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Beilage zu Nr. 229 der Neuen Rheinischen Zeitung.
Organ der Demokratie.
Freitag 23. Februar 1849.
[Französische Republik]
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sellschaft sich handelt; mögen wir also uns nicht mehr auf uns allein beschränkt halten, sondern mit denen aller Länder Europa's verbünden und die Aufreißer der Pflastersteine zu Paaren treiben; die Strafe sei blitzschnell wie ihr Vergehen.“ Die „Constituante“ in Florenz sagt richtig: „Der Zustand Frankreichs flößt uns billig Besorgnisse ein. Die Leidenschaften knirschen in den Zügel. Die Schaar der Feinde der Republik geht scharf vorwärts, sie zieht die Maske ab und verkündet, sie werde dem Volke die Februarresultate entwinden. Sie vernichten die Clubsfreiheit; die Montagne antwortet mit einer Anklage gegen das nationalverrätherische Ministerium... Wir hoffen aber dennoch das Volk siegreich zu sehen, und die Revolution wird ihre Gegner zermalmen.“ ‒ Caussidiere und Louis Blanc ward von den Socialdemokraten Londons so eben ein großes Banket gegeben, wovon die „Times“ spöttische Erwähnung thun, worauf die „Revolution democratique“ erwidert: „möge das große Blatt nicht zu frühe triumphiren.“ La Reforme brachte einen detaillirten Bericht des ersten Prozesses der N. Rhein. Zeitung nebst dem Auszug der Rede des Redacteur en chef: „dieser deutsche Preßprozeß ist wichtig, sagt sie, die potsdamer Säbelmänner glaubten schon gewonnen Spiel zu haben, und siehe! da kommen die Wahlresultate, und die Geschwornen sprechen das rötheste aller deutschen social- demokratischen Organe frei.“ ‒ Folgendes ist das ungeheuren Beifall findende „Studentenlied“ (chant des étudiants) von P. Dupont:
„Söhne der französischen Schulen, ihr fröhlichen Freiwilligen des Fortschritts, auf, folgt dem Volke und seiner Wissenschaft, pfeifet aus den Malthus und dessen Dekrete. Studenten! erleuchtet die neuen Bahnen, welche die Arbeit sich brechen will; der Socialismus hat zwei Flügel: den Studenten und Handwerker. Auf, ohne Pauken und Posaunen, zur Eroberung der Zukunft, ‒ zeigen wir der Kugel unsre Brust, wenn's sein muß, wie Robert Blum gethan (bis), der ruhmreiche Märthrer.“
„Mit den Handarbeitern, unsern Brüdern, wandeln wir Arm in Arm; wir lachen ob der Eulen und Schuhus, die sich blind gucken im Strahlenlichte der Aufklärung. Erhellen wir die Vernunft derer, die unsern Todesdolch schleifen. D Deutschland, Italien, Frankreich, kommt, kommt, tragt das Licht gen Norden. ‒ Zeigen wir der Kugel unsre Brust, wenn's sein muß, wie Robert Blum u. s. w.“
„Die Arbeit der Arme schafft uns hieher, wo wir studiren; durch sie ward unser Brod, das einförmige Buch, das Kleidungsstück und das Kamin geschaffen, und zum Vergelten, Brüder des Studiums, laßt uns nicht hochmüthig mehr entfernt vom Handarbeitenden weilen; manch Herz voll Wissensdurst und Kunstliebe schlägt unter dem blauen Blousenkittel. ‒ Zeigen wir u. s. w.“
„Polka, Pfeife und Bier sind nicht mehr unser Eins und Alles; die Lauben der Cythere sind uns nicht mehr was früher; Minerva, unter der neuen Gestalt unsrer entzückenden jungen Republik, ist fortan unsre Geliebte und Herrin; Frau Venus mag später erst kommen. (Refrain.)
„Seht Blut, Blutspuren auf der Erde, da wandelte die Revolution, und vor dem Kanonenrachen öffneten sich die Hauptstädte bebend. Schon sinkt der Februarstern... Hört ihr sie wiehern die Schlachtpferde? das sind die Kosakenpferde. (Refrain.)“
„Hurrah! hurrah! Jünglinge der hohen Schulen Wiens, Berlins und von Paris, wir tragen die Fackel der Gottheit; unsre Attila's tragen nur Gottes Geißeln. Hurrah! ihr Tyrannen und Männer der greisen Mißbräuche, weicht zurück! (Refrain).“ ‒ Die Musik ist vorzüglich.
Diese Hinneigung zu Deutschlands Demokratie ist bei der französischen rein und scharf, wie alles, was im galloromanischen Wesen energisch sich regt. Sie begreift vollkommen, daß die italienische und polnische Demokratie nicht einen so gewaltigen Zusammenhang mit ihr haben, wenigstens nicht in diesem Augenblick, als die deutsche. Es wäre dem deutschen demokratischen Centralcomité freundschaftlichst zu rathen, endlich einmal eine desfallsige Demonstration auf schriftlichem Wege zu thun.
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[ 12 ] Paris, 20. Februar.
