[1285]
Beilage zu Nr. 233 der Neuen Rheinischen Zeitung.
Organ der Demokratie.
Mittwoch 28. Februar 1849.
[Französische Republik]
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Kommissär ist, wie man weiß, in dieser Angelegenheit der beste Beleg, und man wird sich wahrscheinlich noch aus der Gazette des Tribunaux erinnern, mit welcher Emsigkeit die betrogenen Ehemänner das Augenzeugniß dieses wichtlgen Beamten nachsuchten. Es war dies in der „alten guten Zeit“, wo die Politik die Liebe noch nicht verdrängt hatte, wo ein gewisser Maler sogar den Expair und Exdichter Victor Hugo durch den Kommissär abfassen ließ, in krimineller Unterhaltung mit seiner Frau, ohne daß deshalb die politische Stellung Hugo's im Geringsten gefährdet wurde Wie ganz anders jetzt! Der arme Victor kann wegen dieser veralteten Liebe von 3 Jahren her jetzt nicht mehr zum Volksrepräsentanten gewählt werden. Geschichten der Art machten das Glück der Gaz. des Tribunaux; die Bourgeois lasen mit Vergnügen, wie die armen Sünder den Code pénal mehr oder weniger anstreiften und fanden sich selbst so wohl dabei. Hört man heute den Buchhalter Sorret alle die kleinen Umstände erzählen, von der ehelichen Untreue seines Weibes, und sieht dabei, wie die arme Madame Sorret da steht, wie eine reuige Sünderin und nicht den Muth hat, auch nur einen einzigen Punkt in Abrede zu stellen, und der Präsident immer kühner mit Fragen, und sie immer verlegener in ihren Antworten wird, und Alles dieses Kraft des Ehekontraktes, dann könnte man fast versucht sein, den ganzen Ehekontrakt zu allen Teufeln zu wünschen, der die Moral auf so unmoralische Weise vor die Schranken zieht. Glücklicher Weise ist Herr Potonnier da, der Mitschuldige und Mitsünder der Madame Sorret, der ebenfalls zur Strafe gezogen werden sollte ‒ denn zum Laster wie zur Tugend müssen bekanntlich Zwei sein. Als dieser hörte, wie die frauenhafte Züchtigkeit vor dem Zuchtpolizeigericht auf eine so harte Probe gestellt ward, da konnte er sich nicht mehr halten und schrie: Der Ehekontrakt, Kraft dessen alle diese Fragen gestellt und alle diese Details geliefert werden, existirt nicht. Madame Sorret ist nicht ehelich vermählt mit Herrn Sorret. Madame Sorret und ich, wenn gleich der Verführer, wir sind unschuldig. Das Gesetz kann uns nichts anhaben.
Aus Achtung und aus Freundschaft für Madame Sorret habe ich einen ganzen Monat in Vorhaft gesessen; einen ganzen Monat habe ich geschwiegen, und für ein Vergehen, das, wie Sie meine Richter jetzt erkennen werden, kein Vergehen ist, da Herr Sorret mit Madame Sorret nicht ehelich, bürgerlich verheirathet war. Da erst wurde die moralisch-sittliche Entrüstung des Herrn Präsidenten rege. Er hatte ein Vergehn weniger zu bestrafen, und war entrüstet, daß der Code pénal ohnmächtig seiner Hand entgehe, und das Weib und ihr Buhle ungestraft den betreffenden Artikeln entkommen sollten.
Was, ruft der Präsident mit bebender Stimme, Madame Sorret ist nicht verheirathet?
Potonnier. Madame heißt nicht Madame Sorret, ihr eigentlicher Name ist Elisabeth Maria Legros; sie ist, wie gesagt, nie das verehelichte Weib des Herrn Sorret gewesen.
Der Präsident. Das ist zu arg; Madame Sorret ist alles, was Ihr Mitschuldiger sagt, wahr?
Die Frau Sorret wäre hier im Recht gewesen, den Herrn Präsidenten rechtlich zu belangen; der Präsident durfte schon nicht mehr sagen: Ihr Mitschuldiger. Aber Madame Sorret kennt die bürgerlichen Gesetze nicht: sie ist verschämt, schlägt die Augen nieder und wagt nicht, dem Präsidenten zu antworten. Als der Präsident sie im schärferen Tone auffordert zu antworten, da gesteht sie denn mit schwacher Stimme zu, daß sie nicht verheirathet sei.
Der Präsident. Was bedeutet die Komödie, die man hier vor Gericht aufführt? ‒ Herr Sorret, treten sie heran:
Der Buchhalter Sorret ist jetzt plötzlich der schuldige Theil geworden; wenigstens hält er sich dafür; er ist jetzt der Potonnier; und obgleich unschuldig nach dem Gesetze, sieht er aus, als sei er es, den man auf frischer That erwischt habe. Der Präsident fragt ihn, ob er wirklich nicht verheirathet sei mit Madame Sorret, und als letzterer es ebenfalls bejahte, da kannte die sittliche Entrüstung des Herrn Präsidenten keine Grenzen mehr. Wie er es wagen könnte, in dieser seiner Stellung eine Klage auf Ehebruch anhängig zu machen; das sei ja über alle Maaßen unverschämt ‒ das heiße ja seinen Spott treiben mit der Justiz u. s. w.
Wie gestern in der Kammer die Debatte, so würde heute der Prozeß öffentlich geführt; die Kammer wie der Correctionel hatten „die verschlossenen Thüren“ nicht verordnet. Herr Sorret, auf so derbe Weise vom Präsidenten zur Rede gestellt, entschuldigt sich: Ich habe, sagt er, an die Folgen nicht gedacht. Ich lebe jetzt seit 10 Jahren mit Madame. Alle Welt glaubt uns verheirathet, ich habe sie allenthalben als meine Frau dargestellt, und das stand so fest bei meinen Freunden und Bekannten, daß ich am Ende selbst daran geglaubt habe. Uebrigens war ich fest entschlossen, den Ehekontrakt einzugehen. Als ich aber erkannt, daß Madame Sorret mich hinter's Licht führte, da bin ich mit dem besten Glauben von der Welt zum Commissär gegangen; ich hatte in diesem Augenblicke ganz vergessen, daß Madame Sorret nicht meine Frau ist.
