[1649]
Beilage zu Nr. 291 der Neuen Rheinischen Zeitung.
Organ der Demokratie.
Sonntag, 6. Mai 1849.
[Französische Republik]
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@facs1649
wird auf unsere Protestaktionen antworten: ich schreite in Siebenbürgen, an der Donau und an der Oder mit demselben Rechte ein, mit welchem ihr in Rom einschreitet.…
‒ Die Vorbereitungen zu dem morgigen Revolutionsfeste wurden gestern Nachmittag durch einen fürchterlichen Hagelregen unterbrochen. Dieser Hagel hat der Landschaft unsäglich geschadet; man hält die halbe Ernte verloren und den Landmann ruinirt. In Paris ist das Elend nicht minder im Steigen. Die Frauen in den Faubourgs und engen Querstraßen der Rue St. Denis und St. Martin gewinnen kaum fünf Sous per Tag, womit man in Paris nicht leben kann. Eine gränzenlose Immoralität reißt unter ihnen ein und man kann die Folgen dieses Elends errathen. Das Faubourg St. Marcel lebt durch und durch vom Bettel und Almosen. Wie wird dasselbe bei der morgigen Illumination aufjauchzen?
‒ Die „Völkertribüne“, deren Nachrichten aus der Fremde sich nur selten bestätigen, gibt als Gerücht: daß die Engländer Ancona besetzt hätten.
‒ Der Polizist Del Carreto hat Montpellier, das er bisher bewohnte, verlassen und ist plötzlich nach Neapel zurückgekehrt, offenbar um seine Polizeigeschäfte wieder aufzunehmen und zugleich auch auf Sizilien auszudehnen.
‒ Die Nationalversammlung verwarf gestern die Amnestirung der Juni-Transportirten mit 339 gegen 288 Stimmen. Von 627 anwesenden Deputirten haben sich also doch 288 für Amnestie auszusprechen gewagt. Das ist für die Bedeutung der Junitage eine hohe wichtige Ziffer.
‒ Aus Rom und Civita Vecchia besitzen wir Posten über Genua vom 24. und 25. April. An jenen Tagen stieg die Aufregung in Rom sehr hoch. Man schätzte die dem Franzosencorps entgegengestellte Macht auf 20,000 Mann.
Aus Turin kamen heute nach Paris keine Journale. Mehrere hiesige Blätter sprechen vom Barrikadenbau in Rom.
‒ Der Mordanfall gegen Ledru-Rollin und zwei andere Deputirte bei Gelegenheit eines Bankets in Moulins, dessen wir gestern erwähnten, macht großes Aufsehen. Wir geben hier ausführlich, was Ledru-Rollin darüber in der gestrigen Sitzung der Nationalversammlung sagte. Ledru-Rollin: „…‥ Nach einem Banket, womit mich die Stadt Chateauroux im Namen des Indredepartements beehrte, lud man mich zu einem Banket, das zu Moulins im Allierdepartement für Dienstag den 1. Mai Nachmittags 2 Uhr anberaumt war. Als ich Montags Abend (30. April) daselbst eintraf, hatten sich 8 bis 10,000 Personen an den Eingängen der Stadt gesammelt, die mich bis zum Hause meines Freundes, Deputirten Mathé, im Triumpf führten. Am andern Tage (1. Mai) strömten die Arbeiter Moulins so wie die Bauern der Umgegend zu dem Garten, in welchem das Banket stattfand. Der Garten faßte etwa 5000 Gäste. Die übrigen Theilnehmer und Neugierigen stellten sich auf eine alte Schanze, welche hinter dem Gartenzaune liegt und eine Erhöhung bildet, die den Garten beherrscht. Es mochten sich wohl 10,000 Personen darauf eingefunden haben. Von dieser Schanze sah man zwar Alles, was im Garten vorging, aber man konnte die Reden nicht verstehen… Das Banket begann und befolgte die angeschlagene Festordnung. Während mehrere Redner sprachen, erhob sich aus der Menschenmasse auf der Schanze von Zeit zu Zeit dumpfes Geschrei, das uns nachgerade bewies, man habe es auf systematische Ruhestörung des Bankets abgesehen. Außerdem sahen wir vom Garten her wohlgekleidete Herren Geld unter die Masse vertheilen, und zu neuen Unterbrechungen locken; Sie wissen, daß Moulins eine starke Adelsaristokratie zählt, die für legitimistische Zwecke arbeitet. Doch ihre Versuche mißlangen und das Banket ging ruhig und ernst vorüber. Man wird die Namen der Geldaustheiler angeben. Ihre Versuche umsonst sehend, drängten sie sich an die Gartenthüren, aus welchen die Gäste strömten. Sie begreifen, daß 5000 Menschen sich nicht vertheilen, wie eine kleine Gesellschaft. Es war daher möglich, Gedränge zu verursachen, welches die Legitimisten benutzten, um den Bauern, die bis auf 10 Stunden Entfernung hergekommen waren, ihre Fahnen zu entreißen, die sie an der Spitze ihrer Züge trugen.