[1233]
Beilage zu Nr. 224 der Neuen Rheinischen Zeitung.
Organ der Demokratie.
Samstag 17. Februar 1849.
@xml:id#ar224b_001
@typejArticle
@facs1233
[Fortsetzung] und man erwartet in wenigen Tagen den Einmarsch einiger russischen Bataillons.“ (Bekanntlich ist dieser Einmarsch bereits erfolgt.)
Italien.
@xml:id#ar224b_002
@typejArticle
@facs1233
Rom, 5. Febr.
Die Eröffnung der konstituirenden Versammlung hat in der feierlichsten Weise stattgefunden. Der Minister des Innern hielt die Eröffnungsrede. Garibaldi trug darauf an, daß man vor Allem die Republik proklamire. Sein Antrag ist an beide Kammern gestellt und soll zur Berathung kommen.
@xml:id#ar224b_003
@typejArticle
@facs1233
Rom, 5. Febr.
Die 2 Schweizer- oder Fremdenregimenter sind von der Regierung entlassen worden, nachdem sie sich geweigert hatten, unter deren Befehle zu treten.
[(Schw. Z.)]
@xml:id#ar224b_004
@typejArticle
@facs1233
[ 068 ] Palermo, 4. Febr.
Hier herrscht die größte Einigkeit. Das Ministerium hält sich nach dem Eintritt des Grafen Amari (für die Finanzen) und des Hrn. Ragli (Inneres). Die Zwangsanleihe geht mit der größten Leichtigkeit ein; die Palermitaner Kapitalisten, die schon im Decbr. 1 1/2 Mill. Frk. bezahlt hatten, haben jetzt wieder in 3 Tagen eine Million aufgebracht. Die Universität von Palermo ist am 13. Januar eröffnet worden. Die Studenten sind zahlreich. — Ein franz. Dampfboot versieht den Dienst von Palermo bis Syrakus um die Insel herum. — 10-12,000 Flinten sind uns aus dem Auslande zugekommen, so wie eine gewisse Anzahl Geschütze. Der franz. General Trobriand, alter Soldat des Kaiserreichs, hat sich zur Disposition des Kriegsministers gestellt. General Mierohlawski ist an der Spitze des Generalstabs; außerdem sind noch 50-80 fremde Offiziere, besonders der Spezialwaffen, hier. Die regulären Truppen sind 17,000 Mann stark, die Nationalgarden, die wenigstens mit Jagdflinten bewaffnet sind, sind etwa 10 mal so stark.
@xml:id#ar224b_005
@typejArticle
@facs1233
[ 068 ] Florenz, 6. Nov.
Keine neuen Nachrichten über die vorgebliche Abreise des Großherzogs. Aus dem toskanischen Moniteur erfahren wir dagegen, daß in Siena bei der Anwesenheit des Großherzogs von der reakttonären Partei Unruhen provocirt wurden, in denen die demokratische Partei Sieger blieb. In Folge dieses Ereignisses sei der Großherzog erkrankt und müsse in Siena bleiben. Montanelli sei hingegangen, damit ein verantwortlicher Minister bei ihm sei. Der toskanische Moniteur fügt hinzu, daß fortwährend die größte Harmonie zwischen dem Großherzog und seinen Ministern herrsche. Ob diese ganze Krankheitsgeschichte nur ein Manöver ist, die Flucht Leopold's zu verbergen, wird sich zeigen.
In Livorno waren am 4. Februar einige unbedeutende Unruhen.
Der toskanische Moniteur enthält ferner neue Berichte über die Flucht des Herzogs von Modena. Die toskanischen Gränzkommandanten berichten an den Kriegsminister, daß im Modenesischen heftiges Flinten- und Kanonenfeuer gehört worden sei und die Rekognoscirungen die Nachricht gebracht hätten, Modena sei im Aufruhr und der Herzog gegen 10 Uhr entflohen. Aus Custigliano wird berichtet, die Piemontesen seien bereits in Parma und Piacenza eingerückt. Diese letzten Nachrichten bedürfen indeß sehr der Bestätigung.
@xml:id#ar224b_006
@typejArticle
@facs1233
[ * ] Mailand.
Die Mail. Ztg. zeigt an: Gius. Giusti, 24 Jahre alt, hat versucht, mehrere Husaren des Regiments Reuß-Köstritz für piemontesischen Dienst anzuwerben und ist dafür kriegsrechtlich zum Tode verurtheilt und am 20. Jan. erschossen worden.
@xml:id#ar224b_007
@typejArticle
@facs1233
[ * ] Genua, 9. Febr.
Man spricht hier von einem Stiletstich, den der König von Neapel erhalten haben soll. Da der am 8. erwartete neapolitanische Dämpfer noch nicht eingetroffen ist, fängt man an, dem Gerücht Glauben zu schenken. — Hier fanden am 6. einige Aufläufe Statt. Ein Theil der Nationalgarden-Artilleristen wollten sich davon überzeugen, ob die ihnen angeblich von der Regierung überwiesenen Kanonen auch wirklich vorhanden seien. Die Kanonen wurden vorgezeigt und man beruhigte sich.
@xml:id#ar224b_008
@typejArticle
@facs1233
Turin, 10. Febr.
Lamormora ist nicht mehr Kriegsminister. An seine Stelle ist der Ingenieur-General Chiodo ernannt.
Aus Modena keine Revolutionsberichte.
Die zweite Kammer wählte gestern (9.) den Marquis Lorenzo Pareto zu ihrem Präsidenten.
Schweiz.
@xml:id#ar224b_009
@typejArticle
@facs1233
Bern, 12. Febr.
