Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Kutschreiter, Johannes: Conterfey oder Abbildung Menschlichen Lebens in dem helleuchtenden Spiegel Göttlichen Wortes aus dem 90. Psalm v. 10. Liegnitz, [1662].

Bild:
<< vorherige Seite

einem Stricke gefangen werden/ so werden auch die
Menschen berücket zur bösen Zeit/ wenn sie plötzlich über
Sie fällt. Eccl. 9. p O wie bald ist es doch mit unser m
Leben geschehen. Unser Leben ist nur ein Dampff/p) Eccl. 9.
v.
12.

der eine kleine Zeit wehrt/ und darnach verschwindet
Jac. 4. q ein Rauch der plötzlich vergehet Ps. 102. rq) Jac. 4.
v.
14.

eine Blume die bald verdorret Ps. 103. s ein lieblicherr) Ps. 102
v.
4.

Tau der frühe im morgen des Lebens sich ausbreitet
Hoseae 6. t aber bald durch die Todeshitze verzehrets) Ps. 103.
v.
15.

wird; eine Rose die lieblich blüet und in kurtzen wie-
derumb verwelcket Hoseae 14. u ein zerbrechlichest) Hos.
6. v.
4.

Glaß/ ja zerbrechlicher denn Glaß. w Dannenhero
der Mensch mit den nichtigsten Dingen mit demu) Hos.
14. v.
5.

Schaum auff dem Wasser Hoseae 10. x mit demw) u. Mo
ralia Ce.
Janens.
1143. s.
tit. vita

Schatten verglichen Job. 14. y ja ein Traum des
Schattens von Pindaro i geachtet wird/ welches
alles auch gnugsam die Exempel bezeugen. Jn dem
die stoltzen Philister in dem Freuden-Hause zusammen
kamen/ und den Simson ihren Feind wolten spielenx) Hos.
10. v.
7.

sehen/ worden sie plötzlich durch Einfall des Hauses/
welches Simson bey den zwey Mittel Säulen gefasst/y) Iobi 14
v.
2.

getödtet. Judic. 16. a O flüchtigkeit Menschlichenz) skias
onar an-
thropos;
umbrae
somni-
um Ho-
mo. Pind.
Od. 8. Py-
thiorum.

Lebens! Wann die Söhn und Töchter Hiobs essena) Judic. 16. v. 27. & seq.
und trincken im Hause ihres Bruders des Erstgebohr-
nen/ kömmt ein grosser Wind von der Wüsten her/
und flöst auff die vier Ecken des Hauses/ und wirfft es
auff die Knaben/ daß sie sterben. Job. 1. b Wannb) Jobi 1. v. 18. 19.
der Hochmütige Pharao der von GOtt nichts wissen
wolte Exod. 5. c mit aller seiner Macht/ mit seinenc) Exod. 5. v. 2.

Wagen
D iij

einem Stricke gefangen werden/ ſo werden auch die
Menſchen beruͤcket zur boͤſen Zeit/ weñ ſie ploͤtzlich uͤber
Sie faͤllt. Eccl. 9. p O wie bald iſt es doch mit unſer m
Leben geſchehen. Unſer Leben iſt nur ein Dampff/p) Eccl. 9.
v.
12.

der eine kleine Zeit wehrt/ und darnach verſchwindet
Jac. 4. q ein Rauch der ploͤtzlich vergehet Pſ. 102. rq) Jac. 4.
v.
14.

eine Blume die bald verdorret Pſ. 103. s ein lieblicherr) Pſ. 102
v.
4.

Tau der fruͤhe im morgen des Lebens ſich ausbreitet
Hoſeæ 6. t aber bald durch die Todeshitze verzehrets) Pſ. 103.
v.
15.

wird; eine Roſe die lieblich bluͤet und in kurtzen wie-
derumb verwelcket Hoſeæ 14. u ein zerbrechlichest) Hoſ.
6. v.
4.

Glaß/ ja zerbrechlicher denn Glaß. w Dannenhero
der Menſch mit den nichtigſten Dingen mit demu) Hoſ.
14. v.
5.

Schaum auff dem Waſſer Hoſeæ 10. x mit demw) u. Mo
ralia Ce.
Janenſ.
1143. ſ.
tit. vita

Schatten verglichen Job. 14. y ja ein Traum des
Schattens von Pindaro i geachtet wird/ welches
alles auch gnugſam die Exempel bezeugen. Jn dem
die ſtoltzen Philiſter in dem Freuden-Hauſe zuſammen
kamen/ und den Simſon ihren Feind wolten ſpielenx) Hoſ.
10. v.
7.

ſehen/ worden ſie ploͤtzlich durch Einfall des Hauſes/
welches Simſon bey den zwey Mittel Saͤulen gefaſſt/y) Iobi 14
v.
2.

getoͤdtet. Judic. 16. a O fluͤchtigkeit Menſchlichenz) σκιάς
ὄναρ ἅν-
ϑρωπος;
umbræ
ſomni-
um Ho-
mo. Pind.
Od. 8. Py-
thiorum.

