsch.
Fortsetzung der Rateau-Lanjuinais-Debatte. Da die Generaldiskussion gestern schon als geschlossen betrachtet wurde, so wird gleich Artikel 1 zur Abstimmung gebracht. Sein erster Satz lautet bekanntlich:
„Die National-Versammlung beginnt unverzüglich die erste Debatte über das Wahlgesetz.“
Dieser Satz wird angenommen.
Santeyra verlangt die Unterdrückung des Nachsatzes:
„Die zweite und dritte Debatte folgen in fünftägigen Zwischenräumen laut Reglement.“
Dieses Verlangen wird verworfen und der Nachsatz bleibt.
Artikel 2.
„Unmittelbar nach Veröffentlichung des gegenwärtigen Gesetzes, sind die Wahllisten zu entwerfen. Die Wahlen selbst finden am ersten Sonntage nach dem Listenschluß Statt. Zehn Tage nach dem allgemeinen Wahltage tritt die legislative Kammer zusammen.“
Senard trägt darauf an, die Phrase dahin zu ändern:
„Zwanzig Tage nach Promulgirung des gegenwärtigen Gesetzes wird ein Spezialdekret den Tag des Wahllistenschlusses bestimmen und die Wahlcirkel für den ersten Sonntag nach dem Listenschluß zusammenrufen.“
Senard begründet diese Aenderung in langer Rede und hebt hervor, daß er von Paris bis Toulon z. B. 9 Tage Zeit brauche, um hin und zurückschreiben zu können. Er basirt also seinen Antrag auf topographische Nothwendigkeiten und spricht aus Erfahrung.
Marrast unterbricht die Debatte durch Verlesung eines Antrags des Justizministers, der für den Prokurator in Metz die Vollmacht verlangt, das Journal du Pays de Messin wegen Grobheiten gegen die National-Versammlung gerichtlich zu verfolgen. (Oh! Oh!)
Das Journal ist ein hochrothes.
An die Abtheilungen verwiesen
Die Debatte wird fortgesetzt.
Languinais nimmt das Wort, um Senards Antrag zu bekämpfen. In ihm stecke die heimliche Absicht, seinen Vorschlag zu erwürgen. Herr Senard verdrehe die Frage und schiebe die Auflösung zu weit hinaus.
Senard eilt wiederholt auf die Bühne, um diese Deutung zu bekämpfen. Er geht in seinem Advokatenfeuer so weit, den Lanjuinais einen verkappten Rateau zu nennen, was einige Agitation zur Rechten hervorruft
Dufaure spricht eine Stunde lang für möglichst baldige Auflösung. Wir sind noch im Provisorium, die Verfassung sei noch nicht im Gange, ruft er, und beschwört die Versammlung, das Provisorium nicht zu lange auszudehnen. (Zum Schluß! Nein! Nein!)
Dupont (Bussac) besteigt die Bühne.
Duponts Erscheinung rief eine förmliche Demonstration hervor. Die ganze Rechte stürmte zum Saale hinaus und es blieb die Sitzung de facto suspendirt. Marrast aber ließ den Redner nicht abtreten, sondern zwang somit moralisch die Rechte, ihre Plätze wieder einzunehmen.
Ich beabsichtige keineswegs, begann Dupont endlich unter großer Gährung, die Generaldebatte wieder aufzunehmen. Ich lege nur der Versammlung einen Antrag vor, der den Lanjuinais'schen und Senard'schen vernichtet. (Lärm.) Sie wissen, daß beide Ihnen vorschrieben, das Wahlgesetz zu votiren und die Listen demnächst auszuschreiben. Bliebe dann noch Zeit übrig, dann könnten Sie die übrigen organischen Gesetze berathen. Diese Vorschläge sind unlogisch und verfassungswidrig. Artikel 115 verpflichtet Sie, alle organischen Gesetze zu votiren. Sie müssen diese Pflicht lösen, wenn Sie nicht die Verfassung brechen wollen. (Stimmen: Das ist klar!) Ich trage daher darauf an, daß Sie 1. den Staatsrath, 2. die Gerichtsreform, 3. Verantwortlichkeit des Präsidenten, und 4. das Büdget votiren, ehe Sie sich trennen. Ein 5. Punkt bezieht sich auf die Wahlversammlung.
Die Versammlung beschließt, den Vorrang zunächst den Lanjuinais'schen Anträgen zu lassen und in der Debatte fortzufahren.
Marrast bringt den ersten Satz des zweiten Artikels der Lanjuinais'schen Proposition zur Abstimmung.
Wird angenommen.
Jules Favre und mehrere andere Redner stellen einige unwesentliche Nebenanträge, die aber alle verworfen werden.