Die Briefe schweizerischer Kaufleute in Italien, besonders aus Florenz und Livorno, lassen das Aeußerste befürchten. Nun bringt die „Constit. italiana“ sogar die Nachricht, daß die nach Neapel bestimmten Schweizertruppen, welche durch die Lombardei gehen, anstatt nach Triest nach Verona instradirt werden, wo man sie sofort unter die österreichischen Truppen steckt. Wenn auch diese Nachricht unglaublich ist, so verfehlt sie ihren Zweck, Aufhetzung gegen die Schweizer, nicht. In Florenz, Livorno, Rom und Venedig haben sich die Schweizer unter den Schutz des französischen Consuls begeben, da die Regierungen gegen die Volksvereine nichts vermögen. Einzelne angesehene Schweizer haben in öffentlichen Blättern das Volk um Schutz und Schonung angefleht, da sie ja nicht schuldig an dem Menschenhandel seien. Darum tritt die Presse jetzt mit großer Schärfe auf. Die Berner Zeitung „verlangt unverzügliche Einstellung aller Werbungen und Untersuchung der von der „Const. italiana“ berichteten Thatsache.“
[Fr. J.]
Großbritannien.
@xml:id#ar224b_010
@typejArticle
@facs1233
[ * ] London, 14. Febr.
Das Oberhaus saß gestern ganz kurze Zeit. Beschäftigung: unwichtige Dinge. Unterhaus vom 13. Februar. Ansley beantragt Niedersetzung eines Ausschusses zur Untersuchung der irischen Schifffahrt und Fischerei. Der Antrag wird genehmigt. Pakington sucht Erlaubniß nach zur Einbringung einer Bill Behufs besserer Verhütung von Wahlbestechungen. Die Erlaubniß wird ertheilt. Von noch geringerem Interesse, als vorstehende Debatten, war der Rest. Das Haus Haus vertagte sich schon um 9 Uhr Abends.
*— Unterhaus vom 14. Febr. Labouchére entwickelte heute in dem als Comite sitzenden Hause seine Resolution, auf welche die Bill zur Aenderung der Schifffahrtsgesetze basirt werden soll. Die 3 großen Prinzipien der Schifffahrtsgesetze (bemerkte er) bestanden darin, daß sie England das Monopol des Kolonialhandels, das Monopol der langen Fahrten und endlich das Monopol des direkten europäischen Handels verschafften. Er resumirte seine Argumente, die er in der vorigen Session entwickelt und hielt es für überflüssig, dem Hause mehr als das Absurde jener Gesetze nachzuweisen, um seinen Antrag auf Abänderung derselben zu rechtfertigen.
In Betreff des direkten europäischen Handelsmonopols macht er aufmerksam, daß dies ohnehin nicht mehr lange bestehen könne, da die andern Nationen jedenfalls Repressalien ergreifen würden. Es sei also Zeit, dieses Monopol abzuschaffen und blos dem Geheimrathe die Befugung zu überlassen, es in nothwendigen Fällen anzuwenden. Auch Beseitigung des englischen Schiffbau-Monopols durch Aenderung der Registrirungsgesetze schlägt er vor. Eben so beantragt er Freigebung der Küstenschifffahrt (sonach hat sich die Times geirrt), denn Fremde würden doch kaum Nutzen davon ziehen, England dagegen an der Küstenschifffahrt Amerika's und anderer Länder vortheilhaften Antheil gewinnen. Blos die Fahrt zwischen einem englischen Hafen zum andern soll nach wie vor den Fremden untersagt sein. (Bei Postschluß dauern die Verhandlungen fort.
Französische Republik.
@xml:id#ar224b_011
@typejArticle
@facs1233
[ 12 ] Paris, 14. Febr.
Fast sollte man glauben, die „gute alte Zeit“ wäre wieder da, wo unter Louis Philipps friedfertiger Regierung Männer wie Proudhon und Considerant mit ihrer sogenannten „sozialen“ Wissenschaft hervortraten, um die Welt, die Gesellschaft, zu „reorganisiren.“ Die Politik war ihnen völlig gleichgültig; ihr „System“ konnte eingeführt werden innerhalb des alten Staates; es konnte fortbestehen mit der bisherigen Politik, und hatte in ihrer Einbildung das Gute, daß es die Revolutionen nicht allein überflüssig machte, sondern sie völlig abschaffte. Es war dies, wie gesagt, vor der Februar-Revolution, und Proudhon mit seinem System des Tausches von Waaren gegen Waaren, bekämpfte in seinen Schriften alle Konkurrenten, wie namentlich Considerant, der seinerseits sein Phalansterium in's Leben führen wollte, mitten unter Louis Philipps Politik, und unter Guizots Ministerium. Eine Revolution? Sie dachten so wenig an dieselbe, daß sie bei dem Ausbruche der Februar-Revolution, wie aus den Wolken, d. h. aus ihrem System gefallen da standen.
Die „sozialen Systeme“ überstürzten sich damals, und Proudhon und Considerant, die noch nothwendig hatten, nicht ihr fertiges System der unerwarteten Revolution, sondern die unerwartete Revolution ihrem Systeme anzupassen, waren ganz erstaunt, daß nach vollbrachter Arbeit die Männer der Revolution ihre „Systeme“ ganz bei Seite liegen ließen.
Im Sinne Leon Fauchers ist die Revolution beseitigt; aber im Sinne Proudhon's und Considerant's ist sie es ebenfalls und unsere Systematiker, denen der vulkanische Boden der Gesellschaft ganz entrückt ist, rücken wieder hervor mit der unmittelbaren Anwendung ihres System's. Sie gehen ganz feindlich zu Werke, und wollen erst untereinander fertig werden, um dann ihrem System den ungehemmten Eingang zu verschaffen. Sehn wir wie Proudhon mit Considerant und Considerant mit Proudhon fertig werden will, bis die neue Revolution beide auf eine ganz andere Weise abfertigt, als sie es gegenseitig unter sich thun.
