[1335]
Beilage zu Nr. 241 der Neuen Rheinischen Zeitung.
Organ der Demokratie.
Freitag 9. März 1849.
[Französische Republik]
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@facs1335
[Fortsetzung] das Clubgesetz zur Sprache. So wird wenigstens das Prinzip des Vereinsrechts gerettet.
‒ Am 25 März steht uns eine Katastrophe bevor! An diesem Tage gehen die sechs Millionen Franken zu Ende, welche die Nationalversammlung für die Hausarmen des Seinedepartements votirt und die das Ministerium zu erneuern wenig Lust zeigt. Was soll aus uns werden, wenn sich die 400,000 Hungerleider gegen uns erheben? Hierin liegt die Nothwendigkeit eines Changarnier und seiner 50,000 Bajonnette ‥‥ sagen die reichen Leute.
Und doch (ruft der Constitutionnel) steigt die Rente. Die 3% stieg um volle 2 Franken aus Spekulationsbedürfniß ‒ setzt er hinzu.
‒ Keine politischen Gerüchte. Die Behauptung der „Allg. Augsb. Zeitg.“ daß Rußland dem Pabst Geld und Mannschaften zu seiner Wiedereinsetzung angeboten, machte keinen Eindruck auf unserem Geldmarkt.
‒ Präsident Bonaparte nahm heute beim schönsten Wetter wieder eine große Revue auf dem Marsfelde ab. Dieses schöne Wetter ist Veranlassung, daß im Tuilleriengarten bereits die Bäume ausschlagen. Dasselbe Wetter brachte uns ein neues Journal „Le President
‒ Heute taucht Louis Philippe wieder im Moniteur auf, aber nicht als König, sondern als Kläger. Er verklagt vor dem Zuchtpolizeigerichte 2 arme Teufel, die ihm in dem Walde von Bondy eine Last Holz gestohlen hatten. Die zwei Verbrecher wurden zu 4 Fr. Strafgeld und 2 Fr. Schadenersatz verurtheilt. Sie werden Herrn Louis Philippe das Geld nach London schicken.
‒ Der Brief Louis Blanc's lautet:
„Als ich am 26. August Paris verließ, schrieb ich, daß ich mich am Tage der Debatte vor der Jury stellen würde, und nichts in der Welt hätte mich verhindern können, dies Versprechen zu halten. Aber ich habe mich im August unmöglich verpflichten können, vor einem erst im November eingesetzten Gerichtshofe zu erscheinen. Ich habe mich im Monat August nicht verpflichtet, vor einem Ausnahmsgericht zu erscheinen, welches 3 Monate nachher durch dieselben Leute geschaffen worden ist, die mich proscribirt hatten, und zwar um meine Verurtheilung herbeizuführen, mit offner Verletzung eines der ersten Rechtsprinzipien, wonach kein Gesetz rückwirkende Kraft hat. Die Entscheidung, wodurch die Nationalversammlung mich preisgegeben hat, im Widerspruch mit ihrem eigenen frühern Urtheil, und der Anklageakt, der keine einzige ernsthafte Belastung enthält, sprechen es deutlich aus, daß die Evidenz nichts ist, wo die politischen Leidenschaften alles sind. Mehr als je ist Paris der Herrschaft der Gewalt anheimgefallen; man erschöpft hier den Skandal willkührlicher Verhaftungen; die Contrerevolution ist hier gebietend und wuthschäumend. ‒ Ich habe den Anklageakt gelesen und mein Herz hat vor Unwillen gebebt.
Es enthält unter Anderm Folgendes: „es sei mir am 15. geglückt, aus dem Hotel de Ville zu entschlüpfen, so sei das Gerücht gelaufen! Den 15. Mai habe ich, weit entfernt, die Menge aufzufordern, sich zu zerstreuen, ihr wegen des wiedereroberten Petitionsrechts gratulirt. Einige Zeilen später ist der Anklageakt gezwungen zuzugeben, daß ich das Volk aufforderte, die Versammlung frei berathschlagen zu lassen. Den 15. Mai soll ich, ich weiß nicht was für aufrührerische Reden im Luxemburg gehalten haben; und denselben 15. Mai, der Moniteur ist da, um es zu beweisen, war ich nicht mehr im Luxemburg, das damals schon als Wohnung der Executivkommission eingeräumt war. So wird die Justiz in diesem Augenblicke in Frankreich vollstreckt. Ich füge kein Wort weiter hinzu. London 3. März.“
Caussidiere erklärt:
„Ich muß den Tag der Gerechtigkeit und Wahrheit in sicherm Schlupfwinkel vor royalistischen Angriffen abwarten. Er ist noch nicht gekommen. Wenn ich vor den Angriffen der Royalisten nicht gesichert war durch die 147,000 Stimmen, die ich gegen sie von der Pariser Bevölkerung erhielt, einen Monat nach den Ereignissen, in die man mich verwickeln wollte; wenn die Versammlung, der ich angehörte, einen fertigen Anklage-Akt gegen mich auf ihr Bureau niederlegen ließ, ehe ich noch auf die Tribüne gestiegen war, um die verlangten Erklärungen zu geben; wenn die Berichte der verworfensten Spione gegen die Thaten, gegen die Erklärungen eines Bürgers geltend gemacht werden, der vom 24. Februar bis zum 24. März, d. h. mitten unter den schwierigsten Verhältnissen und der größten Aufregung die Ruhe von Paris aufrecht erhalten hatte ‒ soll ich die Zahl der Opfer der Feinde der socialen Harmonie vermehren gehen! Die Gefängnisse, die Pontons, die Bagnos sind sie nicht hinreichend angefüllt?