Was die Bourgeoisie nicht alles für ministerielles Unkraut zu Tage gefördert hat, um die Consequenzen der Februar- Revolution abzuwenden! Faucher und Barrot müssen jetzt als grüne Rasen dienen, die den immer stärker hervortretenden vulkanischen Boden der jetzigen Gesellschaft mit ihren zwei scharf gesonderten Klassen bedecken sollen. So lange die Bourgeoisie ungehindert ihre Exploitation betrieb, da verlachte man einen Barrot und Faucher, die mit ihren humanistisch- breit- gedehnten Phrasen, der eine auf dem moralischen, der andere auf dem ökonomischen Standpunkte, eine herzlich- gemüthliche Opposition zu machen suchten. Die Bourgeoisie verlachte sie und betrachtete beide als ganz unbrauchbare, sterile Schönredner und Schönschreiber. Als man nach der Junischlacht durch die Vermittlung Dufaure's und Vivien's auf dem besten Wege war, in das alte Geleise zu treten, da mußte plötzlich die Wahl Napoleon's die ganze Berechnung über'n Haufen werfen, die Bourgeoisie mußte wieder von vorn anfangen, sie mußte wieder einen Lamartine vorschieben, und da holte sie den Barrot hervor, den Mann der die Themis auf der Stirne geschrieben hat, und gab ihm den „ökonomisch- gebildeten“ Faucher zur Seite. Barrot und Faucher sollen zusammen genommen weiter nichts vorstellen als Lamartine. Faucher soll das Correktivmittel sein gegen das politisch- duselnde des Herrn Lamartine, während man in Barrot die ewig hohle Phrase beibehalten wollte. Napoleon repräsentirt quasi den Volkswillen, d. h. Alles das, was das Volk nicht will, keine Säbelherrschaft, keine Ausbeutung durch das Kapital, und um diesen Volkswillen zur Ausführung zu bringen, stellte man das Ministerium Barrot- Faucher auf, welches alles das in der Phrase ebenfalls nicht will. Aber die Wirklichkeit ist stärker als alle Phrasen, und als man gestern Leon Faucher aufforderte, die Nationalgarde in Lyon zu reorganisiren, da bekannte er ganz offenherzig: „Die Stadt Lyon schließt die fürchterlichsten Elemente des Bürger- und sozialen Krieges in sich; es existirt zwischen diesen beiden Klassen der Gesellschaft ein so tief gewurzelter Haß, daß sie sich wie zwei feindliche Armee- Corps beständig mit den Waffen in der Hand gegenüber stehn.“
In Lyon mehr als in irgend einer anderen Stadt Frankreich's nimmt der Klassenkampf eine bestimmte, genau bezeichnete Form an. Der größte Theil der Bevölkerung Lyon's, der größte Theil der Nationalgarde besteht aus dem Proletariate. Es handelte sich darum, dieses furchtbare Proletariat nicht als Nationalgarde zu bewaffnen und die Kammer, indem sie zur Tagesordnung überging, hat sich ganz auf die Seite Faucher's und Barrot's hingestellt.
Aber wer hat auch jetzt die Augen auf die Kammer gerichtet? Zwei Dinge sind's, welche nunmehr die ganze Aufmerksamkeit des französischen Proletariats in Anspruch nehmen: die Republik mit der Jakobinermütze in Rom und die Bank in Paris. Was hat die Bank mit der Republik zu schaffen? so konnte man noch fragen nach dem 24. Februar. Jetzt ist's klar geworden, daß die Bank der Zwangsthurm ist, welcher nach dem Februarsiege die Demokratie im Inlande sowohl wie im Auslande besiegt, und daß die Verbrüderung der Bourgeois- Nationalitäten ihren Sitz in der Bank und auf der Börse hat. Die Metalliques gebieten sowohl über Pariser als Wiener Arbeiter, und damit Metalliques und 5- Prozentige ruhig gegeneinander ausgetauscht werden können, müssen sie sich hülfreich die Hand geben, zur Anschaffung von Pulver und Blei, und zur Unterdrückung derjenigen, welche sich dieser Herrschaft entziehen wollen. Ihrerseits aber haben die Proletarier gefühlt, daß sie ebenfalls ein gemeinsames Interesse haben, sich gegenseitig zur Abschüttelung dieser Herrschaft beizustehen, und der Angriff am 15. Mai gegen die Kammer hatte keine andere Bedeutung. Es wurde damals die Polenfrage behandelt. Bei dem Anblicke der Bourgeoiskammer, die auf dem besten Wege war, im Sinne Lamartine's alle Intervention nach Außen abzulehnen, wurden die einstürmenden Proletarier, es waren ihrer an 200,000, von einer unbeschreiblichen Wuth ergriffen.
„Wir haben kein Geld, wir können keinen Krieg im Auslande führen,“ hieß es damals allgemein. Wer hatte dann das Geld? Wer hatte dann die Kapitalien? Die hohe Finanz, die hohe Bourgeoisie. Wenn nun die alten Verhältnisse gestürzt waren, wenn das innerhalb dieser Verhältnisse Erworbene als durch Corruption, durch Exploitation erworben sich herausstellte, sollte dann dieses Erworbene ein Recht haben, ferner exploitirend aufzutreten und zu wirken? Die Proletarier, die damals nicht wußten, unter welcher Form sie diese ihre Forderungen vorbringen sollten, standen in der Kammer mit verbissener Wuth den Bourgeois gegenüber, als Barbes mit seiner Zurückforderung der famösen Milliarde auftrat. Von dem Augenblicke an, als die Wuth ihren Ausspruch erhalten hatte, legte sich die Wuth selbst, und wenn die Bourgeois seitdem abermals gesiegt, so hat sich doch die Forderung der Milliarde der Massen allenthalben Eingang verschafft, daß, wenn es hieße, darüber durch das allgemeine Stimmrecht, wie über Napoleon, abzustimmen, dieselbe noch über 6 Millionen Stimmen erhalten könnte. Die Bauern sehen ein, daß sie es waren, welche die damaligen Emigranten entschädigen mußten, daß sie ein vollkommenes Recht haben, diese Entschädigung zurückzufordern, und daß die dem großen Grundbesitze entrissene Milliarde ihnen hauptsächlich zu Gute kommen würde. Es wäre dies der erste Schritt zu einer wirklich revolutionären Maßregel. Vom Grundbesitz ist es dann ein Leichtes, auf die Bank überzugehen, wie es die Reforme in ihrer heutigen Nummer thut.
Der Boden hat heutigen Tages nur einen sekundären Einfluß; die wahre Macht ist der Geldmarkt und die Zugänge zu diesem Markte brauchen weder durch Laufgräben noch Bollwerke beschützt zu werden. Die Bank, das eigentliche Schloß der Finanzbarone, hat zu ihrer Beschützung kaum einige Schildwachen. „Wollt Ihr wissen, wie die Rothschild's, Hottinguer, Baring, Davilliers, Delessert, Fould etc. etc. in diesem Schlosse hausen?“
Der Banquier schießt 55,60,80 Franken vor und empfängt dafür einen Schuldschein von 100 Franken, mit einem Rechte auf 5pCt. jährliches Interesse. Beispiele: „Unter dem Ministerium Richelieu wandte man sich an die Herren Hope und Baring, um für 30 Millionen 5pCt. Renten zu negociren. Der Staat, der sich als Schuldner von 600 Millionen Kapital anerkannte, empfing in Wahrheit nur 345 Millionen. Das Anleihen wurde effektuirt zum Curse von 57 Fr. 51 Cent. ‒ netto Verlust für die Besteuerten 255 Millionen, die in letzter Instanz auf die Arbeiter zurückfallen.