Lebens! Wann die Soͤhn und Toͤchter Hiobs eſſena) Judic. 16. v. 27. & ſeq.
und trincken im Hauſe ihres Bruders des Erſtgebohr-
nen/ koͤmmt ein groſſer Wind von der Wuͤſten her/
und floͤſt auff die vier Ecken des Hauſes/ und wirfft es
auff die Knaben/ daß ſie ſterben. Job. 1. b Wannb) Jobi 1. v. 18. 19.
der Hochmuͤtige Pharao der von GOtt nichts wiſſen
wolte Exod. 5. c mit aller ſeiner Macht/ mit ſeinenc) Exod. 5. v. 2.

Wagen
D iij
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="fsSermon" n="1">
        <div type="fsMainPart" n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <p><pb facs="#f0029" n="[29]"/>
einem Stricke gefangen werden/ &#x017F;o werden auch die<lb/>
Men&#x017F;chen beru&#x0364;cket zur bo&#x0364;&#x017F;en Zeit/ wen&#x0303; &#x017F;ie plo&#x0364;tzlich u&#x0364;ber<lb/>
Sie fa&#x0364;llt. <hi rendition="#aq">Eccl. 9. p</hi> O wie bald i&#x017F;t es doch mit un&#x017F;er m<lb/>
Leben ge&#x017F;chehen. <hi rendition="#aq">U</hi>n&#x017F;er Leben i&#x017F;t nur ein Dampff/<note place="right"><hi rendition="#aq">p) Eccl. 9.<lb/>
v.</hi> 12.</note><lb/>
der eine kleine Zeit wehrt/ und darnach ver&#x017F;chwindet<lb/><hi rendition="#aq">Jac. 4. q</hi> ein Rauch der plo&#x0364;tzlich vergehet <hi rendition="#aq">P&#x017F;. 102. r</hi><note place="right"><hi rendition="#aq">q) Jac. 4.<lb/>
v.</hi> 14.</note><lb/>
eine Blume die bald verdorret <hi rendition="#aq">P&#x017F;. 103. s</hi> ein lieblicher<note place="right"><hi rendition="#aq">r) P&#x017F;. 102<lb/>
v.</hi> 4.</note><lb/>
Tau der fru&#x0364;he im morgen des Lebens &#x017F;ich ausbreitet<lb/><hi rendition="#aq">Ho&#x017F;eæ 6. t</hi> aber bald durch die Todeshitze verzehret<note place="right"><hi rendition="#aq">s) P&#x017F;. 103.<lb/>
v.</hi> 15.</note><lb/>
wird; eine Ro&#x017F;e die lieblich blu&#x0364;et und in kurtzen wie-<lb/>
derumb verwelcket <hi rendition="#aq">Ho&#x017F;eæ 14. u</hi> ein zerbrechliches<note place="right"><hi rendition="#aq">t) Ho&#x017F;.<lb/>
6. v.</hi> 4.</note><lb/>
Glaß/ ja zerbrechlicher denn Glaß. <hi rendition="#aq">w</hi> Dannenhero<lb/>
der Men&#x017F;ch mit den nichtig&#x017F;ten Dingen mit dem<note place="right"><hi rendition="#aq">u) Ho&#x017F;.<lb/>
14. v.</hi> 5.</note><lb/>
Schaum auff dem Wa&#x017F;&#x017F;er <hi rendition="#aq">Ho&#x017F;eæ 10. x</hi> mit dem<note place="right"><hi rendition="#aq">w) u. Mo<lb/>
ralia Ce.<lb/>
Janen&#x017F;.<lb/>
1143. &#x017F;.<lb/>
tit. vita</hi></note><lb/>
Schatten verglichen <hi rendition="#aq">Job. 14. y</hi> ja ein Traum des<lb/>
Schattens von <hi rendition="#aq">Pindaro i</hi> geachtet wird/ welches<lb/>
alles auch gnug&#x017F;am die Exempel bezeugen. Jn dem<lb/>
die &#x017F;toltzen Phili&#x017F;ter in dem Freuden-Hau&#x017F;e zu&#x017F;ammen<lb/>
kamen/ und den Sim&#x017F;on ihren Feind wolten &#x017F;pielen<note place="right"><hi rendition="#aq">x) Ho&#x017F;.<lb/>
10. v.</hi> 7.</note><lb/>
&#x017F;ehen/ worden &#x017F;ie plo&#x0364;tzlich durch Einfall des Hau&#x017F;es/<lb/>
welches Sim&#x017F;on bey den zwey Mittel Sa&#x0364;ulen gefa&#x017F;&#x017F;t/<note place="right"><hi rendition="#aq">y) Iobi 14<lb/>
v.</hi> 2.</note><lb/>
geto&#x0364;dtet. <hi rendition="#aq">Judic. 16. a</hi> O flu&#x0364;chtigkeit Men&#x017F;chlichen<note place="right"><hi rendition="#aq">z)</hi> &#x03C3;&#x03BA;&#x03B9;&#x03AC;&#x03C2;<lb/>
&#x1F44;&#x03BD;&#x03B1;&#x03C1; &#x1F05;&#x03BD;-<lb/>