Flocon will den Vorschlag auch auf Algerien ausdehnen (Oh! Oh!)
Wird verworfen.
Artikel 2 geht mit 470 gegen 337 Stimmen durch.
Artikel 3.
„Die National-Versammlung richtet ihre Tagesordnungen so ein, daß sie außer dem Wahlgesetz auch das Staatsrathgesetz und das Verantwortlichkeitsgesetz erledigt.“
Santeyra will die Worte: „Und das Büdget für 1849“ hineingeschoben wissen. (Ah! Ah!)
Stimmen rechts: Fallen lassen!
Pascal Duprat bekämpft eine solche Rücksichtslosigkeit.
Santeyra entwickelt seinen Antrag; fällt aber durch.
Die Stimmung der Versammlung ist nicht von der Art, ihm Gehör zu schenken. Das Auflösungswerk ist vollbracht!
Nach einigen Erläuterungen Dezeimerins geht Artikel 3 durch.
Dezeimerin will gleich Santeyra das Büdget auch votirt wissen.
Um 6 1/2 Uhr wird zur Abstimmung geschritten. (Schluß).
Italien.
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@facs1195
[ * ]
Aus Rom nichts Neues von Interesse. Nach einer Korrespondenz im toskanischen Moniteur hätten verschiedene Detaschements Linie und Volontärs die Richtung nach der neapolitanischen Gränze eingeschlagen. Die Neapolitaner sollen das römische Gebiet bereits betreten und den Freiwilligen Garibaldi's ein Gefecht geliefert haben. — Zu Bologna hat die Bewegung sich gelegt. Die Schweizer haben der festen Haltung des Volkes nachgegeben und erklärt, daß sie die Stadt nicht verlassen würden; Latour hat das Versprechen mit seinem Ehrenworte bekräftigt. — Aus Venedig schreibt man, daß Manin, der Abgott des Volkes, fast einstimmig zum Abgeordneten für die Constituante ernannt worden ist. Der Jubel darüber war unbeschreiblich. Am Abend zog das Volk massenweise vor die Wohnung des Gefeierten, der die ihm gebrachten Evvivas mit einer kurzen Ansprache erwiderte. — Aus Piemont wird berichtet, daß auf den Wunsch General Pepe's, der sich mit dem Befehlshaber der sardinischen Armee in Rapport zu setzen wünschte, General Olivero nach Venedig sich begeben wird. — In der Lombardei vor wie nach Brutalitäten der östreichischen Soldateska. Der „Corriere mercantile“ erzählt einen derartigen, kürzlich zu Pontelagosciero vorgekommenen Fall, der wahrhaft haarsträubend ist.
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@facs1195
[ 068 ] Rom, 29. Jan.
Die Regeneration des Kirchenstaats geht tüchtig vorwärts. Unter den jüngsten Beschlüssen verdient ein Punkt trotz seiner Unscheinlichkeit Bemerkung. Die „Gazetta von Rom,“ die bisher das päbstliche Wappen an ihrer Stirn trug, wird dieses Schmucks entkleidet und künftig den Titel „Römischer Moniteur“ führen.
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@facs1195
[ * ] Turin, 2. Febr.
Heute fand eine dem Ministerium günstige Volksdemonstration hier statt Alles spricht nur vom Kriege! General Lamarmora ist zum Kriegs- und Marineminister ernannt.
Großbritannien.
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@facs1195
[ * ] London, 7. Februar.
Unterhaus von gestern. Sir G. Grey beantragt die Erlaubniß, eine Bill behufs fortzusetzender Suspension der Habeas-Corpus-Akte in Irland einbringen zu dürfen. Er führt die Gründe an, weshalb die Regierung die fernere Suspension noch für ein halb Jahr für nöthig hält. J. O'Connell beantragt Niedersetzung einer Kommission von 21 Mitgliedern, welche über die Nothwendigkeit, eine solche Ausnahmemaßregel fortdauern zu lassen, Nachforschungen anstellen und dann Bericht erstatten solle. In einer 1 1/2 stündigen Rede setzte er die Beschwerden, das Elend, die Verzweiflung Irlands auseinander und klagte G. Grey der Absicht an, aller verfassungsmäßigen Agitation ein Ende machen zu wollen, und den Lordlieutenant der verfälschten Darstellung der irischen Verhältnisse.
