Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Neomenius, Johann: Glaubens Prob Bringt sieg und Lob. Brieg, 1616.

Bild:
<< vorherige Seite

mögen versucht werden: Sondern machet das
die versuchung so ein ende gewinne/ das sie es kön-
nen ertragen.
Dannenher auch wir mit allen heiligen
auff jhn
(den Herrn vnsern Gott) vnsers hertzens zu-
vorsicht setzen/
vnnd in aller noth zu jhm zuflucht ha-Psal. 62. v 9
ben/ der vnser schirm vnnd schildt ist/ vnter welchesPsal. 71. v 7
flügel schatten wir beschirmet werden vnd sicher blei-Psal. 91. v 4
ben als vnter einem starcken Schilde/ den kein PfeilPsal 17. v 8.
durch bohren kan.Psal 7. v 11Ephes. 6. v
16.

Das ich aber diese wundergeschicht bey begehrter Leich-
predigt zu handeln fürgenommen/ ist nicht plumbsweise/
oder vngefehr geschehen/ sondern habe hirzu sondere zwo
wichtige vrsachen Eine das von der betrübten Fraw Mut-
ter/ durch jhren abgefertigten erbetenen Anwalden/ mir die-
se Historia/ selbst ist Nahmkündig gemacht/ vnnd gleich-
sam inn die hand gegeben worden. Die andere das der selig
verstorbene Knabe/ inn seiner Biblischen lection zu hause
an dieser grossen geschicht/ seine sondere lust vnnd grosse freu-
de gehabt/ das er dieselbige offt überlesen/ vnnd so weit sich
sein vorstand in seinem kindlichen alter erstreckt/ seine Geist-
liche gutte gedancken darüber gehabt. Wenn man nun den be-
trübten jhr begehren übel abschlagen/ vnd den selig verstorbe-
nen jhre gutte gedancken vnnd übungen billich nachrühmen
sol/ habe ich es nicht vnbillich zu sein erachtet/ dieses falß
mich jhnen zu bequemen/ zumal/ weil sich diese geschicht
(wie ob Gott wil sol gehöret werden/) auff solchen todes
fall sehr fein appliciren lesset.

Damit wir nun dieselbte desto richtiger vorstehen/ vnnd

besser
B

moͤgen verſucht werden: Sondern machet das
die verſuchung ſo ein ende gewinne/ das ſie es koͤn-
nen ertragen.
Dannenher auch wir mit allen heiligen
auff jhn
(den Herrn vnſern Gott) vnſers hertzens zu-
vorſicht ſetzen/
vnnd in aller noth zu jhm zuflucht ha-Pſal. 62. v 9
ben/ der vnſer ſchirm vnnd ſchildt iſt/ vnter welchesPſal. 71. v 7
fluͤgel ſchatten wir beſchirmet werden vnd ſicher blei-Pſal. 91. v 4
ben als vnter einem ſtarcken Schilde/ den kein PfeilPſal 17. v 8.
durch bohren kan.Pſal 7. v 11Epheſ. 6. v
16.

Das ich aber dieſe wundergeſchicht bey begehrter Leich-
predigt zu handeln fuͤrgenommen/ iſt nicht plumbsweiſe/
oder vngefehr geſchehen/ ſondern habe hirzu ſondere zwo
wichtige vrſachen Eine das von der betruͤbten Fraw Mut-
ter/ durch jhren abgefertigten erbetenen Anwalden/ mir die-
ſe Hiſtoria/ ſelbſt iſt Nahmkuͤndig gemacht/ vnnd gleich-
ſam inn die hand gegeben worden. Die andere das der ſelig
verſtorbene Knabe/ inn ſeiner Bibliſchen lection zu hauſe
an dieſer groſſen geſchicht/ ſeine ſondere luſt vnnd groſſe freu-
de gehabt/ das er dieſelbige offt uͤberleſen/ vnnd ſo weit ſich
ſein vorſtand in ſeinem kindlichen alter erſtreckt/ ſeine Geiſt-
liche gutte gedancken daruͤber gehabt. Weñ man nun den be-
truͤbten jhr begehren uͤbel abſchlagen/ vñ den ſelig verſtorbe-
nen jhre gutte gedancken vnnd uͤbungen billich nachruͤhmen
ſol/ habe ich es nicht vnbillich zu ſein erachtet/ dieſes falß
mich jhnen zu bequemen/ zumal/ weil ſich dieſe geſchicht
(wie ob Gott wil ſol gehoͤret werden/) auff ſolchen todes
fall ſehr fein appliciren leſſet.