National-Versammlung. Sitzung vom 6. März. Anfang 1 1/2 Uhr. Präsident Marrast. An der Tagesordnung ist die dritte Berathung des Wahlgesetzes, zu dem mehrere wichtige Anträge gestellt worden.
Artikel 1, von der Listenformation handelnd, giebt zu keiner Debatte Veranlassung.
Artikel 2 hat zwar manigfache aber unwichtige Textänderungen erlitten, stößt ebenfalls auf wenig Widerspruch.
Marrast will abstimmen lassen, da ruft Jemand links: „Wir sind noch nicht beschlußfähig!“
Auf diese Bemerkung hin wird eine Zettelabstimmung veranlaßt und die Deputirten, die das schöne Wetter in den Garten gelockt hatte, eilen herein.
Der Artikel wird mit 609 gegen 5 Stimmen angenommen.
Nachdem diese Abstimmung schon erfolgt, stellen die rheinischen Deputirten Brückner, König, Kestner und Komp. den Antrag:
„Diejenigen Einwohner, welche, obgleich von ausländischen Eltern, aber in Frankreich geboren, die Niederlassungsrechte erwerben etc., stimmen zu lassen.“
Brückner entwickelt den Antrag in schrecklich fader Weise. Der Gegenstand wäre eines besseren Vertheidigers würdig gewesen, denn er interessirt viele Tausende.
Freslon bekämpft den Antrag als dem Civilcodex widersprechend und sagt, daß Jemand, der gesetzlich nicht zu den Fahnen zugelassen wäre, nimmermehr votiren dürfe.
Der Antrag fällt glänzend durch.
König und Henri Didier stellen ähnliche Anhängsel, von denen das eine dasselbe Schicksal theilt, das andere an den Ausschuß zur Begutachtung gewiesen wird.
Der siebente Satz des Artikels 2 giebt zu einer wichtigen Debatte Stoff. Er handelt von den Fallirten, deren Zahl in den französischen Handelsstädten enorm wächst.
Emil Leroux und Boutoey (aus Bayonne) tragen darauf an:
„Nur diejenigen Fallirten vom Wahlrecht auszuschließen, welche kein Konkordat zu Stande brachten oder nach dem s. g. Unionsvertrage oder simplen Bankerott nicht rehabilitirt wurden.“
Die Ansicht des Ausschusses ist gespalten.
Vesin, im Namen der Mehrheit, bekämpft den Antrag als zu sanft für die commerciellen Garantien.
Billault, im Namen der Minderheit, unterstützt dagegen die Aenderung.
Nach langem Hin- und Herstreiten wird der siebente Satz durch geheime Abstimmung mit 501 gegen 212 Stimmen angenommen.
Der achte Absatz erregt nicht minder Interesse. Er handelt von den politischen Verbrechern.
Der Ausschuß schlägt vor:
„Obiger Ausschluß vom Wahlrecht darf jedoch diejenigen Verurtheilten nicht treffen, deren Verurtheilung auf politischen Gründen beruht, auf Schlägereien oder Blessuren etc. Es wäre denn, daß der Verlust des Stimmrechts im Urtel ausdrücklich bemerkt sei.“
Ein Theil des Ausschusses (Ah! Ah!) beantragt:
„Diese Verurtheilungen dürfen jedoch nicht länger als von 5 Jahren her datiren.“
Parenteau ist der Urheber dieses Bleigewichts, das heftig besprochen wird.
Joly (Vater) findet diesen Zeitraum noch zu engherzig. Für politisches Handeln dürfe gar keine Retroaktivität eintreten.
Die Versammlung theilt die liberale Ansicht der Antragsteller nicht und verwirft die Joly'schen Zusätze.
Artikel 3 wird hierauf angenommen.
Artikel 4 desgleichen mit geringer Aenderung.
Ebenso Artikel 5 und 6.
Artikel 7 soll an Artikel 13 geschlossen werden.
Artikel 8 und 9 geben zu keiner erheblichen Einwendung Veranlassung.
Artikel 10 wird an den Ausschuß zu nochmaliger Begutachtung gewiesen.
Artikel 11 und 12 ohne Weiteres erledigt.
Artikel 13 wird mit Artikel 7 zusammengeschmolzen und somit die Reihenfolge geändert.
Artikel 15 und 16 (vom Schlußtermin der Wahllisten handelnd) ruft Charamaule auf die Bühne.
Das ehrenwerthe Glied der hohen Rechten fürchtet, daß die Zeitpunkte zu vag angegeben seien für etwaige Beschwerden.
Billault bekämpft diese Bedenken durch die Versicherung, daß binnen sechs Tagen die entferntesten Departements, selbst Korsika, ihre Listen und resp. Beschwerden erledigen könnten u. s. w.
Die Debatte über Artikel 15 und 16 muß indessen der vorgerückten Stunde halber abgebrochen und auf morgen verschoben werden.
Die Versammlung geht um 6 1/4 Uhr auseinander.
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[ X ] Bourges, 5. März.