Das Journal des Debats befindet sich bei dieser Gelegenheit ganz auf dem Boden der Neuen Preußischen Zeitung, nur daß das eine auf bürgerlichem, das andere auf feudalem Standpunkte steht; aber jedenfalls hat es Recht in seinem Hohne gegen Männer, die mit ihrem Wissen sich nicht einmal über das Gewesene erstrecken, die von Institutionen sprechen, die sie als Ideale aufstellen, während diese Ideale wie die Tauschbank Proudhon's und das Phalansterium Considerants, wenn sie in die Wirklichkeit übergingen, die Wirklichkeit in einer verkümmerten, kleinbürgerlichen Gestaltung zurückführen würden. Proudhon und Considerant, beide Welterlöser, ohne Revolution! Einer von ihnen muß zu viel sein.
Wenn das Phalansterium Considerant's ins Leben tritt, dann muß die Tauschbank Proudhon's mit Tode abgehen. Welches von diesen philantropischen Weltinstituten soll von der Oberfläche der Erde verschwinden? Unsere beiden Weltriesen schlagen ihr Lager, d. h. ihre Boutiken feindselig gegeneinander auf, und bilden sich einstweilen gegenseitig Konkurrenz, bis sie, in ihrem Sinne, die bürgerliche, wirkliche Konkurrenz verdrängt oder, wie sie meinen, unschädlich gemacht haben; Proudhon, indem er sie in „Emulation,“ Considerant, indem er sie in „Harmonie“ verwandelt hat. Aber das ist noch nicht Alles. In ihrem gegenseitigen Kampfe, der an Gemeinheit Alles übertrifft, beschuldigen sie sich gegenseitig des Plagiats. „Das Phalansterium Considerant's ist eine abgenutzte Idee des mystifizirenden, bornirten Fourrier,“ sagt Proudhon! Die Tauschbank Proudhon's ist den Deutschen und Engländern gestohlen, antwortet Considerant.
Das Journal des Debats ist entzückt, diese beiden „Vorkämpfer der Civilisation“ sich gegenseitig vernichten zu sehen: wieder ganz wie vor der Februarrevolution, die abermals ihr Haupt drohend erhebt, um über Debats, Considerant und Proudhon drohend zusammenzuschlagen.
@xml:id#ar224b_012
@typejArticle
@facs1233
Paris, 14. Febr.
Der Moniteur enthält heute die Faschingsordnung. Der berüchtigte Fettochse, wahrscheinlich in das große Communisten-Complott vom 29. v. Mts. verwickelt, ist unterdrückt. Ferner heißt es im Artikel 3: „Kein Individuum darf eine Verkleidung tragen, welche die öffentliche Ruhe stören oder den Anstand und die öffentliche Sitte verletzen könnte. Ebenso wenig dürfen Anzüge und Abzeichen von Geistlichen und Beamten bei den Maskeraden benutzt werden.“ Artikel 5: „Niemand darf auf der Straße oder den öffentlichen Plätzen innehalten und Reden halten. Jede unanständige Geberde und Anrede ist verboten“ u. s. w.
(gez.) Rebillot.
Im Operngange ging das Gerücht, als sei ein neues Attentat gegen den König von Neapel ausgeübt worden. Man spricht von einem Stiletstich. Sonstige Details fehlen.
— Die hier so eben eintreffenden Journale aus Genua vom 9. und Turin vom 10. Febr. enthalten nichts von der Flucht der Herzöge von Modena und Toskana.
— Aladenize, der intime Freund und Gefährte Bonaparte's bei der unsterlichen Landung in Boulogne, ist mit seinen Kameraden den übrigen Bataillons-Chefs, die mit ihm in die Abbaye geworfen wurden, wieder auf freien Fuß gesetzt. Aladenize erhält, aus besondern Rücksichten, seinen Majorsgrad wieder. Auch gegen die arg verfolgten deutschen Demokraten scheint das Treibjagen nachzulassen.
— Die Direktion der allgemeinen Sicherheitspolizei im Ministerium des Innern hat sich überzeugt, daß die namentlich gegen die Bürger Seiler, Ewerbeck und Nette eingereichten Mouchardberichte erlogen sind; denn ihr Auftreten für das hiesige Proletariat geschieht offen und braucht das Tageslicht nicht zu scheuen. Seiler, dem Hr. Rebillot schon einen Zwangspaß zugeschickt hatte, bleibt nach wie vor auf seinem Platze unter den Stenographen der Nationalversammlung; Ewerbeck ist französischer Bürger, dem man höchstens den Prozeß machen kann; und Nette ist von jeder Verfolgung entbunden worden.
— Proudhon, dessen gerichtliche Verfolgung so eben in der Nationalversammlung debattirt wird, hat seine Banque du Peuble am Montag eröffnet. Die Bureaux der Bank sind vorläufig in der Faubourg St. Denis 25. Alles, was sich dort befindet, rührt von den Arbeitern her, die bereits als Associationen bestehen. Die Möbeln, Beleuchtung, Schreiner-, Schlosser-, Maler-, Tapeten-, Drucker-, Stempel- und sonstige Einrichtungs-Arbeiten wurden von den Associationen geliefert. Am Montage ließen sich (bis Kassenschluß 5 Uhr) einschreiben: 1) als Adherenten 303 Bürger, 2) als Aktionäre 642. Eingezahlt wurden 1792 Franken 50 Cent.