‥‥ Diese Collisionen, welche beigelegt wurden und durchaus keinen gefährlichen Charakter hatten, veranlaßten aber den Präfekten, Generalmarsch schlagen zu lassen und die Bürgerwehr unter die Waffen zu rufen. Bald aber kehrten Präfekt und Obergeneral der Bürgerwehr wieder heim, denn sie überzeugten sich, daß die Ruhe nicht gestört war. Von 4 Uhr bis 7 1/2 Uhr blieb ich in der Familie meines Freundes Mathé; für 8 Uhr weniger 15 Minuten hatte ich den Wagen bestellt, welchen ich mit fünf meiner Freunde, darunter die Deputirten Mathé und Fargin Fayolle, bestieg. Durch mehrere Straßen der Stadt fahrend, riefen uns unbedeutende Arbeitergruppen zu: Es lebe die Republik! Es lebe die Montagne! Es lebe Ledru-Rollin! Wir dankten ihnen und winkten ihnen mit der Hand, daß sie ruhig nach Hause kehren sollten; die Demonstration sei vorüber u. s. w. Kaum aber auf dem Platz vor dem Stadt-Hause angekommen, wo 150 bis 200 Nationalgarden, Pompiers, Artilleristen und sonstige Uniformen in Schlachtordnung standen, stürzten sich mehrere (etwa zwanzig) dieser Uniformirten gegen unseren Wagen, drehten die Deichsel seitwärts, um die Pferde an dem Weiterfahren zu hindern, und schrieen mit fanatischer Gebärde: Tod diesen Räubern (Brigands)! Tod allen Rothen! Reißt sie aus dem Wagen, damit wir sie auf der Stelle erschießen! u. s. w. Die Rasenden ließen es nicht bei den bloßen Drohungen, sondern legten ihre Gewehre wirklich gegen uns an und Andere schwangen die Säbel, um uns erstechen. Offenbar hatten sie es auf meine Person abgesehen. Mathé und Fargin, so wie die Bürger Baronnet, Mathis und Martin, die mit im Wagen saßen, deckten mich mit ihren Körpern. Einer der Fanatisirten wollte mir den Kopf spalten, es gelang mir aber, den Hieb mit dem Arm und meinen Mantel zu pariren, der Hieb prallte ab und zertheilte nur das Wagenleder. Ein anderer dieser Meuchelmörder, sehend, daß ich von vorn geschützt sei, begab sich hinter den Wagen und stach mit dem Bajonett nach meinem Rucken. Der Wagenkasten ist gespalten.‥‥ Nur wie durch ein Wunder entgingen wir dem sichern Tode. Inmitten dieses Gemetzels erhielt eines der Pferde einen Bajonettstich; das Thier schäumte voll Wuth und riß die andern zum raschen Fluge mit sich.‥‥ Hierdurch wurden wir gerettet.‥‥ Ich entsteige so eben der Eisenbahn, um von der Nationalversammlung strenge Untersuchung dieser groben Thatsachen zu fordern.‥‥“
Justizminister Odilon Barrot, der kurz vorher in der Amnestiedebatte die Hoffnung ausgesprochen hatte, daß der Wahlkampf ohne Blutvergießen vorübergehen werde, erklärte, daß er diese Vorfälle in Moulins noch nicht kenne und er es sich, trotz der politischen Meinungsverschiedenheit des Betroffenen, zur heiligsten Pflicht anrechne, diese Vorfälle streng zu bestrafen.
National-Versammlung. Sitzung vom 3. Mai. Anfang 1 1/2 Uhr. Grevy präsidirt. An der Tagesordnung sind die Justiz- und Kriegsbudgets, deren Debatte nicht das geringste Interesse bis Postschluß bietet.
Artikel 1 des Kriegsbudgets wird einiger Ausstellungen halber zu nochmaliger Prüfung dem Ausschusse überwiesen. Also reservirt.
Artikel 2 wird angenommen.
Artikel 3 desgleichen.
Im Artikel 4 wird die Debatte abgebrochen.
Grevy empfiehlt den Gliedern, sich zur morgigen Feier möglichst pünktlich (1/4 vor 10 Uhr) hier einzufinden, um in pleno auf den Concordiaplatz hinüberzuziehen.
Die Sitzung wird um 6 Uhr geschlossen.
Italien.
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@facs1649
[ * ] Die östreichische Garnison in Alessandria besteht bis jetzt aus 1009 Ungarn vom Rocawina, 1991 Kroaten, 90 Artilleristen mit einer halben Batterie und 100 Uhlanen, im Ganzen 3190 Mann und 337 Pferde. Nach der „Democrazia Italiana“ sollen die Oestreicher bald ausschließlich die ganze Garnison bilden, und einige Tausend ihre Kantonements bis nach Turin erstrecken.
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@facs1649
[ * ] Mailand, 28. April.
Unsere Lage wird mit jedem Tage schauerlicher. Erschießungen und Güterconfiskationen dauern fort. Täglich wird das Eigenthum von Familien versteigert, die aus Mißtrauen gegen die Versprechungen des Siegers den fernern Aufenthalt in der Fremde der geforderten Rückkehr vorgezogen haben. Der Palast und die Landhäuser der Grafen Borromei sind dieser Tage verauktionirt worden. Wie sehr das Mißtrauen der Fernbleibenden gerechtfertigt ist, geht daraus hervor, daß Personen, die vertrauensvoll zurückkehrten, sofort festgenommen und im Schlosse eingekerkert wurden, wo täglich mehrere Exekutionen stattfinden. Man hört von außen die Schüsse, durch welche innerhalb des Schlosses die Opfer der östreichischen „Milde“ hingestreckt werden. Bei dem Knall jener Schüsse erzittert das Herz jedes Mailänders, denn die Namen der Opfer sind unbekannt und fast Jeder von uns hat einen Sohn, Bruder oder Freund unter den Eingekerkerten.
Also: Einziehung des Vermögens für die Nichtzurückkehrenden, Tod oder Gefängniß für die, welche nach Hause kommen! Das sind die Ergebnisse der östreichischen „Milde“ und Verheißungen!
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@facs1649
Von der italienischen Gränze, 27. April.
Nach den aus dem Festland bei Venedig eingetroffenen Nachrichten haben die Truppen der Republik die Schleußen des Forts Malghera geöffnet, und hiedurch die Umgegend mit Einschluß von Mestre unter Wasser gesetzt. Es ist begreiflich, daß diese Vorkehrung den Operationen des Belagerungskorps namhafte Schwierigkeiten bereitet.
[(A. Z.)]
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@facs1649
[ * ] Bologna, 24. April.
