Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Heinitz, Samuel: De Voluntate Dei, Von Gottes Willen. Oels, 1622.

Bild:
<< vorherige Seite
Leichpredigt.

Sondern GOtt lest vns solche Traurspiegel sehen/ da-1.
Warumb
Gott manchen
Weibern so
ein hartes
erzeigt.

mit wir erkennen/ was vnsere Ertzmutter Eva mit jhrem
Naschen verschuldet/ damit wir die Sünde nicht geringe
schetzen. Darumb auch GOtt zu jhr vnd jhren Töchtern
sprach: Jch wil dir viel Schmertzen schaffen/ wenn du
Schwanger wirst/ du solt mit schmertzen Kinder gebähren.
Deßgleichen/ das Männer vnd Weiber auß dem Kinder-2.
zeugen vnd gebehren nicht das gespötte treiben/ vnd für eine
geringe schlechte Arbeit halten/ Ja das man auch darauß3.
schliesse/ das warhafftig ein Ewig leben sey/ da es solchen4.
Märterinnen nach jhrem außgestandenen AngstschweißMatth: 5.
v.
4.

5.

solle wolgehen. Denn selig sind die da Leyd tragen/ denn sie
sollen getröstet werden/ Matth: 5. Endlich/ das man hierin
Gottes allerbesten willen vnfehlbare disposition vnd Ver-
ordnung erkenne/ weil der Mensch nicht geboren wird/ auch
nicht stirbet/ wenn er wil/ sondern wenn es Gott gefellig/
wie die Schrifft hievon zeuget/ Psalm. 139. Deine AugenPsal. 139.
v.
16.

sahen mich/ da ich noch Vnbereit war/ vnd wahren alle
Tag auff dein Buch geschrieben/ die noch werden solten/
vnd derselben keiner da war. Psalm. 31. Meine Zeit stehetPs. 31. v. 16.
in deinen Henden. Psal. 39. Ach HERR/ Lehre doch mich/
das ein Ende mit mir haben muß/ vnd mein Leben ein ZielPs. 39. v. 5.
hat/ vnd ich davon muß. Job. 14. Der Mensch hat seine
bestimbte Zeit/ die Zahl seiner Monden stehet bey dir/ DuIob 14. v. 5.
hast jhm ein Ziel gesetzet/ das wird er nicht vbergehen.

Welches gesetzte Ziel/ nach dem Willen des HErren/
Weil es auch diese Gottselige vnsere Mit Christin vnnd
Kindelbetterin troffen/ habe ich diesen Text/ vom Willen
Gottes/ da S. Paulus sagt: Voluntati ejus quis resistet?
Wer kan seinem Willen wiederstehen? Erwehlet/ dabeyDe Volun-
tate DEi.

E. C. L. mit Christi hülff zu berichten:

I. De
Leichpredigt.

Sondern GOtt leſt vns ſolche Traurſpiegel ſehen/ da-1.
Warumb
Gott manchẽ
Weibern ſo
ein hartes
erzeigt.

mit wir erkennen/ was vnſere Ertzmutter Eva mit jhrem
Naſchen verſchuldet/ damit wir die Suͤnde nicht geringe
ſchetzen. Darumb auch GOtt zu jhr vnd jhren Toͤchtern
ſprach: Jch wil dir viel Schmertzen ſchaffen/ wenn du
Schwanger wirſt/ du ſolt mit ſchmertzen Kinder gebaͤhren.
Deßgleichen/ das Maͤnner vnd Weiber auß dem Kinder-2.
zeugen vnd gebehꝛen nicht das geſpoͤtte treiben/ vnd fuͤr eine
geringe ſchlechte Arbeit halten/ Ja das man auch darauß3.
ſchlieſſe/ das warhafftig ein Ewig leben ſey/ da es ſolchen4.
Maͤrterinnen nach jhrem außgeſtandenen AngſtſchweißMatth: 5.
v.
4.

5.

ſolle wolgehen. Denn ſelig ſind die da Leyd tragen/ denn ſie
ſollen getroͤſtet werden/ Matth: 5. Endlich/ das man hierin
Gottes allerbeſten willen vnfehlbare diſpoſition vnd Ver-
ordnung erkenne/ weil der Menſch nicht geboꝛen wird/ auch
nicht ſtirbet/ wenn er wil/ ſondern wenn es Gott gefellig/
wie die Schrifft hievon zeuget/ Pſalm. 139. Deine AugenPſal. 139.
v.
16.

