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Silber, Wolfgang: Exequiae Rothianae. Leipzig, 1619.

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Predigt.
lieben Sohnes Josephs Kinder/ redete mit jhnen auffs
freundlichste/ segnete sie hertziglich/ erseufftzete daruntercap. 48.
tieff/ vnnd sprach: Expecto Domine salutare tuum.
Herr ich warte auff dein Heil. Vnd nach dem er49. v. 18.
außgeredet hatte/ thet er seine Füsse zusammen auffs
Bette/ vnd verschied.v. ult.

Also auch dieser liebe alte Vater hat auff seinem
langwirigen Siechbette offt mit den seinen geredet/ lan-
ge zeit auff sein seliges Stündlein gewartet/ biß jn Gott
endlich gnädig erhöret/ vnd seine Seele von hinnen ge-
nommen hat. Cum non fuerit melior patribus suis,1. Reg. 19. v. [verlorenes Material - 1 Zeichen fehlt]
weil er nichts besser/ als seine Väter/ wie der Prophet
Elias dorten von sich auch saget.

Jst derhalben noch vbrig/ daß wir/ wie droben ge-
dacht/ seinen Leichnam ins Ruhebettlein bringen/ vnd
seiner noch darbey zu guter letzte ehrlich gedencken: wol-
len derwegen in der Furcht des Herren/ wie wir hie ver-
samlet/ eine Christliche Leichpredigt auß Gottes Wort
anhören/ darauß wir nützliche gedancken vom Christli-
chen Leben vnd seligen Sterben schöpffen/ damit/
weil wir je hier von einander scheiden/ dort
im ewigen Leben wieder zusammen
kommen mögen/ etc.



Der
C 3

Predigt.
lieben Sohnes Joſephs Kinder/ redete mit jhnen auffs
freundlichſte/ ſegnete ſie hertziglich/ erſeufftzete daruntercap. 48.
tieff/ vnnd ſprach: Expecto Domine ſalutare tuum.
Herr ich warte auff dein Heil. Vnd nach dem er49. v. 18.
außgeredet hatte/ thet er ſeine Fuͤſſe zuſammen auffs
Bette/ vnd verſchied.v. ult.

Alſo auch dieſer liebe alte Vater hat auff ſeinem
langwirigen Siechbette offt mit den ſeinen geredet/ lan-
ge zeit auff ſein ſeliges Stuͤndlein gewartet/ biß jn Gott
endlich gnaͤdig erhoͤret/ vnd ſeine Seele von hinnen ge-
nommen hat. Cum non fuerit melior patribus ſuis,1. Reg. 19. v. [verlorenes Material – 1 Zeichen fehlt]
weil er nichts beſſer/ als ſeine Vaͤter/ wie der Prophet
Elias dorten von ſich auch ſaget.

Jſt derhalben noch vbrig/ daß wir/ wie droben ge-
dacht/ ſeinen Leichnam ins Ruhebettlein bringen/ vnd
ſeiner noch darbey zu guter letzte ehrlich gedencken: wol-
len derwegen in der Furcht des Herren/ wie wir hie ver-
ſamlet/ eine Chriſtliche Leichpredigt auß Gottes Wort
anhoͤren/ darauß wir nuͤtzliche gedancken vom Chriſtli-
chen Leben vnd ſeligen Sterben ſchoͤpffen/ damit/
weil wir je hier von einander ſcheiden/ dort
im ewigen Leben wieder zuſammen
kommen moͤgen/ etc.



Der
C 3
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[[21]/0021] Predigt. lieben Sohnes Joſephs Kinder/ redete mit jhnen auffs freundlichſte/ ſegnete ſie hertziglich/ erſeufftzete darunter tieff/ vnnd ſprach: Expecto Domine ſalutare tuum. Herr ich warte auff dein Heil. Vnd nach dem er außgeredet hatte/ thet er ſeine Fuͤſſe zuſammen auffs Bette/ vnd verſchied. cap. 48. 49. v. 18. v. ult. Alſo auch dieſer liebe alte Vater hat auff ſeinem langwirigen Siechbette offt mit den ſeinen geredet/ lan- ge zeit auff ſein ſeliges Stuͤndlein gewartet/ biß jn Gott endlich gnaͤdig erhoͤret/ vnd ſeine Seele von hinnen ge- nommen hat. Cum non fuerit melior patribus ſuis, weil er nichts beſſer/ als ſeine Vaͤter/ wie der Prophet Elias dorten von ſich auch ſaget. 1. Reg. 19. v. _ Jſt derhalben noch vbrig/ daß wir/ wie droben ge- dacht/ ſeinen Leichnam ins Ruhebettlein bringen/ vnd ſeiner noch darbey zu guter letzte ehrlich gedencken: wol- len derwegen in der Furcht des Herren/ wie wir hie ver- ſamlet/ eine Chriſtliche Leichpredigt auß Gottes Wort anhoͤren/ darauß wir nuͤtzliche gedancken vom Chriſtli- chen Leben vnd ſeligen Sterben ſchoͤpffen/ damit/ weil wir je hier von einander ſcheiden/ dort im ewigen Leben wieder zuſammen kommen moͤgen/ etc. Der C 3

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Zitationshilfe: Silber, Wolfgang: Exequiae Rothianae. Leipzig, 1619, S. [21]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/508444/21>, abgerufen am 30.11.2021.