Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Briaeus, Franciscus: Leichpredigt/ Bey der Begrebnuß. Marburg, 1616.

Bild:
<< vorherige Seite

ist Rahel dem Ertzvatter Jacob verehlicht wor-
den/ welches höchlichen zu rühmen/ vnd nicht ohne
Prov. 19.regirung Gottes deß Allmechtigen zugangen. Denn
wie ein vernünfftig Weib vom HErrn kömpt; also
gibt Gott der Allmechtige auch fromme vnnd ehr-
liebende Ehemänner.

Transitio
ad Archi-
patres.
Es seynd aber die Ertzvätter gewesen Luminaria
Mundi, Patres patriae,
Praesidenten im geistlichen vnd
weltlichen Regiment/ Quos inferiores cum subjectione
summe coluerunt,
welche bey andern in grossem An-
sehen gewesen/ vnnd vor welchen sie sich auch ge-
förchtet haben. Diesem Ertzvatter ist Rahel conju-
gii vinculo
vertrawet gewesen.

Transitio
ad Con-
sanguini-
tatis gra-
dum.
Es ist aber Rahel dem Jacob mit Blutfreundt-
schafft im andern gradu verwandt gewesen/ Sinte-
mal Jacobs Mutter die Rebecca/ Labans Schwe-
ster war/ Rahel aber Labans Tochter; Seynd also
Jacob vnd Rahel/ Schwester vnd Brüder-Kinder
gewesen.

Solche nahe Verwandschafft aber zufreyen/ soll
vnd wird billichen heutigs tags nit concedirt, thut
auch nicht von nöhten. Darumb soll man sich hier
beyleufftiger weise erinnern lassen/ keines weges zu
nahe in das Geblüt zufreyen/ damit nit die Blut-
schulden geheuffet werden/ vnnd jhme kein böse ge-
wissen zumachen habe. GOtt aber hat dieses also

gedul-

iſt Rahel dem Ertzvatter Jacob verehlicht wor-
den/ welches hoͤchlichen zu ruͤhmen/ vnd nicht ohne
Prov. 19.regirung Gottes deß Allmechtigen zugangen. Deñ
wie ein vernuͤnfftig Weib vom HErrn koͤmpt; alſo
gibt Gott der Allmechtige auch fromme vnnd ehr-
liebende Ehemaͤnner.

Tranſitio
ad Archi-
patres.
Es ſeynd aber die Ertzvaͤtter geweſen Luminaria
Mundi, Patres patriæ,
Præſidenten im geiſtlichen vnd
weltlichen Regiment/ Quos inferiores cum ſubjectione
ſummè coluerunt,
welche bey andern in groſſem An-
ſehen geweſen/ vnnd vor welchen ſie ſich auch ge-
foͤrchtet haben. Dieſem Ertzvatter iſt Rahel conju-
gii vinculo
vertrawet geweſen.

Tranſitio
ad Con-
ſanguini-
tatis gra-
dum.
Es iſt aber Rahel dem Jacob mit Blutfreundt-
ſchafft im andern gradu verwandt geweſen/ Sinte-
mal Jacobs Mutter die Rebecca/ Labans Schwe-
ſter war/ Rahel aber Labans Tochter; Seynd alſo
Jacob vnd Rahel/ Schweſter vnd Bruͤder-Kinder
geweſen.

Solche nahe Verwandſchafft aber zufreyen/ ſoll
vnd wird billichen heutigs tags nit concedirt, thut
auch nicht von noͤhten. Darumb ſoll man ſich hier
beyleufftiger weiſe erinnern laſſen/ keines weges zu
nahe in das Gebluͤt zufreyen/ damit nit die Blut-
ſchulden geheuffet werden/ vnnd jhme kein boͤſe ge-
wiſſen zumachen habe. GOtt aber hat dieſes alſo

