Bierbaum, Otto Julius: Stilpe. Ein Roman aus der Froschperspektive. Berlin, 1897.Stilpe. -- Er darf! riefen die Dreie dumpf. -- Aber natürlich! sagte die kleine Anna. -- Colline, bind Deiner Göttin das Gehege -- Novize! Beherrschen Sie die glänzenden Herr Lehmann verbeugte sich und sagte: Ja! -- Novize! Schwören Sie, demütig und ohne Herr Lehmann verbeugte sich und sagte: -- Novize! Fangen Sie an! Herr Lehmann trat einen Schritt vor, legte Wie Runkelrübenzuckernachgeschmack Liegt mir im Innern schlammig schwappelig Stilpe. — Er darf! riefen die Dreie dumpf. — Aber natürlich! ſagte die kleine Anna. — Colline, bind Deiner Göttin das Gehege — Novize! Beherrſchen Sie die glänzenden Herr Lehmann verbeugte ſich und ſagte: Ja! — Novize! Schwören Sie, demütig und ohne Herr Lehmann verbeugte ſich und ſagte: — Novize! Fangen Sie an! Herr Lehmann trat einen Schritt vor, legte Wie Runkelrübenzuckernachgeſchmack Liegt mir im Innern ſchlammig ſchwappelig <TEI> <text> <body> <div n="1"> <div n="2"> <pb facs="#f0284" n="270"/> <fw place="top" type="header">Stilpe.<lb/></fw> <p>— Er darf! riefen die Dreie dumpf.</p><lb/> <p>— Aber natürlich! ſagte die kleine Anna.<lb/> Warum ſoll er denn nicht dürfen? S is ja n<lb/> ganz netter Herr!</p><lb/> <p>— Colline, bind Deiner Göttin das Gehege<lb/> der Zähne zuſammen; ſie macht den Novizen eitel.<lb/> Wir aber wollen beginnen!</p><lb/> <p>— Novize! Beherrſchen Sie die glänzenden<lb/> Verſe, in denen Sie zu uns zu reden haben?</p><lb/> <p>Herr Lehmann verbeugte ſich und ſagte: Ja!</p><lb/> <p>— Novize! Schwören Sie, demütig und ohne<lb/> Murren Alles zu vernehmen, was man Ihnen<lb/> jetzt ſagen wird?</p><lb/> <p>Herr Lehmann verbeugte ſich und ſagte:<lb/> Ja!</p><lb/> <p>— Novize! Fangen Sie an!</p><lb/> <p>Herr Lehmann trat einen Schritt vor, legte<lb/> beide Hände kreuzweis über die Bruſt, machte<lb/> in dieſer türkiſchen Haltung eine ganz tiefe<lb/> Verbeugung, ließ dann die Hände an den Seiten<lb/> herabſinken und deklamierte, wirklich nicht übel,<lb/> was folgt:</p><lb/> <lg type="poem"> <lg n="1"> <l>Wie Runkelrübenzuckernachgeſchmack</l><lb/> <l>Liegt mir im Innern ſchlammig ſchwappelig</l><lb/> </lg> </lg> </div> </div> </body> </text> </TEI> [270/0284]
Stilpe.
— Er darf! riefen die Dreie dumpf.
— Aber natürlich! ſagte die kleine Anna.
Warum ſoll er denn nicht dürfen? S is ja n
ganz netter Herr!
— Colline, bind Deiner Göttin das Gehege
der Zähne zuſammen; ſie macht den Novizen eitel.
Wir aber wollen beginnen!
— Novize! Beherrſchen Sie die glänzenden
Verſe, in denen Sie zu uns zu reden haben?
Herr Lehmann verbeugte ſich und ſagte: Ja!
— Novize! Schwören Sie, demütig und ohne
Murren Alles zu vernehmen, was man Ihnen
jetzt ſagen wird?
Herr Lehmann verbeugte ſich und ſagte:
Ja!
— Novize! Fangen Sie an!
Herr Lehmann trat einen Schritt vor, legte
beide Hände kreuzweis über die Bruſt, machte
in dieſer türkiſchen Haltung eine ganz tiefe
Verbeugung, ließ dann die Hände an den Seiten
herabſinken und deklamierte, wirklich nicht übel,
was folgt:
Wie Runkelrübenzuckernachgeſchmack
Liegt mir im Innern ſchlammig ſchwappelig
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| Zitationshilfe: | Bierbaum, Otto Julius: Stilpe. Ein Roman aus der Froschperspektive. Berlin, 1897, S. 270. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/bierbaum_stilpe_1897/284>, abgerufen am 10.08.2024. |


