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Milichius, Daniel: Concio Threnodica. Oels, 1617.

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Vorrede.
vnd jhnen auß dem Heylsamen Brünnlein Israelis lebendigen vnd kräff-
tigen Trost zu sprechen sollen/ davon Lutherus seliger Gedechtnüß also
Luther:saget: Officium pij Sacerdotis est: In perpetua vexatione variarum
tentationum Diabolo sese opponere, tentatos consolari, errantes in viam
reducere, dubitantes confirmare, desperantes erigere.
Das ist/ das
Ampt eines so Gottseligen Priesters ist/ in stetter Plage/ mancherley
versuchungen dem Teuffel sich entgegen setzen/ die versuchten zu trösten/
die jrrenden auff den rechten Weg zubringen/ die Zweyffelnden zu be-
kräfftigen/ vnd die Vorzweyffelnde auffzurichten: Jn weichem fall
1. Pet. 2.JEsus Christus der Ertzbischoff der Seelen jhnen mit guttem exempel
vorgegangen ist/ von welchem wir lesen/ das als derselbe ansahe die be-
trübte Wettib zu Naim, wie solche wegen jhres verstorbenen Sohnes/
Luc. 7.so jhr Augen trost gewesen war/ bitterlichen weynete/ hat er sie freund-
Joh: 11.lichen getröstet vnd gesaget: Noli flere, weyne nicht. Vnd Johannis
am 11. Lesen wir/ das Er auch die betrübten Schwestern Lazari,
Martham
vnd Mariam, vber seinem Tode mit frölicher Aufferstehung
des Fleisches getröstet habe/ sagende: Dein Bruder soll Aufferstehen:
Jch bin die Aufferstehung vnnd das Leben/ wer an mich Gläubet/ der
wird Leben/ ob er gleich Zeitlich stürbe/ vnd wer da Lebet vnd Gläubet
an mich/ der wird nimmermehr sterben. Solcher Vormahnung des
Geistreichen Propheten Esaiae, habe ich auch nachgefolget/ vnd in deme
Rom. 11.Gott der Allmechtige/ dessen Wege vnnd Gerichte vnerforschlich sein/
den Herrn Gevatter mit grossem betrübniß vnd Haußereutz hat anheim
gesucht/ dieweil Er desselben eynige vnd vielgeliebte Jungfraw Tochter
2. San 12.durch den Zeitlichen Todt/ deme wir allzumahl vnterworffen sein/ inn
jhrer besten Blüte von dieser Welt hat abgefordert/ als habe ich (so viel
mir Gott genade gegeben vnd verliehen hat) den Herrn Gevatter sambt
seiner lieben Haußehren vnd Haußfrawen/ in seinem grossen vnd hohen
betrübniß nicht alleine privatim zu Hause/ sondern auch publice in der
Kirchen bey gehaltener Leich Sermon getröstet: Das er solches Erst-
lichen vor ein Zeichen Göttlicher Lieb vnd Gnade erkennen oder halten
Ebr: 11.soll/ wie davon der Meyster der Epistel zun Ebreern am 11. saget:
Mein Sohn achte nicht gering die Züchtigung des HErrn/
vnd verzage nicht/ wann du von jhm gestraffet wirst/ denn
welchen der HERR lieb hat/ den Züchtiget er/ Er stäupet
aber einen jeglichen Sohn/ den Er auffnimbt.

Vors

Vorꝛede.
vnd jhnen auß dem Heylſamen Bꝛuͤnnlein Iſraëlis lebendigen vnd kraͤff-
tigen Troſt zu ſprechen ſollen/ davon Lutherus ſeliger Gedechtnuͤß alſo
Luther:ſaget: Officium pij Sacerdotis est: In perpetua vexatione variarum
tentationum Diabolo ſeſe opponere, tentatos conſolari, errantes in viam
reducere, dubitantes confirmare, deſperantes erigere.
Das iſt/ das
Ampt eines ſo Gottſeligen Prieſters iſt/ in ſtetter Plage/ mancherley
verſuchungen dem Teuffel ſich entgegen ſetzen/ die verſuchten zu troͤſten/
die jrꝛenden auff den rechten Weg zubringen/ die Zweyffelnden zu be-
kraͤfftigen/ vnd die Vorzweyffelnde auffzurichten: Jn weichem fall
1. Pet. 2.JEſus Chriſtus der Ertzbiſchoff der Seelen jhnen mit guttem exempel
vorgegangen iſt/ von welchem wir leſen/ das als derſelbe anſahe die be-
truͤbte Wettib zu Naim, wie ſolche wegen jhres verſtorbenen Sohnes/
Luc. 7.ſo jhr Augen troſt geweſen war/ bitterlichen weynete/ hat er ſie frëund-
Joh: 11.lichen getroͤſtet vnd geſaget: Noli flere, weyne nicht. Vnd Johannis
am 11. Leſen wir/ das Er auch die betruͤbten Schweſtern Lazari,
Martham
vnd Mariam, vber ſeinem Tode mit froͤlicher Aufferſtehung
des Fleiſches getroͤſtet habe/ ſagende: Dein Bruder ſoll Aufferſtehen:
Jch bin die Aufferſtehung vnnd das Leben/ wer an mich Glaͤubet/ der
wird Leben/ ob er gleich Zeitlich ſtuͤrbe/ vnd wer da Lebet vnd Glaͤubet
an mich/ der wird nimmermehr ſterben. Solcher Vormahnung des
Geiſtreichen Propheten Eſaiæ, habe ich auch nachgefolget/ vnd in deme
Rom. 11.Gott der Allmechtige/ deſſen Wege vnnd Gerichte vnerforſchlich ſein/
den Herꝛn Gevatter mit groſſem betruͤbniß vnd Haußereutz hat anheim
geſucht/ dieweil Er deſſelben eynige vnd vielgeliebte Jungfraw Tochter
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mir Gott genade gegeben vnd verliehen hat) den Herꝛn Gevatter ſambt
ſeiner lieben Haußehꝛen vnd Haußfrawen/ in ſeinem groſſen vnd hohen
betruͤbniß nicht alleine privatim zu Hauſe/ ſondern auch publicè in der
Kirchen bey gehaltener Leich Sermon getroͤſtet: Das er ſolches Erſt-
lichen vor ein Zeichen Goͤttlicher Lieb vnd Gnade erkennen oder halten
Ebr: 11.ſoll/ wie davon der Meyſter der Epiſtel zun Ebreern am 11. ſaget:
Mein Sohn achte nicht gering die Zuͤchtigung des HErꝛn/
vnd verzage nicht/ wann du von jhm geſtraffet wirſt/ denn
welchen der HERR lieb hat/ den Zuͤchtiget er/ Er ſtaͤupet
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Vors
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Zitationshilfe: Milichius, Daniel: Concio Threnodica. Oels, 1617, S. [4]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/542123/4>, abgerufen am 27.09.2021.