Im Jahre 1818 neue Negociationen: es handelte sich um ein Anleihen von 540 Millionen; Hope und Baring sind die Unterhändler. Das Anleihen wurde geschlossen zu dem damaligen Curse von 66 Franken 50 Centimes: reiner Verlust 33 pCt. d. h. 180 Millionen Kapital. Vom Jahr 1823 figuriren die Rothschild's theils als die alleinigen Wucherer, theils in Kompagnie mit Fould und Fould- Oppenheim. Sie haben es in diesen Operationen zu einer wahren Meisterschaft gebracht. Im Jahre 1847 hatte der Staat mit den Gebrüdern Rothschild ein Anleihen von 250 Millionen abgeschlossen. Nach der Februar- Revolution wollte der Staat die Gebrüder Rothschild zur Zahlung anhalten mit den früher stipulirten Bedingungen. Rothschild war schlauer als der Staat, der damals durch den National und Goudchaux repräsentirt wurde. Er zog diesen kleinen Staat in sein Interesse, entzog sich den frühern Bedingungen und mit Hülfe Goudchaux's schloß er ein Anleihen ab, das ihm und Goudchaux allein zu gute kam. Der National ist, wie man weiß, gestürzt, und nach dem Sturze Barrot's und Faucher's ist nichts natürlicher, als daß das Volk, wie jetzt mit der Milliarde, so mit den 200 Millionen und allen frühern Anleihen verführt.
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Paris, 20. Febr.
Odilon Barrot hat eine sehr schlimme Nacht zugebracht. Allerlei böse Träume störten seinen Schlummer. Wie kann das aber auch anders sein? Gestern ist das Ministerium nicht weniger als drei Mal interpellirt ‒ zu Deutsch: zur Rede gestellt worden! Ein Mal von Pelletier wegen Auflösung der Bürgerwehr in Lyon; das zweite Mal von Cavaignac wegen eines angeblich (alle Welt weiß es) aus Changarnier's Laboratorium herrührenden Artikels in der Union und das dritte Mal von Ledru- Rollin über Italien und die sogenante geheime Expedition die der Kirchenvater Falloux ohne alles Geräusch gegen die Römer und Florentiner in Toulou und Rom rüsten lassen soll.
Das ist denn doch zu arg und der „Moniteur“ schleudert deshalb folgenden harten Stein an die Stirn Cavaignac's:
„Die Sitzung der Nationalversammlung bot einen bedauerlichen Zwischenfall, der die Grundsätze des Regierungswesens zu fälschen anstrebt. Indem der General Cavaignac die Versammlung als Richterin berief, um über die Angriffe zu urtheilen, denen er (in dem Journal Union) ausgesetzt war, begnügte er sich nicht, seine Fragen an den Minister des Innern zu richten, der keineswegs Anstand nahm, ihm zu antworten; er dehnte sie sogar auf den General Changarnier aus, als Oberbefehlshaber aller Militärkräfte in Paris und der Bürgerwehren des Seinedepartements. Man wird das Gefühl begreifen, mit welchem der General Changarnier sich in die Sache ziehen ließ. Der ehrenwerthe Repräsentant, welcher die Iniative jener Interpellationen ergriff, war aber derselbe Mann, dem Frankreich während sieben Monaten das Regierungsruder anvertraute. Derjenige Repräsentant, auf den sich die Interpellationen außerhalb des Ministeriums bezogen, durfte daher keinen Augenblick gestatten, daß auch nur der leiseste Verdacht auf ihm ruhe, als habe er die beleidigende Angriffe geleitet, welche gegen die Ehre seines ehemaligen Waffengefährten gerichtet worden sind. Ebenso wenig konnte das Ministerium einer Debatte Grenzen zu ziehen suchen, welche persönliche Fragen Derjenigen betraf, die ihm in der Staatsgewalt vorangegangen. Aber eben die außergewöhnliche Natur dieses Vorfalls legt der Regierung die Pflicht auf, sich gegen jede Wiederholung zu verwahren. Sie kann nicht zugeben daß man daraus das Recht folgere, sich künftig ähnliche Abweichungen (déviations) oder Zänkereien (tiraillements) in dem Verkehr der Nationalversammlung und des Ministeriums zu erlauben. Das Ministerium nimmt die Verantwortlichkeit aller Handlungen der Exekutivgewalt, gleichviel an welche Sproße der politischen oder administrativen Stufenleiter (hièrarchie) sie sich knüpfe, für sich allein in Anspruch. So lange die Minister auf ihren Bänken sitzen und sich verantwortlich erklären (!), darf Niemand einen Beamten, wie hoch er auch immer stehe, zur Rechenschaft fordern (préndre à partie) weil sie ihn mit ihrer Verantwortlichkeit decken. Wenn es erlaubt wäre, außer den Ministern auch andere Vollstrecker der Exekutivgewalt, so zu sagen, vor die Schranken der Nationalversammlung zu fordern, so fände sich der Grundsatz der Verantwortlichkeit des Ministeriums vernichtet. Es gäbe keine Regierung mehr. Dem Grundsatze nach, verantwortet das Ministerium das Thun und Lassen aller Beamten, so lange bis es sie verleugnet, (jusqu'à â ce qu'il les ait désavoués) Ihm allein steht es zu, von ihnen Rechenschaft zu verlangen, sie zu billigen oder sie dem Tadel der öffentlichen Meinung zu überlassen, wenn es ihr Handeln nicht billigt. Das Ministerium allein ist wahrhaft und direkt verantwortlich. Das sind die wahren Grundsätze des Regierungswesens, welche in einer Zeit um so nützlicher in das Gedächtniß zu rufen sind, wo man an einem Tage das Ministerium oft drei Male von der Bühne herab zur Rechenschaft gezogen sieht.“
‒ Die Reaktion gibt sich alle erdenkliche Mühe, um das hiesige Kabinet zu vermögen: im „herzlichen“ Einverständniß mit England eine Flotille vor Livorno und Civita Becchia zu schicken. Die „Opinion“ und die „Assemblée“, zwei der Hauptnachtvögel stellen diese Maßregel als unerläßlich dar, „wenn die Republik (ha, ha, ha!) gedeihen wolle.“ Ihr Raisonnement ist der vollendetste Jesuitismus.
