Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Hübener, George: Epitaphium Zieglerianum Oder Zieglerisches Grab- und EhrenGedächtnüs. Tauchritz, 1666.

Bild:
<< vorherige Seite

Christliche Leich-Predigt.
Post/ wegen Ehlicher Augen-Lust/ über welcher der Pro-
phet nicht wenig wird bestürtzt und betrübt worden seyn.

Ach wolte nun Gott/ und aber wolte Gott/ daß diese
traurige Ankündigung eintzig und allein den Propheten
Ezechiel betroffen hätte! Aber/ ach leider! Es hat selbige
Todes Post wegen Ehlicher Augen-Lust/ vor kurtz verwi-
chener Zeit/ nemlich den 2. Augusti früh umb 3 Uhr erfah-
ren müssen/ der Hoch-WohlEdelgeborne/ Gestrenge/ Veste
und Hochbenahmte Herr Heinrich Anßhelm von Ziegler
und Klipphauß/
auf Radmeritz und Probsthayn! Da
Jhm Gott seine Hertzliebste Helenam Sabinam/ seine Au-
genLust/ seine HausSonne/ durch eine Plage/ nemlich durch
den zeitlichen Tod von seiner Seiten gerissen! darüber Er
billich betrübet ist und Leide träget.

Solche schmertzliche Todes-Post/ wegen kindlicher
Augen-Lust/
hat erfahren müssen/ der Hoch- und schmertz-
lich betrübte Herr Vater/ nemlich der Hoch-WohlEdelge-
borne/ Gestrenge/ Mannhaffte und Hochbenahmte Herr
Caspar von Hohberg/ auf OberPraußnitz/ Lasenig und
Koßkau; Fürstl. Liegnitzscher/ Brigischer und Wohlauischer
Rath/ und der Fürstenthümer Schweidnitz und Jauer/
Hochansehnlicher/ Hochverdienter LandesEltester und
OberRechtsitzer. Ach wie schmertzlich fiel es demselben/ da
Er die traurige Post/ von der Unpäßligkeit seiner Hertzlieb-
sten Frau Tochter bekam/ wie eilete Er/ der ferne weite Weg
muste mit Hindansetzung seiner eigenen Gesundheit in ei-
nem Tage gereiset seyn/ in Hoffnung solche seine Hertzens-
Tochter noch im Leben zu schauen! Aber was meinet Jhr/
muß für ein Schwerd durch seine Seele gedrungen seyn/ daLuc. 2,
Jhm noch unter Weges die TodesPost von seiner kindlichen

Augen-
B ij

Chriſtliche Leich-Predigt.
Poſt/ wegen Ehlicher Augen-Luſt/ uͤber welcher der Pro-
phet nicht wenig wird beſtuͤrtzt und betruͤbt worden ſeyn.

Ach wolte nun Gott/ und aber wolte Gott/ daß dieſe
traurige Ankuͤndigung eintzig und allein den Propheten
Ezechiel betroffen haͤtte! Aber/ ach leider! Es hat ſelbige
Todes Poſt wegen Ehlicher Augen-Luſt/ vor kurtz verwi-
chener Zeit/ nemlich den 2. Auguſti fruͤh umb 3 Uhr erfah-
ren muͤſſen/ der Hoch-WohlEdelgeborne/ Geſtrenge/ Veſte
und Hochbenahmte Herr Heinrich Anßhelm von Ziegler
und Klipphauß/
auf Radmeritz und Probſthayn! Da
Jhm Gott ſeine Hertzliebſte Helenam Sabinam/ ſeine Au-
genLuſt/ ſeine HausSonne/ durch eine Plage/ nemlich durch
den zeitlichen Tod von ſeiner Seiten geriſſen! daruͤber Er
billich betruͤbet iſt und Leide traͤget.