Ein neues Leben herrscht in unserer Stadt, seit der Ankunft der politischen Gefangenen. Bourges ist in ein förmliches Kriegslager umgewandelt. Jeden Augenblick ertönt der Ruf: qui vive? Der bekannte Lepreux ist wieder mit der Verwaltung des Gefängnisses beauftragt. Die Gefangenen sehen im Ganzen wohl aus, mit Ausnahme Sobrier's, der durch die strenge Haft viel gelitten zu haben scheint. Raspail trug beim Aussteigen aus dem Cellenwagen ein grünes Portefeuille. Der General Courtais war gestützt auf den Arm seiner Frau. Ihr Anblick gebot allgemeine Achtung. Während 8 Monate hat sie alles Mögliche aufgeboten, um ihrem Manne die Gefangenschaft zu erleichtern, und jetzt auch hat sie sich nicht entsetzt vor diesen entsetzlichen Cellenwagen, worin die gemeinsten Verbrecher nach den Galeeren abgeführt werden, sondern sie hat sich, ungeachtet ihrer zarten Formen, ruhig in einen dieser Wagen, wie die gemeinste Verbrecherin, einstecken lassen. Bei ihrer Ankunft in Bourges, im Augenblicke, wo sie aus dem Wagen stieg, entblös'ten sich Soldaten wie Offiziere unwillkührlich vor diesem seltenen Schauspiel, um zugleich dem General sowohl wie seiner Gattin ihre Theilnahme zu bezeugen. Man hat mit einem Restaurateur aus der Stadt einen Vertrag abgeschlossen, in Folge dessen jeder der Gefangenen, für 75 Fr. monatlich, beköstigt wird. Der Präsident des „hohen Gerichtshofs“, Beranger, so wie der Generalprokurator Baroche werden heute erwartet.
Belgien
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[ X ] Brüssel, 5. März.
Läge Belgien nicht gerade in der Mitte zwischen Frankreich und Deutschland, wer würde sich in jetziger Zeit um das Affenland kümmern? Aber für Franzosen sowohl als für Deutsche ist Belgien schwer zu umgehen; und die Belgier wissen recht gut, sich diesen Umstand zu Nutze zu machen. Sie haben seit dem 24. Februar vorigen Jahres einen wahren Cordon um das neutrale Land gezogen, um die Fremden, wenn sie uns in etwa von der auswärtigen Polizei als Demokraten denuncirt werden, in Beschlag zu nehmen, sie in einen Zellenwagen einzupacken und sie wie eine verpestete Waare an das andere Ende des Landes auszusetzen. Nur durch diese Gefälligkeit gegen die auswärtige Polizei rettet der Musterstaat seine Unabhängigkeit. Wenn die auswärtige Polizei diesen verkommenen Flamändern nicht ganz genau die verdächtigen Demokraten bezeichnet, dann begehen sie die schmählichsten Mißgriffe, und vergreifen sich sogar an französischen Kaufleuten und englischen Reisenden, die ohne Weiteres verhaftet werden. Der Musterstaat ist rein zum Polizeistaate herabgesunken, und wenn Belgien noch als Muster aufgestellt werden kann, so ist es in der Gemeinheit, mit welcher es gegen Fremde verfährt. Wir finden in der belgischen „Nation“ ein ganzes Sündenregister solcher polizeilichen Gemeinheiten. Der Doktor Wilhelmy kam von Paris, um sich nach Brüssel zu begeben. Kaum an die belgische Gränze angelangt, wird er sofort arretirt und in einem Zellenwagen nach Brüssel abgeführt, wo er sofort in das Gefängniß Petits-Carmes eingesperrt wird. Nachdem er eine geraume Zeit dort gesessen, gelang es ihm endlich durch Vermittelung eines anderen Gefangenen, einem Advokaten in Brüssel Kunde von dieser Verhaftung zu geben. Dieser begibt sich sofort nach dem Gefängniß, wo man ganz erstaunt war, daß man in der Stadt selbst Kenntniß von der Verhaftung Wilhelmy's habe. Herr Hody, der Polizeipräfekt, wollte den Herrn Wilhelmy in der belgischen Bastille sitzen lassen, auf unbestimmte Zeit, um seinen Haß gegen deutsche Demokraten auf die eine oder die andere Weise ausüben zu können. Da nun die Sache einmal veröffentlicht war, so ersuchte man den Advokaten, am andern Tage zurückzukommen. Richtig stellte sich der Herr Advokat zur bestimmten Stunde ein; aber Herr Wilhelmy war schon auf einem Zellenwagen zurück nach Frankreich transportirt worden. Ein anderes Bewandtniß hat es mit dem Sattlermeister Rentlingen aus Frankfurt am Main. Rentlingen wollte nach Amerika übersiedeln und war nach Brüssel gekommen, um dort als politischer Flüchtling so lange zu verweilen, bis seine Familienangelegenheiten in seiner Vaterstadt geordnet seien.
