Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Burckhard, Gottfried: Himmlische Johanna Elisabeth. Breslau, 1673.

Bild:
<< vorherige Seite

Heylandes/ der da ist das einige vollgültige Opffer/ und sich
einmal auffgeopffert am Holtze deß Creutzes/ dadurch eine
ewige Erlösung zuerwerben. Nicht daß er sich offtmals
Ebr. 9. 25. 26.opffere/ gleich wie der Hohe-Priester gehet alle Jahr in das
Heilige mit frembdem Blut/ sonst hette er offt müssen lei-
den von Anfang der Welt her. Nun aber am Ende der
Welt/ ist Er einmal erschienen/ durch sein eigen Opffer
[c]. 10. 14.die Sünde auffzuheben. Denn mit einem Opffer hat Er
in Ewigkeit vollendet die geheiliget werden. Wer nun auf
diesen Opffer-Tod sein Vertrauen allein setzet/ und gläubet
der unwandelbahren Warheit deß Wortes/ daß nemlich das
Ebr. 9. 14.Blut Christi/ der sich selbst ohn allen Wandel durch den Hei-
ligen Geist Gott geopffert hat/ unser Gewissen reiniget
von den todten Wercken/ zu dienen dem Lebendigen Gott/
und dabey im Leben sein Gemüth und Kräffte auffopffert
in der Heiligung/ der kan sicher und grade zu im Tod/ nach
Christi Beyspiel in seinem Tode/ dem Himmlischen Vater
Luc. 23. 46.seine Seele auffopffern/ sagende: Vater in deine Hände be-
fehl ich dir meinen Geist. Er ist nicht benöthigt einigens
andern Opffers ohne Blut/ sondern tröste sich/ daß seine
1. Joh. 1.Seele gewaschen mit dem Heiligen Blut deß Sohnes Got-
Apoc. 1.tes/ dem opffere er solche mit Stephano: HErr Jesu nihm
Act. 7.meine Seele auff. Da hast du Ruhe für deine Seele/ sie ist
Sap. 3.in Gottes Hand/ und keine Qual rühret sie an.

Einen lieblichen Nahmen gibt Paulus dem Tode/ daß
wir ihn hochhalten sollen und nicht scheuen/ wenn er ihn nen-
net:

b. Resolutionem, einen Abschied. Abschied nennt er
den Tod propter futurum Reditum. Die Zeit meines Ab-
scheidens ist verhanden. Nihmt ein Gleichnüß von einem
Reisenden/ der Abschied nimmet nur auff eine Zeit/ nicht gar

auß-

Heylandes/ der da iſt das einige vollguͤltige Opffer/ und ſich
einmal auffgeopffert am Holtze deß Creutzes/ dadurch eine
ewige Erloͤſung zuerwerben. Nicht daß er ſich offtmals
Ebr. 9. 25. 26.opffere/ gleich wie der Hohe-Prieſter gehet alle Jahr in das
Heilige mit frembdem Blut/ ſonſt hette er offt muͤſſen lei-
den von Anfang der Welt her. Nun aber am Ende der
Welt/ iſt Er einmal erſchienen/ durch ſein eigen Opffer
[c]. 10. 14.die Suͤnde auffzuheben. Denn mit einem Opffer hat Eꝛ
in Ewigkeit vollendet die geheiliget werden. Wer nun auf
dieſen Opffer-Tod ſein Vertrauen allein ſetzet/ und glaͤubet
der unwandelbahren Warheit deß Wortes/ daß nemlich das
Ebr. 9. 14.Blut Chriſti/ der ſich ſelbſt ohn allen Wandel durch den Hei-
ligen Geiſt Gott geopffert hat/ unſer Gewiſſen reiniget
von den todten Wercken/ zu dienen dem Lebendigen Gott/
und dabey im Leben ſein Gemuͤth und Kraͤffte auffopffert
in der Heiligung/ der kan ſicher und grade zu im Tod/ nach
Chriſti Beyſpiel in ſeinem Tode/ dem Himmliſchen Vater
Luc. 23. 46.ſeine Seele auffopffern/ ſagende: Vater in deine Haͤnde be-
fehl ich dir meinen Geiſt. Er iſt nicht benoͤthigt einigens
andern Opffers ohne Blut/ ſondern troͤſte ſich/ daß ſeine
1. Joh. 1.Seele gewaſchen mit dem Heiligen Blut deß Sohnes Got-
Apoc. 1.tes/ dem opffere er ſolche mit Stephano: HErr Jeſu nihm
Act. 7.meine Seele auff. Da haſt du Ruhe fuͤr deine Seele/ ſie iſt
Sap. 3.in Gottes Hand/ und keine Qual ruͤhret ſie an.