Der Präsident. Das werden Sie mir nimmer glauben machen. Und hatten Sie nicht bis auf den heutigen Tag Zeit genug gehabt, sich Ihrer wahren Stellung gegenüber Ihrer Frau zu erinnern?
Herr Sorret. Ich wußte, daß Madame Sorret mich nicht Lügen strafen würde; sie war zu sehr interessirt dabei, für meine Frau zu gelten, wegen der vielen Personen, denen ich sie als solche vorgestellt hatte. Ich wußte, daß sie sich eher verurtheilen lassen würde, als das Geheimniß aufzudecken, und ich muß gestehn, ich war wirklich froh, durch Sie, meine Herren, mein ungetreues Weib bestrafen lassen zu können. Ich hatte mir nie beifallen lassen, daß Sie mit dem Herrn Potonnier die kriminelle Unterhaltung so weit treiben würde, daß sie ihm sogar ihr tiefstes Geheimniß verrieth.
Herr Potonnier. Erst ganz kürzlich war ich glücklich genug, das Geheimniß zu erfahren. Ich will von der Gefängnißstrafe nicht sprechen, mit der ich bedroht war. Es handelt sich hier um etwas ganz anders: das Amendement des Herrn Lerour! Den Teufel auch! Wenn zufälliger Weise ein Stück Papier zwischen Herrn Sorret und Madame Sorret existirt hätte, so hätte ich unschuldiger Weise für ewig auf meine Aussichten, in die Kammer zu gelangen, verzichten müssen.
Alle Welt, wie es zu erwarten war, ward frei gesprochen: der Herr Präsident verurtheilt zwar den Herrn Sorret zu den Prozeßkosten; aber er kann dem Herrn Potonnier den Eintritt in die Kammer nicht verwehren; er kann den Code pénal nicht in Anwendung bringen; er darf sogar keine Sittenpredigt der Madame Sorret halten und die Nichtvollziehung des bürgerlichen Aktes hat dieses Mal drei Opfer gerettet: sie hat Madame Sorret vor der Strafe, den Herrn Potonnier vor dem Verluste seiner Repräsentanten-Rechte und Herrn Sorret vor den Hörnern bewahrt.
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Paris, 25. Febr.
Die Journale: Le Peuple, Demokratie Pacifique, Republique, Revolution, Reforme, Charivari, Siecle, Evenement, Pays und National sind nicht erschienen.
Auch der Constitutionnel macht heute Feiertag und zwar wider seinen Willen. Er hatte gestern angezeigt: daß er dann erscheinen würde, falls Unruhen ausbrächen. Da ihm das Pariser Volk diesen Gefallen nicht erwiesen, so kann Hr. Veron ruhig schlummern. Es fehlen uns also eilf Journale. Courrier Francais ist bekanntlich kein Journal mehr.
‒ Um 1 Uhr findet das große Volksbanket im Fraternitätssaale der Rue Martel statt, dem über sechzig Deputirte und alle demokratischen Stimmführer beiwohnen. Der Saal vermag leider nicht dem Wunsche aller Demokraten, dem Banket beizuwohnen, zu entsprechen. Die Post schließt leider zu früh, um Ihnen einen vollständigen Bericht zu schicken. Hr. Faucher hält nicht weniger als 10,000 Mann auf den Beinen.
‒ Der Moniteur enthält eine lange Beschreibung der gestrigen Kirchenfeier.
Die Gazette de France fügt sehr richtig hinzu: „Das Auffallendste bei dieser Feier war, daß Hr. Marrast den Präsidenten der Republik gänzlich verdunkelte. Marrast war die eigentlich hervorragende Figur des ganzen Festes. Beim Herausgehen aus der Magdalenenkirche wußte Hr. Marrast den Jubel der Menge durch fortwährendes Erwidern der Zurufe: Es lebe die Republik! Es lebe die Nationalversammlung! dergestalt auszubeuten, daß der Präsident der Republik fast gänzlich verschwand …“
L'Union sagt, nicht blos in der Magdalenenkirche wurde der 24. Febr. gefeiert, sondern auch Abbé Chatel hat diesen Tag zu neuer Profanation der römisch-katholischen Religion benutzt, indem er in seiner Eglise Française (Passage Dauphine) eine Gedächtnißfeier abhielt, welche den Katholizismus schändete. Abbé Chatel verkündete in einer Predigt die Morgenröthe einer neuen Epoche, den Tod des Katholizismus und den Beginn des Reiches des Glückes und der Liebe auf Erden (!!) Er hat auf den Pabst in Gaëta geschimpft. Seine Gesichtszüge nahmen einen wahrhaft teuflischen Ausdruck an, als er erklärte, daß weder dieser Pius noch irgend ein anderer Pabst auch nur einen Grad besser sei, als die übrigen Menschenkinder; man solle Dankgebete anstellen, daß die Pabstherrschaft für immer zusammengestürzt sei. Im Verlaufe desselben Vortrages erklärte der priesterliche Apostat, daß die Pfaffen alle lögen, wenn sie den Kain dafür, daß er Abel erschlagen, mit ihrem Bannfluche verfolgten. Kain sei das Sinnbild des Armen (Proletariats) und Abel das Sinnbild des Reichthums (Aristokratie). Wir begnügen uns mit diesen Auszügen aus der Gedächtnißfeier des Abbé Chatel.
‒ Aus Lyon keine neuen Ruhestörungen. Die Statue des L'homme du peuple bleibt auf dem Platze Louis XVIII. ‒ Darin bestand vorläufig Alles, was das Volk verlangte. Die Verhafteten sind größtentheils freigelassen. Marschall Bugeaud läßt aber das demokratische Journal „Peuple souverain“ abermals gerichtlich belangen wegen persönlicher Ausfälle gegen ihn.
