Behrens, Georg Henning: Hercynia Curiosa, oder Curiöser Hartz-Wald. Nordhausen, 1703.Das I Capitel. wieder eröfne/ darneben kan das blosse/ reine und süsse Wasser/ alsdas grosse menstruum der Natur/ wie es der gelehrte Engelländer Thom. Willis in seinem Tractat de fermentatione cap. 9 oper. p. 38 nennet/ die in denen humoribus enthaltene/ scharfe/ rauche und die meatus zusammen ziehende Saltze auflösen/ diluiren/ abspülen/ wodurch die auf vorbesagte Art enge gemachte Wege ebenfals wieder zu der gebührenden Weite gelangen/ und auf solche Weise den Stein mit dem Sande leichter und mit wenigern Schmertzen durchlassen/ derowegen nicht unbillich Herr D. Christianus Menzelius in vorge- dachten Ephemeridibus Decur. 2 A. 3 Observ. 14 pag. 56 saget/ wie das blosse Wasser gewißlich eine Heil-Meisterin vieler Kranck- heiten sey/ welches man insonderheit an dem nunmehro aller Orten bekandten Thee-Tranck siehet/ als welcher seine Krafft nicht allein von denen Thee-Blättern sondern auch von dem warmen Wasser hat/ ja es will gar Herr D. Johann Ludwig Hanneman in ietzt ge- meldeten Ephemeridibus Decur. 2 A. 5 observ. 113 Schol. p. 224 & seq. die Würckung dieses Tranckes allein dem warmen Wasser und nicht dem Thee zuschreiben; weilen hievon das Wasser nicht verbessert würde/ und man in demselben nach der Evaporation kaum etliche wenige Gran von einem Thee-Extract finde/ welcher Mei- nung aber Herr D. Lucas Schroeckius in dem Scholio oder Erklä- rung über die vorangeführte Observation p. 227 nicht beypflichtet/ sagende: daß der Thee auch das Seinige darbey thue/ indem der- selbe mit seinem alcalischen Saltze und denen gelinde adstringirenden und bittern Theilen das warme Wasser corrigire/ und habe er durch die Evaporation befunden/ daß ein Quentgen Thee mehr als den dritten Theil seines Wesens dem warmen Wasser mittheile. Be- langend dasjenige/ was wohl gedachter Eckstormius von dem Brunnen-Wasser in der Höle meldet/ nemlich daß selbiges sich ein Jahr lang halte/ und nicht faul werde; so zeiget solches an/ daß es ein mineralisches Wasser seyn müsse/ und mit einigen subtilen sol- virten Mineralien und süssen mineralischen Saltzen impraegniret und vermischet sey/ welche dasselbe von der Corruption oder Verder- bung bewahre/ bevorab wenn es an einen gebührenden kühlen Ort gesetzet worden/ wiewohl die gemeldete Verwahrung auch viel bey der
Das I Capitel. wieder eroͤfne/ darneben kan das bloſſe/ reine und ſuͤſſe Waſſer/ alsdas groſſe menſtruum der Natur/ wie es der gelehrte Engellaͤnder Thom. Willis in ſeinem Tractat de fermentatione cap. 9 oper. p. 38 nennet/ die in denen humoribus enthaltene/ ſcharfe/ rauche und die meatus zuſammen ziehende Saltze aufloͤſen/ diluiren/ abſpuͤlen/ wodurch die auf vorbeſagte Art enge gemachte Wege ebenfals wieder zu der gebuͤhrenden Weite gelangen/ und auf ſolche Weiſe den Stein mit dem Sande leichter und mit wenigern Schmertzen durchlaſſen/ derowegen nicht unbillich Herr D. Chriſtianus Menzelius in vorge- dachten Ephemeridibus Decur. 2 A. 3 Obſerv. 14 pag. 56 ſaget/ wie das bloſſe Waſſer gewißlich eine Heil-Meiſterin vieler Kranck- heiten ſey/ welches man inſonderheit an dem nunmehro aller Orten bekandten Thée-Tranck ſiehet/ als welcher ſeine Krafft nicht allein von denen Thée-Blaͤttern ſondern auch von dem warmen Waſſer hat/ ja es will gar Herr D. Johann Ludwig Hanneman in ietzt ge- meldeten Ephemeridibus Decur. 2 A. 5 obſerv. 