Einen lieblichen Nahmen gibt Paulus dem Tode/ daß
wir ihn hochhalten ſollen und nicht ſcheuen/ wenn er ihn nen-
net:

b. Reſolutionem, einen Abſchied. Abſchied nennt er
den Tod propter futurum Reditum. Die Zeit meines Ab-
ſcheidens iſt verhanden. Nihmt ein Gleichnuͤß von einem
Reiſenden/ der Abſchied nimmet nur auff eine Zeit/ nicht gaꝛ

auß-
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="fsThanks" n="1">
        <div type="fsMainPart" n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <p><pb facs="#f0012" n="[12]"/>
Heylandes/ der da i&#x017F;t das einige vollgu&#x0364;ltige Opffer/ und &#x017F;ich<lb/>
einmal auffgeopffert am Holtze deß Creutzes/ dadurch eine<lb/>
ewige Erlo&#x0364;&#x017F;ung zuerwerben. Nicht daß er &#x017F;ich offtmals<lb/><note place="left"><hi rendition="#aq">Ebr.</hi> 9. 25. 26.</note>opffere/ gleich wie der Hohe-Prie&#x017F;ter gehet alle Jahr in das<lb/>
Heilige mit frembdem Blut/ &#x017F;on&#x017F;t hette er offt mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en lei-<lb/>
den von Anfang der Welt her. Nun aber am Ende der<lb/>
Welt/ i&#x017F;t <hi rendition="#fr">Er einmal er&#x017F;chienen/</hi> durch &#x017F;ein eigen Opffer<lb/><note place="left"><supplied>c</supplied>. 10. 14.</note>die Su&#x0364;nde auffzuheben. Denn mit <hi rendition="#fr">einem Opffer</hi> hat E&#xA75B;<lb/>
in Ewigkeit vollendet die geheiliget werden. Wer nun auf<lb/>
die&#x017F;en Opffer-Tod &#x017F;ein Vertrauen allein &#x017F;etzet/ und gla&#x0364;ubet<lb/>
der unwandelbahren Warheit deß Wortes/ daß nemlich das<lb/><note place="left"><hi rendition="#aq">Ebr.</hi> 9. 14.</note>Blut Chri&#x017F;ti/ der &#x017F;ich &#x017F;elb&#x017F;t ohn allen Wandel durch den Hei-<lb/>
ligen Gei&#x017F;t <hi rendition="#k">Gott</hi> geopffert hat/ un&#x017F;er Gewi&#x017F;&#x017F;en reiniget<lb/>
von den todten Wercken/ zu dienen dem Lebendigen <hi rendition="#k">Gott/</hi><lb/>
und dabey im Leben &#x017F;ein Gemu&#x0364;th und Kra&#x0364;ffte auffopffert<lb/>
in der Heiligung/ der kan &#x017F;icher und grade zu im Tod/ nach<lb/>
Chri&#x017F;ti Bey&#x017F;piel in &#x017F;einem Tode/ dem Himmli&#x017F;chen Vater<lb/><note place="left"><hi rendition="#aq">Luc.</hi> 23. 46.</note>&#x017F;eine Seele auffopffern/ &#x017F;agende: Vater in deine Ha&#x0364;nde be-<lb/>
fehl ich dir meinen Gei&#x017F;t. Er i&#x017F;t nicht beno&#x0364;thigt einigens<lb/>
andern Opffers ohne Blut/ &#x017F;ondern tro&#x0364;&#x017F;te &#x017F;ich/ daß &#x017F;eine<lb/><note place="left">1. <hi rendition="#aq">Joh.</hi> 1.</note>Seele gewa&#x017F;chen mit dem Heiligen Blut deß Sohnes Got-<lb/><note place="left"><hi rendition="#aq">Apoc.</hi> 1.</note>tes/ dem opffere er &#x017F;olche mit Stephano: HErr Je&#x017F;u nihm<lb/><note place="left"><hi rendition="#aq">Act.</hi> 7.</note>meine Seele auff. Da ha&#x017F;t du Ruhe fu&#x0364;r deine Seele/ &#x017F;ie i&#x017F;t<lb/><note place="left"><hi rendition="#aq">Sap.</hi> 3.</note>in Gottes Hand/ und keine Qual ru&#x0364;hret &#x017F;ie an.</p><lb/>