An der Börse geht das Gerücht mehrere der bedeutensten Bankhäuser wollten sich verbinden, einen Kapitalstock von 300 Million Frk. aufbringen und damit à prix reduits eskomptiren d. h. der Proudhonsche Banque du Peuple Concurrenz zu machen. So hätten wir denn, sagt Proudhon, schon einen ersten günstigen Erfolg durch unsere Volksbank. Das baare Geld, das sich aus Furcht vor den rothen Mützen in die tiefsten Keller verkroch, wird gezwungen, wieder zum Vorschein zu kommen und sich dem Verkehr zu widmen.
— Die Morgenblätter besprechen den sogenannten Kongreß in Brüssel in sehr verschiedener Weise. Debats und Constitutionnel sind sehr zurückhaltend. Das Siecle sagt:
„Auf welche Basis hin werden sich die Verhandlungen eröffnen? Offenbar auf die Verträge von 1815. Diese sind nach dem neueren europäischen Rechte (!) zu modifiziren (!!). Obgleich nun Oestreich seine Gesinnungen in Bezug auf die italienische Frage je nach seinem Waffenglück gewechselt und an den 1815er Verträgen festhält, so scheint es doch nicht ganz abgeneigt, auf die Lombardei zu renonciren. Es fühlt, daß es einen Unsinn beging, als es erst um Mediation bat und sie dann acceptirte.
Es wird sich natürlich so zähe als möglich zeigen in seinen Zugeständnissen. Aber Zugeständnisse muß und will es machen, denn sonst käme es nicht nach Brüssel. Ohne als Propheten zu gelten, weiß man ungefähr, was Oesterreich vorschlagen wird. Es wird die vollständige Rekonstituirung des lombardisch-venetianischen Königreichs mit selbstständiger Verwaltung, aber ohne Armee und Bürgerwehr vorschlagen. Dringt es nicht durch, dann wird es die Lombardei fahren lassen und sich auf die Minciogränze beschränken — natürlich gegen enorme Geldentschädigung. Oestreich will Venedig zu jedem Preise retten und einen österreichischen Prinzen an die Spitze Venedigs stellen. Verlangt man mehr von ihm, dann wird es sich von der Debatte zurückziehen und jede weitere Entscheidung dem Waffenglück überlassen.
National-Versammlung. Sitzung vom 14. Februar. Vizepräsident Corbon nimmt um 1 1/4 Uhr den Präsidentensitz ein. Das Protokoll wird vorgelesen.
Die Huiss[unleserlicher Text]rs stellen die Tische auf, um die monatliche Wahl des Präsidenten vorzunehmen. Nach Abnahme aller Stimmzettel ziehen sich die Scrutatoren in das 4. Bureau zurück.
Fould, der Prinzenbegleiter, J. de Montrey, Kerdrel, Leon de Maleville etc. überreichen Petitionen für sofortige Auflösung.
Babaud-Laribiere, zum Berichterstatter über den Portalischen Antrag auf Abhaltung einer großen Feier zum Gedächtniß der Februar-Revolution ernannt, liest den Bericht vor, der den Antrag unterstützt und eine große Feier (religiöser und militärischer Natur) mit Erlassung von Amnestie vorschlägt. Außerdem sollen 500,000 Fr. an die Armen vertheilt werden. (Beifall links).
Leon Faucher, Minister des Innern: Ich werde morgen die Ehre haben, der Versammlung ein Programm jener Feier vorzulegen. Ich bitte also um Vertagung. (Ja! Ja! Nein! Nein!)
Corbon läßt über die Vertagung abstimmen.
Die Vertagung wird ausgesprochen.
Flocon protestirt gegen die Abstimmung, weil die ministeriellen Erklärungen die Debatte eines dringlichen Berichts nicht aufhalten dürften.
Gent unterstützt diese Ansicht.
Die Versammlung bestätigt indeß die Vertagung.
Der nächste Gegenstand an der Tagesordnung ist der Antrag der Staatsanwaltschaft auf Verfolgung Proudhons wegen seiner Artikel gegen Louis Napoleon im Peuple.
Proudhon: Bürger Vertreter! Ich bekämpfe die Conclusionen der Kommission, welche darauf hinauslaufen, die gerichtliche Verfolgung gegen mich zu gewähren. Sie sind verfassungswidrig und den bestehenden Preßgesetzen entgegen. Der Bericht theilt die Ansicht des Staatsanwalts, daß ich 1. den Präsidenten, 2. die Verfassung angegriffen, und 3. zum Hasse gegen die Regierung aufgehetzt hätte. Ich bekämpfe dies. Ich stimmte gegen die Verfassung. Jetzt, nachdem sie angenommen, befolge ich sie Ich habe nicht den Präsidenten, sondern nur die Prätentionen des Präsidenten kritisirt. Die Frage zu besprechen, ob der Präsident etwa unverletzlich? Die Unverletzlichkeit selbst zu kritisiren, heißt nicht die Regierung angreifen. Dies ist gar keine Frage unter Republikanern und selbst unter Denen sollte es keine Frage sein, die ganz andere als republikanische Gesinnungen haben. Solche Kritik dürfte die Staatsanwaltschaft nicht zu Verfolgungen ermuthigen. Aber auch die Regierung zu kritisiren, hat jeder Bürger das Recht. So hätte ich am 3. Februar im Peuple schreiben können: Das Ministerium ist gestürzt worden durch das Amendement Perrees. (Oh! Oh!) Jawohl, das Votum vom 3. Februar war ein Mißtrauensvotum! Mein Kollege Dupont de Bussac sagte dasselbe und in dem Augenblicke, wo Minister und Versammlung nicht einig sind ist die Regierung gestürzt (Lärm.) Ich griff den Präsidenten nur als Bürger Bonaparte an. Nur der Bürger Bonaparte, nicht der Präsident durfte klagen. Der Chef der Exekutivgewalt ist nichts als Beamter. Napoleon ist nur der erste Beamte der Republik. Warum verfolgt man die reaktionären Blätter nicht? Bugeauds Reden sind viel hochverrätherischer. Uebrigens verdienten die Antezedenzien, die Monomanie nach dem demokratischen Kaiserthum eine Kritik Bonapartes, von dem ich nicht fasse, wie er sich solche Männer (mit einem Blick auf die Ministerbänke) zu Ministern oder richtiger Dienern hat wählen können.