Solche ſchmertzliche Todes-Poſt/ wegen kindlicher
Augen-Luſt/
hat erfahren muͤſſen/ der Hoch- und ſchmertz-
lich betruͤbte Herr Vater/ nemlich der Hoch-WohlEdelge-
borne/ Geſtrenge/ Mannhaffte und Hochbenahmte Herr
Caſpar von Hohberg/ auf OberPraußnitz/ Laſenig und
Koßkau; Fuͤrſtl. Liegnitzſcher/ Brigiſcher und Wohlauiſcher
Rath/ und der Fuͤrſtenthuͤmer Schweidnitz und Jauer/
Hochanſehnlicher/ Hochverdienter LandesElteſter und
OberRechtſitzer. Ach wie ſchmertzlich fiel es demſelben/ da
Er die traurige Poſt/ von der Unpaͤßligkeit ſeiner Hertzlieb-
ſten Frau Tochter bekam/ wie eilete Er/ der ferne weite Weg
muſte mit Hindanſetzung ſeiner eigenen Geſundheit in ei-
nem Tage gereiſet ſeyn/ in Hoffnung ſolche ſeine Hertzens-
Tochter noch im Leben zu ſchauen! Aber was meinet Jhr/
muß fuͤr ein Schwerd durch ſeine Seele gedrungen ſeyn/ daLuc. 2,
Jhm noch unter Weges die TodesPoſt von ſeiner kindlichen