Hier ist nun das Regiment Pianciani, aus 1200 Mann bestehend, und außerdem die zuvor in Pistoja gewesene Kolonne von 200 lombardischen und polnischen Freiwilligen hier eingetroffen.
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@facs1649
Florenz, 24. April.
Die Verhaftungen der Freisinnigen dauern fort; so wurde letzter Tage u. A. auch Mazzoni, Mitglied der prov. Regierung eingesteckt. Guerrazzi wird in der Festung Belvedere im strengsten Verwahrsam gehalten. Toskana soll zuerst von den Vaterland und Freiheit liebenden Männern gesäubert werden, ehe der Großherzog Leopold von Oestreich das Land wieder mit seiner Anwesenheit beglückt.
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@facs1649
[ * ] Rom, 25. April.
Gestern Abend 11 Uhr lief hier die Nachricht von der Ankunft des französischen Geschwaders in Civita ein. Dieses Ereigniß, das man zwei Stunden früher noch für unmöglich hielt, rief große Aufregung hervor. Die Projekte der französischen Regierung sind bis jetzt noch Geheimniß. Triumvirn und Constituante haben sich permanent erklärt. Das römische Volk scheint sich wie Ein Mann erheben zu wollen. Zwanzigtausend Mann Linie und Bürgerwehr sollen heute den Franzosen entgegenrücken. An den Präfekten von Civita Vecchia, das sich in Ermangelung genügender Festungswerke unmöglich vertheidigen konnte, ist dennoch der Befehl abgegangen, sich der Ausschiffung und Okkuppation zu widersetzen.
Avezzana mustert so eben die Truppen und ordnet die Vertheidigungsmaßregeln an. Er und Mazzini sind entschlossen, es auf's Aeußerste ankommen zu lassen.
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@facs1649
[ * ] Civita-Vecchia, 25. April, Abends.
General Oudinot hat das Hauptquartier der hiesigen Bürgerwehr besucht. Er wurde mit Vivats empfangen. Ehe das Geschwader landete, hatte er nämlich einen seiner Adjutanten an den Präfekten von Civita-Vecchia mit der Anfrage gesandt, ob sich der Platz vertheidigen wolle? Der Präfekt wollte, der Instruktion aus Rom gemäß, den Platz vertheidigen. Allein der Gemeinderath entschied nach einer stürmischen Sitzung, welche die ganze Nacht vom 24. zum 25. dauerte, daß sich der Platz in Rücksicht der Ermangelung alles nöthigen Kriegsmaterials nicht widersetzen würde, und erließ folgende Proklamation an Oudinot:
General!
Tage des Glücks und der Hoffnung tauchten in Italien auf; seine Völker, durch lange Knechtschaft unterdrückt, wurden ihrer Souveränetät wieder bewußt, erhoben sich und kämpften für ihre Selbstständigkeit. Das Blut, das bisher dem Eisen der Tyrannei erlag, besiegelte das heiße Gelübde unter uns, als frei und selbstständig auf dem Boden unseres Vaterlandes zu leben. Diese Tage des Glücks sind erloschen. Betrug und Verrath thaten Alles auf der Welt, um Italien in neue Knechtschaft und Schande hinabzuschleudern. Pius IX., den wir als den Engel der Regeneration Italiens verehrten, wird jetzt, nach em er die Volkssache verlassen und sich der weltlichen Herrschsucht seiner Vorfahren wieder zugewandt hat, die Quelle unseres Unglücks. Vaterland, Ehre, Leben, Interessen, Zukunft, Große, Alles wird uns durch ihn entrissen, da er sich jetzt zum blinden Werkzeug der Kunstgriffe der facerdotalen Kaste und eifrigen Alliirten unserer Verfolger gebrauchen läßt. Französische Bürger, General und Soldaten der franzosischen Republik, hört es, Ihr, die Ihr uns auf dem Freiheitsaltare erwürgt, habt Ihr nicht denselben Grundsätzen gehuldigt, für die Ihr uns erwürgt, werdet Ihr unsere Reihen lichten und unsere Brust durchbohren, deren Wunden nach jahrhundert langer Tyrannei kaum zugeheilt sind? Verlassen von dem Souverain, der die Sache unserer Nationalität im Stich ließ, frei in unserem Recht, wählten wir durch allgemeine Wahl, gleich Euch, die Vertreter des Volkes, welche zu einer Constituante in Rom zusammentreten und nach freier Berathung die vernunftgemäßeste und nützlichste Regierungsform, nämlich die Republik, proklamirten.
General und Soldaten! Ihr werdet eine Nation nicht mit Füßen treten, in der fast allein heute noch das Feuer der Freiheit glüht, das auf ihren übrigen Landestheilen durch rohe Waffenmacht der Croaten und Bourbonen erstickt wurde Soldaten, unsere Bruder, wir öffnen Euch unsere Arme, denn wir können nicht glauben, daß ein freies Volk einem Brudervolke, daß sich eben frei machte, neue Ketten schmieden will. In Euren Adern rollt kein brudermörderisches Blut, die Waffen, die Ihr schwingt, dienen dem Recht und der Gerechtigkeit, dem Schutze des Schwachen und Unterdrückten. Wir sind geknechtet worden vom Quirinal; das Papstthum, diese erste Quelle alles Unglücks, das auf Italien seit Jahrhunderten lastet, kann, so Gott will, durch Euch unmöglich hergestellt werden, wenn Ihr Euch Eurer glorreichen Vergangenheit, Euren Ueberlieferungen und des Glaubens Eurer Väter auch nur gering erinnert. Denkt daran, daß, dem Unterdrückten zu helfen, größere Pflicht als Tugend, und Schwache zu unterdrücken, größere Schande als Verrath ist. Die Stadtbehörden Civita-Vecchia's, als der ersten Stadt, vor welcher die französische Fahne in Italien weht, betheuern Euch hiermit dieses politische Glaubensbekenntniß. Die Ordnung herrscht unter uns und keine Anarchie. Hier achtet man das Gesetz. Unser Volk erhob sich im Freiheitsathem und es wird die Freiheit erreichen, es mußte denn durch ein Brüdervolk durch Gewalt in diesem Streben nach Freiheit gehemmt werden. Wir halten zur römischen Republik und werden sie in guten wie in schlimmen Tagen, die Gott verhüten wolle, zu vertheidigen wissen.