Barrot: Seine Minister stimmten für die Verfassung.
Proudhon: Herr Barrot hat für zwei Kammern gestimmt, d. h. für die alte monarchische Einrichtung.
Corbon: Man kann Republikaner sein, ohne Partisan des Einkammersystems zu sein! (Vom Berge: Nein! Nein! Rechts: Widerspruch).
Proudhon endigt seine Opposition unter manchen neuen Unterbrechungen und die Kammer schreitet zur Abstimmung.
Sie erhebt sich zu 3/4 für die Verfolgung.
Corbon: Marrast ist wieder zum Präsidenten gewählt mit 408 gegen 212 Stimmen für Dufaure.
Die Versammlung geht zur Rateaudebatte über.
Marrast ersetzt Corbon auf dem Präsidentenstuhle und verliest den bekannten Antrag Peans zum Rateau-Lanjuinaisschen Vorschlage. Dieser Antrag lautet:
„Nach Votirung des Wahlgesetzes und vor der Promulgation desselben, wird zur unmittelbaren Berathung des Büdgets für 1849 geschritten.“
Pean entwickelt seinen Antrag, wobei ihn die Rechte häufigunterbricht.
Der Antrag wird mit 459 gegen 347 Stimmen verworfen.
Nun kommts zum letzten Versuch der Partei des „National“ (Marrast, Cavaignac, Senard etc.) Dieser Versuch besteht in dem in allen heutigen Morgen-Journalen ausposaunten Senardschen Vorschläge:
„Die National-Versammlung votirt das Büdget und läßt sich zu dessen Beschleunigung bei jedem Abschnitt Spezialberichte abstatten u. s. w.“
Senard entwickelt diesen Antrag in geisttödtender Weise.
Gaichard bekämpft ihn. Ein solches Galoppbüdget hieße die Schicksale Frankreichs gefährden. (Schluß! Schluß!)
Barhelemy St. Hilaire will noch sprechen aber der Tumult erstickt seine Stimme. (Abstimmung! Abstimmung!)
Es wird zur Abstimmung geschritten.
Senards Amendement wird mit 424 gegen 387 Stimmen verworfen.
Ein Hr. Besnard will noch Anträge auskramen. Aber er wird durch gehöriges Lärmen zum Schweigen gebracht.
Die Versammlung ist ungeduldig.
Marrast läßt über das Gesammtgesetz Rateau-Lanjuinais abstimmen.
Dasselbe wird angenommen.
Die Sitzung wird um 6 1/2 Uhr geschlossen.
[1234]
[Deutschland]
@xml:id#ar224b_013
@typejArticle
@facs1234
Berlin, 14. Febr. Es sind ferner ernannt zur ersten Kammer:
Provinz Brandenburg: v. Waldau und Reitzenstein. Provinz Preußen: Rittergutsbesitzer von Gordon, Amtsrath Livonius, Minister v. Ladenberg. Provinz Pommern: Landrath v. Köller Oberpräsident v. Bötticher, v. Usedom, Gesandter in Rom, Direktor Baumstark, Posthalter Denzin in Lauenburg, Polizei-Direktor Braun in Köstin, Gutsbesitzer Grützmacher. Provinz Schlesien: Regierungsrath v. Merckel in Liegnitz, Vice-Präsident v. Forckenbeck in Glogau (2 mal), Domainenrath di Dio in Berlin, Exminister Bornemann, Waldeck in Berlin, Justizkommissar Fischer in Breslau, Justizrath Robe in Hirschberg, Graf v. Hochberg. Provinz Posen: Justizrath Neumann, Graf Dyhrn auf Resewitz, Exminister Flottwell, Gutsbesitzer von Saucken-Tarputschen, Gutsbesitzer und Lieutenant Liebach. Provinz Sachsen: Graf Helldorf, Professor Simson, Präsident der National-Versammlung in Frankfurt a. M., Exminister v Bodelschwingh, Geh. Ober-Tribunals-Rath Heffter.
In Saarbrücken: 1. Gräff in Trier; 2. Rodbertus (beide Steuerverweigerer)
@xml:id#ar224b_013a
@typejArticle
@facs1234
Köln, 13. Febr. Bekanntlich hat vor Kurzem in Berlin ein s. g. Gewerbecongreß stattgefunden, die Rheinprovinz ist dabei so vortrefflich vertreten gewesen, daß die wenigsten Gewerbetreibenden auch nur eine Ahnung davon gehabt haben, daß sie vertreten seien. Die Hrn. Schützendorff und Consorten wagten aber doch den Wunsch zu unterbreiten, es möge ein Gutachten der Rhein. Gewerbegerichte über die Berliner Beschlüsse eingeholt werden. „Auf den Wunsch des Hrn. Ministers“ wurden durch Hrn. Dirgard in Viersen auf den 11. d. Mts. Deputirte zu diesem Zwecke nach Düsseldorf eingeladen, welche dort zur Prüfung der fraglichen Beschlüsse ein Comite, unter Vorsitz des berühmten Hrn. v. Stockum, einsetzten. Hr. Schützendorff ist auch hierbei sehr thätig gewesen. Heute hat das hiesige Gewerbegericht aber beschlossen, gegen diese Mandatsüberschritte des Hrn. Sch. Verwahrung einzulegen.
