Herrgott, wie wird sie weinen . . . Es ist doch eigentlich . . . Ah, aber nein: Wenn ich sicher bin, schreib ich ihr Alles, und wenn sie sieht, wie glück¬ lich ich bin, dann wird sie stolz auf mich sein! Sie versteht mich ja! Sie weiß, daß aus mir was Großes werden wird!
Mütterchen weine nicht, weine nicht so, Sieh ich bin in der Fremde froh Und denke Dein.
Er hoffte, es würde ein ganzes Gedicht werden, aber es blieb, wie gewöhnlich, beim Anfange.
Endlich 3/43 Uhr! Nun zum Gartenhaus!
Er lief im Trabe mitten durch Pfützen und ohne aufzusehen, wie ein Junge neben dem Reifen.
Jetzt am Garten. Nun die Allee hinauf.
Ob Girlinger schon da ist?
Nun den Seitengang. Gott sei Dank, daß es regnet und niemand im Garten ist.
Aber der Dreck! Der Dreck! Ganz bespritzt!
Das wird doch auf der Eisenbahn nicht auf¬ fallen?
So, jetzt bei Kürners Garten vorbei und nun mit Barrieresprung übers Stacket. Teufel! Mitten in eine Pfütze! So ein Blödsinn!
10 *
Zweites Buch, viertes Kapitel.
Herrgott, wie wird ſie weinen . . . Es iſt doch eigentlich . . . Ah, aber nein: Wenn ich ſicher bin, ſchreib ich ihr Alles, und wenn ſie ſieht, wie glück¬ lich ich bin, dann wird ſie ſtolz auf mich ſein! Sie verſteht mich ja! Sie weiß, daß aus mir was Großes werden wird!
Mütterchen weine nicht, weine nicht ſo, Sieh ich bin in der Fremde froh Und denke Dein.
Er hoffte, es würde ein ganzes Gedicht werden, aber es blieb, wie gewöhnlich, beim Anfange.
Endlich ¾3 Uhr! Nun zum Gartenhaus!
Er lief im Trabe mitten durch Pfützen und ohne aufzuſehen, wie ein Junge neben dem Reifen.
Jetzt am Garten. Nun die Allee hinauf.
Ob Girlinger ſchon da iſt?
Nun den Seitengang. Gott ſei Dank, daß es regnet und niemand im Garten iſt.
Aber der Dreck! Der Dreck! Ganz beſpritzt!
Das wird doch auf der Eiſenbahn nicht auf¬ fallen?
So, jetzt bei Kürners Garten vorbei und nun mit Barriereſprung übers Stacket. Teufel! Mitten in eine Pfütze! So ein Blödſinn!
10 *
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Zweites Buch, viertes Kapitel.
Herrgott, wie wird ſie weinen . . . Es iſt doch
eigentlich . . . Ah, aber nein: Wenn ich ſicher bin,
ſchreib ich ihr Alles, und wenn ſie ſieht, wie glück¬
lich ich bin, dann wird ſie ſtolz auf mich ſein!
Sie verſteht mich ja! Sie weiß, daß aus mir
was Großes werden wird!
Mütterchen weine nicht, weine nicht ſo,
Sieh ich bin in der Fremde froh
Und denke Dein.
Er hoffte, es würde ein ganzes Gedicht werden,
aber es blieb, wie gewöhnlich, beim Anfange.
Endlich ¾3 Uhr! Nun zum Gartenhaus!
Er lief im Trabe mitten durch Pfützen und
ohne aufzuſehen, wie ein Junge neben dem Reifen.
Jetzt am Garten. Nun die Allee hinauf.
Ob Girlinger ſchon da iſt?
Nun den Seitengang. Gott ſei Dank, daß es
regnet und niemand im Garten iſt.
Aber der Dreck! Der Dreck! Ganz beſpritzt!
Das wird doch auf der Eiſenbahn nicht auf¬
fallen?
So, jetzt bei Kürners Garten vorbei und nun
mit Barriereſprung übers Stacket. Teufel! Mitten
in eine Pfütze! So ein Blödſinn!
10 *
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Bierbaum, Otto Julius: Stilpe. Ein Roman aus der Froschperspektive. Berlin, 1897, S. 147. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/bierbaum_stilpe_1897/161>, abgerufen am 10.08.2024.
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