‒ In Dijon ist bekanntlich die Artillerie-Kompagnie der Bürgerwehr aufgelöst worden. Es sollten ihr die Kanonen abgenommen werden. Die Kompagnie verschloß aber das Zeughaus und eine Abtheilung des 9. Dragonerregiments sprengte die Thüren, um die Geschütze nach Auxonne zu befördern. Auch in Dijon stehen sich, wie man sieht, zwei Klassen der Einwohner gleich Observationskorps gegenüber.
‒ Die Fürstin Trivuler Belgiojoso, so bekannt aus der italienischen Emigration, reist nach Rom ab.
‒ Colloredo's Auftreten in London erfüllt unsere monarchischen Blättern mit Jubel. Die philippistische „Assemblé“ ruft beim Durchlesen der Times aus:
„Ahnten wir es doch, daß die Hoffnung unserer Revolutionäre, die italienische Frage in Brüssel auf dem Papiere nach ihrem Geschmack erledigt zu sehen, zerrinnen würde. Oestreich hat erklärt, daß es seine Rechte einer Prüfung des Kongresses nicht unterwerfen werde.“ (??)
Ihre würdige Stiefschwester, die Frohsdorfer „Opinion publique“ meldet:
„Ein Korps der sardinischen Armee ist in Toscana eingedrungen, um die Rebellen zu strafen und den Großherzog Leopold auf seinen Thron zurückzufuhren. Im Augenblick, wo wir dieses schreiben, ist die Ordnung in Florenz wieder hergestellt.“
Dieser Jubel unserer monarchischen Blätter ist von kurzer Dauer. Langréni, unser Vertreter in Brüssel, versicherte in einem Zirkel, daß am 15. März die Conferenzen jedenfalls sehr ernst aufgenommen würden und daß die Sprache Oestreichs keineswegs so inpertinent klinge.
Zweitens bringt uns die italienische Post eben eine Erklärung aus Livorno vom 18. Febr., worin der dortige sardinische Generalkonsul das Gerücht, Sardinien wolle in Toscana interveniren, amtlich Lügen straft.
‒ In mehreren Pariser Theatern wurde gestern Abend die Marseillaise verlangt und gesungen. Im Théater français stellte das Parterre einen ähnlichen Antrag an Frln. Rachel, die aber zu große körperliche Anstrengung vorschützte und vorschützte. Da gab es einen fürchterlichen Lärm, der über eine Stunde dauerte, aber durch den Polizeikommissarius vermittelt wurde. Fräulein Rachel hat jetzt, wie man hört, ihr Februarfeuer dem Präsidenten Bonaparte ebenso zugewandt als dieß 1815 (während der 100 Tage) von Frln. Mars für Napoleon geschah.
‒ Die Vorsichtsmaßregeln des Ministeriums übersteigen alle Begriffe. Fünf Regimenter stehen schlagfertig in der Richtung von Vincennes, Pere la Chaise etc. und eine noch stärkere Truppenzahl umgiebt das Stadtviertel (Faubourg St. Denis) in dem der Saal liegt. Von Mittag an füllt sich die Rue Martel; eine ganze Masse von Polizeiagenten stellt sich an den Eingängen auf. Der Saal ist auf das geschmakvollste dekorirt.
Die Symbole der republikanischen Grundsätze: Freiheit, Einigkeit und Brüderlichkeit, wechseln mit anderen passenden Verzierungen ab, welche ausschließlich der Fürsorge der Arbeiter-Assoziation zu danken. Die Zahl der Couverte beträgt 4000. Eine große Menge von Gästen drängte sich an den Eingängen, die sich jedoch nicht früher öffnen, als bis die Führer des Banketts eingetroffen.
Für 62 Deputirte der Montagne, die Redaktoren aller demokratischen Journale, die Chefs aller Wahlausschüsse und einen großen Theil der Kammerstenographen sind Ehrenplätze eingerichtet.
Belgien.
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[ X ] Brüssel, 24. Febr.
Ich theile Ihnen heute eine Nachricht mit, die für alle überrheinischen Demokraten von Interesse sein wird. Es ist nicht genug, daß Sie unseren Duodez-Musterstaat und seine polizeilichen Großwürdenträger, unsere Leopolds, unsere Rogiers, unsere Hodys in ihrer ganzen konstitutionellen Glorie schildern. Es ist auch nöthig, die osteuropäischen Demokraten mit den untergeordneten Herren bekannt zu machen, und vor Allem mit jenen Portiers, die unsere Gränzen bewachen, um den ersten Republikaner, der ihnen in die Hände geräth, mit der den Belgiern eigenen Höflichkeit in die stabilen oder mobilen Zellengefängnisse zu spediren, in denen sich die belgische Konstitution so schön studiren läßt.
Einer der bemerkenswerthesten dieser Thürsteher ist ein ehemaliger polnischer Pfaffe, und später angeblicher politischer Flüchtling, der den Warschauer Emigrirten von 1830 wohl bekannt ist, Namens Jan Werner.
Dieser Werner, jetzt naturalisirter Belgier, der bereits in Brüssel als Polizeispion sich Lorbeeren an den polnischen und deutschen Flüchtlingen erwarb und Gensd'armen zu seiner Verfügung hatte, ist jetzt zur Douane von Verviers versetzt, um dort die Pässe der von Deutschland kommenden Reisenden zu verifiziren. Er hat speziellen Auftrag, die politischen Flüchtlinge, welche ohne regelmäßige Pässe dort ankommen, sofort, entweder zurückzuweisen, oder zu verhaften und per Zellenwagen nach Valenciennes oder Ostende zu spediren. Dies geschieht, damit die Flüchtlinge nicht erst wie bisher geschehen, bis nach Brüssel kommen und bei ihrer dortigen Verhaftung in den Journalen und Cafes Skandal darüber entsteht. Man will diesen Freundschaftsdienst ganz im Stillen abmachen, und deshalb die freie Reise in Zellenwagen für paßlose Flüchtlinge schon von der Gränze an eintreten lassen.
Der edle Werner spricht eben so gut deutsch wie polnisch, und wir rathen daher allen deutschen Reisenden, auf der Station Verviers in ihren politischen Gesprächen vorsichtig zu sein, damit sie nicht den Chikanen des polnischen Expfaffen verfallen.