gedul-
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="fsSermon" n="1">
        <div type="fsMainPart" n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <p><pb facs="#f0014" n="14"/>
i&#x017F;t Rahel dem Ertzvatter Jacob verehlicht wor-<lb/>
den/ welches ho&#x0364;chlichen zu ru&#x0364;hmen/ vnd nicht ohne<lb/><note place="left"><hi rendition="#aq">Prov.</hi> 19.</note>regirung Gottes deß Allmechtigen zugangen. Den&#x0303;<lb/>
wie ein vernu&#x0364;nfftig Weib vom HErrn ko&#x0364;mpt; al&#x017F;o<lb/>
gibt Gott der Allmechtige auch fromme vnnd ehr-<lb/>
liebende Ehema&#x0364;nner.</p><lb/>
              <p><note place="left"><hi rendition="#aq">Tran&#x017F;itio<lb/>
ad Archi-<lb/>
patres.</hi></note>Es &#x017F;eynd aber die Ertzva&#x0364;tter gewe&#x017F;en <hi rendition="#aq">Luminaria<lb/>
Mundi, Patres patriæ,</hi> Pr<hi rendition="#aq">æ</hi>&#x017F;identen im gei&#x017F;tlichen vnd<lb/>
weltlichen Regiment/ <hi rendition="#aq">Quos inferiores cum &#x017F;ubjectione<lb/>
&#x017F;ummè coluerunt,</hi> welche bey andern in gro&#x017F;&#x017F;em An-<lb/>
&#x017F;ehen gewe&#x017F;en/ vnnd vor welchen &#x017F;ie &#x017F;ich auch ge-<lb/>
fo&#x0364;rchtet haben. Die&#x017F;em Ertzvatter i&#x017F;t Rahel <hi rendition="#aq">conju-<lb/>
gii vinculo</hi> vertrawet gewe&#x017F;en.</p><lb/>
              <p><note place="left"><hi rendition="#aq">Tran&#x017F;itio<lb/>
ad Con-<lb/>
&#x017F;anguini-<lb/>
tatis gra-<lb/>
dum.</hi></note>Es i&#x017F;t aber Rahel dem Jacob mit Blutfreundt-<lb/>
&#x017F;chafft im andern <hi rendition="#aq">gradu</hi> verwandt gewe&#x017F;en/ Sinte-<lb/>
mal Jacobs Mutter die Rebecca/ Labans Schwe-<lb/>
&#x017F;ter war/ Rahel aber Labans Tochter; Seynd al&#x017F;o<lb/>
Jacob vnd Rahel/ Schwe&#x017F;ter vnd Bru&#x0364;der-Kinder<lb/>
gewe&#x017F;en.</p><lb/>
              <p>Solche nahe Verwand&#x017F;chafft aber zufreyen/ &#x017F;oll<lb/>
vnd wird billichen heutigs tags nit <hi rendition="#aq">concedirt,</hi> thut<lb/>
auch nicht von no&#x0364;hten. Darumb &#x017F;oll man &#x017F;ich hier<lb/>
beyleufftiger wei&#x017F;e erinnern la&#x017F;&#x017F;en/ keines weges zu<lb/>
nahe in das Geblu&#x0364;t zufreyen/ damit nit die Blut-<lb/>
&#x017F;chulden geheuffet werden/ vnnd jhme kein bo&#x0364;&#x017F;e ge-<lb/>
wi&#x017F;&#x017F;en zumachen habe. GOtt aber hat die&#x017F;es al&#x017F;o<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">gedul-</fw><lb/></p>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[14/0014] iſt Rahel dem Ertzvatter Jacob verehlicht wor- den/ welches hoͤchlichen zu ruͤhmen/ vnd nicht ohne regirung Gottes deß Allmechtigen zugangen. Deñ wie ein vernuͤnfftig Weib vom HErrn koͤmpt; alſo gibt Gott der Allmechtige auch fromme vnnd ehr- liebende Ehemaͤnner. Prov. 19. Es ſeynd aber die Ertzvaͤtter geweſen Luminaria Mundi, Patres patriæ, Præſidenten im geiſtlichen vnd weltlichen Regiment/ Quos inferiores cum ſubjectione ſummè coluerunt, welche bey andern in groſſem An- ſehen geweſen/ vnnd vor welchen ſie ſich auch ge- foͤrchtet haben. Dieſem Ertzvatter iſt Rahel conju- gii vinculo vertrawet geweſen. Tranſitio ad Archi- patres. Es iſt aber Rahel dem Jacob mit Blutfreundt- ſchafft im andern gradu verwandt geweſen/ Sinte- mal Jacobs Mutter die Rebecca/ Labans Schwe- ſter war/ Rahel aber Labans Tochter; Seynd alſo Jacob vnd Rahel/ Schweſter vnd Bruͤder-Kinder geweſen. Tranſitio ad Con- ſanguini- tatis gra- dum. Solche nahe Verwandſchafft aber zufreyen/ ſoll vnd wird billichen heutigs tags nit concedirt, thut auch nicht von noͤhten. Darumb ſoll man ſich hier beyleufftiger weiſe erinnern laſſen/ keines weges zu nahe in das Gebluͤt zufreyen/ damit nit die Blut- ſchulden geheuffet werden/ vnnd jhme kein boͤſe ge- wiſſen zumachen habe. GOtt aber hat dieſes alſo gedul-

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/523927
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/523927/14
Zitationshilfe: Briaeus, Franciscus: Leichpredigt/ Bey der Begrebnuß. Marburg, 1616, S. 14. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/523927/14>, abgerufen am 19.06.2021.