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Scheffrich, Jakob: Terra viventium. Oels, 1636.

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Christliche Leich
saget: Ey du fromer vnd getrewer Knecht/ du bist vber
wenigem getrew gewesen/ Jch wil dich vber viel setzen/
Joh. 16. 33.gehe ein zu deines HErren frewde. Hier heist es Joh. 16.
Jn der Welt habt jhr Angst: aber dort wird lauter frewde
sein/ Dessen Sich auch tröstete der frome Churfürst zu
Mauritius
Herberg.
Tom. 1.
Con. sun.
fol.
441.
Sachsen Mauritius, wenn Er kurtz vor seinem ende sagete:
In mundo tristitia, in Caelo laetitia, Jn der Welt habe
Jch nur Angst gehabt: Aber im Himmel werde Ich frewde
haben. Da wird es ferner heissen Joh. 16. Ewer hertz sol
sich frewen/ vnd Ewere frewde sol niemandt von Euch
Joh. 16. 23.nehmen.

Jn diesem Landt der Lebendigen ist auch vnsere seelige
Fraw Superintendentin: Sie darff nicht mehr klagen
vber jhre Angst vnd Schmertzen: Denn Sie siehet jetzt
GOtt mit frölichen Augen vnd Hertzen. Sie ruhet von
aller jhrer Arbeit in der Hand vnd Schoß des HErren/
Sie erquicket sich im Himlischen Lustgartten/ vnd jhre
Seele frewet sich in dem Lebendigen Gott. Gott helffe
vns allen zu seiner Zeit seeliglich hinnach. Vnd das ist
auch das Ander.

Folget das Dritte vnd Letzte.

III.
Adjunctun.
Das III. Welches wir allhier in gutte obacht nehmen
sollen/ ist Adjunctum, was wir denn im Lande der Leben-
digen antreffen werden. Denn es heist ignoti nulla cu-
pido,
wenn wir nach etwas ein verlangen tragen sollen/
so müssen wir zuvor wissen/ was es vor ein ort oder Landt
sey/ dahin wir vns sehnen sollen. Hiervon berichtet vns
David mit zwar wenig aber sehr Nachdencklichen worten:
Jch gläube aber das Ich sehen werde das gutt
des HERREN im Lande der Lebendigen.

Es

Chriſtliche Leich
ſaget: Ey du fromer vnd getrewer Knecht/ du biſt vber
wenigem getrew geweſen/ Jch wil dich vber viel ſetzen/
Joh. 16. ꝟ 33.gehe ein zu deines HErꝛen frewde. Hier heiſt es Joh. 16.
Jn der Welt habt jhr Angſt: aber doꝛt wird lauter frewde
ſein/ Deſſen Sich auch troͤſtete der frome Churfuͤrſt zu
Mauritius
Herberg.
Tom. 1.
Con. ſun.
fol.
441.
Sachſen Mauritius, weñ Er kurtz vor ſeinem ende ſagete:
In mundo triſtitia, in Cælo lætitia, Jn der Welt habe
Jch nur Angſt gehabt: Aber im Him̃el werde Ich frewde
haben. Da wird es ferner heiſſen Joh. 16. Ewer hertz ſol
ſich frewen/ vnd Ewere frewde ſol niemandt von Euch
Joh. 16. ꝟ 23.nehmen.

Jn dieſem Landt der Lebendigen iſt auch vnſere ſeelige
Fraw Superintendentin: Sie darff nicht mehr klagen
vber jhre Angſt vnd Schmertzen: Denn Sie ſiehet jetzt
GOtt mit froͤlichen Augen vnd Hertzen. Sie ruhet von
aller jhrer Arbeit in der Hand vnd Schoß des HErren/
Sie erquicket ſich im Himliſchen Luſtgartten/ vnd jhre
Seele frewet ſich in dem Lebendigen Gott. Gott helffe
vns allen zu ſeiner Zeit ſeeliglich hinnach. Vnd das iſt
auch das Ander.

Folget das Dritte vnd Letzte.

III.
Adjunctũ.
Das III. Welches wir allhier in gutte obacht nehmen
ſollen/ iſt Adjunctum, was wir denn im Lande der Leben-
digen antreffen werden. Denn es heiſt ignoti nulla cu-
pido,
wenn wir nach etwas ein verlangen tragen ſollen/
ſo muͤſſen wir zuvor wiſſen/ was es vor ein ort oder Landt
ſey/ dahin wir vns ſehnen ſollen. Hiervon berichtet vns
David mit zwar wenig aber ſehr Nachdencklichen woꝛten:
Jch glaͤube aber das Ich ſehen werde das gutt
des HERREN im Lande der Lebendigen.

Es
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[[34]/0034] Chriſtliche Leich ſaget: Ey du fromer vnd getrewer Knecht/ du biſt vber wenigem getrew geweſen/ Jch wil dich vber viel ſetzen/ gehe ein zu deines HErꝛen frewde. Hier heiſt es Joh. 16. Jn der Welt habt jhr Angſt: aber doꝛt wird lauter frewde ſein/ Deſſen Sich auch troͤſtete der frome Churfuͤrſt zu Sachſen Mauritius, weñ Er kurtz vor ſeinem ende ſagete: In mundo triſtitia, in Cælo lætitia, Jn der Welt habe Jch nur Angſt gehabt: Aber im Him̃el werde Ich frewde haben. Da wird es ferner heiſſen Joh. 16. Ewer hertz ſol ſich frewen/ vnd Ewere frewde ſol niemandt von Euch nehmen. Joh. 16. ꝟ 33. Mauritius Herberg. Tom. 1. Con. ſun. fol. 441. Joh. 16. ꝟ 23. Jn dieſem Landt der Lebendigen iſt auch vnſere ſeelige Fraw Superintendentin: Sie darff nicht mehr klagen vber jhre Angſt vnd Schmertzen: Denn Sie ſiehet jetzt GOtt mit froͤlichen Augen vnd Hertzen. Sie ruhet von aller jhrer Arbeit in der Hand vnd Schoß des HErren/ Sie erquicket ſich im Himliſchen Luſtgartten/ vnd jhre Seele frewet ſich in dem Lebendigen Gott. Gott helffe vns allen zu ſeiner Zeit ſeeliglich hinnach. Vnd das iſt auch das Ander. Folget das Dritte vnd Letzte. Das III. Welches wir allhier in gutte obacht nehmen ſollen/ iſt Adjunctum, was wir denn im Lande der Leben- digen antreffen werden. Denn es heiſt ignoti nulla cu- pido, wenn wir nach etwas ein verlangen tragen ſollen/ ſo muͤſſen wir zuvor wiſſen/ was es vor ein ort oder Landt ſey/ dahin wir vns ſehnen ſollen. Hiervon berichtet vns David mit zwar wenig aber ſehr Nachdencklichen woꝛten: Jch glaͤube aber das Ich ſehen werde das gutt des HERREN im Lande der Lebendigen. III. Adjunctũ. Es

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Zitationshilfe: Scheffrich, Jakob: Terra viventium. Oels, 1636, S. [34]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/511795/34>, abgerufen am 28.11.2021.