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Abel, Heinrich Kaspar: Wohlerfahrner Leib-Medicus der Studenten. Leipzig, 1699.

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und derer Curen.
demselben rohe Saltze stecken/ die dessen
Mixtur verunruhigen/ und im Kopff we-
gen subtilen Aedrigen wüten und gleich-
sam stehen. Darnach kommt er auch
her von Verstopffung des gantzen Un-
terleibes/ von sitzen und Nacht trincken/
nicht selten auch von dem verderbten
und versaurten Magen.

Die Blödigkeit der Augen entstehet
von stetiger Gebrauch derselben/ ubi
nempe infixis quasi oculis & tensis nervis
libros praesertim noctu curatius inspici-
unt minutis literis conscriptos & excu-
sos, exinde visus debilitas & oculorum
conniventia,
das ist: da man nemlich
steiff und fest zumahlen des Nachts
die klein geschriebenen und gedruck-
ten Bücher liesset/ daraus die
Schwachheit der Augen und dero
blintzeln entstehet
. Starckes sauf-
fen und vieles lucubriren thut auch das
meiste darbey/ denn wenn die Geister
durch stetigen Gebrauch verzehret/ und
geschwächet werden/ alsdenn werden
die Feuchtigkeiten der Augen/ zu mah-
len der crystallische/ dicker/ der so genann-

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und derer Curen.
demſelben rohe Saltze ſtecken/ die deſſen
Mixtur verunruhigen/ und im Kopff we-
gen ſubtilen Aedrigen wuͤten und gleich-
ſam ſtehen. Darnach kommt er auch
her von Verſtopffung des gantzen Un-
terleibes/ von ſitzen und Nacht trincken/
nicht ſelten auch von dem verderbten
und verſaurten Magen.

Die Bloͤdigkeit der Augen entſtehet
von ſtetiger Gebrauch derſelben/ ubi
nempe infixis quaſi oculis & tenſis nervis
libros præſertim noctu curatius inſpici-
unt minutis literis conſcriptos & excu-
ſos, exinde viſus debilitas & oculorum
conniventia,
das iſt: da man nemlich
ſteiff und feſt zumahlen des Nachts
die klein geſchriebenen und gedruck-
ten Buͤcher lieſſet/ daraus die
Schwachheit der Augen und dero
blintzeln entſtehet
. Starckes ſauf-
fen und vieles lucubriren thut auch das
meiſte darbey/ denn wenn die Geiſter
durch ſtetigen Gebrauch verzehret/ und
geſchwaͤchet werden/ alsdenn werden
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[103/0129] und derer Curen. demſelben rohe Saltze ſtecken/ die deſſen Mixtur verunruhigen/ und im Kopff we- gen ſubtilen Aedrigen wuͤten und gleich- ſam ſtehen. Darnach kommt er auch her von Verſtopffung des gantzen Un- terleibes/ von ſitzen und Nacht trincken/ nicht ſelten auch von dem verderbten und verſaurten Magen. Die Bloͤdigkeit der Augen entſtehet von ſtetiger Gebrauch derſelben/ ubi nempe infixis quaſi oculis & tenſis nervis libros præſertim noctu curatius inſpici- unt minutis literis conſcriptos & excu- ſos, exinde viſus debilitas & oculorum conniventia, das iſt: da man nemlich ſteiff und feſt zumahlen des Nachts die klein geſchriebenen und gedruck- ten Buͤcher lieſſet/ daraus die Schwachheit der Augen und dero blintzeln entſtehet. Starckes ſauf- fen und vieles lucubriren thut auch das meiſte darbey/ denn wenn die Geiſter durch ſtetigen Gebrauch verzehret/ und geſchwaͤchet werden/ alsdenn werden die Feuchtigkeiten der Augen/ zu mah- len der cryſtalliſche/ dicker/ der ſo genann- te E 4

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Zitationshilfe: Abel, Heinrich Kaspar: Wohlerfahrner Leib-Medicus der Studenten. Leipzig, 1699, S. 103. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/abel_leibmedicus_1699/129>, abgerufen am 15.05.2021.