Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Eder, Michael: Judith lychnuchus Mosaicus. Oder Judith Der güldene Leuchter Mosis. Lissa, [1640].

Bild:
<< vorherige Seite

Christliches Leben vnd Seeliger Abschied
Sünde erkennet/ mit GOtt vnd dem Nechsten ver-
sohnet/ vnd Jhr Liecht nachmaln vor der Welt schei-
nen lassen/ vnd den Glauben des Hertzens beydes
mit Lippen vnd Thaten erweiset.

Wie Sie nun in Theoria/ also hat Sie auch in
Praxi Christiana bestanden. Da ist keine Noth so
groß/ kein Creutz so schmertzlich/ kein Kummer so
mächtig/ Sie hat sich/ alß eine Christin/ darein zu
schicken/ vnd Jhr eyniges vertrawen auff CHRi-
stum zu setzen wissen. Massen solches außweiset das
Buch Johan Arndrens vom waren Christenthumb/
wie fleißig Sie solches durchlesen/ vnd gleichsam in
allem Creutz Jhr bestes Labsall vnd Kleinoth hat
seyn lassen. Da denn viel mehres hiebey zu erweh-
nen/ wann nicht vmb geliebter Kürtze willen man
zum Schluß eylen muste.

De Vitae Exitu.

WJr haben bißhero der seeligen Frawen Le-
bens Eingang vnd Fortgang betrachtet:
Nun ist noch vbrig/ daß wir auch De Vitae Exitu,
von Jhres Lebens Außgang mit wenigem mel-
dung thun. Weil Sie denn nun wol befunden/
daß Sie allhier keine bleibende Stelle habe/ Ebr.
13. sondern Jhr Wandel im Himmel sey/ Phil. 3.
Als hat Sie das Hauß Jhrer Seelen vnd des Lei-
bes wol in acht genommen/ vnd dahin gesonnen/
wie jhr Hertz mit dem rechten Glaubens-Oel Mat. 5.

jmmer

Chriſtliches Leben vnd Seeliger Abſchied
Suͤnde erkennet/ mit GOtt vnd dem Nechſten ver-
ſohnet/ vnd Jhr Liecht nachmaln vor der Welt ſchei-
nen laſſen/ vnd den Glauben des Hertzens beydes
mit Lippen vnd Thaten erweiſet.

Wie Sie nun in Theoriâ/ alſo hat Sie auch in
Praxi Chriſtianâ beſtanden. Da iſt keine Noth ſo
groß/ kein Creutz ſo ſchmertzlich/ kein Kummer ſo
maͤchtig/ Sie hat ſich/ alß eine Chriſtin/ darein zu
ſchicken/ vnd Jhr eyniges vertrawen auff CHRi-
ſtum zu ſetzen wiſſen. Maſſen ſolches außweiſet das
Buch Johan Arndrens vom waren Chriſtenthumb/
wie fleißig Sie ſolches durchleſen/ vnd gleichſam in
allem Creutz Jhr beſtes Labſall vnd Kleinoth hat
ſeyn laſſen. Da denn viel mehres hiebey zu erweh-
nen/ wann nicht vmb geliebter Kuͤrtze willen man
zum Schluß eylen muſte.

De Vitæ Exitu.

WJr haben bißhero der ſeeligen Frawen Le-
bens Eingang vnd Fortgang betrachtet:
Nun iſt noch vbrig/ daß wir auch De Vitæ Exitu,
von Jhres Lebens Außgang mit wenigem mel-
dung thun. Weil Sie denn nun wol befunden/
daß Sie allhier keine bleibende Stelle habe/ Ebr.
13. ſondern Jhr Wandel im Himmel ſey/ Phil. 3.
Als hat Sie das Hauß Jhrer Seelen vnd des Lei-
bes wol in acht genommen/ vnd dahin geſonnen/
wie jhr Hertz mit dem rechten Glaubens-Oel Mat. 5.