ſahen mich/ da ich noch Vnbereit war/ vnd wahren alle
Tag auff dein Buch geſchrieben/ die noch werden ſolten/
vnd derſelben keiner da war. Pſalm. 31. Meine Zeit ſtehetPſ. 31. v. 16.
in deinen Henden. Pſal. 39. Ach HERR/ Lehre doch mich/
das ein Ende mit mir haben muß/ vnd mein Leben ein ZielPſ. 39. v. 5.
hat/ vnd ich davon muß. Job. 14. Der Menſch hat ſeine
beſtimbte Zeit/ die Zahl ſeiner Monden ſtehet bey dir/ DuIob 14. v. 5.
haſt jhm ein Ziel geſetzet/ das wird er nicht vbergehen.

Welches geſetzte Ziel/ nach dem Willen des HErꝛen/
Weil es auch dieſe Gottſelige vnſere Mit Chriſtin vnnd
Kindelbetterin troffen/ habe ich dieſen Text/ vom Willen
Gottes/ da S. Paulus ſagt: Voluntati ejus quis reſiſtet?
Wer kan ſeinem Willen wiederſtehen? Erwehlet/ dabeyDe Volun-
tate DEi.

E. C. L. mit Chriſti huͤlff zu berichten:

I. De
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="fsSermon" n="1">
        <div type="fsExordium" n="2">
          <pb facs="#f0007" n="[7]"/>
          <fw type="header" place="top">Leichpredigt.</fw><lb/>
          <p>Sondern GOtt le&#x017F;t vns &#x017F;olche Traur&#x017F;piegel &#x017F;ehen/ da-<note place="right">1.<lb/>
Warumb<lb/>
Gott manche&#x0303;<lb/>
Weibern &#x017F;o<lb/>
ein hartes<lb/>
erzeigt.</note><lb/>
mit wir erkennen/ was vn&#x017F;ere Ertzmutter Eva mit jhrem<lb/>
Na&#x017F;chen ver&#x017F;chuldet/ damit wir die Su&#x0364;nde nicht geringe<lb/>
&#x017F;chetzen. Darumb auch GOtt zu jhr vnd jhren To&#x0364;chtern<lb/>
&#x017F;prach: Jch wil dir viel Schmertzen &#x017F;chaffen/ wenn du<lb/>
Schwanger wir&#x017F;t/ du &#x017F;olt mit &#x017F;chmertzen Kinder geba&#x0364;hren.<lb/>
Deßgleichen/ das Ma&#x0364;nner vnd Weiber auß dem Kinder-<note place="right">2.</note><lb/>
zeugen vnd gebeh&#xA75B;en nicht das ge&#x017F;po&#x0364;tte treiben/ vnd fu&#x0364;r eine<lb/>
geringe &#x017F;chlechte Arbeit halten/ Ja das man auch darauß<note place="right">3.</note><lb/>
&#x017F;chlie&#x017F;&#x017F;e/ das warhafftig ein Ewig leben &#x017F;ey/ da es &#x017F;olchen<note place="right">4.</note><lb/>
Ma&#x0364;rterinnen nach jhrem außge&#x017F;tandenen Ang&#x017F;t&#x017F;chweiß<note place="right"><hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">Matth: 5.<lb/>
v.</hi> 4.</hi><lb/>
5.</note><lb/>
&#x017F;olle wolgehen. Denn &#x017F;elig &#x017F;ind die da Leyd tragen/ denn &#x017F;ie<lb/>
&#x017F;ollen getro&#x0364;&#x017F;tet werden/ <hi rendition="#aq">Matth:</hi> 5. Endlich/ das man hierin<lb/>
Gottes allerbe&#x017F;ten willen vnfehlbare <hi rendition="#aq">di&#x017F;po&#x017F;ition</hi> vnd Ver-<lb/>
ordnung erkenne/ weil der Men&#x017F;ch nicht gebo&#xA75B;en wird/ auch<lb/>
nicht &#x017F;tirbet/ wenn er wil/ &#x017F;ondern wenn es Gott gefellig/<lb/>
wie die Schrifft hievon zeuget/ <hi rendition="#aq">P&#x017F;alm.</hi> 139. Deine Augen<note place="right"><hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">P&#x017F;al. 139.<lb/>
v.</hi> 16.</hi></note><lb/>
&#x017F;ahen mich/ da ich noch Vnbereit war/ vnd wahren alle<lb/>
Tag auff dein Buch ge&#x017F;chrieben/ die noch werden &#x017F;olten/<lb/>
vnd der&#x017F;elben keiner da war. <hi rendition="#aq">P&#x017F;alm.</hi> 31. Meine Zeit &#x017F;tehet<note place="right"><hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">P&#x017F;. 31. v.</hi> 16.</hi></note><lb/>
in deinen Henden. <hi rendition="#aq">P&#x017F;al.</hi> 39. Ach HERR/ Lehre doch mich/<lb/>