General! Dies ist der Ausdruck eines freien Volkes, das Sie und Ihre Armee segnen wird, wenn Sie als Brüder handeln, die uns in der Verlegenheit beistehen. Wir hegen das Vertrauen, daß sich der Tag nie heben möge, an dem Italien den französischen Namen dem Fluche der Nachwelt überliefern müßte u. s. w.
Civita-Vecchia, 25. April, 4 Uhr Nachmittags.
Der Gemeinderath von Civita-Vecchia.
(Folgen die Unterschriften).
In Folge dieser Proklamation scheint Oudinot die früher mitgetheilte Proklamation etwas geändert zu haben.
Ungarn
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@facs1649
Edition: [Friedrich Engels: Die Lage in Ungarn, vorgesehen für: MEGA2, I/9. ]
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Neueste Nachrichten.
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@facs1649
Mannheim, 3. Mai.
Da uns (meldet das hiesige Journal) die Nachrichten über die am gestrigen Tage in Kaiserslautern stattgehabte Volksversammlung erst am Schlusse unseres Blattes zugehen, so können wir heute nur noch die wichtigsten Punkte daraus mittheilen. Es ist ein Landesvertheidigungsausschuß ernannt worden (derselbe besteht aus 10 Personen unter dem Präsidium des Hrn. Reichard); dieser hielt noch gestern Abend bis spät in die Nacht hinein eine Sitzung und dekretirte:
1) Steuerverweigerung (Staatssteuern); 2) Rückberufung der pfälzischen Soldaten; 3) Organisation der Volksbewaffnung von 18 bis 50 Jahren; ‒ die von 30 bis 50 Jahren kommen unter die Landwehr; 4) Aufforderung an die Regierung und die Beamten zur Anerkennung der Reichsverfassung; 5) Aufforderung an die Gemeinden, um ihre Zustimmung zu erklären; 6) Beschlagnahme der pfälzischen Staatskassen; 7) Verbindung mit den angränzenden deutschen Volksstämmen.
Die Staatskassen sind schon mit Beschlag belegt, und die Organisation der Truppen ist ausgeschrieben. Die Erklärung der Regierung und Beamten muß in 3mal 24 Stunden erfolgen, widrigenfalls weitere entscheidende Maßregeln getroffen werden.
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@facs1649
[ * ] Frankfurt, 4. Mai.
In der Nationalversammlung legt der 30ger Ausschuß sein Majoritäts- und mehrere Minoritäts-Erachten vor (von Vogt und 13 andern, von Venedey, von Simon von Trier). Die Majorität trägt auf Einberufung des ersten Reichstags auf den 15. August, und Ausschreibung der Wahlen zum Volkshaus auf den 15. Juli an. Bis Preußen beigetreten, soll der Fürst des größten beitretenden Staates Reichsstatthalter sein u. s. w.
Die Minoritätsanträge geben sich ein etwas resoluteres Ansehen als dieser schlaffe Antrag der Majorität.
Gagern läßt einen leisen Protest gegen die preuß. Octroyirungs-Note vom 28. April verlesen.
Die Debatte wird eröffnet. Es sprechen Welcker, M. Mohl, der fundirte Beseler, Vogt, Venedey. Die Sitzung wird um 2 1/2 Uhr ausgesetzt bis 4 Uhr.
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@facs1649
Offenbach, 3. Mai.
Auch hier hat die Bürgerwehr den Beschluß gefaßt, den Eid auf die Reichsverfassung zu leisten. Heute ist eine Deputation von hier nach Darmstadt gegangen, um die Vereidigung auch der Linientruppen, der Beamten u. s. w. auf die Reichsverfassung bei dem Großherzoge zu befürworten.
[Redakteur en chef Karl Marx. ]
[1650]
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@facs1650
Brücken-Angelegenheit.
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@facs1650
Mit Bezugnahme auf unsern Bericht in Nr. 279, zweite Ausgabe der Zeitung, machen wir hiermit folgende weitere Mittheilung:
Das am 16. April gewählte Comite erließ nachstehende Adresse an den Handelsminister Herrn von der Heydt in Berlin, welche in kurzer Zeit mit 812 Unterschriften versehen, und durch die Gemeinde mit dem ebenfalls unten abgedruckten Begleitschreiben abgesandt wurde.
An den Handelsminister Herrn v. d. Heydt zu Berlin.
Die unterzeichneten Bürger der Stadt Deutz sind nach der in öffentlicher Gemeinderaths-Sitzung erfolgten Mittheilung eines Schreibens des Herrn Deputirten Eikemann keinen Augenblick länger im Zweifel, daß eine stehende Brücke die beiden Rheinufer da verbinden soll, wo der Bahnhof der Köln-Mindener Eisenbahn sich befindet und der der Rheinischen projectirt wird, und daß die Ausführung dieses Planes in naher Aussicht steht.
Die Realisirung dieses Projektes würde dem Wohlstande unserer Stadt eine tödtliche Wunde schlagen. Es soll zwar, wie gesagt wird, auf die Stadt Deutz möglichst Rücksicht genommen werden, allein eine so allgemein gehaltene Versicherung kann uns über die drohende Gefahr nicht täuschen Nur wenn wir die Gewißheit haben, daß die neue Brücke an der Stelle der jetzigen Schiffbrücke erbaut werden soll, können wir wegen unserer Zukunft beruhigt sein.
