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Burckhard, Gottfried: Himmlische Johanna Elisabeth. Breslau, 1673.

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David dem Goliath mit dem Schwerdt den Kopff abhieb.1. Sam. 17
So stehet nun umbgürtet euer Lenden mit Warheit/ und an-
gezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit/ und an Beinen ge-
stiefelt/ als fertig zu treiben das Evangelium deß Friedes/Eph. 6. 14.
da mit ihr bereit seyd. Für allen Dingen ergreiffet den
Schild deß Glaubens/ mit welchem ihr außleschen könnet
alle feurige Pfeile deß Bösewichts/ und nehmet den Helm
deß Heils/ und das Schwerdt deß Geistes/ welches ist das
Wort Gottes; und betet stets in allem Anligen mit bitten
und flehen im Geist. Das ist ein gutter Kampff.

c. Ein Soldat wenn er gnug gekämpffet und lange zu
Felde gelegen/ sehnet sich endlich nach dem Quartier/ dar in-
nen er außraste. Gleicher gestalt wenn ein Christ allhier
in seinem Feldzuge einen gutten Kampff gekämpffet wider
den Teuffel mit Glauben/ Gebeth und Heiligem Wandel;1. Pet. [5].
wider die Welt und ihre Lüste/ als da ist Augenlust/ Flei-1. Joh. [3].
scheslust/ und hoffärtiges Leben; Wider die Begierde ei-Gal. 5.
gnen Fleisches/ daß sie nicht geherrschet in dem sterblichen
Leibe/ den führet Christus JEsus der Feld-HErr in das
Quartier einer seligen Ruhe; Die Gerechten ruhen in ih-Esa. [57]
ren Kammern.

Darnach ehe wir zur kühlen Ruhe gelangen/ ist unser
Pflicht mit Paulo

B. Cursum consummemus. Unsern Lauff vollenden.
Verstehet den Lauff unsers Christlichen Wandels/ da wir
nicht nur wol anfangen zu lauffen/ sondern biß ans Ende
fortlauffen sollen. Virtus in fine coronat.

Die Tugend zeiget zwar ein rauhen Lauff zu gehn/

Am Ende zeigt sie erst mit Ruhm bekrönet stehn.

Er stellet aber allen vor ein Römisch Gleichnüß/ ge-
nommen von denen die in Schrancken lauffen.

a. Sie lieffen mit höchster Begierde. Nichts minder

sollen
C ij

David dem Goliath mit dem Schwerdt den Kopff abhieb.1. Sam. 17
So ſtehet nun umbguͤrtet euer Lenden mit Warheit/ uñ an-
gezogen mit dem Kꝛebs der Gerechtigkeit/ und an Beinen ge-
ſtiefelt/ als fertig zu treiben das Evangelium deß Friedes/Eph. 6. 14.
da mit ihr bereit ſeyd. Fuͤr allen Dingen ergreiffet den
Schild deß Glaubens/ mit welchem ihr außleſchen koͤnnet
alle feurige Pfeile deß Boͤſewichts/ und nehmet den Helm
deß Heils/ und das Schwerdt deß Geiſtes/ welches iſt das
Wort Gottes; und betet ſtets in allem Anligen mit bitten
und flehen im Geiſt. Das iſt ein gutter Kampff.

c. Ein Soldat wenn er gnug gekaͤmpffet und lange zu
Felde gelegen/ ſehnet ſich endlich nach dem Quartier/ dar in-
nen er außraſte. Gleicher geſtalt wenn ein Chriſt allhier
in ſeinem Feldzuge einen gutten Kampff gekaͤmpffet wider
den Teuffel mit Glauben/ Gebeth und Heiligem Wandel;1. Pet. [5].
wider die Welt und ihre Luͤſte/ als da iſt Augenluſt/ Flei-1. Joh. [3].
ſchesluſt/ und hoffaͤrtiges Leben; Wider die Begierde ei-Gal. 5.
gnen Fleiſches/ daß ſie nicht geherrſchet in dem ſterblichen
Leibe/ den fuͤhret Chriſtus JEſus der Feld-HErr in das
Quartier einer ſeligen Ruhe; Die Gerechten ruhen in ih-Eſa. [57]
ren Kammern.

Darnach ehe wir zur kuͤhlen Ruhe gelangen/ iſt unſer
Pflicht mit Paulo

B. Curſum conſummemus. Unſern Lauff vollenden.
Verſtehet den Lauff unſers Chriſtlichen Wandels/ da wir
nicht nur wol anfangen zu lauffen/ ſondern biß ans Ende
fortlauffen ſollen. Virtus in fine coronat.

Die Tugend zeiget zwar ein rauhen Lauff zu gehn/

Am Ende zeigt ſie erſt mit Ruhm bekroͤnet ſtehn.

Er ſtellet aber allen vor ein Roͤmiſch Gleichnuͤß/ ge-
nommen von denen die in Schrancken lauffen.

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[[19]/0019] David dem Goliath mit dem Schwerdt den Kopff abhieb. So ſtehet nun umbguͤrtet euer Lenden mit Warheit/ uñ an- gezogen mit dem Kꝛebs der Gerechtigkeit/ und an Beinen ge- ſtiefelt/ als fertig zu treiben das Evangelium deß Friedes/ da mit ihr bereit ſeyd. Fuͤr allen Dingen ergreiffet den Schild deß Glaubens/ mit welchem ihr außleſchen koͤnnet alle feurige Pfeile deß Boͤſewichts/ und nehmet den Helm deß Heils/ und das Schwerdt deß Geiſtes/ welches iſt das Wort Gottes; und betet ſtets in allem Anligen mit bitten und flehen im Geiſt. Das iſt ein gutter Kampff. 1. Sam. 17 Eph. 6. 14. c. Ein Soldat wenn er gnug gekaͤmpffet und lange zu Felde gelegen/ ſehnet ſich endlich nach dem Quartier/ dar in- nen er außraſte. Gleicher geſtalt wenn ein Chriſt allhier in ſeinem Feldzuge einen gutten Kampff gekaͤmpffet wider den Teuffel mit Glauben/ Gebeth und Heiligem Wandel; wider die Welt und ihre Luͤſte/ als da iſt Augenluſt/ Flei- ſchesluſt/ und hoffaͤrtiges Leben; Wider die Begierde ei- gnen Fleiſches/ daß ſie nicht geherrſchet in dem ſterblichen Leibe/ den fuͤhret Chriſtus JEſus der Feld-HErr in das Quartier einer ſeligen Ruhe; Die Gerechten ruhen in ih- ren Kammern. 1. Pet. 5. 1. Joh. 3. Gal. 5. Eſa. 57 Darnach ehe wir zur kuͤhlen Ruhe gelangen/ iſt unſer Pflicht mit Paulo B. Curſum conſummemus. Unſern Lauff vollenden. Verſtehet den Lauff unſers Chriſtlichen Wandels/ da wir nicht nur wol anfangen zu lauffen/ ſondern biß ans Ende fortlauffen ſollen. Virtus in fine coronat. Die Tugend zeiget zwar ein rauhen Lauff zu gehn/ Am Ende zeigt ſie erſt mit Ruhm bekroͤnet ſtehn. Er ſtellet aber allen vor ein Roͤmiſch Gleichnuͤß/ ge- nommen von denen die in Schrancken lauffen. a. Sie lieffen mit hoͤchſter Begierde. Nichts minder ſollen C ij

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Zitationshilfe: Burckhard, Gottfried: Himmlische Johanna Elisabeth. Breslau, 1673, S. [19]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/511301/19>, abgerufen am 07.03.2021.