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Scheffrich, Jakob: Piorum fatum. Oels, 1626.

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Cum bono Deo.

DEr Vatter der Barmhertzigkeit/ vnd2 Cor. i. v. 3.
Gott alles Trostes/ der vns tröstet in allem
vnserm Trübsal: welcher saget beim Prophe-
ten Esaia 51. Cap. Jch/ Jch bin Ewer Tröster:Es. 51. . 12.
Der wolle Heut vnd zu jederzeit die MüdenJer. 31. v. 25.
Seelen erquicken/ vnd die Bekümmerten Hertzen mit
seinem Krafft vnd Safftwort sättigen; Die Hertz vndApocal. 7.
.
17.

Augen thränen jhnen abwieschen; Vnd sie Trösten wie
einen seine Mutter tröstet. Vns aber allensambt seinEs. 66. v. 13.
Gesetz in vnser Hertz geben vnd in vnsern Sinn schreiben/
damit wir sein Volck vnd Er vnser GOtt sey/ auff dasJer. 31. v. 33.
wir Christlich leben vnd Seelig deromal eines ein schlaffen
mögen Amen.

Erlauchte/ Geliebte vnnd zum theil Hochbe-
trübte/ vnd dannoch von GOtt geliebete Christen/ Plu-l. 1. Polit.
tarchus schreibet von einem Alten Könige in Ponto mit
nahmen Dimo, das nach dem er sehr Reich/ Herrlich Ge-
waltig vnd allzeit Gesundt/ hat er seinen Philosophum,
der stets bey vnd vmb jhn gewesen gefraget: Ob auch ein
Mensch was mehres von den Göttern/ neben diesen Güt-
tern/ als Reichthumb/ Ehr vnd Gesundheit/ bitten solte
vnd köndte. Darauff der Philosophus geantwortet:

Equidom quodnunquam vidi nunc video, quodnun-
quam audivi nunc audio. Nam sanitas divitiae & ho-
nor rarissime uni a diis creduntur, & si in aliquibus
interdum concurrunt, tam brevis est illorun possessio,
ut justiorem plorandi, quod iis spoliati sint; quam
gloriandi, quod ea possederint, causam habeant.

Das ist/ was Jch zuvorn nicht gesehen habe/ das sehe ich:

Was
A ij


Cum bono Deo.

DEr Vatter der Barmhertzigkeit/ vnd2 Cor. i. v. 3.
Gott alles Troſtes/ der vns troͤſtet in allem
vnſerm Truͤbſal: welcher ſaget beim Pꝛophe-
ten Eſaia 51. Cap. Jch/ Jch bin Ewer Troͤſter:Eſ. 51. ꝟ. 12.
Der wolle Heut vnd zu jederzeit die MuͤdenJer. 31. v. 25.
Seelen erquicken/ vnd die Bekuͤmmerten Hertzen mit
ſeinem Krafft vnd Safftwort ſaͤttigen; Die Hertz vndApocal. 7.
ꝟ.
17.

Augen thraͤnen jhnen abwieſchen; Vnd ſie Troͤſten wie
einen ſeine Mutter troͤſtet. Vns aber allenſambt ſeinEſ. 66. v. 13.
Geſetz in vnſer Hertz geben vnd in vnſern Sinn ſchꝛeiben/
damit wir ſein Volck vnd Er vnſer GOtt ſey/ auff dasJer. 31. v. 33.
wir Chꝛiſtlich leben vñ Seelig deromal eines ein ſchlaffen
moͤgen Amen.

Erlauchte/ Geliebte vnnd zum theil Hochbe-
truͤbte/ vnd dannoch von GOtt geliebete Chriſten/ Plu-l. 1. Polit.
tarchus ſchreibet von einem Alten Koͤnige in Ponto mit
nahmen Dimo, das nach dem er ſehr Reich/ Herꝛlich Ge-
waltig vnd allzeit Geſundt/ hat er ſeinen Philoſophum,
der ſtets bey vnd vmb jhn geweſen gefraget: Ob auch ein
Menſch was mehꝛes von den Goͤttern/ neben dieſen Guͤt-
tern/ als Reichthumb/ Ehr vnd Geſundheit/ bitten ſolte
vnd koͤndte. Darauff der Philoſophus geantwortet:

Equidom quodnunquam vidi nunc video, quodnun-
quam audivi nunc audio. Nam ſanitas divitiæ & ho-
nor rariſſimè uni â diis creduntur, & ſi in aliquibus
interdum concurrunt, tam brevis eſt illorũ poſſeſſio,
ut juſtiorem plorandi, quod iis ſpoliati ſint; quàm
gloriandi, quod ea poſſederint, cauſam habeant.

Das iſt/ was Jch zuvorn nicht geſehen habe/ das ſehe ich:

Was
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Zitationshilfe: Scheffrich, Jakob: Piorum fatum. Oels, 1626, S. [3]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/511793/3>, abgerufen am 21.10.2021.