Damit wir nun dieſelbte deſto richtiger vorſtehen/ vnnd

beſſer
B
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="fsSermon" n="1">
        <div type="fsExordium" n="2">
          <p><pb facs="#f0009" n="[9]"/><hi rendition="#fr">mo&#x0364;gen ver&#x017F;ucht werden: Sondern machet das<lb/>
die ver&#x017F;uchung &#x017F;o ein ende gewinne/ das &#x017F;ie es ko&#x0364;n-<lb/>
nen ertragen.</hi> Dannenher auch wir <hi rendition="#fr">mit allen heiligen<lb/>
auff jhn</hi> (den Herrn vn&#x017F;ern Gott) <hi rendition="#fr">vn&#x017F;ers hertzens zu-<lb/>
vor&#x017F;icht &#x017F;etzen/</hi> vnnd in aller noth zu jhm <hi rendition="#fr">zuflucht ha-</hi><note place="right"><hi rendition="#aq">P<hi rendition="#i">&#x017F;al.</hi> 62. <hi rendition="#i">v</hi></hi> 9</note><lb/><hi rendition="#fr">ben/</hi> der <hi rendition="#fr">vn&#x017F;er &#x017F;chirm vnnd &#x017F;childt</hi> i&#x017F;t/ vnter <hi rendition="#fr">welches</hi><note place="right"><hi rendition="#aq">P<hi rendition="#i">&#x017F;al.</hi> 71. <hi rendition="#i">v</hi></hi> 7</note><lb/><hi rendition="#fr">flu&#x0364;gel &#x017F;chatten</hi> wir <hi rendition="#fr">be&#x017F;chirmet werden</hi> vnd &#x017F;icher blei-<note place="right"><hi rendition="#aq">P<hi rendition="#i">&#x017F;al.</hi> 91. <hi rendition="#i">v</hi></hi> 4</note><lb/>
ben als vnter einem <hi rendition="#fr">&#x017F;tarcken Schilde/</hi> den <hi rendition="#fr">kein Pfeil</hi><note place="right"><hi rendition="#aq">P<hi rendition="#i">&#x017F;al</hi> 17. <hi rendition="#i">v</hi></hi> 8.</note><lb/><lb/>
durch bohren kan.<note place="right"><hi rendition="#aq">P<hi rendition="#i">&#x017F;al</hi> 7. <hi rendition="#i">v</hi></hi> 11</note><note place="right"><hi rendition="#aq">E<hi rendition="#i">phe&#x017F;.</hi> 6. <hi rendition="#i">v</hi></hi><lb/>
16.</note></p><lb/>
          <p>Das ich aber die&#x017F;e wunderge&#x017F;chicht bey begehrter Leich-<lb/>
predigt zu handeln fu&#x0364;rgenommen/ i&#x017F;t nicht plumbswei&#x017F;e/<lb/>
oder vngefehr ge&#x017F;chehen/ &#x017F;ondern habe hirzu &#x017F;ondere zwo<lb/>
wichtige vr&#x017F;achen Eine das von der betru&#x0364;bten Fraw Mut-<lb/>
ter/ durch jhren abgefertigten erbetenen Anwalden/ mir die-<lb/>
&#x017F;e Hi&#x017F;toria/ &#x017F;elb&#x017F;t i&#x017F;t Nahmku&#x0364;ndig gemacht/ vnnd gleich-<lb/>
&#x017F;am inn die hand gegeben worden. Die andere das der &#x017F;elig<lb/>
ver&#x017F;torbene Knabe/ inn &#x017F;einer Bibli&#x017F;chen <hi rendition="#aq">lection</hi> zu hau&#x017F;e<lb/>
an die&#x017F;er gro&#x017F;&#x017F;en ge&#x017F;chicht/ &#x017F;eine &#x017F;ondere lu&#x017F;t vnnd gro&#x017F;&#x017F;e freu-<lb/>
de gehabt/ das er die&#x017F;elbige offt u&#x0364;berle&#x017F;en/ vnnd &#x017F;o weit &#x017F;ich<lb/>
&#x017F;ein vor&#x017F;tand in &#x017F;einem kindlichen alter er&#x017F;treckt/ &#x017F;eine Gei&#x017F;t-<lb/>