Feargus O'Connor bekämpft energisch den ministeriellen Vorschlag. „Lassen Sie niemals aus den Augen,“ sagte er u. A., „daß es unter den jetzigen Verhältnissen unmöglich ist, die Agitation in diesem oder irgend einem andern Lande zu ersticken. Man möge sich doch in der Welt umsehen und erinnern, daß Irland stets das Schlachtfeld war, auf dem die Kämpfe ausgefochten wurden. Wann immer der Terrorismus das Herz Englands treffen wolle, werde der erste Schlag nach dem Herzen Irlands geführt. Verfahre man mit Irland in angemessener Weise, so brauche es keine fremde Geldhülfe; allein die Habeas-Corpus-Akte zu suspendiren, sei wahrhaftig nicht die angemessene Weise, sondern die gründliche Umgestaltung des Verhältnisses zwischen Gutsherrn und Pächtern. Nachdem noch Roche, Fagan, Grattan, Ansley, W. Barroy, Moore, Muntz etc. gegen das Ministerium und die von ihm beabsichtigte Maßregel, Lord J. Russell dafür gesprochen, wird der Grey'sche Antrag mit 221 gegen 18 Stimmen genehmigt. Das Haus vertagt sich um 1 Uhr nach Mitternacht.
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@facs1195
[ * ] London, 7. Febr.
Unterhaus von heute. Auf den Antrag des Schatzkanzlers geht das Haus Betreffs Abhülfe des Elends in Irland in Comite über. Der Schatzkanzler weist nach, was 1847 und 1848 zur Unterstützung der Armen in Irland geschehen ist. Er verliest zu diesem Zwecke eine Unzahl Dokumente und fordert die Bewilligung einer neuen Unterstützungssumme von 50,000 Pfd. St. Das Kabinet habe circa 78,000 Pfd. an zurückgezahlten Vorschüssen und mit den unter Burgoyne's Verwalwaltung noch nicht verausgabten Geldern insgesammt 184,000 Pf. in Händen. Er glaube, daß, 50,000 Pf. dazu gethan, die Summe zur Abhülfe hinreichen wird. Scrope spricht sich entschieden gegen die bisherige Art der Unterstützung aus, und verlangt Beschäftigung bei reproduktiver Arbeit. (Die Sitzung dauert bei Postschluß fort.
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@facs1195
[ 133 ] Dublin, 6. Febr.
Dieses Frühjahr wird der Strom der Auswanderung allen Anzeichen nach noch viel bedeutender werden, als voriges Jahr. Hauptsächlich aus den südlichen Grafschaften werden von den Leuten, die den Ueberfahrtspreis erschwingen können, Vorbereitungen zur Auswanderung nach Amerika getroffen. Eine Menge „respectabler“ d. h. begüterter Familien organisiren sich in Gesellschaften, legen ihr Kapital zusammen und wollen damit in der neuen Welt Kolonien gründen. Die Pächter verlassen massenweise ihre Gehöfte und für das, was sie dem Gutsherrn schulden, geben sie „Fersenpacht“ (legbail) und schiffen sich nach den Vereinigten Staaten ein.
Ein Pröbchen, wie die Regierung der Erbweisheit sonder Gleichen das Lob ihrer hohen preußischen Bewunderer zu verdienen weiß, wird vom „Freeman“ mitgetheilt. Es handelt sich um das Verfahren der Regierung gegen den politischen Gefangenen, Herrn Duffy. Das Publikum, sagt der Freeman, wird mit Erstaunen und Entrüstung von der Bestehlung und Verfolgung hören, denen Hr. Duffy ausgesetzt gewesen und es noch ist. Jeder Brief und jede Zeitung, die ihm während des letzten halben Jahres unter der Bezeichnung: Herausgeber des Journals „the Nation“ zugesandt wurden, sind auf dem Postamt sämmtlich eröffnet und zurückgehalten worden, ohne daß ihm auch nur ein Wort von diesem Verfahren gesagt wurde. Nachdem ihm endlich etwas zu Ohren gekommen, verlangte er seine Briefe (die bedeutende Remittirungen und mehr als geldeswerthe Nachrichten enthalten können). Man antwortete ihm, die Briefe wären in Verwahrsam auf den Grund hin, daß es keinen Herausgeber der „Nation“ mehr gegeben, sobald das (von der Regierung unterdrückte) Journal zu erscheinen aufgehört habe. Also die Regierung unterdrückt erstens Hrn. Duffy's Journal durch Anwendung brutalster Gewalt und [1196] bemächtigt sich dann, unter dem Vorwande, daß es nun keinen Herausgeber der „Nation“ mehr gebe, seines Eigenthums. Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, werden ihm auch jetzt noch die Briefe und Zeitungen vorenthalten. Man sieht, daß ein Spitzbube von Profession, ein Wegelagerer, nicht schlimmer verfahren könnte, als hier die Regierung gethan.
Dänemark.
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@facs1196
Kopenhagen, 3. Febr.
Es geht das Gerücht, die Regierung wolle, in Folge der Vorgänge in Nordschleswig, in den nächsten Tagen eine Proklamation an die Einwohner Schleswig-Holsteins erlassen!