‒ Die Hitze, in welche gestern Abend bei Sitzungsschluß der Bauminister Lacrosse gegen Brives aussrach, bewies deutlich, daß dieser Lacrosse, ein Kavallerieoberst seines Gewerbes, zum Staatsmanne gar nicht tauge. Wie kann man sich wegen einer solchen Kleinigkeit auf das ministerielle Schlachtroß setzen, wie dies dieser Lacrosse dem unterbrechenden Brives gegenüber that?
‒ De Spicore, Geheimschreiber des Ex- Großherzogs von Toscana ist seit gestern hier, um für die Wiedereinsetzung seines Gebieters, der sich immer noch in San Stefano aufhalten soll, zu intriguiren. Spicore verließ übrigens schon Florenz (Siena) vor Absetzung des Großherzogs und hat daher nur höchst mangelhafte Vollmachten. Sein Auftrag wird daher nichts nützen.
‒ Morgen in aller Frühe werden wohl die fünf Brea Verurtheilten an der Barriere von Fontainebleau erschossen. Es sei denn, daß ihre Vertheidiger, welche heute Vormittags bei Bonaparte eine Audienz hatten, mit ihrem letzten Protest durchdrangen. Der Revisionshof, aus Rittmeistern und Freunden Breas bestehend, hat das kriegsgerichtliche Urtel bestätigt.
‒ Cremieux hat erst heute der Nat.- Vers. seinen Ausschußbericht gegen den ministeriellen Clubgesetzentwurf überreicht.
Morgen wird uns der Moniteur mit dem Faucherschen Programm, der 24. Febr. Grabesfeier überraschen.
Um 1/2 vor 4 Uhr bestieg Ledru- Rollin die Bühne, um den Minister des Auswärtigen wegen Italien zu interpelliren.
‒ Für die in Frankreich bevorstehenden Klassenkämpfe ist folgende Phrase von Bedeutung, die gestern der große Staatsminister Faucher vor der Nationalversammlung aussprach:
„Die Stadt Lyon enthält viele Elemente des bürgerlichen und sozialen Krieges. Es herrschen zwischen den beiden Klassen der Bevölkerung (also zwischen Arm und Reich) solche Mißstimmungen, daß sich diese beiden Klassen wie zwei Beobachtungsarmeen einander gegenüber stehen.“
‒ Flocon, Cavaignac, Bac etc. erklären in den Journalen: daß sie nicht auf dem letzten Balle bei Bonaparte im Elysée waren. Von der Bergpartei war nur Guinard dort, dessen schöne Töchter vor Ungeduld brannten, einmal die republikanische Majestät von Angesicht zu Angesicht zu schauen.
Hierauf ist der Hohn der „weißen“ Blätter zu beschränken.
‒ Die Vertheidigung der Union in der Cavaignacschen Angelegenheit ist entsetzlich fade. Von allen Journalen enthalten nur die Debats einen interessanten Brief aus Rom vom 10. und der National eine Epistel aus Konstantinopel vom 5. Febr. über die Donaufürstenthümer, die gelesen zu werden verdienen.
‒ Der Fasching ist ohne die geringste Ruhestörung vorübergegangen. Rechnet man eine Handvoll Gamins und sonstige Pflastertreter ab, die sich verkleideten und trotz des Kothes die gaffende Menge erlustigten, so kann man sagen, daß sich der diesjährige Karneval auf die Tanzböden beschränkte, in denen natürlich stark gelärmt, getrunken und geliebäugelt wurde. Auch in dem ernsten Fraternitätssaale der Rue Martel machten mehrere Nächte hintereinander die finsteren Clubbisten der Göttin Terpsichore Platz. So fanden auch die von der Nat.- Vers. ihres politischen Rechts beraubten Clubbisten wieder einmal gerechte Anerkennung. Die Damethsche Solidarität Soziale lieferte das stärkste weibliche Contingent für diese Bälle, bei denen es ebenso heiter als anständig zuging.
National- Versammlung. Sitzung vom 20. Februar. Vicepräsident Corbon eröffnet um 1 1/2 Uhr die Sitzung. Die Bänke sind trotz des Fastnachtsdienstag ziemlich besetzt. Gleich nach Verlesung des Protokolls wird der Stadt Rennes die Summe von 296,000 Fr. zur Errichtung eines Schulgebäudes bewilligt. Die Hauptstadt der Bretagne besaß bisher noch keines dergleichen.
An der Tagesordnung befindet sich zunächst die dritte Debatte über die Erhöhung des Werthstempels bei kollektiven Besitzthümern (Spitalgütern, Kongregationsgütern, milden Stiftungen u. s. w.)
Gillon meint, man solle doch wenigstens die Spitalgüter ausnehmen.
Coulmann protestirt dagegen.
Rondot findet die neue Taxe von 62 1/2 Cent. per Franken des Steuerwerthes zu hoch. Er schlägt 40 Cent. vor.
Grevy bekämpft diese Ermäßigung.
Das Gesetz, d. h. die 62 1/2 Cent, gehen demnächst mit 602 gegen 95 Stimmen durch. Dieser Gegenstand wäre erledigt.
Es ist zu fürchten, daß diese neue Steuer der Republik unter den Bauern, die in ihrem Pacht höher gestellt werden dürften, abermals Feinde mache.
Cremieux erscheint in diesem Augenblick auf der Bühne. Er überreicht den Kommissionsbericht gegen den Faucher'schen Klubschließungsentwurf. (Diese Vorlage erregt Agitation im Saale).