liche gutte gedancken daru&#x0364;ber gehabt. Wen&#x0303; man nun den be-<lb/>
tru&#x0364;bten jhr begehren u&#x0364;bel ab&#x017F;chlagen/ vn&#x0303; den &#x017F;elig ver&#x017F;torbe-<lb/>
nen jhre gutte gedancken vnnd u&#x0364;bungen billich nachru&#x0364;hmen<lb/>
&#x017F;ol/ habe ich es nicht vnbillich zu &#x017F;ein erachtet/ die&#x017F;es falß<lb/>
mich jhnen zu bequemen/ zumal/ weil &#x017F;ich die&#x017F;e ge&#x017F;chicht<lb/>
(wie ob Gott wil &#x017F;ol geho&#x0364;ret werden/) auff &#x017F;olchen todes<lb/>
fall &#x017F;ehr fein <hi rendition="#aq">appliciren</hi> le&#x017F;&#x017F;et.</p><lb/>
          <p>Damit wir nun die&#x017F;elbte de&#x017F;to richtiger vor&#x017F;tehen/ vnnd<lb/>
<fw place="bottom" type="sig">B</fw><fw place="bottom" type="catch">be&#x017F;&#x017F;er</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[9]/0009] moͤgen verſucht werden: Sondern machet das die verſuchung ſo ein ende gewinne/ das ſie es koͤn- nen ertragen. Dannenher auch wir mit allen heiligen auff jhn (den Herrn vnſern Gott) vnſers hertzens zu- vorſicht ſetzen/ vnnd in aller noth zu jhm zuflucht ha- ben/ der vnſer ſchirm vnnd ſchildt iſt/ vnter welches fluͤgel ſchatten wir beſchirmet werden vnd ſicher blei- ben als vnter einem ſtarcken Schilde/ den kein Pfeil durch bohren kan. Pſal. 62. v 9 Pſal. 71. v 7 Pſal. 91. v 4 Pſal 17. v 8. Pſal 7. v 11 Epheſ. 6. v 16. Das ich aber dieſe wundergeſchicht bey begehrter Leich- predigt zu handeln fuͤrgenommen/ iſt nicht plumbsweiſe/ oder vngefehr geſchehen/ ſondern habe hirzu ſondere zwo wichtige vrſachen Eine das von der betruͤbten Fraw Mut- ter/ durch jhren abgefertigten erbetenen Anwalden/ mir die- ſe Hiſtoria/ ſelbſt iſt Nahmkuͤndig gemacht/ vnnd gleich- ſam inn die hand gegeben worden. Die andere das der ſelig verſtorbene Knabe/ inn ſeiner Bibliſchen lection zu hauſe an dieſer groſſen geſchicht/ ſeine ſondere luſt vnnd groſſe freu- de gehabt/ das er dieſelbige offt uͤberleſen/ vnnd ſo weit ſich ſein vorſtand in ſeinem kindlichen alter erſtreckt/ ſeine Geiſt- liche gutte gedancken daruͤber gehabt. Weñ man nun den be- truͤbten jhr begehren uͤbel abſchlagen/ vñ den ſelig verſtorbe- nen jhre gutte gedancken vnnd uͤbungen billich nachruͤhmen ſol/ habe ich es nicht vnbillich zu ſein erachtet/ dieſes falß mich jhnen zu bequemen/ zumal/ weil ſich dieſe geſchicht (wie ob Gott wil ſol gehoͤret werden/) auff ſolchen todes fall ſehr fein appliciren leſſet. Damit wir nun dieſelbte deſto richtiger vorſtehen/ vnnd beſſer B

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/523923
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/523923/9
Zitationshilfe: Neomenius, Johann: Glaubens Prob Bringt sieg und Lob. Brieg, 1616, S. [9]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/523923/9>, abgerufen am 08.05.2021.