Der Reichstag hat heute mehrere Amendements zum Wehrpflichtgesetz, verschiedene unwesentliche Veränderungen und Zusätze enthaltend, abgemacht. Montag kommt der Antrag von Trebe und Hansen auf Verwerfung des ganzen Gesetzes und Oerstedt's Protest gegen die gesetzgebende Macht der Versammlung und, wenn es die Zeit erlaubt (was nicht zu vermuthen ist), auch noch der Antrag Kaysers, betreffend den Fortgang des Verfassungswerkes, zur Berathung.
Schweden und Norwegen.
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@facs1196
Stockholm, 30. Jan.
Die Hornviehseuche in Schonen dehnt sich weiter aus.
In Gefleborg Lehn bereitet sich eine große Auswanderung nach Amerika vor.
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@facs1196
Christiania.
Mitternacht zwischen dem 27. und 28. Dez. hat in den Kirchspielen Naerstrand, Vigedal und Jelso (vermuthlich auch weiter nördlich hinauf) ein Erdbeben stattgefunden, daß die Häuser erzitterten.
Aus Bergen vom 25. Januar wird gemeldet, daß dort noch 31 Menschen an der Cholera gestorben und die ganze Zahl der Erkrankungen bis zum 24. Januar 435 betrug, unter denen 279 Todesfälle.
Rußland.
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@facs1196
St. Petersburg, 28. Jan.
Unsere Blätter enthalten eine amtliche Anzeige darüber, daß am 25. Jan. zur Kompletirung des Vorraths von Silbermünzen in der Kasse der Kredit-Expedition, „der im Jahre 1848 sich um Einiges vermindert hat,“ aus dem Vorrathsgewölbe die Summe von 3 Mill. Silberrubel dahin übergeführt worden ist. Der im Vorrathsgewölbe der Peter-Pauls-Festung liegende Fond der Reichs-Kreditbillets wird in dieser amtlichen Anzeige, nach Abzug des eben übergeführten Kapitals, auf die Summe von 106,588,595 R. 19 K. S. angegeben.
Nach einem Befehl Sr. Maj. des Kaisers ist sämmtlichen Gesellschaften und Wohlthätigkeitsanstalten, sowohl in St. Petersburg als auch in Moskau, die Veranstaltung von Maskeraden streng untersagt worden.
Amerika.
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[ 068 ] London, 6. Febr.
Die neuesten so eben hier eingetroffenen Nachrichten aus Californien sind ungefähr um einen Monat neueren Datums, als die zuletzt empfangenen. Sie fahren fort, die fabelhaftesten Erwartungen zu befriedigen. Gegen 5000 Personen sind jetzt in den Minen beschäftigt, und das gefundene Gold nimmt nicht nur der Quantät, sondern auch dem Format nach zu, indem man auf Klumpen von 25 Pfund gestoßen ist. Die Unze wird an Ort und Stelle mit einem Pfd. Sterl. bezahlt, und die Ausbeute eines Tages beläuft sich auf wenigstens 100 Dollars. Es ist sicher, daß der Golddistrikt, soweit er bis jetzt erforscht worden ist, eine Länge von 300 engl. Meilen hat, und daß alle Anzeichen vorhanden sind, daß er, je weiter man fortschreitet, um so mehr an Ausbeutung gewinnen wird.
Der Oberbefehlshaber des im stillen Meere stationirten amerikanischen Geschwaders hat nach Washington berichtet, daß er keine Hoffnung hat, für die nächsten paar Jahre irgend ein kriegerisches Etablissement zur See oder zu Lande in Californien behaupten zu können. Gegen 20 bis 30 Schiffe liegen jetzt, von ihrer Mannschaft verlassen, zu S. Francisco, und 100 Dollars Monatslohn werden vergeblich geboten.
Nach New-Yorker Journalen sind jetzt mehr als 40 Schiffe ums Cap Horn und durch die Magellans-Straße nach Californien unterwegs. Sie haben gegen 2000 Passagiere an Bord, wozu nun noch diejenigen kommen, welche den Weg über den Isthmus von Panama und durch den fernen Westen eingeschlagen haben. Unter den Schiffen, welche jetzt im Begriffe stehen, abzusegeln, befinden sich zwei Ostindienfahrer; viele Fahrzeuge können einzig aus dem Grunde nicht fortkommen, weil die Bäcker New-Yorks nicht im Stande sind, den erforderlichen Schiffszwieback zu liefern. Ein Bostoner Lootsenboot von 75 Tonnen, mit 10 Matrosen bemannt, ist so eben ausgelaufen, und sein Capitän versichert, daß er S. Francisco durch die Magellans-Straße in 110 Tagen erreichen werde. Die Entfernung ums Cap Horn b[e]trägt 17,000 engl. Meilen, über Panama 5808 Meilen, durch den Westen über Tefuantepec nur 4660 Meilen. Die letztere Route ist bis jetzt die am wenigsten praktikable.