Wenn die Brücke an der Eisenbahn gebaut wird, so muß jede sogenannte Rücksichtnahme auf das Interesse der Stadt eine leere Redensart bleiben; es gibt dann keine Mittel, uns gegen Verarmung zu schützen, mag diese etwas früher oder später eintreten. Soll die Brücke im Interesse der Städte Köln und Deutz erbaut werden, so gehört sie einzig und allein dahin, wo die jetzige Schiffbrücke liegt. Ihre Anlage an der Eisenbahn kann nur den Vortheil der beiden Eisenbahngesellschaften im Auge haben. Sie, Herr Minister, werden aber gewiß mit uns einverstanden sein, daß es an der Zeit ist, der Macht des Kapitals einige Schranken zu setzen, und daß nicht das Wohl einer ganzen Stadt dem Particalarinteresse der Aktionäre dieser Gesellschaften geopfert werden darf.
Der Anlage einer stehenden Brücke an der jetzigen Stelle heißt es, ständen technische Schwierigkeiten im Wege. Es mag sein, allein sie sind nach der Versicherung von Sachkennern keinesfalls der Art, daß sie nicht überwunden werden könnten. Eine nähere, nicht in einseitigem Interesse vorgenommene Untersuchung würde dies ergeben und wir glauben, daß es sich in einem Falle, wo es sich von dem Wohl und Wehe tausender Bürger handelt, wohl der Mühe lohnt, eine solche vornehmen zu lassen. Ist darnach die Anlage an der jetzigen Stelle unmöglich, so können wir als Bürger von Deutz nur wünschen, daß sie gänzlich unterbliebe; denn jedes andere Projekt ist unheilvoll für uns und wir sind es unserer Selbsterhaltung schuldig, mit allen uns zu Gebote stehenden Mitteln dagegen anzukämpfen.
Sie, Herr Minister, bitten wir demnach ganz ergebenst, der Anlage einer Brücke an der Eisenbahn jedenfalls Ihre Genehmigung zu versagen, untersuchen zu lassen, ob eine solche an der Stelle, wo jetzt die Schiffbrücke liegt, ausführbar, und wenn nicht, das ganze Projekt aufzugeben
Unsere Stimme mag andern gegenüber eine schwache sein, aber wir werden sie so laut und so oft erheben, bis sie bei Ihnen ein geneigtes Ohr gefunden hat, worauf wir vorläufig noch fest vertrauen.
Deutz, den 24. April 1849.
Folgen 812 Unterschriften.
An den Handelsminister Herrn v. d. Heydt zu Berlin.
Wenn die 4000 Seelen umfassende Gesammt-Bewohnerzahl einer Stadt, welche ihren Ruin in der Ausführung des, den Gegenstand der anliegenden Petition bildenden Projektes sieht, sich in ihrer bedrängten Lage in die Arme ihrer gesetzlichen Vertreter wirft, so ist es der Letztern doppelt unerläßliche und heilige Pflicht, für die Vertretenen in die Schranken zu treten, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln deren Verderben fern zu halten und das Widerstrebende nicht aufkommen zu lassen.
Unterzeichnete, der Bürgermeister und die Gemeinde-Verordneten von Deutz, durchdrungen von der ganzen Wahrheit der anliegenden Petition, sehen in der, sicherm Vernehmen nach, projektirten Ausführung einer stehenden Brücke zwischen den Bahnhöfen der Köln-Mindener und Rheinischen Eisenbahn einen Todesschlag für Deutz und wenden sich daher an Sie, Herr Minister, im Vertrauen darauf, daß Sie die mißliche Lage einer, gänzlicher Verarmung ausgesetzten Gemeinde, erkennen und demnach deren Abhülfe bewirken werden.
Wir bitten Sie daher, dem Anliegen der ganzen Bewohnerschaft von Deutz dahin zu entsprechen, daß ‒ wenn eine stehende Brücke wirklich erbaut werden soll ‒ dies an der jetzigen, uns ganz passend erscheinenden Stelle geschehe, andernfalls aber das Projekt unausgeführt bleibe.
Indem wir uns schließlich zum Empfange des unterm 25. v. Mts. erlassenen Bescheides auf die Eingabe vom 7. desselben Monats bekennen, müssen wir es aussprechen, darin den gehofften Trost nicht gefunden zu haben.
Deutz, den 3. Mai 1849.
Der Bürgermeister und die Gemeinde-Verordneten.
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@facs1650
Sobald hierauf ein Bescheid erfolgt sein wird, werden wir solchen bei der Wichtigkeit der Sache unsern Mitbürgern zur Kenntnißnahme übergeben.
Deutz, den 4. May 1849.
Mehrere Bürger von Deutz.
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@facs1650
Gummersbach, 30. April.
Nach dem abermaligen Gewaltstreiche des Auseinanderjagens der Volksvertreter in Berlin fängt das hiesige gottbegnadete Schwarzweißthum an, die Nase ungeheuer hoch zu tragen. Der Kamm schwillt ihnen über alle Maaßen, ob der brandenburg'schen Courage. Ein kleines Pröbchen hiervon hatten wir gestern im hiesigen Bürgerverein. ‒ In einer Debatte über den Antrag einer Fraktion der „Auseinandergejagten“, betreffend „die Gleichheit des Militärs und Civils vor eGdcht bei gemeinsam begangenen Verbrechen etc.“, trat der Ex-Lieutenant, jaiet schwer civilversorgter Steuerempfänger Kühne auf und suchte darzuttzun, wie anmaßend es dem Militär gegenüber sei, dasselbe dem „Volke“ gleichstellen zu wollen!! Soldat sei Soldat etc. ‒ Die Unverständlichkeit hes Vortrages dieses Ladstockhelden ward durch die ihm eigenthümliche Nas-Schnürgel-Stimme noch erhöht, und dies veranlaßte unsern früheren Berliner Abgeordneten König, ihm ein „laut“ zuzurufen. Das war aber bei unserem Exhelden weit gefehlt. Wuthentbrannt und mit Zähneknirschen schlug er auf die Tribüne, gegen den „Lautrufer“ gerichtet ausrufend: Niemand hat hier jetzt ein Wort zu sprechen als ich, wie kann ein Mensch wie Sie sich unterstehen, mich zu unterbrechen; einem Menschen gegenüber, wie Sie sind, nehme ich das durchaus nicht hin u. s. w., bis ihn der Präsident zur Ordnung rief. Wie?! einen so würdigen Sprößling „Meines herrlichen Kriegsheeres“ zur Ordnung zu rufen?! Ein Verbrechen, das! Mit seinem Offizierstolze konnte dies der „herrliche Kriegsheerssohn“ nicht vereinbaren, er erklärte deshalb, dem Vereine nicht mehr angehören zu wollen. Den Parademarsch gehend, verließ er den Saal. Welch' entsetzlicher Verlust!