Damit unsre Leser sehn, daß es mit der obigen Mittheilung kein Scherz ist, erzählen wir noch folgende Thatsachen die wir einem Reisenden verdanken:
Der Spion Werner übt sein Handwerk mit solcher Gewissenhaftigkeit aus, daß selbst Reisende, die bloß von Aachen nach Verviers gehen, Pässe haben müssen, wenn sie nicht zurückgewiesen werden wollen. Selbst wenn sie dem Eisenbahnpersonal bekannt sind, verfallen sie diesem Schicksal.
Vorigen Sonntag wurde bekanntlich in Verviers ein demokratisches Bankett gehalten. Dieser Tag war ein Festtag für Hrn. Werner. Der rheinische Bahnzug wurde sofort bei der Grenze angehalten. Die belgische Gensd'armerie und Bürgerwehr stand aufmarschirt, die Flinten auf den Zug angeschlagen. Hier wurden die Pässe zuerst verifizirt. Alle Reisenden, die weiter gingen als Verviers, wurden unbedingt zurückgewiesen, nur die Auswanderer ließ man durch!! Geschäftsreisende, die denselben Tag nothwendig nach Antwerpen reisen mußten, mußten zurück bleiben bis den nächsten Tag.
In Dothain dasselbe Manöver: Bürgerwehr mit angeschlagenem Gewehr, Revision der Pässe.
In Verviers dritte Reoision, unter dem Schutz eines Bataillons Linie, der sämmtlichen Bürgerwehr, und endlich der ganzen aus der Umgegend zusammengezogenen Gensd'armerie.
Solche Maßregeln wendet jetzt die belgische Polizei an der preußischen Grenze an!
Wir können hinzufügen, daß das Bankett sehr ruhig und heiter ablief, während die Helden der vervierser Nationalgarde, da sie Nichts zu thun fanden, sich betranken, Streit unter-einander anfingen und endlich sich dermaßen prügelten, daß noch am nächsten Tage die Epauletts, zerbrochene Säbel, Quasten u. s. w. auf den Straßen umherlagen.
[Redakteur en chef: Karl Marx. ]
[Leserbrief]
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An den Dr. Karl Marx.
Herr Redakteur!
Jubeln Sie nicht zu früh Sie abschaum aller Bösewichte unser gute König wird die Taugenichse auch noch einmal nach Hause schicken Sie Lügner am jüngsten Tag wird der von Gott begnadete König gegen Sie zeugen Sie Bösewicht der mit der Gnade Gottes spottet schrecklich. Glauben Sie nur nicht die Mehrzahl wäre Demokraten Denn dann teuschen sie sich sehr unser Losungs Wort ist und bleibt. Mit Gott für König und Vaterland
Ein ächter Preuße.
Das Manuscript liegt in der Expedition zur Erheiterung des Publikums vor. Der „ächte Preuße“ war so vorsichtig, sich nicht zu nennen.
[Leserbrief]
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Dem Freiherrn von Eltz-Rübenach zu Wahn und seinen Hauptgenossen, einem p. Landwehr, Drosse, P. Meller und Konsorten zu Zündorf, welche nicht aufhören, unter dem Namen Ihres bezahlten, auf Ehre und Ruf dressirten Bravo, L. Schlimbach zu Zündorf, mich, und selbst andere Personen, sowohl öffentlich durch Inserate der Kölnischen Zeitung, als auch durch Umsendungs-Schriften verleumderisch anzugreifen, hiermit Folgendes öffentlich zur Antwort: Ich habe Ihnen, dem Hrn. Freiherrn, vor einiger Zeit schon brieflich gesagt, daß die tückischen Angriffe gegen mich wegen meiner furchtlosen Pflichterfüllungen gegen Gesetzesverlegung, Uebermuth und Unterdrückung schwächerer Mitbürger von Ihnen banditenartig geführt würden, und daß der ehrenwertheste Theil der hiesigen Einwohnerschaft Sie als den Chef dieser Genossenschaft bezeichnet. Sie haben hierauf nur auf eine Weise zu antworten verstanden, von der Sie, wenn gewisse Begriffe, die sonst in Ihrem Stande volle Geltung hatten, nicht bei Ihnen längst in Vergessenheit gekommen wären, wissen sollten, daß dieselbe nicht verletzen konnte, ‒ aber auch gleichzeitig haben Sie mit Ihrer Genossenschaft Lüge und Verläumdung fortgesetzt, um Behörden und beauftragte Beamte zu täuschen, von denen ich die genaueste Untersuchung über meine amtlichen Handlungen ‒ aber auch über Ihre und von Ihrer würdigen Genossenschaft vorgebrachten, Verläumdungen verlangt habe. Meine Vertheidigung habe ich hierauf auf Urkunden und glaubwürdige Zeugnisse gestützt, und habe Sie und Ihre Genossen an mehreren Stellen meiner Schrift nicht allein als Lügner und Verläumder bezeichnet, sondern auch die desfallsige Anklage gegen Sie und gegen jene gefordert. ‒ Dieses ist also die schwebende Untersuchung, von der Ihr jetziger Dressirter spricht, nachdem die Dressur Ihrer Knechte auf Niederreiten, Knebelung und stundenweite Schleppung schwacher Kinder neben dem trabenden Pferde nicht mehr durchgehen wollte; als es nicht mehr gelang, arme Familien zur Winterzeit aus ihren Hütten zu hetzen, ‒ und Sie mit den vierfüßigen Dressirten die Früchte der Landleute nicht mehr zertreten können, um jene, bei billiger Entschädigungsklage, durch alle Instanzen der Gerichtsbarkeit zu schleppen. ‒ Die Rottenführer halte ich vorläufig dieses Raumes nicht werth. Meine furchtlosen Schritte gegen deren Handlungen oder gegen die ihrer Familienglieder. ‒ die Ausübung meiner Pflicht für Ihrer alle richtige Einschätzung als Steuerpflichtige kennt der Verwaltungs-Bezirk, und, bei dem oben Gesagten, also auch die Gründe zu Ihrem Hasse; ich blicke mit Beruhigung auf jene, mit stolzer Verachtung auf letztere zurück. ‒ Was also die Untersuchung betrifft, so erinnert Euch des berühmten Schwertes des Alterthums, ‒ denn es hängt gewichtig schwer über Euren eigenen Häuptern. Aber eine Euch nahe liegende Pflicht könntet Ihr doch alle leicht erfüllen, nämlich die, den dressirten Bravo völlig zu verpflegen, damit diese heulende Kreatur der Heuler nicht auf Kosten des unglücklichen Interdicirten ferner zu leben genöthigt bliebe; so wie Euer Dressirter sich aber untersteht, mich, oder meinetwegen andere Personen, mittelst Eurer Geldmittel, die er schon in der Tasche trägt, be [1286] sudeln zu wollen, so haltet Euch überzeugt, daß mehr als eine deutsche Zeitung Euer Treiben zur Oeffentlichkeit bringen wird, denn zur Anwendung empfindlicherer Mittel halte ich meine Hand zu werthvoll gegen Feiglinge, die sich nur hinter bezahlten Bravos zu verstecken verstehen.
