Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Arnim, Bettina von: Goethe's Briefwechsel mit einem Kinde. Bd. 2. Berlin, 1835.

Bild:
<< vorherige Seite

Melodie (wie Beethoven ganz richtig erwähnt) wieder
auf's neue versinnlicht wird.

Schließlich sage ich Dir noch einmal den innigsten
Dank für deine Mittheilungen und deine Art mir wohl-
zuthun, da Dir alles so schön gelingt, da Dir alles zu
belehrendem, freudigem Genuß wird, welche Wünsche
könnten da noch hinzugefügt werden, als daß es ewig
so fortwähren möge; ewig auch in Beziehung auf mich,
der den Vortheil nicht verkennt, zu deinen Freunden ge-
zählt zu werden. Bleibe mir daher was Du mit so
großer Treue warst, so oft Du auch den Platz wechsel-
test und sich die Gegenstände um Dich her veränderten
und verschönerten.

Auch der Herzog grüßt Dich und wünscht nicht ganz
von Dir vergessen zu sein. Ich erhalte wohl noch Nach-
richt von Dir in meinem Carlsbader Aufenthalt bei den
drei Mohren.


G.
An Goethe.

Liebster Freund! dem Beethoven hab ich deinen schö-
nen Brief mitgetheilt, so weit es ihn anging, er war

Melodie (wie Beethoven ganz richtig erwähnt) wieder
auf's neue verſinnlicht wird.

Schließlich ſage ich Dir noch einmal den innigſten
Dank für deine Mittheilungen und deine Art mir wohl-
zuthun, da Dir alles ſo ſchön gelingt, da Dir alles zu
belehrendem, freudigem Genuß wird, welche Wünſche
könnten da noch hinzugefügt werden, als daß es ewig
ſo fortwähren möge; ewig auch in Beziehung auf mich,
der den Vortheil nicht verkennt, zu deinen Freunden ge-
zählt zu werden. Bleibe mir daher was Du mit ſo
großer Treue warſt, ſo oft Du auch den Platz wechſel-
teſt und ſich die Gegenſtände um Dich her veränderten
und verſchönerten.

Auch der Herzog grüßt Dich und wünſcht nicht ganz
von Dir vergeſſen zu ſein. Ich erhalte wohl noch Nach-
richt von Dir in meinem Carlsbader Aufenthalt bei den
drei Mohren.


G.
An Goethe.

Liebſter Freund! dem Beethoven hab ich deinen ſchö-
nen Brief mitgetheilt, ſo weit es ihn anging, er war

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0213" n="203"/>
Melodie (wie Beethoven ganz richtig erwähnt) wieder<lb/>
auf's neue ver&#x017F;innlicht wird.</p><lb/>
          <p>Schließlich &#x017F;age ich Dir noch einmal den innig&#x017F;ten<lb/>
Dank für deine Mittheilungen und deine Art mir wohl-<lb/>
zuthun, da Dir alles &#x017F;o &#x017F;chön gelingt, da Dir alles zu<lb/>
belehrendem, freudigem Genuß wird, welche Wün&#x017F;che<lb/>
könnten da noch hinzugefügt werden, als daß es ewig<lb/>
&#x017F;o fortwähren möge; ewig auch in Beziehung auf mich,<lb/>
der den Vortheil nicht verkennt, zu deinen Freunden ge-<lb/>
zählt zu werden. Bleibe mir daher was Du mit &#x017F;o<lb/>
großer Treue war&#x017F;t, &#x017F;o oft Du auch den Platz wech&#x017F;el-<lb/>
te&#x017F;t und &#x017F;ich die Gegen&#x017F;tände um Dich her veränderten<lb/>
und ver&#x017F;chönerten.</p><lb/>
          <p>Auch der Herzog grüßt Dich und wün&#x017F;cht nicht ganz<lb/>
von Dir verge&#x017F;&#x017F;en zu &#x017F;ein. Ich erhalte wohl noch Nach-<lb/>
richt von Dir in meinem Carlsbader Aufenthalt bei den<lb/>
drei Mohren.</p><lb/>
          <dateline> <hi rendition="#et">Am 6. Juni 1810.</hi> </dateline><lb/>
          <closer>
            <salute> <hi rendition="#et">G.</hi> </salute>
          </closer>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <opener>
            <salute>An Goethe.</salute>
          </opener><lb/>
          <p>Lieb&#x017F;ter Freund! dem Beethoven hab ich deinen &#x017F;chö-<lb/>
nen Brief mitgetheilt, &#x017F;o weit es ihn anging, er war<lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[203/0213] Melodie (wie Beethoven ganz richtig erwähnt) wieder auf's neue verſinnlicht wird. Schließlich ſage ich Dir noch einmal den innigſten Dank für deine Mittheilungen und deine Art mir wohl- zuthun, da Dir alles ſo ſchön gelingt, da Dir alles zu belehrendem, freudigem Genuß wird, welche Wünſche könnten da noch hinzugefügt werden, als daß es ewig ſo fortwähren möge; ewig auch in Beziehung auf mich, der den Vortheil nicht verkennt, zu deinen Freunden ge- zählt zu werden. Bleibe mir daher was Du mit ſo großer Treue warſt, ſo oft Du auch den Platz wechſel- teſt und ſich die Gegenſtände um Dich her veränderten und verſchönerten. Auch der Herzog grüßt Dich und wünſcht nicht ganz von Dir vergeſſen zu ſein. Ich erhalte wohl noch Nach- richt von Dir in meinem Carlsbader Aufenthalt bei den drei Mohren. Am 6. Juni 1810. G. An Goethe. Liebſter Freund! dem Beethoven hab ich deinen ſchö- nen Brief mitgetheilt, ſo weit es ihn anging, er war

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/arnimb_goethe02_1835
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/arnimb_goethe02_1835/213
Zitationshilfe: Arnim, Bettina von: Goethe's Briefwechsel mit einem Kinde. Bd. 2. Berlin, 1835, S. 203. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/arnimb_goethe02_1835/213>, abgerufen am 01.03.2021.