Aber der belgische Boden ist nicht mehr neutral für politische Flüchtlinge und er mußte auf der Stelle das Land räumen. Mit dem Referendar Dorty, Sohn des Geheimraths Dorty in Berlin, verfuhr man noch schonungsloser. Ohne ihm die Zeit zu gönnen, seine Freunde und Verwandten von seiner Anwesenheit in Brüssel in Kenntniß zu setzen, wurde er sofort über die Gränze geführt. Dabei werden die Ausgewiesenen auf die schmählichste Weise von der Polizei geprellt. Da man ihnen nicht die Zeit vergönnt ihre Effekten, Geldsachen u. s. w. zu ordnen, so übernimmt die Polizei diese Angelegenheiten auf eigene Rechnung und Herr Hochstetter und eine Masse von Ausgewiesenen wissen zu erzählen, wie die Polizei dabei verfährt. Wehe dem Fremden, der ohne Geld nach Brüssel kommt, oder erst in Brüssel die Ankunft seines Geldes abwarten will. Für ihn kennt die belgische Polizei keine Schonung. Cuchenbacher, Professor von der Ingenieur-Schule zu Wien und Adjudant des Generals Bem war glücklich in Belgien angekommen, und wollte in Brüssel einige Zeit warten, bis ihm die nöthigen Gelder zur Fortsetzung seiner Reise nachgeschickt würden. Er geht auf die Polizei, und ermuntert durch die Theilnahme, die er allenthalben gefunden, gibt er seinen wahren Namen an, und erklärt sein Vorhaben. „Leute ihres Schlages dürfen in Belgien nicht bleiben“, antwortet ihm sofort die Polizei, und mit genauer Noth erwirkte er, daß man ihm 24 Stunden Ausstand gab. Aber nicht allein gegen Deutsche, sondern auch gegen Franzosen ist Belgien unerbittlich. Ein französischer Kaufmann, Herr Tresson, hatte Geschäfte mit Herrn Moltet in Verviers. Letzterer befand sich gerade in der Gesellschaft «des droits et des devoirs de l'homme. Herr Tresson wird in diese Gesellschaft geführt, wo er Theil an den Toasten nahm, und den andern Tag erhält er den Befehl, Belgien in 24 Stunden zu räumen. Ein Gleiches widerfuhr einem Weinhändler aus Bordeaux, der weiter nichts verbrochen, als daß er zu den ungeheuren Vorsichtsmaßregeln gelächelt, die man gegen Fremde gebraucht. Die Königin von Belgien ist bekanntlich eine Tochter Louis Philipps. Der Koburger, welcher auf dem Throne Belgiens sitzt, hat die einzige Spezialität, die seine Raçe auszeichnet, verloren. Das zarte Verhältniß hat schon längst aufgehört. Vor einem Jahre war er nahe daran, mit seiner Lola-Montes, einer gewissen Frau Meyer, das Land auf ewig zu meiden. Aber während er im Unterhandeln mit den belgischen Demokraten begriffen war, gestalteten sich die Verhältnisse anders. Leopold rettete seine Krone, und der geborene Polizei-Sergeant Hody blieb Polizei-Präfekt. Sie schämen sich ihrer anfänglichen Kleinherzigkeit und spielen jetzt die Despoten ‒ so lange es ihnen die Franzosen erlauben.
Großbritannien.
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[ * ] London, 6. März.
In der gestrigen Parlamentssitzung erkundigte sich Hr. Hume, ob das Gouvernement Maßregeln getroffen habe, um die jüngsten traurigen Ereignisse im Penjab wieder gut zu machen, worauf Lord John Russel in sehr vorsichtigen, nichts destoweniger aber in sehr bestimmten Worten erwiderte, daß gehörigen Ortes bereits die nöthigen Vorstellungen gemacht worden seien, und daß das Gouvernement die darauf erfolgende Antwort bald möglichst mittheilen werde.
Aus dieser Erklärung geht nur zu deutlich hervor, daß über das Verfahren Lord Gough's, bei dem jetzigen indischen Feldzuge, der Stab gebrochen sei. Times und Standard bringen auch bereits die Nachricht, daß sehr wahrscheinlich schon mit der dieser Tage abgesandten indischen Post Sir Charles Napier nach dem Penjab abreisen werde, um an Lord Gough's Stelle den Oberbefehl über die britischen Streitkräfte zu übernehmen. Wie man sagte, schwankte die Wahl zwischen Sir Charles und Lord Hardinge.
Die Times erklärt sich mit der Ernennung Napier's im höchsten Grade einverstanden und hofft, daß Sir Charles noch vor dem Ablauf der für Feldzüge geeigneten Zeit in Indien anlange, um sofort thätig eingreifen zu können.
Wie bekannt, ist nur die Zeit von Dezember bis April für den Feldzug passend und Sir Charles war stets der Ansicht, daß man nur im äußersten Nothfalle später operiren dürfe. Da er aber selbst seiner Zeit in Scinde in den Fall kam, die ungünstige Jahreszeit für seine Märsche und Bataillen zu wählen, und da er damals so vollkommen reüssirte, so verspricht man sich viel von der Anwesenheit des Helden von Scinde, wenn es wiederum unumgänglich nothwendig wäre, die Campagne auch bis in die Mitte des Jahres fortzusetzen. ‒
Die übrigen Verhandlungen des Unterhauses drehten sich aufs Neue um das irische Armengesetz, indem Sir Robert Peel seine Meinung dahin aussprach, daß nur durch eine Aenderung der Grundeigenthumsverhältnisse eine bessere Zukunft für Irland angebahnt werden könne.
Vor dem Kriminalgerichtshofe kam heute wieder ein Fall zur Verhandlung, der freilich in den hiesigen Gerichtsannalen keine Seltenheit ist, aber wieder einmal von dem Elend Zeugniß ablegt, das in den untern Gesellschaftsschichten der Weltstadt der Krämer angetroffen wird. Eine 28 Jahr alte Frau stand an der Barre, angeklagt, ihren 6-7jährigen Sohn mit der Absicht, ihn zu tödten, in den Regent's-Kanal geworfen zu haben. Einer der Zeugen hatte die Angeschuldigte mit ihrem Knaben nach dem Kanale zugehen sehen. Bevor die Angeschuldigte ihren Sohn in das 5 Fuß tiefe Wasser warf, rief letzterer: O, Mutter, thu's nicht, thu's nicht! Der Zeuge, der alle ihre Bewegungen verfolgt hatte und sich in der Nähe hielt, sah das Hineinwerfen des Knaben. Die Mutter wollte eben nachfolgen, als er sie bei den Kleidern zurückriß, in's Wasser sprang und den Knaben rettete. Aus dem Verhöre der Angeschuldigten, die während der ganzen Verhandlung sehr aufgeregt war und bitterlich weinte, ergab sich, was auch mehrere Zeugen bestätigten, daß sie nur das gränzenloseste Elend und der Hunger zu diesem Schritte getrieben. Die Geschwornen erklärten sie für „Nichtschuldig“.