das ein Ende mit mir haben muß/ vnd mein Leben ein Ziel<note place="right"><hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">P&#x017F;. 39. v.</hi> 5.</hi></note><lb/>
hat/ vnd ich davon muß. <hi rendition="#aq">Job.</hi> 14. Der Men&#x017F;ch hat &#x017F;eine<lb/>
be&#x017F;timbte Zeit/ die Zahl &#x017F;einer Monden &#x017F;tehet bey dir/ Du<note place="right"><hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">Iob 14. v.</hi> 5.</hi></note><lb/>
ha&#x017F;t jhm ein Ziel ge&#x017F;etzet/ das wird er nicht vbergehen.</p><lb/>
          <p>Welches ge&#x017F;etzte Ziel/ nach dem Willen des HEr&#xA75B;en/<lb/>
Weil es auch die&#x017F;e Gott&#x017F;elige vn&#x017F;ere Mit Chri&#x017F;tin vnnd<lb/>
Kindelbetterin troffen/ habe ich die&#x017F;en Text/ vom Willen<lb/>
Gottes/ da <hi rendition="#aq">S. Paulus</hi> &#x017F;agt: <hi rendition="#aq">Voluntati ejus quis re&#x017F;i&#x017F;tet?</hi><lb/>
Wer kan &#x017F;einem Willen wieder&#x017F;tehen? Erwehlet/ dabey<note place="right"><hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">De Volun-<lb/>
tate DEi.</hi></hi></note><lb/>
E. C. L. mit Chri&#x017F;ti hu&#x0364;lff zu berichten:</p><lb/>
          <fw type="catch" place="bottom"> <hi rendition="#aq">I. De</hi> </fw><lb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[7]/0007] Leichpredigt. Sondern GOtt leſt vns ſolche Traurſpiegel ſehen/ da- mit wir erkennen/ was vnſere Ertzmutter Eva mit jhrem Naſchen verſchuldet/ damit wir die Suͤnde nicht geringe ſchetzen. Darumb auch GOtt zu jhr vnd jhren Toͤchtern ſprach: Jch wil dir viel Schmertzen ſchaffen/ wenn du Schwanger wirſt/ du ſolt mit ſchmertzen Kinder gebaͤhren. Deßgleichen/ das Maͤnner vnd Weiber auß dem Kinder- zeugen vnd gebehꝛen nicht das geſpoͤtte treiben/ vnd fuͤr eine geringe ſchlechte Arbeit halten/ Ja das man auch darauß ſchlieſſe/ das warhafftig ein Ewig leben ſey/ da es ſolchen Maͤrterinnen nach jhrem außgeſtandenen Angſtſchweiß ſolle wolgehen. Denn ſelig ſind die da Leyd tragen/ denn ſie ſollen getroͤſtet werden/ Matth: 5. Endlich/ das man hierin Gottes allerbeſten willen vnfehlbare diſpoſition vnd Ver- ordnung erkenne/ weil der Menſch nicht geboꝛen wird/ auch nicht ſtirbet/ wenn er wil/ ſondern wenn es Gott gefellig/ wie die Schrifft hievon zeuget/ Pſalm. 139. Deine Augen ſahen mich/ da ich noch Vnbereit war/ vnd wahren alle Tag auff dein Buch geſchrieben/ die noch werden ſolten/ vnd derſelben keiner da war. Pſalm. 31. Meine Zeit ſtehet in deinen Henden. Pſal. 39. Ach HERR/ Lehre doch mich/ das ein Ende mit mir haben muß/ vnd mein Leben ein Ziel hat/ vnd ich davon muß. Job. 14. Der Menſch hat ſeine beſtimbte Zeit/ die Zahl ſeiner Monden ſtehet bey dir/ Du haſt jhm ein Ziel geſetzet/ das wird er nicht vbergehen. 1. Warumb Gott manchẽ Weibern ſo ein hartes erzeigt. 2. 3. 4. Matth: 5. v. 4. 5. Pſal. 139. v. 16. Pſ. 31. v. 16. Pſ. 39. v. 5. Iob 14. v. 5. Welches geſetzte Ziel/ nach dem Willen des HErꝛen/ Weil es auch dieſe Gottſelige vnſere Mit Chriſtin vnnd Kindelbetterin troffen/ habe ich dieſen Text/ vom Willen Gottes/ da S. Paulus ſagt: Voluntati ejus quis reſiſtet? Wer kan ſeinem Willen wiederſtehen? Erwehlet/ dabey E. C. L. mit Chriſti huͤlff zu berichten: De Volun- tate DEi. I. De

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/508236
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/508236/7
Zitationshilfe: Heinitz, Samuel: De Voluntate Dei, Von Gottes Willen. Oels, 1622, S. [7]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/508236/7>, abgerufen am 28.05.2022.