              <p>Einen lieblichen Nahmen gibt Paulus dem Tode/ daß<lb/>
wir ihn hochhalten &#x017F;ollen und nicht &#x017F;cheuen/ wenn er ihn nen-<lb/>
net:</p><lb/>
              <p><hi rendition="#aq">b. Re&#x017F;olutionem,</hi><hi rendition="#fr">einen Ab&#x017F;chied.</hi> Ab&#x017F;chied nennt er<lb/>
den Tod <hi rendition="#aq">propter futurum Reditum.</hi> Die Zeit meines Ab-<lb/>
&#x017F;cheidens i&#x017F;t verhanden. Nihmt ein Gleichnu&#x0364;ß von einem<lb/>
Rei&#x017F;enden/ der Ab&#x017F;chied nimmet nur auff eine Zeit/ nicht ga&#xA75B;<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">auß-</fw><lb/></p>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[12]/0012] Heylandes/ der da iſt das einige vollguͤltige Opffer/ und ſich einmal auffgeopffert am Holtze deß Creutzes/ dadurch eine ewige Erloͤſung zuerwerben. Nicht daß er ſich offtmals opffere/ gleich wie der Hohe-Prieſter gehet alle Jahr in das Heilige mit frembdem Blut/ ſonſt hette er offt muͤſſen lei- den von Anfang der Welt her. Nun aber am Ende der Welt/ iſt Er einmal erſchienen/ durch ſein eigen Opffer die Suͤnde auffzuheben. Denn mit einem Opffer hat Eꝛ in Ewigkeit vollendet die geheiliget werden. Wer nun auf dieſen Opffer-Tod ſein Vertrauen allein ſetzet/ und glaͤubet der unwandelbahren Warheit deß Wortes/ daß nemlich das Blut Chriſti/ der ſich ſelbſt ohn allen Wandel durch den Hei- ligen Geiſt Gott geopffert hat/ unſer Gewiſſen reiniget von den todten Wercken/ zu dienen dem Lebendigen Gott/ und dabey im Leben ſein Gemuͤth und Kraͤffte auffopffert in der Heiligung/ der kan ſicher und grade zu im Tod/ nach Chriſti Beyſpiel in ſeinem Tode/ dem Himmliſchen Vater ſeine Seele auffopffern/ ſagende: Vater in deine Haͤnde be- fehl ich dir meinen Geiſt. Er iſt nicht benoͤthigt einigens andern Opffers ohne Blut/ ſondern troͤſte ſich/ daß ſeine Seele gewaſchen mit dem Heiligen Blut deß Sohnes Got- tes/ dem opffere er ſolche mit Stephano: HErr Jeſu nihm meine Seele auff. Da haſt du Ruhe fuͤr deine Seele/ ſie iſt in Gottes Hand/ und keine Qual ruͤhret ſie an. Ebr. 9. 25. 26. c. 10. 14. Ebr. 9. 14. Luc. 23. 46. 1. Joh. 1. Apoc. 1. Act. 7. Sap. 3. Einen lieblichen Nahmen gibt Paulus dem Tode/ daß wir ihn hochhalten ſollen und nicht ſcheuen/ wenn er ihn nen- net: b. Reſolutionem, einen Abſchied. Abſchied nennt er den Tod propter futurum Reditum. Die Zeit meines Ab- ſcheidens iſt verhanden. Nihmt ein Gleichnuͤß von einem Reiſenden/ der Abſchied nimmet nur auff eine Zeit/ nicht gaꝛ auß-

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/511301
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/511301/12
Zitationshilfe: Burckhard, Gottfried: Himmlische Johanna Elisabeth. Breslau, 1673, S. [12]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/511301/12>, abgerufen am 11.05.2021.