Wie immens die Ausbeute bereits bisheran gewesen ist, geht daraus hervor, daß der Agent eines New-Yorker Hauses in Californien bereits 260,000 Dollars in Gold nach England verschifft hat, und daß 2 Millionen nur auf Schiffsgelegenheit warteten, um nach New-York abzugehen. Auch in Valparaiso hatte man bedeutende Goldsendungen empfangen, und auf der ganzen Westküste Amerika's, in Chili und Peru sowohl, als hoch nördlich in Oregon waren Expeditionen nach den Goldregionen im Gange. Selbst der stille Ocean wird von der Kunde des neuen Eldorado elektrisch durchzuckt. Nach bis zum 2. Sept. reichenden Nachrichten von den Sandwichinseln, war dort eben eine Brig mit Goldstaub von S. Francisco angekommen, und hatte die Bevölkerung in die fieberhafteste Aufregung versetzt. Fünfzehn Schiffe mit Waaren und Passagieren gingen im Laufe weniger Wochen nach Californien unter Segel; ein Waghals machte sich sogar mutterseelenallein in einem Wallfischboot auf den Weg. So strömt es von Osten und Westen, von Süden und Norden nach dem gelobten Lande, wo das Gold in Bächen fließt.
Wie wichtig es unter diesen Umständen ist, das Projekt einer Eisenbahn über den Isthmus baldmöglichst in Ausführung zu bringen, springt in die Augen. Bekanntlich hat das New-Yorker Handlungshaus Howland und Aspinwall der Regierung der Vereinigten Staaten ein solches Projekt vorgelegt, und der Bericht der mit der Prüfung desselben beauftragten Komitès ist so günstig ausgefallen, daß die Regierung den Marinesekretär beauftragt hat, sofort mit Howland und Aspinwall über die Bahn zu contrahiren. Nach der deßfalls erlassenen Bill ist die Bahn innerhalb eines Jahres nach dem Passiren der Akte in Angriff zu nehmen und innerhalb drei Jahren zu vollenden. Für eine Periode von 20 Jahren hat die Regierung, für die Zwecke der Briefpost sowohl, als für ihre sämmtlichen Angestellten, Zufuhren u. s. w., die unentgeltliche Benutzung der Bahn. Amerikanische Bürger oder Personen, die in amerikanischen Schiffen ankommen, müssen für den festen Satz von 5 Dollars von Meer zu Meer auf der Bahn befördert werden. An den beiden Endpunkten der Bahn hat die Gesellschaft ein feuerfestes Magazin und eine geeignete Werfte zum Gebrauch der Regierung zu errichten und in Stand zu halten. Der Kontrakt soll 20 Jahre, von der Vollendung der Bahn an, in Kraft bleiben, innerhalb welcher Zeit die Vereinigten Staaten der Gesellschaft jährlich eine Summe von 250,000 Doll. vergüten. Sieben Achtel der Aktien müssen zu allen Zeiten in den Händen von amerikanischen Bürgern sein.
Dies die Grundzüge des Kontrakts, dem das Unternehmen selbst ohne allen Zweifel auf dem Fuße folgen wird. Bruder Jonathan ist gewohnt, solche Dinge rasch und energisch anzugreifen, und die Aussicht, Californien um 14,000 engl. Meilen näher zu haben, als jetzt, wird ihn in diesem Falle doppelt eilig machen. Der Umschwung, den Amerika in Folge dieses Unternehmens erleben wird, ist gar noch nicht abzusehen. Man bedenke, daß das stille Meer (dessen ruhige Gewässer, wie der Comite-Bericht sagt, zur Dampfschifffahrt wie geschaffen scheinen) von Dämpferflotten durchfurcht werden wird, und daß man in 47 Tagen von Newyork nach Calcutta, in 36 Tagen von Newyork nach Canton wird gelangen können.
[Redakteur en chef: Karl Marx. ]
Handelsnachrichten.
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Civilstand der Stadt Köln.
Den 1. u. 2. Febr. 1849.
Heiraths-Ankündigungen.