Die Versammlung kehrt jedoch zu ihrer eigentlichen Tagesordnung, zu dem aus 114 Artikeln bestehenden Wahlgesetzentwurf zurück.
Sie war gestern Abend bis Artikel 50 vorgerückt.
Artikel 50.
„Der Präsident und die Glieder des Wahlbezirksausschusses überwachen die Entwickelung der Stimmzettel, bei Wahlcirkeln von weniger als 300 Stimmenden kann der vorsitzende Ausschuß selbst die Entwickelung und Zählung vornehmen u. s. w.“
Wird angenommen.
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Desgleichen gehen die Artikel 51, 52, 53, 54, 55, 56 und 57 ohne Weiteres durch.
Beim Artikel 58 wird die Debatte durch die gestern angemeldeten Interpellationen über Italien unterbrochen.
Ledru- Rollin (tiefe Stille): Bürger Repräsentanten! Ein ernstes Ereigniß hat sich auf der italienischen Halbinsel zugetragen. Dieses Ereigniß dürfte tiefe Spuren in der Geschichte zurücklassen. In Rom und Florenz ist die Republik proklamirt, der Papst von seiner weltlichen Herrschaft abgesetzt worden. Das sind Thatsachen, die jeden Freund der Freiheit mit Freude erfüllen. (Die ganze Linke wie aus einer Kehle: Ja! Ja! Es lebe die Republik! Nachdem dieser Ruf verhallt, hört man rechts einige Gegenrufe). Ich wundere mich, fährt Ledru- Rollin nach jener Seite gewandt fort, aus dieser Gegend eine Reklamation zu vernehmen. Als vor acht Monaten die Monarchie stürzte, riefen wir da nicht Alle: „Es lebe die Republik!“ (Neuer Sturm. Links: Es lebe die Republik!) Der Redner frägt demnächst den Minister, welches Verfahren sie gegen die italienische Republik zu beobachten gedächten und ob es wahr sei, daß sie eine Flotte ausrüsteten?
Drouyn de Lhuys (Minister des Aeußern) antwortet in der gewöhnlichen Kürze. Der ehrenwerthe Repräsentant, beginnt er, drückte sein Erstaunen aus, daß mehrere Glieder der Rechten ihn unterbrochen, als er seine Freude über den Sturz der weltlichen Macht des Papstes aussprach. Ich fühle das Bedürfniß, zu erklären, daß sich die französische Republik keineswegs als solidarisch verpflichtet halte, für alle Republiken, die in Europa entstehen dürften. Die Nachricht vom Sturz des Papstes und des Großherzogs von Toscana, die er Euch mittheilte, ist von uns (Ministern) nicht mit derselben Freude empfangen worden. Auch wir riefen vor acht Monaten: „Es lebe die Republik!“ Aber wir wollen, wenn es sich nicht um die unsrige handelt, vorher wissen, welcher Art die Republik sei, für die man unser Lebehoch fordert. (Ah! Ah!) Die Ansichten der Regierung sind: Die weltliche Macht mit der religiösen zu conciliiren. Die Wiedereinsetzung des Papstes ist für die katholische Religion wichtig. Es war für Frankreich unmöglich, sich in dieser Frage inkompetent zu erklären. (Ah! Ah!) Die Regierung ergriff Maßregeln, die ihr die Umstände zu gebieten schienen. (Agitation).
[unleserlicher Text] Ledru- Rollin: Ich bin erstaunt, einen republikanischen Minister die Ereignisse vom religiösen Standpunkte aus auffassen zu sehen, namentlich wenn ich bedenke, daß in dieser Versammlung Männer aller Kulten sitzen. Das ist ein Angriff gegen die Gewissensfreiheit (Beifall links. Lärm rechts.) Der Redner diskutirt nun die Interventionsgründe. Frankreich darf die Freiheit keines Volkes angreifen und die Italiener nicht hindern, sich diejenige Regierungsform zu geben, die ihrem Bedürfnisse und Willen entspricht. Möge sich Frankreich zum Kampfe bereit halten, aber gegen die Italiener darf es die Waffen nicht ziehen. (Beifall).
Coquerel (Protestant): Es handele sich nicht um Gewissensfreiheit. Es handele sich vielmehr um Huldigung der Verdienste um den Liberalismus, die auch von ihm, dem protestantischen Pfarrer, selbst dann anzuerkennen wären, wenn sie vom Katholizismus, von der Person des Papstes ausgehen. (Ah! Ah!) Setzt die französische Republik den Papst wieder ein, so thut sie wohl daran. (Lärm.) Die Römer handeln undankbar gegen den Beförderer der italienischen Freiheit. (Rechts Beifall. Links Hohngelächter).
Poujoulat: Als das römische Volk Pius IX. zur Flucht zwang (Widerspruch), verfiel es dem Strafurtheile der Geschichte. Pius opferte sich für das Wohl seiner Unterthanen. (Gelächter links.) Der Redner will unter hundert Unterbrechungen den Vortrag Ledru- Rollins widerlegen und schließt mit der Erklärung, daß der Papst der weltlichen Macht bedürfe, seine geistliche Statthalterschaft zu erfüllen. (Oh! Oh!)
Bac (vom Berge) schlägt folgende begründete Tagesordnung vor:
„Die National- Versammlung persistirt in ihrer Deklaration vom 25. Mai und geht zur Tagesordnung über.“
Aylies bekämpft die Rede Ledru- Rollins. Wir haben das Recht, alle Regierungen zu beurtheilen, also auch die römische. (Proudhon unterbricht heftig.) Aylies erwiedert: In Sachen des Katholizismus halte ich den Bürger Proudhon für sehr inkompetent. Der Redner schließt mit der Nothwendigkeit der Wiederherstellung der weltlichen Papstwahl. (Zur Abstimmung! Zur Abstimmung!)
Corbon: Der Bürger Bac zieht seine Tagesordnung zurück. (Erstaunen) Somit ist die einfache Tagesordnung ausgesprochen und die Interpellation erledigt.
Die Sitzung wird um 5 3/4 Uhr geschlossen. Es regnet fürchterlich.
Spanien.
