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Arnim, Bettina von: Goethe's Briefwechsel mit einem Kinde. Bd. 2. Berlin, 1835.

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An Bettine.

Ihr Bruder Clemens, liebe Bettine, hatte mir bei
einem freundlichen Besuche den Albrecht Dürrer ange-
kündigt, so wie auch in einem Ihrer früheren Briefe
desselben gedacht war. Nun hoffte ich jeden Tag dar-
auf, weil ich an diesem guten Werk viel Freude zu er-
leben gedachte, und wenn ich mir's auch nicht zugeeignet
hätte, es doch gern würde aufgehoben haben bis Sie
gekommen wären es abzuholen. Nun muß ich Sie bit-
ten, wenn wir es nicht für verloren halten sollen, sich
genau um die Gelegenheit zu erkundigen, durch welche
es gegangen, damit man etwa bei den verschiedenen
Spediteurs nachkommen kann, denn aus Ihren heutigen
Briefe sehe ich, daß es Fuhrleuten abgeliefert worden.
Sollte es inzwischen ankommen, so erhalten Sie gleich
Nachricht.

Der Freund, welcher die Kölner Vignette gezeichnet,
weiß was er will, und versteht mit Feder und Pinsel
zu handthieren, das Bildchen hat mir einen freundlichen
guten Abend geboten.

Franz Bader'n werden Sie schönstens für das ge-
sendete danken. Es war mir von den Aufsätzen schon
manches einzelne zu Gesicht gekommen. Ob ich sie ver-

An Bettine.

Ihr Bruder Clemens, liebe Bettine, hatte mir bei
einem freundlichen Beſuche den Albrecht Dürrer ange-
kündigt, ſo wie auch in einem Ihrer früheren Briefe
deſſelben gedacht war. Nun hoffte ich jeden Tag dar-
auf, weil ich an dieſem guten Werk viel Freude zu er-
leben gedachte, und wenn ich mir's auch nicht zugeeignet
hätte, es doch gern würde aufgehoben haben bis Sie
gekommen wären es abzuholen. Nun muß ich Sie bit-
ten, wenn wir es nicht für verloren halten ſollen, ſich
genau um die Gelegenheit zu erkundigen, durch welche
es gegangen, damit man etwa bei den verſchiedenen
Spediteurs nachkommen kann, denn aus Ihren heutigen
Briefe ſehe ich, daß es Fuhrleuten abgeliefert worden.
Sollte es inzwiſchen ankommen, ſo erhalten Sie gleich
Nachricht.

Der Freund, welcher die Kölner Vignette gezeichnet,
weiß was er will, und verſteht mit Feder und Pinſel
zu handthieren, das Bildchen hat mir einen freundlichen
guten Abend geboten.

Franz Bader'n werden Sie ſchönſtens für das ge-
ſendete danken. Es war mir von den Aufſätzen ſchon
manches einzelne zu Geſicht gekommen. Ob ich ſie ver-

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[108/0118] An Bettine. Ihr Bruder Clemens, liebe Bettine, hatte mir bei einem freundlichen Beſuche den Albrecht Dürrer ange- kündigt, ſo wie auch in einem Ihrer früheren Briefe deſſelben gedacht war. Nun hoffte ich jeden Tag dar- auf, weil ich an dieſem guten Werk viel Freude zu er- leben gedachte, und wenn ich mir's auch nicht zugeeignet hätte, es doch gern würde aufgehoben haben bis Sie gekommen wären es abzuholen. Nun muß ich Sie bit- ten, wenn wir es nicht für verloren halten ſollen, ſich genau um die Gelegenheit zu erkundigen, durch welche es gegangen, damit man etwa bei den verſchiedenen Spediteurs nachkommen kann, denn aus Ihren heutigen Briefe ſehe ich, daß es Fuhrleuten abgeliefert worden. Sollte es inzwiſchen ankommen, ſo erhalten Sie gleich Nachricht. Der Freund, welcher die Kölner Vignette gezeichnet, weiß was er will, und verſteht mit Feder und Pinſel zu handthieren, das Bildchen hat mir einen freundlichen guten Abend geboten. Franz Bader'n werden Sie ſchönſtens für das ge- ſendete danken. Es war mir von den Aufſätzen ſchon manches einzelne zu Geſicht gekommen. Ob ich ſie ver-

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Zitationshilfe: Arnim, Bettina von: Goethe's Briefwechsel mit einem Kinde. Bd. 2. Berlin, 1835, S. 108. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/arnimb_goethe02_1835/118>, abgerufen am 27.02.2021.