(4.) Joh. Fettelschoß, Tagl., alte Wallg., und Anna Maria Brühl, Schafenstr. — Friedr. Wilh. Bernard Kühne, Witwer, Schustermeister, und Louise Schickow, Ehrenstr. — Sebast. Mohr, Schustermeister, Witwer, Glockeng. — und Maria Anna Sib. Hochmuth, Marzellenstr. — Franz Beutgen, Zimmerges., zu Löhndorf, u. Gertr. Welling, Neumarkt. — Everh. Münch, Tagl., Wittwer, Josephstr., und Elisab. Elsen, Herzogstr. — Heinr. Reiß, Schuster, Röhrerg., und Cathar. Renner, Mörserg., gesetzlich zu Blankenheim. — Mich. Jos. Biern.koven, Kassirer bei der Gas-Gesellschaft, Poststr., und Anna Margar. Klein, Weiherstr. — Joh. Friedr. Wilh-Alexander, Eisenbahn-Lademeister, zu Düsseldorf, u Barb. Windheuser, Neumarkt. — Heinr. Christ. Koch, Steinh., Salzmagazin, und Gertr. Odendahl, Weideng. — Peter Schreiner, Schusterm., und Paul Berners, beide Weiherstraße. — Peter Cremer, Dachdeckerges., gr. Spitzeng., u. Maria Cathar. Ockenfeld, Eulengarteng. — Peter Denz, Schiffkn., Goldg., und Cathar. Hinseler, Entenpf. — Karl Ludw. Alb. Leue, Priv.-Sekr., Apostelnstr., und Christ. Schützendorf, Breitstr. — Heinr. Schmitz, Schusterges., Rothenberg, und Ther. Palm, Rheing. — Peter Win. Breuer, Gastw., Thurnm., und Maria Ther. Franc. Preis, Neumarkt. — Joh. Leon. Horn, Bierbr., und Margar. Schneider, beide Langg. — Franz Nicol. Bourel, Goldarb., Heumarkt, und Wilhelm. Weber, Ehrenstr. — Peter Reymer, Faßb., Butterm., und Barb Scheben, Salzg. — Joh. Peter Thelen, Nagelschmidges., Butterm., und Agnes Jansen, gr. Brinkg. — Joh. Götte, Restaurateur, Wittwer, Thurnm., und Sophia May, zu Baden. — Joh. Goebel, Tagl., Achterstr., und Gud. Tillmann, zu Fischenich. — Gottfr. Lechenich, Tagl., Entenpf., und Margar. Mundorf, zu Hermülheim. — Jacob Fellbach, Ackerer, zu Loch, und Anna Maria Kessel zu Köln.
Den 3. Februar.
Geburten.
Barb., T. v. Friedr. Braun, Tagl., alte Mauer am Bach. — Elisab., T. v. Nicol. Voß, Dampfbootheizer, Spulmannsg. — Edm.. S. v. Christ. Engel, Gärtner, Seyeng. — Christ., T. v. Heinr. Vogel, Tagl., Weißbütteng. — Karl Phil. Franz, S. v. Joh. Franz Scheffer, Schuhm., Kupferg. — Arnold, S. v. Arnold Ketteler, Tapez., Dominikanern. — Anna Maria, T. v. Jacob Esser, Gastw., Friesenw.
Sterbefälle.
Gottfr. Pering 4 1/2 M. alt, Kupferg. — Georg Hub. Loosen, 6 M. alt, Rothgerberb. — Peter Schmitz, Gärtner, 55 J. alt, Wittwer, Friesenw. — Agnes Herle, 10 M. alt, Schafenstr. — Anna Gud. Raumann, 17 J. alt, unverh., gr. Brinkg. — Elisab. Schaaf, 3 M. alt, Sachsenhausen. — Heinr. Krüll, 2 J. 3 M. alt, Schartg. — Anna Elisab. Richter, Wittwe Bauer, 69 J. alt, Cäciliensp. — Peter Düsseldorff, ohne Gew., früher Korbmacher, 82 J. alt, unverh., Minoritensp.
Heirathen.
Franz Liddau, Bildhauer, v. hier, und Marg. Elisab. Scheu, v. Darmstadt. — Joh. Schütz, Schiffbauer, v. Coblenz, und Margar. Nor, v. hier. — Andr. Strunk, Schneider, v. Altendorf, und Sib. Blied, v. hier. — Karl Friedr. Marschall, Unteroff., v. Berlin, und Henr. Elisab. Weide, Wittwe Müller, v. Erfurt. — Paul Frantzen, Rheinarb., und Maria Magdal. Lennertz, Wittwe Franzen, beide v. hier.
Den 4. Februar.
Geburten.
Wilh., S. v. Joh. Peter Reckinger, Kammacher, kl. Sporerg. — Leonh., S. v. Friedr. Conrads, Steinh., Kämmerg. — Maria Anna Gertr., T. v Max Müngersdorff, Schlosserges., unter Kranenb. — Ther. Hubert., T. v. Ludw. Paffendorf, Dachdeckerm., Ursulastr. — Mich., S. v. Clem. Boley, Bäcker, Entenpf. — Tilm Hub., S. v. Joh. Meyer, Weißgerber, Achterst.