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@facs1335
[ * ] ‒ Generallieutenant Napier wird aller Wahrscheinlichkeit nach schon morgen mit der nach Marseille abgehenden Post nach Indien reisen und dort an Lord Gough's Stelle den Oberbefehl im Pendschab übernehmen. Auch 2 Regimenter werden, sobald nur die nöthigen Fahrzeuge beschafft sind, nach Ostindien eingegeschifft werden.
[Redakteur en chef: Karl Marx. ]
[Leserbrief]
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@facs1335
Frankfurt, 5. März.
In Betreff des Referats über die Sitzung der National-Versammlung vom 2. März in Nr. 237 (zweite Ausgabe) Ihrer Zeitung befinden sich 2 Punkte, zu denen ich Ihnen Folgendes bemerke.
1) Auf die Erklärung des Ministers Beckerath kam ich allerdings zu Worte und stellte den Antrag
„Die Vorschriften, welche das Reichsministerium über die Einquartirung von Reichstruppen gewiß erlassen hat, auf dem Tische des Hauses niederzulegen“
Der übrige Inhalt des Referats ist richtig.
2) Der Abgeordnete Nauwerk aus Berlin hat bei der allgemeinen Abstimmung über das Wahlgesetz nicht mit „nein“ sondern mit „Ja“ gestimmt.
Zum Erweise beider Punkte füge ich den stenographischen Bericht der betreffenden Sitzung ergebenst bei.
Zimmermann
(Abgeordneter zur National-Versammlung.)
Meteorologische Beobachtungen.
gap: insignificant
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Handelsnachrichten.
gap: insignificant
Getreide und Oelpreise zu Köln.
gap: insignificant
Geldcours.
gap: insignificant
[Anzeigen]
@typejAn
@facs1336
Schifffahrts-Anzeige.
Köln, 6. März 1849.
Angekommen.
Pet. Kühnle von Kannstadt. Fr. Seelig vom Obermain.
In Ladung.
Nach Ruhrort bis Emmerich J. Linkewitz. Nach Düsseldorf bis Mülheim an der Ruhr L. Ducoffre. Nach Andernach und Neuwied Jos Krämer u. Jac. Schilowski. Nach Koblenz, der Mosel, der Saar und Luxemburg Jos. Zeiler. Nach der Mosel, der Saar und nach Trier M. J. Dieß. Nach Bingen H. Leineweber. Nach Mainz Ph. Kimpel. Nach dem Niedermain Ph. Würges. Nach dem Mittel- und Obermain Seb. Seelig. Nach Heilbronn G. Gobb. Nach Worms und Mannheim X Sommer u. Wb. H. Dunk (im Sicherheitshafen).
Ferner: Nach Rotterdam Capt. Demmer, Köln Nr. 25.
Nach Amsterdam Capt. Willms, Köln Nr. 20.
Rheinhöhe: 9′ 4′. Köln. Pegel.
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@facs1336
Civilstand der Stadt Köln.
Den 4. März.
Geburten.
Marg., T. v. Mich. Berrisch, Tagl., Follerstraße. ‒ Wilhelm. u. Hubert. Ther., Zwillinge v. Engelb. Schüller, Lohgerber, Blaub. ‒ Wilh., S. v. Conr. Neuburg, Cigarrenm., Spulmannsgasse. ‒ Jakob, S. v. Caspar Oster, Anstr. Spulmannsg. ‒ Catharina, T. v. Jakob Froitzheim, Tagl., Kostg. ‒ Christian, S. v. Heinrich Stoffel, Kaufm., Poststr. ‒ Joh. Bapt. U. Jak., Zwill. v. Franz Georg, Rheinarb., Brand. ‒ Leonard, S. v. Joh. Froitzheim. Tagl., gr Spitzeng. ‒ Johann Heinr., S. v. Deutsch Seidenw., Eigelst. ‒ Soph, T. v. Peter Anton Kallscheuer, Anstr., Tempelstr. ‒ Marg, T. v. Friedrich Schmitz, Steinbauer, Schemmerg. ‒ Christ. Barb., T. v. Heinr. Kraft, Schreinerm., Thieboldsg. ‒ Constant. T. v. Andr. Pohl, Gärtn., Thürmchensw.
Sterbefälle.
Joh. Aloys Herm. Joseph Gatti, Rentner, 64 J. alt, Andreaskl. ‒ Binc. Sutter, 8 T., Hundsg. ‒ Anna Cath Christ. Kladny, 3 J alt, Rothgerberb. ‒ Henr. Heuser, 22 J. alt, unverh., Cäciliensp.
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Auszug
Durch Urtheil vom 5. laufenden Monats März hat das Königl. Landgericht zu Köln auf den Antrag der in Köln ohne besonderes Geschäft wohnenden Anna Margaretha, geb. Veithen, Ehefrau des eben daselbst wohnenden Schlossermeisters Johann Mathias Ophoven, die Trennung der zwischen ihr und ihrem genannten Ehemann bestehenden ehelichen Gütergemeinschaft ausgesprochen.
Köln, den 7. März 1849.
Für die Richtigkeit des Auszugs Rob. Rücker, Adv-Anw.
