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Kutschreiter, Johannes: Conterfey oder Abbildung Menschlichen Lebens in dem helleuchtenden Spiegel Göttlichen Wortes aus dem 90. Psalm v. 10. Liegnitz, [1662].

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noch 1. Sohn Titul Herr Caspar Keseler/ ver-
ordneter Diaconus und MittagsPrediger bey
dieser Kirchen und 1. Tochter Fraw Christina/
weyland Herrn Friedrich Körners berühmbt-
gewesenen Chirurgi und Wund Artztes nachge-
lassene Wittibe/ im leben sind/ welche beyder-
seits nebst ihrer geehrten Frawen Mutter die
Christliche Leiche zu ihrem Ruhstättlein thrä-
nende begleitet haben.

An Creutz/ Neid und Müßgunst hat es
unserem seligen Herrn Superintendentn Zeit
seines Lebens nicht ermangelt/ alles aber ist
von Jhm mit Gedult und Sanfftmuth über-
wanden worden/ wohlwissend daß dieser Zeit
leiden der Herrligkeit nicht werth sey/ die an
Unß sol offenbahret werden.

Kranckheiten haben Jhn auch genung be-
treten/ sonderlich bey Anruckendem Alter ist
Er mit Giechtschmertzen und Schlagflüssen
viefältig belegt/ infonderheit zu Anfang dieses
Jahres in die 27. Wochen lang gantz Bettlage-
rig gewesen/ und wiewohl Er damahls selbst
gehoffet GOtt würde Jhn aus seinem Creutz-
Karn außspannen/ hat es doch dem Allerhöch-
sten gefallen Jhn wiederumb auch vor dieß-
mahl auffzurichten/ daß Er biß zum 2. Advent
dieses zu endlauffenden Jahres sein Ampt ver-
richten und sich also Seinen Zuhörern/ die sich
Seines grauen Hauptes hocherfreuet/ so offt

Sie
G

noch 1. Sohn Titul Herr Caſpar Keſeler/ ver-
ordneter Diaconus und MittagsPrediger bey
dieſer Kirchen und 1. Tochter Fraw Chriſtina/
weyland Herrn Friedrich Koͤrners beruͤhmbt-
geweſenen Chirurgi und Wund Artztes nachge-
laſſene Wittibe/ im leben ſind/ welche beyder-
ſeits nebſt ihrer geehrten Frawen Mutter die
Chriſtliche Leiche zu ihrem Ruhſtaͤttlein thraͤ-
nende begleitet haben.

An Creutz/ Neid und Muͤßgunſt hat es
unſerem ſeligen Herrn Superintendentn Zeit
ſeines Lebens nicht ermangelt/ alles aber iſt
von Jhm mit Gedult und Sanfftmuth uͤber-
wanden worden/ wohlwiſſend daß dieſer Zeit
leiden der Herrligkeit nicht werth ſey/ die an
Unß ſol offenbahret werden.

Kranckheiten haben Jhn auch genung be-
treten/ ſonderlich bey Anruckendem Alter iſt
Er mit Giechtſchmertzen und Schlagfluͤſſen
viefaͤltig belegt/ infonderheit zu Anfang dieſes
Jahres in die 27. Wochen lang gantz Bettlage-
rig geweſen/ und wiewohl Er damahls ſelbſt
gehoffet GOtt wuͤrde Jhn aus ſeinem Creutz-
Karn außſpannen/ hat es doch dem Allerhoͤch-
ſten gefallen Jhn wiederumb auch vor dieß-
mahl auffzurichten/ daß Er biß zum 2. Advent
dieſes zu endlauffenden Jahres ſein Ampt ver-
richten und ſich alſo Seinen Zuhoͤrern/ die ſich
Seines grauen Hauptes hocherfreuet/ ſo offt

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[[49]/0049] noch 1. Sohn Titul Herr Caſpar Keſeler/ ver- ordneter Diaconus und MittagsPrediger bey dieſer Kirchen und 1. Tochter Fraw Chriſtina/ weyland Herrn Friedrich Koͤrners beruͤhmbt- geweſenen Chirurgi und Wund Artztes nachge- laſſene Wittibe/ im leben ſind/ welche beyder- ſeits nebſt ihrer geehrten Frawen Mutter die Chriſtliche Leiche zu ihrem Ruhſtaͤttlein thraͤ- nende begleitet haben. An Creutz/ Neid und Muͤßgunſt hat es unſerem ſeligen Herrn Superintendentn Zeit ſeines Lebens nicht ermangelt/ alles aber iſt von Jhm mit Gedult und Sanfftmuth uͤber- wanden worden/ wohlwiſſend daß dieſer Zeit leiden der Herrligkeit nicht werth ſey/ die an Unß ſol offenbahret werden. Kranckheiten haben Jhn auch genung be- treten/ ſonderlich bey Anruckendem Alter iſt Er mit Giechtſchmertzen und Schlagfluͤſſen viefaͤltig belegt/ infonderheit zu Anfang dieſes Jahres in die 27. Wochen lang gantz Bettlage- rig geweſen/ und wiewohl Er damahls ſelbſt gehoffet GOtt wuͤrde Jhn aus ſeinem Creutz- Karn außſpannen/ hat es doch dem Allerhoͤch- ſten gefallen Jhn wiederumb auch vor dieß- mahl auffzurichten/ daß Er biß zum 2. Advent dieſes zu endlauffenden Jahres ſein Ampt ver- richten und ſich alſo Seinen Zuhoͤrern/ die ſich Seines grauen Hauptes hocherfreuet/ ſo offt Sie G

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Zitationshilfe: Kutschreiter, Johannes: Conterfey oder Abbildung Menschlichen Lebens in dem helleuchtenden Spiegel Göttlichen Wortes aus dem 90. Psalm v. 10. Liegnitz, [1662], S. [49]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/539564/49>, abgerufen am 18.05.2022.