Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Kheil, Matthias: Scipio Davidis. Geistliches Stöggelgeschlecht. Prag, 1618.

Bild:
<< vorherige Seite
GOtt/ dessen wort vnd trewe Knecht
Er alzeit hat geehret recht:
Dennoch ist er gestorben.
Mit Golt vnd Silber den Altar
Er ziehrt/ gab auch viel Bücher dar:
Dennoch ist er gestorben.
Die Jugend thet er zum Studirn
Befördern vnd selbst informirn:
Dennoch ist er gestorben.
Daß Armuht hat bey jhm viel gunst/
Er halff mit Geldt vnd seiner Kunst/
Dennoch ist er gestorben.
Gar fleißig inn der Vormündschafft
Er war/ den Mündlein Nutzenschafft:
Dennoch ist er gestorben.
Der Wittwen er sich auch annahm/
Gefodert er gar willig kam/
Dennoch ist er gestorben.
Gelitten vnd gelernt er viel/
Auch inn seiner Kunst erreicht daß ziel/
Dennoch ist er gestorben.
Kirch/ Schul/ Pfarr/ Bürger jung vnd alt
Arm vnd Reich jhn beweinten baldt/
Alß er nun war gestorben.
Aber kein Kunst noch Artzney jhn
Erhalten kunt/ er must nur hin/
Wie alle Menschen sterben.
Lieber
K
GOtt/ deſſen wort vnd trewe Knecht
Er alzeit hat geehret recht:
Dennoch iſt er geſtorben.
Mit Golt vnd Silber den Altar
Er ziehrt/ gab auch viel Buͤcher dar:
Dennoch iſt er geſtorben.
Die Jugend thet er zum Studirn
Befoͤrdern vnd ſelbſt informirn:
Dennoch iſt er geſtorben.
Daß Armuht hat bey jhm viel gunſt/
Er halff mit Geldt vnd ſeiner Kunſt/
Dennoch iſt er geſtorben.
Gar fleißig inn der Vormuͤndſchafft
Er war/ den Muͤndlein Nutzenſchafft:
Dennoch iſt er geſtorben.
Der Wittwen er ſich auch annahm/
Gefodert er gar willig kam/
Dennoch iſt er geſtorben.
Gelitten vnd gelernt er viel/
Auch inn ſeiner Kunſt erreicht daß ziel/
Dennoch iſt er geſtorben.
Kirch/ Schul/ Pfarr/ Buͤrger jung vnd alt
Arm vnd Reich jhn beweinten baldt/
Alß er nun war geſtorben.
Aber kein Kunſt noch Artzney jhn
Erhalten kunt/ er muſt nur hin/
Wie alle Menſchen ſterben.
Lieber
K
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="fsEpicedia" n="1">
        <div n="2">
          <lg type="poem">
            <pb facs="#f0073" n="[73]"/>
            <l>GOtt/ de&#x017F;&#x017F;en wort vnd trewe Knecht</l><lb/>
            <l>Er alzeit hat geehret recht:</l><lb/>
            <l> <hi rendition="#et">Dennoch i&#x017F;t er ge&#x017F;torben.</hi> </l><lb/>
            <l>Mit Golt vnd Silber den Altar</l><lb/>
            <l>Er ziehrt/ gab auch viel Bu&#x0364;cher dar:</l><lb/>
            <l> <hi rendition="#et">Dennoch i&#x017F;t er ge&#x017F;torben.</hi> </l><lb/>
            <l>Die Jugend thet er zum Studirn</l><lb/>
            <l>Befo&#x0364;rdern vnd &#x017F;elb&#x017F;t <hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">informirn:</hi></hi></l><lb/>
            <l> <hi rendition="#et">Dennoch i&#x017F;t er ge&#x017F;torben.</hi> </l><lb/>
            <l>Daß Armuht hat bey jhm viel gun&#x017F;t/</l><lb/>
            <l>Er halff mit Geldt vnd &#x017F;einer Kun&#x017F;t/</l><lb/>
            <l> <hi rendition="#et">Dennoch i&#x017F;t er ge&#x017F;torben.</hi> </l><lb/>
            <l>Gar fleißig inn der Vormu&#x0364;nd&#x017F;chafft</l><lb/>
            <l>Er war/ den Mu&#x0364;ndlein Nutzen&#x017F;chafft:</l><lb/>
            <l> <hi rendition="#et">Dennoch i&#x017F;t er ge&#x017F;torben.</hi> </l><lb/>
            <l>Der Wittwen er &#x017F;ich auch annahm/</l><lb/>
            <l>Gefodert er gar willig kam/</l><lb/>
            <l> <hi rendition="#et">Dennoch i&#x017F;t er ge&#x017F;torben.</hi> </l><lb/>
            <l>Gelitten vnd gelernt er viel/</l><lb/>
            <l>Auch inn &#x017F;einer Kun&#x017F;t erreicht daß ziel/</l><lb/>
            <l> <hi rendition="#et">Dennoch i&#x017F;t er ge&#x017F;torben.</hi> </l><lb/>
            <l>Kirch/ Schul/ Pfarr/ Bu&#x0364;rger jung vnd alt</l><lb/>
            <l>Arm vnd Reich jhn beweinten baldt/</l><lb/>
            <l> <hi rendition="#et">Alß er nun war ge&#x017F;torben.</hi> </l><lb/>
            <l>Aber kein Kun&#x017F;t noch Artzney jhn</l><lb/>
            <l>Erhalten kunt/ er mu&#x017F;t nur hin/</l><lb/>
            <l> <hi rendition="#et">Wie alle Men&#x017F;chen &#x017F;terben.</hi> </l><lb/>
            <fw type="sig" place="bottom">K</fw>
            <fw type="catch" place="bottom">Lieber</fw><lb/>
          </lg>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[73]/0073] GOtt/ deſſen wort vnd trewe Knecht Er alzeit hat geehret recht: Dennoch iſt er geſtorben. Mit Golt vnd Silber den Altar Er ziehrt/ gab auch viel Buͤcher dar: Dennoch iſt er geſtorben. Die Jugend thet er zum Studirn Befoͤrdern vnd ſelbſt informirn: Dennoch iſt er geſtorben. Daß Armuht hat bey jhm viel gunſt/ Er halff mit Geldt vnd ſeiner Kunſt/ Dennoch iſt er geſtorben. Gar fleißig inn der Vormuͤndſchafft Er war/ den Muͤndlein Nutzenſchafft: Dennoch iſt er geſtorben. Der Wittwen er ſich auch annahm/ Gefodert er gar willig kam/ Dennoch iſt er geſtorben. Gelitten vnd gelernt er viel/ Auch inn ſeiner Kunſt erreicht daß ziel/ Dennoch iſt er geſtorben. Kirch/ Schul/ Pfarr/ Buͤrger jung vnd alt Arm vnd Reich jhn beweinten baldt/ Alß er nun war geſtorben. Aber kein Kunſt noch Artzney jhn Erhalten kunt/ er muſt nur hin/ Wie alle Menſchen ſterben. Lieber K

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/523607
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/523607/73
Zitationshilfe: Kheil, Matthias: Scipio Davidis. Geistliches Stöggelgeschlecht. Prag, 1618, S. [73]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/523607/73>, abgerufen am 19.09.2021.