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Münch, Johann: Christliche Leichpredigt. Straßburg, 1619.

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Christliche
diese wort des H. Apostels Pauli auff dißmahl einfaltig zu erkleren
für mich nemmen/ vnd E. liebe nachvolgende zwen Puncten dar-
auß fürtragen vnd erkleren.

Divisio.Erstlich wie sich Paulus selber vns allen zum Exempel vorstel-
let/ wie er sein Leben auff Erden geführet hab/ vnd wie jhme alle
Christen auch sollen nachfolgen.

Zum andern/ was Er für einen Lohn zu empfangen hab im
ewigen Leben/ vnnd wie sich alle fromme Christen desselben auch
zugetösten haben.

PARS. I.

[unleserliches Material - Zeichen fehlt] Pars.Was nun das erste stuck belangt/ So hat der Heilige Apostel
Paulus dazumal/ als er diese Epistel an seinen Jünger Timotheun
geschriben/ wol gewust vnd gesehen/ das Er sein Leben bald werde
laßen müssen. Dann Er lag zu Rom vnder dem Keyser Nerone
gefangen/ wie Er in den verlesenen Worten spricht: Jch werde
schon geopffert/ vnnd die zeit meines abscheidens ist schon vorhan-
den. Paulus redet hie von seiner Marter/ die Er vnder Nerone
hatt auß stehen müssen/ das Er vmb das Heilig Evangelij/ vnnd
bekandtnuß Christi willen ist Enthauptet worden. Ob aber schon
wol solche seine Marter vor der Welt ein sehr schmehlichs ansehen
gehapt hat/ so nennet doch Paulus dieselbige ein Opffer/ Jch wer-
de schon geopfferet. Vergleicht seine Marter mit den Opfferen
des Alten Testaments/ daß wie man die Farren/ Ochsen/ Kelber/
Schaffe/ Böcke/ Gott dem Herren zu Ehren hat auffgeopffert/
vnd auff dem Altar mit Fewr verbrant: Also will S. Paulus
sagen/ ob schon wol sein Todt vnnd Marter vor der Welt gantz
schmehlich anzusehen ist/ so ist Er doch vor Gott Heilig vnd Her-
lich/ daran Er ein gleichmeßiges gefallen hat/ wie an den Opffren/

die im

Chriſtliche
dieſe wort des H. Apoſtels Pauli auff dißmahl einfaltig zu erkleren
fuͤr mich nemmen/ vnd E. liebe nachvolgende zwen Puncten dar-
auß fuͤrtragen vnd erkleren.

Diviſio.Erſtlich wie ſich Paulus ſelber vns allen zum Exempel vorſtel-
let/ wie er ſein Leben auff Erden gefuͤhret hab/ vnd wie jhme alle
Chriſten auch ſollen nachfolgen.

Zum andern/ was Er fuͤr einen Lohn zu empfangen hab im
ewigen Leben/ vnnd wie ſich alle fromme Chriſten deſſelben auch
zugetoͤſten haben.

PARS. I.

[unleserliches Material – Zeichen fehlt] Pars.Was nun das erſte ſtuck belangt/ So hat der Heilige Apoſtel
Paulus dazumal/ als er dieſe Epiſtel an ſeinẽ Juͤnger Timotheũ
geſchriben/ wol gewuſt vnd geſehen/ das Er ſein Leben bald werde
laßen muͤſſen. Dann Er lag zu Rom vnder dem Keyſer Nerone
gefangen/ wie Er in den verleſenen Worten ſpricht: Jch werde
ſchon geopffert/ vnnd die zeit meines abſcheidens iſt ſchon vorhan-
den. Paulus redet hie von ſeiner Marter/ die Er vnder Nerone
hatt auß ſtehen muͤſſen/ das Er vmb das Heilig Evangelij/ vnnd
bekandtnuß Chriſti willen iſt Enthauptet worden. Ob aber ſchon
wol ſolche ſeine Marter vor der Welt ein ſehr ſchmehlichs anſehen
gehapt hat/ ſo nennet doch Paulus dieſelbige ein Opffer/ Jch wer-
de ſchon geopfferet. Vergleicht ſeine Marter mit den Opfferen
des Alten Teſtaments/ daß wie man die Farren/ Ochſen/ Kelber/
Schaffe/ Boͤcke/ Gott dem Herꝛen zu Ehren hat auffgeopffert/
vnd auff dem Altar mit Fewr verbrant: Alſo will S. Paulus
ſagen/ ob ſchon wol ſein Todt vnnd Marter vor der Welt gantz
ſchmehlich anzuſehen iſt/ ſo iſt Er doch vor Gott Heilig vnd Her-
lich/ daran Er ein gleichmeßiges gefallẽ hat/ wie an den Opffren/

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[8/0010] Chriſtliche dieſe wort des H. Apoſtels Pauli auff dißmahl einfaltig zu erkleren fuͤr mich nemmen/ vnd E. liebe nachvolgende zwen Puncten dar- auß fuͤrtragen vnd erkleren. Erſtlich wie ſich Paulus ſelber vns allen zum Exempel vorſtel- let/ wie er ſein Leben auff Erden gefuͤhret hab/ vnd wie jhme alle Chriſten auch ſollen nachfolgen. Diviſio. Zum andern/ was Er fuͤr einen Lohn zu empfangen hab im ewigen Leben/ vnnd wie ſich alle fromme Chriſten deſſelben auch zugetoͤſten haben. PARS. I. Was nun das erſte ſtuck belangt/ So hat der Heilige Apoſtel Paulus dazumal/ als er dieſe Epiſtel an ſeinẽ Juͤnger Timotheũ geſchriben/ wol gewuſt vnd geſehen/ das Er ſein Leben bald werde laßen muͤſſen. Dann Er lag zu Rom vnder dem Keyſer Nerone gefangen/ wie Er in den verleſenen Worten ſpricht: Jch werde ſchon geopffert/ vnnd die zeit meines abſcheidens iſt ſchon vorhan- den. Paulus redet hie von ſeiner Marter/ die Er vnder Nerone hatt auß ſtehen muͤſſen/ das Er vmb das Heilig Evangelij/ vnnd bekandtnuß Chriſti willen iſt Enthauptet worden. Ob aber ſchon wol ſolche ſeine Marter vor der Welt ein ſehr ſchmehlichs anſehen gehapt hat/ ſo nennet doch Paulus dieſelbige ein Opffer/ Jch wer- de ſchon geopfferet. Vergleicht ſeine Marter mit den Opfferen des Alten Teſtaments/ daß wie man die Farren/ Ochſen/ Kelber/ Schaffe/ Boͤcke/ Gott dem Herꝛen zu Ehren hat auffgeopffert/ vnd auff dem Altar mit Fewr verbrant: Alſo will S. Paulus ſagen/ ob ſchon wol ſein Todt vnnd Marter vor der Welt gantz ſchmehlich anzuſehen iſt/ ſo iſt Er doch vor Gott Heilig vnd Her- lich/ daran Er ein gleichmeßiges gefallẽ hat/ wie an den Opffren/ die im _ Pars.

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Zitationshilfe: Münch, Johann: Christliche Leichpredigt. Straßburg, 1619, S. 8. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/523602/10>, abgerufen am 27.07.2021.