Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Freylinghausen, Johann Anastasius: Christliches Denckmaal, Welches Seinem Seligen Herrn Eydam, HERRN M. Georg Joh. Hencken. hrsg. v. Wiegleb, Johann Hieronymus. Halle, 1720.

Bild:
<< vorherige Seite
Leichen-Carmina.
Felices tamen hos, quos christvs vi-
vere fecit!
Huic quia vixisti, MORS tibi VITA

FVIT.
D. Io. Henr. Michaelis,
S. Theol. & Gr.ac OO. Lingg.
Pr. P. Ord.
IV.
DEr liebste Heyland spricht: Jch bin
ein guter Hirt:
Ein solcher läßt/ wie ich/ sein Leben
für die Heerde/

Die seiner Wachsamkeit und Hut vertrauet
wird/

Er sorget stets dafür/ daß keins entrißen werde/
Er läufft und fliehet nicht/ wie sonst ein
Miethling thut,

Wenn selbiger mit Furcht und Angst die Wölf-
fe siehet/

Er trit vor ihnen hin und faßt behertzt den
Muth/

So/ daß er nicht einmal vor ihrer vielen fliehet.
Der Selige, den man anietzt zu Grabe trägt/
War wohl mit allem Recht ein solcher Hirt zu
nennen;

Die wahre Lieb und Treu/ so ER bey sich
gehegt

Für
D 5
Leichen-Carmina.
Felices tamen hos, quos christvs vi-
vere fecit!
Huic quia vixiſti, MORS tibi VITA

FVIT.
D. Io. Henr. Michaelis,
S. Theol. & Gr.ac OO. Lingg.
Pr. P. Ord.
IV.
DEr liebſte Heyland ſpricht: Jch bin
ein guter Hirt:
Ein ſolcher laͤßt/ wie ich/ ſein Leben
fuͤr die Heerde/

Die ſeiner Wachſamkeit und Hut vertrauet
wird/

Er ſorget ſtets dafuͤr/ daß keins entrißen werde/
Er laͤufft und fliehet nicht/ wie ſonſt ein
Miethling thut,

Wenn ſelbiger mit Furcht und Angſt die Woͤlf-
fe ſiehet/

Er trit vor ihnen hin und faßt behertzt den
Muth/

So/ daß er nicht einmal vor ihrer vielen fliehet.
Der Selige, den man anietzt zu Grabe traͤgt/
War wohl mit allem Recht ein ſolcher Hirt zu
nennen;

Die wahre Lieb und Treu/ ſo ER bey ſich
gehegt

Fuͤr
D 5
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="fsEpicedia" n="1">
        <div n="2">
          <lg type="poem">
            <pb facs="#f0057" n="57"/>
            <fw place="top" type="header">Leichen-<hi rendition="#aq">Carmina.</hi></fw><lb/>
            <l> <hi rendition="#aq">Felices tamen hos, quos <hi rendition="#g"><hi rendition="#k">christvs</hi></hi> vi-</hi> </l><lb/>
            <l> <hi rendition="#aq"><hi rendition="#et">vere fecit!</hi><lb/>
Huic quia vixi&#x017F;ti, MORS <hi rendition="#k">tibi</hi> VITA</hi> </l><lb/>
            <l> <hi rendition="#aq"> <hi rendition="#et">FVIT.</hi> </hi> </l>
          </lg><lb/>
          <closer>
            <salute> <hi rendition="#aq">D. Io. Henr. Michaelis,<lb/><hi rendition="#et">S. Theol. &amp; Gr.ac OO. Lingg.<lb/>
Pr. P. Ord.</hi></hi> </salute>
          </closer>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#aq">IV.</hi> </head><lb/>
          <lg type="poem">
            <l><hi rendition="#in">D</hi>Er lieb&#x017F;te Heyland &#x017F;pricht: <hi rendition="#fr">Jch bin</hi></l><lb/>
            <l> <hi rendition="#fr"> <hi rendition="#et">ein guter Hirt:</hi> </hi> </l><lb/>
            <l>Ein &#x017F;olcher la&#x0364;ßt/ wie ich/ &#x017F;ein Leben<lb/><hi rendition="#et">fu&#x0364;r die Heerde/</hi></l><lb/>
            <l>Die &#x017F;einer Wach&#x017F;amkeit und Hut vertrauet<lb/><hi rendition="#et">wird/</hi></l><lb/>
            <l>Er &#x017F;orget &#x017F;tets dafu&#x0364;r/ daß keins entrißen werde/</l><lb/>
            <l>Er la&#x0364;ufft und fliehet nicht/ wie &#x017F;on&#x017F;t ein<lb/><hi rendition="#et">Miethling thut,</hi></l><lb/>
            <l>Wenn &#x017F;elbiger mit Furcht und Ang&#x017F;t die Wo&#x0364;lf-<lb/><hi rendition="#et">fe &#x017F;iehet/</hi></l><lb/>
            <l>Er trit vor ihnen hin und faßt behertzt den<lb/><hi rendition="#et">Muth/</hi></l><lb/>
            <l>So/ daß er nicht einmal vor ihrer vielen fliehet.</l><lb/>
            <l>Der <hi rendition="#fr">Selige,</hi> den man anietzt zu Grabe tra&#x0364;gt/</l><lb/>
            <l>War wohl mit allem Recht ein &#x017F;olcher Hirt zu<lb/><hi rendition="#et">nennen;</hi></l><lb/>
            <l>Die wahre Lieb und Treu/ &#x017F;o ER bey &#x017F;ich<lb/><hi rendition="#et">gehegt</hi></l><lb/>
            <fw place="bottom" type="sig">D 5</fw>
            <fw place="bottom" type="catch">Fu&#x0364;r</fw><lb/>
          </lg>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[57/0057] Leichen-Carmina. Felices tamen hos, quos christvs vi- vere fecit! Huic quia vixiſti, MORS tibi VITA FVIT. D. Io. Henr. Michaelis, S. Theol. & Gr.ac OO. Lingg. Pr. P. Ord. IV. DEr liebſte Heyland ſpricht: Jch bin ein guter Hirt: Ein ſolcher laͤßt/ wie ich/ ſein Leben fuͤr die Heerde/ Die ſeiner Wachſamkeit und Hut vertrauet wird/ Er ſorget ſtets dafuͤr/ daß keins entrißen werde/ Er laͤufft und fliehet nicht/ wie ſonſt ein Miethling thut, Wenn ſelbiger mit Furcht und Angſt die Woͤlf- fe ſiehet/ Er trit vor ihnen hin und faßt behertzt den Muth/ So/ daß er nicht einmal vor ihrer vielen fliehet. Der Selige, den man anietzt zu Grabe traͤgt/ War wohl mit allem Recht ein ſolcher Hirt zu nennen; Die wahre Lieb und Treu/ ſo ER bey ſich gehegt Fuͤr D 5

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/376914
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/376914/57
Zitationshilfe: Freylinghausen, Johann Anastasius: Christliches Denckmaal, Welches Seinem Seligen Herrn Eydam, HERRN M. Georg Joh. Hencken. hrsg. v. Wiegleb, Johann Hieronymus. Halle, 1720, S. 57. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/376914/57>, abgerufen am 18.05.2022.