Meteorologische Beobachtungen.
gap: insignificant
Handelsnachrichten.
gap: insignificant
Frucht und Oelpreise.
gap: insignificant
Brodpreis der Stadt Köln.
Vom 6. bis zum 12. Mai 1849.
Ein Schwarzbrod von 8 Pfd. soll kosten 4 Sgr. 3 Pf.
Köln, 6 Mai 1849.
Der Polizei-Direktor, Geiger.
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Schifffahrts-Anzeige.
Köln, 4. Mai 1849.
Angekommen.
C. Königsfeld von Duisburg.
In Ladung.
Nach Ruhrort bis Emmerich Wwe. A. J. Orts. Nach Düsseldorf bis Mülheim a. d. Ruhr L. Ducoffre. Nach Andernach und Neuwied C. Kaiser u. M. Wiebel. Nach Koblenz, der Mosel, der Saar und Luxemburg D. Schlaegel. Nach der Mosel, der Saar u. Trier Fr. Deiß. Nach Bingen H. Harling. Nach Mainz Chr. Acker. Nach dem Niedermain Franz Spaeth. Nach dem Mittel- und Obermain S. Schön. Nach Heilbronn L. Heuß. Nach Kannstadt und Stuttgart L. Bühler. Nach Worms und Mannheim B. Sommer, und (im Sicherheitshafen) Wwe. C. Müller.
Ferner: Nach Rotterdam Capt. Hollenberg, Köln Nr. 27.
Nach Amsterdam Capt. Singendonk, Köln Nr. 10.
Rheinhöhe: 8′ 7 1/2″. Köln. Pegel.
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Civilstand der Stadt Köln.
Den 30. April und 1. Mai 1849.
Geburten.
Karl Jos., S. v. Karl Lülzdorff, Schuhm, Weideng. ‒ Cathar. Apol., T. v. Jos. Behler, Kleiderm., Blaubach. ‒ Marg. Hubert., T. v. Karl Hoffmann, Friseur, Maria-Ablaßpl. ‒ Drei unehel. Knaben.
Peter Jos., S. v. Pet. Jos. Fuchs, Kleiderm., Heum. ‒ Cathar., T. v. Herm. Jos. Schmidting, Schuhm., Bobstr. ‒ Bertr, S. v. Karl Heinr. Dav. Seidler, Schreinerges., Komödienstr. ‒ Joh. Heinr. Hub., S. v. Friedr. Fromm, Kfm., Georgstr ‒ Barb., T. v. Peter Runkel, Huhnsg. ‒ Jos., S. v. Clem. Vogt, Maurer, Biberstr.
Sterbefälle.
Karl Breuer, 4 J. alt, Spulmannsg. ‒ Sib. Esch, Wwe. Kupper, 73 J alt, Bayardsg. ‒ Anton Gummersbach, 3 J. alt, gr Griechenm. ‒ Cord. Kops, Wwe. Uesem, 90 J. alt, Cäciliensp. ‒ Clara Thönen, Wwe. Rasfeld, 35 J. alt, kl. Griechenm. ‒ Gertr. Huth, Wwe. Dorn, 79 J. alt, Cäciliensp.
Gertr. Junck, 8 M. alt, gr. Griechenm. ‒ Hubert. Gertr. Stupp, 38 J. alt, unverh, gr. Griechenm. ‒ Herm. Jos. Max Stollwerck, 7 M. alt, Schilderg. ‒ Peter Jos. Ebeler, 1 J. 10 M. alt, kr. Büchel. ‒ Jac. Bern. Hans, Schuster, 50 J. alt, verheir., Follerstr. ‒ Maria Magdal. Hermeling, Mitglied der ehem. Benediktinerinnen, 85 J. alt, Salzmagazin ‒ Jos. Bürvenich, Anstr., 57 J. alt, verheir, Komödienstr. ‒ Pet. Steph. Trimborn, 3 J. 3 M. alt, Friesenw. ‒ Wilh. Gras, 14 M. alt, Thieboldsg. ‒ Jos. Mertens, 4 J. alt, Bayardsg. ‒ Jac. Greven, 15 J. alt, Lintg.
Heirathen.
(30.) Wilh. Sonnemann, Kappenmacher u. Pelzhändler, Wwr., v. hier, und Maria Anna Roggendorff, v. Esseren.
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@facs1650
Bekanntmachung.
Von vielen Correspondenten geschieht es, und besonders ist das seit einiger Zeit von mehreren der bedeutendsten Banquier- und Handlungshäuser beobachtet worden, daß die Gelder, rekommandirte Briefe und Fahrpostgegenstände überhaupt in der letzten halben oder viertel Stunde vor der Schlußzeit in großer Anzahl zur Post geliefert werden.
