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Hofstetter, Johannes: Oi nekroi eg[o]rtesuntoi aphtarsi [gr.]. Jena, 1617.

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Christliche Leichpredigt.

Dich aber du grosser Ehren König
Christe Jesu/ bitten wir Fußfelliglich/ weil wir
Joh. 15. v. 6.ohne dich nichts thun können/ Joh. 15. v. 5. Du
wollest mit deiner Krafft vnsere Hertzen bespren-
gen vnd befeuchten/ darmit auch zu diesem mal
der Edle Same des Göttlichen Worts bey vns
Luc. 8. v. 8.nicht ersticke/ sondern herfür wachse/ vnd zu vn-
ser Aufferbawung hundertfeltige Frucht trage
vnd bringe/ AMEN.

Vom Ersten.

1. Cor. 15.
v.
50.
SO hatte nun der heilige Apostel aller-
nechst zuvor/ als vers. 50. gesagt/ solten wir
das Reich GOTtes ererben/ so dürfften wir
Fleisch vnnd Blut nicht bleiben. Damit wir
aber Fleisch vnd Blut nicht bleiben möchten/ hatte er ange-
deutet/ müsten wir in der Erden/ gleich als in eim Tiegel
vmbgegossen/ vnd von aller Natürligkeit allerdings geseu-
bert vnd gereiniget werden.

Wann dann deme also/ so berichtet er hierauff vnd in
den verlesenen Worten: Ob dann alle Menschen werden
sterben? Vnd do sie nicht alle sterben werden/ wie sie Flei-
sches vnd Bluts/ welche das Reich Gottes nicht können er-
erben/ vnnd der Verweßligkeit werden loß werden? So
spricht er aber: Sihe/ Jch sage euch ein Geheim-

nüß:
Chriſtliche Leichpredigt.

Dich aber du groſſer Ehren Koͤnig
Chriſte Jeſu/ bitten wir Fußfelliglich/ weil wir
Joh. 15. v. 6.ohne dich nichts thun koͤnnen/ Joh. 15. v. 5. Du
wolleſt mit deiner Krafft vnſere Hertzen beſpren-
gen vnd befeuchten/ darmit auch zu dieſem mal
der Edle Same des Goͤttlichen Worts bey vns
Luc. 8. v. 8.nicht erſticke/ ſondern herfuͤr wachſe/ vnd zu vn-
ſer Aufferbawung hundertfeltige Frucht trage
vnd bringe/ AMEN.

Vom Erſten.

1. Cor. 15.
v.
50.
SO hatte nun der heilige Apoſtel aller-
nechſt zuvor/ als verſ. 50. geſagt/ ſolten wir
das Reich GOTtes ererben/ ſo duͤrfften wir
Fleiſch vnnd Blut nicht bleiben. Damit wir
aber Fleiſch vnd Blut nicht bleiben moͤchten/ hatte er ange-
deutet/ muͤſten wir in der Erden/ gleich als in eim Tiegel
vmbgegoſſen/ vnd von aller Natuͤrligkeit allerdings geſeu-
bert vnd gereiniget werden.

Wann dann deme alſo/ ſo berichtet er hierauff vnd in
den verleſenen Worten: Ob dann alle Menſchen werden
ſterben? Vnd do ſie nicht alle ſterben werden/ wie ſie Flei-
ſches vnd Bluts/ welche das Reich Gottes nicht koͤnnen er-
erben/ vnnd der Verweßligkeit werden loß werden? So
ſpricht er aber: Sihe/ Jch ſage euch ein Geheim-

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[14/0014] Chriſtliche Leichpredigt. Dich aber du groſſer Ehren Koͤnig Chriſte Jeſu/ bitten wir Fußfelliglich/ weil wir ohne dich nichts thun koͤnnen/ Joh. 15. v. 5. Du wolleſt mit deiner Krafft vnſere Hertzen beſpren- gen vnd befeuchten/ darmit auch zu dieſem mal der Edle Same des Goͤttlichen Worts bey vns nicht erſticke/ ſondern herfuͤr wachſe/ vnd zu vn- ſer Aufferbawung hundertfeltige Frucht trage vnd bringe/ AMEN. Joh. 15. v. 6. Luc. 8. v. 8. Vom Erſten. SO hatte nun der heilige Apoſtel aller- nechſt zuvor/ als verſ. 50. geſagt/ ſolten wir das Reich GOTtes ererben/ ſo duͤrfften wir Fleiſch vnnd Blut nicht bleiben. Damit wir aber Fleiſch vnd Blut nicht bleiben moͤchten/ hatte er ange- deutet/ muͤſten wir in der Erden/ gleich als in eim Tiegel vmbgegoſſen/ vnd von aller Natuͤrligkeit allerdings geſeu- bert vnd gereiniget werden. 1. Cor. 15. v. 50. Wann dann deme alſo/ ſo berichtet er hierauff vnd in den verleſenen Worten: Ob dann alle Menſchen werden ſterben? Vnd do ſie nicht alle ſterben werden/ wie ſie Flei- ſches vnd Bluts/ welche das Reich Gottes nicht koͤnnen er- erben/ vnnd der Verweßligkeit werden loß werden? So ſpricht er aber: Sihe/ Jch ſage euch ein Geheim- nuͤß:

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Zitationshilfe: Hofstetter, Johannes: Oi nekroi eg[o]rtesuntoi aphtarsi [gr.]. Jena, 1617, S. 14. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/523539/14>, abgerufen am 04.03.2021.