@typejAn
@facs1336
Gerichtlicher Verkauf.
Am Montag den 12. März 1849, Vormittags 10 Uhr, wird der Unterzeichnete auf dem Markte in der Apostelnstraße einen vierrädrigen Wagen dem Meistbietenden gegen baare Zahlung öffentlich verkaufen.
Der Gerichtsvollzieher, Simons
@typejAn
@facs1336
Suum cuique!
Dieses Motto beachtend, sucht auch die Siegburger Heilanstalt in Nr. 56 der Kölnischen Ztg. das Ihrige; denn welcher Lehrer gehörte nicht in die dortige Anstalt, der im Stande wäre, den angeführten Anforderungen zu genügen und Luft trüge, einen derartigen Posten unter Bedingungen anzunehmen, welche nur allzusehr beurkunden, wie wenig man die Wirksamkeit eines Lehrers zu schätzen weiß. Narren gibt es leider allzuviele, aber hoffentlich wird sich wohl keiner unter den Lehrern finden lassen.
@typejAn
@facs1336
Beachtungswerthe Anzeige.
Ein gut gelegenes Haus, worin bis jetzt mit gutem Erfolg Bäckerei und Conditorei betrieben wurde, steht unter sehr günstigen Bedingungen zu verkaufen oder zu vermiethen und gleich zu beziehen.
Das Nähere in Hückeswagen Nro. 155.
@typejAn
@facs1336
Mitbürger!
Die große Anzahl der unbeschädigten Arbeiter hat sich in der letzten Zeit erheblich vermehrt durch die hinzugetretenen Handwerker aller Klassen und Gewerbtreibenden, welche bei dem Mangel an Verdienst in der Theilnahme an den öffentlichen Arbeiten ihre letzte Zuflucht suchen.
Die übergroße Anzahl der Arbeiter hat es nur möglich gemacht, einen Theil zu beschäftigen, und durch Alternirung in der Arbeit einer verhältnißmäßig größeren Anzahl Hülfe zu bereiten.
Die städtische Verwaltung wendet sich deshalb nochmals an die so oft bethätigte patriotische Gesinnung der wohlhabenden Bürger mit der dringenden Bitte, jenen Handwerkern und Gewerbtreibenden möglichst viele Beschäftigung zu gewähren.
Die Ereignisse der letzten Tage haben es nöthig gemacht, das Arbeiterbureau an den Minoriten zu schließen. Dabei ist jedoch die Einrichtung getroffen, daß den Arbeitern in Zukunft die Arbeits-Anweisungen in ihren Wohnungen zugestellt werden.
An Euch aber, Ihr Arbeiter, ergeht die wohlmeinende Mahnung: „Haltet Euch fern von jeder Gewaltthätigkeit, gebt keiner Aufreizung Gehör. Nur durch ein ruhiges, besonnenes Verhalten wird das öffentliche Vertrauen sich heben, und in diesem der gesunkene Wohlstand, wodurch die Arbeit bedingt ist, seine einzig mögliche Rettung finden.“
Köln, den 7. März 1849.
Das Oberbürgermeister-Amt.
@typejAn
@facs1336
In Folge gegenseitiger Uebereinkunft fanden wir uns veranlaßt, den am 5. Febr. d. J. gefertigten Akt, die Expedition der Auswanderer betreffend, aufzulösen.
Antwerpen, den 4. März 1849.
Gustav Merz.
Köln, den 5. März 1849.
C. A. Lindgens.
Das Inserat des Herrn G. Merz in Nr. 237 unserer Zeitung war bereits erschienen, als wir benachrichtigt wurden, dasselbe zurückzuhalten, um dagegen später die vorstehende vervollständigte Annonce einzurücken.
Die Expedition.
Ich habe es, mit Bezug auf obige Anzeige, dem Interesse der Sache für zweckmäßiger erachtet, mich in Antwerpen mit Schiffs-Rhedern direkt in Verbindung zu setzen, und bin dadurch im Stande, den Passagieren nach den Vereinigten Staaten Nord-Amerikas, St. Francico (Californien) die solideste und billigste Ueberfahrt zuzusichern.
Das Dreimaster-Schiff „Charles Quint“ Capt. W. Sheridan, fährt am 31. März von Antwerpen nach St. Francisco präzise ab.
Die innere Einrichtung dieses Schiffes bietet den Reisenden die bequemste Ueberfahrt dar, und findet bei Anmeldungen von 40 à 60 Personen im Zwischendeck eine bedeutende Ermäßigung im Preise Statt.
Auf portofreie Anfragen bin ich erbötig jede zu wünschende Auskunft zu ertheilen.
Köln, den 8. März 1849.
C. A. Lindgens.
@typejAn
@facs1336
Hôtel zum baierischen Hof in BERLIN Charlotten-Strasse Nr. 44 neben Hôtel de Rome an den Linden.
Ein Zimmer mit Bett in der Belle-Etage 15 Sgr.
Ein Zimmer mit Bett in der 2. Etage 12 1/2
Ein Zimmer mit Bett in der 3. Etage 10
Ein Zimmer mit einem Bett mehr 10
Ein Zimmer mit Cabinet mehr 5
Ein mässiges Trinkgeld wird in Rechnung gebracht.
@typejAn
@facs1336
Gladbach's Freunde werden hiermit auf ein Inserat in Nr. 57 der saubern Kölnischen Zeitung aufmerksam gemacht. Es liegt auf der Hand, daß unter Gladbach's Feinden nur die Kölnische Zeitung allein fähig ist, mit der größten Wollust einen Schmäh-Artikel, wenn er selbst offenbar gelogen ist, zu verbreiten. Wir wetten darauf, daß die Redaktion der K. Z. selbst in ihrer gewöhnlichen feigen und heimtückischen Manier das fragliche Inserat verfertigt, resp. aus der D. Z. hat abdrucken lassen.