Augen-
B ij
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="fsExordium" n="2">
          <p><pb facs="#f0011" n="[11]"/><fw type="header" place="top"><hi rendition="#b">Chri&#x017F;tliche Leich-Predigt.</hi></fw><lb/>
Po&#x017F;t/ wegen Ehlicher Augen-Lu&#x017F;t/ u&#x0364;ber welcher der Pro-<lb/>
phet nicht wenig wird be&#x017F;tu&#x0364;rtzt und betru&#x0364;bt worden &#x017F;eyn.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#fr">Ach wolte nun Gott/</hi> und aber wolte Gott/ daß die&#x017F;e<lb/>
traurige Anku&#x0364;ndigung eintzig und allein den Propheten<lb/>
Ezechiel betroffen ha&#x0364;tte<hi rendition="#i">!</hi> Aber/ ach leider<hi rendition="#i">!</hi> Es hat &#x017F;elbige<lb/><hi rendition="#fr">Todes Po&#x017F;t</hi> wegen <hi rendition="#fr">Ehlicher Augen-Lu&#x017F;t/</hi> vor kurtz verwi-<lb/>
chener Zeit/ nemlich den 2. <hi rendition="#aq">Augu&#x017F;ti</hi> fru&#x0364;h umb 3 Uhr erfah-<lb/>
ren mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en/ der Hoch-WohlEdelgeborne/ Ge&#x017F;trenge/ Ve&#x017F;te<lb/>
und Hochbenahmte Herr <hi rendition="#fr">Heinrich Anßhelm von Ziegler<lb/>
und Klipphauß/</hi> auf Radmeritz und Prob&#x017F;thayn<hi rendition="#i">!</hi> Da<lb/>
Jhm Gott &#x017F;eine Hertzlieb&#x017F;te <hi rendition="#fr">Helenam Sabinam/</hi> &#x017F;eine Au-<lb/>
genLu&#x017F;t/ &#x017F;eine HausSonne/ durch eine Plage/ nemlich durch<lb/>
den zeitlichen Tod von &#x017F;einer Seiten geri&#x017F;&#x017F;en! daru&#x0364;ber Er<lb/>
billich betru&#x0364;bet i&#x017F;t und Leide tra&#x0364;get.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#fr">Solche</hi> &#x017F;chmertzliche <hi rendition="#fr">Todes-Po&#x017F;t/</hi> wegen <hi rendition="#fr">kindlicher<lb/>
Augen-Lu&#x017F;t/</hi> hat erfahren mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en/ der Hoch- und &#x017F;chmertz-<lb/>
lich betru&#x0364;bte Herr Vater/ nemlich der Hoch-WohlEdelge-<lb/>
borne/ Ge&#x017F;trenge/ Mannhaffte und Hochbenahmte Herr<lb/><hi rendition="#fr">Ca&#x017F;par von Hohberg/</hi> auf OberPraußnitz/ La&#x017F;enig und<lb/>
Koßkau; Fu&#x0364;r&#x017F;tl. Liegnitz&#x017F;cher/ Brigi&#x017F;cher und Wohlaui&#x017F;cher<lb/>
Rath/ und der Fu&#x0364;r&#x017F;tenthu&#x0364;mer Schweidnitz und Jauer/<lb/>
Hochan&#x017F;ehnlicher/ Hochverdienter LandesElte&#x017F;ter und<lb/>
OberRecht&#x017F;itzer. Ach wie &#x017F;chmertzlich fiel es dem&#x017F;elben/ da<lb/>
Er die traurige Po&#x017F;t/ von der Unpa&#x0364;ßligkeit &#x017F;einer Hertzlieb-<lb/>
&#x017F;ten Frau Tochter bekam/ wie eilete Er/ der ferne weite Weg<lb/>
mu&#x017F;te mit Hindan&#x017F;etzung &#x017F;einer eigenen Ge&#x017F;undheit in ei-<lb/>
nem Tage gerei&#x017F;et &#x017F;eyn/ in Hoffnung &#x017F;olche &#x017F;eine Hertzens-<lb/>
Tochter noch im Leben zu &#x017F;chauen<hi rendition="#i">!</hi> Aber was meinet Jhr/<lb/>
muß fu&#x0364;r ein Schwerd durch &#x017F;eine Seele gedrungen &#x017F;eyn/ da<note place="right"><hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">Luc.</hi> 2,</hi></note><lb/>
Jhm noch unter Weges die TodesPo&#x017F;t von &#x017F;einer kindlichen<lb/>
<fw type="sig" place="bottom">B ij</fw><fw type="catch" place="bottom">Augen-</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[11]/0011] Chriſtliche Leich-Predigt. Poſt/ wegen Ehlicher Augen-Luſt/ uͤber welcher der Pro- phet nicht wenig wird beſtuͤrtzt und betruͤbt worden ſeyn. Ach wolte nun Gott/ und aber wolte Gott/ daß dieſe traurige Ankuͤndigung eintzig und allein den Propheten Ezechiel betroffen haͤtte! Aber/ ach leider! Es hat ſelbige Todes Poſt wegen Ehlicher Augen-Luſt/ vor kurtz verwi- chener Zeit/ nemlich den 2. Auguſti fruͤh umb 3 Uhr erfah- ren muͤſſen/ der Hoch-WohlEdelgeborne/ Geſtrenge/ Veſte und Hochbenahmte Herr Heinrich Anßhelm von Ziegler und Klipphauß/ auf Radmeritz und Probſthayn! Da Jhm Gott ſeine Hertzliebſte Helenam Sabinam/ ſeine Au- genLuſt/ ſeine HausSonne/ durch eine Plage/ nemlich durch den zeitlichen Tod von ſeiner Seiten geriſſen! daruͤber Er billich betruͤbet iſt und Leide traͤget. Solche ſchmertzliche Todes-Poſt/ wegen kindlicher Augen-Luſt/ hat erfahren muͤſſen/ der Hoch- und ſchmertz- lich betruͤbte Herr Vater/ nemlich der Hoch-WohlEdelge- borne/ Geſtrenge/ Mannhaffte und Hochbenahmte Herr Caſpar von Hohberg/ auf OberPraußnitz/ Laſenig und Koßkau; Fuͤrſtl. Liegnitzſcher/ Brigiſcher und Wohlauiſcher Rath/ und der Fuͤrſtenthuͤmer Schweidnitz und Jauer/ Hochanſehnlicher/ Hochverdienter LandesElteſter und OberRechtſitzer. Ach wie ſchmertzlich fiel es demſelben/ da Er die traurige Poſt/ von der Unpaͤßligkeit ſeiner Hertzlieb- ſten Frau Tochter bekam/ wie eilete Er/ der ferne weite Weg muſte mit Hindanſetzung ſeiner eigenen Geſundheit in ei- nem Tage gereiſet ſeyn/ in Hoffnung ſolche ſeine Hertzens- Tochter noch im Leben zu ſchauen! Aber was meinet Jhr/ muß fuͤr ein Schwerd durch ſeine Seele gedrungen ſeyn/ da Jhm noch unter Weges die TodesPoſt von ſeiner kindlichen Augen- Luc. 2, B ij

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/354522
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/354522/11
Zitationshilfe: Hübener, George: Epitaphium Zieglerianum Oder Zieglerisches Grab- und EhrenGedächtnüs. Tauchritz, 1666, S. [11]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/354522/11>, abgerufen am 19.09.2021.