113 Schol. p. 224 & ſeq. die Wuͤrckung dieſes Tranckes allein dem warmen Waſſer und nicht dem Thée zuſchreiben; weilen hievon das Waſſer nicht verbeſſert wuͤrde/ und man in demſelben nach der Evaporation kaum etliche wenige Gran von einem Thée-Extract finde/ welcher Mei- nung aber Herr D. Lucas Schrœckius in dem Scholio oder Erklaͤ- rung uͤber die vorangefuͤhrte Obſervation p. 227 nicht beypflichtet/ ſagende: daß der Thée auch das Seinige darbey thue/ indem der- ſelbe mit ſeinem alcaliſchen Saltze und denen gelinde adſtringirenden und bittern Theilen das warme Waſſer corrigire/ und habe er durch die Evaporation befunden/ daß ein Quentgen Thée mehr als den dritten Theil ſeines Weſens dem warmen Waſſer mittheile. Be- langend dasjenige/ was wohl gedachter Eckſtormius von dem Brunnen-Waſſer in der Hoͤle meldet/ nemlich daß ſelbiges ſich ein Jahr lang halte/ und nicht faul werde; ſo zeiget ſolches an/ daß es ein mineraliſches Waſſer ſeyn muͤſſe/ und mit einigen ſubtilen ſol- virten Mineralien und ſuͤſſen mineraliſchen Saltzen imprægniret und vermiſchet ſey/ welche daſſelbe von der Corruption oder Verder- bung bewahre/ bevorab wenn es an einen gebuͤhrenden kuͤhlen Ort geſetzet worden/ wiewohl die gemeldete Verwahrung auch viel bey der
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Das I Capitel.
wieder eroͤfne/ darneben kan das bloſſe/ reine und ſuͤſſe Waſſer/ als
das groſſe menſtruum der Natur/ wie es der gelehrte Engellaͤnder
Thom. Willis in ſeinem Tractat de fermentatione cap. 9 oper.
p. 38 nennet/ die in denen humoribus enthaltene/ ſcharfe/ rauche und
die meatus zuſammen ziehende Saltze aufloͤſen/ diluiren/ abſpuͤlen/
wodurch die auf vorbeſagte Art enge gemachte Wege ebenfals wieder
zu der gebuͤhrenden Weite gelangen/ und auf ſolche Weiſe den Stein
mit dem Sande leichter und mit wenigern Schmertzen durchlaſſen/
derowegen nicht unbillich Herr D. Chriſtianus Menzelius in vorge-
dachten Ephemeridibus Decur. 2 A. 3 Obſerv. 14 pag. 56 ſaget/
wie das bloſſe Waſſer gewißlich eine Heil-Meiſterin vieler Kranck-
heiten ſey/ welches man inſonderheit an dem nunmehro aller Orten
bekandten Thée-Tranck ſiehet/ als welcher ſeine Krafft nicht allein
von denen Thée-Blaͤttern ſondern auch von dem warmen Waſſer
hat/ ja es will gar Herr D. Johann Ludwig Hanneman in ietzt ge-
meldeten Ephemeridibus Decur. 2 A. 5 obſerv. 113 Schol. p. 224
& ſeq. die Wuͤrckung dieſes Tranckes allein dem warmen Waſſer
und nicht dem Thée zuſchreiben; weilen hievon das Waſſer nicht
verbeſſert wuͤrde/ und man in demſelben nach der Evaporation kaum
etliche wenige Gran von einem Thée-Extract finde/ welcher Mei-
nung aber Herr D. Lucas Schrœckius in dem Scholio oder Erklaͤ-
rung uͤber die vorangefuͤhrte Obſervation p. 227 nicht beypflichtet/
ſagende: daß der Thée auch das Seinige darbey thue/ indem der-
ſelbe mit ſeinem alcaliſchen Saltze und denen gelinde adſtringirenden
und bittern Theilen das warme Waſſer corrigire/ und habe er durch
die Evaporation befunden/ daß ein Quentgen Thée mehr als den
dritten Theil ſeines Weſens dem warmen Waſſer mittheile. Be-
langend dasjenige/ was wohl gedachter Eckſtormius von dem
Brunnen-Waſſer in der Hoͤle meldet/ nemlich daß ſelbiges ſich ein
Jahr lang halte/ und nicht faul werde; ſo zeiget ſolches an/ daß es
ein mineraliſches Waſſer ſeyn muͤſſe/ und mit einigen ſubtilen ſol-
virten Mineralien und ſuͤſſen mineraliſchen Saltzen imprægniret
und vermiſchet ſey/ welche daſſelbe von der Corruption oder Verder-
bung bewahre/ bevorab wenn es an einen gebuͤhrenden kuͤhlen Ort
geſetzet worden/ wiewohl die gemeldete Verwahrung auch viel bey
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