Poetz, den 24. Februar 1849.
Surend, Bürgermeister.
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Köln, 24. Februar.
In diesem Winter hat die 8. Kompagnie 16. Infanterie-Regiments noch Geriß erspart! Der Chef derselben, Hr. Hauptmann v. Uttenhoven (Ex-Wahlmann, Verfasser von: „F. W. wir sind dein!“ und mehrerer schwarz-weißen, dem Publikum an der Blankenheimer Hofkaserne zum Besten gegebenen Expretorationen) hat durch seine Einrichtungen dieses Ersparniß erzielt.
Er fings auf folgende Weise an: Nur auf seinen ausdrücklichen Befehl durfte der Fourier Heizungsmaterial ausgeben die Leute auch nur dann einheizen, wenn es der „gnädige Herr Hauptmann“ befahl, und dies geschah in der Regel nur dann, wenn gescheuert worden. So hat der Hr. Hauptmann, was sonst ein höchst seltener Fall beim Militär ist. Geriß erspart. Anstatt dieses aber aufzubewahren, da der Winter noch nicht beendet, hat der Hr. Hauptmann dieses Gewiß an Bürger hiesiger Stadt verkauft. ‒ Steht dies mit den von der köngl. Garnison-Verwaltung, resp. Kommandantur gegebenen Bestimmungen im Einklang. Diese besagen, daß, wenn, von den resp. Truppentheilen Geriß, Oel, Lohkuchen etc. erspart würden solches der königl. Garnisonsverwaltung zu überlassen sei, die auch einen Zuschuß dieser Heizungsmaterialien giebt, wenn die Truppen mit denselben ein Mal nicht ausreichen.
Wo bleiben die Gelder für dieses Geriß? Es dürfte Pflicht der königl. Garnisonsverwaltung und Kommandantur sein, diese Sache näher zu untersuchen!
[Leserbrief]
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Herr Oberst Engels!
Die Bewohner des Buttermarkts und der Umgegend finden sich durch die sich täglich wiederholenden scandalösen Exzesse der Soldaten nicht allein in ihrem Gewerbebetriebe beeinträchtigt, sondern auch in ihrem Eigenthume und Leben gefährdet. ‒ Dieselben hätten nach der von Ihnen bei Gelegenheit der Wahlen gegebenen Erklärung erwarten dürfen, daß Sie in Konsequenz derselben einige ältere Offiziere zur Aufrechterhaltung der Ordnung und Disziplin auf den Kampfplatz beordert haben würden, sofern sich uns nicht die Ueberzeugung aufdringen soll, daß Sie sich im Unvermögensfalle befinden, die vielgerühmte Disziplin der Garnison aufrecht zu erhalten, ‒ Oder sollte es vielleicht in Ihrer Absicht liegen, für den Buttermarkt und Umgegend den vielbeliebten Belagerungszustand vorzubereiten? ! ! !
Köln, 26. Februar 1849.
Meteorologische Beobachtungen.
gap: insignificant
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Handelsnachrichten.
Paris, 25. Febr. 3 Uhr. (Jortonibörse.) Während der beiden Feiertage fanden in 5pCt. ziemlich lebhafte Fluktuationen im Operngange statt. Bedeutende Geschäfte wurden indessen nicht gemacht. Gestern ging die 5pCt., bis am 23. Febr. mit 83 au comptant und 83.10. pro ultimo offiziell schloß, einen Augenblick bis auf 84, fiel aber am Schluß 83. 75. Heute traten einige starke Angebote ein, ohne daß man einen Grund dafür erfahren könnte. Die Ruhe der Stadt ist nicht gestört worden, u. das Ministerium hat so starke Militärkräfte aufgehoben, daß jeder Versuch fruchtlos (die demokratische Partei selbst hält die Ordnung aufrecht). Diese starken Offerten drückten die 5pCt. auf 83. 30. herunter.
Um 2 Uhr schloß sie jedoch 83. 60. Per ultimo. In 3pCt. Rente ist der Markt so fieberhaft, daß die geringste Spekulation genügt, auf den Curs zu influenziren.
Besondere Neuigkeiten waren nicht im Umlauf.
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Schifffahrts-Anzeige.
Köln, 26. Febr. 1849.
Abgefahren.
L. Trumann nach Koblenz. Fr. Deiß nach der Saar. A. Adams nach Mannheim. I. Stüber nach Mainz. J. C. Schmidt nach Heilbronn.
In Ladung.
Nach Ruhrort bis Emmerich W. Pesch; nach Düsseldorf bis Mülheim an der Ruhr Joh. Budberg; nach Andernach und Neuwied Pet. Gies; nach Koblenz, der Mosel, der Saar und Luxemburg Joh. Tillmann; nach der Mosel, der Saar und Trier Joh. Castor; nach Mainz J. Hirschmann; nach dem Niedermain Fr. Schulz; nach dem Mittel- und Obermain Seb. Seelig; nach Heilbronn H. Müssig; nach Kannstadt und Stuttgart H. Alex; nach Worms und Mannheim G. Dunk.
