Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Albinus, Christoph: Trost Trawriger Eltern. Brieg, 1628.

Bild:
<< vorherige Seite
tzende lust verkehret vnschuldige her-
tzen. Er ist bald volkommen wor-
den: vnnd hat viel Jahr erfüllet.
Denn seine Seele gefellet GOtt:
Darumb eylet er mit jhm aus dem
bösen leben.
EXORDIUM II.

JHr Adelichen Hertzen Wer ist vnter vnß/
der so ein steinern oder eysern hertz hat vnd nicht
bewegt wird/ wenn Er da auff der Todtenbaar liegen
siehet/ dieses edle zarte blümlein/ welches vber aller
Leute verhoffen so schnell verwelcket ist.

Jsts nicht war? Wenn jhr ewer hertz vnd augen
auff die weinenden betrübten Eltern wendet/ so jam-
mert vnd erbarmet euch jhrer/ daß sie so zeit/ ich sollen
beraubet werden/ jhres allerliebsten Söhnleins: Die-
ses Söhnleins/ welchem Gott vnd die frömigkeit zun
augen heraus gesehen: Dieses Söhnleins/ welches
der eintzige stamm vnd stütze jhres Geschlechts gewe-
sen: Dieses Söhnleins an welchem GOtt vnnd alle
Tugendliebende Menschen jhre besondere Hertzens-
lust gehabt haben.

Als
tzende luſt verkehret vnſchuldige her-
tzen. Er iſt bald volkommen wor-
den: vnnd hat viel Jahr erfuͤllet.
Denn ſeine Seele gefellet GOtt:
Darumb eylet er mit jhm aus dem
boͤſen leben.
EXORDIUM II.

JHr Adelichen Hertzen Wer iſt vnter vnß/
der ſo ein ſteinern oder eyſern hertz hat vnd nicht
bewegt wird/ wenn Er da auff der Todtenbaar liegen
ſiehet/ dieſes edle zarte bluͤmlein/ welches vber aller
Leute verhoffen ſo ſchnell verwelcket iſt.

Jſts nicht war? Wenn jhr ewer hertz vnd augen
auff die weinenden betruͤbten Eltern wendet/ ſo jam-
mert vnd erbarmet euch jhrer/ daß ſie ſo zeit/ ich ſollen
beraubet werden/ jhres allerliebſten Soͤhnleins: Die-
ſes Soͤhnleins/ welchem Gott vnd die froͤmigkeit zun
augen heraus geſehen: Dieſes Soͤhnleins/ welches
der eintzige ſtamm vnd ſtuͤtze jhres Geſchlechts gewe-
ſen: Dieſes Soͤhnleins an welchem GOtt vnnd alle
Tugendliebende Menſchen jhre beſondere Hertzens-
luſt gehabt haben.

Als
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="fsSermon" n="1">
        <div type="fsBibleVerse" n="2">
          <cit>
            <quote>
              <pb facs="#f0006" n="[6]"/> <hi rendition="#fr">tzende lu&#x017F;t verkehret vn&#x017F;chuldige her-<lb/>
tzen. Er i&#x017F;t bald volkommen wor-<lb/>
den: vnnd hat viel Jahr erfu&#x0364;llet.<lb/>
Denn &#x017F;eine Seele gefellet GOtt:<lb/>
Darumb eylet er mit jhm aus dem<lb/>
bo&#x0364;&#x017F;en leben.</hi> </quote>
            <bibl/>
          </cit>
        </div><lb/>
        <div type="fsExordium" n="2">
          <head> <hi rendition="#aq">EXORDIUM <hi rendition="#g">II.</hi></hi> </head><lb/>
          <p><hi rendition="#fr"><hi rendition="#in">J</hi>Hr Adelichen Hertzen</hi> Wer i&#x017F;t vnter vnß/<lb/>
der &#x017F;o ein &#x017F;teinern oder ey&#x017F;ern hertz hat vnd nicht<lb/>
bewegt wird/ wenn Er da auff der Todtenbaar liegen<lb/>
&#x017F;iehet/ die&#x017F;es edle zarte blu&#x0364;mlein/ welches vber aller<lb/>
Leute verhoffen &#x017F;o &#x017F;chnell verwelcket i&#x017F;t.</p><lb/>
          <p>J&#x017F;ts nicht war? Wenn jhr ewer hertz vnd augen<lb/>
auff die weinenden betru&#x0364;bten Eltern wendet/ &#x017F;o jam-<lb/>
mert vnd erbarmet euch jhrer/ daß &#x017F;ie &#x017F;o zeit/ ich &#x017F;ollen<lb/>
beraubet werden/ jhres allerlieb&#x017F;ten So&#x0364;hnleins<hi rendition="#i">:</hi> Die-<lb/>
&#x017F;es So&#x0364;hnleins/ welchem Gott vnd die fro&#x0364;migkeit zun<lb/>
augen heraus ge&#x017F;ehen: Die&#x017F;es So&#x0364;hnleins/ welches<lb/>
der eintzige &#x017F;tamm vnd &#x017F;tu&#x0364;tze jhres Ge&#x017F;chlechts gewe-<lb/>
&#x017F;en: Die&#x017F;es So&#x0364;hnleins an welchem GOtt vnnd alle<lb/>
Tugendliebende Men&#x017F;chen jhre be&#x017F;ondere Hertzens-<lb/>
lu&#x017F;t gehabt haben.</p><lb/>
          <fw place="bottom" type="catch">Als</fw><lb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[6]/0006] tzende luſt verkehret vnſchuldige her- tzen. Er iſt bald volkommen wor- den: vnnd hat viel Jahr erfuͤllet. Denn ſeine Seele gefellet GOtt: Darumb eylet er mit jhm aus dem boͤſen leben. EXORDIUM II. JHr Adelichen Hertzen Wer iſt vnter vnß/ der ſo ein ſteinern oder eyſern hertz hat vnd nicht bewegt wird/ wenn Er da auff der Todtenbaar liegen ſiehet/ dieſes edle zarte bluͤmlein/ welches vber aller Leute verhoffen ſo ſchnell verwelcket iſt. Jſts nicht war? Wenn jhr ewer hertz vnd augen auff die weinenden betruͤbten Eltern wendet/ ſo jam- mert vnd erbarmet euch jhrer/ daß ſie ſo zeit/ ich ſollen beraubet werden/ jhres allerliebſten Soͤhnleins: Die- ſes Soͤhnleins/ welchem Gott vnd die froͤmigkeit zun augen heraus geſehen: Dieſes Soͤhnleins/ welches der eintzige ſtamm vnd ſtuͤtze jhres Geſchlechts gewe- ſen: Dieſes Soͤhnleins an welchem GOtt vnnd alle Tugendliebende Menſchen jhre beſondere Hertzens- luſt gehabt haben. Als

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/522424
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/522424/6
Zitationshilfe: Albinus, Christoph: Trost Trawriger Eltern. Brieg, 1628, S. [6]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/522424/6>, abgerufen am 22.10.2021.