[Redakteur en chef Karl Marx. ]
[Deutschland]
@xml:id#ar224b_017
@typejArticle
@facs1234
Berlin, den 11. Januar 1849.
Nachstehend geben wir eine Uebersicht sämmtlicher preußischen Eisenbahnen nebst Angabe der auf jeder Bahn lastenden Prioritäten.
gap: insignificant
Hiernach hat Preußen für circa 135 1/2 Millionen Thlr. Eisenbahnen, wovon im Durchschnitt jede nahe [unleserlicher Text]n 46 2/3 % Prioritäten hat. Ganz ohne Prioritätsaktien sind nur Bonn-Kölner, Magdeburg-Halberstädter und Stargard-Posener Eisenbahn.
[(R. Z.)]
Getraide- und Oelpreise zu Köln
gap: insignificant
[Anzeigen]
@typejAn
@facs1234
Civilstand der Stadt Köln.
Den 10. Februar 1849.
Geburten.
(9.) Gertr., T. v. Joh. Arn. Klauer, ohne Gew., Catharinengr.
Ludw. Wilh Jos. Emil, S. v. Jos. Philipps, Lehrer an der höhern Bürgerschule, Peterstr. — Joh. Laur., S. v. Joh. Anton Müller, Kellner, Mariengartenkl. — Pet., S v Anton Schmitz, Anstr., Mörserg. — Sophia, T. v. Franz Quester, Maschinenarb., Schemmerg. — Gertr., T. v. Georg Körber, Maurer, Ortmannsg. — Agnes, T. v Mich. Wirtz, Zuckerarb, Brunostr. — Elisab., T. v. Gerh. Heuser, Tapez., Blaub. — Barb. Walb. Hubert., T. v. Joh. Math. Körfer, Bäcker, Ehrenstr. — Elisab., T v. Peter Loholz, Schreinerm., Gereonsmühleng. — Karl, S. v. Gust. Leuchtenberg, Kfm., Mühlenb — Ein unehel. Knabe und zwei Mädchen.
Sterbefälle.
Sib. Schmitz, geb. Neukirchen, 52 J. alt, kl. Griechenm. — Franz Ant. Jos. Ewe, 8 W. alt, Benefisstr. — Helena Lückerath, Wittwe Schaefer, 36 J. alt, Cäciliensp. — Nicol. Maria Steph. Hub. Apol Ludowigs, 13 M. alt, Brüderstr.
Heirathen.
(8) Franz Jos. Heinr. Anton Merkens, Kaufmann, und Maria Cathar. Joseph. Hubert. Essingh, beide v. hier.
(9). Martin Jos. Mich. Tenthoven, Spezereih., v. hier, und Anna Sib. Bergerhausen, v. Oberaussem.
(10.) Joh Casp. Hub. Dohmen, Kutscher, u. Anna Sib. Hubert. Lucas, beide v. Titz. — Jos Dott, Zuckerarb., v. Dieblich, und Anna Maria Kraheck, v. Niederpleis. — Paul Lieb, ohne Gew., und Maria Margar. Lützenkirchen, beide v. hier. — Reinr. Schürheck, Lehrer, Wittwer, v. Badorf, und Mecht. Wollersheim, v. Vettweiß. — Heinr. Ferd. Mettkee, Büchsenm., v. Essen, u Cathar. Henr. Elisab. Arzbücher, v. Braubach. — Math. Watteler, Cigarrenm., v. hier, und Christ. Stockhausen, v. Unkel.
@typejAn
@facs1234
Bekanntmachung.
Die Reinigung der Latrinen in hiesiger Straf- und Korrektions-Anstalt und deren Filiale soll dem Mindestfordernden überlassen werden. Hierauf reflektirende Unternehmer wollen ihre schriftlichen Submissionen bis zum 25. d. M. bei unterzeichneter Stelle einreichen.
Köln, den 14. Februar 1849.
Die Direktion der Anstalt.
@typejAn
@facs1234
Bekanntmachung.
Am 17. Februar d. J., Vormittags 10 Uhr, werden beim 2. Bataillon 34. Infanterie-Regiments 304 Paar unbrauchbare Schuhe in der Casematte Nr. III,, zu Deutz gegen gleich baare Zahlung öffentlich verkauft
@typejAn
@facs1234
Kreis Sieg.
Mit geschrumpften Nasen und Kopfschütteln kamen die Sieglarer konstitutionelle Wahlmänner aus der Wahl von Bonn zurück. Woh! kannten diese konstitutionelle Herren, bei der Urwahl als Wahlmann hervorzuspringen, aber nicht ihren mit Reaktion schwer beladenen Kandidaten, Bürgermeister Kerp, durchzubringen. Der humane Kandidat blieb in der Minorität, wie dies auch nicht anders zu erwarten war; denn die Volksliebe die derselbe besitzt, beweisen seine früheren Thaten, und waren hinlänglich bekannt.
Daß besagter Kandidat Liebe besitzt, führen wir einige Beweise an: 1) Durch dessen Gewogenheit hatte der jetzige Wahlmann Schopp für die Vermessung des Sieglarer-Siegdamm 60 Thlr. einzustreichen 2) Die circa 250 Sieglarer Gemeinde-Berechtigter müssen für die jährlich aus der Gemeinde beziehende Haide à Loos 2 1/2 Sgr. bezahlen, obgleich manches Loos nicht 1 Sgr. werth ist; aus diesem Erlös werden die Loos-Auseinandersetzungskosten bei Herrn Schopp gedeckt.
Ist hieraus wohl Volksliebe zu erkennen?
Wird mehr gewünscht, so wird's folgen.
Mehrere Volks-Wahlgesinnte.
@typejAn
@facs1234
Casino-Ball-Gesellschaft.