Ferner: nach Rotterdam Capt. Willemsen, Köln Nr. 6
Ferner nach Amsterdam Capt. Scholten, Köln Nr. 8.
Rheinhöhe: 122 3″. Köln. Pegel.
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Oeffentliche Sitzung des Gemeinderathes vom 1. März.
Tagesordnung.
1. Die noch unerledigten Gegenstände der früheren Tagesordnungen.
2. Beschwerde der Mitglieder der Kreis-Ersatz-Kommission.
3. Bericht über den botanischen Garten.
4. Bericht über die aufgefundene Krypta an der St. Cäcilienkirche.
Köln, den 26. Februar 1849.
Der komm. Ober-Bürgermeister, Graeff.
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Civilstand der Stadt Köln.
Den 17. Februar. 1849.
Geburten.
(16.) Friedr. Wilh., S. v. Bernh. Ley, Zuckerarb., Perlengr.
Maria Magdal. Hubert. Adelh., T. v. Arn. Steven, Schuster, Filzg. ‒ Peter, S. v. Herib. Velten, Faßb., Mörserg. ‒ Bern., S. v. Jacob Rolshoven. Tagl., alte Mauer am Bach. ‒ Christ. Odilia, T. v. Wilh. Odenthal, Fuhrm., Spieserg. ‒ Anna Emilie Elisab, T. v. Ernst Riepert, Schuhm. Petersgäßchen. ‒ Johanna, T. v. Anton Horns, Post-Briefträger, Entenpf. ‒ Ein unehel. Knabe.
Sterbefälle.
Math. Kiederich, Metzger, 18 J. alt, unverh., St. Apernstr. ‒ Peter Jos. Bensberg, 15 M. alt, Lintg. ‒ Maria Franc. Adolph. Sib. Antonine Freiin von Schätzel, geb. von Siegenhoven, gen. Anstel, 58 J. alt, Machabäerstr. ‒ Karl Friedr. Stuve, 8 W. alt, Schwalbeng. ‒ Peter Clever, Hülfslehrer, 26 J. alt, unverh. Columbgäßchen. ‒ Gertr. Münch, geb. Thomm, 48 J. alt, Breitstr. ‒ Bern. Belles, ohne Gew., 88 J. alt, Witwer, Schilderg. ‒ Joh. Zeus, Steuerm., 55 J. alt verheir., Catharinengr. ‒ Joh. Pilgram, Schuster, 24 J. alt, verheir. alte Mauer an Aposteln. ‒ Rosalia Weingarten, 10 M. alt, Friesenstr. ‒ Ein unehel. Knabe.
Heirathen.
Franz Beutgen, Zimmerges, v. Löhnort, und Gertr. Welling, v. Frechen. ‒ Anton Jansen, Anstreicherm, v. Rees, und Elisab. Poot, v. hier. ‒ Bern. Jos. Gronewald, Maurerm., Witwer, v. Lindar, und Sophia Cäcilia Hubert. Müller, v. Gimmnich. ‒ Peter Reymer, Faßb., v. Balkhausen, und Barb. Scheben, v. Rheinbach ‒ Joh. Friedr. Wilh. Alexander, Eisenbahn-Lademeister, v. hier, und Barb. Windheuser, v. Nickenich. ‒ Heinr. Reiß, Schuster, v. hier, und Cathar. Renner v. Blankenheim. ‒ Leon. Porsch, Schuster, v. Gürzenich, und Jacob. Cathar. Heuscheidt, v. Düsseldorf. ‒ Joh. Wilh. Adams, Schneider, Witwer, v. Zülpich, und Anna Magdal. Soeutgen, Witwe Braun, v. Lommersum. ‒ Wilh. Bläser, Schusterges., v. Flittard. und Maria Saß, v. Cleve. ‒ Joh. Bernh. Horn, Bierbr, v. Geßlau, und Margar. Schneider, v. Worringen.
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Gerichtlicher Verkauf.
Am Freitag den zweiten März 1849, Vormittags 10 Uhr, wird der Unterzeichnete auf dem Aktenmarkte zu Köln, eine Fournaise, zwei Schränke, ein Schreibpult etc., dem Meistbietenden gegen baare Zahlung öffentlich verkaufen.
Der Gerichtsvollzieher, Simons
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Versteigerung.
Am Donnerstag, den 1. März 1849, Vormittags 1 Uhr, sollen auf dem Markte zu St. Aposteln in Köln, verschiedene Hausmobilien als: Tische, Stühle, 1 Sopha mit Moor überzogen, Spiegel, 1 Kommode etc. gegen gleich baare Zahlung versteigert werden.
Der Gerichtsvollzieher, Clören.
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Versteigerung.
Am Donnerstag, den 1. März 1849, Vormittags 11 Uhr, sollen auf dem Heumarkte zu Köln verschiedene Hausmobilien, als: 19 Tische, 60 Stühle, Oefen, Kanapee's, Spiegel etc. gegen gleich baare Zahlung versteigert werden.
Der Gerichtsvollzieher, Clören.
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Versteigerung.
Am Samstag, den 3. März 1849, Vormittags 10 Uhr, sollen auf dem Waidmarkte zu Köln verschiedene Hausmobilien, als: 1 Sopha, 1 Kommode, 1 Tisch, Stühle, Spiegel, 1 Kleiderschrank etc. gegen gleich baare Zahlung versteigert werden.
Der Gerichtsvollzieher, Clören.
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1846r. Scharzhofberg.
Wer der Anzeige in Nro. 227 bis 229 d. Z. Glauben schenken will, der kann von dem Gutsbesitzer Joseph Koch vernehmen, daß der blaße Neid, Lüge und Mißbrauch mit seinem Namen trieb. Er wohnt ‒ zur Belehrung des hämischen Anzeigeschmieders, oder wenn Jemand erfahren will, daß er von dem herrlichen 1846r. Scharzhofberger-Wein keinen mehr besitzt ‒, nicht in Trier, sondern in Willingen und heißt: Franz Jos. Koch.