Da die Schlußzeit für Fahrpost-Gegenstände schon sehr bemessen ist, so ist es einleuchtend, daß in dem letzten Augenblicke nicht so viel Kräfte beschafft werden können, um dieselben ‒ da jeder Gegenstand gewogen und eingeschrieben, über Gelder, Werthstücke und rekommandirte Briefe Einlieferungsscheine ausgestellt werden müssen ‒ zur rechten Zeit an die Abfertigungs-Expeditionen abgeben zu können, wodurch bei der Eile Versendungen und Zurücklassungen fast unvermeidlich bleiben, vorzugsweise bei Posten, die durch Dampfwagen befördert werden, und präzise auf den vom Postlokale entfernt gelegenen Eisenbahnhöfen eintreffen müssen, wenn der Anschluß nicht verfehlt werden soll.
Im eigenen Interesse der Correspondenten ersuche ich dieselben, die Auslieferung bezeichneter Gegenstände, deren von einem Handlungs- oder Banquierhause oft 30-40 und noch mehr zugleich eingeliefert werden, in der Folge nicht bis zum letzten Augenblicke zu verschieben, sondern solche früher, und wenn es möglich ist, successive zu bewirken, weil sonst die unvermeidliche Nothwendigkeit eintreten dürfte, dieselben bis zur nächsten Post zurücklassen zu müssen.
Köln den 25. April 1849.
Ober-Post-Amt, Rehfeldt.
@typejAn
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Licitation.
Das in einem der gewerbreichsten Theile der Stadt Köln, Maximinenstraße Nr. 53 gelegene, theils in massiven Mauern, theils in Fachwerkswänden erbaute zweistöckige Haus von 16 1/2 Fuß Breite und 32 2/3 Fuß Tiefe nebst etwa 16 Fuß breitem und 56 Fuß tiefem Hofraume, odann einem 12 1/2 Fuß langen und 13 1/2 Fuß breiten, in massiven Mauern erbauten, zu einer Schmiede-Werkstätte benutzten und gleich dem Haupthause unterkellerten, einstöckigen Anbau, endlich mit Regensarg, Brunnen und Pumpe und dem in Fachwerk-Wänden erbauten einstöckigen, am hintern Ende des Hofes befindlichen Hinterbau von etwa 14 Fuß Länge und 13 Fuß Tiefe soll in Theilungssachen Jansen gegen Thelen am Dienstag den 15. Mai d. J., Nachmittags 3 Uhr, auf meiner Schreibstube, woselbst Expertise und Heft der Bedingungen einzusehen, öffentlich versteigert und dem Meistbietenden definitiv zugeschlagen werden.
Köln, den 18. April 1849.
Fier, Notar Sachsenhausen 24.
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Verkauf einer Mühle in der Mitte zwischen Euskirchen und Zülpich.
Die den Gebrüdern Krupp zugehörige Mahl- und Oelmühle zu Dürscheven auf dem stets wasserreichen Bleibach, welche 8 Fuß Gefälle (2 Fuß können noch zugenommen werden) und wegen der Nähe von Straßen in der Mitte einer fruchtreichen Gegend die günstigste Lage hat, wird nebst Scheune, Backhaus und einer Grundfläche von 1 Morg. 51 Ruth. theilungshalber am 1. Juni d. J., Mittags 4 Uhr, in der Wohnung des Gastwirthen Herrn Junkersdorf in Zülpich unter günstigen Bedingungen versteigert.
Zülpich, den 27. April 1849.
Pfahl, Notar.
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In der gerichtlichen Theilungssache der Herren: Peter Joseph Elvenich, Professor zu Breslau, Stephan Elvenich, medicinae Doctor zu Vaels und Joseph Elvenich, Rentner zu Embken, vertreten durch Advokat-Anwalt Wachendorf, gegen Herrn Johann Pohl, Ackerer zu Uelpenich, für sich und als Vormund seiner mit der verlebten Maria Anna Elvenich gezeugten drei Kinder: Peter Wilhelm, Johann Joseph und Johann Mathias Pohl und gegen Herrn Theodor Elvenich, Gerber zu Embken für sich und als Nebenvormund der genannten minderjährigen Pohl, vertreten durch Advokat-Anwalt Koenen wird auf den Grund eines vom Landgericht zu Aachen am 17. Februar 1848 und eines vom Landgericht zu Köln am 30. Januar 1849 erlassenen Urtheils Samstag den 7. Juli dieses Jahres, Mittags 2 Uhr, zu Uelpenich in der Wohnung der Gastwirthin Wittwe Bertram Winnen das zur Theilungsmasse gehörige zu Uelpenich neben Heinrich Eschweiler und Paul Kau sub Flur 12 Nr. 139 und 140 belegene Haus nebst Garten und Zubehörungen durch den Unterzeichneten versteigert.
Zülpich, den 30. April 1849.
Pfahl, Notar.
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Falliments-Anzeige.
Die admittirten Gläubiger des Falliments des zu Köln wohnenden Bäckers und Handelsmannes Peter Joseph Weiler werden hiermit ersucht, sich am Montag den 21. Mai d. J., Nachmittags 4 Uhr, im Lokale des hiesigen königlichen Handelsgerichtes zu dem im 3. Buche, 1. Titel, 8. Cap. des Handelsgesetzbuches ausgedrückten Zwecke zu versammeln.
Köln, den 30. April 1849.
Der prov. Syndik: P. J. Knipprath.
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Versteigerung.
Am Montag den 7. Mai 1849, Vormittags 11 Uhr, sollen auf dem Markte zu St. Aposteln in Köln verschiedene Hausmobilien, als: Sopha, Consoln, Oefen, Stühle, Spiegel, Tische, Bettstellen mit vollständigem Bettzeug, 1 Kleiderschrank, 1 Fournaise und diverse Küchengeräthschaften etc. gegen gleich baare Zahlung versteigert werden.
Der Gerichtsvollzieher, Clören.
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Heute Samstag den 5. Mai, Abends 7 Uhr, Versammlung bei Halin in der Börse, betreffend die stehende Brücke.
