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Richter, Gottfried: Fröliches Himmlisches Bewillkommen/ Treuer Prediger und Knechte Gottes. Liegnitz, [1678].

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Praemissis praemittendis.

ES ist mir leid umb dich/
mein Bruder/ ich habe grosse Lust
und Freude an dir gehabt: Mit die-
sen Worten beklagte David seinen
treuen Freund Jonathan/ zu lesen
2. Sam. 1. Ach wie mit vil thränflissenden Augen/
bebenden und gluchtzenden Lippen oder Munde/ hö-
re ich heute diese Worte herauß stossen/ über den
Tod/ ach über den frühzeitigen Tod/ des Weiland
Wol-Ehrwürdigen/ Groß-achtbaren/ und Wolge-
lahrten Herren
CASPARI KESELERI,
der beyden Stadt-Kirchen allhiro/ zuvorhero aber
auch der Christlichen Gemeine zu Groß-Tintz/ zu-
sammen in die 28. Jahr/ 9. Monat/ treugewesenen
wolverdinten Diners/ Lehrers und Predigers/ wel-
chen der allein weise GOtt vergangene Mitwoche zu
Nacht (nemlich den 5. Oct. 1678.) umb 12. Uhr sanfft
und seelig einschlaffen/ und zur Ruhe gehen heissen.
Tretet doch bey die schmertz-betrübte Frau Wittib/
Die Wol-Erbare/ Hoch- und Wol-tugendbe-
gabte Frau Ursulam Keßlerin
geb. Prellerin
höret doch/ was Sie saget. Ach wie klaget Sie:
Es ist mir leid umb Dich/ mein Eh-Herr/ Jch ha-
be grosse Wonne und Freude an dir gehabt; O lie-

bes
G 2


Præmisſis præmittendis.

ES iſt mir leid umb dich/
mein Bruder/ ich habe groſſe Luſt
und Freude an dir gehabt: Mit die-
ſen Worten beklagte David ſeinen
treuen Freund Jonathan/ zu leſen
2. Sam. 1. Ach wie mit vil thraͤnfliſſenden Augen/
bebenden und gluchtzenden Lippen oder Munde/ hoͤ-
re ich heute dieſe Worte herauß ſtoſſen/ uͤber den
Tod/ ach uͤber den fruͤhzeitigen Tod/ des Weiland
Wol-Ehrwürdigen/ Groß-achtbaren/ und Wolge-
lahrten Herren
CASPARI KESELERI,
der beyden Stadt-Kirchen allhiro/ zuvorhero aber
auch der Chriſtlichen Gemeine zu Groß-Tintz/ zu-
ſammen in die 28. Jahr/ 9. Monat/ treugeweſenen
wolverdinten Diners/ Lehrers und Predigers/ wel-
chen der allein weiſe GOtt vergangene Mitwoche zu
Nacht (nemlich den 5. Oct. 1678.) umb 12. Uhr ſanfft
und ſeelig einſchlaffen/ und zur Ruhe gehen heiſſen.
Tretet doch bey die ſchmertz-betruͤbte Frau Wittib/
Die Wol-Erbare/ Hoch- und Wol-tugendbe-
gabte Frau Urſulam Keßlerin
geb. Prellerin
hoͤret doch/ was Sie ſaget. Ach wie klaget Sie:
Es iſt mir leid umb Dich/ mein Eh-Herr/ Jch ha-
be groſſe Wonne und Freude an dir gehabt; O lie-

bes
G 2
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[[51]/0051] Præmisſis præmittendis. ES iſt mir leid umb dich/ mein Bruder/ ich habe groſſe Luſt und Freude an dir gehabt: Mit die- ſen Worten beklagte David ſeinen treuen Freund Jonathan/ zu leſen 2. Sam. 1. Ach wie mit vil thraͤnfliſſenden Augen/ bebenden und gluchtzenden Lippen oder Munde/ hoͤ- re ich heute dieſe Worte herauß ſtoſſen/ uͤber den Tod/ ach uͤber den fruͤhzeitigen Tod/ des Weiland Wol-Ehrwürdigen/ Groß-achtbaren/ und Wolge- lahrten Herren CASPARI KESELERI, der beyden Stadt-Kirchen allhiro/ zuvorhero aber auch der Chriſtlichen Gemeine zu Groß-Tintz/ zu- ſammen in die 28. Jahr/ 9. Monat/ treugeweſenen wolverdinten Diners/ Lehrers und Predigers/ wel- chen der allein weiſe GOtt vergangene Mitwoche zu Nacht (nemlich den 5. Oct. 1678.) umb 12. Uhr ſanfft und ſeelig einſchlaffen/ und zur Ruhe gehen heiſſen. Tretet doch bey die ſchmertz-betruͤbte Frau Wittib/ Die Wol-Erbare/ Hoch- und Wol-tugendbe- gabte Frau Urſulam Keßlerin geb. Prellerin hoͤret doch/ was Sie ſaget. Ach wie klaget Sie: Es iſt mir leid umb Dich/ mein Eh-Herr/ Jch ha- be groſſe Wonne und Freude an dir gehabt; O lie- bes G 2

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Zitationshilfe: Richter, Gottfried: Fröliches Himmlisches Bewillkommen/ Treuer Prediger und Knechte Gottes. Liegnitz, [1678], S. [51]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/539562/51>, abgerufen am 25.02.2021.