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Cramer, Daniel: Leich- und ValetPredigt. Stettin, 1611.

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Das dritte vnd letzte Stück.

HJer auff nimpt nun der heiliger
Apostel Paulus seinen endlichen abscheid
mit den Worten: Vnd nun siehe/ ich
weis das jhr mein Angesicht nicht
mehr sehen werdet/ alle die/ durch welche ich
gezogen bin/ vnd geprediget habe das Reich
Gottes.
Wil sagen/ nun Ade zu guter Nacht/ ich
wil euch dem lieben GOtt befehlen/ ich fahre dahin
meine Strassen/ vnnd werde dieser örter nicht mehr
kommen/ nicht allein aber dieser örter/ sondern auch/
da ich sonsten durch gezogen bin/ vnnd geprediget ha-
be/ werde ich nicht mehr kommen/ darumb wil ich hie-
mit meinen gäntzlichen abscheid von euch nemen/ denn
wir werden vns in diesem Leben nicht mehr sprechen.
Dabey henget er zugleich mit an eine protestation,
das er sein Ampt dergestalt bey jhnen getrieben habe/
das er kein theil haben wolle/ an jhrem Verdamnus/
da jo jemandt solte verwarloset sein. Darumb

zeuge
E


Das dritte vnd letzte Stuͤck.

HJer auff nimpt nun der heiliger
Apoſtel Paulus ſeinen endlichen abſcheid
mit den Worten: Vnd nun ſiehe/ ich
weis das jhr mein Angeſicht nicht
mehr ſehen werdet/ alle die/ durch welche ich
gezogen bin/ vnd geprediget habe das Reich
Gottes.
Wil ſagen/ nun Ade zu guter Nacht/ ich
wil euch dem lieben GOtt befehlen/ ich fahre dahin
meine Straſſen/ vnnd werde dieſer oͤrter nicht mehr
kommen/ nicht allein aber dieſer oͤrter/ ſondern auch/
da ich ſonſten durch gezogen bin/ vnnd geprediget ha-
be/ werde ich nicht mehr kommen/ darumb wil ich hie-
mit meinen gaͤntzlichen abſcheid von euch nemen/ deñ
wir werden vns in dieſem Leben nicht mehr ſprechen.
Dabey henget er zugleich mit an eine proteſtation,
das er ſein Ampt dergeſtalt bey jhnen getrieben habe/
das er kein theil haben wolle/ an jhrem Verdamnus/
da jo jemandt ſolte verwarloſet ſein. Darumb

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E
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[[33]/0033] Das dritte vnd letzte Stuͤck. HJer auff nimpt nun der heiliger Apoſtel Paulus ſeinen endlichen abſcheid mit den Worten: Vnd nun ſiehe/ ich weis das jhr mein Angeſicht nicht mehr ſehen werdet/ alle die/ durch welche ich gezogen bin/ vnd geprediget habe das Reich Gottes. Wil ſagen/ nun Ade zu guter Nacht/ ich wil euch dem lieben GOtt befehlen/ ich fahre dahin meine Straſſen/ vnnd werde dieſer oͤrter nicht mehr kommen/ nicht allein aber dieſer oͤrter/ ſondern auch/ da ich ſonſten durch gezogen bin/ vnnd geprediget ha- be/ werde ich nicht mehr kommen/ darumb wil ich hie- mit meinen gaͤntzlichen abſcheid von euch nemen/ deñ wir werden vns in dieſem Leben nicht mehr ſprechen. Dabey henget er zugleich mit an eine proteſtation, das er ſein Ampt dergeſtalt bey jhnen getrieben habe/ das er kein theil haben wolle/ an jhrem Verdamnus/ da jo jemandt ſolte verwarloſet ſein. Darumb zeuge E

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Zitationshilfe: Cramer, Daniel: Leich- und ValetPredigt. Stettin, 1611, S. [33]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/523696/33>, abgerufen am 28.02.2021.