Mehrere Wahlmänner.
@typejAn
@facs1336
Compagnon-Gesuch.
Zur größeren Ausdehnung einer durch Dampfkraft unter den günstigsten Verhältnissen bereits im Betriebe befindlichen Runkelrübenzuckerfabrik in Schlesien wird ein reeller Theilnehmer mit einem Kapital von 20- bis 30,000 Thlr. gesucht. Nähere Anfragen werden schriftlich und franco unter der Adresse Y. v. Z., abzugeben bei den Herrn Schirmer &Schlick in Leipzig, erbeten.
@typejAn
@facs1336
St. Agatha Nro. 33 an der Schildergasse.
Schöner Reis 17 Pf. per Pfd. Alle Hülsenfrüchte gutkochend billigst, und extra feines Apfelkraut empfiehlt. Mich. Wooker.
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@facs1336
Taubenfutter.
Ein Partiechen Wicken werden billigst abgegeben.
St. Agatha Nr. 33.
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@facs1336
Für Kupferdrucker empfiehlt der Unterzeichnete die von ihm gefertigte feinste Kupferdruck-Raben-Schwärze zu den möglichst billigen Preisen.
Joh. Leonhard Weielt, Kupferdruck-Schwärz-Fabrikant in Kitzingen a. M.
@typejAn
@facs1336
Offene Hauslehrerstelle. Zu Ostern kann ein gut empfohlener Hauslehrer placirt werden durch das Comptoir von Clemens Warnecke in Braunschweig.
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Filial-Verein Nr. 8 bei Faßbender am Griechenthor N. 89.
Versammlung jeden Samstag Abend 8 Uhr.
Zur zahlreichen Theilnahme ladet ein Reiff, prov. Präsident.
@typejAn
@facs1336
Filial-Verein Nr. 9 bei Hühnerscheidt, Blankgasse in der „Blankenburg“
Versammlung jeden Samstag Abend 8 Uhr.
Zu zahlreichen Besuch ladet ein Carsten, prov. Präsident.
@typejAn
@facs1336
„Neue Rheinische Zeitung.“
Nach §. 5 des Statuts wird die achte Einzahlung von 10 Prozent pro Aktie eingezogen werden, was wir den Herren Aktionären hiermit ankündigen.
Köln, den 6. März 1849.
Die Geranten der „Neuen Rheinischen Zeitung.“
@typejAn
@facs1336
Demokratische Gesellschaft.
Freitag, den 9. März 1849, Abends 7 1/2 Uhr, Versammlung im Dickopf-(Eifer')schen Saale.
@typejAn
@facs1336
In der Expedition der „Neuen Rheinischen Zeitung“ sind zu haben:
Zwei politische Prozesse.
Verhandelt vor den Februar-Assisen zu Köln.
I.
Der erste Preß-Prozeß der „Neuen Rheinischen Zeitung.“
II.
Prozeß des Kreis-Ausschusses der rheinischen Demokraten.
Preis broschirt 5 Sgr.
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Oeffentliche Vermiethung.
Am Freitag, den sechszehnten dieses Mts., Vormittags halb elf Uhr, werden auf Anstehen der Armenverwaltung zu Köln, als gesetzliche Vormünderin der im hiesigen Waisenhause befindlichen Geschwister Müller, die den letzteren zugehörigen, dahier in der Kämmergasse Numero zwei und vierzig, und in der Follerstraße Nummero sieben und dreißig gelegenen beiden Häuser nebst Zubehörungen öffentlich vermiethet werden.
Die Bedingungen sind auf dem Sekretariate der Armenverwaltung und auf der Amtsstube des unterzeichneten Notars einzusehen.
Köln, am fünften März achtzehn hundert neun und vierzig.
Claisen, Notar.
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Oeffentliche Verpachtung.
Am Freitag d. 16. März d. J., Vormittags 9 Uhr, werden zu Köln in dem Geschäftslokale der Armenverwaltung in der Cäcilienstraße, die nachbezeichneten, dem stadtkölnischen Armenfonds zugehörigen Immobilien öffentlich zur Verpachtung ausgestellt werden:
  • 1) 3 Morgen 3 Viertel Ackerland zu Stommeln, verpachtet bisher an Johann Schauff daselbst,
  • 2) 3 3/4 Morgen Ackerland zu Ursfeld, verpachtet an Heinrich König daselbst.
  • 3) 2 Morgen 154 Ruthen 79 Fuß Ackerland zu Stolzheim, verpachtet an Heinrich Hoffmann.
  • 4) 1 Morgen 165 Ruthen 14 Fuß Ackerland im Horbeller Felde, verpachtet an denselben.
  • 5) 1 Morgen 133 Ruthen 27 Fuß Ackerland zu Stolzheim, verpachtet an Anton Esser.
  • 6) 2 Morgen 156 Ruthen 74 Fuß Ackerland daselbst, verpachtet an denselben.
  • 7) 1 Morgen Land am evangelischen Kirchhofe, Bürgermeisterei Müngersdorf, verpachtet an Wittib Fritzen zu Köln.
  • 8) 5 Morgen 14 1/2 Ruthen, sodann 39 Ruthen 60 Fuß Land zu Rheinkassel, verpachtet an Witteb Gerhard Munkel.