Der sechste Casino-Ball findet heute Samstag den 17. Februar Statt und beginnt um 7 Uhr.
Karten für Fremde zu diesem Balle sind auf schriftliches Ersuchen eines Mitgliedes der Gesellschaft, heute Vormittags von 12-1 Uhr, und Nachmittags von 4-5 Uhr, in dem unteren Lokale des Casino (beim Eintritt rechter Hand) in Empfang zu nehmen.
Köln, den 17. Februar 1849.
Die Casino-Ball-Direktion.
@typejAn
@facs1234
Ganz reiner Moselwein (Zeltinger) per Quart 2 1/2 Sgr.
Ganz reiner Moselwein per große Flasche 5 Sgr.
Ganz reiner Ahrbleichart per Quart 2 1/2 Sgr.
Ganz reiner Ahrbleichart per große Flasche 5 Sgr. in und außer dem Hause, so wie gut zubereitete Speisen per Portion bei Franz Brückmann, Zollstraße 5-.
@typejAn
@facs1234
Während der Karnevalstage, ganz vorzüglicher Maiwein per Quart 8 Sgr. bei Franz Brückmann, Zollstraße Nr. 5-.
@typejAn
@facs1234
„Neue Rheinische Zeitung.“
Die Herren Aktionäre werden hiermit auf Grund der §§. 43 und 44 des Statuts zu einer außerordentlichen General-Versammlung auf Donnerstag den 22 Februar, Abends 8 Uhr, im Freischützen bei Hamspohn, Hochstraße, eingeladen.
Köln, den 16. Februar 1849.
Die Geranten.
der „Neuen Rheinischen Zeitung.“
@typejAn
@facs1234
Großes Maskenfest zu Köln.
Kölner Carnevals-Convent.
Heute Samstag den 17. Februar 1849 in dem zum Feenpallast umgewandelten Stollwerck'schen Saale zum Besten verschämter Haus-Armen.
Damensitzung, Vorstellung und Festball worüber die Anschlagzettel das Nähere besagen.
Von den zur Aufführung kommenden Bühnendarstellungen werden besonders hervorgehoben:
  • 1) Geisterscene aus Hammelfett.

  • 2) Drei Tage aus den Spielen der Bürgerwehr. (Großes Spektakelstück in verschiedenen Abtheilungen, mit obligaten Engels-Chören).

  • 3) Die getäuschte Hoffnung (sehr sentimental).

  • 4) Großes Harmonica-Quodlibet, vorgetragen von dem dicken Kapellmeister Monsieur Lupus auf einem Eck'schen Flügel.
In den Zwischen-Akten wird das Aufwarts-Personal, aus Gefälligkeit gegen das äußerst zahlreiche Auditorium mitwirken.
Die Kassa wird um 6 Uhr geöffnet. — Anfang 7 Uhr. — Entree 10 Sgr. Damen frei.
Nun kommt, Ihr leeve Fräucher, leeve Mädche,
Wie Ihr auch heißt, of Tringchen oder Käthche,
Kommt Alle schnell zum Stollwerk hingerannt,
Wo alle Lu[unleserlicher Text]t ist heut hingebannt.
Und nicht blos — sollt Ihr dort Euch amüsiren,
Auch später noch ein Tänzchen gar riskiren
Drum kommt genießt, und ruht ja nicht
Ob auch, der Mann Papa, Mama dagegen spricht.
Euer Hanswurst.
@typejAn
@facs1234
Durch meine Verehelichung mit Frau Wittwe Pauli geborne Bilstein hierselbst, ist die durch dieselbe geführte Restauration „zum goldenen Kreuze“, Gereonsstraße Nr. 38 und 40, auf mich übergegangen, und habe ich mit derselben eine Weinhandlung en gros unter der Firma: Schmitz-Bilstein verbunden, welche beide Geschäfte ich einem verehrlichen Publikum unter Zusicherung prompter und reeller Bedienung bestens empfehle, und um geneigten Zuspruch bitte.
Köln, 15. Februar 1849.
Peter Joseph Schmitz.
@typejAn
@facs1234
Eine hiesige Manufaktur-Waarenhandlung, welche bei ihrem ausgedehnten Geschäfte einen bedeutenden Absatz in Aussicht stellt, beabsichtigt Bielefelder Leinen zuzulegen, und wünscht von einem Bielefelder Hause ein Kommissions-Lager in diesem Artikel zu übernehmen. Gefällige Offerten werden unter Ltr. A. Z. franco an die Expedition d. Ztg. erbeten.
@typejAn
@facs1234
In einer hiesigen Druck- und Färberei wird ein Lehrling gesucht. Die Expedition sagt wo.
@typejAn
@facs1234
Tabak- und Cigarren-Handlung, Columbastraße 11.
Vorzügliche Havanna, Bremer und Hamburger Cigarren und sonstige Tabake empfiehlt bestens J. Gillig.
@typejAn
@facs1234
Ein in jeder Hinsicht im kaufmännischen Fache routinirter Mann von gesetztem Alter, welcher die französische und deutsche Sprache genau kennt, schön schreibt und guter Rechner ist, sucht eine Stelle in einem Handlungshause in irgend einer Stadt des linken Rheinufers. Empfehlende Zeugnisse.
Nachfragen an G. A. Nro. 123 in der Expedition der Zeitung gütigst zu machen.