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[ * ]
Ueber die Gebietsverletzung an der franz.- spanischen Grenze enthalten die franz. Blätter jetzt nähere Details. General Ametller wurde am 14., nach fünftägigem Gefecht, in welchem er vergebens mit den Truppen von Balleras sich zu vereinigen strebte, mit etwa 300 der Seinigen auf franz. Gebiet gedrängt. Dorthin verfolgten ihn an 2000 der Königlichen mehr als anderthalb Stunden weit unter fortwährendem Flintenfeuer, nahmen 40 seiner Leute gefangen und verweilten über 24 Stunden auf franz. Gebiet. Ein junger Insurgent wurde von den franz. Douaniers gefangen und durch Mißhandlungen gezwungen, das Versteck Ametllers anzugeben. Der General wurde sofort nebst 32 seiner Leute arretirt und auf die Citadelle von Perpignan (am 15.) abgeführt.
Die Diener der franz. Republik eignen sich, wie man sieht, vortrefflich zu Schergen des Bluthunds Narvaez, der alle franz. Grenzbehörden bestochen hat.
Großbritannin.
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London, 20. Febr.
Im gestrigen Oberhause wurde die Bestechungsbill, die schottische Ehenbill und die schottische Civilstandsbill zum zweitenmal gelesen.
Im Unterhause wurde nach einiger uninteressanter Debatte die Bill wegen Suspension der Habeas- Corpus- Akte in Irland zum drittenmal gelesen und passirt. Darauf konstituirte sich das Haus, ebenfalls nach sehr unerquicklicher Debatte, als Comité zur Berathung der von Parlamentsmitgliedern beider Häuser zu leistenden Eide, aus denen Lord John Russel abermals die Auslassung der Worte: auf den Glauben eines Christen, antrug. Man weiß, daß dies die Form ist, in der man in England die Juden emancipiren will. Die Debatte über die Sache selbst wurde bis Freitag vertagt und das Haus ging auseinander.
‒ Von Amerika sind mit dem Dämpfer Canada Nachrichten aus New- York bis zum 7. Febr. angekommen. Politische Nachrichten ohne Interesse. Im Kongreß die ewige Sklavendebatte. Präsident Taylor wurde den 20. in Washington erwartet. Die Pensylvanischen Dividenden sind bezahlt worden, zur Hälfte in „Relief- Noten.“ Das Goldfieber nimmt täglich zu. Ganz Neu- England strömt nach Californien. An 100 Schiffe mit 4-5000 Personen sind bereits unter Segel. Der bis jetzt konstatirte Golddistrikt ist 400 engl. Meilen (90 deutsche) lang und 100 (23 deutsche) breit. Man vermuthet indeß daß er weit länger ist. ‒ In Mexiko war der Kongreß eröffnet. Das Geschäft in den Vereinigten Staaten war nicht sehr brillant, das in Mexiko dagegen im Wiederaufblühen begriffen.
Neueste Nachrichten.
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[ 24 ] Deutz, 22. Febr.
Die heute hier abgehaltene Wahl eines Abgeordneten der 2. Kammer für die Kreise Mülheim und Köln (Landkreis), ergab folgendes Resultat: Von 259 gültigen Stimmzetteln fielen auf A. Gladbach 148 Stimmen, Gust. Bleibtreu 75, Bürgermeister Weygold 30, Prof. Bauerband 5 und Schult 1. 10 Zettel waren ungültig.
[Redakteur en chef: Karl Marx. ]
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Civilstand der Stadt Köln.
Den 12. Februar 1849.
Sterbefälle.
Theodor Müller, 14 J. alt, Perlengr. ‒ Moritz Kühn, Sergeant, 33 J alt, unverh., Garn.- Lazar. ‒ Joseph Schneider, 8 M. alt, Buschg. ‒ Cathar. Keppler, geb. Götz, 28 J. alt, Brinkg.
Den 13. Februar 1849.
Geburten.
(12). Anna Christ. Clara, T. v. Friedr. Gaertner, Sergeant, im Fort vor dem Eigelsteinerthor.
Amalia Cathar., T. v. Peter Burger, Schreinerm., Weißbütteng. ‒ Peter Wilh., S. v. Joh Christ. Poppelsdorf, Maurer, Ulrichsg. ‒ Theod., S. v. Pet Hoch, Bierbr., am alten Ufer ‒ Maria, T. v. Joh Schmidt, Hauskn., Mühlenb. ‒ Peter, S. v. Laur. Eder, Tischlerges., Ulrichsg. ‒ Nieol. Hub., S. v. Anno Wilh. Eßweiler, Kfm., unter Taschenmacher. ‒ Theod, S. v. Franz Brülin, Stuhldrechsler, Kammerg. ‒ Cathar., T. v. Andr. Busen, Faßb., Perlengr. ‒ Christ. Ernest. Margar. Cathar., T. v. Rud. Buschmann, Clavierm., Breitstr. ‒ Sophia, T. v. Joh Theod. Hohnrath, Schreinerm, Engg. ‒ Elisab., T. v. Joh. Jof. Roggendorf, Eisenbahn- Schaffner, gr. Telegraphenstr. ‒ Peter und Christina, Zwill. v. Peter Kamps, Schiffer, im Sicherheitshafen. ‒ Juliana Cathar., T. v. Wilh. Heidemann, ohne Gew., Andreaskl. ‒ Zwei unehel. Knaben.
Sterbefälle.
Anna Maria Etling, geb. Köhnen, 62 J alt, Martinstr. ‒ Joh. Wilh. Prinz, 3 M alt, Weißbütten[unleserlicher Text]. ‒ Ferd Adolph Alberti, 3 J. 11 M. alt, Glockenring. ‒ Anna Maria Magdal. Niederländer, 11 M. alt, Streitzeugg. ‒ Wilh. Dallemscheid, 2 J. 9 M. alt, Rothgerberb. ‒ Peter Jos. Korschiltgen, ohne Gew, früher Schuster, 66 J. alt, verheir., Minoritensp.
Den 14 Februar. 1849.