1) Berathung des an das Ministerium in Berlin zu sendenden Begleitschreibens, der für die Adresse gesammelten Unterschriften. ‒ (Die gedruckte Abfassung dieses Begleitschreibens wird am Eingange des Saales gratis vertheilt, wenn die Kürze der anberaumten Zeit deren Anfertigung möglich macht).
2) Ergänzung der Commissions-Mitglieder.
Mehre Kölner Bürger.
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Rüge.
Der Verkehr mit dem Auslande wird durch die Zollabfertigungen ohnehin bedeutend erschwert.
Um so unangenehmer ist es deßhalb, diese Hindernisse noch durch unnöthige Ersparnisse erhöht zu sehen.
Es ist schon mehrfach darüber Klage laut geworden, daß bei den Zollabfertigungen auf dem Rheinischen Bahnhofe hierselbst der Verkehr durch Mangel an Arbeitskräften aufgehalten worden. Am Empfindlichsten tritt dieses bei Ausfertigung der Begleitscheine ervor. Hat man nach langem Hin- und Herlaufen endlich die Waaren abgefertigt und glaubt solche weiter versenden zu können, dann hält die Ausfertigung der Begleitscheine zu Zeiten 48 Stunden und darüber die Absendung auf. Sollte diesem Uebelstande denn noch immer nicht abgeholfen werden können?? Oder sind etwa für Vermehrung des Beamtenpersonals keine Fonds vorhanden??
Wir ersuchen den Herrn Provinzial-Steuer-Direktor Helmentag dringend, doch schleunigst solche Maßregeln ergreifen zu lassen, die diesen, das Interesse des Handelsstandes so tief verletzenden Mängeln, abhelfen. v.
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Heute Sonntag den 6. Mai freies Tanzvergnügen bei J. Dickopf im großen, neu dekorirten Eiser'schen Saal, für ein vollständig besetztes Orchester, gute Weine, Maiwein so wie gute Ordnung ist bestens gesorgt. Anfang 3 Uhr.
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Vortreffliches Futter für Ratten, Mäuse, Schwaben und Wanzen. Große Budengasse Nro. 5.
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Mädchen, im Kleidermachen erfahren, finden Beschäftigung bei Geschw. Stockhausen, Burgmauer Nr. 2.
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Mein Comptoir ist von heute an Marzellenstraße Nr. 19.
Cöln, den 1. Mai 1849.
Phil. Overlack.
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So eben ist erschienen:
Meine Assisen-Rede gehalten vor den Geschwornen in Düsseldorf am 3. Mai 1849.
gegen die Anklage die Bürger zur Bewaffnung gegen die Königliche Gewalt aufgereizt zu haben.
Von Ferd. Lassalle.
Preis 7 1/2 Sgr.
Schaub'sche Buchhandlung (W. H. Scheller Düsseldorf.)
Vorräthig in Köln bei Ersen. ‒ DuMont-Schauberg. ‒ A. Bädeker. ‒ Lengfeld. ‒ W. Greven. ‒ Welter
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Für Auswanderer.
Die Herren Carl Pokrantz u. Comp. in Bremen haben mich ermächtigt, ungeachtet der Blokade, Schiffscontrakte zu den billigsten Preisen abzuschließen und wird für die sichere, ungefährdete und prompte Beförderung mit neutralen Schiffen garantirt.
Köln, 6. Mai 1849.
Jean Scheib, am Hof Nr. 33, bevollmächtigter General-Agent für die Rheinprovinz.
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Maifest in der Mailuft zu Deutz.
Heute Sonntag Nachmittag große Garten-Harmonie.
Um 8 Uhr Tanzgesellschafts-Kränzchen.
Am Abend wird die Anlage illuminirt und mit bengalischem Feuer erleuchtet.
Eintritts-Karten zum Gesellschafts-Kränzchen sind bis 7 Uhr Abends in der Mailuft à 5 Sgr. zu haben, an der Kasse 7 1/2 Sgr. Damen frei. Die Ball-Direktion.
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Freies Tanzvergnügen.
Heute Sonntag den 6. Mai im „Neuen Kuhberg“ auf der Ehrenstraße bei L. Senf. Anfang 4 Uhr.
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Englischer Brust-Syrop.
Untrügliches Mittel gegen Husten und Brustverschleimung. Das Fläschchen 5 Sgr. ist nur allein ächt zu haben bei
Gebr. Fabry, Conditor, Altenmarkt Nr. 10.
Ferd. Weidenpesch, Obenmarspforten Nr. 42.
Joh. Meist, in Deutz.
Hildenbrand, in Linz.
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F. W. Niebur Leinen-Fabrikant aus Bielefeld, bringt beim Schluße der Messe sein Lager in Bielefelder Leinwand, Battist-Taschentüchern, grau Thee-Servietten, Handtüchern, Tischgebild, in Drille und Damast, ächten Bielefelder Häckel- u. Nähzwirn in 36 verschiedenen Farben aus Handgespinnst etc. etc. nochmals in empfehlende Erinnerung. Seine Bude befindet sich in der dritten Reihe, kennbar an obiger Firma.
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Warnung für den militärärztlichen Verein.
Aus authentischer Quelle ist uns bekannt, daß seit Kurzem sich ein dem militärärztlichen Stande angehöriges Subjekt in Köln oder Deutz befinden soll, dessen niederträchtiges Denunciren demokratischer Gesinnungen bereits eilf Personen in Untersuchung und Haft geführt hat.
‒ Aus Coblenz mußte dieser Schurke sich entfernen; wird ihn der militärärztliche Verein hier dulden???
Kein Militärarzt.
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In einer angenehmen Straße zwei unmöblirte Zimmer an einen einzelnen Herrn oder Dame, mit eigener Bedienung zu vermiethen. Die Exp. sagt wo.