Stilpe war selig. Seine Verse klangen ihm aus diesem Munde wie der Inbegriff aller Poesie, und er fiel dem Mädchen heiß um den Hals.
-- Rotwein! Champagner! Und Cigarretten!
-- Aber Schnutchen, hast Du denn soviel Geld?
-- Ja, ja, massenhaft! Laß nur kommen.
-- Nee, Schnutchen, laß das doch die alten Onkels machen. Ein paar Glas Bayrisch thuts bei Dir schon.
-- Nein, nein! Heute müssen wir Wein trinken! Weißt Du, eine Orgie feiern! Eine Orgie! Weißt Du, was das ist?
-- Ja, ja, so was Verrücktes. Aber wozu denn?
-- Mach! Mach! Ich habe nicht lange Zeit. Ich muß fort. Bestelle nur! . . . Ach so, voraus¬ bezahlen? Da, da ist Geld.
Er gab ihr sein ganzes Portemonnaie.
-- Gehört das ganz meine?
Stilpe erschrak sehr. Aber er faßte sich und sagte mit edlem Anstande:
-- Wie Du willst. Aber dann kann ich nicht reisen.
Zweites Buch, viertes Kapitel.
— Siehſt Du, ich kann's ganz auswendig!
Stilpe war ſelig. Seine Verſe klangen ihm aus dieſem Munde wie der Inbegriff aller Poeſie, und er fiel dem Mädchen heiß um den Hals.
— Rotwein! Champagner! Und Cigarretten!
— Aber Schnutchen, haſt Du denn ſoviel Geld?
— Ja, ja, maſſenhaft! Laß nur kommen.
— Nee, Schnutchen, laß das doch die alten Onkels machen. Ein paar Glas Bayriſch thuts bei Dir ſchon.
— Nein, nein! Heute müſſen wir Wein trinken! Weißt Du, eine Orgie feiern! Eine Orgie! Weißt Du, was das iſt?
— Ja, ja, ſo was Verrücktes. Aber wozu denn?
— Mach! Mach! Ich habe nicht lange Zeit. Ich muß fort. Beſtelle nur! . . . Ach ſo, voraus¬ bezahlen? Da, da iſt Geld.
Er gab ihr ſein ganzes Portemonnaie.
— Gehört das ganz meine?
Stilpe erſchrak ſehr. Aber er faßte ſich und ſagte mit edlem Anſtande:
— Wie Du willſt. Aber dann kann ich nicht reiſen.
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Zweites Buch, viertes Kapitel.
— Siehſt Du, ich kann's ganz auswendig!
Stilpe war ſelig. Seine Verſe klangen ihm
aus dieſem Munde wie der Inbegriff aller Poeſie,
und er fiel dem Mädchen heiß um den Hals.
— Rotwein! Champagner! Und Cigarretten!
— Aber Schnutchen, haſt Du denn ſoviel
Geld?
— Ja, ja, maſſenhaft! Laß nur kommen.
— Nee, Schnutchen, laß das doch die alten
Onkels machen. Ein paar Glas Bayriſch thuts
bei Dir ſchon.
— Nein, nein! Heute müſſen wir Wein
trinken! Weißt Du, eine Orgie feiern! Eine
Orgie! Weißt Du, was das iſt?
— Ja, ja, ſo was Verrücktes. Aber wozu
denn?
— Mach! Mach! Ich habe nicht lange Zeit.
Ich muß fort. Beſtelle nur! . . . Ach ſo, voraus¬
bezahlen? Da, da iſt Geld.
Er gab ihr ſein ganzes Portemonnaie.
— Gehört das ganz meine?
Stilpe erſchrak ſehr. Aber er faßte ſich und
ſagte mit edlem Anſtande:
— Wie Du willſt. Aber dann kann ich nicht
reiſen.
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Bierbaum, Otto Julius: Stilpe. Ein Roman aus der Froschperspektive. Berlin, 1897, S. 155. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/bierbaum_stilpe_1897/169>, abgerufen am 10.08.2024.
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