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Sämmtliche Wahlmänner der Stadt Köln für die zweite Kammer, werden zu einer wichtigen Besprechung auf Mittwoch den 28. Februar, Abends 7 Uhr, bei Klütsch an der Wollküche hierdurch eingeladen.
Viele Wahlmänner.
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Dem Publikum mit Bezugnahme auf die Inserate in der Beilage Nr. 221 und Hauptblatt Nr. 231 dieser Ztg. nachläufig zur Nachricht, daß ich
a) alle mögliche Vorkehrungen getroffen, meine Mitbürger recht bald durch authentische Beweise in Kenntniß zu setzten, in welchen Verhältnissen p. Neumann seither zu mir und ich zu ihm gestanden und noch stehe,
b) daß ich aus meinem bereits so oft erwähnten Inserat kein Geheimniß gemacht, und dasselbe um deswillen in die N. Rh. Ztg, habe aufnehmen lassen, damit es sowohl dem Chef der Justiz, als auch der Aufsichtsbehörde des p. Neumann, so wie allen Beamten und meinen sämmtlichen Mitbürgern mitgetheilt würde,
c) daß ich mit vielem Vergnügen den verehrlichen Verfügungen des Herrn Oberprokurators in Köln entgegen sehe! aber leider nur bedauern muß ‒ „daß derselbe in dieser Angelegenheit (gesetzlich) nicht einschreiten kann!“ Da der §. 372 des Code pènal sagt: „sind die Thatsachen, deren jemand beschuldigt wird, nach dem Gesetze sträflich, und giebt der Urheber der Beschuldigung sie der Obrigkeit an, so soll während des Untersuchungs-Prozesses über diese Thatsachen, mit dem Verfahren und dem Erkenntnisse über das Vergehen der Verleumdung eingehalten werden!“
d) daß ich diese gesetzlich höchst strafbare Thatsachen nicht allein den Chefs der Justiz, sondern auch dem Staats-Oberhaupte angegeben, durch gesetzliche Beweise (wie sie der §. 368 des Code pènal vorschreibt) beizubringen vermag,
e) daß sowohl der Chef der Justiz, als auch des Königs Majestät eine gründliche Untersuchung ‒ „wie sie das Gesetz verlangt“ befohlen haben, weil ich nicht aufhörte zu Solicitiren und stets sagte: „ich klage hier einen Missethäter an! Ihr sollt und müßt, entweder mich oder ihn richten!!!“ man aber dem Gesetze, und selbst der Allerhöchsten Willensmeinung Hohn gesprochen hat, worüber die in wenigen Tagen erscheinende Schrift (die Aktenstücke enthaltend) sich auslassen wird,
f) daß ich endlich auch sowohl dem Chef der Justiz schriftlich, als auch des Königs Majestät in öffentlicher Audienz mündlich den Intrieganten genau bezeichnet habe, aber bis heute noch kein Urtheil erlassen ist, und derselbe auch diesmal gewiß einen diplomatischen Ausweg finden wird, den Erfolg werde ich seiner Zeit öffentlich bekannt machen!!! sollte aber ein ungesetzlicher Gewaltstreich an mir ausgeübt werden? so sind alle Vorkehrungen getroffen, auch hiervon das Publikum in Kenntniß setzen zu können.
Bendorf, 24. Februar 1849.
Georg Berg.
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Zu vermiethen resp. verpachten ist das den Geschwistern Mathieu zugehörige Gut auf dem Heiligkreuzberge bei Trier, sei es im Ganzen, sei es in einzelnen Theilen. Nähere Auskunft auf dem Gute selbst, so wie bei Herrn Notar Zelt.
Trier, den 22. Februar 1849.
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Bei der Aufregung der hiesigen Einwohner im Monat September v. J. konnte die Behörde der hiesigen. Stadt nicht umhin, im Einverständnisse mit der Commandantur den Belagerungszustand über hiesige Stadt zu erklären. ‒ Jetzt, wo bei der Aufregung des Militärs, die Bürger kaum sich unterstehen dürfen, Abends über die Straße zu gehen, schweigen die Behörden, warum geschieht jetzt nichts? wäre es deshalb, um die Ordnung wieder herzustellen, nicht wünschenswerth wenn der Belagerungszustand wieder zurückgerufen würde? ‒
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Das älteste Kleider-Magazin der Stadt Köln von Abraham Emanuel befindet sich jetzt wie früher und ohne die mindeste Veränderung.
Schildergasse Nr. 60, Herzogstrassen-Ecke.
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Kohlenniederlage von der Zeche Helena & Amalia bei Essen im Köln-Mindener Eisenbahnhofe zu Deutz. Von diesem neuerrichteten Lager werden nur Kohlen von der Zeche Helena & Amalia, zu den nachstehend verzeichneten sehr billigen Preisen abegeben:
Bestes schweres grobes Fettgeriß, pro Waggon franco Deutz 16 Thlr. 10 Sgr.
In Partieen von wenigstens 7 bis 10 Waggons monatlich 15 Thlr. 25 Sgr.
pro Malter zu - Thlr. 20 Sgr.
Fettstückkohlen pro Waggon 80 Berggang franco Deutz per Scheffel zu 5 Sgr. 25 Thlr. 15 Sgr.
Fettstückkohlen pro Waage à 146 Pfd. zu - Thlr. 12 Sgr.
Frisch gebrannter Coaks pro Waggon 80 Centner 25 Thlr. 15 Sgr.
Frisch gebrannter Coaks pro Centner à 110 Pfd. - Thlr. 10 Sgr.
Frisch gebrannter Coaks Gegen baare Zahlung im Bahnhofe zu empfangen.
Bestellungen in Köln werden von Wilhelm Schnitzler, Telegraphenstraße Nr. 5 und J. J. Badorf, Gereonsdriesch Nr. 9 entgegen genommen.
Bahnhof Deutz im Februar.
K. Mintrop, Faktor.
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Regelmäßige Packetschiffahrt von Antwerpen nach New-York, New-Orleans, Galveston, (Texas und Californien.
Am 5. und 20. jeden Monats.