Sterbefälle.
Elisab. Herf, 1 J. alt, Schnurg. — Joh. Melch. Stupp, 1 J. 6 M. alt, gr. Griechenm. — Gertr. Rick, geb. Vorent, 30 J. alt, Rothgerberb. — Cathar. Pappe, 20 J. alt, unverh., Achterstr. — Anna Maria Hoffmann, Wittwe Hamm, 88 J. alt, Schnurg. — Joh. Werker, ohne Gew., 75 J. alt, Entenpf.
Den 5. Februar 1849.
Geburten.
Anton, S. v. Adrian Ullrich, Tagl., gr. Brinkg. — Pauline, T. v. Jacob Werner, Kfm., Neum. — Jos., S. v. Joh. Georg Seidenpfennig, Eisenbahnarb., Eigelstein. — Herm. Jos., S. v. Joh. Heinr Klüsener, Schreinerges., Thürmchensw. — Cathar. Clem. Huberta, T. v. Franz Heinr. Jos. Lamb. Hub. deSmet, Kfm., Butterm. — Anna Josepha, T. v. Mich. Bähr, Gefreiter, Herzogstraße. — Anton, S. v. Wilh. Cremer, Tapetendr., kl. Spitzeng — Friedr. Wilh. Franz, S. v. Karl Ludw. Schlegel, Oekonom, Dominikaner-Kaserne.
Sterbefälle.
Jos. Welter, 2 J 1 M. alt, an den Antonitern. — Steph. Schilling, Schneider, 49 J. alt, verheir, Sterneng. — Hub. Müller, Nagelschm., 22 J. alt, unverh., Klingelp. — Christ. Wilhelm. Odenthal, 2 M. alt, Burgm. — Cathar. Thiebes, geb. Brassard, 39 J. alt, Salzmagazin. — Wilh. Laude, Musketier, 24 J. alt, unverh., Garn.-Lazar.
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Bekanntmachung.
Der Transport von circa 33 Schachtruthen auf dem Bankett des Sicherheitshafens lagernden Basaltschrott zum Ausbau der Strecke des Mülheimer Weges zwischen dem Bischofswege und der Frohngasse bis auf die Baustelle soll unter den auf dem Stadtbauamte, Rathhausplatz Nr. 9, offen liegenden Bedingungen auf dem Wege der Submission an hiesige Unternehmer verdungen werden.
Schriftliche und versiegelte, mit der Aufschrift: „Submission in Betreff des Basalt-Transportes auf den Mülheimer Weg“, versehene Offerten werden bis Donnerstag den 15. d. M., Vormittags 10 Uhr, auf dem Stadt-Secretariate angenommen und findet die Eröffnung derselben am nämlichen Tage zu der besagten Stunde, im Beisein der etwa anwesenden Submittenten im Rathhaussaale Statt.
Der Preis ist pro Schachtruthe, incl. Auf- und Abladen, zu stellen.
Köln, 5. Februar 1849.
Der komm. Ober-Bürgermeister, Graeff.
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Gerichtlicher Verkauf.
Am Samstag den 17. Februar 1849, Vormittags eilf Uhr, wird der Unterzeichnete auf dem Waidmarkte zu Köln, zwei marmorne Tischplatten, zwei marmorne Kamine und drei Ofen von Marmor, dem Meist- und Letztbietenden gegen gleich baare Zahlung öffentlich verkaufen.
Der Gerichtsvollzieher, Gassen.
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Gerichtlicher Verkauf.
Am Samstag den 17. Februar 1849, Vormittags zehn Uhr, wird der Unterzeichnete auf dem Altenmarkte zu Köln, einen vollständigen Fußharnisch, nebst Dolch, Schild und Schwert, sodann ein Oelgemälde in Goldrahmen dem Meist- und Letztbietenden gegen gleich baare Zahlung öffentlich verkaufen.
Der Gerichtsvollzieher, Gassen.
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Gerichtlicher Verkauf.
Am 22. Februar 1849, Vormittags 10 Uhr, wird der Unterzeichnete auf dem Waidmarkte zu Köln, verschiedene Stücke Wollentuch gegen baare Zahlung öffentlich meistbietend verkaufen.
Der Gerichtsvollzieher, Simons.
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Scher Er sich zum Teufel!
Ein Düsseldorfer.
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Coaks ist wieder in sehr guter Qualität vorräthig, in der Gas-Erleuchtungs-Anstalt, Buschgasse 11.
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„Neue Rheinische Zeitung.“
Die Herren Aktionäre werden hiermit auf heute Samstag den 10. d., Abends 8 Uhr, mit Bezugnahme auf den §. 37 des Statuts zu einer General-Versammlung bei Hamspohn im Freischützen eingeladen.