Die Pachtbedingungen sind in dem Sekretariat der Armenverwaltung und bei dem unterzeichneten Notar einzusehen.
Köln, den 24. Februar 1849.
Claisen, Notar.
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Oeffentliche Vermiethung.
Das zu Köln, Perlengraben Nr. 87 gelegene, bis 31. März d. J. an Philipp Jakob Hubert Schmitz vermiethete Haus, soll auf Anstehen der Armenverwaltung dahier in deren Geschäftslokal in der Cäcilienstraße am Freitag den 16. März dieses Jahres, Vormittags 11. Uhr öffentlich wieder vermiethet werden.
Die Bedingungen sind auf dem Secretariat der Armenverwaltung sowie bei dem unterzeichneten Notar einzusehen.
Köln, 24. Februar 1849.
Claisen, Notar.
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Oeffentlicher Verkauf auf den Abbruch und Verpachtung.
Am Samstag, den 17. März d. J., Vormittags 11 Uhr, werden zu Widdersdorf in dem Lokale des Wirthen Sester die Gebäulichkeiten des Grönnessen Höfchens zu Widdersdorf öffentlich auf den Abbruch verkauft und die dazu gehörigen Ländereien, enthaltend 18 Morgen 113 Ruthen 75 Fuß in kleinern Parzellen verpachtet werden.
Die desfallsigen Bedingungen sind auf dem Secretariat der Armenverwaltung so wo bei dem unterzeichneten Notar einzusehen.
Köln, 24. Februar 1849.
Claisen, Notar.
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Schnee-Tafelsalz.
Geprüft, chemisch rein, ohne alle Beimischung.
Dieses nach einer bisher noch nicht bekannten Methode angefertigte Tafelsalz, hat gegen die bis jetzt bekannten Fabrikate desselben im Voraus, daß dasselbe an Kraft, so wie an Weiße und Schönheit gewinnt, und ist dem Feuchtwerden nicht so leicht unterworfen.
Dasselbe ist zu haben Marzellenstraße Nro 61 und Benesisstraße Nro. 2L.
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8. Comp. 16. Infanterie-Regiments Hauptmann v. Uttenhofen.
Sind die in der gestr. Nro. Dieses Blattes erwähnten 133 Unterschriften, wovon wir noch nichts gesehen haben, wirklich vorhanden, und wenn dieses der Fall, sind dann dieselben nicht aus den bekannten Kasernen-Kunststücken hervorgegangen, d. h. kommandirt?
W. K.
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Unser Commissions-Lager grauer Sackleinen empfehlen wir zur geneigten Abnahme bestens.
Neumeyer & Weyers, Unter Hutmacher Nr. 25.
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Mehrere gut geübte Herren-Kleidermacher-Gehülfen finden Beschäftigung bei C. Schumacher, Glasstraße 3.
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Ein Cigarrenmacher wird gesucht. Wo, f. d. Expd.
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Volks-Versammlung in Frechen.
Sonntag den 11. März 1849. Nachmittags 4 Uhr, bei Herrn Wirth Johann Kann.
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In der Möbel-Fabrik von Johann Heininger Sohn, Trankgasse 27, sind zwei schön meublirte Zimmer zu vermiethen.
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Spargelpflanzen.
2- und 3 jährige 1 fl. und 1 fl. 12 kr. per 100 Stück in bekannter Güte, hoch- und niederstämmige Rosen mit schönen Kronen per 100 Stück 40 fl., deßgleichen auch wurzelächte, Monat- und Landrosen in vielen Sorten à 6-18 kr., 3 jährige Weinsetzlinge der besten Tafeltrauben à 6-8 kr., die beliebten neuen Maßßliebchen (Bellis perennis pl.) in 20-24 Varietäten per 100 Stück 36 kr., 1000 Stück 5 fl., Wiederverkäufer erhalten bedeutenden Rabatt. Reelle und billige Bedienung meine Hauptsorge. Briefe und Gelder erbitte franco, gleichwie auf Franco-Briefe meine Verzeichnisse gratis zugesendet werden.
Heinrich Noack, Handelsgärtner in Bessungen vor Darmstadt.
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Ein Dienstmädchen, die einer kleinen Haushaltung vorzustehen weiß, findet Stelle.
Columbastraße 1 A.
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Einige wohlerfahrene Kleidermacher-Gehülfen finden Beschäftigung bei J. H. Schulz & Comp.
Columbastraße 1 A.
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DIEPGEN & BECKERSHOFF in Neanderthal bei Mettmann, Kreis Elberfeld, empfehlen: Roman-Cement, Mineral-Farben, Stuckatur- und Land-Gyps, Traß, Hydraul-Kalk, Knochenmehl, geschnittene, geschliffene und behauene Sand-, Kalk- und Marmor-Steine zu Flurbelegen, Bausteinen, Mühlen-Kopfstein-Geläufen, Denkmäler etc. zur geneigten Abnahme.
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Puppentheater.
Heute geht alles drunter und drüber, ich will wissen ob ich nicht Herr im Hause bin.
Lustspiel vom Bauern-Personal.
Hierauf:
Der Verschwender.
Lustspiel in 1 Akt. Anfang 7 Uhr.
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Theater-Anzeige.
Freitag den 9. März:
Die Tochter des Regiments.
Komische Oper in 2 Akten von Donizetti.
Sonntag den 11. März: Martha oder Der Markt zu Richmond.
Große Oper in 4 Akten, Musik von Flotow.
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Der Gerant Korff.
Druck von J. W. Dietz, unter Hutmacher 17.