@typejAn
@facs1234
Vorgestern Nacht um 3 Uhr schickte der Zollaufseher Blum vom Eigelsteiner Thor eine Patrouille von drei Mann des 26. Infanterie-Regiments über den Wallgraben nach dem Thürmchen und trug ihnen auf, auf Jeden, den sie im Graben sehen würden, zu schießen. Die Patrouille gelangte bis ans Thürmchen ohne Jemand zu begegnen, bis sie endlich am Thürmchen einen Mann auf der Mauer stehen sah. Ohne ihn irgendwie anzurufen, legte einer der Soldaten auf den Mann an, und schoß ihn zusammen. Der Getroffene, dem in seiner gebückten Stellung die Kugel durch den Arm und den Schenkel ging, blieb auf der Mauer liegen und wurde erst nach längerer Zeit durch Nachbarn, die sein Schreien aufmerksam machte, weggeholt. Er liegt noch jetzt im Spital lebensgefährlich danieder.
Der Unterzeichnete, Bruder des Verwundeten, beschwerte sich bei Herrn Engels über diesen Vorfall. Der Herr Oberst gab zu, daß der Schuß gefallen und auch rapportirt sei, schob aber die Schuld auf den Aufseher Blum und erklärte, er brauche darüber keine Rechenschaft zu geben, ob die Soldaten das Recht hätten zu schießen oder nicht. Er solle sich mit seiner Beschwerde an die Civilbehörde wenden. Der Unterzeichnete wandte sich an diese und der Polizeikommissar hat Protokoll über den Vorfall aufgenommen.
Der Unterzeichnete bringt diesen Vorfall zur Kenntniß seiner Mitbürger, damit es bekannt werde, wie in Köln das Leben und die Sicherheit des Bürgers geschützt ist.
Köln, den 16. Februar 1848.
Heinrich [unleserlicher Text]helen.
@typejAn
@facs1234
Eine frische Sendung Caviar, grobkörnig und feinkörnig, so eben eingetroffen, und wird ersterer zu 1 1/2 Thlr. und letzterer zu 25 Sgr. per Pfd abgegeben im Ostender Austern-Depot, große Budengasse Nro. 1 in Köln.
@typejAn
@facs1234
    [Spaltenumbruch]
  • Jamaica-Rum,
  • Batavia-Arrac,
  • Cognac, (alter)
  • Punsch-Syrup,
  • Bischof-Essenz,
  • Cardinal-Essenz,
  • Madeira,
  • Malaga,
  • Bordeaux,
  • Champagner,
  • Limonade gazeuse,
  • [Spaltenumbruch]
    • Anisette,
    • Curaçao,
    • Magenbitter,
    • Genever,
    • holländ.
  • Absinth, schweizer,
  • Kirschwasser, id.
  • Maraschino di Zara,
  • Provencer-Oel,
  • Bordeaux-Essig,
  • Capern und Oliven,
  • Stearinlichter,
  • [Spaltenumbruch]
alles in vorzüglicher Qualität zu haben bei W. HENNEKENS, Breitstrasse 159.
und in dessen Niederlagen bei F. WILHELMI, Malzmühle Nr. 2, M. W. A. JMHOFF, Bolzengasse Nr. 9.
Bei Abnahme von grösseren Quantitäten, resp. fassweise, sind die Preise bedeutend billiger als im Detail.
@typejAn
@facs1234
Coaks ist wieder in sehr guter Qualität vorräthig, in der Gas-Erleuchtungs-Anstalt, Buschgasse 11.
@typejAn
@facs1234
Rüge.
Von der Expedition der Kölnischen Zeitung wurden gestern für eine Anzeige von 17 Zeilen 1 Thlr 3 Sgr. 4 Pfg. und von 6 Zeilen 16 Sgr. 8 Pf. berechnet und heute morgen auf meine Beschwerde über zu hohe Berechnung bemerkt, es müßten 5 Sgr. für Annahme der einlaufenden Briefe bezahlt werden, und mußte mir noch dabei Grobheiten gefallen lassen. Obenan in der Kölnischen Zeitung findet man u. a. die Insertionsgebühren-Taxe zwar, aber es ist nichts davon bemerkt daß für Annahme von Briefen noch extra etwas beansprucht wird. Wenn diese Berechnung an und für sich unbillig ist, so können durch diese unbekannte Bedingung Fremde und Leute, die selten Anzeigen zu machen haben, sehr leicht getäuscht werden.
N. R.
@typejAn
@facs1234
Puppentheater.
Extra Vorstellung.
Carnevals. Possen.
Anfang 1/2 7 Uhr.
@typejAn
@facs1234
ANANAS PUNSCHSYRUP.
Jamaica Rum.
Alter Cognac.
Mandarin Arrak.
Holl. Magenbitter und Anisette etc.
bei FRANZ Jos. DANIELS, Sternengasse Nr. 9 u. 11.
@typejAn
@facs1234
Das neu hergestellte und auf's Eleganteste, im ersten Stock mit einem Divan und 3 Billards versehene Café Suisse, dem Theater de la Monnaie gegenüber, empfiehlt der Eigenthümer desselben um so mehr allen resp. deutschen Reisenden, da in demselben außer den französischen, englischen, belgischen und holländischen Journalen, auch noch folgende deutsche Blatter, in keinem sonstigen hiesigen Kaffehause vorräthig, zu finden sind:
Die Neue Rheinische Zeitung.
Weser Zeitung.
Zeitungs-Halle.
Frankfurter Journal und Kladderadatsch.
Brüssel, 23. Januar 1849.
@typejAn
@facs1234
Gesuch eines Maschinenmeisters.
In der Buchdruckerei des Unterzeichneten wird an eine einfache Schnellpresse ein solider Maschinenmeister gesucht, welcher gleich eintreten kann.
J. W. Dietz in Köln.
@typejAn
@facs1234
Echte westph. Schinken Höhle Nr. 28, Ecke von St. Alban.
@typeimprint
@facs1234
Der Gerant: Korff.
Druck von J. W. Dietz, Unter Hutmacher Nr. 17.