Köln, 5. Februar 1849.
Die Geranten.
der „Neuen Rheinischen Zeitung.“
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Für Passagiere u. Auswanderer nach New-York.
Die Schiffe der Hamburg-Amerik.-Paketfahrt-Aktien-Gesellschaft unter der Direktion der Häuser Ad. Godeffroy, H. J. Merk et Cp. und F. Laeisz in Hamburg werden unfehlbar an folgenden Tagen von Hamburg expedirt:
1. Das Schiff Rhein Kapt. Ehlers am
24. März 1849.
2. Das Schiff Deutschland Kapt. Hancker am
21. April 1849.
3. Das Schiff Nordamerika Kapt. Rathje am
19. Mai 1849.
4. Das Schiff Elbe Kapt. Heitmann am
23. Juni 1849.
Ueber obige neuen, dreimastigen, gekupferten Schiffe, welche durch hohes, luftiges Zwischendeck und elegant eingerichtete Kajüten sich auszeichnen, so wie über die billigst gestellten Ueberfahrts-Preise und Bedingungen ertheilt nähere Auskunft der Schiffsmakler August Bolten, Wm. Millers, Nachfolger in Hamburg, und Franz Carl Mainone in Cöln, Haupt-Agent für die Rhein-Provinz.
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Für Herren.
Französische und englische Kragen neuesten Façon.
Obenmarspforten Nr. 42.
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Empfehlung.
Der unterzeichnete bringt bei der bereits erfolgten Eröffnung der baierisch-sächsischen Eisenbahn sein dahier seit neun Jahren bestehendes Commissions- u. Speditions-Geschäft in Erinnerung, übernimmt Ein- und Verkäufe aller Waaren, so wie Incasso, und wird auf's Beste das Interesse der Committenten beachten.
Nürnberg, im Februar 1849.
Sal. Ludwig Krauß.
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Ein Stück circa 3/4 Morgen Gartenland am Thürmchen, diesseits an der rhein. Eisenbahn, Mülheimerstraße und am Glacisweg, neben dem Bahnhof gelegen, zur Anlage eines Gartens, Wirthschaft oder Lager sich eignend, steht im Ganzen oder theilweise zu vermiethen oder zu verkaufen. Näheres sagt die Exp. d. Bl.
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Ich empfehle mich mit Metzer Strohstühle, so wie alte Stühle in Rohr oder Stroh zu flechten, sowie in Besen und auch zu repariren. Unter Pfannenschläger Nro. 26.
N. Mouth.
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Puppentheater.
Heute zum erstenmale Carnevalistische Possen von Henneschen und Tunnes aufgeführt, wozu ein verehrtes Publikum eingeladen wird, und versprechen Denjenigen, welche das Lokal besuchen, die beste Unterhaltung.
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Ein Schlosser-Lehrling wird gesucht. Mariengartengasse Nr. 20.
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Circa 300 Pfd. Makulatur zu verkaufen. Die Expedition sagt wo.
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Ein Mädchen, in Küche und Hausarbeit erfahren, welches gleich eintreten kann, sucht Dienst bei einer stillen Familie. Bescheid Johannesstraße Nr. 26.
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Um damit vor Empfang der neuen Frühjahrs-Waaren aufzuräumen, habe ich eine große Auswahl Barege, Mousseline de laine, Batiste d'écosse, gestickte Kleider, gestickte Möbel-Mousseline etc. bedeutend im Preise herabgesetzt, welches ich meinen Kunden hiermit anzuzeigen mich beehre.
Jos. Baum, Obenmarspforten Nro. 11.
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Vaudeville-Theater.
Samstag den 10. Februar 1849.
Zweite Gastdarstellung der Fräulein Dittmann und des Herrn Dornewaß, erste Solo-Tänzer des Großh. Hof-Theaters in Darmstadt.
Der Rechnungsrath und seine Tochter.
Lustspiel in 3 Akten von Feldmann
Zwischen dem 1. und 2. Akt:
La Cachucha.
Spanischer Solo. Getanzt von Frl. Dittmann.
Zwischen dem 2. und 3. Akt!
Polka Boehmak.
Pas de deux comique.
Getanzt von Frl. Dittmann und Hrn. Dornewaß.
Zum Schluß
Auf allgemeines Verlangen:
Yongschinju.
Grand pas de deux Chinois, Grotesque. Getanzt von Fräul. Dittmann und Hr. Dornewaß.
Entrée 10 Sgr., wofür Getränke verabreicht werden.
Kassa-Eröffnung um 6 Uhr.
Anfang 7 Uhr.
Franz Stollwerck.
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Der Gerant: Korff.
Druck von J. W. Dietz, Unter Hutmacher Nr. 17.