Geburten
Maria Hubert. Gud. Sib., T. v. Paul Jos. Odendall, Metzger, Höhle. ‒ Agnes Hubert., T. v. Heinr. Heppekausen, Gärtner, Schafenstr. ‒ Franz Wilh., S. v. Franz Jacobs, Tagl., gr. Spitzeng. ‒ Everh., S. v. Anton Donatin, Zimmermann, Löhrg. ‒ Ignaz Anast., S. v. Heinr. Math. Hub. Breuer, Faßb., Friesenw. ‒ Bertha Carol, T. v. Wilh. Kaufmann, Hautboist, Bobg. ‒ Joh. Wilhelm. Hubert, T. v. Otto Sasse, Kfm., unter Sachsenh. ‒ Christ. Rob., S. v. Jos. Zimmermann, Schneider, Blaubach. ‒ Ein unehelicher Knabe und ein Mädchen.
Sterbefälle
Anna Maria Keppler, 1 1/2 J. alt, kl. Brinkg. ‒ Bern. Müller, ohne Gew, früher Schreiner, 35 J. alt, Minoritensp. ‒ Clara Meyer, 10 M alt, Herzogstr. ‒ Anton Oberkrüger, 8 1/2 M. alt, Marienpl. ‒ Cathar. Odendahl, 1 J. alt, Glockenring. ‒ Sophia Willken, 55 J. alt, unverh. Steinfeldberg. ‒ Ludw. Otto Karl Emil Ferd. Oettinger, Landgerichts- Referendar, 25 J. alt, unverh., Mauritiussteinweg. ‒ Herm. Jos. Freidel, 10 J. alt, Glockenring. ‒ Mich. Müller, Tagl. 32 J. alt, verh., Kämmerg. ‒ Joh. Wiersberg, Schusterges, 40 J. alt, unverh., gr. Griechenm. ‒ Ein unehelicher Knabe.
Heirathen.
(13.) Franz Gummich, Doktor der Medizin, v. Essen, und Gertr. Hubert. Bechem, v. hier.
Peter Jos. Hembsch, Ackerer, v. Keldenich, und Anna Cathar. Peschen, v. hier. ‒ Franz Nicol. Bourel, Goldarb, v. hier, und Wilhelm. Weber, v. Simmern. ‒ Karl Eduard Focke, Kfm., v. Bremen, und Clara Doroth. Sophia Juliana Neuhaus, v. Ehrenbreitstein. ‒ Friedr. Wilh. Bernh. Kühne, Schusterm., Wittwer, v. Berlin, und Louise Schickow, v. hier. ‒ Christ Trost, Schuster, v. Buchenau, und Anna Margar. Wingen, v. hier.
Versteigerung.
Am Freitag den 23. Februar 1849, Vormittags 11 Uhr, sollen auf dem Markte zu St. Aposteln zu Köln, verschiedene Hausmobilien, als: Tische, Stühle, Kommode, Spiegel, Sopha, Schrank etc., gegen gleich baare Zahlung versteigert werden.
Der Gerichtsvollzieher,
Clören.
Versteigerung.
Am Montag den 26. Februar 1849, Vormittags 11 Uhr, sollen auf dem Waidmarkte zu Köln, verschiedene gutgehaltene Hausmobilien, als: ein runder Ausziehtisch, ein Sopha, sechs Stühle, ein Sekretair, ein sechsoktaviges Klavier und ein Spiegel alles von Mahagoniholz, gegen gleich baare Zahlung versteigert werden.
Der Gerichtsvollzieher,
Clören.
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Ausgezeichnete Punsch-Essenz, Rum, die große Flasche 17 1/2 Sgr. Die halbe 9 Sgr. Arrac, die große Flasche 22 1/2 Sgr. Die halbe 11 1/2 Sgr. bei
G. Tonger, Pauluswache.
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Fromage de Brie und Fromage de Neufchate!
wieder frisch angekommen im
Ostender-Austern-Depot
große Budengasse Nr. 1 in Köln.
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Mobilar-Verkauf.
Am Samstag den 24. Februar 1849, Mittags 12 Uhr, sollen auf dem Marktplatze in der Apostelnstraße zu Köln, einige wohlerhaltene Mobilargegenstände, als: Tische, Stühle, 1 Ofen, Spiegel etc., gegen gleich baare Zahlung öffentlich an den Meistbietenden verkauft werden.
Fr. Happel, Gerichtsvollzieher.
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Vertilgungsfutter gegen Mäuse, Ratten und Schwaben, Thurnmarkt Nr.39.
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Annonce.
Ein junger Mann der seit zehn Jahren mit Manufakturwaaren die Schweiz, Süddeutschland und den Niederrhein bereist hat, sucht in einem respektablen Hause ein anderweitiges Placement.
Franco Briefe unter H K. besorgt die Crp. d. Bl.
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Gesuch einee Comptoir oder Reisestelle.
Ein solider junger Mann, der seine Lehrzeit in einem hiesigen bedeutenden Wein- und Kommissions- Geschäfte bestanden, und mehrere Jahre in einer hiesigen Kolonial- Waaren- Handlung als Reisender servirte, wünscht baldmöglichst ein anderweitiges Engagement. Die Expedition gibt nähere Auskunft.
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Geräucherter Wintersalm, frischer Kabeljau, Bricken, bei Veith, Lintgasse Nr. 1.
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Samstag den 24. Februar 7 1/2 Uhr wird zur Feier der vorigjährigen französischen Revolution ein großes
Bankett
im Dickopf-(Eiser'schen) Saal
gehalten.
Eintrittskarten sind zu 2 1/2 Sgr.
im Freischütz bei Hamspohn,
bei Gebr. Josty,
im Dickopf'schen Lokale,
im Kranz bei Simons,
bei Legermann, Follerstraße zu haben.
Die Lieder werden am Eingang gratis vertheilt.
Die Eintrittskarte ist gut für ein Glas Bier.
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1846er Scharzhofberger.
Die Kölnische Zeitung Nr. 42, 1. Beilage enthält eine Anzeige der dortigen Firma Peltzer et Comp, welche unterstellen läßt, daß genanntes Haus die gesammte Creszens meiner 1846er Scharzhofberger Weine an sich gebracht habe.