&#x03D1;&#x03C1;&#x03C9;&#x03C0;&#x03BF;&#x03C2;;<lb/><hi rendition="#aq">umbræ<lb/>
&#x017F;omni-<lb/>
um Ho-<lb/>
mo. Pind.<lb/>
Od. 8. Py-<lb/>
thiorum.</hi></note><lb/>
Lebens! Wann die So&#x0364;hn und To&#x0364;chter Hiobs e&#x017F;&#x017F;en<note place="right"><hi rendition="#aq">a) Judic. 16. v. 27. &amp; &#x017F;eq.</hi></note><lb/>
und trincken im Hau&#x017F;e ihres Bruders des Er&#x017F;tgebohr-<lb/>
nen/ ko&#x0364;mmt ein gro&#x017F;&#x017F;er Wind von der Wu&#x0364;&#x017F;ten her/<lb/>
und flo&#x0364;&#x017F;t auff die vier Ecken des Hau&#x017F;es/ und wirfft es<lb/>
auff die Knaben/ daß &#x017F;ie &#x017F;terben. <hi rendition="#aq">Job. 1. b</hi> Wann<note place="right"><hi rendition="#aq">b) Jobi 1. v.</hi> 18. 19.</note><lb/>
der Hochmu&#x0364;tige Pharao der von GOtt nichts wi&#x017F;&#x017F;en<lb/>
wolte <hi rendition="#aq">Exod. 5. c</hi> mit aller &#x017F;einer Macht/ mit &#x017F;einen<note place="right"><hi rendition="#aq">c) Exod. 5. v.</hi> 2.</note><lb/>
<fw type="sig" place="bottom">D iij</fw><fw type="catch" place="bottom">Wagen</fw><lb/></p>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[29]/0029] einem Stricke gefangen werden/ ſo werden auch die Menſchen beruͤcket zur boͤſen Zeit/ weñ ſie ploͤtzlich uͤber Sie faͤllt. Eccl. 9. p O wie bald iſt es doch mit unſer m Leben geſchehen. Unſer Leben iſt nur ein Dampff/ der eine kleine Zeit wehrt/ und darnach verſchwindet Jac. 4. q ein Rauch der ploͤtzlich vergehet Pſ. 102. r eine Blume die bald verdorret Pſ. 103. s ein lieblicher Tau der fruͤhe im morgen des Lebens ſich ausbreitet Hoſeæ 6. t aber bald durch die Todeshitze verzehret wird; eine Roſe die lieblich bluͤet und in kurtzen wie- derumb verwelcket Hoſeæ 14. u ein zerbrechliches Glaß/ ja zerbrechlicher denn Glaß. w Dannenhero der Menſch mit den nichtigſten Dingen mit dem Schaum auff dem Waſſer Hoſeæ 10. x mit dem Schatten verglichen Job. 14. y ja ein Traum des Schattens von Pindaro i geachtet wird/ welches alles auch gnugſam die Exempel bezeugen. Jn dem die ſtoltzen Philiſter in dem Freuden-Hauſe zuſammen kamen/ und den Simſon ihren Feind wolten ſpielen ſehen/ worden ſie ploͤtzlich durch Einfall des Hauſes/ welches Simſon bey den zwey Mittel Saͤulen gefaſſt/ getoͤdtet. Judic. 16. a O fluͤchtigkeit Menſchlichen Lebens! Wann die Soͤhn und Toͤchter Hiobs eſſen und trincken im Hauſe ihres Bruders des Erſtgebohr- nen/ koͤmmt ein groſſer Wind von der Wuͤſten her/ und floͤſt auff die vier Ecken des Hauſes/ und wirfft es auff die Knaben/ daß ſie ſterben. Job. 1. b Wann der Hochmuͤtige Pharao der von GOtt nichts wiſſen wolte Exod. 5. c mit aller ſeiner Macht/ mit ſeinen Wagen p) Eccl. 9. v. 12. q) Jac. 4. v. 14. r) Pſ. 102 v. 4. s) Pſ. 103. v. 15. t) Hoſ. 6. v. 4. u) Hoſ. 14. v. 5. w) u. Mo ralia Ce. Janenſ. 1143. ſ. tit. vita x) Hoſ. 10. v. 7. y) Iobi 14 v. 2. z) σκιάς ὄναρ ἅν- ϑρωπος; umbræ ſomni- um Ho- mo. Pind. Od. 8. Py- thiorum. a) Judic. 16. v. 27. & ſeq. b) Jobi 1. v. 18. 19. c) Exod. 5. v. 2. D iij

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/539564
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/539564/29
Zitationshilfe: Kutschreiter, Johannes: Conterfey oder Abbildung Menschlichen Lebens in dem helleuchtenden Spiegel Göttlichen Wortes aus dem 90. Psalm v. 10. Liegnitz, [1662], S. [29]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/539564/29>, abgerufen am 16.05.2021.