jmmer
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="fsSermon" n="1">
        <div type="fsPersonalia" n="2">
          <div n="2">
            <p><pb facs="#f0066"/><fw type="header" place="top">Chri&#x017F;tliches Leben vnd Seeliger Ab&#x017F;chied</fw><lb/>
Su&#x0364;nde erkennet/ mit GOtt vnd dem Nech&#x017F;ten ver-<lb/>
&#x017F;ohnet/ vnd Jhr Liecht nachmaln vor der Welt &#x017F;chei-<lb/>
nen la&#x017F;&#x017F;en/ vnd den Glauben des Hertzens beydes<lb/>
mit Lippen vnd Thaten erwei&#x017F;et.</p><lb/>
            <p>Wie Sie nun in <hi rendition="#aq">Theoriâ/</hi> al&#x017F;o hat Sie auch in<lb/><hi rendition="#aq">Praxi Chri&#x017F;tianâ</hi> be&#x017F;tanden. Da i&#x017F;t keine Noth &#x017F;o<lb/>
groß/ kein Creutz &#x017F;o &#x017F;chmertzlich/ kein Kummer &#x017F;o<lb/>
ma&#x0364;chtig/ Sie hat &#x017F;ich/ alß eine Chri&#x017F;tin/ darein zu<lb/>
&#x017F;chicken/ vnd Jhr eyniges vertrawen auff CHRi-<lb/>
&#x017F;tum zu &#x017F;etzen wi&#x017F;&#x017F;en. Ma&#x017F;&#x017F;en &#x017F;olches außwei&#x017F;et das<lb/>
Buch <hi rendition="#aq">Johan Arndrens</hi> vom waren Chri&#x017F;tenthumb/<lb/>
wie fleißig Sie &#x017F;olches durchle&#x017F;en/ vnd gleich&#x017F;am in<lb/>
allem Creutz Jhr be&#x017F;tes Lab&#x017F;all vnd Kleinoth hat<lb/>
&#x017F;eyn la&#x017F;&#x017F;en. Da denn viel mehres hiebey zu erweh-<lb/>
nen/ wann nicht vmb geliebter Ku&#x0364;rtze willen man<lb/>
zum Schluß eylen mu&#x017F;te.</p>
          </div><lb/>
          <div n="2">
            <head> <hi rendition="#aq">De Vitæ Exitu.</hi> </head><lb/>
            <p><hi rendition="#in">W</hi>Jr haben bißhero der &#x017F;eeligen Frawen Le-<lb/>
bens Eingang vnd Fortgang betrachtet:<lb/>
Nun i&#x017F;t noch vbrig/ daß wir auch <hi rendition="#aq">De Vitæ Exitu,</hi><lb/>
von Jhres Lebens Außgang mit wenigem mel-<lb/>
dung thun. Weil Sie denn nun wol befunden/<lb/>
daß Sie allhier keine bleibende Stelle habe/ <hi rendition="#aq">Ebr.</hi><lb/>
13. &#x017F;ondern Jhr Wandel im Himmel &#x017F;ey/ <hi rendition="#aq">Phil.</hi> 3.<lb/>
Als hat Sie das Hauß Jhrer Seelen vnd des Lei-<lb/>
bes wol in acht genommen/ vnd dahin ge&#x017F;onnen/<lb/>
wie jhr Hertz mit dem rechten Glaubens-Oel <hi rendition="#aq">Mat.</hi> 5.<lb/>
<fw type="catch" place="bottom">jmmer</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[0066] Chriſtliches Leben vnd Seeliger Abſchied Suͤnde erkennet/ mit GOtt vnd dem Nechſten ver- ſohnet/ vnd Jhr Liecht nachmaln vor der Welt ſchei- nen laſſen/ vnd den Glauben des Hertzens beydes mit Lippen vnd Thaten erweiſet. Wie Sie nun in Theoriâ/ alſo hat Sie auch in Praxi Chriſtianâ beſtanden. Da iſt keine Noth ſo groß/ kein Creutz ſo ſchmertzlich/ kein Kummer ſo maͤchtig/ Sie hat ſich/ alß eine Chriſtin/ darein zu ſchicken/ vnd Jhr eyniges vertrawen auff CHRi- ſtum zu ſetzen wiſſen. Maſſen ſolches außweiſet das Buch Johan Arndrens vom waren Chriſtenthumb/ wie fleißig Sie ſolches durchleſen/ vnd gleichſam in allem Creutz Jhr beſtes Labſall vnd Kleinoth hat ſeyn laſſen. Da denn viel mehres hiebey zu erweh- nen/ wann nicht vmb geliebter Kuͤrtze willen man zum Schluß eylen muſte. De Vitæ Exitu. WJr haben bißhero der ſeeligen Frawen Le- bens Eingang vnd Fortgang betrachtet: Nun iſt noch vbrig/ daß wir auch De Vitæ Exitu, von Jhres Lebens Außgang mit wenigem mel- dung thun. Weil Sie denn nun wol befunden/ daß Sie allhier keine bleibende Stelle habe/ Ebr. 13. ſondern Jhr Wandel im Himmel ſey/ Phil. 3. Als hat Sie das Hauß Jhrer Seelen vnd des Lei- bes wol in acht genommen/ vnd dahin geſonnen/ wie jhr Hertz mit dem rechten Glaubens-Oel Mat. 5. jmmer

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/361724
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/361724/66
Zitationshilfe: Eder, Michael: Judith lychnuchus Mosaicus. Oder Judith Der güldene Leuchter Mosis. Lissa, [1640], S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/361724/66>, abgerufen am 06.03.2021.