Ueber die billigst gestellten Ueberfahrtspreise und Frachten ertheilt nähere Auskunft das Handlungshaus C. A. Lindgens in Köln, dasselbe wird mit den Passagieren Verträge abschließen, über die zu empfangenden Gelder quittiren, und ihnen feste Plätze auf dem zuerst von Antwerpen abfahrenden Schiffe zu sichern.
Antwerpen, 5. Februar 1849.
Gustav Merz.
Mit Bezug auf obige Anzeige kann ich den Passagieren nach Nordamerika eine möglichst rasche und billige Beförderung zusichern, und dürfen sich dieselben der besten Verpflegung und humansten Behandlung während der Seereise auf den vorzüglichsten schnellsegelnden amerikanischen Schiffen versichert halten. Um jede nur mögliche Täuschung oder Bevortheilung zu entfernen, sollen etwaige Beschwerden in ein dazu bestimmtes Klagebuch niedergeschrieben werden.
Die Abfahrt ist pünktlich an den oben bestimmten Tagen, und belieben sich die Passagiere zur Reservirung ihrer Plätze zeitig bei mir zu melden.
Auf gefällige portofreie Anfragen bin ich erbötig, jede zu wünschende Auskunft zu ertheilen.
Köln, den 10. Februar 1849. C. A. Lindgens.
Expedition, Incasso und Lager von Lithographiesteinen.
Weichserhof, zwischen der Weber und Follerstraße.
Um den Auswanderern desfallsige Anfragen zu erleichtern, werden in der ganzen Rheinprovinz, Bergischen, Westphalen und Münsterlande, Agenten gesucht.
Portofreie Anfragen bei C. A. Lindgens.
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Alfred Topf, Kunst- und Handelsgärtner in Erfurt, beehrt sich hiermit, das Erscheinen seines Katalogs für 1849 über Erfurter Gemüse- und Blumen-Saamen, Sträucher und Pflanzen ergebenst anzuzeigen.
Der Katalog enthält außer der reichsten Auswahl aller Gattungen Saamen das Werthvollste und Neueste von Obstsorten, Ziersträuchern, Coniferen, Rosen, Kamellien etc. etc.; er wird auf franco Verlangen frankirt zugesandt.
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Unsere lithographische, flüßige Dinte, welche man, auch die feinsten Striche, bis zum Hochdruck ätzen kann, und die sich jahrelang gut erhält, können wir wegen vermehrten Absatz gegen portofreie Einsendung des Betrags das 2Loth Fläschchen à 36 kr. erlassen.
Den so unentbehrlichen Anreiblappen, welcher die verdorbensten Zeichnungen (mit obiger Dinte gezeichnet) wie neu herstellt, erlassen wir die halbe Elle à 36 kr.
Mit beiden kann man ein Vierteljahr ausreichen.
J. C. Schmidt & Comp.
Lithographische Anstalt in Offenbach, Geleitstraße Nr. 7.
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Versteigerung eines Rheinschiffes und der Geräthschaften desselben.
Im Laufe des Monats Februar, soll zu Mainz am Rheinufer, dem Holzthore gegenüber, in Gemäßheit eines Familienrathsbeschlusses vom 8. April 1848, das zur Nachlassenschaft des verstorbenen und im Leben in Weisenau wohnhaft gewesenen Schiffers G. Jacob Krapp gehörige Rheinschiff Nr. 1888, genannt „Saladin“, mit einer Ladungsfähigkeit von 2319 Centnern, so wie die dazu gehörigen Geräthschaften, durch den unterzeichneten Notar öffentlich versteigert werden.
Die Geräthschaften werden gegen baare Zahlung, das Rheinschiff aber auf zwei Zahlungs-Termine versteigert.
Das Nähere bei dem unterzeichneten Notar zu erfahren.
W. Mann.
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Hypotheken-Bank.
Versammlung aller bei Errichtung einer Hypotheken-Bank für Stadt und Land betheiligten Besitzer von Häusern, Ackerländereien und sonstigen Grundstücken Freitag den 2. März, Abends 6 Uhr bei Herrn Drimborn in der Glockengasse.
Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten, da zugleich über eine, diesen Gegenstand betreffende, an unsre Abgeordneten in Berlin zu richtende Vorstellung berathen werden soll.
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Obstbäume und Pflanzen sind in großer Auswahl, so wie auch 15,000 Stück kanadische Pappeln in meiner Baumschule vorräthig und billig zu kaufen.
Reusrath zwischen Opladen und Langenfeld.
Theodor Pohlig.
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Ein erfahrenes braves Mädchen für Küche und Hausarbeit wird gesucht, Hafengasse Nr. 3.
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Hotel Royal 26 New-Bridge-Street Blackfriars London bei C. de Keyser.
Das einzige Hotel in London, wo sämmtliche Bedienung in deutscher und französischer Sprache Statt findet.
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Puppentheater.
Eine vereinigte Mordgeschichte, durch das gräßliche Wiedersehen.
Eine Geschichte der Vorzeit. ‒ Anfang 7 Uhr.
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Theater in Köln.
Da ich in Erfahrung gebracht, daß das Gerücht verbreitet wird, als beabsichtigte, oder hätte ich die Direktion in andre Hände übertragen, so sehe ich mich genöthigt zu erklären, daß an diesem Gerede kein wahres Wort ist; so lange das verehrte Publikum nur mir seine Gunst und Zufriedenheit schenkt, werde ich mich von den Solaritäten, in welche fast alle Theater gerathen sind, nicht von der Geschäftsführung zurückschrecken lassen, sondern vielmehr die Schwierigkeit meines Geschäftes in der Hoffnung ertragen, daß der nächste Winter Alles wieder gut machen werde.
C. Gerlach, Direktor des Stadttheaters.
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Theater-Anzeige.
Mittwoch den 28. Februar:
Der Postillon von Lonjumean.
Komische Oper in 3 Akten. Musik von Adam
Donnerstag den 1. März:
Hans Heiling.
Große Oper von Marschner.
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Der Gerant Korff.
Druck von J. W. Dietz, unter Hutmacher 17.