Ich finde mich dadurch zu der Erklärung veranlaßt, daß ich dem Herrn Peltzer nur 7 Fuder überlassen habe, und daß der mir noch verbleibende größere Rest jedenfalls mit obigem den Namen
König der Weine
zutheilen würdig ist.
Kaufliebhabern stehet die Probe hier an den Fässern stets zu Diensten.
Trier, den 19. Februar 1849.
Joseph Koch.
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Puppentheater.
Zur Extra- Vorstellung:
Die gelungene List des Bestevaters.
Lustspiel von Bestevater und Henneschen. ‒ Anfang 7 Uhr.
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Der Eigenthümer des großen Monster- Elephanten, welcher hier auf dem Martinsplatz gezeigt wird, zeigt hiermit an, daß derselbe nur noch einige Tage zu sehen ist. Die Fütterung findet alle Stunde, und um 5 und 6 Uhr eine Hauptfütterung statt.
M. Hutter.
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Theater-Anzeige.
Freitag und Sonnabend ist die Bühne geschlossen. Sonntag den 25. Februar:
Die Hugenotten.
Große Oper in 5 Akten von Meyerbeer
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Demokratische Gesellschaft
Freitag, den 23. Febr. 1849, Abends 7 Uhr, Versammlung
im Dickopf- (Eiser')schen Saale.
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Regelmäßige Packetschiffahrt
von Antwerpen nach New- York, New- Orleans, Galveston, (Texas und Californien.
Am 5. und 20. jeden Monats.
Ueber die billigst gestellten Ueberfahrtspreise und Frachten ertheilt nähere Auskunft das Handlungshaus C. A. Lindgens in Köln, dasselbe wird mit den Passagieren Verträge abschließen, über die zu empfangenden Gelder quittiren, und ihnen feste Plätze auf dem zuerst von Antwerpen abfahrenden Schiffe zu sichern.
Antwerpen, 5. Februar 1849.
Gustav Merz.
Mit Bezug auf obige Anzeige kann ich den Passagieren nach Nordamerika eine möglichst rasche und billige Beförderung zusichern, und dürfen sich dieselben der besten Verpflegung und humansten Behandlung während der Seereise auf den vorzüglichsten schnellsegelnden amerikanischen Schiffen versichert halten. Um jede nur mögliche Täuschung oder Bevortheilung zu entfernen, sollen etwaige Beschwerden in ein dazu bestimmtes Klagebuch niedergeschrieben werden.
Die Abfahrt ist pünktlich an den oben bestimmten Tagen, und belieben sich die Passagiere zur Reservirung ihrer Plätze zeitig bei mir zu melden.
Auf gefällige portofreie Anfragen bin ich erbötig, jede zu wünschende Auskunft zu ertheilen.
Köln, den 10. Februar 1849.
C. A. Lindgens.
Spedition, Incasso und Lager von Lithographiesteinen.
Weichserhof, zwischen der Weber und Follerstraße.
Um den Auswanderern desfallsige Anfragen zu erleichtern, werden in der ganzen Rheinprovinz, Bergischen, Westphalen und Münsterlande, Agenten gesucht.
Portofreie Anfragen bei C. A. Lindgens.
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Annonce.
Das neu hergestellte und auf's Eleganteste, im ersten Stock mit einem Divan und 3 Billards versehene
Café Suisse
dem Theater de la Monnaie gegenüber, empfiehlt der Eigenthümer desselben um so mehr allen resp. deutschen Reisenden, da in demselben außer den französischen, englischen, belgischen und holländischen Journalen, auch noch folgende deutsche Blätter, in keinem sonstigen hiesigen Kaffehause vorräthig, zu finden sind:
    [Spaltenumbruch]
  • Die Neue Rheinische Zeitung.
  • Zeitungs-Halle.
  • und Kladderadatsch.
  • [Spaltenumbruch]
  • Weser Zeitung.
  • Frankfurter Journal
  • [Spaltenumbruch]
Brüssel, 23. Januar 1849.
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Im Verlage von Emil Baensch in Magdeburg erschien so eben:
Die Vorwürfe, welche der Preußischen National- Versammlung gemacht sind, so wie die Stellung ihrer Mitglieder zu der Verfassung vom 5. und den Wahlgesetzen vom 6. Dezember 1848, beleuchtet vom Justiz- Kommissarius F. F. Weichsel, welcher als Abgeordneter den Berathungen in Berlin ununterbrochen beiwohnte. 8. Geheftet.
7 1/2 Sgr.
Vorräthig in der ganzen Rheinprovinz und Westphalen. In Köln bei:
Adolph Bädeker, Hochstraße 134A.
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Brieftasche verloren.
Am Sonntag Nachmittag auf dem Wege von der Schildergasse, Hochstraße, Odenmarspforten, Glasstraße Höhle, Bolzengasse nach der Friedrich-Wilhelmstraße. Wer solche dem Eigenthümer wiederbringt, dessen Name in der Brieftasche ersichtlich ist, erhält von demselben 1 Thlr. Belohnung.
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Niederländische Handels- Gesellschaft.
Die Direktion macht bekannt, daß von ihr
zu Rotterdam:
am Donnerstag den 1. März 1849, des Nachmittags um 1 Uhr, im Konzertsaale in der Bierstraat verkauft werden sollen:
33938 Bündel Stuhlrohr, lagernd daselbst,
38366 Bündel Stuhlrohr, lagernd in Amsterdam, durch diverse Schiffe direkt von Java angebracht.
Der Verkauf soll in Partieen Statt finden, wie diese in den Notizen näher bezeichnet werden.
Die Notizen mit den Verkaufsbedingungen werden zeitig ausgegeben.
Amsterdam, 1. Februar 1849
Van der Dudermeulen, Präsident.
Goudswaard, Dir., d. Z. Sekretär.
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Für eine Tapetenfabrik in Münster wird ein junger Mann gesucht, der mit diesem Artikel vertraut, auch Reisen besorgen kann.
Das Nähere auf frankirte Briefe unter Lit. M. durch die Expedition dieser Ztg
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Herrenkleider werden gewaschen und reparirt. Herzogstraße Nr. 11.
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Der Gerant Korff. Druck von J. W. Dietz, unter Hutmacher 17.